Die 5 besten Queer Cinema Filme

The Wild Boys: Das Bild ist eine Schwarz-Weiß-Aufnahme, die zwei junge Jungen in eleganter, aber etwas zerzauster Kleidung zeigt. Sie schauen durch ein rundes Fenster oder Bullauge, als wĂŒrden sie in einen anderen Raum oder nach draußen blicken. Die Szenerie hat eine dramatische Lichtstimmung mit starken Kontrasten, was eine intensive AtmosphĂ€re erzeugt. Die Jungen wirken entschlossen und leicht angespannt, als seien sie in einer spannenden oder gefĂ€hrlichen Situation. Ihr Haar ist vom Wind zerzaust, was Dynamik in die Szene bringt. Die Bildkomposition und der visuelle Stil erinnern an klassische europĂ€ische Arthouse-Filme oder expressionistische Werke. In weißer Schrift steht in einem weißen Rahmen "Die 5 besten Queer Cinema Filme"

Der Pride Month ist vorbei und dennoch wollen wir uns diese Woche noch einmal diesem Thema widmen. Gemeinsam suche ich mit euch die 5 besten Queer Cinema Filme. Das kann Coming of Age sein, eine Liebesgeschichte, Outing oder IdentitĂ€tsfindung. Auch gerne politische Filme zu dem Thema. Das Queer Cinema hat so viele tolle Filme zu bieten. Tiefgreifende Liebesgeschichten oder einfach das Leben queerer Menschen, wie es oftmals die Geschichten von Pedro AlmodĂłvar beschreiben.

Das Queer Cinema entstand als Gegenbewegung zum klassischen Hollywood. Dies macht queere Figuren oft unsichtbar oder setzt sie an den Rand. Dabei lĂ€sst es kaum ein Klischee aus, das leider das Weltbild vieler Menschen geprĂ€gt hat und weiter prĂ€gt. Die Queere Bewegung ist wichtig, auch in der Popkultur! Wegweisende Filme wie Paris brennt (1990), ein Dokumentarfilm ĂŒber die Drag-Ball-Kultur in New York, oder The Watermelon Woman (1996), einer der ersten Spielfilme von und ĂŒber Schwarze lesbische Frauen, gelten als Meilensteine des Queer Cinema.

Besonders in den 90er und 2000er Jahren gewann das Queer Cinema Aufschwung und Sichtbarkeit. Filme wie Brokeback Mountain (2005), Milk (2008) oder Call Me By Your Name (2017) hoben die Themen queerer Menschen in den Vordergrund und werden vielerlei bis heute gefeiert. Besonders Call Me By Your Name gilt als einer der romantischsten ErzĂ€hlungen aus der Bewegung.

Ein Beitrag von: Riley Dieu Armstark

Was bedeutet Queer 🌈🏳‍🌈?

Das Bild zeigt zwei MĂ€nner, die sich gegenĂŒbersitzen und liebevoll berĂŒhren | Die 5 besten Queer Cinema Filme
Foto © Joshua Mcknight
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Den Ursprung findet man in dem englischen Begriff „queer“, der soviel bedeutet wie seltsam, merkwĂŒrdig, schrĂ€g oder sonderbar. Damals im 19. und im frĂŒhen 20. Jahrhundert wurde das Wort abwertend fĂŒr homosexuelle Menschen verwendet. Jedoch im Sinne von „abartig“ oder „unnormal“.

SpĂ€ter in den 1980ern und 19990ern begannen Aktivist:innen, das Wort selbstbewusst zurĂŒckzuerobern („reclaim the word“), um es positiv umzudeuten und sich die Beleidigung quasi anzueignen. In dieser Zeit wurde das berĂŒhmte Motto „We’re here, we’re queer, get used to it!“ laut und prĂ€gte sich ein. Heute benutzen viele Menschen das Wort „queer“ stolz fĂŒr ihre IdentitĂ€t.

Heute ist der Begrifft bewusst offen und inklusiv und wird verwendet, um sich von engen Labels wie „lesbisch“, „schwul“, „bisexuell“ oder „trans“ abzugrenzen oder sie zu ergĂ€nzen. Queer umfasst also nicht nur die sexuelle Orientierung wie schwul, lesbisch, bi, pansexuell oder asexuell, sondern auch GeschlechtsidentitĂ€ten. Also GeschlechtsidentitĂ€ten, die nicht strikt cisgender sind wie trans, nicht-binĂ€r oder genderqueer. ZusĂ€tzlich beschreibt queer Lebens- und Liebensweisen, die von den traditionellen Vorstellungen von Familie und Beziehung abweichen. Wie Mann und Frau, die heiraten und ein Kind bekommen. In der Liebe ist alles erlaubt. Im queeren Lebensmodell können MĂ€nner, MĂ€nner lieben und eine Familie grĂŒnden. So als Beispiel.


