Heute reden wir über Content – genauer gesagt über die Top 5 FYP Filme. Wir begeben uns damit erneut in die Regionen einer kleinen Hommage an ein Video von Patrick H Willems, der sich vor gut einem Jahr sehr ausführlich über Kurzvideoplattformen und das daraus entstandene Nutzerverhalten aufgeregt hat. Doch anstatt mich darüber zu beschweren, bin ich etwas wohlgesonnener gestimmt: Ich möchte mir heute fünf Filme herauspicken, die vielleicht erst durch die üblichen Hochformat-Videoplattformen überhaupt mein Interesse geweckt und im Anschluss den Weg auf meine Watchlist gefunden haben.
Ein Beitrag von: Lennart Goebel
Die Rubrik „Die 5 BESTEN am DONNERSTAG“ erklärt 🌟🎥
Diese beliebte Rubrik wurde von der Bloggerin und Illustratorin Gorana Guiboud ins Leben gerufen. Und wir haben die Ehre erhalten, diese weiter zu führen, nachdem sie das Bloggen aufgegeben hatte. Jeden Donnerstag gibt es hier die spannendsten Listen, Rankings und Empfehlungen aus der Welt der Filme, Serien, Bücher oder anderer kreativer Themen.
Das Besondere: Jede Person mit einem eigenen Blog oder einer kreativen Plattform kann mitmachen! Ihr könnt eure eigenen Bestenlisten erstellen, sie in einem Beitrag veröffentlichen und auf unsere Rubrik verweisen. Oder eure Top 5 einfach in den Kommentaren unter unseren Beiträgen teilen. So entsteht eine lebendige, vielfältige Sammlung von Empfehlungen, die von der Community getragen wird. 💬🌟
Egal ob Klassiker, moderne Meisterwerke, Nischenperlen oder persönliche Favoriten. Hier zählt eure Sicht auf das Beste, eure Begeisterung und eure Perspektive. Die Rubrik bietet nicht nur Inspiration für Film- und Buchfans. Sondern auch die Möglichkeit, sich zu vernetzen, auszutauschen und gemeinsam cineastische und kreative Highlights zu entdecken. 🎥🥋📚
Seid dabei, lasst euch inspirieren. Diskutiert mit und zeigt, welche fünf Favoriten ihr für die kommende Woche auf eurem Radar habt. DIE 5 BESTEN am DONNERSTAG sind eure Bühne! 🌟🍿✨
Top 5 FYP Filme – Der Abgrund der visuellen Unterhaltung

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Wir leben in einer sehr komischen Zeit. Über das letzte Jahrzehnt hinweg hat sich unser digitales Umfeld in eine seltsame Unterhaltungslandschaft verwandelt. Ich erwische mich immer öfter in Momenten, meistens im Zug, wenn draußen die Landschaft monoton vorbeizieht oder der Alltag kurz Pause macht. Wenn ich plötzlich mein Smartphone in den Händen halte, ohne mich bewusst dafür entschieden zu haben. Oder ich sitze am friedlichsten Ort der Welt und schließe meine Finger um den 6 bis 7 Zoll großen Aluminiumziegelstein, anstatt zum dritten Mal die Rückseite einer Shampoo-Flasche zu studieren. Mein Daumen wischt fast schon mechanisch von unten nach oben.
Ein politischer Kommentar, ein Schneeballsystem, ein Elternratgeber, ein Thirst Trap, eine Werbung, noch eine Werbung, eine als Content getarnte Werbung und danach direkt noch fünf weitere dieser Art. Seltener mal interessenspezifischer Meinungs-Content und hier und da ein Trailer. Der Doomscroll läuft, und ein Short-Form-Video nach dem anderen huscht an meiner Aufmerksamkeit vorbei. Seichte Unterhaltung, schnelle Reize, Memes, belangloser Content. Eigentlich ist es nichts weiter als modernes Hintergrundrauschen – Ablenkung von dem, was wir früher Langeweile genannt haben, ersetzt durch etwas, das nur ein wenig weniger langweilig ist als herkömmliche Langeweile. Visueller Background Noise, den man konsumiert, um die Stille nicht aushalten zu müssen, der aber sekundenversetzt schon wieder komplett aus dem Gedächtnis gestrichen ist.
Top 5 FYP Filme – Doch dann gibt es diese seltenen Ausreißer.
Plötzlich stoppt der Daumen. Kein Newsflash, kein „Bread“-Moment – vielleicht ein Stein, der eine Klippe heruntergeschmissen wird, oder ein völlig kontextloser 40-Sekunden-Clip einer intensiv gespielten Szene. Vielleicht ein beklemmender Monolog oder ein bildgewaltiger Moment, der sich ohne Vorwarnung durch das träge Scrollen frisst und einen augenblicklich packt. Kein Titel im Video, keine Erklärung, nur die blanke Szene. Manchmal bekannt, doch häufig genug – bis auf das eine vertraute Gesicht – genauso unbekannt wie die letzten fünf Videos davor. Aber deutlich bemerkbarer. Und ehe man sich versieht, wischt man direkt in die Kommentare, auf der fieberhaften Suche nach dieser einen, universellen Frage, die dort gefühlt hundertfach steht: „Name?“
Genau über diesen Weg landen heutzutage Filme auf unserer Watchlist (oder zumindest auf meiner), die wir ohne die unberechenbare Mechanik des Algorithmus vielleicht nie auf dem Schirm gehabt hätten (den aktuellen Hype-Meteoren Obsession – Du Sollst mich lieben lassen wir an dieser Stelle mal bewusst außen vor, dem habe ich ja gerade erst eine ausführliche Review gewidmet). Und ich meine hier auch nicht das ewige Reposten eines unglaublich immersiven Soundbits aus einem Trailer, wie zuletzt bei Dune: Part Two. Sondern einfach nur einen Clip aus einem Film, der schon lange erschienen ist, aber bis heute nie auf meinem Radar auftauchte. Es ist eine faszinierende, neue Art der Entdeckung: Ein einzelner Filmschnipsel wird zum Haken, der einen tiefer ziehen will.
