Liebe Passioner, wir sind mitten im Oktober – der Zeit des Gruselns und des Horrors – und deshalb suchen wir heute die 5 besten Filme mit Horror-Potential! Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter. Die Stimmung wird düsterer, die Landschaft ist von Nebel verhangen und Halloween steht schon vor der Tür. Die perfekte Zeit für Horrorfilme.
Doch wollen wir diesmal nicht einfach nur gute oder bemerkenswerte Horrorfilme zusammentragen und darüber sprechen. Nein, wir werden kreativ und lassen unserer eigenen Fantasie freien Lauf. Wir blicken nicht auf Filme, die gruselig sind und uns einen Schauer über den Rücken jagen. Wir blicken auf Filme, die genau das tun könnten, jedoch einen anderen Weg eingeschlagen haben.
Was wäre, wenn aus einem romantischen Sommerflirt eine fanatische Sekte würde? Oder wenn aus einem abenteuerlichen Spiel ein Kampf ums bloße Überleben wird? Diesen und anderen Fragen wollen wir in dieser Woche auf den Grund gehen.
Die 5 besten Filme mit Horror-Potential – Worum es in dieser Top 5 geht
So manche Komödie, mancher Familienfilm und auch die ein oder andere Liebesgeschichte besitzen eine Grundidee, aus der sich mit etwas Fantasie auch ein waschechter Horrorfilm machen ließe.
Dabei geht es gar nicht darum, einfach irgendwelche Filme düsterer, brutaler und blutiger zu machen. Viel spannender ist die Frage, welche Geschichten bereits eine Idee in sich tragen, die mit einer anderen Inszenierung oder einem kleinen Kniff in der Erzählung wunderbar als Horrorfilm funktionieren könnte.
Ein verfluchtes Brettspiel, das seine Gefahren Wirklichkeit werden lässt? Ein Urlaubsresort, das eine tanzwütige Sekte beheimatet? Oder eine Schokoladenfabrik, in der Kinder einer nach dem anderen verschwinden? Manchmal braucht es erstaunlich wenig, um aus einer bekannten Geschichte einen Horrorfilm zu machen.
Also drehen wir heute ein wenig an Genre, Perspektive und Atmosphäre und fragen uns: Wie könnten diese fünf Filme aussehen, wenn sie Horrorfilme wären?
Ein Beitrag von: Martin K. & Rick
Die Rubrik „Die 5 BESTEN am DONNERSTAG“ erklärt 🌟🎥
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Die 5 besten Filme mit Horror-Potential – Unsere Auswahl
Wir haben uns fünf Filme aus den verschiedensten Genres ausgesucht, deren Potential zum Horrorfilm mal mehr, mal weniger deutlich erkennbar ist, und hoffen, ihr habt genauso viel Spaß an unserem kreativen Austoben wie wir. Da wir dafür teilweise etwas tiefer in die jeweiligen Geschichten eintauchen, lässt sich der ein oder andere kleine Spoiler allerdings nicht ganz vermeiden. Ihr seid also gewarnt!
5. Die 5 besten Filme mit Horror-Potential: Kevin – Allein zu Haus (1999)

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Worum geht es (bisher) in Kevin – Allein zu Haus?
Kevin – Allein zu Haus ist eine US-amerikanische Weihnachtskomödie aus dem Jahr 1990 von Regisseur Chris Columbus nach einem Drehbuch von John Hughes.
Kurz vor Weihnachten herrscht im Haus der Familie McCallister das völlige Chaos. Die Großfamilie bereitet sich auf eine gemeinsame Reise nach Paris vor, während der achtjährige Kevin McCallister (Macaulay Culkin) immer wieder mit seinen Geschwistern und Verwandten aneinandergerät. Nach einem Streit wünscht er sich schließlich, seine gesamte Familie würde verschwinden. Als die McCallisters am nächsten Morgen verschlafen und überstürzt zum Flughafen aufbrechen, bleibt Kevin tatsächlich unbemerkt zu Hause zurück. Während seine Mutter Kate McCallister (Catherine O’Hara) verzweifelt versucht, zu ihrem Sohn zurückzukehren, genießt Kevin zunächst seine ungewohnte Freiheit. Doch schon bald bemerkt er, dass die beiden Einbrecher Harry Lyme (Joe Pesci) und Marv Murchins (Daniel Stern) die verlassenen Häuser der Nachbarschaft ausrauben und auch das Haus der McCallisters ins Visier genommen haben. Kevin beschließt, sein Zuhause selbst zu verteidigen – und verwandelt es mit Einfallsreichtum und zahlreichen Fallen in einen äußerst unangenehmen Ort für ungebetene Gäste.
Kevin – Allein zu Haus | 1999 © Disney+
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Die 5 besten Filme mit Horror-Potential – Weihnachten allein zu Haus
Weihnachten bei den McCallisters: Chaos, Streit und eine viel zu große Familie, die am nächsten Morgen gemeinsam nach Paris fliegen möchte. Im ganzen Durcheinander passiert jedoch ein kleines Missgeschick: Der achtjährige Kevin wird zu Hause vergessen und muss sich plötzlich ganz allein durchschlagen.
An sich schon ein Horrorszenario. Doch als noch zwei Einbrecher auf den Plan treten und Kevin sich durchaus wehrhaft zeigt, offenbart der Film sein wahres Horror-Potential. Denn aus einem verspielten Hindernisparcours voller Fallen kann schnell ein tödliches Spiel werden, wenn man bloß den Familienfilmfilter entfernt.
Eigentlich müssten Harry und Marv längst tot sein
Denn Hand aufs Herz: Würden Kevins Fallen nicht den Gesetzen eines familienfreundlichen Weihnachtsfilms folgen, hätten Harry und Marv vermutlich schon den ersten Film nicht überlebt.
Ein glühend heißer Türknauf, ein Bügeleisen ins Gesicht, ein Nagel durch den Fuß oder Farbeimer, die mit voller Wucht gegen den Schädel schlagen. Eigentlich müssen wir gar keine neuen Fallen erfinden.
Wir müssen nur zeigen, was diese Fallen mit einem menschlichen Körper tatsächlich anrichten würden. Aber lasst uns trotzdem ein wenig unsere sadistische Ader ausleben – und plötzlich befinden wir uns nicht mehr in einer Weihnachtskomödie, sondern mitten in einem Splatterfilm.
Willkommen bei den McCallisters – unsere Version von Kevin – Allein zu Haus

