Resident Evil – Filmkritik

Gestaltete Grafik zur Filmkritik von Resident Evil, aus dem Jahr 2026, auf einem rustikalen Holzhintergrund mit verstreuten Herbstblättern. Links befinden sich eine Filmklappe, eine Tafel mit der Aufschrift „FILM“ und eine Schüssel Popcorn. Rechts ist ein eingearbeitetes Filmposter zu sehen, das Austin Abrams mit blutverschmierten Gesicht und aufgerissenen Augen zeigt. Er lehnt an einer Wand, die ebenso mit Blut bespritzt ist und Risse hat. Neben ihm sieht man das Rohr einer Schrotflinte aufragen. Oben rechts steht der Filmtitel Resident Evil in geschwungener Schrift. Die Grafik kombiniert Kinoelemente mit herbstlicher Dekoration.

Tja, mein Artikel zu den besten Horrorvideospielverfilmungen wird nach dieser Kritik zu Resident Evil nicht gut altern. Böse bin ich darüber aber definitiv nicht, ganz im Gegenteil. Denn Videospielverfilmungen haben zwar mittlerweile einen deutlich besseren Stand als noch vor ein paar Jahren und es gibt durchaus ein paar empfehlenswerte, qualitative und Vorlagengetreue Adaptionen im Film- und Serienbereich stand Oktober 2026. Aber es ist immer noch eine Minderheit und trotz hoher Produktionsqualität und der inhaltlichen Nähe zu den Spielen hat noch immer kein Werk vollständig verstanden auch das Gefühl eines Videospiels und ganz spezifisch das der eigenen Vorlage und des jeweiligen Spieletypus in das filmische Medium zu übertragen. Bis jetzt.

Ein Beitrag von: Rick

7–11 Minuten

Wovon handelt Resident Evil?

Der Kurierfahrer Bryan (Austin Abrams) übernimmt einen scheinbar gewöhnlichen Lieferauftrag, der ihn in die abgelegene Umgebung von Raccoon City führt. Doch während seiner nächtlichen Fahrt gerät die Situation zunehmend außer Kontrolle. Eine Reihe erschreckender Ereignisse verwandelt seinen Auftrag in einen erbarmungslosen Kampf ums Überleben, bei dem Bryan mit einer Bedrohung konfrontiert wird, deren Ausmaß er zunächst nicht begreift. Inmitten von Chaos, Gewalt und unheimlichen Begegnungen muss er versuchen, die Nacht zu überstehen. Der Film verbindet Survival-Horror mit actionreichen Verfolgungen und grotesken Kreaturen. Dabei orientiert sich die Neuinterpretation stärker an der Atmosphäre der Videospielvorlage und setzt auf eine eigenständige Geschichte, statt bekannte Handlungsstränge der bisherigen Filmreihe erneut aufzugreifen.

Hintergrundinfos zum Film

Resident Evil ist ein US-amerikanisch-deutscher Horrorfilm aus dem Jahr 2026 und eine Neuinterpretation der gleichnamigen Videospielreihe von Capcom. Regie führte Zach Cregger, der auch gemeinsam mit Shay Hatten das Drehbuch verfasste. Cregger machte sich zuvor mit den Horrorfilmen Barbarian und Weapons einen Namen. Produziert wurde der Film unter anderem von Constantin Film, Davis Films und Vertigo Entertainment in Zusammenarbeit mit PlayStation Productions. Die Dreharbeiten fanden ab Oktober 2025 in Prag und Umgebung statt. Für die Kameraarbeit war Dariusz Wolski verantwortlich, die Filmmusik komponierten Ryan und Hays Holladay. In den Hauptrollen sind Austin Abrams, Zach Cherry, Kali Reis und Paul Walter Hauser zu sehen. Anders als die früheren Realverfilmungen erzählt der Film eine eigenständige Geschichte innerhalb des Resident Evil -Universums. Der deutsche Kinostart erfolgte am 17. September 2026.