„We’re here,
we’re queer,
get used to it!“

– Queer Community

🌿 Queer sein heißt auch: Normen hinterfragen und Vielfalt feiern

Das Bild zeigt zwei Frauen, die sich liebevoll und voller Liebe im Arm halten. Sie liegen im Bett, haben die Augen geschlossen und fĂŒhlen die NĂ€he zueinander | Die 5 besten Queer Cinema Filme
Foto © Ketut Subiyanto

Einige verwenden „queer“ auch als eine politische Haltung, ein Statement, das ausdrĂŒcken soll, dass man heteronormative und binĂ€re Vorstellungen von Geschlecht ablehnt. Man feiert die Vielfalt, Love is Love 💛und lĂ€sst sich nicht von gesellschaftlichen Normen einschrĂ€nken.

Als „queer“ wird man nicht im Sinne eines festen Labes geboren, es ist eher ein Selbstbezeichnungsbegriff. Menschen entscheiden sich eigens fĂŒr den Begriff und freiwillig, diesen zu benutzen. Manche fĂŒhlen sich sehr wohl damit, andere bevorzugen spezifischere Begriffe wie „schwul“ oder „trans“, andere mögen das weite, inklusive „queer“, weil es Spielraum lĂ€sst. FĂŒr Ă€ltere Generationen aus der Queer Community ist es noch immer ein schmerzhafter Begriff, da das Wort frĂŒher als Beleidigung galt. Deshalb sollte man immer sensibel nachfragen, ob jemand mit der Bezeichnung einverstanden ist.

đŸłïžâ€đŸŒˆ Was bedeutet LGBTQIA*?

Heute steht der Begriff LGBTQIA* fĂŒr eine bunte Vielfalt sexueller Orientierungen und geschlechtlicher IdentitĂ€ten. Dies beinhaltet zum Beispiel lesbisch, schwul, bisexuell, trans, queer, intergeschlechtlich, asexuell und nicht-binĂ€r. Das Sternchen ist darĂŒber hinaus ein Hinweis, auf weitere IdentitĂ€ten, die sich nicht in traditionelle Schubladen einordnen lassen. Dieser umfassende Sammelbegriff entstand jedoch nicht einfach so aus dem Nichts, sondern ist das Ergebnis eines langen historischen Prozesses. Ein Prozess, der eng mit KĂ€mpfen um Sichtbarkeit, Anerkennung und Rechte verbunden ist.

Jahrhundertelang wurden homosexuelle Menschen und Transmenschen ausgegrenzt, kriminalisiert und pathologisiert. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein galten gleichgeschlechtliche Beziehungen in vielen LĂ€ndern als Straftat. TransidentitĂ€ten wurden meist als psychische Krankheit abgestempelt. So bildete sich aus dieser UnterdrĂŒckung heraus bereits in den 60er und 70er Jahren die erste Bewegung, die sich gegen diese Diskriminierungen wehrten und fĂŒr ihre eigene WĂŒrde eintraten. Oft unter der Regenbogenfahne 🏳‍🌈, die zum Symbol des Stolzes und der Vielfalt wurde.

🌈 LGBTQIA: Von der UnterdrĂŒckung zur stolzen Bewegung“

Aus den EinzelkĂ€mpfen der Lesben, Schwulen, Bisexuellen und spĂ€ter Trans-Personen, die merkten, dass sie gemeinsam stĂ€rker waren, entstand in dieser Zeit der Begriff LGBT. SpĂ€ter in den 1990er Jahren kamen dann immer mehr Stimmen dazu. Intergeschlechtliche Menschen, asexuelle Menschen und jene, die sich nicht binĂ€r oder klar hetero/homo definieren wollten wurden mit einbezogen. Schrittweise entwickelte sich daraus die AbkĂŒrzung weiter zu LGBTQIA*, die bis heute immer wieder angepasst und erweitert wird.

Heute hat das LGBTQIA*-KĂŒrzel weitaus mehr Bedeutung fĂŒr bestimmte Gruppen. Es ist Ausdruck einer langen Geschichte von UnterdrĂŒckung und SelbstermĂ€chtigung, SolidaritĂ€t und Stolz. Am Ende steht LGBTQIA* fĂŒr eine lebendige, vielfĂ€ltige Bewegung und Community, die nicht nur fĂŒr das eigene Recht zu lieben und zu leben kĂ€mpft, sondern auch fĂŒr eine Gesellschaft, in der niemand wegen seiner IdentitĂ€t ausgegrenzt wird. Es ist eine Geschichte des Widerstands, aber auch eine Geschichte von Mut, Gemeinschaft und der Freiheit, einfach man selbst zu sein.

