Liebe Passioner, wer von euch gruselt sich gerne? Alle? Gut! Aber damit das auch abseits von Jumpscares und dichter Atmosphäre funktioniert setzen viele Horrorfilme und insbesondere langlebige Reihen auf ein Gesicht, beziehungsweise eine Figur die ein jeder und eine jede mit dem Horror dieses Films, oder der Filmreihe verbindet. So soll es in „Deine top 5 liebsten Horrorcharaktere (d|w|m)“ also vor allem um jene aus Horrorfilmen gehen und was sie ausmacht, weswegen sie „wertgeschätzt“ werden. Sekundär geht es natürlich auch um ihre Filme, doch der Vordergrund gehört den Grinsebacken der morbiden Seite der Popkultur. Diese Liste wird allerdings nicht nach Schreckensfaktor oder Kill-Count geordnet und erdacht, sondern danach inwiefern diese Charaktere ihr Genre geformt haben und auch über den Horror hinaus spannend sein können. Infolge dessen wird es in diesem Artikel zu Spoilern aus den genannten Filmen kommen.
Ein Beitrag von Rick
Die Rubrik „Die 5 BESTEN am DONNERSTAG“ erklärt 🌟🎥
Diese beliebte Rubrik wurde von der Bloggerin und Illustratorin Gorana Guiboud ins Leben gerufen und wir haben die Ehre erhalten, diese weiter zu führen, nachdem sie das Bloggen aufgegeben hatte. Jeden Donnerstag gibt es hier die spannendsten Listen, Rankings und Empfehlungen aus der Welt der Filme, Serien, Bücher oder anderer kreativer Themen.
Das Besondere: Jede Person mit einem eigenen Blog oder einer kreativen Plattform kann mitmachen! Ihr könnt eure eigenen Bestenlisten erstellen, sie in einem Beitrag veröffentlichen und auf unsere Rubrik verweisen. Oder eure Top 5 einfach in den Kommentaren unter unseren Beiträgen teilen. So entsteht eine lebendige, vielfältige Sammlung von Empfehlungen, die von der Community getragen wird. 💬🌟
Egal ob Klassiker, moderne Meisterwerke, Nischenperlen oder persönliche Favoriten. Hier zählt eure Sicht auf das Beste, eure Begeisterung und eure Perspektive. Die Rubrik bietet nicht nur Inspiration für Film- und Buchfans. Sondern auch die Möglichkeit, sich zu vernetzen, auszutauschen und gemeinsam cineastische und kreative Highlights zu entdecken. 🎥🥋📚
Seid dabei, lasst euch inspirieren, diskutiert mit und zeigt, welche fünf Favoriten ihr für die kommende Woche auf eurem Radar habt. Die 5 BESTEN am DONNERSTAG sind eure Bühne! 🌟🍿✨
Deine Top 5 liebsten Horrorcharaktere (d|w|m) – Die Faszination des Grauenhaften
Jedem gesunden und rational denkenden Menschen ist bewusst, dass maskierte Mörder, wahnsinnig gewordene Selbstjustizler und tragisch aufgeladene Monster keine Idole sein sollten die es zu bewundern und anzufeuern gilt. Doch einer gewissen Faszination für derlei Gesindel kann sich dennoch kaum ein Horrorfilm-Fan entziehen. Doch woran liegt das? Warum empfinden wir diese oftmals als Antagonisten gezeichneten Figuren als spannend und interessant und gucken die Filme teilweise nur ihretwegen und nicht wegen der erzählten Geschichten oder der eigentlichen Protagonisten? Das möchte ich mit dieser Liste in der ich auf solche Charaktere in Bezug auf ihre Eigenschaften, Hintergründe und den jeweiligen Impact eingehe ein wenig ergründen. Dieses Beispiel ist letztendlich aber natürlich subjektiv.
5. John Kramer aka Jigsaw

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Wer ist John Kramer?