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Die Geschichte könnte beinahe unverändert bleiben. Kevin wird vergessen, Harry und Marv wollen einbrechen und Kevin beschließt, sein Zuhause zu verteidigen.
Anfangs sind die Rollen dabei genauso klar verteilt wie im Original: Harry und Marv sind die Täter, Kevin ist das Kind, das sich gegen zwei erwachsene Einbrecher schützen muss.
Doch mit jeder Falle verschiebt sich dieses Verhältnis ein wenig.
Denn irgendwann geht es Kevin nicht mehr nur darum, die beiden aus dem Haus zu vertreiben. Er beginnt, Gefallen an seinem Spiel zu finden. Vielleicht hätte er längst die Polizei rufen können. Vielleicht könnten Harry und Marv irgendwann sogar fliehen – wenn Kevin ihnen diesen Weg nicht ebenfalls versperrt hätte.
Plötzlich wollen die beiden Männer gar nicht mehr einbrechen.
Sie wollen nur noch raus.
Aus Slapstick wird Splatter
Stilistisch müsste sich dabei erstaunlich wenig verändern. Das Haus bleibt weihnachtlich geschmückt, die Musik verspielt und Kevin weiterhin der verschmitzte Junge, den wir kennen. Gerade dieser Kontrast könnte den schwarzen Humor unserer Version ausmachen.
Denn eigentlich verändern sich nur die Konsequenzen. Die Fallen eskalieren immer weiter. Wo Harry und Marv im Original nach jeder Verletzung wieder aufstehen, bleiben diesmal Verbrennungen, gebrochene Knochen und offene Wunden zurück. Mit jeder neuen Falle wird das Haus mehr zu einem blutigen Parcours und Kevin zunehmend vom Verteidiger zum Jäger.
Die 5 besten Filme mit Horror-Potential – Kevin – Allein zu Haus meets Saw

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Und dann kommt der große Meta-Moment: Der Film endet Jahre später mit einem erwachsenen Kevin. Er sitzt an einem Tisch und zeichnet konzentriert die Pläne für eine komplizierte mechanische Falle.
Denn möglicherweise war dieser Weihnachtsabend nicht nur Kevins erstes Mal allein zu Haus.
Vielleicht war es auch der erste Moment, in dem er dachte:
„Ich möchte ein Spiel spielen!“
— MARTIN
4. Die 5 besten Filme mit Horror-Potential: Jumanji (1995)

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Worum geht’s (bisher) in Jumanji?
Jumanji ist ein US-amerikanischer Fantasy-Abenteuerfilm aus dem Jahr 1995 von Regisseur Joe Johnston, basierend auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Chris Van Allsburg.
Als der junge Alan Parrish (Adam Hann-Byrd) ein geheimnisvolles Brettspiel entdeckt, beginnt er gemeinsam mit seiner Freundin Sarah Whittle (Laura Bell Bundy) eine Partie. Doch Jumanji ist kein gewöhnliches Spiel: Mit jedem Würfelwurf werden die Ereignisse auf dem Spielfeld Wirklichkeit – und Alan wird kurzerhand in das Spiel hineingezogen.
Erst 26 Jahre später entdecken die Geschwister Judy (Kirsten Dunst) und Peter Shepherd (Bradley Pierce) Jumanji und setzen die Partie fort. Dadurch befreien sie den mittlerweile erwachsenen Alan (Robin Williams), entfesseln jedoch gleichzeitig immer neue Gefahren. Gemeinsam mit der erwachsenen Sarah (Bonnie Hunt) müssen sie das Spiel zu Ende bringen, denn nur so lässt sich das Chaos wieder rückgängig machen.
Jumanji | 1995 © Columbia TriStar Films | Disney+ Trailer: © Rotten Tomatoes
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Die 5 besten Filme mit Horror-Potential – Ein Spiel um Leben und Tod
Ein geheimnisvolles Brettspiel, das mit jedem Würfelwurf wilde Tiere, riesige Insekten, fleischfressende Pflanzen und einen bewaffneten Großwildjäger in unsere Welt entlässt?
Eigentlich stellt sich bei Jumanji weniger die Frage, ob daraus ein Horrorfilm werden könnte, sondern warum wir ihn bisher als familienfreundliches Abenteuer wahrgenommen haben.
Denn auch hier müssen wir an der Geschichte erstaunlich wenig verändern. Wir müssen ihre Gefahren lediglich ernst nehmen.
Willkommen im Dschungel – unsere Version von Jumanji

