Woran glauben wir? Stimmt es, dass man die Welt verändern kann, wenn man sich selbst verändert? Welche Überzeugungen und Werte lassen uns in einen Vulkan springen, wenn wir die freie Entscheidung haben? Romain Gavras setzt sich in seinem neuen Werk Sacrifice mit diesen Fragen auseinander. In seinem satirischen Action-Abenteuer wollen die Protagonist:innen die Welt verändern. Jede Person auf ihre eigene Weise. Sei es aus demonstrativer Tugendhaftigkeit, aus tiefen, radikalen, erleuchteten Gründen oder um einen persönlichen Vorteil daraus zu ziehen.
Aber was geschieht, wenn radikaler Idealismus auf Wirklichkeit und Eitelkeit trifft? Kann diese Mischung die Welt verändern oder schlägt sie ein neues, klaffendes Loch, um uns weiter in den Abgrund zu ziehen? Sacrifice ist letztendlich ein Film über Glauben. Ihn zu suchen, vorzutäuschen und wie es sich anfühlt keinen zu haben oder zu viel davon. Am Ende steht man vor einer Entscheidung, so wie Romain Gavras und Autor Will Arbery vor der Entscheidung standen, einen Film zu machen, der ambitioniert und einzigartig ist. Zu dem es keine Vorlage gibt.
Romain Gavras beschrieb sein Empfinden zum Kino als einen Versuch, einer Welt, die er nicht verstehe, Bedeutung abzuringen. Oftmals ist alles Absurde, Schöne, Kleinliche und Gewalttätige in eine Welt gefasst. Und doch ist das Bild voller Anmut. Mit Sacrifice möchte er, dass das Publikum dieses Chaos und Staunen ebenso empfindet. Es fühle sich mehr denn je an, als würden wir alle am Rand eines Vulkanes tanzen und Sacrifice ist eine Einladung mit dem Tanzen aufzuhören und zu springen.
Ob Sacrifice uns tatsächlich zum Sprung ins Ungewisse verleitet oder uns am Ende doch lieber am sicheren Rand zurücklässt, zeigt sich in den folgenden Zeilen.
Ein Beitrag von: Riley Dieu Armstark
Wovon handelt das satirischen Action-Abenteuer Sacrifice?
Sacrifice ist eine satirische Action-Abenteuerkomödie von Romain Gavras, die Elemente der griechischen Mythologie aufgreift. In den Hauptrollen sind Anya Taylor-Joy, Chris Evans, Salma Hayek Pinault und Vincent Cassel zu sehen. Der Film spielt in der Welt der Reichen und Schönen, deren glamouröses Leben während einer Wohltätigkeitsgala durch das Eindringen einer Gruppe gewalttätiger Radikaler aus den Fugen gerät. Seine Weltpremiere feierte Sacrifice im September 2025 beim Toronto International Film Festival, wo er in der Sektion Special Presentations gezeigt wurde.
Bei einer exklusiven Wohltätigkeitsveranstaltung versammelt sich die wohlhabende Gesellschaft, als eine radikale Gruppe die Feier stürmt. Angeführt von Joan (Anya Taylor-Joy) suchen die Eindringlinge nach einem Artefakt, das für die Erfüllung einer mystischen Prophezeiung benötigt wird. Diese verlangt, dass noch am selben Abend drei Menschen geopfert werden. Unter den Anwesenden befindet sich auch der Filmstar Mike Tyler (Chris Evans), der in die bedrohlichen Ereignisse hineingezogen wird.
Auf dem Regiestuhl: Romain Gavras
Die Regie bei Sacrifice führte der französische Filmemacher Romain Gavras, der gemeinsam mit Will Arbery auch das Drehbuch verfasste. Mit dem Film gab Gavras sein englischsprachiges Debüt. Sacrifice ist sein vierter Spielfilm nach Notre jour viendra aus dem Jahr 2010, Die Welt gehört dir aus dem Jahr 2018 und Athena aus dem Jahr 2022. Die ursprüngliche Idee für den Film entwickelte Gavras nach dem Besuch verschiedener Veranstaltungen, bei denen er sich vorstellte, dass etwas Schreckliches geschehen könnte.