Top 5 FYP Filme, oder Filme die man aus Social Media Content Schnipsel kennt
Heute soll es genau um diese Art von Filmen gehen. Das Ganze ist natürlich sehr subjektiv, bedingt durch den modernen Algorithmus, den jeder von uns in seiner täglichen Nutzung individuell pflegt. Ich habe auf diese Weise auch schon großartige Kurzfilme entdeckt oder – wie im Beispiel von Obsession – Du Sollst mich lieben gesehen – erlebt, wie Menschen daraus eine Karriere machen. Für diesen Beitrag habe ich mich für fünf Filme entschieden, die ich selbst noch nicht gesehen habe, die aber mittlerweile fest auf meiner Watchlist stehen. Dabei möchte ich jeweils auf den konkreten Clip eingehen (und diesen, falls ich ihn wiederfinde, auch verlinken).
Keinen dieser Filme habe ich bis jetzt komplett gesehen, aber ich habe die eine oder andere Anekdote dazu. Eigentlich will ich heute also fünf Watchlist-Einträge mit euch teilen, die einzig durch TikTok (oder in meinem Fall Instagram) ihren Weg zu mir gefunden haben. Und vielleicht sprechen wir auch darüber, warum ich sie trotzdem noch nicht gesehen habe – aber das ist noch einmal ein ganz anderes Thema für einen anderen Tag: „5 Gründe, warum deine Watchlist immer weiter wächst …“ Lasst mich gerne wissen, ob ihr darauf Bock hättet!
Okay, bevor wir starten: Gibt es noch etwas zu sagen oder hinzuzufügen?
Nein? Okay.
5. Demolition – Lieben und Leben (2016)

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Worum geht es in Demolition – Lieben und Leben?
Demolition – Lieben und Leben ist ein US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 2016, inszeniert von Jean-Marc Vallée und geschrieben von Bryan Sipe. Der Film eröffnete am 10. September 2015 das 40. Toronto International Film Festival und wurde damit erstmals einem internationalen Publikum vorgestellt. In den Vereinigten Staaten lief er ab dem 8. April 2016 regulär im Kino, bevor er am 16. Juni desselben Jahres auch in Deutschland startete. In der Schweiz wurde der Film schließlich am 25. August 2016 erstmals gezeigt.
Demolition – Lieben und Leben folgt dem Investmentbanker Davis Mitchell (Jake Gyllenhaal), dessen Alltag nach dem plötzlichen Verlust seiner Frau aus der gewohnten Bahn gerät. Der Unfall hinterlässt bei ihm weniger offene Trauer als ein irritierendes Gefühl der inneren Leere, das ihn dazu bringt, sein eigenes Leben infrage zu stellen. Während sein Schwiegervater Phil (Chris Cooper) ihn drängt, sich mit seinen Emotionen auseinanderzusetzen, entwickelt Davis eine ungewöhnliche Art, mit seinem Zustand umzugehen: Er beginnt, Dinge zu zerlegen und auseinanderzunehmen – nicht aus Wut, sondern aus einem schwer erklärbaren Bedürfnis heraus, Strukturen zu verstehen, die ihm entglitten sind.
In dieser Phase begegnet er Karen (Naomi Watts), einer Angestellten eines Automatenunternehmens, die selbst mit persönlichen Herausforderungen kämpft. Die zufällige Bekanntschaft entwickelt sich zu einer leisen, aber bedeutungsvollen Verbindung, die Davis erstmals wieder echte Nähe spüren lässt. Auch Karens Sohn Chris (Judah Lewis) spielt dabei eine Rolle, denn der Jugendliche bringt eine Direktheit und Unbefangenheit mit, die Davis unerwartet berührt.
Demolition – Lieben und Leben | 2016 © 20th Century Fox | EOS Entertainment
Top 5 FYP Filme – Der Clip: Jake Gyllenhaal Tanz-Szene aus Demolition
Ein Mann im Anzug verlässt die U-Bahn und tritt auf die Straßen der Großstadt. Er trägt Kopfhörer auf den Ohren und blendet die Welt um sich herum komplett aus. Während der Alltag um ihn herum hektisch und grau abspult, fängt er völlig hemmungslos an zu tanzen. Kein durchchoreografierter Tanz wie in einem klassischen Musical. Es sind völlig losgelöste Bewegungen im ganz eigenen Rhythmus. Und dabei ist ihm völlig egal, wie verwirrt oder verdutzt die Passanten ihn anstarren. Falls sie ihn in der anonymen Masse überhaupt beachten.
Warum der Clip mich anspricht und wie er auf der Watchlist landete
Wenn ich ehrlich bin, hat mich dieser Clip aus einem ganz simplen Grund erwischt. Ich habe mich darin eins zu eins selbst wiedergesehen. Ich mache das früher wie heute ganz genau so. Kopfhörer auf, Musik an und plötzlich zieht man seine eigene Show durch. Man läuft durch die Straßen und schaltet die Außenwelt komplett stumm. Abgeschottet befindet man sich vollkommen in seiner eigenen Blase. Man bewegt sich im Takt, egal wie die Leute um einen herum gucken. Genau deshalb hat mich dieser Baby Driver-artige Vibe auch sofort abgeholt. Jake Gyllenhaal spielt hier diese ungefilterte und leicht melancholische Freiheit im Alltag meisterhaft. Man kennt dieses Gefühl selbst einfach nur zu gut.
Top 5 FYP Filme – Memekultur + Zeit = Popkultur?
Und trotzdem habe ich den Film bis heute nicht gesehen. Warum das so ist, weiß ich ehrlich gesagt selbst nicht genau. Vielleicht liegt es daran, dass der Clip durch TikTok und Reels ein massives Eigenleben entwickelt hat. Ich habe diesen Schnipsel in gefühlt tausend verschiedenen Edits gesehen. Er war dabei mit den unterschiedlichsten Songs unterlegt. Bis zum Schreiben dieses Artikels wusste ich nicht einmal, welches Lied in der echten Szene läuft. Ich musste Mr. Bigs „Free Until Tomorrow“ tatsächlich erst googeln. Der Clip existierte in meinem Kopf völlig entkoppelt vom eigentlichen Film.
