Liebe Passioner, heute reisen wir in der Zeit um ungefähr 67 bis 96 Jahre zurück. Zu den 1930ern bis zum Ende der 1950er, um uns ein Bild davon zu machen, wie sich damals durch das Medium Film gegruselt wurde. Dabei ist die Auswahl von „Die 5 besten klassischen Horrorfilme“ natürlich wieder sehr subjektiv und sie bildet auch nur einen kleinen Auszug von dem ab was es zu dieser Zeit alles gegeben hat. Dennoch lassen sich ein paar Muster erkennen, sowohl im filmischen Sinne, als auch im thematischen. Denn heute wird oft vom „Elevated Horror“ gesprochen, also Filme des Genres, die eine zweite Ebene haben neben dem Offensichtlichen, sprich der Gewalt, den Monstern und den sonstigen Extremen und Gefahren. Doch Horror ist und war schon immer ein Spiegelbild der Gesellschaft. Ob nun intendiert, scheinbar zufällig, subtil oder mit der Holzhammermethode.
Es wurde im zwanzigsten Jahrhundert nur nicht nochmal extra betitelt.
Und so sind es hier vor allem Filme über von Menschenhand erschaffene Monster die von weit mehr als einem durchs Bild schlurfenden und zuweilen Städte oder Menschenleben zerstörenden Ungetüm erzählen. Es geht um zwischenmenschliche Tragödien, Entfremdung, Sinnsuche, moralische Grenzüberschreitung, menschliches Versagen und weitere Dinge, die uns Angst machen, sich aber schwer greifen lassen. Und weil das so ist setzen wir uns damit eben in erzählenden Medien auseinander.
Ein Beitrag von: Rick
Die Rubrik „Die 5 BESTEN am DONNERSTAG“ erklärt 🌟🎥
Diese beliebte Rubrik wurde von der Bloggerin und Illustratorin Gorana Guiboud ins Leben gerufen. Und wir haben die Ehre erhalten, diese weiter zu führen, nachdem sie das Bloggen aufgegeben hatte. Jeden Donnerstag gibt es hier die spannendsten Listen, Rankings und Empfehlungen aus der Welt der Filme, Serien, Bücher oder anderer kreativer Themen.
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Was zählt eigentlich als klassischer Horrorfilm?

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Als klassischer Horrorfilm gilt ein Werk, wenn es in der Zeit zwischen 1930 und 1960 erschienen ist. Allerdings gibt es keine scharfe Grenze, nur die Unterscheidungen von Epochen in der Filmwissenschaft. So werden Filme im Horrorgenre ab 1961 als moderner Horror betitelt, oder aber als Postmodern, wenn sie nach 2000 erschienen. Spätestens da wird aber viel öfter in Subgenre und Machart gedacht, da dies differenzierter ist. Die Frühwerke des Genres zeichnen sich dabei inhaltlich meist durch klare Gut-gegen-Böse-Strukturen aus. Wobei das Böse oft in Form von Monstern dargestellt wird, welche aber viel mehr Metapher als tatsächliches Ungetüm sind. So werden zum Beispiel die Angst vor dem Unbekannten, die Skepsis gegenüber Wissenschaft und Fortschritt und die Traumatisierung von Krieg, Krankheiten und Identitätsverlust eingebunden. Im Gegensatz zu späteren Beiträgen zur Film-Art hält sich außerdem die gezeigte Gewalt noch stark in Grenzen. Und passiert zu einem Großteil außerhalb des Bildes.
Gruseln, aber in altmodisch – Meine Auswahl für die 5 besten klassischen Horrorfilme
Sucht euch ein Versteck, haltet den Atem an und macht bloß kein Geräusch! Hier kommt meine Auswahl der 5 besten klassichen Horrorfilme.
5. Der Unsichtbare (1933)

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Worum geht es in Der Unsichtbare?
