Tja, mein Artikel zu den besten Horrorvideospielverfilmungen wird nach dieser Kritik zu Resident Evil nicht gut altern. Böse bin ich darüber aber definitiv nicht, ganz im Gegenteil. Denn Videospielverfilmungen haben zwar mittlerweile einen deutlich besseren Stand als noch vor ein paar Jahren und es gibt durchaus ein paar empfehlenswerte, qualitative und Vorlagengetreue Adaptionen im Film- und Serienbereich stand Oktober 2026. Aber es ist immer noch eine Minderheit und trotz hoher Produktionsqualität und der inhaltlichen Nähe zu den Spielen hat noch immer kein Werk vollständig verstanden auch das Gefühl eines Videospiels und ganz spezifisch das der eigenen Vorlage und des jeweiligen Spieletypus in das filmische Medium zu übertragen. Bis jetzt.
Ein Beitrag von: Rick
Wovon handelt Resident Evil?
Der Kurierfahrer Bryan (Austin Abrams) übernimmt einen scheinbar gewöhnlichen Lieferauftrag, der ihn in die abgelegene Umgebung von Raccoon City führt. Doch während seiner nächtlichen Fahrt gerät die Situation zunehmend außer Kontrolle. Eine Reihe erschreckender Ereignisse verwandelt seinen Auftrag in einen erbarmungslosen Kampf ums Überleben, bei dem Bryan mit einer Bedrohung konfrontiert wird, deren Ausmaß er zunächst nicht begreift. Inmitten von Chaos, Gewalt und unheimlichen Begegnungen muss er versuchen, die Nacht zu überstehen. Der Film verbindet Survival-Horror mit actionreichen Verfolgungen und grotesken Kreaturen. Dabei orientiert sich die Neuinterpretation stärker an der Atmosphäre der Videospielvorlage und setzt auf eine eigenständige Geschichte, statt bekannte Handlungsstränge der bisherigen Filmreihe erneut aufzugreifen.
Hintergrundinfos zum Film
Resident Evil ist ein US-amerikanisch-deutscher Horrorfilm aus dem Jahr 2026 und eine Neuinterpretation der gleichnamigen Videospielreihe von Capcom. Regie führte Zach Cregger, der auch gemeinsam mit Shay Hatten das Drehbuch verfasste. Cregger machte sich zuvor mit den Horrorfilmen Barbarian und Weapons einen Namen. Produziert wurde der Film unter anderem von Constantin Film, Davis Films und Vertigo Entertainment in Zusammenarbeit mit PlayStation Productions. Die Dreharbeiten fanden ab Oktober 2025 in Prag und Umgebung statt. Für die Kameraarbeit war Dariusz Wolski verantwortlich, die Filmmusik komponierten Ryan und Hays Holladay. In den Hauptrollen sind Austin Abrams, Zach Cherry, Kali Reis und Paul Walter Hauser zu sehen. Anders als die früheren Realverfilmungen erzählt der Film eine eigenständige Geschichte innerhalb des Resident Evil -Universums. Der deutsche Kinostart erfolgte am 17. September 2026.
Das erste Level von von Zach Creggers Resident Evil

Auch interessant: Nenne ein Spiel mit Zombies
Zach Creggers Filmversion der legendären Spielreihe beginnt unaufgeregt, fast schon wie eine Folge einer Nachmittagssendung. Bryan, fantastisch in jeglichen geforderten Belangen von Austin Abrams verkörpert, ist Paketbote für Krankenhäuser und nimmt des Geldes wegen noch einen späten Auftrag an. Nach Zombies und mutierten Monstern wirkt hier erstmal gar nichts. All das entfaltet sich später im Film immer extremer, doch zunächst muss Bryan sich mit kryptischen Aussagen herumschlagen, sich orientieren, nach dem Abgabeort seines vorherigen Auftrages suchen, das nächste Objekt einsammeln und kleine, unwichtige Entscheidungen treffen. In der Gewohnheit eines typischen Spielfilms mag das zunächst irritieren und erzählerisch wenig flüssig wirken. Doch das ist alles pure Absicht. Etablieren der grundlegenden spielerischen Möglichkeiten und des Ziels, Worldbuilding über Erzählungen, Gegenstände und absurde Interaktionsmöglichkeiten, begrenzter, klar definierter Bewegungsraum. Schon die ersten fünf Minuten zeigen, dass Cregger verstanden hat wie Survival Horrorspiele funktionieren, ohne, dass der Horror überhaupt präsent sein muss.
Immersion durch Austauschbarkeit