Diese kontextlose Entkopplung ist zwar ein großer Teil der modernen Meme-Kultur. In ihren Grundzügen war sie eigentlich genau anders gedacht. Mittlerweile gelten diese Edits oft mehr für ihren reinen Schauwert als für ihren Kontext. Ich fühle mich dabei selbst ertappt. Ich weiß nämlich nicht, warum Jakes Charakter hier durch New York tanzt. Dennoch habe ich diese Szene schon dutzende Male gesehen. Sie steht heute mehr für die Darstellung des rücksichtslosen Genießens der Musik. Buchstäblich so fühlte ich mich damals im Jahr 2024. Zu dieser Zeit kam der Song „Not Like Us“ heraus. Ich würde behaupten, dass diese Entwicklung fast schon ein Problem darstellt.
Top 5 FYP Filme – Ich bin zu alt für diesn Kram
Oder bin ich vielleicht einfach nur zu alt für diesen Scheiß? Ich komme langsam bei der Geschwindigkeit nicht mehr hinterher. Die Meme-Kultur ist heute deutlich schneller als ihre eigentlichen Ursprünge. Wer weiß heute bitte noch, warum man die Zahl 67 nicht mehr normal aussprechen kann? Dennoch hat Gyllenhaals „Literal ME“-Tanz den Film fest auf meine Watchlist verfrachtet. Bisher ist er allerdings nur tiefer in den „Sumpf der Schande“ gerutscht. Verratet mir doch mal, welche Filme bei euch auf ewig auf der Watchlist festsitzen. Auf meinen persönlichen Platz 1 kommen wir später in der Liste noch zu sprechen.
Ich weiß zwar immer noch nicht genau, worum es in dem Film geht. Den Text dazu oben habe ich mir nur kopiert. Ich kenne weder die tiefere Aussage noch den Grund für den Tanz. Das Cover und das Meme allein haben gereicht, um mein Interesse zu wecken. Es reichte bisher nur nicht genug, um ihn sofort anzusehen. Kann mir zufällig jemand sagen, wo man den Film gerade streamen kann? Ich möchte auf meiner Couch endlich das Leonardo DiCaprio Meme aus Once Upon a Time in Hollywood nachspielen.
4. Jerry und Marge – Die Lottoprofis (2022)

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Worum geht es in Jerry und Marge – Die Lottoprofis?
Jerry und Marge – Die Lottoprofis ist ein US-amerikanisches Comedy-Drama aus dem Jahr 2022, inszeniert von David Frankel und geschrieben von Brad Copeland. Der Film basiert auf einem Artikel des Journalisten Jason Fagone, der 2018 in der HuffPost erschien. Seine Premiere feierte der Film am 15. Juni 2022 beim Tribeca Film Festival, bevor er am 17. Juni 2022 auf Paramount+ veröffentlicht wurde. In Deutschland ist er seit dem 31. Dezember 2022 über den hiesigen Paramount+-Ableger verfügbar.
Im Mittelpunkt stehen Jerry Selbee (Bryan Cranston) und seine Frau Marge Selbee (Annette Bening), ein älteres Ehepaar aus der Kleinstadt Evart in Michigan. Jerry, der nach über vier Jahrzehnten in einem ungewöhnlichen Beruf – dem Erstellen von Kinderquizzen für Cornflakespackungen – in den Ruhestand gedrängt wurde, sucht nach einer neuen Aufgabe. Dabei stößt er zufällig auf ein mathematisches Schlupfloch im regionalen WinFall-Lotteriesystem. Diese Entdeckung eröffnet ihm die Möglichkeit, durch den strategischen Kauf großer Mengen an Lottoscheinen Gewinne zu erzielen, die seine Einsätze übersteigen. Gemeinsam mit Marge beginnt er, dieses System zu nutzen – nicht aus Gier, sondern mit dem Ziel, ihre Heimatstadt zu unterstützen und wiederzubeleben.
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Während Jerry und Marge ihre ungewöhnliche Unternehmung ausbauen, begegnen sie verschiedenen Menschen, die ihre Reise prägen: Bill (Rainn Wilson), Tyler Langford (Uly Schlesinger), Steve Woods (Larry Wilmore), Doug Selbee (Jake McDorman), Dawn Selbee (Anna Camp), Maya (Tracie Thoms), Howard (Michael McKean) und Shirley (Ann Harada). Die Begegnungen reichen von skeptisch über unterstützend bis hin zu herausfordernd und verleihen der Geschichte eine charmante Mischung aus Humor, Herzlichkeit und leiser Spannung. Der Film bleibt dabei stets leichtfüßig und konzentriert sich auf die Frage, wie ein Paar im späteren Lebensabschnitt ein neues Abenteuer findet – und wie diese Entdeckung nicht nur ihre Beziehung, sondern auch ihre Gemeinschaft verändert.
Jerry und Marge – Die Lottoprofis | 2022 © Paramount Pictures
Top 5 FYP Filme: Rainn Wilson Scheidungs-Clip (Clip 1)
Jerry und Marge kaufen Tickets (Clip 2)
In diesen Reels spielte für mich vor allem Rainn Wilson die Hauptrolle. Zuerst stolperte ich über den Clip mit der Scheidungs-Thematik. Die eigentliche Auflösung der Szene war damals noch gar nicht an das Video geschnitten.
Erst irgendwann später sah ich Rainn Wilson in einem weiteren Clip als Kassierer wieder. Es war vielleicht nicht exakt das zweite oben verlinkte Reel. Es war zudem in englischer Sprache. Aber es war dieser eine Moment an der Kasse. Brian Cranston versucht dort gerade achttausend Lottotickets zu kaufen. In diesem Augenblick fand ich den Filmtitel über die Google-Suche heraus. Nicht ein einziger Nutzer in den Kommentaren kannte den Namen. Der Film muss also wirklich noch sehr unbekannt sein.
Warum der Clip mich anspricht, wie er auf der Watchlist landete & was ihn als einer der FYP Filme auszeichnet
Ich schwöre bei Gott. Dieser Film ist der bisher einzige Fall dieser Art FYP Filme für mich. Ich musste mich förmlich zwingen ihn nicht direkt zu gucken. Das geschah genau als ich anfing diesen Artikel zu schreiben. Nennt mich ruhig kleingeistig oder oberflächlich. Aber die Clips und das Casting sprechen mich einfach zu sehr an. Ich vergesse nur regelmäßig dass der Film überhaupt existiert.