Der Unsichtbare (Originaltitel: The Invisible Man) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Horrorfilm aus dem Jahr 1933. Regie führte James Whale, produziert wurde der Film von Universal Pictures. Er basiert auf dem Roman The Invisible Man von H. G. Wells und zählt zu den berühmtesten Klassikern der Universal-Monsterfilme.
Der Wissenschaftler Dr. Jack Griffin entdeckt eine Formel, die Menschen unsichtbar machen kann. Nachdem er sie an sich selbst ausprobiert hat, verliert er jedoch zunehmend den Verstand. Seine Unsichtbarkeit verschafft ihm enorme Macht, die er für Verbrechen und Terror nutzt. Während seine Verlobte und seine Kollegen versuchen, ihn aufzuhalten und zu retten, gerät Griffin immer tiefer in den Wahnsinn.
Der Unsichtbare | 1933 © Universal Pictures, Trailer: © Turbine Medien
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Mit einem Tricktechnikmeilenstein in die 5 besten klassischen Horrorfilme
Der erste Film der Liste ist gleich einer der einen bleibenden Eindruck in der Filmhistorie hinterlassen und die Industrie verändert hat. Denn die Tricksereien mit denen die Unsichtbarkeit des Protagonisten Jack Griffin umgesetzt wurden sind bis heute überzeugend und das völlig ohne Greenscreen und digitale Effekte – die es damals sowieso noch nicht gab. Stattdessen wurde Griffins Darsteller Claude Rains, der hauptsächlich wegen seiner markanten Stimme gecastet wurde, da man ihn ja so gut wie nie sieht, aber immer hört, komplett in schwarzen Samt gehüllt und dann vor schwarzen Hintergründen gefilmt. Durch optische Mehrfachbelichtungen wurden anschließend Kleidung und Requisiten sichtbar, während sein Körper verschwand. Doch auch wenn es den Standard der Green- und Bluescreen Technik damals noch nicht gab, so war die grundlegende Idee, nämlich mehrere Aufnahmen durch die optische-Compositing-Technik zu einer Aufnahme zu vereinen schon gegeben und der Grundstein für das folgende Verfahren.
Terror außerhalb von Texas
Man kann dem auf einem Roman von H.G. Wells basierenden Film inhaltlich definitiv eine gewisse Gesellschaftskritik in Form von Grenzen staatlicher Kontrolle bei einer nicht greifbaren Gefahr attestieren. Ebenso kann die Unsichtbarkeit als Metapher für Anonymität und damit einhergehende Enthemmung gelesen werden, womit moralischer Verfall und der Verlust von Realitätsbezug vorprogrammiert und in Hinsicht auf Verhalten im Internet auch immer noch aktuell sind. Doch Der Unsichtbare sticht vor allem mit seinem kompromisslosen Terror in dieser Filmepoche raus. Griffins proportional eskalierender Wahnsinn und das extrem hohe Tempo des Films lassen den Zuschauenden kaum Zeit zum Luftholen bis zur nächsten Grenzüberschreitung. Diese Art von stressigem Kino wird heute vor allem durch den Film Blutgericht in Texas als Terrorkino bezeichnet. Auch wenn dieser vollkommen anders an diesen Ansatz herangeht. Bei Der Unsichtbare funktioniert aber grade diese Kompromisslosigkeit immer noch hervorragend und erschafft Horror ohne Blutfontänen, dunkle Ecken oder übernatürliches.
4. Der Wolfsmensch (1941)

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Worum geht es in Der Wolfsmensch?
Der Wolfsmensch (Originaltitel: The Wolf Man) ist ein US-amerikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 1941, produziert von den Universal Studios. Unter der Regie von George Waggner spielten Lon Chaney Jr. und Claude Rains die Hauptrollen. Mit seiner Darstellung des Wolfsmenschen (Werwolf) gelang Lon Chaney Jr. der Durchbruch als internationaler Filmstar.
In einem kleinen englischen Dorf kehrt ein Mann nach Hause zurück und wird in mysteriöse Ereignisse verwickelt, die mit einer alten Legende über Werwölfe verbunden sind. Während er versucht, die Wahrheit hinter einem tragischen Vorfall herauszufinden, entdeckt er ein schockierendes Geheimnis, das sein Leben für immer verändert.