Kramer, besser bekannt unter seinem Killer-Pseudonym „Jigsaw“ ist, oder besser gesagt war ein hochintelligenter Ingenieur der allerdings schwerkrank und moralisch durch Selbstgerechtigkeit verklärt war. Denn nach einer persönlichen Tragödie entwickelte er eine aggressiv extreme Weltsicht. So glaubte er, dass Menschen das Leben nur wertschätzen könnten, wenn sie mit dem Tod konfrontiert werden würden. Daraufhin entwickelte er ein Konzept von möglicherweise tödlichen Spielen voller Fallen und Entscheidungen. In jenen war er selber allerdings nur zu Anfang zugegen und außerdem eskalierte der Grundgedanke in rasendem Tempo, vor allem nach Kramers frühem Tod in der Reihe. Zur Einordnung: „SAW“ hat insgesamt acht direkte Nachfolger und ein Spin-Off hervorgebracht und Kramer stirbt in Teil drei.
Saw 8: Jigsaw | 2017 © Twisted Pictures
Deine Top 5 liebsten Horrorcharaktere (d|w|m) beginnen mit dem Selbstjustiz-Syndrom
John leidet zeit seines Lebens an Krebs und verliert zusätzlich Frau und Kind bei einem Unfall. Und das durch einen Menschen der das Leben und die Gesundheit nicht im Mindesten zu schätzen weiß. Um für scheinbare Gerechtigkeit zu sorgen, bringt Kramer diesen Menschen in eine Situation, in der er über eine unmenschliche Grenze gehen muss, um zu überleben. Das Prinzip ist einfach: Bring ein Opfer und beweise, dass du fähig bist dieses zu erbringen für das größere Wohl und das eigene Leben. Was allerdings mit einem angebundenen Bein und der Möglichkeit dort zu verhungern, oder sich jenes Bein mit einer Säge selbst zu amputieren anfängt, entwickelt sich zu einem Spießrutenlauf immensen Ausmaßes, dem jegliche Nachvollziehbarkeit abhandenkommt. Denn nach dem ersten, noch mit ihm persönlich verbundenen Opfer, entführt er weitere Menschen die seiner Meinung nach moralisch versagt haben und setzt sie immer extremer werdenden und schwerer zu bestehenden Fallen aus.
Jigsaw, oder wie Kramer und seine Nachahmer lernten die Puppe zu lieben
Da John selbst körperlich schwach und wenig beeindruckend war, trat er selbst kaum bis gar nicht vor seinen Opfern in Erscheinung. Um trotzdem eine Möglichkeit zur Erklärung der Spielregeln zu haben und zusätzlich eine Ablenkung für gewisse Umstände erschuf er Billy. Billy ist eine groteske Puppe auf einem Dreirad die auch nach Kramers Tod weiterhin für sein Werk stand und unter den Menschen mit ihren roten Kringeln auf den Wangen für Angst und Schrecken sorgte. Was zunächst also nur als Red Herring und Kommunikationstool diente, wurde zu einem Markenzeichen – auch für die Filmreihe selber. Kramer sah sich selbst übrigens nie als Mörder; immerhin hatten alle seine Opfer seiner Meinung nach in jeder Falle eine Wahl und eine Chance zu überleben. Dieser Umstand macht ihn auch zu einer grundsätzlich komplexeren Figur als andere Serienkiller und auch wenn er seine vorhandene Tragik überschreitet, bleibt diese Grauzone spannend.
4. Dracula

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Wer ist Dracula?