Der einzige Grund für meine lange Wartezeit sind diese gottverdammten Streaming-Wars. Der Film gammelt seit Ewigkeiten bei Paramount Plus herum. Ich habe gefühlt jeden Streamingdienst auf diesem Planeten abonniert. Aber diesen einen habe ich leider aktuell nicht. Beziehungsweise hatte ich ihn mal kurzzeitig. Aber das Angebot hat sich für mich einfach nicht gelohnt. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nichts von der Exklusivität des Films.
Selbst mit Zugriff gäbe es ein weiteres Hindernis. Ich will diesen Film wahrscheinlich nicht einfach nebenbei weggucken. Kennt ihr auch diese Filme für den ganz speziellen Moment? Er ist kein typisches Werk für den reinen Konsum nebenbei. Aber er ist auch kein Film für den ich den Sonntagabend opfern würde. Erst recht nicht wenn die NFL-Saison wieder vor der Tür steht. Die Prämisse spricht mich dafür einfach viel zu sehr an. Aber ich würde die NFL niemals dafür sausen lassen.
Top 5 FYP Filme: Content ist das neue Marketing?
Ich habe hier wirklich absolut nichts auszusetzen. Das Casting ist geil und die Grundidee ist ebenso geil. Nur der Zeitpunkt war bisher noch nicht der richtige. Aber das ändert sich genau jetzt. Ich gucke den Film noch heute Abend direkt nach diesem Artikel. Dann zählt er jetzt beim Schreiben doch noch als nicht gesehen oder?
Dennoch bin ich ein wenig verwundert über die aktuelle Lage. Ich habe bisher noch keinen einzigen echten Trailer gesehen. Er versteckt sich hinter einer für mich nicht zu brechenden Paywall. Man ist deshalb nirgendwo mal eben über das Werk gestolpert. Kleine Filme verschwinden heute viel zu häufig einfach im Matsch. Sie besitzen leider keine riesige Marketing-Kampagne.
Es hätte auch einer von dutzenden anderen Clips sein können. Ich sehe solche Schnipsel den ganzen Tag in meinem Feed. Ihr kennt sicher auch diese Videos mit der nervigen AI-Stimme. Die KI beschreibt euch dort quasi die gesamte Story. Das ist dann wirklich das absolute Endlevel von Brainrot. Sorry not sorry.
3. Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück (2016)

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Worum geht es in Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück?
Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück ist ein US-amerikanisches tragikomisches Filmdrama von Regisseur und Drehbuchautor Matt Ross, der darin eigene Erfahrungen aus einer alternativen Jugend verarbeitete. Nach der Premiere beim Sundance Film Festival im Januar 2016 feierte das Werk im Mai 2016 in Cannes Premiere und kam im Sommer desselben Jahres in die Kinos.
Ben (Viggo Mortensen) hat der Konsumgesellschaft abgeschworen und lebt mit seinen sechs Kindern – Bodevan (George MacKay), Kielyr (Samantha Isler), Vespyr (Annalise Basso), Rellian (Nicholas Hamilton), Zaja (Shree Crooks) und Nai (Charlie Shotwell) – als Selbstversorger tief in den Wäldern. Er drillt sie körperlich durch Survival-Training und intellektuell durch Philosophie oder Quantenphysik. Als seine schwerkranke Frau Leslie (Trin Miller) stirbt, muss die Familie ihre Oase verlassen. Auf einem Roadtrip im alten Reisebus prallt ihr Idealismus ungebremst auf die moderne Zivilisation.
Am Ziel wartet zudem der erbitterte Widerstand von Schwiegervater Jack (Frank Langella), während Bens Schwester Harper (Kathryn Hahn) und deren Mann Dave (Steve Zahn) mit ihren Söhnen Justin (Elijah Stevenson) und Jackson (Teddy Van Ee) zeigen, wie normale Teenager leben. Ben muss sich fragen, ob seine radikale Erziehung die Kinder reif für die echte Welt macht.
Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück | 2016 © Universum Film (UFA) | © LEONINE Studios
Top 5 FYP Filme: Der Clip: Wenn Aragorn das Schulsystem pulverisiert
Kathryn Hahn rastet in diesem Video völlig aus. Viggo Mortensen hingegen bewahrt die Ruhe. Besitzt in diesem Moment gefühlt 9000 Aura (dies from internal cringe) und lehrt seiner Schwester in dieser Szene eine ganz bittere Lektion. Er beweist ihr den Erfolg seiner unkonventionellen Erziehung. Seine Kinder gehen nicht auf eine staatliche Schule, ihre Kinder folgen hingegen dem ganz normalen Bildungsweg. Trotzdem seine jüngste Tochter deutlich mehr über “die Welt”. Sie wirken zudem viel besser erzogen und sozialisiert. Er führt sie und ihre weltanschauung gnadenlos vor.
Warum der Clip mich anspricht und wie er auf der Watchlist landete
Hier kommen für mich gleich zwei spannende Dinge zusammen. Ich kenne diese eine Szene nämlich schon eine ganze Weile. Ich wusste allerdings lange nicht, wie dieser Film überhaupt heißt. In den Kommentaren unter den Reels fand ich leider keine Hilfe. Ich habe zudem nicht einmal gerafft, dass dort Aragorn am Tisch sitzt. Gott, ich habe Viggo Mortensen in dieser Rolle einfach nicht erkannt. Erst bei der Recherche für meine letzte Top 5 änderte sich das. Ich tauchte tief in den Such-Sumpf von Google Gemini ein. Die KI spuckte mir den Filmtitel dann als ersten Treffer aus. Endlich konnte ich eins und eins richtig zusammenzählen.
Leider schaffte es das Werk damals nicht in die finale Liste.
Umso schöner ist es, ihm heute endlich eine Bühne zu geben. Ich habe den Film übrigens bis heute immer noch nicht gesehen. Das war auch der Hauptgrund für den damaligen Rauswurf aus der Auswahl. Doch hier passt er jetzt umso besser rein. Die Kids von heute würden das wohl einen echten „Aura-Farm-Moment“ nennen. Herr Gott, beim Schreiben dieser Zeilen fühle ich mich gerade uralt. Es ist einfach faszinierend, wie er seiner Verwandtschaft den Spiegel vorhält. Er beweist ihr, wie dumm ihre Kinder eigentlich sind. Dabei denkt sie, durch die gesellschaftliche Norm alles richtig zu machen.
