The Furious sorgt in der Filmwelt und insbesondere in der Sparte der Actionfans für hohe Wellen. Schon seit den ersten Berichten von Filmfestivals im vergangenen Jahr ist die Vorfreude in gewissen Kreisen kaum noch in Worte zu fassen.
Nun startet The Furious endlich auch in Deutschland und präsentiert als furioses Actionspektakel voller Gewalt. Doch kann das Werk den hohen Erwartungen genügen? Mag die Action noch so spektakulär sein, kann es dem Film wirklich gelingen alles Bekannte zu übertreffen? Die Action betreffend lässt sich dies in jedem Fall bejahen. Warum diese vielleicht die Beste in der Kinogeschichte ist und warum der Film auf den restlichen Ebenen kleinere Probleme hat da qualitativ mitzuhalten, erfahrt Ihr in den folgenden Zeilen.
Ein Beitrag von: Florian
Worum geht es in The Furious?
The Furious (2025) ist ein englischsprachiger Hongkong-Actionfilm von Kenji Tanigaki, der kompromisslose Martial-Arts-Action mit einer emotionalen Rettungsgeschichte verbindet. Der Film kombiniert moderne Action-Inszenierung mit asiatischer Kampfkunsttradition und setzt auf intensive Nahkämpfe, physische Stunts und internationale Genre-Einflüsse.
Der einfache Handwerker Wang Wei (Xie Miao) führt ein ruhiges Leben, bis seine Tochter Rainy (Yang Enyou) entführt wird. Verzweifelt beginnt Wei nach ihr zu suchen und gerät dabei in die Welt eines brutalen kriminellen Netzwerks. Unterstützung erhält er vom Journalisten Navin (Joe Taslim), der eigene Nachforschungen anstellt und schnell erkennt, dass hinter der Entführung weit mehr steckt als ein gewöhnliches Verbrechen. Auf ihrem Weg durch die Unterwelt sehen sich beide einer Vielzahl gefährlicher Gegner gegenüber, darunter professionelle Kämpfer und skrupellose Handlanger. Während Wei immer tiefer in eine Spirale aus Gewalt und Verschwörung hineingezogen wird, entwickelt sich seine Suche nach Rainy zu einem kompromisslosen Überlebenskampf.
The Furious besitzt eine Story mit emotionalem Anker
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Aus diesem Kurzinhalt dürfte problemlos geschlossen werden können, in welchem Bereich die größten Stärken von The Furious nicht liegen. Das hat man alles schon mehrfach gesehen. Wieder steht der wortkarge Held mit düsterer Vergangenheit im Mittelpunkt, der natürlich einer der besten Kämpfer auf dem Planeten ist. Kreativ ist das ebenso wenig, wie die Suche nach der entführten Tochter, welche in die Hände eines Menschenhändlerrings ist. Hierbei handelt es sich lediglich um eine grobe Rahmung, um Gründe für die Actionszenen zu finden. Dementsprechend bleibt die Geschichte bewusst nebensächlich und erwartbar. Sie macht das Nötige, kann aber nicht mit Wendungen oder unerwarteter Spannung überzeugen.
Das ist allerdings einkalkuliert und während andere Actionfilme trotzdem an der Geschichte scheitern, weiß The Furious, wie das Publikum trotzdem an die Erzählung gebunden werden kann. Genauso bekannt, wie effektiv ist das Motiv der entführten Tochter, zumindest, wenn man dies richtig ausführt. Beziehungen zwischen Eltern und Kindern sind eine der einfachsten Möglichkeiten, um Emotionen heraufzubeschwören. Wenn also ein Vater versucht seine Tochter zu retten, benötigt es keine komplexe Erzählung, damit die Zuschauenden involviert sind. Die Fallhöhe ergibt sich sofort und die Sympathien sind klar verteilt. Folglich fällt es auch nicht stark ins Gewicht, wenn die restliche Entwicklung der Geschichte ohne Überraschungen, Wendungen oder frischen Ideen auskommt.
Funktionierende Hauptfiguren und gute Darsteller
Trotzdem existieren Filme, die daran scheitern. Hierbei liegt das Problem oft bei den Figuren. Wenn die Beziehung zwischen den Hauptcharakteren nicht nachvollziehbar ist, sie das Publikum nicht interessieren, dann verliert auch das erfolgversprechende Konzept seine Wirkung.
Es ist zuzugeben, dass The Furious nur das Nötigste tut, doch das reicht aus. Weil er sich trotzdem die Zeit dafür nimmt und nach einem kurzen Prolog, die Beziehung zwischen Vater und Tochter in den Mittelpunkt stellt.