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Ein ausgewachsener Löwe, der durch ein Wohnhaus streift, ist schließlich kein lustiges Abenteuer, sondern ein Raubtier auf der Jagd. Ein Krokodil im überfluteten Haus wird zur waschechten Creature-Feature-Sequenz, riesige Moskitos bringen unbekannte Krankheiten mit sich und fleischfressende Pflanzen ziehen ihre Opfer mit Ranken und Dornen in die Dunkelheit.
Mit jedem Würfelwurf kommt eine neue Gefahr hinzu. Zunächst sind es einzelne Tiere und Pflanzen, doch langsam beginnt Jumanji selbst, unsere Welt zu verschlingen. Wurzeln brechen durch den Boden, Pflanzen überwuchern die Wände und ganze Räume verwandeln sich in feuchte, dunkle Dschungellandschaften.
Das Haus wird Stück für Stück zu Jumanji.
Würfeln oder sterben
Damit wird aus dem Fantasy-Abenteuer ein Creature- und Survival-Horrorfilm. Die Figuren werden gejagt, müssen sich durch eine zunehmend lebensfeindliche Umgebung kämpfen und können trotzdem nicht einfach davonlaufen.
Denn genau darin steckt für mich einer der besten Horror-Gedanken des Originals: Sie müssen weiterspielen.
Jeder neue Würfelwurf könnte die nächste tödliche Katastrophe auslösen. Aber nur wer das Ende erreicht, kann all das wieder rückgängig machen. Die Figuren müssen also genau das tun, wovor sie am meisten Angst haben: immer wieder würfeln und hoffen, dass Jumanji ihnen diesmal eine Chance zum Überleben lässt.
26 Jahre im Albtraum
Und dann wäre da noch Alan. 26 Jahre hat er allein in Jumanji verbracht. In unserer Version kehrt er nicht einfach verwildert zurück, sondern als schwer gezeichneter Überlebender. Er erkennt Tierlaute, reagiert auf jedes Geräusch und weiß, welche Kreaturen im Dschungel lauern.
Vor allem aber hat er panische Angst davor, erneut spielen zu müssen.
Hier könnten wir dem Creature Horror noch eine kleine psychologische Ebene hinzufügen. Denn warum sieht ausgerechnet Van Pelt (im Original gespielt von Jonathan Hyde), der Alan unerbittlich jagt, dessen Vater (ebenfalls Jonathan Hyde) zum Verwechseln ähnlich?
Ist Van Pelt überhaupt ein Mensch? Kennt Jumanji die Ängste seiner Spieler und gibt ihnen eine körperliche Form? Vielleicht stammen manche Dinge, die aus dem Spiel kommen, sogar aus Alans eigener Psyche.
Eine eindeutige Antwort brauchen wir darauf nicht. Viel unheimlicher wäre der Gedanke, dass Jumanji für jeden Spieler einen ganz persönlichen Albtraum erschafft.
Die 5 besten Filme mit Horror-Potential – Die Trommeln verstummen nie

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Auch das Ende könnten wir beinahe unverändert übernehmen. Alan erreicht das letzte Feld, beendet das Spiel und alles, was Jumanji entfesselt hat, wird zurückgerissen. Der Albtraum ist vorbei. Zumindest für Alan und Sarah.
Denn irgendwo wartet das Spiel darauf, erneut gefunden zu werden. Und irgendwann hört jemand wieder diese Trommeln.
So wird aus Jumanji ein Creature- und Survival-Horrorfilm, ohne dass wir seine Grundidee groß verändern müssen. Vielleicht war Jumanji schließlich schon immer ein Horrorfilm. Wir hatten als Kinder nur zu viel Spaß dabei, um es zu bemerken.
— MARTIN
3. Barbie (2023)

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Worum geht’s (bisher) in Barbie?
Greta Gerwigs Filmkomödie Barbie (2023) folgt Stereotyp‑Barbie (Margot Robbie), die in der pastellfarbenen Perfektionswelt des Barbielands lebt – einem Matriarchat, in dem unzählige Barbies verschiedenste Rollen ausfüllen, während die Kens, darunter Ken (Ryan Gosling), eher dekorative Begleiter sind. Als Barbie plötzlich von existenziellen Gedanken und körperlichen Veränderungen heimgesucht wird, gerät ihr Alltag aus dem Gleichgewicht. Auf der Suche nach der Ursache verlässt sie gemeinsam mit Ken das Barbieland und gelangt in die reale Welt.
Dort trifft Barbie auf Sasha (Ariana Greenblatt), eine scharfzüngige Teenagerin, und deren Mutter Gloria (America Ferrera), deren eigene Unsicherheiten und Erwartungen unbewusst Einfluss auf Barbie genommen haben. Während Barbie versucht, ihre Identitätskrise zu verstehen, entdeckt Ken in der realen Welt patriarchale Strukturen – und interpretiert sie als verheißungsvolle Anleitung für ein neues Selbstverständnis.
Barbie | 2023 © Warner Bros
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Die 5 besten Filme mit Horror-Potential – Die bunte Komödie mit tiefen Kellern
Barbie lebt im überaus pinken und schönen Barbieland und führt ein sorgenfreies, geregeltes Leben, in dem sich alle lieb haben und wo niemand dem anderen etwas böse möchte, ausnutzend, oder gar objektivierend denkt und handelt. Doch eines Tages kommen ihr existenzielle Gedanken und durch das Verlassen des Barbielandes, versucht sie Antworten auf diese zu finden. Dabei wird nicht nur sie mit den Unterschieden der vom Patriarchat beherrschten Außenwelt zur Barbiewelt konfrontiert, sondern auch ihr eigentlich guter Freund Ken, der bis dahin noch ihr getreuer, harmloser Begleiter und Bewunderer war. Ken erkennt, dass er durch die Umstände der Außenwelt mehr sein kann, als das, ohne dabei auf Barbie zu achten.
Greta Gerwigs Film ist allerdings auch nur an der Oberfläche eine hübsch ausgestattete Komödie, denn im nicht grade subtilen Subtext steckt schon eine Menge Horror thematischer Natur. Das Patriarchat, die Unterdrückung des weiblichen Geschlechts, Perfektionsdruck, Kapitalismus und Identität.
Exploitation statt Satire
Unangenehmes und entsprechend daraus entstehende Konflikte gibt es also sowieso schon zuhauf in Barbie. Doch statt mit mal mehr, mal weniger subtilen Punchlines und dem damit verbundenen Appell an die männliche Zuschauerschaft, könnte eine solche Story natürlich auch durch explizit visuellen Horror und eine dazugehörige Stimmung erzählt werden. Die grundlegende Geschichte bliebe weitestgehend ähnlich, nur, dass es einen deutlich radikaleren, direkteren Auslöser in Form von sexuellem Missbrauch gäbe. Das ist plump, kann thematisch aber effektiv sein. Wichtig wäre diesen nicht zu zeigen, sondern die Konsequenzen, die innere Welt Barbies und ihre Reaktion gegenüber den Tätern. Ansonsten würde man die Kritik ad absurdum führen und selbst Teil des Problems sein.
Andere Inszenierung, gleiche Audiovisualität
Als Vorbild ließe sich hier Coralie Fargeats Revenge nehmen der den sexuellen Akt ebenfalls nicht zeigt, sondern nur zu verstehen gibt, dass es passiert und dann den Unterschied in seiner Hauptfigur demonstriert. Ebenfalls sollte jeglicher Humor gestrichen werden, denn Humor sorgt in Horrorfilmen für eine leichtere Distanzierung vom Inhalt und dem was man sieht. Wodurch die grauenhaften Erlebnisse von Barbie und damit stellvertretend jeder betroffenen Frau abgeschwächt werden würden. Der Look-and-Feel von Gerwigs Barbie allerdings wäre sogar ein Alleinstellungsmerkmal des Subgenres und er würde durch den Bruch von Thema und Optik noch deutlicher machen wie extrem das alles für jemanden ist.
Wenn das Pink dem Schwarz zum Opfer fällt – Unsere Version von Barbie