Top 5 FYP Filme – Wie für den Algorythmuss gemacht!
Versteht mich bitte nicht falsch an dieser Stelle. Ich sage nicht, dass Homeschooling die beste aller Lösungen ist. Aber nur weil man den normalen Weg geht, macht man nicht alles richtig. Die Aussage des Films ist heute wahrscheinlich wahrer denn je. Das Werk macht einen starken Case dafür, wie uns die aktuellen Systeme und das, was wir als normal empfinden, im Alltag verdummen lassen. Wir empfinden Dinge als normal, die eigentlich problematisch sind. Das betrifft nicht nur die Bildung, sondern auch unsere Ernährung.
Ich habe während der Recherche noch eine weitere Szene entdeckt. Die Kids wollen in einem Diner einfach alles probieren. Wir wissen natürlich, dass dieses Essen nicht gut ist. Wir können es ihnen aber auch nicht verübeln. Es ist zum großen Teil giftig für den Körper. Aber es schmeckt eben leider auch verdammt großartig. Glaubt mir, ich spreche da absolut aus Erfahrung.
achja warumhab ich den film letzendlich nicht gesehen.. um ehrlich zu sein keine ahnung er ist noch recht neu auf der watchlist und ich habe dann doch noch einige weitere filme die allein aufgrund der warte zeit vorrang hätten, oder? Wie macht ihr das, guckt ihr eure watchlist von oben nach unten ab oder versucht ihr auch immer mal wieder im tiefen wasser zu angeln?
2. Platz der FYP Filme: The Big Short (2015)

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Worum geht es in The Big Short?
The Big Short ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 2015, inszeniert von Adam McKay und basierend auf dem Buch The Big Short: Inside the Doomsday Machine von Michael Lewis. Der Film feierte seine Premiere am 12. November 2015 beim AFI Fest und startete am 11. Dezember 2015 in ausgewählten US-Kinos, bevor er am 14. Januar 2016 in Deutschland erschien. Die Produktion übernahmen Dede Gardner, Jeremy Kleiner, Arnon Milchan und Brad Pitt, während Nicholas Britell die Musik komponierte, Barry Ackroyd die Kamera führte und Hank Corwin den Schnitt verantwortete.
Der Film erzählt aus mehreren Perspektiven, wie sich die US-Immobilienblase der 2000er Jahre unbemerkt zu einer globalen Finanzkatastrophe entwickelte. Im Zentrum stehen verschiedene Gruppen, die unabhängig voneinander erkennen, dass der scheinbar stabile Immobilienmarkt auf hochriskanten Krediten basiert. Einer der ersten ist Michael Burry (Christian Bale), ein exzentrischer Hedgefonds-Manager, der die Datenlage akribisch analysiert und früh bemerkt, dass die Kreditvergabepraktiken der Banken auf wackeligen Fundamenten stehen. Parallel dazu stößt der ehrgeizige Makler Jared Vennett (Ryan Gosling) auf dieselben Ungereimtheiten und bringt Mark Baum (Steve Carell) und dessen Team dazu, sich intensiver mit den Vorgängen zu beschäftigen. Auch die jungen Fondsmanager Charlie Geller (John Magaro) und Jamie Shipley (Finn Wittrock) entdecken zufällig Hinweise auf die bevorstehende Krise und suchen Rat bei Ben Rickert (Brad Pitt), einem ehemaligen Trader, der sich aus moralischen Gründen aus der Finanzwelt zurückgezogen hat.
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Während die Figuren in Florida, New York und Las Vegas recherchieren, stoßen sie auf absurde Kreditvergaben, überforderte Ratingagenturen und ein System, das sich selbst nicht mehr versteht. Der Film zeigt, wie diese Menschen – trotz unterschiedlicher Motivation – beginnen, gegen den Markt zu wetten, weil sie die drohende Instabilität erkennen. Dabei begegnen sie weiteren Figuren wie Porter Collins (Hamish Linklater), Danny Moses (Rafe Spall), Vinny Daniel (Jeremy Strong), Kathy Tao (Adepero Oduye), Cynthia Baum (Marisa Tomei), Georgia Hale (Melissa Leo), Wing Chau (Byron Mann), Lawrence Fields (Tracy Letts), Evie (Karen Gillan) und vielen anderen, die das komplexe Netzwerk der Finanzwelt greifbar machen. Durch Cameos von Margot Robbie, Anthony Bourdain, Selena Gomez und Richard Thaler werden komplizierte Zusammenhänge humorvoll und verständlich erklärt.
The Big Short | 2015 ©Paramount Pictures
Der Clip: Brad Pitt und das kalkulierte Chaos
Der Algorithmus spült uns hier mitten in eine doch recht subtil bedrohliche Szene auf den Bildschirm. Das passiert kurz vor dem großen Zusammenbruch der gesamten Finanzwelt. In diesem Fall bin ich an einem Clip mit Brad Pitt hängen geblieben. Er verkörpert hier eine fast schon mahnende Dringlichkeit. Die pure Panik steht den Schauspielern dabei förmlich ins Gesicht geschrieben. Man spürt das kalkulierte Chaos durch den kleinen Bildschirm hindurch.
Warum der Clip mich anspricht, wie er auf der Watchlist landete und was ihn als einer der FYP Filme auszeichnet
Dieser Film steht für mich stellvertretend für tausende Clips von The Wolf of Wall Street. Den habe ich damals nicht nur gesehen. Er war lange Zeit sogar mein absoluter Lieblingsfilm von Martin Scorsese. Das waren noch echte „Filmbro“-Zeiten in meiner persönlichen Filmgeschichte. Aktuell wird mir The Big Short auf Social Media von allen Seiten empfohlen. Ständig ploppt dabei das bekannte Christian Bale Meme in meinem Feed auf.
Meistens geht es dabei um irgendwelche absurden Kurse auf dem Aktienmarkt. Dabei bin ich als antikapitalistische Zecke in der Finance-Bubble absolut nicht zu Hause. Trotzdem taucht das Werk in meinem Feed immer wieder auf. Zudem Muss ich mindestens einen Ryan Gosling Film erwähnen, so sagt es das Gesetz ;). Shout outs an Riley. Mich würde wirklich brennend interessieren, was du von dem Streifen hältst.