Der Wolfsmensch | 1941 © Universal Pictures
Filmgewordener Mythos
Den Mythos des Werwolfs oder Wolfsmenschen, eines Hybriden aus Mensch und Wolf, der sich bei Vollmond in eben jenes unkontrolliertes Monster ohne Menschlichkeit verwandelt und ansonsten als normaler Mensch über die Erde wandelt, kennt heute fast jeder. Doch auch wenn die Legende selbst schon mehr als 2000 Jahre alt ist und in verschiedensten Kulturen auftauchte – unter anderem der griechischen in der auch der Begriff der Lykanthropie also des Werwolfglaubens entstand, so war es erst Universals Der Wolfsmensch, der dem ganzen ein einheitliches Gesicht gab. Zusätzlich wurden viele Merkmale wie das tödliche Silber und die Verbindung zum Vollmond erst mit diesem Werk der Filmgeschichte dazu gedichtet. Die Gestaltung des Werwolfs ist auch bis heute bekannt und wird immer wieder in neuen Versionen dieser oder einer ähnlichen Geschichte genutzt, doch oftmals wird das Monster in modernen Filmen tierischer, größer, aggressiver und noch weniger natürlich dargestellt.
Menschliche Abgründe bei die 5 besten klassischen Horrorfilme
Wir alle tragen unbewusste Triebe in uns, aufgeladene Emotionen und das zunächst seltsam anmutende Bedürfnis Grenzen überschreiten zu müssen. Letzteres ist tatsächlich eine Absicherung unserer eigenen Sicherheit durch die menschliche Neurologie, in dem es Gefahrenmöglichkeiten durchspielt. Im Normalfall können wir all das kontrollieren und moralisch richtig handeln. Doch was, wenn einem die Kontrolle entzogen wird? Ist jemand ohne Absicht hinter seinen Taten schuldig? Trägt dieser Mensch die Verantwortung für das, was er getan hat? Diese Fragen stellt Der Wolfsmensch durch das Konzept des Werwolfs, denn Hauptfigur Larry kann in seiner verwandelten Form, die auch nur metaphorisch sein könnte, nicht mehr kontrollieren, was er tut. Aber die Morde sind passiert, also muss Larry sich dafür zur Rechenschaft ziehen lassen, oder? Sehr spannend ist hierbei auch, dass er als Mensch ebenfalls schon zu aufdringlich ist in Bezug auf seine Angebetete Gwen von der er ein Nein nicht akzeptiert.
Der Relativismus der Identität
Werwolffilme allgemein, aber insbesondere dieser erste aus dem zwanzigsten Jahrhundert beschäftigen sich neben der Frage nach Schuld auch damit, was eine Identität eigentlich ausmacht. Man sollte meinen dies sei festgelegt, aber wenn Larry verwandelt ist scheint er eine völlig andere Identität, bestehend aus Verstand, moralischem Empfinden und Körper zu haben als in nicht verwandelter Form. Seine Identität ist also wie bei diversen psychischen Erkrankungen relativ was damals wiederum die Frage aufwarf, ob man den Begriff der Identität neu erfassen müsse. Und genau das ist der Punkt warum Der Wolfsmensch auch immer noch aktuell ist, denn die Frage nach der Identität ist immer noch nicht ausreichend beantwortet und das wird sie eventuell auch nie.
3. Frankenstein (1931)

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Worum geht es in Frankenstein?
Mit Frankenstein schuf Regisseur James Whale 1931 einen Meilenstein des klassischen Horrorfilms. Basierend auf dem Roman von Mary Shelley erzählt der Film die Geschichte eines Wissenschaftlers, der künstlich Leben erschafft. Boris Karloff wurde mit seiner Darstellung des Monsters weltberühmt und prägte die Figur bis heute.