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Barbieland wäre in dieser Version eine imaginäre Welt innerhalb eines natürlichen Safehaven wie zum Beispiel dem gut behüteten Elternhaus und Ken der scheinbar nette Nachbarsjunge mit dem Barbie freundschaftlich und fantasievoll in jener aufwächst. Als beide ins Erwachsenenalter kommen und das Nest verlassen wird Barbie von den immensen, absurden und erniedrigenden Ansprüchen der Berufswelt und der Gesellschaft im Allgemeinen an sie als Frau überrumpelt und entmutigt. Ken bietet ihr Fürsorge und Unterstützung, lässt sich aber von seinen Trieben übermannen, als sie ihm für den Rückhalt nicht körperlich bezahlen möchte.
Happy End für niemanden
Als er merkt, dass er die Grenze überschritten und moralisch verwerflich gehandelt hat überkommt ihn die Angst und anstatt sich den rechtlichen Konsequenzen zu stellen, flieht er. Psychisch schutzsuchend in der gesunden Scheinwelt ihrer Kindheit macht Barbie sich nach emotionalen und körperlichen Zusammenbrüchen auf ihn zur Rechenschaft zu ziehen. Enden tut die Geschichte dann in Barbies ehemaligen Kinderzimmer, zwischen Spielzeugen und positiven Erinnerungen die mit Blut und Eingeweiden besudelt nicht mehr wiederzuerkennen sind. Und dann kann Barbie auch den Schutz ihrer kindlichen Fantasiewelt nicht mehr aufrechterhalten und sieht die Welt nur noch in Grau, trist und leer.
— RICK
2. Die 5 besten Filme mit Horror-Potential: Charlie und die Schokoladenfabrik (2005)

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Worum geht’s (bisher) in Charlie und die Schokoladenfabrik?
Charlie und die Schokoladenfabrik ist ein Fantasyfilm aus dem Jahr 2005 von Regisseur Tim Burton und basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Roald Dahl.
Der junge Charlie Bucket (Freddie Highmore) wächst mit seiner Familie in ärmlichen Verhältnissen auf. Direkt vor seiner Haustür befindet sich jedoch die geheimnisvolle Schokoladenfabrik des exzentrischen Willy Wonka (Johnny Depp), die seit Jahren für die Öffentlichkeit verschlossen ist.
Eines Tages versteckt Wonka fünf goldene Tickets in seinen Schokoladentafeln. Die glücklichen Finder dürfen gemeinsam mit einer Begleitperson seine Fabrik besuchen. Neben Charlie gehören dazu der gefräßige Augustus Gloop (Philip Wiegratz), die ehrgeizige Violet Beauregarde (AnnaSophia Robb), die verwöhnte Veruca Salt (Julia Winter) und der fernsehsüchtige Mike Teavee (Jordan Fry).
Doch hinter den Toren der Fabrik erwartet die Kinder nicht nur ein fantastisches Schokoladenparadies. Einer nach dem anderen widersetzt sich Wonkas Warnungen – und muss die Konsequenzen dafür tragen.
Charlie und die Schokoladenfabrik | 2005 © Warner Bros.
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Die 5 besten Filme mit Horror-Potential – Willkommen in Tim Burtons Albtraumfabrik
Eigentlich stellt sich bei Charlie und die Schokoladenfabrik weniger die Frage, wie daraus ein Horrorfilm werden könnte – sondern warum es keiner ist.
Schon Tim Burtons Inszenierung bewegt sich zwischen kunterbuntem Märchen und groteskem Albtraum. Schließlich ist es genau diese Verbindung, die sein Kino immer wieder auszeichnet. Filme wie Sleepy Hollow oder Sweeney Todd zeigen, wie nah bei Burton das Fantastische, Märchenhafte und Makabre beieinanderliegen können.
Und mittendrin steht Johnny Depp als Willy Wonka. Exzentrisch, kindlich, faszinierend und gleichzeitig immer ein wenig unheimlich. Man weiß nie so recht, ob man über ihn lachen, ihm vertrauen oder besser möglichst viel Abstand halten sollte.
Für unseren Horrorfilm haben wir damit eigentlich schon alles, was wir brauchen.
Das ist doch längst Body Horror!
Denn schauen wir uns einmal an, was mit den Kindern tatsächlich passiert.
Augustus wird in ein Rohr gesaugt und durch ein Leitungssystem gepresst. Violet schwillt an, bis ihr gesamter Körper die Form einer gigantischen Blaubeere annimmt. Veruca wird von einer Horde Eichhörnchen überwältigt und in einen Müllschacht gezerrt. Mike wird in seine einzelnen Bestandteile zerlegt, durch einen Fernseher transportiert und anschließend in Miniaturgröße wieder zusammengesetzt.
Das ist kein Stoff, aus dem wir Body Horror machen müssen.
Das ist Body Horror.
Bislang schützt uns lediglich die Märchenlogik davor, die Konsequenzen wirklich ernst zu nehmen. Genau diesen Schutz nehmen wir weg.
Und damit begehen wir gleichzeitig einen der größten Tabubrüche des Horrorkinos: Unsere Opfer sind Kinder.
Willkommen in der Fabrik – unsere Version von Charlie und die Schokoladenfabrik