Bei der Recherche für diesen Artikel erlebte ich zudem einen kleinen Mandela-Effekt. Ich habe stundenlang nach einem ganz bestimmten Moment gesucht. Recherche bedeutet für mich, im Kontext dieses Beitrags, ewiges Doomscrollen in den Movieclipos-Hashtags der Instagram Suchfunktion. Jetzt weiß ich endlich, wie sich Social Media Manager fühlen müssen. Ich nenne das mal echte „Arbeit“. Ich habe den gesuchten Clip zum „Alles verkaufen“ einfach nicht gefunden.
Top 5 FYP Filme – Social Media Mandela Effekt
Also bin ich dann an dem Brad Pitt Clip hängen geblieben. An diesen konnte ich mich aber ebenfalls erinnern. Ich habe ihn beim Scrollen auch ganz bewusst wahrgenommen. Das war nur leider nicht dieser eine gesuchte Moment. Ich hatte diesen speziellen Augenblick eigentlich immer fest mit diesem Film in Verbindung gebracht. Vielleicht habe ich diesen Moment unbewusst einem völlig anderen Film zugeordnet. Das Thema des Films ist schließlich nicht einzigartig im Kino.
Wer weiß schon, ob der Kommentar unter dem Video überhaupt korrekt war. Meine Lehrer sagten früher immer, man solle nicht alles im Internet glauben. Nur weil etwas bei Wikipedia steht, ist es noch lange nicht die Wahrheit. Ich frage mich heute oft, wo diese Lehrer heute eigentlich ihr Kreuz machen. Aber okay, tut mir leid, ich schweife hier gerade schon wieder politisch ab.Die vielen Wahlplakate in der Stadt beeinflussen aktuell wohl meine unterbewusste Wahrnehmung. Mein Social Media Feed ist momentan auch sehr politisch aufgeladen.
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Zurück zum Film: Der Cast auf dem Poster ist jedenfalls absolut beeindruckend. Da stehen wirklich ein paar dicke Namen. Zudem möchte ich den Finanzcrash von 2008 endlich besser verstehen. Damals war ich schließlich erst 13 Jahre alt und das Schulsystem ist wahrscheinlich selbst heute noch nicht dazu gekommen moderne Weltgeschichte den Schülern zu vermitteln.
In meinem erwachsenen Leben habe ich die Details der Krise bisher nicht begriffen oder ich habe noch nicht das passende Youtubevideo gefunden, das mich auf diese Reise schickt. Mittlerweile weiß ich schon mehr über den Bronzezeitkollaps oder den Fall des Römischen Reichs, aber das liegt wohl in meinen Chromosomen. Das Wissen über die Finanzkrise von vor 20 Jahren ist dagegen eher lückenhaft, wenn überhaupt es exitiert. Und nichts gibt einem mehr als ein Film als Startschuss für ein neues Thema. Er öffnet die erste Tür zu einem tiefen Rabbithole. Also bis in ein paar tagen, ich bin dann mal den 2007er Immobilien markt studien…. nachdem ich den Film nachgeholt hab.
1. Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis (2014)

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Worum geht es in Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis?
Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis ist ein US-amerikanischer Krimi‑Thriller aus dem Jahr 2014 und markiert das Regiedebüt von Dan Gilroy, der auch das Drehbuch schrieb. Der Film wurde am 5. September 2014 beim Toronto International Film Festival uraufgeführt und startete am 13. November 2014 in den deutschen Kinos. Produziert wurde er von Jennifer Fox, Jake Gyllenhaal, Tony Gilroy, David Lancaster und Michel Litvak. Die Musik stammt von James Newton Howard, die Kamera führte Robert Elswit, und der Schnitt lag in den Händen von John Gilroy.
Im Zentrum steht Louis Bloom (Jake Gyllenhaal), ein junger Mann in Los Angeles, der entdeckt, wie unabhängige Kameraleute nächtliche Unfälle und Verbrechen filmen, um das Material an Nachrichtensender zu verkaufen. Fasziniert von dieser Arbeit beginnt er selbst, nächtliche Einsätze zu dokumentieren, und liefert seine ersten Aufnahmen an die Nachrichtenchefin Nina Romina (Rene Russo), die sein Talent erkennt.
Louis bewegt sich auf den Abgrund zu …
Mit seinem Assistenten Rick Carey (Riz Ahmed) baut Louis seine Tätigkeit aus und bewegt sich zunehmend in einem Umfeld, das von Konkurrenzdruck, moralischen Grauzonen und dem Streben nach spektakulären Bildern geprägt ist. Dabei begegnet er weiteren Personen aus dem Medienbetrieb, darunter Joe Loder (Bill Paxton), Linda (Ann Cusack), Frank Kruse (Kevin Rahm), Jackie (Kathleen York) und ein Kameramann (Eric Lange), die unterschiedliche Facetten dieser Branche zeigen.
Der Film verfolgt Louis’ Aufstieg in einer Welt, in der Sensation, Geschwindigkeit und Skrupellosigkeit oft mehr zählen als journalistische Verantwortung. Seine Entscheidungen und Begegnungen führen ihn immer tiefer in ein System, das von medialer Gier und persönlichem Ehrgeiz geprägt ist.
Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis | 2014 © Concorde Home Entertainment, Trailer: © LEONINE Studios
Top 5 FYP Filme – Der Clip: Jake Gyllenhaal und die Kälte der Kamera
Es gibt unzählige virale Edits zu diesem Film im Netz. Eine Szene taucht dabei in meinem Feed immer wieder auf. Jake Gyllenhaal steht als Lou Bloom eiskalt im Studio eines Nachrichtensenders. Er verhandelt dort ohne jede Empathie über den Preis von exklusiven Unfall-Aufnahmen. Mit aufgerissenen Augen und einer beunruhigenden Ruhe schachert er um das Leid anderer Menschen. Es wirkt fast so, als wäre das menschliche Leben für ihn bloße Handelsware.
Warum der Clip mich anspricht und wie er auf der Watchlist landete
Dieser Film ist für mich eine sehr persönliche Angelegenheit. Abgesehen von The Hateful Eight versauert kein Werk länger auf meiner Watchlist. Jeder einzelne Clip von Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis war für mich bisher eine echte Herausforderung. Der Film ist visuell eine absolute Ikone. Zusammen mit Drive gehört er zu den Filmen, die man einfach sofort erkennt. Dabei ist es völlig egal, ob man das Werk überhaupt schon gesehen hat.