Der Wissenschaftler Henry Frankenstein (Colin Clive) erschafft gemeinsam mit seinem Assistenten Fritz (Dwight Frye) aus Leichenteilen ein lebendes Wesen. Doch durch den Einsatz des Gehirns eines Verbrechers gerät das Experiment außer Kontrolle. Das Monster (Boris Karloff) flieht aus dem Labor und wird von den Menschen gefürchtet und verfolgt. Nach mehreren tragischen Ereignissen kommt es schließlich zum entscheidenden Kampf zwischen Frankenstein und seiner Schöpfung.
Frankenstein | 1931 © Universal Pictures
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Science-Fiction bei Die 5 besten klassischen Horrorfilme
Frankenstein basiert wie auch der oben durch ein Bild gewürdigte Dracula (1931) auf einem Buch. Doch anders als Bram Stokers Vampirgeschichte ist „Frankenstein; oder Der moderne Prometheus“ wie das Buch von Autorin Mary Shelley mit dem Untertitel ausgeschrieben heißt, ist keine typische Gruselgeschichte. Viel mehr ist es der Anfang des Science-Fiction-Horror Subgenres bei dem der Horror und das Unbehagen aus dem Möglichen und nicht dem Unfassbaren entsteht. Entstanden ist das Buch allerdings tatsächlich aus dem Gedanken eine Gruselgeschichte zu erzählen. Nämlich im Sommer 1816 als Shelley mit nur 18 Jahren mit ihrem späteren Gatten zusammen in einem regnerischen Sommer viel Zeit im Haus verbrachte und die beiden sich aus Langeweile Geschichten schrieben. Kurzerhand ist daraus einer der einflussreichsten Romane der Literaturgeschichte und die Vorlage für etliche Filme geworden. Wobei es bisher keine wirklich akkurate Adaption gibt, da jede Verfilmung einiges wie den Blitz und den eckigen Kopf des Monsters hinzugedichtet hat.
Das Monster, das ein „Monster“ erschuf
Dass Frankenstein nicht der Name der entstehenden Kreatur ist, sondern der des Wissenschaftlers ist ein immer noch auftretendes Missverständnis, welches den Thematiken der Geschichte aber spannenderweise sogar eine weitere Ebene hinzufügt. Denn das wahre Monster ist letztendlich Doktor Viktor Frankenstein, der aus Gier, Eigennutz und Ignoranz gegenüber dem Leben selbst über Tod und Leben bestimmt. Das Wesen tritt zunächst sogar freundlich und positiv wissbegierig gegenüber anderen Menschen und Tieren auf. Es ist intelligent und möchte teilhaben an Gesellschaft und Entwicklung. Doch es trifft nur auf Ablehnung und Einsamkeit und so wird es wütend, nimmt sich der ihm gegeben Rolle an und wird zum „Monster“. Die Verantwortung trägt aber Victor, denn er hat es geschaffen und seine Schöpfung dann zurückgelassen. Hieraus entsteht auch die Frage, ob der Mensch von Natur aus Gut oder Böse ist, oder ob er, wie das Wesen, geformt wird von seiner Umwelt, den Menschen und Umständen.
Die zeitlose Tragödie
Dass Shellys Roman immer und immer wieder adaptiert wird zeigt wie problemlos sich die Thematiken auf jegliche Zeitepochen seit der Veröffentlichung des Buches übertragen lassen und wie universell sowohl die Fragestellungen, als auch die Antworten jener sind. Die Wissenschaft wird immer etwas sein, dass den Menschen dazu führt über Grenzen zu gehen und Gottkomplexe werden auch nicht einfach aussterben. Dennoch müsste man meinen wir hätten durch Werke wie Frankenstein um die Konsequenzen unserer Handlungen gelernt, und die Moral verstanden. Doch Menschen sind unverbesserlich und die Tragödien aufgrund der menschlichen Natur unausweichlich. Und so wird Frankenstein nie nicht relevant sein, egal wie dieser Horror adaptiert wird, wie er aussieht, und wie er sich ausspielt.
2. Lake Michigan Monster (2018)

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Worum geht es in Lake Michigan Monster?