Dracula braucht eigentlich wenig Erklärung, denn wahrscheinlich jeder hat seinen Namen wenigstens schon mal gehört und kann ihn dem Mythos des Vampirs zuordnen. Genauso mag bekannt sein über welche Fähigkeiten Vampire zumeist verfügen; unter anderem Unsterblichkeit, Verwandlung zu Teilen auch Gedankenkontrolle und natürlich gieren sie nach Blut, denn davon ernähren sie sich. Dass die aus Bram Stokers 1897 erschienenen Roman entsprungene Ur-Version des Vampirs aber zum Teil auf einem historisch belegten Menschen basiert ist nicht jedem geläufig, auch wenn die unzähligen Erzählungen und Adaptionen dies oft mit einbeziehen. Gemeint ist Vlad III. Draculea, gemeinhin auch als Vlad der Pfähler bekannt. Der rumänische Fürst hat Stoker zu seiner Figur infolgedessen animiert, weil er eine grausame Ausstrahlung hatte und sein Beiname Draculea übersetzt so viel wie „Sohn des Teufels“ bedeutet. Doch auch die Ängste des viktorianischen Zeitalters, namentlich Krankheiten, Sexualität und das Fremde des Ostens spielten eine Rolle bei Draculas Erschaffung.
Bram Stokers Dracula | 1992 © Universal Pictures
Ein Name, etliche Versionen
Der Vampirfürst ist alleine deshalb schon eine meiner liebsten Horrorfilmcharaktere, weil das Interesse der Allgemeinheit an diesem Mythos einfach nicht abzunehmen scheint. Und somit gibt es immer und immer wieder neue Ergänzungen, Sichtweisen, Inszenierungsansätze und Darstellungen des Monsters, des Menschen und seiner Bedeutung für einzelne Individuen und gesamte Geschichtsschreibungen. Das reicht von brutal und düster über tragisch melancholisch bis hin zu absurd und absichtlich lächerlich. Erst 2025 gab es mit „Nosferatu – Der Untote“, „Dracula – Die Auferstehung“ und „Dracula“ drei völlig unterschiedliche Verfilmungen des Stoffes, aus unterschiedlichen Ländern die mal näher am Roman, mal deutlich entfernter und freier waren. Doch alle von ihnen hatten die klassische Geschichte als Inspiration und den Bringer der Dunkelheit als zentrale Figur. Selbst in Form von Büchern, Comics, Videospielen, Brettspielen, und Serien wird immer wieder auf die Romanvorlage und seinen Protagonisten zurückgegriffen. Diese Omnipräsenz in jeglichen Unterhaltungsmedien ist jedenfalls einzigartig, grade für eine Horrorfigur.
Deine Top 5 liebsten Horrorcharaktere (d|w|m) werden tragisch
Auch wenn Dracula wie oben erwähnt heutzutage in verschiedenster Form auftritt, ist einer der häufigsten und nach wie vor spannendsten Aspekte immer noch, dass er einerseits kein Antagonist, sondern ein Protagonist ist und andererseits, dass ihn eine tiefe Tragik durchzieht. Denn, dass er nicht sterben kann, zumindest nicht ohne Außeneinwirkung durch spezielle Instrumente, ist schon nervenzehrend, doch viel mehr ist es die Sehnsucht der unerwiderten Liebe in Verbindung mit seinem Dasein als Monster die ihn tragisch und dadurch auch nachvollziehbar werden lässt. Wir als Konsument der Geschichte können also in vielen Fällen mit diesem eigentlich grausamen, unnatürlichen Geschöpf mitfühlen, uns in ihn hineinversetzen. Das führt immer wieder dazu, dass Werke über ihn eine moralisch hinterfragende und zuteilen auch philosophische Komponente haben. Themen wie Manipulation, Verlust, Reue und Akzeptanz sind Draculas täglich Brot und damit ist und bleibt er für fast jeden von uns jemand us dessen Geschichte wir lernen können.
3. Ash Williams

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Wer ist Ash Williams?