Auch interessant: Die 5 besten Filme mit Horror-Potential
Bryan ist nicht charakterlos, aber er ist austauschbar, ein normaler, unauffälliger Typ ohne Heldeneigenschaften, krasse Fähigkeiten oder einem mit dem Szenario verbundenen Hintergrund. Und das ist in diesem Fall etwas Gutes, denn er dient als Hülle in die sich die Spieler*innen hineinversetzen können. Das ist besonders clever konzipiert, weil grade die Spiele immer Charaktere an der spielbaren Front nutzen die fast schon übermenschlich stark, resistent und Ultra cool sind. Aber Bryan stellt uns dar. Die Leute die diese coolen Leute steuern, selber aber keinen Schritt gehen würden, wenn hinter der nächsten Ecke etwas knurrt, selber keine Ahnung von Schusswaffen, oder Kampftraining haben, Panik schieben und dumme Entscheidungen treffen würden. Und all das machen wir beim Spielen sogar, obwohl wir diese coolen Figuren spielen. Außerdem redet Bryan ständig mit sich selbst, spricht Gedanken laut aus, flucht vor sich hin als Reaktion auf Situationen. Auch das ist typisch Spielfigur und typisch Spieler*innen.
Easter Eggs nicht um der Fans willen

Auch interessant: Onslaught – Filmkritik

Der 2026er-Reboot wirft den Zuschauer*innen nicht einfach nur die bekannten Charaktere in mehr oder weniger passend gecasteten Versionen und ein paar lieblos platzierte Easter Eggs vor die Füße. Nicht, dass es Easter Eggs nicht gäbe, ganz im Gegenteil bietet Resident Evil haufenweise davon. Aber sie sind immer mit einer Pointe oder einem Nutzen integriert und verkommen, genauso wenig wie die Gewalt, nie zum Selbstzweck. Cregger hat die Spiele gespielt und auch ein Interesse daran die ikonischen Elemente wie die Schreibmaschine und das Gesundheitsspray Teil seines Films sein zu lassen. Er packt sie nicht nur rein, weil sie zum Franchise gehören und von den Fans erwartet werden. Das gibt dem Film eine gewisse Wärme, ein Herz, ein Gefühl von Vollwertigkeit und passioniertem Projekt, anstatt, dass alles nur nach kalkuliertem Produkt wirkt. Natürlich ist der 80 Millionen Dollar teure Film einer bekannten Marke ein Produkt. Aber es fühlt sich nicht danach an.
Mechaniken und Perspektive übertragen in Dramaturgie

Auch interessant: Die 5 besten Remakes
Das absolute Highlight dieser filmischen Adaption der Kultspielereihe ist aber, dass er es schafft durch die Spielmechaniken und die Perspektive die Dramaturgie zu gestalten. Die Kamera verlässt nur ein einziges Mal Bryan und das mit sinnvoller Begründung. Den kompletten restlichen Film sehen wir entweder aus einer für filmische Verhältnisse angepassten Third-Person Perspektive, oder, bei für Bryan immens intensiven Situationen, aus der First-Person Perspektive. Dadurch sind wir so nah am Gefühl Bryan selbst zu spielen sind wie es nur geht. Zudem entstehen Situationen aus den Notwendigkeiten, den Grenzen und Möglichkeiten des jeweiligen Levels und sie lösen sich auch nur durch Bryans Interaktion mit jenen auf. Grundlegende Survival-Horror Spielprinzipien wie die Vorhängeschlösser, oder die nächste Waffe samt Munitionssuche, Munitionsknappheit und Inventarmanagement werden dabei immer wieder essenziell für die dramaturgische Zuspitzung und sind nicht nur unterhaltsamer, aber irrelevanter Teil des Ganzen. Selbst die obligatorische, findbare Notiz eines Verstorbenen gehört dazu.
Das letzte Level der Kritik zum 2026er Resident Evil