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Auch hier behalten wir die Geschichte zunächst beinahe vollständig bei. Fünf Kinder betreten Wonkas Fabrik. Einer nach dem anderen verschwindet.
Nur diesmal sind ihre Schicksale keine grotesken Lektionen, nach denen sie irgendwie wieder nach Hause geschickt werden. Denn die Unfälle sind überhaupt keine Unfälle. Die Fabrik braucht diese Kinder. Und vielleicht ist das sogar wörtlicher gemeint, als wir zunächst glauben.
Was, wenn Wonkas Fabrik keine gewöhnliche Fabrik ist, sondern ein gewaltiger Organismus?
Die Rohre verlaufen wie Adern durch das Gebäude. Maschinen pulsieren in einem gleichmäßigen Rhythmus. Türen öffnen sich scheinbar von selbst und Räume verändern sich, als würde die Fabrik auf ihre Besucher reagieren. Je tiefer die Kinder in sie eindringen, desto weniger fühlt es sich an, als würden sie durch ein Gebäude laufen.
Es wirkt, als wären sie in etwas hineingegangen. Wonka selbst scheint mit diesem Organismus verbunden zu sein. Vielleicht kontrolliert er die Fabrik gar nicht vollständig. Vielleicht hält er sie lediglich am Leben – und sie ihn.
Die Oompa Loompas wären dann weniger ihre Erbauer als ihre Pfleger – vielleicht sogar Kreationen der Fabrik selbst. Sie sorgen dafür, dass alles weiterläuft, dass die Fabrik bekommt, was sie benötigt, und dass nichts verschwendet wird.
Fünf Kinder, vier Opfer
Damit können wir auch die Gesellschaftskritik des Originals beibehalten. Augustus steht für Maßlosigkeit, Veruca für Konsum und Anspruchsdenken, Violet für krankhaften Ehrgeiz und Mike für die Abstumpfung durch Medien. Wonka hält ihnen weiterhin den Spiegel vor.
Nur nimmt er sich diesmal tatsächlich das Recht heraus, darüber zu entscheiden, wer für seine Fehler bezahlen muss.
Oder entscheidet vielleicht gar nicht Wonka?
Die jeweiligen Räume wirken schließlich beinahe perfekt auf ihre Opfer zugeschnitten. Und hier dürfen wir unserer Body-Horror-Fantasie endgültig freien Lauf lassen.
Augustus wird vom Schokoladenstrom verschluckt und in eines der viel zu engen Rohre gesaugt. Statt einfach darin stecken zu bleiben, sehen wir, wie sich sein Körper unter dem gewaltigen Druck langsam verformt, während ihn die Fabrik immer tiefer in ihr Leitungssystem zieht.
Body-Horror mit Kindern – mehr als ein bloßer Tabubruch
Bei Violet wird aus der lustigen Verwandlung endgültig grotesker Body Horror. Ihre Haut verfärbt sich, ihr Körper schwillt immer weiter an und ihre menschlichen Proportionen verschwinden, bis kaum noch etwas an das Mädchen erinnert, das wenige Augenblicke zuvor vor Wonka stand.
Veruca bekommt es dagegen mit den Eichhörnchen zu tun. Erst untersuchen sie das Mädchen beinahe chirurgisch, bevor sie zu ihrem Urteil kommen: schlechte Nuss. Dann stürzt sich die gesamte Horde auf sie und zerrt sie in die dunklen Tiefen der Fabrik.
Und Mike? Der wird tatsächlich in seine Einzelteile zerlegt. Für einen kurzen Moment sehen wir vielleicht nur noch eine groteske Ansammlung aus Molekülen, Organen und Körperteilen, bevor die Maschine versucht, daraus wieder einen Menschen zusammenzusetzen. Nur ist das Ergebnis erschreckend klein – und vielleicht nicht mehr ganz richtig zusammengesetzt.
Vier unterschiedliche Spielarten des Horrors – und jedes Mal scheint die Fabrik ganz genau zu wissen, wie sie ihre Opfer bestrafen muss.
Und danach treten die Oompa Loompas auf und singen ihr Lied. Nicht weil sie spontan eine passende Moral daraus ableiten. Sondern weil sie dieses Lied schon kennen.
Vielleicht haben sie es bereits dutzende Male gesungen. Die Namen der Kinder ändern sich, ihre Fehler vielleicht auch. Doch die Rollen bleiben dieselben.
Und die Fabrik weiß längst, was als Nächstes passiert.
Die 5 besten Filme mit Horror-Potential – Der ewige Kreislauf

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Damit kommen wir zum eigentlichen Geheimnis der Fabrik. Fünf Kinder betreten sie. Vier davon braucht die Fabrik. Eines braucht sie als neuen Wonka.
Charlie gewinnt tatsächlich. Doch Wonka sucht keinen Erben für sein Unternehmen. Er sucht seinen Nachfolger als Teil eines Organismus, der schon viel länger existiert als jeder seiner Besitzer.
Vielleicht entdeckt Charlie alte Fotografien. Immer fünf Kinder, immer ein Wonka. Immer vier, die anschließend niemals wieder jemand gesehen hat. Und plötzlich stellt sich sogar die Frage, ob Willy Wonka überhaupt ein Name ist. Vielleicht ist es eine Funktion. Eine Rolle, die immer wieder neu besetzt werden muss.
Wonka kann die Fabrik deshalb nicht einfach verlassen. Er ist schon längst ein Teil von ihr. Und nun ist Charlie an der Reihe.
Jahre später sehen wir einen erwachsenen Charlie durch dieselben Gänge gehen. Er bewegt sich inzwischen sogar schon genauso eigenartig wie sein Vorgänger. Die Fabrik pulsiert weiter, die Oompa Loompas arbeiten und irgendwo auf der Welt öffnen fünf neue Kinder eine Tafel Schokolade und finden darin goldene Tickets.
Denn die Fabrik hat wieder Hunger. Und in Willy Wonkas Schokoladenfabrik wird nichts verschwendet.
— MARTIN
1. Die 5 besten Filme mit Horror-Potential: Dirty Dancing (1987)

