Mit Queens of the Dead übernimmt die nächste Generation der Romeros das Zepter in Sachen Zombiefilme. Dabei versucht sich Tina Romero, die Tochter von Zombie-Urvater George A. Romero, an einer queeren Interpretation der Zombie-Apokalypse. Sie kann dabei auf bekannte queere Schauspielende wie Katy O’Brien zurückgreifen. Doch wie schlägt sich diese queere Neuinterpretation im Vergleich zu anderen Zombiefilmen? Das erfahrt ihr in unserer Filmkritik, also lest gerne rein!
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Ein Beitrag von: Maddin
Worum geht es in Queens of the Dead?
Im New Yorker Stadtteil Brooklyn organisiert DJ Dre (Katy O’Brian) eine große Lagerhaus-Party samt Drag-Show – und schon vor Beginn häufen sich die Probleme. Der geplante Hauptact springt ab, die Sanitäranlagen versagen, und ausgerechnet zum Start taucht eine Gruppe hetero Influencer auf, die für zusätzliche Spannung sorgt. Doch all das verblasst, als mitten in der Nacht eine Zombie-Apokalypse losbricht. Während die Untoten versuchen, in den Club einzudringen, müssen Dragqueens, Club-Kids und Partygäste ihre Konflikte und Eitelkeiten beiseiteschieben. Mit High Heels, Glitzer und Cocktailshakern bewaffnet, stellt sich die bunt gemischte Crew dem Kampf ums nackte Überleben.

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Queens of the Dead – Auf George A. Romeros Spuren
Mit Die Nacht der lebenden Toten (Originaltitel: Night of the Living Dead, 1968) setzt George A. Romero vor knapp 80 Jahren neue Standards im Horrorgenre. Der Film gilt als eine der Geburtsstunden des modernen Zombies, auch wenn der Begriff im Film selbst nie fällt. Die Nacht der lebenden Toten ist auch einer der ersten Horrorfilme, welche sehr explizite Gewaltdarstellungen beinhalten. Die meisten vorher veröffentlichten Filme leben eher durch atmosphärischen Horror. In Romeros Film geht es deutlich blutiger zu. Romero arbeitet danach an weiteren Filmen und baute ein kleines Filmuniversum mit unter anderem Zombie (Dawn of the Dead), Zombie 2 (Day of the Dead) und Land of the Dead auf.
Die Romero-Familie scheint sich des wichtigen Status von George A. Romeros Werken bewusst zu sein und bereits 2014 versuchte George Cameron Romero, Sohn von George A. Romero, Geld für ein Prequel von Die Nacht der lebenden Toten zu sammeln mit dem Titel Rise of the Living Dead. Dieser Film ist aber bisher noch nicht in Produktion gegangen.
Nun legt stattdessen Romeros Tochter Tina Romero mit Queens of the Dead ihr Langfilmdebüt vor und versucht das Erbe ihres berühmten Vaters anzutreten. Ob ihr das gelingt, lest ihr in den nachfolgenden Zeilen.
Dragqueens vs. Zombies

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Grundsätzlich gefällt mir erstmal der Rahmen, in dem der Film stattfindet. Wir befinden uns in einer queeren Umgebung bzw. der queeren Gemeinde von New York und New Yersey (die Drehorte). Es tauchen viele bunte Figuren auf: lesbische Pärchen, nonbinäre Menschen, Dragqueens und Menschen, die sich gerade in ihrer Transformationsphase befinden. Eine wirklich bunte Palette, welche schön die Vielschichtigkeit der queeren Gemeinschaft zeigt.
Die Figuren werden dabei von der Besetzung sehr gekonnt und zuweilen gefühlvoll gespielt. Katy O’Brian, mir bekannt aus Love Lies Bleeding und The Mandalorian, schaue ich immer gerne zu. Sie strahlt auch hier wieder voll Charisma und Esprit. Sie ist, neben Jaquel Spivey, eine der beiden Hauptfiguren und die beiden haben auch mit die wichtigsten Szenen zusammen.
Jaquel Spivey gefällt mir dabei ebenfalls sehr gut. Er ist im Grunde das gefühlvolle Herz des Films, da seine Figur eine Krise erlebt und sich deshalb als Dragqueen zurückgezogen hat. Im Film wird er mit dieser Entscheidung und den Konsequenzen konfrontiert und muss sich erneut die Frage stellen, ob er nicht zurückkehren will. Spivey hatte übrigens seinen ersten großen Auftritt in Mean Girls: Der Girls Club von 2024.
Queens of the Dead – Es steht wieder Fleisch auf dem Speiseplan