Das erste Level von von Zach Creggers Resident Evil

(von links nach rechts) Austin Abrams, Andrea Miltnerova und Johnno Wilson spielen die Hauptrollen in dem von Constantin Film und Columbia Pictures produzierten Film RESIDENT EVIL unter der Regie von Zach Cregger.
Er hat sie nur überfahren, nicht infiziert — Resident Evil | 2026 © Constantin Film | Columbia Pictures | Foto: Dušan Martinček

Zach Creggers Filmversion der legendären Spielreihe beginnt unaufgeregt, fast schon wie eine Folge einer Nachmittagssendung. Bryan, fantastisch in jeglichen geforderten Belangen von Austin Abrams verkörpert, ist Paketbote für Krankenhäuser und nimmt des Geldes wegen noch einen späten Auftrag an. Nach Zombies und mutierten Monstern wirkt hier erstmal gar nichts. All das entfaltet sich später im Film immer extremer, doch zunächst muss Bryan sich mit kryptischen Aussagen herumschlagen, sich orientieren, nach dem Abgabeort seines vorherigen Auftrages suchen, das nächste Objekt einsammeln und kleine, unwichtige Entscheidungen treffen. In der Gewohnheit eines typischen Spielfilms mag das zunächst irritieren und erzählerisch wenig flüssig wirken. Doch das ist alles pure Absicht. Etablieren der grundlegenden spielerischen Möglichkeiten und des Ziels, Worldbuilding über Erzählungen, Gegenstände und absurde Interaktionsmöglichkeiten, begrenzter, klar definierter Bewegungsraum. Schon die ersten fünf Minuten zeigen, dass Cregger verstanden hat wie Survival Horrorspiele funktionieren, ohne, dass der Horror überhaupt präsent sein muss.

Immersion durch Austauschbarkeit

Das Bild zeigt Bryan (Austin Abrams) aus dem Film RESIDENT EVIL, der einen Gegenstand mit beiden Händen trägt und eine beschneite Straße entlang einer Häuserfront und parkenden Autos rennt. Auf der linken Seite des Bildes ist eine Lebensform, die nicht erkennbar ist, gegen ein Auto gekracht und das Blut spritzt und verteilt sich auf Heckscheibe und Motorhaube
Spießrutenlauf Zombie Edition — Resident Evil | 2026 © Constantin Film | TriStar Pictures | Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Sony Pictures

Bryan ist nicht charakterlos, aber er ist austauschbar, ein normaler, unauffälliger Typ ohne Heldeneigenschaften, krasse Fähigkeiten oder einem mit dem Szenario verbundenen Hintergrund. Und das ist in diesem Fall etwas Gutes, denn er dient als Hülle in die sich die Spieler*innen hineinversetzen können. Das ist besonders clever konzipiert, weil grade die Spiele immer Charaktere an der spielbaren Front nutzen die fast schon übermenschlich stark, resistent und Ultra cool sind. Aber Bryan stellt uns dar. Die Leute die diese coolen Leute steuern, selber aber keinen Schritt gehen würden, wenn hinter der nächsten Ecke etwas knurrt, selber keine Ahnung von Schusswaffen, oder Kampftraining haben, Panik schieben und dumme Entscheidungen treffen würden. Und all das machen wir beim Spielen sogar, obwohl wir diese coolen Figuren spielen. Außerdem redet Bryan ständig mit sich selbst, spricht Gedanken laut aus, flucht vor sich hin als Reaktion auf Situationen. Auch das ist typisch Spielfigur und typisch Spieler*innen.

Easter Eggs nicht um der Fans willen

Das Bild zeigt Bryan (Austin Abrams) in einem gekachelten Gang in Dunkeln. Er feuert ein Maschinengewehr ab
Irgendwie drauf los ballern wird hoffentlich helfen — Resident Evil | 2026 © Constantin Film | TriStar Pictures | Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Sony Pictures
Das Bild ist eine Werbeanzeige zu Horrorfilmen auf Thalia