Diese ist geprägt von einem Konflikt, aber auch Liebe. Die Tochter, die sich Sorgen um ihren Vater macht und mit ihm zusammenbleiben möchte, auf der Einen und der Vater, welcher die Sicherheit seines Kindes in einer gefährlichen Welt über alles stellt auf der anderen. Diese ersten Minuten lassen nun sowohl die Zuneigung in dieser kleinen Familie spürbar werden als auch die Streitpunkte.
Ein wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist das Schauspiel. Yang Enyou als Tochter Rainy wirkt aufgeweckt und nachvollziehbar in ihrer Enttäuschung. Genauso ehrlich ist aber auch Wang Weis Vaterliebe. Xie Miao muss hier viel mit seiner Mimik arbeiten, da die Figur des Wang Wei stumm ist. Dies gelingt ihm allerdings und lässt mitfiebern.
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Wirklich erinnerungswürdig sind diese Figuren aber nicht. Sie erfüllen ihren Zweck und erinnern das Publikum daran, dass bei den ganzen Kämpfen auch etwas auf dem Spiel steht, was für alle Menschen greifbar sein sollte. Ähnliches gilt auch für eine weitere Hauptfigur. Denn nach der Einführung in die Handlung erhält Wang wie in dem Journalisten Navin einen Mitstreiter. Auch dieser will eine geliebte Person retten. Während Wang Wei allerdings der rohe und stoische Kämpfer ist, bringt Joe Taslims Darstellung eine neue Komponente in den Film. Seine Coolness lockert das Geschehen auf und bringt eine einfachere Form der Sympathie mit sich.
Wichtig wird dies mit Blick auf das Finale, bei dem der tonale Spagat des Films immer deutlicher zum Tragen kommt. Hierauf wird jedoch erst später eingegangen. Zuvor muss noch eine andere Figur erwähnt werden und ein Thema, mit dem der F ilm versucht den Mittelteil aufzuwerten. Kurzzeitig wird eine junge Polizistin wichtig, die sich gegen die Korruption im Polizeiapparat stellt. Die kritische Komponente ist dabei nicht die ausschlaggebende, sondern, das heroische Gefühl, mit welchem das zweite Drittel abschließt und welches von dieser Figur ausgeht.
Die fantastische Action in The Furious

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Dies sind ohne jeden Zweifel die eindrucksvollsten Momente von The Furious. Immer wenn die Action mit Emotionalität verbunden wird, eine direkte Fallhöhe besteht und erzählerische Komponenten in die Kämpfe eingepflegt werden, dann wird jede Kritik im Keim erstickt. Leider ist das seltener der Fall als erhofft und gewünscht. The Furious besitzt einige Actionsequenzen, die vier längsten derer dauern zwischen zehn und zwanzig Minuten an. Genau hier nutzt sich das Geschehen auch manchmal ab. Das spürt man vor allem dann, wenn in den kämpfen kurzzeitig die Handlung involviert wird und die Figuren sich innerhalb des Kampfes entwickeln. In diesen punktuell eingesetzten Momenten reißt das Geschehen mehr mit als sonst. Schade, dass es bei punktuell bleibt.
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Das diese langen Konfrontationen dennoch nie langweilen liegt an ihrer schieren Qualität. Regisseur Kenji Tanigaki setzt hier ganze neue Maßstäbe für das gesamte Genre. Es beginnt schon mit dem Auftakt, der besser ist als das Highlight in vermutlich 99 % aller Actionfilme, nur um sich daraufhin ausschließlich zu steigern. Jede Actionszene ist besser als die vorherige und dabei abwechslungsreich. Die Kontrahenten attackieren sich mit Fäusten, Hämmern, sogar Pfeil und Bogen und allem, was gerade da ist. Besonders ist hierbei die dynamische Kameraarbeit, welche die Übersicht wahrt und die Wucht jedes Schlages zusammen mit dem hervorragenden Sounddesign verstärkt. Das ist deshalb so unglaublich, weil die ausgeklügelten Kampfchoreographien eine unmenschliche Schnelligkeit besitzen und das einmalige Talent aller Beteiligten zur Schau stellen.
