Das Drama – Filmkritik

Collage zu Das Drama mit Filmklappe, Popcorn und einem Hochzeitsfoto von Zendaya und Robert Pattinson, die sich lächelnd ansehen – eine visuelle Verbindung von RomCom‑Ästhetik und den dramatischen Themen des Films.

Nach Sick of Myself (2022) und Dream Scenario (2023) ist Das Drama nun der dritte Langfilm des norwegischen Filmregisseurs und Drehbuchautors Kristoffer Borgli und bewegt sich erneut in den vertrauten Gefilden der Gesellschaftskritik. Während Borgli sich in seinen vorherigen Werken mit Narzissmus, öffentlicher Wahrnehmung und den Mechanismen der Cancel Culture auseinandersetzte, dringt er in Das Drama noch tiefer in die psychologische Dialektik von Selbstbild und Fremdbild ein.

Das Marketing des Films war ein Geniestreich: Erste Bildmaterialien, Teaser und Trailer suggerierten eine klassische romantische Komödie, im Zentrum ein Paar, das seinen vermeintlich schönsten Tag im Leben plant. Die Hochzeit. Filmkritiker:innen, die an Pressevorführungen teilnahmen, mussten eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterzeichnen, um Plotdetails, narrative Wendungen und die Figurenentwicklung geheim zu halten. So erwartete das Publikum eine leichte, herzerwärmende RomCom aus dem bekannten Baukasten der romantischen Erzähltradition.

Das Drama: ein Film, der seine eigene Fassade sprengt

Doch Das Drama entpuppt sich als eine pechschwarze Komödie über Moral, soziale Kontrolle im Mikrokosmos eines Freundeskreises und die fragile Konstruktion menschlicher Identität. Borgli seziert mit chirurgischer Präzision die Dynamiken von Schuldprojektion, moralischer Performanz und kollektiver Selbsttäuschung. Und zeigt, wie schnell vermeintliche Integrität zur bloßen Fassade wird. 🎭🖤🔍

Der Film folgt einem Paar kurz vor der Hochzeit, das durch ein scheinbar harmloses Spiel unter Freund:innen in eine moralische Zerreißprobe gerät. Ein Geständnis bringt die sorgfältig kuratierte Harmonie ins Wanken und legt offen, wie rasch Nähe in Misstrauen umschlagen kann, wie brüchig moralische Selbstbilder sind und wie sehr soziale Gruppen dazu tendieren, Schuld zu externalisieren, statt Verantwortung zu übernehmen.

All das bildet den Rahmen für einen Film, der weit mehr ist als seine Prämisse vermuten lässt. Im Folgenden möchte ich genauer betrachten, wie Borgli diese moralische Versuchsanordnung inszeniert, welche Dynamiken sich daraus entfalten und warum Das Drama so nachhaltig verstört. 🥀🎢📣🎭

Ein Beitrag von: Riley Dieu Armstark

Continue Reading

Kinds of Kindness – Filmkritik

Kinds of Kindness Filmkritik

Macht, Kontrolle, freier Wille und die Dynamik menschlicher Beziehungen. „Kinds of Kindness“ ist eine Charakterstudie mit Ansätzen von Sigmund Freud. Mehr dazu in der heutigen Filmkritik.

Ein Beitrag von: Riley Dieu Armstark

Worum geht es in „Kinds of Kindness“?

In „Kinds of Kindness“ verwebt Regisseur Yorgos Lanthimos drei unterschiedliche, aber miteinander verbundene Geschichten, die im heutigen Amerika spielen. Jede Erzählung taucht tief in Themen wie Macht, Kontrolle, freier Wille und die Komplexität menschlicher Beziehungen ein.

Die erste Geschichte folgt einem ruhelosen Mann, der nach Kontrolle über sein Leben strebt. Dabei wird er mit den Herausforderungen persönlicher Autonomie konfrontiert. In der zweiten Erzählung ringt Polizist Daniel mit der Rückkehr seiner Frau Liz. Diese kehrt, nach einem Verschwinden auf See, scheinbar verändert zurück. Ihre Wiedervereinigung wirft Fragen nach Identität und Veränderung auf. Schließlich begibt sich eine ehrgeizige Frau auf die Suche nach einem angeblichen spirituellen Führer. Dabei erkundet sie Themen wie Glaube, Überzeugungen und die Anziehungskraft charismatischer Persönlichkeiten.

Continue Reading

Im Westen nichts Neues: Entmenschlichung im industrialisierten Krieg

Passion of Arts Im Westen nichts Neues Die Entmenschlichung im industrialisierten Krieg

In meinem Artikel “Im Westen nichts Neues: Entmenschlichung im industrialisierten Krieg” gehe ich näher auf die Thematik ein, was Krieg mit uns Menschen macht und wie er uns entmenschlicht. Anhand des Beispiels „Im Westen nichts Neues“, das Werk das schon viele Verfilmungen erhalten hatte und als kinematografische Jahrhundertwerk gilt.

VOn den Aufsteigern des BÜRGERTURMS ZU GEFALLENEN IM SCHÜTZENGRABEN

Musste man sich in der letzten Zeit die Frage stellen, ob es „Im Netflix-Stream nichts Neues?“ gibt, wagt sich ausgerechnet der Streaminganbieter, welcher Jahre lang gehyped wurde und nun bei vielen Kunden aus unterschiedlichen Gründen in Ungnade gefallen war, an die Verfilmung des Klassikers des Anti-Kriegsfilms „Im Westen nichts Neues“ und schickt das Werk sogar ins Oscarrennen 2022 für Deutschland. 9 Nominierungen für die Oscars wurden bekanntgegeben, darunter erstmals eine Nominierung eines deutschen Beitrags für den besten Film.

Continue Reading

Der Schwarm und andere Werke aus dem Genre Öko-Horror

Passion of Arts Der Schwarm und andere Werke aus dem Genre Öko-Horror

Die archaische Lust an der Angst vor der Öko-Apokalypse

In meinem Artikel „Der Schwarm und andere Werke aus dem Genre Öko-Horror“ möchte ich euch das Thema Öko-Horror nahe bringen. Nicht nur „Der Schwarm“ gehört zu dem Genre Öko-Horror, sondern auch Werke wie „The Day After – der Tag danach“, „Tarantula“ und viele mehr. Im weiteren Verlauf erkläre ich ich euch, wie sich „Der Schwarm“ und andere Werke aus dem Genre Öko-Horror in das Genre einpflegen.

Continue Reading

Who Am I – Kein System ist sicher (Das Schüler-Schreibprojekt)

Who Am I – Kein System ist sicher

Im Rahmen eines Filmanalyseprojekts der Klasse 10d am Gymnasium Feuchtwangen wurde der Cyber-Thriller „Who Am I – Kein System ist sicher“ unter unterschiedlichen Gesichtspunkten analysiert. Zum Abschluss haben alle Schüler*innen ihre eigene Filmkritik verfasst, in der sie auf die besonders auffälligen Aspekte des Films eingegangen sind. Ausschnitte dieser Kritiken werden in diesem Artikel, nach Themen geordnet, aufgeführt.

ACHTUNG! DER BEITRAG KANN SPOILER ENTHALTEN

Continue Reading
Technische Umsetzung durch die Internetagentur SEO Lausitz. Professionelles Webdesign in der Oberlausitz für Löbau, Bautzen, Görlitz und Zittau!