🌈🎬 Die 5 besten Queer Cinema Filme: Was ist Queer Cinema?

Das Bild zeigt Timothée Chalamet in einer Szene aus "Call Me By Your Name" | Die 5 besten Queer Cinema Filme
Gilt als einer der romantischsten ErzĂ€hlungen aus der LGBTQIA* Bewegung — Call Me By Your Name | 2017 ©Sony Pictures
Das Bild ist eine Werbeanzeige zum Summer Sale auf EMP

Das Queer Cinema zeichnet sich durch die Geschichten von LGBTQIA*-Menschen aus. Es sind Geschichten queerer Figuren, die im Mittelpunkt stehen oder sich kritisch mit Normen rund um SexualitĂ€t und Geschlecht auseinandersetzen. Es geht dabei nicht immer nur um gleichgeschlechtliche Beziehungen oder trans IdentitĂ€ten. Sondern dient auch als kĂŒnstlerisches und politisches Statement. Oftmals beherbergt das Queer Cinema alternative ErzĂ€hlweisen und fordert gesellschaftliche Konventionen heraus.

Der Ursprung des Queer Cinema liegt in der Zeit, in der queere Leben in den meisten LĂ€ndern völlig unsichtbar waren. Oftmals tauchten Queer People als Karikaturen oder Tragödien auf. In Hollywood waren homosexuelle Darstellungen jahrzehntelang durch den sogenannten Hays Code (1930–1968) zensiert. Schwule oder lesbische Charaktere durften nur dann auftreten, wenn sie „bestraft“ oder am Ende unglĂŒcklich waren. Noch bis in die 80er und 90er Jahre hinein galten schwule oder trans Figuren oft als Randfiguren, Bösewichte oder tragische Gestalten, die an ihrer „Abweichung“ scheitern mussten.

🌈🎬✹Queer Cinema: Kunst & Rebellion

Das Bild zeigt Héloïse (AdÚle Haenel) und Marianne (Noémie Merlant) aus dem Film "PortrÀt einer jungen Frau in Flammen"
Ebnete den Weg fĂŒr ein breiteres Publikum und hob Queer Cinema aus der Nische ins Rampenlicht — PortrĂ€t einer jungen Frau in Flammen | 2019 ©Alamode

Im selben Atemzug entstand jedoch aus diesem Ausschluss heraus eine eigene, rebellische Filmszene, die bereits in den 60er Jahren ihre AnfÀnge hatte. Queere Filmschaffende zeigten ihre Geschichten in Underground-Kinos oder auf Festivals. Regisseure wie Derek Jarman oder Rosa von Praunheim, spÀter Gregg Araki und Todd Haynes, schufen Filme, die Normen bewusst hinterfragten und queere LebensrealitÀten in ihrer ganzen KomplexitÀt darstellten. Mit dem Begriff New Queer Cinema bezeichnete die amerikanische Filmkritikerin B. Ruby Rich Anfang der 1990er eine Welle von radikal neuen, unkonventionellen Filmen, die queeres Begehren, Gender-FluiditÀt und politische KÀmpfe explizit zum Thema machten.

Dabei muss Queer Cinema nicht immer eine schwule oder lesbische Liebesgeschichte zeigen. Das Queer Cinema ist vielfĂ€ltiger. Oftmals geht es darum, HeteronormativitĂ€t aufzubrechen und alternative IdentitĂ€ten sichtbar zu machen. Die Filmschaffenden wollen das Publikum zwingen, ĂŒber gesellschaftlich festgelegte Normen hinwegzusehen und ĂŒber den Tellerrand zu blicken. Kategorien wie „Mann“, „Frau“, „normal“ und „anders“ werden aufgebrochen und sollen das Publikum zum Umdenken bewegen. ZusĂ€tzlich spielen viele queere Filme mit Ă€sthetischen Mitteln wie Camp, Übertreibung oder bewusster KĂŒnstlichkeit, um gerade das, was gesellschaftlich als „natĂŒrlich“ gilt, in Frage zu stellen.