Lake Michigan Monster ist eine US-amerikanische Horror-Komödie mit Elementen des Abenteuer- und Monsterfilms aus dem Jahr 2018. Der Film wurde von Ryland Brickson Cole Tews inszeniert, der zugleich die Hauptrolle übernahm. Produziert wurde er von der unabhängigen Filmgruppe Trap Street Studios. Der Film ist für seinen bewusst altmodischen Schwarz-Weiß-Look und seinen skurrilen Humor bekannt.
Nachdem sein Vater von einem mysteriösen Monster im Lake Michigan getötet wurde, schwört Kapitän Seafield Rache. Er stellt eine ungewöhnliche Mannschaft aus einem Erfinder, einem Sonar-Experten und einem ehemaligen Offizier zusammen, um das Ungeheuer aufzuspüren und zu besiegen. Die Mission entwickelt sich zu einem absurden Abenteuer voller seltsamer Erfindungen, übertriebener Kämpfe und unerwarteter Wendungen, wobei sich Horror und Komödie ständig abwechseln..
Lake Michigan Monster | 2018 © Arrow Video
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Eine Geschichte so wie damals
Ryland Brickson Cole Tews, seines Zeichens Regisseur, Schauspieler und Autor führte 2016 mit seinem guten Freund Mike Cheslik, seines Zeichens Autor und Produzent ein scherzhaftes Gespräch darüber was passieren könnte, würde am Michigan See ein Monster wie aus damaligen Filmen auftauchen. Daraus entwickelte sich kurzerhand ein Drehbuch. Nach 16 Monaten Dreh mit einem sehr geringen Budget von 7000 US-Dollar und einer Menge Hilfe von Freunden und Familie die alle mehrere Rollen übernahmen, feierte der grade einmal 78 Minuten lange Lake Michigan Monster 2018 dann Premiere beim Milwaukee Filmfestival. Und wurde prompt zum Geheimtipp nächster Festivals. 2020 als das britische Filmlabel Arrow Video sich der physischen und digitalen Veröffentlichung annahm war Tews Erstlingswerk schon längst ein Kultfilm in der Independent-Horror-Szene geworden und ein Beispiel dafür, dass auch scheinbar aufwändige Geschichten theoretisch nicht viel Geld brauchen, sondern vor allem ein Verständnis für das Medium und das Handwerk, sowie Einfallsreichtum.
Comedy bei die 5 besten klassischen Horrorfilme
Auf den ersten Blick mag dieser Film nicht in unsere Liste passen, schon allein, weil er aus dem Jahr 2018 ist. Doch die Herangehensweise das Projekt durch die limitierten Möglichkeiten mit Miniaturmodellen, praktischen Masken, Stopp-Motion, Rückprojektionen und künstlichem Nebel umzusetzen, sowie auf Schwarz Weiß und viel Filmkorn zu setzen machen ihn im Grunde genommen mehr zu einem Film von früher, als zu einem von heute. Viele dieser Tricktechniken wurden ähnlich auch damals für die großen Universal Horror-Klassiker genutzt. Aber auch inhaltlich ist Lake Michigan Monster mit seinem simplen Aufbau und der dennoch absurden Story weitaus mehr wie ein Werk der 1930er – 1950er. Es fehlt zwar das wesentliche Merkmal der Mehrdeutigkeit in Bezug auf negative, düstere und tragische Themen von Horrorfilmen und insbesondere von denen der genannten Zeit. Aber das machen die Persiflage und gleichzeitige Hommage wieder wett, da sie das Gefühl von damals mit der modernen Filmwelt verbinden.
1. Godzilla (1954)

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Worum geht es in Godzilla – Das Original?
Godzilla (japanisch ゴジラ, Gojira) ist der Titel eines Monsterfilms des japanischen Regisseurs Ishirō Honda. Der Film wurde in Schwarzweiß gedreht und legte den Grundstein für den Kult um das riesige Monster Godzilla. Diese legendäre Kreatur spielte daraufhin in insgesamt 30 japanischen und vier amerikanischen Monsterfilmen die Hauptrolle. Darüber hinaus prägte der Film in Japan ein eigenes Filmgenre, das „Kaijū Eiga“ (japanisch 怪獣映画), das sich um riesige, monströse Kreaturen dreht.