Das diskutable letzte Drittel
Nach 80 eindrucksvollen Minuten könnte The Furious dann beendet sein. Die Geschichte ist zufriedenstellend abgeschlossen und trotzdem beginnt gerade erst der letzte Akt. Erzählerisch ist er nicht notwendig, weswegen er sich auch seltsam angehängt anfühlt. Bei dem Problem bleibt es jedoch nicht. War The Furious zuvor tonal größtenteils geerdet und rau, was nur durch kleine Ausnahmen aufgebrochen wurde, nimmt der Film plötzlich immer skurrilere und abstrusere Formen an. Insbesondere in Bezug auf eine Figur, die zwiegespalten zurücklässt. Einerseits wirkt es zu absurd, andererseits bleibt genau das in Gedächtnis und birgt das Potential ikonisch zu werden.
Noch diskutabler sind allerdings die Hauptbösewichte, welche erst jetzt in Erscheinung treten. Mit ihnen verändert sich der ton des Films noch in eine weitere Richtung. Sie machen The Furious brutaler, und zwar auf eine regelrecht sadistische Art und Weise. Zwar nimmt das Geschehen nie komplett geschmacklose Ausmaße an, dennoch erinnern einzelne Momente an die gewaltvolle Überdrehtheit von Haneef Adenis Marco und das wirkt in diesem Film unnötig. The Furious hätte es nicht nötig gehabt zu einer zunehmend absurden Schlachtplatte zu werden.
The Furious bietet ein unvergleichliches Finale
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Doch auch hier nimmt man es dem Film nicht krumm. Vermutlich liegt darin auch die größte Stärke des Werks. Selbst wenn ein Kritikpunkt aufkeimt, gelingt es Kenji Tanigaki das Publikum augenblicklich mit einer neuen Unmöglichkeit abzulenken und zu begeistern. So auch im Finale, welches der bereits etablierten Logik folgend, alles Vorangegangene noch ein letztes Mal in den Schatten stellt. Diese letzte, sehr lange Actionsequenz lässt vergessen, dass sie erzählerisch völlig ohne Begründung auskommt. Als Actionfan möchte man dies um keinen Preis missen.
Es ist ein Kampf mit mehreren Personen, mit mehreren Parteien, die aufeinandertreffen und sich alle gegenseitig ins Jenseits befördern wollen. Darunter auch der allseits beliebte Yayan Ruhian. The Furious übertrifft sich bei dieser Gelegenheit andauernd mit kreativen Ideen, die Konfrontation aufzuteilen, am Leben zu erhalten und gleichzeitig auch mitreißend zu gestalten. Denn eigentlich ist auch diese Sequenz viel zu lang, andererseits genießt ein Actionfan jede Sekunde. Das liegt daran, dass die Action generell in diesem Film mehr ist als ein Transportmittel für Unterhaltung. Sie ist eine Kunstform, die von dem Publikum bewundert werden darf. Erstaunt blickt man auf die Choreographien als wären es Gemälde von berühmten Künstlern.
Fazit zu The Furious:
The Furious ist all das, worauf Genrefans hoffen und für viele von ihnen möglicherweise noch mehr. Ein Film, der schlichtweg sprachlos zurücklässt. Die Action ist einmalig und kaum in Worte zu fassen, während der Rest natürlich nicht mithält. Dennoch ist das Schauspiel der wichtigsten Akteure gut, die Hauptfiguren tragen durch den Film, werden aber nicht in Erinnerung bleiben und die einfache Story besitzt einen glaubhaften emotionalen Anker, der ausreicht, um durch die wenigen Dialogszenen zu führen.
Trotzdem gibt es Actionfilme, wie From the World of John Wick: Ballerina oder Mission: Impossible – Fallout, die als filmische Gesamtwerke in sich stimmiger sind. Nur auf die Action bezogen können sie The Furious aber nicht das Wasser reichen, nicht mal ansatzweise. Und das trifft auch auf The Raid und The Raid 2. Erzählerisch ist The Furious selbst in seiner Einfachheit viel besser und selbst in der Action wird die Krone übernommen. Kenji Tanigaki präsentiert hier die beste Action der Filmgeschichte, aber je nach Geschmack nicht den besten Actionfilm. Das macht auch die Bewertung schwierig, denn wer sich nicht für den Kunstanspruch hinter Kampfchoreographien begeistern kann, wird ernüchtert bleiben. Alle anderen erfreuen sich eines Meisterwerkes.
Werdet ihr euch The Furious im Kino ansehen?