Der 2026er-Reboot wirft den Zuschauer*innen nicht einfach nur die bekannten Charaktere in mehr oder weniger passend gecasteten Versionen und ein paar lieblos platzierte Easter Eggs vor die Füße. Nicht, dass es Easter Eggs nicht gäbe, ganz im Gegenteil bietet Resident Evil haufenweise davon. Aber sie sind immer mit einer Pointe oder einem Nutzen integriert und verkommen, genauso wenig wie die Gewalt, nie zum Selbstzweck. Cregger hat die Spiele gespielt und auch ein Interesse daran die ikonischen Elemente wie die Schreibmaschine und das Gesundheitsspray Teil seines Films sein zu lassen. Er packt sie nicht nur rein, weil sie zum Franchise gehören und von den Fans erwartet werden. Das gibt dem Film eine gewisse Wärme, ein Herz, ein Gefühl von Vollwertigkeit und passioniertem Projekt, anstatt, dass alles nur nach kalkuliertem Produkt wirkt. Natürlich ist der 80 Millionen Dollar teure Film einer bekannten Marke ein Produkt. Aber es fühlt sich nicht danach an.

Mechaniken und Perspektive übertragen in Dramaturgie

Das Bild zeigt Bryan (Austin Abrams) aus dem Film RESIDENT EVIL. Er hält ein Maschinengewehr vor sich. Im Hintergrund sieht man ein Gebäude mit einem Leuchtschild auf dem EMERGENCY steht. Darunter sind mehrere Menschen hinter einer Glasfront zu sehen
Das finale Level — Resident Evil | 2026 © Constantin Film | Columbia Pictures | Foto: Dušan Martinček

Das absolute Highlight dieser filmischen Adaption der Kultspielereihe ist aber, dass er es schafft durch die Spielmechaniken und die Perspektive die Dramaturgie zu gestalten. Die Kamera verlässt nur ein einziges Mal Bryan und das mit sinnvoller Begründung. Den kompletten restlichen Film sehen wir entweder aus einer für filmische Verhältnisse angepassten Third-Person Perspektive, oder, bei für Bryan immens intensiven Situationen, aus der First-Person Perspektive. Dadurch sind wir so nah am Gefühl Bryan selbst zu spielen sind wie es nur geht. Zudem entstehen Situationen aus den Notwendigkeiten, den Grenzen und Möglichkeiten des jeweiligen Levels und sie lösen sich auch nur durch Bryans Interaktion mit jenen auf. Grundlegende Survival-Horror Spielprinzipien wie die Vorhängeschlösser, oder die nächste Waffe samt Munitionssuche, Munitionsknappheit und Inventarmanagement werden dabei immer wieder essenziell für die dramaturgische Zuspitzung und sind nicht nur unterhaltsamer, aber irrelevanter Teil des Ganzen. Selbst die obligatorische, findbare Notiz eines Verstorbenen gehört dazu.

Das letzte Level der Kritik zum 2026er Resident Evil

Das Bild zeigt Bryan (Austin Abrams) mit blutverschmierten Gesicht und einer Rescue Tasche umgeschlungen. Er stemmt eine Doppeltür zu, die zwei Scheiben hat. An den Scheiben sind mehrere blutende Hände zu sehen
Zombies hinter der Tür. Ein Klassiker — Resident Evil | 2026 © Constantin Film | Columbia Pictures | Foto: Dušan Martinček
Werbebild für EMP Horror-Merch. Eine Person mit Ghostface-Maske aus dem Film Scream steht in einem dunklen, bewaldeten Gebiet. Links im Bild steht der Text: „EMP Horror Merch – Für alle, die das Dunkle lieben. Gruselig, ikonisch, kompromisslos: Mit dem Horror-Merch von EMP tauchst du ein in die Welt der Albträume. Ob Halloween, Saw, Pennywise oder The Nun – hier findest du alles, was dein dunkles Fanherz begehrt. Von limitierten Sammlerfiguren über stylische Shirts bis hin zu Deko für dein persönliches Gruselkabinett.“ Unten rechts befindet sich ein „Shop Now“-Button.