Zu Ash gibt es grundlegend gar nicht so viel zu sagen, beziehungsweise zu erklären. Denn letztendlich ist er eigentlich nur ein ganz normaler Typ mittleren Alters der mehr oder weniger aus Versehen gegen dämonische Kräfte kämpfen muss. Und irgendwann hat er außerdem eine Kettensäge als Hand. Auch mehr oder weniger aus Versehen. Und dann landet er im Mittelalter. Wo er gegen dämonische Kräfte und sich selbst in Miniform kämpfen muss. Und das, ihr ahnt es, mehr oder weniger aus Versehen. Man kann ihm aber durchaus ein paar Tugenden zugutehalten. So hat er immer einen sarkastischen Spruch auf den Lippen, selbst im größten Blutbad. Und … nun ja, eine Tugend muss wohl reichen. Denn Ash ist in dieser Liste der klassische Antiheld.
Tanz der Teufel 2 – Jetzt wird noch mehr getanzt | 1987 © Renaissance Pictures
Die Kultfigur aus Deine Top 5 liebsten Horrorcharaktere (d|w|m)
Ash ist beispielhaft für Kultfiguren der 80er Jahre. Bruce Campbells Darstellung des Dämonenbekämpfers war comichaft überzeichnet und nicht als ernstzunehmende Figur inszeniert. Und das selbst für damalige Verhältnisse. Heute würde so etwas schnell aus einem Film reißen, doch anno 1981 war es in „Tanz der Teufel“ der perfekte Nährboden für bleibende Zitate und Referenzszenen. Das hat auch Regisseur Sam Raimi gemerkt und seinen Low-Budget-Film kurzerhand mit mehr Geld einfach nochmal gedreht und Campbells Figur völlig auf ein darauf ausgelegtes Maximum getrieben. „Tanz der Teufel 2 – Jetzt wird noch mehr getanzt“ wurde in kürzester Zeit zum Schulhof-Phänomen und bei den Älteren zu einem Feelgood Klassiker. Und damit war aber noch nicht Schluss, denn die Spitze des unterhaltsamen Wahnsinns und damit auch Ash`s wildester Auftritt kam 1992 erst noch mit „Armee der Finsternis“. Wie gesagt im Mittelalter. Gegen Dämonen. Und sich selbst, in klein.
Ash ist eine Zeitkapsel
Doch Ash steht genauso beispielhaft dafür, dass sich das Genre zunehmend verändert und entwickelt. Es gibt Ausnahmen wie den Low-Budget-Film „Psycho Goreman“ der ähnlich albern und voll mit trashigen, aber liebevollen praktischen Effekten und Masken ist wie die Tanz der Teufel Filme. Aber zumeist ist die Filmrichtung des Horrors heute mehr darauf bedacht eine zweite Ebene zu haben und durch den Horror als Metapher über gesellschaftliche, soziale und persönliche Problematiken zu erzählen. Ein recht aktuelles Bindeglied der beiden Varianten ist, da er sowohl viel auf spaßige Unterhaltung durch den offensichtlichen, übertriebenen SFX Teil setzt, als auch gezielt das ungesunde Frauenbild unserer Gesellschaft dadurch anspricht, „The Substance“. Doch auch hier gilt: Die Protagonistin von „The Substance“ mag mehr einer Karikatur denn einer ernsten Dramarolle gleichen, von Ash und seiner leichtfüßigen Absurdität ist sie dennoch weit entfernt. So eine Figur wie Ash wird es wohl nicht mehr geben.
2. Pearl/Maxine

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Wer sind Pearl und Maxine?
Pearl und Maxine sind zwei weibliche Figuren aus den Filmen „Pearl“ und „MaXXXine“ aus Ti West`s „X-Trilogie“, drei Filme die jeweils zu verschiedenen Zeitpunkten und teilweise an verschiedenen Orten in Amerika spielen. Beide Charaktere verbindet auf inhaltlicher Ebene essenzielles in den Thematiken der Emanzipation des Systems und der psychischen Gesundheit. Außerdem werden sie beide von Mia Goth gespielt und treten sowohl als Protagonistin, als auch als Antagonisten auf was dem thematischen Überbau einen gewissen Meta Aspekt verleiht. Der chronologisch erste Film der Trilogie, der aber als Zweites erschienen ist nach Pearl benannt, der chronologisch letzte der auch als Letztes erschien nach Maxine. Das Bindeglied und ihr Aufeinandertreffen ist der als erstes erschienene „X“. Pearl und Maxine verkörpern also die Vorgeschichte und die Weiterführung eines bestimmten Moments.