Es ist einer der meistgeloggten Filme auf Letterboxd und bis heute mein persönlicher „Moby Dick“. Fragt mich bitte nicht nach dem Grund für diesen Umstand. Bei Dan Gilroys Regiedebüt fällt mir außer diesem speziellen Moment keine Ausrede ein. Vielleicht kennt ihr das Gefühl ja selbst auch. Man nimmt sich diesen einen Film ständig fest vor. Aber im entscheidenden Augenblick fühlt es sich nie nach dem richtigen Moment an.
Man entscheidet sich hinterher doch wieder für einen bereits bekannten Film. Oder man schaut irgendeinen „Streaming-Slop“ ohne jede Aufmerksamkeit. Dabei kann man dann entspannt am Handy hängen oder eine Kolumne schreiben. Seit ich über Filme schreibe, gucke ich deutlich seltener zwecklos irgendwelchen Content. Ich sitze nicht mehr abends da und mache wahllos irgendetwas an. Das war vor ein paar Jahren definitiv noch anders.
Top 5 FYP Filme: Der niemals endende Pile of Shame
Das liegt unter anderem auch an meiner Partnerin. Sie guckt viel lieber Serien über lange Zeiträume hinweg. Sie möchte mit den Charakteren über viele Staffeln sympathisieren und mitfühlen. Ich dagegen bin eher der Typ für ausführliche YouTube-Essays. Wenn ich einen Film gesehen habe, will ich noch mehr davon verschlingen. Aktuell bin ich zum Beispiel wieder auf einem massiven One Piece Trip.
Ich habe wahrscheinlich schon so viele Essays über diesen Film geguckt. Wenn ich die Zeit zusammenrechne, hätte ich das Werk wohl fünfmal sehen können. Zu meiner Verteidigung: Es ging in den Videos nicht immer nur um diesen einen Film. Mein Social-Media-Feed erinnert mich aber immer wieder an meine Bildungslücke. Ganz am Boden meiner Watchlist wartet dieser eine Film geduldig auf mich. Mittlerweile habe ich fast schon meinen Frieden damit gefunden ihn niemals zu gucken.
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Ihr könnt mir jetzt natürlich sehr gute Gründe für eine Sichtung nennen. Ich bin an einem Punkt angelangt, an dem ich eventuell schon alles weiß. Ich kenne das Editing, die Analysen und den allgemeinen Konsens durch Social Media. Aber wir sind uns sicher einig, dass nichts das echte Erlebnis ersetzen kann. Ich schwanke aktuell zwischen Einschüchterung und einer Art nostalgischen Verklärung. Vielleicht nehme ich irgendwann doch noch den Mut für diesen Film zusammen.
Eigentlich wäre das Werk genau das Richtige für meine bessere Hälfte. Zumindest wenn wir mal keine Arztserien oder typische „Frauenfilme“ mit Katherine Heigl schauen. Aber bis es so weit ist, bleibt Lou Bloom wohl mein unerreichter weißer Wal.
FYP Filme Fazit: Zwischen Algorithmus-Wahn und digitaler Mundpropaganda

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Wenn ich ehrlich bin, hinterlässt der Blick auf das Thema Social Media und Filmkultur bei mir immer ein zwiegespaltenes Gefühl. Auf der einen Seite scrolle ich mich regelmäßig durch diesen endlosen Feed aus 90-Sekunden-Clips, die einem ganze Filme vorkauen, wichtige Schlüssel-Twists vorwegnehmen oder maximal mittelmäßige Streifen durch dramatische Musikaufbereitung plötzlich zu vermeintlichen Meisterwerken aufblasen.
Die Art, wie wir über Filme sprechen und sie konsumieren, hat sich massiv verschoben. Während wir auf Seiten wie Passion of Arts oder Plattformen wie Letterboxd versuchen, die Fahne für einen reflektierten, echten Filmkonsens hochzuhalten, wächst eine ganze Generation (hallo, Generation Alpha!) auf, für die der Algorithmus der primäre Filmkritiker ist. Und wer weiß schon, was passiert, wenn etablierte Film-Bubbles irgendwann von Big-Tech-Konzernen wie Meta oder Streaming-Giganten übernommen werden? Werden wir uns dann zwischen KI-generierten Kurzreviews und unendlichen Reel-Schleifen wiederfinden? Auf YouTube Shorts, Reels und TikTok passiert genau das im Grunde heute schon.
Top 5 FYP Filme – Der Clip als das neue Marketing-Werkzeug der Studios
Auf der anderen Seite kann man den Hollywood-Studios und Verleihern eines nicht absprechen: Sie haben gelernt, das Spiel mitzuspielen. Die Snippet-Kultur ist längst zu einem gigantischen Marketing-Tool geworden. Filme, die an den Kinokassen eher verhalten gestartet sind, bekommen auf Social Media plötzlich ein zweites Leben geschenkt, um Streaming-Zahlen zu drücken oder die Rechte nachträglich noch gewinnbringend zu verkaufen.
Gleichzeitig werden kommende Kinostarts heute völlig anders gehypt. Mir ging es erst kürzlich bei David Robert Mitchell so: Seit Under the Silver Lake schien es ruhig um ihn geworden zu sein – bis mein Feed plötzlich flächendeckend mit Material zu seinem neuesten Projekt überschwemmt wurde, noch bevor ich überhaupt ein einziges Mal den eigentlichen Trailer bewusst angeschaut hatte. Die Studios schießen attraktive Häppchen in den Orbit, weil die junge Zielgruppe oft im Vorfeld ganz genau wissen will, welcher Vibe sie erwartet.
Wir im Jahr 2026 stehen vermutlich erst am Anfang dieses Wandels. Die Frage ist nicht ob, sondern wann der klassische 2-Minuten-Trailer durch zielgruppengerechte Clip-Pipelines abgelöst wird – und selbst wir bei Passion of Arts müssen uns fragen, wie lange wir noch traditionelles Promotion-Material verarbeiten oder wann wir von den Verleihern ausschließlich Schnipsel-Marketing serviert bekommen.