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Was mich ein bisschen stört, sind die teilweise stereotypen Figuren. Zumindest am Anfang sind mir manche Figuren etwas zu einseitig dargestellt. Der Film schafft es aber diese Stereotypen aufzubrechen und uns gleichzeitig viele Figuren ans Herz wachsen zu lassen. So tut es dann besonders weh, wenn einige davon ins Gras beißen. Hier schafft es der Film gerade in der zweiten Hälfte eine gute Balance zwischen komischen und ernsten Szenen zu finden.
Schön gesplattert und ausgeteilt wird natürlich auch. Besonders das Ende möchte ich hier hervorheben, da hier mehrere Entwicklungen zusammenkommen. Eine Figur legt endlich ihre wahre Gestalt an und legt dann richtig los. Allerdings ist an einige Stellen auch das kleine Budget der Independent-Produktion zu bemerken, denn wirklich viel Splatter ist nicht sichtbar. Das höchste der Gefühle sind eine Axt in einem Bein, Bisse in diversen Extremitäten und natürlich eine Horde von blau angelaufenen Zombies, wie sie für einen Romero-Film typisch sind.
»Sie sind gut angezogen und … hungrig!«
Doch das heißt nicht, dass der Film schlecht aussieht. Ich finde er macht aus seinem geringen Budget das Beste. Die Zombies sind ganz viele, bunt gemischte Statist:innen. Finde die Zombies alle gut gelungen und sehr abwechslungsreich gestaltet. Kann da als Zombie-Film-Fan nicht meckern und Statist:innen sind mir viel lieber als eine Herde von CGI-Zombies. Das hat einfach mehr Charme.
Gesellschaftskritik aus einer queeren Perspektive

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Schon Romeros Die Nacht der lebenden Toten übte mehr oder weniger versteckte Gesellschaftskritik. Damals waren es die in den USA weit verbreiteten Rassenunruhen gegen die Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung sowie die verzerrte Darstellung dieser in den Medien. Auch der Vietnamkrieg und die Paranoia während des Kalten Krieges spielte hinein.
Tina Romero holt in dieser Tradition moderne Themen der queeren Community in ihren Film. So berichtet eine Figur, welche sich gerade in der Transformation von Mann zu Frau befindet, dass sie Ärzten misstraut und auch ungern ins Krankenhaus geht, da dort „Deadnaming“ betrieben wird (sie hat also einen anderen Namen angenommen, aber ihr alter wird immer noch benutzt). Außerdem würde das Krankenhauspersonal ihre Situation nicht verstehen.
In einer anderen Szene drängeln sich zwei Hetero-Influencer lediglich für den Ruhm zu einer queeren berühmten Persönlichkeit und achten gar nicht auf sie. Hauptsache sie stehen in einem guten Licht da, auch wenn sie die Person gar nicht kennen.
Darüber hinaus greift der Film auf amüsante Weise die Abhängigkeit von Social Media und Handys auf, da selbst die Zombies noch an ihren Telefonen festhalten und sogar darauf reagieren können. Da bekommt der Begriff des „Smombie“ (Smartphone-Zombie) eine ganz andere Bedeutung.
Schöne Musikeinlagen