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Bis heute hat sich das Queer Cinema stark weiterentwickelt und gilt lĂ€ngst nicht mehr als Nischenkino. Filme wie Moonlight, Call Me by Your Name, PortrĂ€t einer jungen Frau in Flammen oder The Danish Girl fanden weltweit ein großes Publikum. Das Queer Cinema ist ein wichtiger Bestandteil der LGBTQIA* Bewegung, denn es schafft RĂ€ume, in denen queere Menschen sich selbst wiedererkennen können. Die erzĂ€hlten Geschichten spiegeln ihre GefĂŒhle und ihr Erleben wider, meistens anders, ehrlicher und vielschichtiger, als es in Mainstream Filmen der Fall ist. Es ist nicht nur ein Genre, sondern eine Haltung und steht fĂŒr Vielfalt, Recht auf Sichtbarkeit und dafĂŒr, Geschichten abseits von Klischees und Normen zu erzĂ€hlen. Das Queer Cinema ist lebendige, bunte und manchmal auch provokative Filmkunst, die gleichzeitig als Befreiungsschlag gilt.

Kommen wir nun zu meiner Auswahl fĂŒr die 5 besten Queer Cinema Filme. Diesmal habe ich ein Ranking erstellt und dieses Mal habe ich wieder Filme heraus gesucht, die ich noch nicht so sehr in den Vordergrund geschoben habe. Einen vielleicht schon und diesmal sind eventuell auch bekanntere fĂŒr euch dabei. Dennoch möchte ich euch immer gerne eine Vielfalt bieten und euer Spektrum erweitern.

5. The Wild Boys (2017)

The Wild Boys: Das Bild ist eine Schwarz-Weiß-Aufnahme, die zwei junge Jungen in eleganter, aber etwas zerzauster Kleidung zeigt. Sie schauen durch ein rundes Fenster oder Bullauge, als wĂŒrden sie in einen anderen Raum oder nach draußen blicken. Die Szenerie hat eine dramatische Lichtstimmung mit starken Kontrasten, was eine intensive AtmosphĂ€re erzeugt. Die Jungen wirken entschlossen und leicht angespannt, als seien sie in einer spannenden oder gefĂ€hrlichen Situation. Ihr Haar ist vom Wind zerzaust, was Dynamik in die Szene bringt. Die Bildkomposition und der visuelle Stil erinnern an klassische europĂ€ische Arthouse-Filme oder expressionistische Werke.
Die Jungen mĂŒssen als Strafe auf eine ungewöhnliche Schiffsreise — The Wild Boys | 2017 © Ecce Films
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Wovon handelt The Wild Boys?

Die Handlung von The Wild Boys dreht sich um fĂŒnf jugendliche StraftĂ€ter, die im Frankreich des frĂŒhen 20. Jahrhunderts fĂŒr ihre schweren Verbrechen verurteilt werden. Anstatt ins GefĂ€ngnis zu kommen, werden sie auf eine abgelegene Insel geschickt, wo der exzentrische KapitĂ€n (Sam Louwyck) sie auf eine ungewöhnliche Entdeckungsreise schickt.

Auf der Insel stoßen die Jungen auf eine mysteriöse Pflanze mit halluzinogenen Eigenschaften, die ihre Geschlechter verĂ€ndert und ihnen ĂŒbernatĂŒrliche FĂ€higkeiten verleiht. Die Jungen werden zu MĂ€dchen und entwickeln einzigartige KrĂ€fte. In dieser surrealen Umgebung mĂŒssen sie nicht nur lernen, mit ihren neuen IdentitĂ€ten umzugehen, sondern auch die Naturgewalten und ihre eigenen Begierden meistern. WĂ€hrend ihrer Reise durch die exotische Landschaft der Insel durchlaufen die Charaktere verschiedene mystische PrĂŒfungen, die ihre moralischen Überzeugungen und ihre Wahrnehmung von Geschlecht und IdentitĂ€t herausfordern. Der Film erforscht Themen wie sexuelle IdentitĂ€t, Rebellion, Natur und das Unbekannte auf Ă€sthetisch ansprechende, aber auch verstörende Weise.

The Wild Boys | 2017 ©Ecce Films | Trailer: kinofilme

Die 5 besten Queer Cinema Filme: The Wild Boys: Ein filmisches Experiment, das alles sprengt

„Was erwartet mich hier fĂŒr ein Film?“, dachte ich mir, als mir der Film in der Wichtelaktion der Filmwelt Discord Gruppe gewichtelt wurde. Die Person, die mir den Film gab, schrieb auch noch dazu, dass sie hofft, ich wĂŒrde sie danach nicht hassen. Skeptisch ging ich also an das Werk heran und machte mich auf das schlimmste gefasst. Was ich jedoch erlebte, war eine Art Offenbarung. Der Film beginnt sehr kontrovers und ich dachte mir erst einmal wirklich, warum ich mir das nun antun muss. The Wild Boys entfaltet sich jedoch zu einem cineastischen Meisterwerk, das ich in dieser Form noch nie zuvor gesehen hatte.