Nach mysteriösen Vorfällen vor der japanischen Küste taucht ein gewaltiges prähistorisches Monster auf, das durch radioaktive Strahlung erweckt wurde. Während Godzilla immer größere Zerstörung anrichtet, sucht die Wissenschaft fieberhaft nach einer Möglichkeit, die Kreatur aufzuhalten. Schließlich steht ein Forscher vor einer schweren Entscheidung, deren Folgen nicht nur über das Schicksal des Monsters, sondern auch über die Zukunft der Menschheit bestimmen.
Godzilla – Das Original | 1954 © Toho Film
Erschaffer eines Subgenres, Zerstörer von Städten
Eine von Japans bekanntesten Popkultur Figuren hat 1954 nicht nur eine bis heute laufende und sich ständig entwickelnde Filmreihe ins Leben gerufen, sondern auch im Alleingang das Kaiju-Eiga Subgenre begründet. Gemeint sind damit Filme in denen riesige Monster – Kaiju, Städte zerstören und oftmals militärische Gegenwehr bekommen. Allerdings muss dazu gesagt sein, dass zuvor erschienene westliche Filme wie Panik in New York im Prinzip genau die gleiche Art Film sind, es nur den Begriff des Kaiju noch nicht gab und dieser bis vor einigen Jahren auch nur für japanische Riesenmonster angewandt wurde. Heute wird er auch für die Kreaturen in Filmen wie Pacific Rim genutzt. Godzilla war also nicht der erste seiner Art, aber der definitiv prägendste und zumindest in Japan auch der tatsächliche Beginn des Subgenres. Und seine Popularität nimmt nicht ab, denn alleine 2027 sollen noch zwei weitere Iterationen, eine aus Amerika, eine aus Japan, erscheinen.
Die 5 besten klassischen Horrorfilme; erschaffen durch wahre Ereignisse
Im August 1945, kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs und neun Jahre vor dem hier besprochenen Film wurden die Städte Hiroshima und Nagasaki Opfer eines unaussprechlich grausamen Akts menschlicher Gewalt. Die US-Amerikanischen Atombomben zerstörten beide Orte größtenteils und forderten Hunderttausende von Opfern, sowohl bei der Detonation, als auch durch die Verstrahlung. Nur Monate vor dem Erscheinen von Godzilla gab es schließlich noch den „Glücklicher Drache Nr. 5“ Vorfall, bei dem die Besatzung eines japanischen Fischerbootes durch einen falsch kalkulierten US-amerikanischen Wasserstoffbombentest verstrahlt wurde und starb. Selbst wenn der Film nie als Verarbeitung des Traumas gedacht gewesen sein sollte, der Fischerboot Vorfall kurz vor Release hat endgültig dafür gesorgt, dass Godzilla zu einer Allegorie auf den Atomkrieg, wissenschaftliche Verantwortung und die Ängste der Nachkriegszeit wurde. Zudem ist der Film auch durch seine Schwarz-Weiß-Optik und die generell bedrückend aussichtslose Stimmung als reiner Monsterfilm mit simplen, aber effektiven Darstellungen überzeugend.