Diese Vorstellung bildete einen Ausgangspunkt für die Geschichte, in der eine festliche Zusammenkunft der gesellschaftlichen Elite plötzlich von Gewalt und einer mystischen Bedrohung überschattet wird. Darüber hinaus ließ sich der Regisseur von Elementen der griechischen Mythologie inspirieren, die in die Handlung und die Prophezeiung des Films einfließen.
Sacrifice schreit aus allen Poren Satire!
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Sacrifice ist mein erster Berührungspunkt mit Regisseur Romain Gavras und der Film hat sofort einen Nerv bei mir getroffen. Satire, mit der ich lange wenig anfangen konnte, hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend zu einem meiner favorisierten Genres entwickelt. Und jede Einstellung, jede Szene aus Sacrifice scheint förmlich aus allen Poren herauszuschreien, dass dieser Film genau hier seine Stärken entfaltet.
Die ersten Reaktionen auf den Trailer fielen in der Community gemischt aus. Sätze wie „Was wird das denn?“ waren zu lesen. Das fragte ich mich ebenfalls, denn wie so oft bin ich völlig unvoreingenommen an den Film herangetreten. Ich hatte weder den Trailer gesehen noch mich näher mit der Handlung beschäftigt. Lediglich die Besetzung mit Chris Evans weckte mein Interesse. Spätestens nach der Veröffentlichung des Musikstücks „Storm“ von Yung Lean war ich gespannt darauf, was mich bei Sacrifice erwarten würde.
Wiedersprüche verpackt in einer visuellen Offenbarung
Was folgte, war eine visuelle Offenbarung. Der Steinbruch, in dem die glamouröse Wohltätigkeitsgala stattfindet, ist von einer geradezu absurden Erhabenheit. Die karge, imposante Landschaft bildet einen faszinierenden Kontrast zur wohlhabenden Gesellschaft, die sich dort versammelt hat, um die Welt zu retten. Genau hier entfaltet sich die eigentliche Stärke des Films. Romain Gavras und Will Arbery halten ihren Figuren einen Spiegel vor, in dem sich die Widersprüche ihrer eigenen Überzeugungen offenbaren.
Man veranstaltet eine Gala zum Schutz der Umwelt, während Champagner und Kaviar vermutlich ebenso selbstverständlich dazugehören wie die exklusive Gesellschaft selbst. Man möchte die Welt zu einem besseren Ort machen. Möchte jedoch dabei nicht auf die Annehmlichkeiten des eigenen Lebensstils verzichten müssen. Und wenn die Veranstaltung vorbei ist, geht es für manche womöglich mit dem Privatjet zurück nach Hause. Der Widerspruch könnte kaum größer sein.
Heuchelei hinter großen Idealen
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Besonders pointiert bringt der Film diese Doppelmoral bereits zu Beginn auf den Punkt. Filmstar Mike Tyler, gespielt von Chris Evans, lässt sich zunächst in einer Limousine chauffieren. Kurz vor dem Ziel steigt er allerdings aus und weist seinen Agenten zurecht, dass er unmöglich mit einer solchen Benzinschleuder bei einer Umweltveranstaltung vorfahren könne. Die letzten Meter legt er lieber zu Fuß zurück. Schließlich möchte man Haltung zeigen. Dass diese Geste reichlich grotesk wirkt, versteht sich beinahe von selbst. Mike möchte als jemand wahrgenommen werden, der sich für Veränderung einsetzt. Doch wie viel davon ist tatsächliche Überzeugung und wie viel davon bloße Inszenierung?