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Musik spielt eine wichtige Rolle im Film, schließlich stehen Dragqueens und ihre Vorführungen im Zentrum. So gibt es auch einige sehr schöne Musik und Tanzeinlagen, welche mich sehr gut unterhalten können. Dies spielt sich vor allem im ersten Drittel ab, als alle zusammen die Show im im YUM-Club vorbereiten.
Generell macht die eingespielte Musik immer sehr viel Spaß und anfangs hat sie sogar große 80er Schwingungen, weshalb ich zunächst dachte, dass der auch in den 80er spielt. Später wird es dann moderner aber die Musik ist immer noch sehr eingängig. Ganz am Ende gibt es dann nochmal eine finale Musikeinlage, die mir auch sehr gut gefällt und schön in die Handlung integriert wird. Generell wird Musik als ein wichtiges Handlungselement genutzt, was diese immer wieder voranbringt.
Fazit zu Queens of the Dead
Die Horrorkomödie Queens of the Dead kann mich durchweg gut unterhalten. Auch wenn sie vielleicht nicht in allen Belangen 100% überzeugend ist, so hat sie doch das Herz am rechten Fleck und schafft es sehr gut mir die meisten Figuren näher zu bringen und ans Herz wachsen zu lassen. Ich kann dem Film daher einfach für nichts wirklich böse sein und die tolle Besetzung sowie Musikuntermalung bzw. Darbietung tut ihr Übriges.
Aus diesem Grund gebe ich gute 6,5 von 10 Punkte.
Werdet ihr euch Queens of the Dead im Kino ansehen?
TRAILER: © Filmperlen Filmverleih


Meine Lieblingsfilmschaffenden sind:
Cheryl Dunye, Nora Fingscheidt, Quentin Tarantino, Sofia Coppola, Lana & Lilly Wachowski, Ridley Scott, Mary Harron, Christopher Nolan, Emerald Fennell, Hayao Miyazaki, Tim Burton, Kathryn Bigelow, Guiilermo del Toro, Beth de Araújo, Alfred Hitchcock, Edgar Wright, Stanley Kubrick (keine bestimmte Reihenfolge)
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Meine Lieblingsschauspielende sind:
Anya Taylor-Joy, Robin Williams, Scarlett Johansson, Nicolas Cage, Anna Kendrick, Chris Evans, Ryan Gosling, Natalie Portman, Benedict Cumberbatch, Kristen Stewart, Jackie Chan, Kirsten Dunst, Keanu Reeves, Margot Robbie, Michael Fassbender, Emma Stone, Hugh Jackman
MADDIN
Gastautor
Schon als Kind bin ich von Star Wars begeistert gewesen. Mein erster bewusst wahrgenommener Kinobesuch ist die Sichtung von Star Wars Episode I und mein 9-jähriges Ich war hellauf begeistert. Noch heute hat dieser Film einen großen Platz in meinem Herzen.
Generell mag ich insbesondere SciFi-Filme und Fantasy (Herr der Ringe). In einem früheren Leben habe ich mal Geschichte und Politikwissenschaft studiert. Aus diesem Grund mag ich auch Filme mit historischem Stoff oder alte Stummfilmklassiker, was sich auch in meinen bisherigen Artikeln niederschlägt.
Seit 2021 mache ich Letterboxd unsicher und seitdem hat sich mein Filmgeschmack auf alle möglichen Genres ausgedehnt. Sogar an Horrorfilme traue ich mich vermehrt heran und der ein oder andere Arthouse-Film hat es seitdem auch in mein Tagebuch geschafft.
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Meine Lieblingsfilme sind:
Rogue One: A Star Wars Story, Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück, Blues Brothers, Kill Bill, The Dark Knight, Der Pate, Terminator 2: Tag der Abrechnung, Watchmen: Die Wächter, Pulp Fiction, Atomic Blonde, Avengers: Infinity War (keine bestimmte Reihenfolge)
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Eine RiMa Koproduktion | Pressematerial: Queens of the Dead | 2025 © Filmperlen Filmverleih