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Worum geht’s (bisher) in Dirty Dancing?
Dirty Dancing ist ein US-amerikanischer Tanz- und Liebesfilm aus dem Jahr 1987 von Regisseur Emile Ardolino nach einem Drehbuch von Eleanor Bergstein.
Im Sommer 1963 verbringt die 17-jährige Frances „Baby“ Houseman (Jennifer Grey) gemeinsam mit ihren Eltern Jake (Jerry Orbach) und Marjorie (Kelly Bishop) sowie ihrer Schwester Lisa (Jane Brucker) den Familienurlaub im Ferienresort Kellerman’s.
Dort lernt Baby den Tanzlehrer Johnny Castle (Patrick Swayze) und dessen Tanzpartnerin Penny Johnson (Cynthia Rhodes) kennen. Als Penny aufgrund einer ungewollten Schwangerschaft bei einem wichtigen Auftritt ausfällt, springt Baby für sie ein und beginnt gemeinsam mit Johnny zu trainieren.
Dabei kommen sich die beiden immer näher. Doch die Beziehung zwischen der wohlbehüteten Arzttochter und dem aus einfachen Verhältnissen stammenden Tanzlehrer stößt insbesondere bei Babys Vater auf Ablehnung. Baby beginnt zunehmend, sich gegen die Erwartungen ihrer Familie aufzulehnen und selbst darüber zu entscheiden, wie sie ihr Leben führen möchte.
Dirty Dancing | 1987 © Disney+, Trailer: © LEONINE Studios
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Die 5 besten Filme mit Horror-Potential – Vom Ferienflirt zum Kultfilm
Dirty Dancing als Horrorfilm? Nach unseren bisherigen Kreationen dürfte unser letzter Film zunächst wohl am wenigsten nach Horror klingen.
Denn während sich bei unseren bisherigen Filmen das Grauen bereits irgendwo hinter der Fassade eines Familienfilms versteckte, erzählt Dirty Dancing zunächst tatsächlich einfach von einem Sommerurlaub, einer großen Liebe und dem Erwachsenwerden.
Im Kern geht s um Emanzipation und Selbstbestimmung. Baby entdeckt ihre Sexualität, wiedersetzt sich den konservativen Vorstellungen ihres Vaters und entscheidet zunehmend selbst, welches Leben sie führen möchte.
Doch genau deshalb ist Dirty Dancing vielleicht unser faszinierendstes Experiment.
Denn was wäre, wenn wir nur ein paar Details verändern – und Babys vermeintliche Befreiung plötzlich aus einer völlig anderen Perspektive betrachten?
Wenn Emanzipation plötzlich unheimlich wird
Schon Kellerman’s bietet dafür den perfekten Schauplatz: ein abgeschiedenes Ferienresort für wohlhabende Familien, umgeben von Wald und weit entfernt von der Außenwelt. Tagsüber herrschen Sonnenschein, Tanzkurse und gepflegte Unterhaltung. Doch sobald die Gäste schlafen gehen, beginnt im hinteren Teil der Anlage ein vollkommen anderes Leben.
Baby entdeckt es eines Nachts. Verschwitzte Körper bewegen sich dicht an dicht. Immer wieder dieselben Schritte, dieselben Berührugen, ekstatische Bewegungen. Was im Original aufregend, verboten und erotisch wirkt, bekommt mit einer anderen Inszenierung plötzlich etwas Ritualistisches.
In der Menge an Körpern, Schweiß und Hitze dreht sich Johnny zu ihr um und lächelt. Er bittet sie hinein. Und Baby gerät in einen Strudel der Versuchung, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint.
Willkommen im Kellerman’s – unsere Version von Dirty Dancing