Top 5 FYP Filme – Warum die Hoffnung trotzdem bleibt
Aber um diese Kolumne auf einer positiven Note zu beenden: Bei all dem Clickbait-Lärm, den ständigen Algorithmus-Optimierungen und der Reizüberflutung gibt es diese einen Momente, für die ich Social Media dann doch wieder dankbar bin.
Es ist diese moderne Form der digitalen Mundpropaganda. Wenn man zwischen all dem Hype-Noise plötzlich über einen kleinen Indie-Geheimtipp stolpert – einen Film, von dem man ohne diesen einen glücklichen Treffer im Feed absolut nie gehört hätte. Wenn ein 30-Sekunden-Schnipsel ohne Millionen-Marketingbudget es schafft, ein echtes Gefühl zu transportieren und direkt auf der eigenen Watchlist zu landen, dann hat Social Media genau das getan, was gutes Kino immer tun sollte: Es hat neugierig gemacht.
In diesem Sinne: Holt die Perlen aus dem Algorithmus, ignoriert den Clickbait – und ab ins Kino (oder auf die Couch)!
Top 5 FYP Filme: Weitere aus der Redaktion
- The Institut (2025)
- Matrix (1999)
- The Faculty – trau keinem Lehrer (1998)
- Viet und Nam (2024)
- Peddi (2026)
- 2.0 (2018)
- Vikram Vedha (2022)
- Ozark (2017)
- Vorbilder?! (2008)
- No Rest for the Wicked (2026)
- Messer im Herz (2018)
- Ressurection (2025)
- V/H/S Reihe (2012-2025)
- Nekromantik (1988)
- Repo! The Genetic Opera (2008)
- The Peoples Joker (2022)
- Colin Black & White (2021)
- Das Spiel (2017)
- Queer (2024)
- Hysteria (2025)
- Mirai (2025)
- Alpha (2026) (Regie: Shiv Rawail)
- Dil To Pagal Hai (1997)
Jetzt würde mich natürlich brennend interessieren: Welche Filme spült euch der Algorithmus auf TikTok, Reels und Co. am häufigsten in den Feed? Ich bin extrem gespannt auf eure Listen – egal ob ihr euch streng an die Prämisse gehalten habt, nur Filme zu wählen, die ihr noch nicht gesehen habt, oder ob ihr einfach eure persönlichen Clip-Garanten aufgeschrieben habt. Wie sieht eure Social-Media-Bubble aus? Treibt ihr euch überhaupt in der Movie-Clip-Ecke herum und wie sehr lasst ihr euch von den Schnipseln beeinflussen? Und vor allem: Hattet ihr schon mal diesen einen Glücksgriff, bei dem ein kurzer Schnipsel euch neugierig gemacht hat und der Film am Ende die riesigen Erwartungen auch tatsächlich erfüllen konnte?
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Es hat mir wie immer riesigen Spaß gemacht, diesen Artikel für euch zu tippen. Die Ideenliste für den nächsten Beitrag steht natürlich längst – eingefallen ist mir das Thema mal wieder irgendwo im chaotischen Niemandsland zwischen einer ausgedehnten Klo-Pause, dezentem Arbeitszeitbetrug und dem morgendlichen Run, meine Tochter pünktlich in die Kita zu verfrachten. Bevor der nächste Artikel erscheint, stehen bei mir allerdings noch zwei frische Podcast-Folgen auf dem Zettel. Und – ach ja, ein klitzekleines privates Detail gibt es da auch noch: Ich heirate diesen Monat! Direkt im Anschluss stehen die Flitterwochen an, weshalb es in den nächsten paar Wochen vielleicht etwas ruhiger um mich werden könnte. Aber keine Sorge: Spätestens zum nächsten Artikel, in der nächsten Podcast-Runde oder spätestens in wenigen Monaten auf dem Braunschweiger Filmfestival lesen, hören oder sehen wir uns garantiert wieder!
Das waren meine FYP Filme, jetzt seid ihr dran! Lasst uns gern in den Kommentaren diskutieren. Bis dahin wünsche ich euch eine fantastische Zeit – und natürlich beste Unterhaltung auf der Leinwand! Euer Lennart #staytuned
Was sind für euch die Top 5 FYP Filme?
Über den Autor
LENNART
Redakteur & Podcaster
Hängengebliebener Blockbustergucker & Sportfilmnerd. 🏈🍿
Seit November 1995 mache ich das Internet unsicher. Nachdem ich viel zu früh miterleben musste, wie ein Anwalt von einem Tyrannosaurus Rex gefressen wurde, ein Feuchtfarmer die Galaxis rettet und ein Waisenjunge erfährt, dass seine Eltern Zauberer waren, war es um mich geschehen. Filme sind für mich das Medium Nummer 1 – und auch wenn ich so gut wie jeder Kunstform etwas abgewinnen kann, hat das bewegte Bild mein Herz am tiefsten erobert.
Neben dem Kino schlagen in meiner Brust noch zwei weitere große Leidenschaften: Meine Familie und der American Football. Letzterer hat mich selbst 22 Jahre lang auf dem Feld (hauptsächlich in der D-Line) begleitet. Durch Meisterwerke wie „Touchdown“ wurde damals meine tiefe Vorliebe für den Sportfilm geweckt – weswegen man mich auf Letterboxd auch nur als „The Coach“ kennt.
Wenn ich nicht gerade Rezensionen tippe, am Mikrofon für unseren Podcast „Passion of Arts“ sitze oder für den nächsten Lauf trainiere, verbringe ich jede freie Minute mit meiner Verlobten Leonie und unserer kleinen Tochter.

»You drop a pass, you run a mile. You miss a blocking assignment, you run a mile. You fumble the football, and i will break my foot off in your …«
– Herman Boone in Gegen jede Regel –
⁙⁙⁙
Meine Lieblingsfilme sind:
Babydriver, Zurück in die Zukunft und 8 Mile
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Created by Gorana Guiboud | Header Elements: Top 5 FYP Filme – Passion of Arts Design | Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis | 2014 © Concorde Home Entertainment
Ein Kommentar
Hab ich das Thema getroffen? Keine Ahnung…
Hier sind meine 5 für heute: https://filmlichtung.wordpress.com/2026/08/06/die-5-besten-am-donnerstag-top-5-fyp-filme/