Pearl | 2022 © A24
Der schmale Grat von Genialität und Wahnsinn
Pearl ist eine junge Dame im ländlichen Amerika Anfang des zwangsisten Jahrhunderts mit einem großen Traum: Ein Star auf der Bühne und weltbekannt zu sein. Doch ihr fehlt laut Außenstehenden das Talent, sie wird abgelehnt und reduziert auf Geschlechterrollen. Zusätzlich leidet sie unter der repressiven Herrschaft ihrer streng religiösen Mutter. Unfähig dies zu akzeptieren und zu verarbeiten nutzt sie ihre Schauspielkunst und fängt an Menschen einzuspannen, über moralische Grenzen zu gehen, Gewalt auszuüben und sogar zu morden. Denn wenn sie weder Star noch freier Mensch sein kann, muss halt alles um sie herum dafür büßen. Ihre Taten bleiben jedoch unentdeckt bis zu ihrem Tod im hohen Alter, der durch ihr quasi Alter Ego herbeigeführt wird – Maxine.
MaXXXine | 2024 © A24
Die Industrie vergisst nicht
Maxine ist eine Darstellerin in Erwachsenenfilmen in den späten Siebzigern. Eigentlich sieht sie sich aber zu größerem berufen und macht dies nur, um generell Fuß in der Industrie zu fassen und Kontakte zu knüpfen. Bei einem Dreh auf einer gemieteten Farm eines alten Paares kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit jenen. Maxine überlebt, hat jetzt neben der Sünde des vorehelichen Sex aber auch noch Menschen auf dem Gewissen. Entschlossen Kraft daraus zu ziehen und gleichzeitig diese schreckliche Erfahrung hinter sich zu lassen macht sie sich auf nach Hollywood, um dort richtig in die Branche einzusteigen. Doch ihre Taten verfolgen sie und außerdem scheint ihr jemand auf den Fersen der mit ihrer Geschichte ganz und gar nicht zufrieden ist.
Eine außergewöhnliche Trilogie in Deine Top 5 liebsten Horrorcharaktere (d|w|m)
Alle drei Filme haben nicht zufällig Mia Goth in der Hauptrolle und in „X“ zusätzlich noch als alte Pearl in einer Doppelrolle. Denn in Ti Wests Trilogie geht es um Gleichheiten, um sich übertragende Dilemma und darum, dass das System immer ein Gegner ist und sein wird. Außerdem spielen natürlich auch Erwartungen an die Geschlechter, Manipulation, Instrumentalisierung und Verklärung eine Rolle. Mia Goth ist sowohl Pearl, als auch Maxine, weil beide zwar nicht dieselbe Person sind, aber auf ihre Reise heruntergebrochen eine starke Ähnlichkeit haben. Maxine ist quasi die geistige Nachfolgerin von Pearl und ihrem Kampf. Die beiden können sogar fast mehr als ein Konzept für eine übergreifende Erzählung gesehen werden, denn nur als Charaktere und somit sind sie voller Metaphorik. Was spannend ist, denn prinzipiell sind alle drei Werke sehr direkte Horrorfilme die sich jeweils auf ein spezifisches Muster von Filmarten aus der Geschichte des Films spezialisieren.
X | 2021 © A24
1. Ghostface

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Wer ist Ghostface?