Die Satire beschränkt sich allerdings nicht auf solche offensichtlichen Widersprüche. Sie geht noch viel tiefer. Auch andere Figuren rechtfertigen ihre Vorhaben mit dem vermeintlich höheren Wohl der Welt. Vincent Cassels Figur, der Milliardär Ben Bracken, verfolgt beispielsweise ein Projekt im Meer. Dieses steht im Namen des Fortschritts beziehungsweise des Umweltschutzes, zerstört dabei aber wichtigen Lebensraum. Hier etabliert sich die Idee, etwas Gutes bewirken zu wollen. Diese steht jedoch in einem bemerkenswerten Widerspruch zu den Konsequenzen des eigenen Handelns.
Was als Beitrag zu einer besseren Zukunft präsentiert wird, kann für andere Lebewesen genau das Gegenteil bedeuten. Für mich gehört diese Ambivalenz zu den treffendsten Beobachtungen des Films. Denn damit kristallisiert Gavras heraus, wie selten Menschen über den eigenen Tellerrand denken. Wie oft erklären wir etwas zur notwendigen Maßnahme für das große Ganze, ohne ausreichend zu hinterfragen, was wir dafür aufs Spiel setzen?
Wenn Idealismus zum Absolutheitsanspruch wird
Allerding macht sich Sacrifice nicht einfach nur über wohlhabende Menschen lustig, die ihre Privilegien genießen. Der Film legt vielmehr offen, wie leicht sich moralische Überzeugungen mit dem eigenen Ego vereinbaren lassen. Solange man selbst möglichst wenig dafür aufgeben muss. Dabei bleibt es nicht bei einer Kritik an demonstrativer Tugendhaftigkeit. Auch die Vorstellung, mit radikalen Überzeugungen allein ließe sich eine bessere Welt erschaffen, wird auf die Probe gestellt. Denn was geschieht, wenn der Wunsch nach Veränderung jede Rücksicht verdrängt und aus Idealismus ein Absolutheitsanspruch wird?
Diese Frage verkörpert Joan (Anya Taylor-Joy), die überzeugt ist, durch ein Opfer das Gleichgewicht der Welt wiederherstellen zu können. Ihr Glaube ist radikal und lässt kaum Raum für Zweifel. Was aus ihrer Sicht einer höheren Ordnung dienen soll, fordert einen Preis, den jedoch andere bezahlen müssen. Darin liegt für mich eine weitere, starke Ebene der Satire. Der Wunsch, die Welt zu retten, wird gefährlich, wenn die eigene Überzeugung wichtiger wird als die Menschen, die von ihr betroffen sind. Joan glaubt an eine Lösung, doch der Film lässt uns zugleich hinterfragen, ob ein vermeintlich höheres Ziel tatsächlich jedes Mittel rechtfertigen kann.
Sacrifice verpackt unangenehme Fragen in ein unterhaltsames Gewand
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Gerade darin liegt für mich die Stärke der Satire. Sie verpackt unangenehme Fragen in ein ebenso unterhaltsames wie visuell überwältigendes Gewand. Der Film lädt dazu ein, über die Figuren zu lachen, ohne dass wir uns allzu bequem zurücklehnen können. Denn wie leicht ist es, mit dem Finger auf andere zu zeigen, wenn wir doch selbst bequem im Sessel sitzen. Schließlich stellt sich unweigerlich die Frage, wie konsequent wir selbst nach unseren Überzeugungen leben. Wie viel sind uns unsere Werte wert, wenn sie tatsächlich etwas von uns verlangen?
Mike Tyler wiederum steht für eine andere Form des Glaubens an Veränderung. Als Filmstar möchte er mit seinen Werken etwas bewegen. Doch wie ernst ist dieser Anspruch gemeint, solange auch sein eigenes Image und die Sehnsucht nach Anerkennung eine Rolle spielen? Im Verlauf der Ereignisse wird er zunehmend mit den Widersprüchen seiner Welt und seinem eigenen Selbstbild konfrontiert. Dabei stellt sich die Frage, ob es genügt, für etwas einzustehen, solange es dem eigenen Ansehen nützt. Oder ob Überzeugungen erst dann Bedeutung gewinnen, wenn sie Konsequenzen haben.