Die 5 besten klassischen Horrorfilme: Weitere aus der Redaktion
- Das Cabinet des Dr. Caligari (1920)
- Der Golem, wie er in die Welt kam (1920)
- Die Mumie (1932)
- Die Teuflischen (1955)
- Nosferatu, eine Symphonie des Grauens (1922)
- Frankensteins Braut (1935)
- Böse Saat (1956)
- The Old Dark House (1932)
- Die Wendeltreppe (1946)
- Der Vampir von Notre Dame (1957)
- Der Fluch des Dämonen (1957)
- Das Ding aus einer anderen Welt (1951)
- Die Nacht des Jägers (1955)
Der Schrecken ist vorüber – Fazit für die 5 besten klassischen Horrorfilmen
Horrorfilme sind das wohl beständigste und wandlungsfähigste Genre der Filmlandschaft und damit auch immer ein interessantes, abstraktes Zeitzeugnis. So lässt sich herausstellen, dass damals weniger Einzelschicksale durch diese Art der Kunst verarbeitet wurden, sondern gemeinsame, übergreifende Ängste und Traumata. Da diese aber schwer greifbar waren, musste es klar definierte Antagonisten als Metaphern geben, im besten Falle nicht menschlich, um den Schrecken zu verarbeiten und ihn doch so weit wie möglich von sich weg halten zu können. Heute sind Horrorfilme sehr viel intimer und persönlicher und Monster oftmals eher Manifestationen der Psyche einzelner Individuen. Außerdem hat sich natürlich auch die Audiovisualität verändert und entwickelt – weniger Statik, mehr Dynamik. Dass die allumfassende Art der Horrorfilme des frühen zwanzigsten Jahrhunderts aber immer noch Anklang findet und die Themen zeitlos sind, zeigt der hohe Stellenwert und die Nachfrage danach wieder mehr Werke wie solche zu realisieren.
Das waren die 5 besten klassischen Horrorfilme aus meiner Feder. Jetzt seid ihr dran!
Was sind für euch die 5 besten klassischen Horrorfilme?
Über den Autor
RICK
Redakteur
Ich bin Rick und seit ich mit sieben Jahren „Jurassic Park“ gesehen habe, fasziniert von Filmen. Videospiele, Serien und Bücher füllen den Rest meiner Freizeit auf, wenn ich nicht grade am schreiben von Kurzgeschichten sitze.
Außerdem schreibe ich zu so gut wie jedem gesehenen Film eine Review auf dem Film Social Media Letterboxd.
Meine Lieblingsfilme sind:
Jurassic Park, Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt, Poor Things, Scream – Schrei!, Drachen zähmen leicht gemacht, Dune Part Two und The Lighthouse – Der Leuchtturm
Am liebsten schaue ich mir Filme von und mit Guillermo del Toro, Robert Eggers, Anya Taylor Joy und Denis Villeneuve an.

»Life, uh, finds a way«
– Jurassic Park –
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Ein Kommentar
Mal eine schöne Reise in die Klassik.
Frankenstein (1931): Der Klassiker von James Whale gehört natürlich auch auf meine Liste.
Der Schrecken des Amazons (1954): Ein weiteres Meisterwerk des großen B-Movie Regisseurs Jack Arnold. Er hat Experimentiert und ausprobiert. Klar kann man sich über den Mann im Gummikostüm lustig machen. Aber dabei übersieht man, dass die Unterwasseraufnahmen damals bahnbrechend waren und eine absolute Pionierleistung der Kameraarbeit. Hinzu kommt, es handelt sich um ein tragisches Monster. Was ebenfalls selten war. Nur vergleichbar mit King Kong.
Tarantula (1955): Nochmal Jack Arnold. Angriff einer Riesenspinne. Zunächst aufgebaut als Suspense, bis zur stetigen Steigerung zum Höhepunkt, dem Angriff auf eine Stadt und die Bombadierung der Spinne. Clint Eastwood hat hier seinen ersten Leinwandauftritt als Bomberpilot.
Die Dämonischen (1956): Der Ursprung der Körperfresser-Filme von Don Siegel. Schon düster und pessimistisch.
Angriff der Riesenkralle (1957): Und noch was für die Freunde des gepflegten Trash. Den muss ich einfach erwähnen, weil der einfach so unfassbar, trashig ist. Ein Riesenvogel greif die Menschheit an. Und das Vieh ist so unsagbar hässlich. Man hat das ernst gemeint. Das ist keine Komödie, sondern ein ernstgemeinter Horrorfilm. Aber gerade deswegen so komisch. Ein Fest für Trashfilm_Fans.