Ghostface ist im Grunde genommen kein einzelner Charakter, sondern eine Identität, ein bestimmtes Äußeres und ein bestimmtes Verhalten, welches Serienkiller in der „Scream“ Reihe annehmen. Getragen wird die Erscheinung von der weißen Halloween-Maske die auf Edvard Munchs Malerei „The Scream“ basiert und dem schwarzen Umhang der an eine typisch altmodische Geistererscheinung erinnert. Auch sein Mordwerkzeug – ein Jagdmesser, ist fast immer dasselbe. Nur selten nutzt er auch die Umgebung oder andere Gegenstände. Außerdem spricht Ghostface viel mit seinen Opfern. Und das fast immer durch einen Stimmimitator um seine wahre Identität auch währenddessen zu verheimlichen. Ghostface’s Auftritt hat sich in allen Beiträgen der Reihe nur marginal verändert. So trägt er im sechsten Film teilweise ältere, ramponiertere Masken, was aber auch einen inhaltlichen Grund hat. Lediglich im Serienableger wurde die Figur merklich umgestaltet durch eine neue Maske, die weniger der Malerei gleicht.
Scream | 2022 © Paramount Pictures
Das Unterlaufen der eigenen Absurdität
Mittlerweile hat sich die Reihe zwar selbst durch die schiere Anzahl der eigenen Filme und den ungünstigen Veröffentlichungszeitrahmen ein wenig selbst ein Bein für das gestellt, was es mal verkörpert hat, aber anno 1996 war „Scream“ und seine Antagonistenfigur eine Revolution. Nicht nur belebte das Werk von Regisseur Wes Craven das schwächelnde Subgenre der Slasher wieder und wurde nach nur kurzer Zeit zu einem Kultfilm, er schaffte es auch der Faszination von maskierten Killern in Filmen und ihrer Fantum komprimiert eine Persiflage zu verpassen. Dass Ghostface durch diesen Film dann selbst zu einer solchen, gefeierten Figur wurde, macht das ganze nur noch treffender. Allerdings waren nicht nur die Killer die Zielscheibe, auch Horrorfilme und ihre Klischees im Allgemeinen bekamen ihr Fett weg. Zur Komödie wurde „Scream“ dabei allerdings nie und auch Ghostface blieb trotz ständiger Stolperer immer bedrohlich. Und diese gelungene Gratwanderung hat ihn in die Popkultur eingehen lassen.
Der König von Deine Top 5 liebsten Horrorcharaktere (d|w|m) könnte jeder sein
Über die mittlerweile sieben Filme hinweg steckte immer jemand anderes unter der Maske. Und meistens war es nicht nur eine Person, sondern mehrere. Was später schon zur Selbstreferenz wird, ist zu Anfang noch ein genialer Twist, vor allem weil das Mitraten dadurch noch spannender wird. Die Motivationen der Killer*innen sind allerdings fast immer an die Hauptfiguren gebunden und zusätzlich sind sie jedes Mal völlig abstrus und zahlen auf den Meta Kommentar der Reihe ein. Will sagen, Ghostface ist eine Instanz die sich wahrscheinlich unendlich lange und immer extremer instrumentalisieren lässt, ohne sich dafür groß anpassen zu müssen. Dadurch wird der Charakter auch nie aus der Zeit gefallen sein und sein Auftreten wird jedes Mal wieder für neue Fragen und Antworten und damit auch für neue Spannung sorgen. Er kann kaum auserzählt werden und trotzdem eine Entwicklung durchmachen. Ghostface ist beständig und trotzdem ein klares Zeitdokument.