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Bei unserem Dirty Dancing dient Kellerman’s seit Generationen als Ritualort einer sektenartigen Gemeinschaft, deren Zeremonien durch Tanz vollzogen werden.
Die Familie Kellerman weiß davon und duldet sie. Max Kellerman betrachtet die Sache pragmatisch. Die Vereinbarung funktioniert, das Resort floriert und jeden Sommer kommen neune zahlungskräftige Gäste. Was die Angestellten nach Feierabend treiben, interessiert ihn nicht, solange der Betrieb läuft.
Kapitalistischer Pragmatismus schlägt Gewissen.
Doch je länger Baby im Resort bleibt, desto mehr kleine Merkwürdigkeiten fallen ihr auf. Alte Fotografien zeigen dieselben Tänze bereits Jahrzehnte zuvor. Bestimmte Symbole tauchen überall auf. Ehemalige Angestellte werden erwähnt, aber niemand scheint zu wissen, was aus ihnen geworden ist. Und immer wieder hört Baby nachts Musik aus Räumen, die am nächsten Morgen vollkommen verlassen wirken.
Und Johnny?
Der bleibt genau jener charismatische Mann, in den sich Baby verlieben kann. Wir machen aus ihm keinen finsteren Sektenführer, der plötzlich mit Kapuze und Opferdolch durchs Resort schleicht. Johnny schenkt Baby tatsächlich etwas. Er gibt ihr Selbstvertrauen, zeigt ihr eine Welt jenseits der Erwartungen ihrer Familie und lässt sie erstmals wirklich spüren, dass ihr Körper und ihr Leben ihr selbst gehören.
Nur führt er sie mit jedem Tanzschritt gleichzeitig tiefer in seine Gemeinschaft. Johnny muss Baby nicht zwingen. Er muss sie nur davon überzeugen, dass sie sich selbst für ihn entscheidet.
Penny und die Wahrheit hinter Kellerman’s
Erst Penny lässt die Fassade endgültig bröckeln. Auch sie gehört zur Gemeinschaft. Doch als sie schwanger wird, soll ihr ungeborenes Kind ebenfalls innerhalb dieser Welt aufwachsen. Penny kennt die Rituale, sie kennt die Regeln – und sie will raus.
Vielleicht ist sie auch die Erste, die Baby vor Johnny warnt. Nicht weil er ihr etwas antun würde. Sondern weil Penny weiß, wie gut er darin ist, Menschen an sich zu binden.
Dr. Houseman hilft Penny und erkennt dadurch, was tatsächlich im Kellerman’s geschieht. Als er ihre Schwangerschaft behandelt, entdeckt er Spuren von Ritualen – Verletzungen, Narben, Symbole.
Das erlaubt uns gleichzeitig, wunderbar mit der Wahrnehmung des Originals zu spielen. Babys Vater hat Johnny zunächst aus falschen Gründen abgelehnt. Er hält ihn nicht gut genug für seine Tochter und wirkt wie der klassische überfürsorgliche Vater.
Doch irgendwann begreift er die tatsächliche Gefahr. Jetzt versucht er nicht mehr, Baby vor einer unpassenden Beziehung zu bewahren. Er versucht ihr Leben zu retten. Nur hat Baby längst gelernt, seine Warnungen als Bevormundung zu verstehen.
Auch Neil Kellerman warnt sie vor Johnny, doch seine Eifersucht und sein Besitzdenken machen ihn alles andere als glaubwürdig. Baby – und mit ihr auch das Publikum – will, dass Johnny recht hat.
Zwischen Midsommar, Suspiria und The Wicker Man
Und damit wird aus Dirty Dancing ein Folk- und Cult-Horrorfilm irgendwo zwischen The Wicker Man, Suspiria und Midsommar. Das zentrale Stilmittel bleibt der Tanz. Denn der Tanz selbst ist das Ritual.
Mit der Zeit verändern sich deshalb auch die Tanzszenen. Die Kamera bleibt länger auf Händen liegen, die sich um Baby Körper schließen. Mit der Zeit verändern sich deshalb auch die Tanzszenen. Die Kamera bleibt länger auf Händen liegen, die sich um Babys Körper schließen. Schritte werden immer wieder wiederholt. Die Musik wird monotoner, Atemgeräusche treten in den Vordergrund und Bewegungen, die zunächst sinnlich wirkten, erscheinen plötzlich beinahe mechanisch. Aus prickelnder Erotik wird manische Ekstase.
Baby lernt immer neue Figuren, doch erkennt ihre Bedeutung nicht. Was Johnny ihr während des Sommers beibringt, ist gleichzeitig die Vorbereitung auf eine Zeremonie, deren tatsächlichen Zweck sie noch gar nicht versteht.
Vielleicht erkennen wir rückblickend sogar, dass jede Tanzstunde Teil ihrer Initiation war.
Ob die Gemeinschaft dabei tatsächlich irgendeine übernatürliche Macht verehrt oder ihre Rituale überhaupt eine Wirkung besitzen, bleibt bewusst offen. Vielleicht erzählt Johnny von alten Traditionen, vielleicht gibt es Geschichten über vergangene Opfer und vielleicht geschehen Dinge, die sich nicht vollständig erklären lassen. Aber wir bekommen niemals eine eindeutige Antwort. Keine Monster und Dämonen. Keine sichtbare Magie. Nur Menschen, die fest daran glauben, dass am Ende des Sommers jemand tanzen muss.
Die 5 besten Filme mit Horror-Potential – Mein Baby gehört zu mir!

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Und dann erreichen wir das Finale. Johnny kehrt zurück. Dr. Houseman versucht ein letztes Mal, seine Tochter von ihm fernzuhalten. Doch Baby entscheidet selbst. Gegen ihren Vater und für Johnny. Für die versprochene Freiheit und genau damit besiegelt sie ihr Schicksal.
Die Musik beginnt, doch diesmal kennen wir die Melodie bereits. Es ist dieselbe, die Baby nachts immer wieder aus der Ferne gehört hat. Die Gemeinschaft erhebt sich. Die Türen des Saales schließen sich. Baby steht in der Mitte und beginnt zu tanzen. Es beginnt harmlos, doch nach und nach erkennen wir die Bewegungen wieder. Jede einzelne Figur hat Johnny mit ihr trainiert. Die anderen Tänzer bilden einen Kreis und wiederholen ihre Bewegungen.
Und jetzt begreift Baby, was geschieht. Aber sie läuft nicht davon. Johnny hat ihr beigebracht, dass dies ihre Entscheidung ist. Also läuft sie auf ihn zu, sie springt, Johnny hebt sie über die Köpfe der Gemeinschaft. Die ikonische Hebefigur bleibt – nur diesmal ist sie kein Triumph. Sie ist die letzte Position des Rituals. Was mit Baby geschieht – dies bleibt im Unklaren.
Ein Schnitt und das Idyll des Kellerman’s beginnt wieder. Denn niemand hat Baby in die Ecke gestellt. Sie ist ganz freiwillig in die Mitte des Kreies getreten.
— MARTIN
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- E-Mail Für Dich (1998)
- Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück (2001)
- Only God Forgives (2013)
- In die Sonne schauen (2025)
- Der Zauberer von Oz (1939)
- Blues Brothers (1980)
- Arielle, die Meerjungfrau (1989)
- Fifty Shades of Grey (2015)
- All Beauty Must Die (2010)
- Das Drama (2026)
- Miroirs No. 3 (2025)
- Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt (2010)
- Clueless – Was sonst! (1995)
- Aladdin (1992)
- Der Astronaut (2026)
- Die My Love (2025)
- The Banshees of Inisherin (2022)
Die 5 besten Filme mit Horror-Potential – Unser Fazit
Und damit sind wir am Ende unseres kleinen Ausflugs in eine etwas andere Welt des Horrors angekommen.
Dabei hat sich vor allem eines gezeigt: Manchmal braucht es erstaunlich wenig, um aus einem bekannten Film einen Horrorfilm zu machen. Ein paar realistische Konsequenzen, eine andere Perspektive oder eine kleine Veränderung der Geschichte können aus einer Familienkomödie plötzlich einen Splatterfilm, aus einem Fantasy-Abenteuer einen Überlebenskampf und aus einer romantischen Liebesgeschichte einen verstörenden Sektenhorror machen.
Denn Horror steckt manchmal genau dort, wo wir ihn überhaupt nicht vermuten.
Und vielleicht blickt ihr beim nächsten Filmabend nun ebenfalls etwas genauer hin.
Vielleicht ist die romantische Komödie auf dem Bildschirm eigentlich nur eine andere Inszenierung davon entfernt, zum Psychothriller zu werden. Vielleicht würde der liebenswerte Held aus einer anderen Perspektive einen hervorragenden Bösewicht abgeben. Oder vielleicht versteckt sich hinter dem nächsten harmlosen Familienfilm bereits der perfekte Horrorfilm.
Man muss nur die Fassade ein wenig zum Bröckeln bringen.
In diesem Sinne: Schaut genau hin – und sagt uns unbedingt:
Welchen Film würdet ihr gerne einmal als Horrorfilm sehen?
Über die Autoren
MARTIN
Redakteur
Filmenthusiast, Mainstream-Verfechter & begeisterter Entdecker
Als Kind der 90er und frühen 2000´er entwickelte ich schon früh eine Liebe für das Medium Film. Waren es Anfangs noch die Disney-Klassiker, wie mein erster Kinobesuch „Herkules“, trat schon bald Harry Potter in mein Leben und prägte meine filmische Jugend. Später kamen Franchises wie Star Wars oder das MCU, bevor mich „Interstellar“ dazu brachte, meinen filmischen Horizont mehr und mehr erweitern zu wollen, wodurch ich inzwischen so gut wie alle Arten von Filmen liebe.
Meine Faszination für fremde Welten weckte auch die Leidenschaft des Geschichten schreiben in mir, die inzwischen jedoch mehr in das Schreiben über Filme überging.
Filme sind für mich Unterhaltung, Emotionen, Leidenschaft und eine Flucht vor dem Alltag in fremde Welten.