Auch Interessant: Obsession – Du sollst mich lieben – Filmkritik

… dreht sich rein darum, dass der Film ganz nebenbei auch noch unverschämt stilsicher und ästhetisch aussieht, ein wahnsinnig durchdringendes und beklemmendes Sounddesign besitzt und absolut punktgenaues Comedy-Timing vorzuweisen hat. Dazu kommen durch die Bank weg gelungene VFX und SFX für die Kreaturen, Umgebungen und Action Setpieces und ein Score der genial einen Klassiker des Monsterkinos referenziert und zugleich gewissermaßen persifliert. Die Kameraarbeit ist schon durch die Perspektiven erwähnt worden, doch hier sei auch noch mal betont, dass Resident Evil nicht eine einzige Stelle durch Wackelkamera beim Laufen vermeintlich intensivieren will. Stattdessen bleibt die Kamera selbstbewusst immer klar und übersichtlich, weil die Spannung durch die Ausrichtung und die gezielten Bewegungen erwirkt wird. Zu guter Letzt ist auch die Atmosphäre durch all diese ineinandergreifenden Komponenten zum Schneiden dicht und einnehmend und das trotz der permanenten humoristischen Absurditäten. Beides gibt sich die Hand, ergänzt sich.
Fazit zu Resident Evil
Als Film für sich genommen kann man sich mit Sicherheit an Logiklücken, fehlender Charaktertiefe oder der ungewohnten Struktur stören. Genauso wie auch am eventuell etwas abruptem Ende, welches aber unausweichlich so, oder so ähnlich passieren musste, da der Film während Teil Zwei und Drei der Spiele angesiedelt ist und das konsequent beachtet. Doch als Adaption, grade im Hinblick darauf welches Medium und speziell welcher Teil dieses Mediums hier in ein anderes übersetzt wird, ist das Werk unangreifbar. Weil er nicht kopiert, nicht nur aufsagt. Er adaptiert tatsächlich. Nur eben nicht die Geschichte der Vorlage, sondern das Gefühl. Zach Creggers Resident Evil ist ein einzigartiges Projekt und dazu noch ein wahnsinnig guter, weil intensiver und handwerklich hervorragender Horror- und Comedyfilm.
Werdet ihr euch Resident Evil ansehen?
TRAILER: © Constantin Film | TriStar Pictures

Über den Autor
RICK
Redakteur
Ich bin Rick und seit ich mit sieben Jahren „Jurassic Park“ gesehen habe, fasziniert von Filmen. Videospiele, Serien und Bücher füllen den Rest meiner Freizeit auf, wenn ich nicht grade am schreiben von Kurzgeschichten sitze.
Außerdem schreibe ich zu so gut wie jedem gesehenen Film eine Review auf dem Film Social Media Letterboxd.
Meine Lieblingsfilme sind:
Jurassic Park, Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt, Poor Things, Scream – Schrei!, Drachen zähmen leicht gemacht, Dune Part Two und The Lighthouse – Der Leuchtturm
Am liebsten schaue ich mir Filme von und mit Guillermo del Toro, Robert Eggers, Anya Taylor Joy und Denis Villeneuve an.

»Life, uh, finds a way«
– Jurassic Park –
Infos für dich & wie du uns unterstützen kannst:
Transparenzhinweis: Affiliate-Programme
Wir möchten dich darüber informieren, dass wir an Affiliate-Programmen teilnehmen. Das bedeutet, dass wir eine kleine Provision erhalten können, wenn du über einen unserer Links Produkte oder Dienstleistungen kaufst. Für dich entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten – der Preis bleibt derselbe.
Durch diese Unterstützung können wir unsere Inhalte weiterhin kostenlos zur Verfügung stellen und stetig verbessern. Vielen Dank, dass du uns auf diese Weise hilfst!
Dir gefällt was wir machen? Dann supporte uns! Kommentiere, teile und like unsere Beiträge auch in Social Media. Mit deiner Unterstützung sorgst du dafür, dass die Seite weiter betrieben werden kann.
Hinweis zum Urheberrecht:
Alle Texte auf diesem Blog sind urheberrechtlich geschützt. Eine Verwendung, Vervielfältigung oder Weitergabe – ganz oder in Teilen – ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung gestattet. Zitate sind unter korrekter Quellenangabe erlaubt. Bei Fragen zur Nutzung bitte Kontakt aufnehmen.
Pressestimmen zu Resident Evil
Bastian G. von filmfutter.com
„Vielleicht lässt sich festhalten, dass Creggers Film eher eine schwer unterhaltsame Hommage an und nicht die ultimative Adaption von Resident Evil ist.“ 4 von 5 Punkten.
⁘
Oliver Armknecht von Film-Rezensionen.de
„In Resident Evil will ein Kurierfahrer eigentlich nur eine wertvolle medizinische Fracht transportieren und landet plötzlich in einem Zombie-Ausbruch. Die Adaption der beliebten Videospiele überrascht durch einen ungewohnt alltäglichen Helden und viel Humor. Einem puristischen Publikum könnte das missfallen, der Spaßfaktor ist aber enorm hoch. Neben dem komödiantisch talentierten Hautdarsteller bleiben aber auch die bizarren Monster in Erinnerung.“ 8 von 10 Punkten.
⁘
Lukas Hoffmann von Kinozeit.de
Resident Evil ist ein mehr als gelungener Horrorfilm, und die vermutlich rundeste Videospiel-Adaption, die bis dato ihren Weg auf die große Leinwand finden durfte. 5 von 5 Punkten.
Pressematerial: Resident Evil | 2026 © Constantin Film | TriStar Pictures