Weitere Empfehlungen zum Thema „Deine Top 5 liebsten Horrorcharaktere (d|w|m)“ aus der Redaktion:
- Norman Bates (Psycho, 1960)
- Dr. Ian Kelson (28 Years Later, 2025)
- Jack Torrance (Shining, 1980)
- Der Xenomorph (Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt, 1979)
- John Trent (Die Mächte des Wahnsinns, 1994)
- Charles Dexter Ward/Joseph Curwen (Die Folterkammer des Hexenjägers, 1963)
- Godzilla (Godzilla Minus One, 2023)
- Chucky (Chucky – Die Mörderpuppe, 1988)
- Gizmo (Gremlins – Kleine Monster, 1984)
- Der Hesse (Sleepy Hollow, 1999)
- Lestat (Interview mit einem Vampir, 1994)
- MacReady (Das Ding aus einer anderen Welt, 1982)
- Michael Myers (Halloween – Die Nacht des Grauens, 1978)
- Pennywise (ES, 2017)
- Freddy Krueger (Nightmare – Mörderische Träume, 1984)
- T-800 (Terminator, 1984)
- Dr. Gabriel Van Helsing (Van Helsing, 2004)
- May Dove Kennedy (May, 2002)
- Carrie White (Carrie – Des Satans jüngste Tochter, 1976)
- Sasha (Feinfühlige Vampirin sucht lebensmüdes Opfer, 2023)
Fazit für Deine Top 5 liebsten Horrorcharaktere (d|w|m):
Im Endeffekt ist diese Liste natürlich höchst subjektiv und auch, wenn Ghostface für mich so variabel und vielschichtig erscheint könnte das für jemand anderen natürlich ganz anders sein. Aber das zeigt ja schon, dass dieses Thema viele Auswahlmöglichkeiten und Richtungen bietet und dadurch für einen Austausch und Diskussionen unter Filmfans wohl immer einen Platz hat. Außerdem sind Horror und seine Charaktere, vor allem die „bösen“ ja auch immer ein Abdruck des aktuellen Weltgeschehens. Ob nun bewusst, oder nicht. Und so lässt sich über jene auch unsere Geschichte auf abstrakte Weise erfahren.
Welche Charaktere aus Horrorfilmen empfindet ihr als spannend und faszinierend und warum?
Was sind eure Top 5 liebsten Horrorcharaktere (d|w|m)?
RICK – Filmkritiker
Ich bin Rick und seit ich mit sieben Jahren „Jurassic Park“ gesehen habe, fasziniert von Filmen. Videospiele, Serien und Bücher füllen den Rest meiner Freizeit auf, wenn ich nicht grade am schreiben von Kurzgeschichten sitze. Außerdem schreibe ich zu so gut wie jedem gesehenen Film eine Review auf dem Film Social Media „Letterboxd“.
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Created by Gorana Guiboud | Header Elements: Deine Top 5 liebsten Horrorcharaktere (d|w|m) – Passion of Arts Design | Scream | 2022 © Paramount Pictures

4 Kommentare
Moin moin – hier sind meine fünf – auch wenn nicht alles davon ins Genre „Horror“ eingeordnet werden kann:
https://blaupause7.wordpress.com/2026/04/16/die-5-besten-am-donnerstag-unsere-liebsten-horrorcharaktere-dwm/
Sehr schwierige Entscheidung. In 10 Minuten sieht meine Auswahl vermutlich schon wieder anders aus.
Ich habe mich mal auf die ‚Guten‘ konzentriert und die klassischen Bösewichte außen vor gelassen:
1. Eli aus „So finster die Nacht“ (2008)
2. Bill Denbrough aus „ES“ (2017) und „ES Kapitel 2“ (2019)
3. Miss Giddens aus „Schloß des Schreckens“ (1961)
4. Martin Brody aus „Der weiße Hai“ (1975)
5. Helen Lyle aus „Candymans Fluch“ (1992)
Eine Übereinstimmung haben wir und ja, Ash ist auch eine super Wahl. Hier meine Top 5:
https://moviescape.blog/2026/04/16/meine-5-liebsten-horrorcharaktere-m-w-d/
An Pearl und Ash habe ich auch gedacht, aber letztlich haben sie es nicht ganz auf meine Liste geschafft.
Hier sind meine 5: https://filmlichtung.wordpress.com/2026/04/16/die-5-besten-am-donnerstag-meine-5-liebsten-horrorcharaktere/