»In einen Vulkan zu springen ist das, was wir tun,
– Romain Gavras
wenn wir uns entscheiden, uns in jemanden zu verlieben,
oder wenn wir beschließen, für etwas einzustehen.«
Sacrifice stellt große Fragen & ist mehr als nur eine bissige Satire
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Auch abseits seiner gesellschaftlichen Beobachtungen überzeugt Sacrifice durch seine audiovisuelle Gestaltung. Die Musik verleiht dem Geschehen eine zusätzliche Intensität und trägt wesentlich zur eigenwilligen Atmosphäre bei. Das Ensemble fügt sich überzeugend in diese Welt aus Glamour, Selbstüberschätzung und zunehmender Bedrohung ein. Besonders Chris Evans versteht es, die Widersprüchlichkeit seiner Figur herauszuarbeiten. Vincent Cassel und Salma Hayek Pinault ergänzen das Ensemble ebenfalls hervorragend, während Anya Taylor-Joy eine solide Leistung zeigt.
Ganz frei von Schwächen ist Sacrifice für mich dennoch nicht. Seine ambitionierte Ausrichtung und die Vielzahl seiner Ideen machen ihn nicht automatisch zu einem vollkommen ausbalancierten Werk. Trotzdem hat mich der Film nachhaltig beeindruckt. Er ist visuell kraftvoll, satirisch pointiert und regt dazu an, über die eigenen Überzeugungen hinauszudenken. In seiner bissigen Auseinandersetzung mit privilegierten Gesellschaftsschichten erinnert er mich stellenweise an Triangle of Sadness (2022), findet dabei jedoch seinen eigenen Zugang zu den Fragen nach Glauben, Idealismus und Selbsttäuschung.
Am Ende bleibt für mich vor allem der Gedanke, dass Veränderung mehr verlangt als große Gesten und wohlklingende Absichten. Vielleicht müssen wir tatsächlich bereit sein, etwas zu riskieren, wenn wir für unsere Überzeugungen einstehen wollen. Doch wo endet der Mut und wo beginnt der blinde Glaube an die eigene Sache? Sacrifice liefert darauf keine einfache Antwort. Gerade deshalb hallt der Film für mich über seine Laufzeit hinaus nach.
Fazit zu Sacrifice
Sacrifice ist für mich eine visuelle Offenbarung und eine bissige Satire, die hinter all dem Glamour, den großen Idealen und wohlklingenden Absichten die Widersprüche unserer Gesellschaft offenlegt. Romain Gavras gelingt es, unangenehme Fragen auf unterhaltsame Weise zu verpacken, ohne ihnen ihre Schärfe zu nehmen. Der Film hält uns einen Spiegel vor und erinnert daran, dass es leicht ist, die Welt verändern zu wollen, solange wir selbst dafür nichts aufgeben müssen. Doch was bleibt von unseren Überzeugungen, wenn sie uns tatsächlich etwas abverlangen?
Mit seiner eigenwilligen Bildsprache, der eindringlichen Musik und einem überzeugenden Ensemble hat mich Sacrifice nachhaltig beeindruckt. Trotz kleinerer Schwächen ist es ein Film, der mich auch nach dem Abspann nicht losgelassen hat. Vielleicht, weil er keine einfachen Antworten liefert, sondern uns mit der Frage zurücklässt, woran wir eigentlich glauben und wie weit wir für unsere Überzeugungen zu gehen bereit sind. Denn manchmal beginnt Veränderung genau dort, wo wir aufhören, nur über sie zu reden. Ob wir dafür tatsächlich den Mut aufbringen, ins Ungewisse zu springen, muss letztendlich jede Person für sich selbst entscheiden.
Sacrifice startet bei uns am 15.10.2026 in ausgewählten Kinos.
Werdet ihr euch Sacrifice im Kino ansehen?
TRAILER: Sacrifice | 2026 © DCM

Über den Autor:

»If you ride like lightning,
you’re gonna crash like thunder.«
– The Place Beyond the Pines –
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Meine Lieblingsfilme definiere ich als die, die mir ein gutes Gefühl geben, mich aufbauen, wenn ich traurig bin oder einfach Filme, die ich immer wieder ansehen kann.