TRAILER: © Capelight Pictures

FLORIAN – Filmkritiker
Meine Leidenschaft begann wohl schon recht früh in meiner Kindheit, als ich erstmals die Karl May Verfilmungen der 60er Jahre von Rialto Film sah. Daraufhin erforschte ich klassische und modernere Filmreihen von Star Wars bis hin zum Marvel Cinematic Universe. Irgendwann wurde aus der Lust nach Abenteuer und Action eine Liebe zum Medium Film, die mich auch abseits der berühmten Blockbuster auf faszinierende Reisen schickte. Seit Juli 2020 bin ich auf Letterboxd aktiv und erweitere seither meinen Horizont beständig. Daraus entwickelte sich seit der Sichtung von „RRR“ und dem Kinobesuch von „Jawan“ eine Liebe für das indische Kino. Offen bin ich abseits dessen für nahezu alle Jahrzehnte und Genres, lediglich amerikanischen Komödien bleiben ich am liebsten fern.
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Andere Meinungen zu The Furious:
Mathis Raabe von Kino-Zeit
[…]Auf technischer Ebene allerdings dürfte es sich hierbei um eine der spektakulärsten Szenen in der Geschichte des Martial-Arts-Kinos handeln, die auch, im Gegensatz zu manchen früheren Szenen des Films, endlich mit ein paar knalligen Farben daherkommt. Und da der Oscar für Stunt-Design erst 2028 zum ersten Mal vergeben werden soll, wollen wir den Namen des Mannes, der diese Meisterleistung verantwortet hat, zumindest hier nennen: Kensuke Sonomura. 4 von 5 Sternen
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Rouven Linnarz von Film-Rezensionen.de
„The Furious“ ist ein Actionfilm, bei dem nicht Effekte oder CGI dominieren, sondern Kampfkunst, elegante Choreografien und Präzision. Kenji Tanigaki erfindet das Rad zwar nicht neu, liefert mit seinem Film jedoch einen weiteren Beitrag zu jener Reihe moderner Martial-Arts-Werke aus Ostasien, die sich ihrer Traditionen bewusst sind und diese gleichzeitig technisch weiterentwickeln. 7 von 10 Punkten.
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Matthias Holm von IGN Deutschland
The Furious ist all das, was sich Fans erhofft haben: Schnell, brutal, unerbitterlich, intensiv, kreativ choreografiert und dabei verdammt unterhaltsam. Die Darstellenden sind mit vollem Körpereinsatz dabei, was zusammen mit dem rockigen Soundtrack und dem tollen Sounddesign jeden Treffer spürbar macht. Es ist ein Maßstab für Martial-Arts-Produktionen und so ziemlich einer der besten modernen Action-Filme, über den noch lange gesprochen wird. 10 von 10 Punkten
Pressematerial: The Furious | 2025 © Capelight Pictures












2 Kommentare
Auf den Film freue ich mich und zwar richtig. Ich bin großer Filmfan, mag viele Genres, aber ich bin auch Actionfan und als solcher bin ich seit Jahren mehr oder weniger frustriert. Ja die Kämpfe in John Wick sind ok, aber zum Teil überchoreografiert und können mit den Actionszenen in The Raid 1 und 2 bei weitem nicht mithalten. Ich möchte auch keine komplizierte Geschichte, sondern eine Geschichte die cool und unterhaltsam inszeniert ist und vor allem Action sehen, welche den Namen auch verdient. Das was in den letzten Jahrzehnten aus Hollywood kommt, ist nicht ausschließlich, aber größtenteils eine Frechheit. Da wird schlechtes Handwerk als Style verkauft.
Deine Kritik hat meine Vorfreude echt noch gesteigert. Ich wusste auch nicht, dass Yayan Ruhian mitspielt. Seit The Raid bin ich ein Riesenfan von ihm. Der Film scheint das zu sein was ich erhofft, nicht einmal erwartet habe. Harte, brutale, spektakuläre richtige echte Action ohne Chi Chi. Mit echten Kämpfern die was können, Kamera drauf halten und ab die Post. Ich habe richtig Bock auf den Film.
Danke für deine Kritik.
@klaathu
Dann bin ich gespannt. Die Action hier ist aus meiner Sicht etwas künstlerischer als noch in den „The Raid“ Filmen, wo meine ich mehr die Härte im Fokus stand. Aber da wird „The Furious“ bei mir einfach mehr in Erinnerung bleiben, weil jeder Kampf so unglaublich aussieht und auch gut konzipiert ist. Das hier ist allerhöchste Qualität und unglaublich schnell.
Wünsche dir viel Spass im Kino und hoffe du wirst auch begeistert sein.