»Der Punkt ist nicht der, wie hart einer zuschlagen kann. Es zählt bloß, wie viele Schläge er einstecken kann und ob er trotzdem weitermacht.«
– Rocky in Rocky Balboa –
⁙⁙⁙
Meine Lieblingsfilme sind:
Interstellar, Harry Potter, Die 12 Geschworenen, The Wrestler und Alien
※※※
RICK
Redakteur
Ich bin Rick und seit ich mit sieben Jahren „Jurassic Park“ gesehen habe, fasziniert von Filmen. Videospiele, Serien und Bücher füllen den Rest meiner Freizeit auf, wenn ich nicht grade am schreiben von Kurzgeschichten sitze.
Außerdem schreibe ich zu so gut wie jedem gesehenen Film eine Review auf dem Film Social Media Letterboxd.
Meine Lieblingsfilme sind:
Jurassic Park, Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt, Poor Things, Scream – Schrei!, Drachen zähmen leicht gemacht, Dune Part Two und The Lighthouse – Der Leuchtturm
Am liebsten schaue ich mir Filme von und mit Guillermo del Toro, Robert Eggers, Anya Taylor Joy und Denis Villeneuve an.

»Life, uh, finds a way«
– Jurassic Park –
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Created by Gorana Guiboud | Header Elements: Die 5 besten Filme mit Horror-Potential – Passion of Arts Design | Jumanji | 1995 © Columbia TriStar Films | Disney+
9 Kommentare
Uff, das war vielleicht eine schwere Geburt. Ständig war da noch ein Schreibfehler und noch eine Dopplung, die ich weghaben wollte – aber jetzt passt es:
https://blaupause7.wordpress.com/2026/10/15/die-5-besten-am-donnerstag-filme-mit-horror-potenzial/
Sehr schöne Aufgabe!
1. The Green Mile – John Coffey kehrt von den Toten zurück und zeigt gravierende Wesensveränderungen. Auf grausame Weise nimmt er an all jenen Rache, die ihm Unrecht getan haben.
2. Der Rausch – Die Lehrer gehen bei ihrem Experiment zu weit und richten im Suff ein furchtbares Massaker an ihrer Schule an.
3. Erin Brockovich – Das verseuchte Wasser verwandelt Menschen in gefährliche Amphibienmutanten. Erin Brockovich nimmt den Kampf auf…
4. James Bond – Sämtliche Frauen, die von James im Verlauf der Reihe misshandelt, vergewaltigt und ausgenutzt wurden, wenden sich nun gegen ihn…
5. The Prestige – Teslas Klon-Experimente als schaurige „Frankenstein“- Variation
Bei Erin Brockovich gehe ich glatt mit – und die Idee, dass sich alle weiblichen Bond-Opfer rächen, findet meinen absoluten Gefallen.
Sehr schön gewählt, das war eine witzige Ausgabe. Bin in eine ganz ähnliche Richtung gegangen, auch wenn sich bei uns keine Filme doppeln:
https://moviescape.blog/2026/10/15/die-5-besten-filme-mit-horror-potenzial/
Schöne Auswahl, gerade DIRTY DANCING finde ich in dem Zusammenhang interessant. CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK halte ich eh für einen verkappten Horrorfilm.
Ich selbst hatte zuerst auch daran gedacht, Filme rauszusuchen, die durch kleine Weichenstellungen quasi ins Gegenteil verkehrt würden (wie ja bei KEVIN – ALLEIN ZU HAUS), aber da hätte ich keine fünf Beispiele griffbereit im Regal. Also habe ich nur Filme gewählt, die nur einen kleinen Schubser bräuchten, um in Horrorgefilden zu landen:
https://thehomeofhorn.wordpress.com/2026/10/15/meine-fuenf-besten-filme-mit-horror-potenzial/
Wunderbar kreatives Thema mit zahllosen Möglichkeiten!
Hier sind eine 5: https://filmlichtung.wordpress.com/2026/10/15/die-5-besten-am-donnerstag-die-5-besten-filme-mit-horror-potential/
Am faszinierendsten fand ich ja hier Dirty Dancing und hatte bei den Worten „Kellerman’s Resort“ eine Variante erhofft, die in Richtung „Shining Meeting Midsomar“ geht.
@blaupause7 oh, ja das wäre auch eine spannende Idee gewesen, aus der man einen guten Horrorfilm hätte machen können.
Hast du sonst auch noch Ideen für solche Horror-Varianten?
Ja, aber den Artikel habe ich noch nicht fertig. Kommt noch. – ist jetzt da.