Das sind unter anderem:
The Nice Guys, Begabt – Die Gleichung eines Lebens, Mr. Nobody, Barbie, The Fall Guy, Eiskalte Engel, Wolf of Wall Street, La La Land, Blade Runner 2049, Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt, Notting Hill, Sex and the City und Titanic.
Filmreihen:
Lethal Weapon, Zurück in die Zukunft, High School Musical, Indiana Jones, Mission Impossible und Herr der Ringe.
RILEY
Chief Editor
Queerer, professioneller Filmhasser & Arthouse Geek. ✨🌈💜
Filme konsumiere ich eigentlich schon, seit ich denken kann, immerhin waren meine Eltern selbst Film- & Serienjunkies. Als Kind der späten 80er bin ich nicht nur mit der Welt von Walt Disney aufgewachsen, sondern auch mit zahlreichen Anime-Serien, die damals im TV liefen. Mit meinem ersten Kinobesuch im Jahr 1998 formte sich auch mein eigener Filmgeschmack. Inzwischen habe ich ein Zuhause im Arthaus Kino gefunden und Disneyfilme weit hinter mir gelassen. Somit widme ich mich mehr und mehr den Werken der Filmkunst und lasse mich immer seltener einfach berieseln, sondern schaue Filme, die mich fördern.
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Vor allem Meilensteine der Filmgeschichte oder das Queer Cinema können mich begeistern. Ich finde es spannend zu entdecken, welche Filme, die Filmwelt geprägt haben und wie sie Kunst auf ganz eigene Weise formen. Im Queer Cinema fühle ich mich geborgen, denn es erzählt Geschichten, von denen ich mich verstanden fühle.
Neben meiner Leidenschaft für Filme, liebe ich auch die Musik ohne die ich nicht atmen kann. Und wenn ich nichts auf den Ohren haben möchte, tauche ich in die Welt der Bücher ein.
Filmrezensionen schreibe ich jetzt schon viele Jahre und seit 2014 auch hier professionell auf meiner eigens gegründeten Webseite Passion of Arts | Dein Fenster zur Filmkunst.
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Pressestimmen zu Sacrifice
Tobias Obermeier von epd film
Ökoterroristen gegen Milliardäre: Was nach bissiger Satire klingt, entwickelt sich trotz schöner Bilder und guter Besetzung durch ein wirres Drehbuch zu einem oberflächlichen Film mit Logikfehlern. 2 von 5 Sterne.
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Der Watchdog
„Sacrifice“ ist kein perfekter Film. Dafür ist er zu zerfasert, zu wechselhaft und stellenweise zu verliebt in seine eigenen Ideen. Die Genrewechsel funktionieren nicht immer gleich gut, manche Dialoge tragen ihre Botschaft etwas sichtbar vor sich her und gerade im Mittelteil hätte ein wenig mehr erzählerische Disziplin nicht geschadet. Aber es ist ein Film, der etwas hinterlässt. Und das ist bei einer Satire vielleicht wichtiger als die perfekte Pointe. Denn was zunächst nach einer weiteren Hollywood-Nummer über reiche Menschen und radikale Aktivisten aussieht, entwickelt sich zu einer erstaunlich bitteren Geschichte über Verantwortung. Über öffentliche Moral. Über die Frage, wer eigentlich bereit ist, einen Preis für seine Überzeugungen zu bezahlen. 3,5 von 5 Sterne.
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Mario Leimbacher von OFDb
Oft sehr witzige und (erstaunlich konsequent in alle Richtungen!) austretende Gesellschaftssatire im Genrethrillergewand. Starbesetzt, schnittig geschrieben, ambivalent zu deuten. Clever, bissig und plump zugleich. Kein Wunder, dass das in den Hollywoodhills gar nicht allzu gefeiert wird… 7 von 10 Punkten.
Pressematerial: Sacrifice | 2026 © DCM | Gedanken des Regisseurs Romain Gavras zum Film Quelle: VOLL:KONTAKT Presseagentur