… dreht sich rein darum, dass der Film ganz nebenbei auch noch unverschämt stilsicher und ästhetisch aussieht, ein wahnsinnig durchdringendes und beklemmendes Sounddesign besitzt und absolut punktgenaues Comedy-Timing vorzuweisen hat. Dazu kommen durch die Bank weg gelungene VFX und SFX für die Kreaturen, Umgebungen und Action Setpieces und ein Score der genial einen Klassiker des Monsterkinos referenziert und zugleich gewissermaßen persifliert. Die Kameraarbeit ist schon durch die Perspektiven erwähnt worden, doch hier sei auch noch mal betont, dass Resident Evil nicht eine einzige Stelle durch Wackelkamera beim Laufen vermeintlich intensivieren will. Stattdessen bleibt die Kamera selbstbewusst immer klar und übersichtlich, weil die Spannung durch die Ausrichtung und die gezielten Bewegungen erwirkt wird. Zu guter Letzt ist auch die Atmosphäre durch all diese ineinandergreifenden Komponenten zum Schneiden dicht und einnehmend und das trotz der permanenten humoristischen Absurditäten. Beides gibt sich die Hand, ergänzt sich.

Fazit zu Resident Evil

Als Film für sich genommen kann man sich mit Sicherheit an Logiklücken, fehlender Charaktertiefe oder der ungewohnten Struktur stören. Genauso wie auch am eventuell etwas abruptem Ende, welches aber unausweichlich so, oder so ähnlich passieren musste, da der Film während Teil Zwei und Drei der Spiele angesiedelt ist und das konsequent beachtet. Doch als Adaption, grade im Hinblick darauf welches Medium und speziell welcher Teil dieses Mediums hier in ein anderes übersetzt wird, ist das Werk unangreifbar. Weil er nicht kopiert, nicht nur aufsagt. Er adaptiert tatsächlich. Nur eben nicht die Geschichte der Vorlage, sondern das Gefühl. Zach Creggers Resident Evil ist ein einzigartiges Projekt und dazu noch ein wahnsinnig guter, weil intensiver und handwerklich hervorragender Horror- und Comedyfilm.

Werdet ihr euch Resident Evil ansehen?


TRAILER: © Constantin Film | TriStar Pictures

Grafik zur Filmkritik von Resident Evil (2026) auf einem dunklen Holzuntergrund mit herbstlichen Blättern als Dekoration. Die Grafik enthält Produktionsdaten zum Film, darunter Regie von Zach Cregger, eine Laufzeit von 94 Minuten, die Altersfreigabe FSK 16 sowie die Genres Horror, Thriller, Body Horror, Monsterfilm, Zombiefilm und Science Fiction. Rechts sind mehrere Darsteller:innen aufgelistet. Im unteren Bereich befinden sich eine Filmklappe und eine Schüssel Popcorn. Die Bewertung der Kritik lautet deutlich sichtbar: „10 von 10 Punkten“.

Über den Autor

Ein junger Mann namens Rick, Redakteur bei Passion of Arts, hockt lächelnd im Freien. Er trägt einen schwarzen Hoodie und eine schwarze Cap mit rundem Logo und zeigt ein Peace‑Zeichen. Hinter ihm stehen mehrere kunstvolle Metall‑ und Holzskulpturen, die wie Roboter wirken. Die gesamte Szene hat eine malerische, leicht gemalte Optik.

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Pressestimmen zu Resident Evil

Bastian G. von filmfutter.com
„Vielleicht lässt sich festhalten, dass Creggers Film eher eine schwer unterhaltsame Hommage an und nicht die ultimative Adaption von Resident Evil ist.“ 4 von 5 Punkten.

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Oliver Armknecht von Film-Rezensionen.de
„In Resident Evil will ein Kurierfahrer eigentlich nur eine wertvolle medizinische Fracht transportieren und landet plötzlich in einem Zombie-Ausbruch. Die Adaption der beliebten Videospiele überrascht durch einen ungewohnt alltäglichen Helden und viel Humor. Einem puristischen Publikum könnte das missfallen, der Spaßfaktor ist aber enorm hoch. Neben dem komödiantisch talentierten Hautdarsteller bleiben aber auch die bizarren Monster in Erinnerung.“ 8 von 10 Punkten.

⁘

Lukas Hoffmann von Kinozeit.de
Resident Evil ist ein mehr als gelungener Horrorfilm, und die vermutlich rundeste Videospiel-Adaption, die bis dato ihren Weg auf die große Leinwand finden durfte. 5 von 5 Punkten.

Pressematerial: Resident Evil | 2026 © Constantin Film | TriStar Pictures

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