Bertrand Mandico experimentiert mit Genderfluide und schenkte seinen Figuren eine Aufmerksamkeit, die bisher nicht viele experimentelle Filmschaffende in solcher Tiefe erkundet haben. Überraschend ist vor alle, dass die Jungen, eigentlich gar keine Jungen sind, sondern Frauen. Dies erkannte ich auch erst, als ich mir den Cast durch las. Darauf wĂ€re ich im Leben erst einmal nicht gekommen. Auch optisch ist The Wild Boys ein ein kĂŒnstlerisches Meisterwerk. Die Szenen sind ĂŒberwiegend in Schwarz-Weiß gedreht, hin und wieder liefert der Film aber auch Farbe und das in besonderen Momenten. Pascale Granel hat ein unglaubliches GespĂŒr fĂŒr Bilder und setzt die Protagonist:innen kĂŒnstlerisch in Szene. Auch die Licht- und Schattenspiele gliedern sich perfekt in die Handlung ein, wirken einerseits wie Kunst und andererseits grotesk und skurril.

Eine kleine Filmperle des Queer Cinema

The Wild Boys ist ein moderner Film, der perfekt in die Gegenwart passt. In der Zeit der FluiditĂ€t der Geschlechter hat sich der Film bereits ernsthaft damit auseinander gesetzt. The Wild Boys strotzt vor sexueller Vielfalt und geht ĂŒber klassische Geschlechterrollen hinaus. In einer schillernden Geschichte erzĂ€hlt Bertrand Mandico ein Abenteuer der IdentitĂ€ten und Geschlechter, das sich oftmals wie der Klassiker Herr der Fliegen anfĂŒhlt. Der Experimentalfilmer hat sich fĂŒr sein Werk die Vorlage „The Wild Boys: A Bood of the Dead“ von William S. Burroughs genommen, das in seiner ErzĂ€hlung eine homosexuelle Jugendbewegung portraitiert, die die westliche Zivilisation ĂŒberwinden will.

Zudem nahm er sich den Klassiker Zwei Jahre Ferien von Jules Verne zum Vorbild. Diese einzigartige Mischung geht auf, vor allem, wenn man unvoreingenommen und ohne Vorwissen an The Wild Boys heran geht. So ging es mir, ich wusste nicht worum es geht und war fasziniert, wie sich die Geschichte StĂŒck fĂŒr StĂŒck entpuppt.
AnfĂ€nglich waren die Jungen sehr unsympathisch und Mitleid hielt sich in Grenzen. Allerdings wĂ€chst man im Laufe des Films mit ihnen mit und lernt an Erfahrung. Die Wandlung fĂŒhlt sich an wie eine Wiedergeburt, ein Start in ein neues Leben.

The Wild Boys ist eine kleine Filmperle des Queer Cinema! Ich bin sehr froh, diesen Film durch die Community entdeckt zu haben, denn ich hÀtte The Wild Boys sonst niemals auf den Schirm bekommen.

4. Close (2022)

Das Bild zeigt Léo (Eden Dambrine) und Rémi (Gustav De Waele) aus dem Film "Close", die eng umschlungen nebeneinander sitzen | Die 5 besten Queer Cinema Filme
LĂ©o (Eden Dambrine) und RĂ©mi (Gustav De Waele) verbindet eine tiefe Freundschaft — Close | 2022 ©Pandora Filmverleih
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Worum geht es in Close?

Close ist ein Film, der die Geschichte der engen Freundschaft zwischen den 13-jĂ€hrigen Jungen LĂ©o (Eden Dambrine) und RĂ©mi (Gustav De Waele) erzĂ€hlt. Sie leben in einer lĂ€ndlichen Gegend an der flĂ€mischen Grenze in Wallonien und verbringen einen Großteil ihrer Freizeit gemeinsam. LĂ©o ĂŒbernachtet oft bei RĂ©mi, und sie schlafen eng aneinander gekuschelt im selben Bett, ohne dass dies einen erotischen Aspekt hat. RĂ©mi’s Mutter Sophie ist in diese Freundschaft einbezogen und hat LĂ©o ebenfalls sehr gern.

Die Handlung setzt ein, als die beiden Jungen auf eine weiterfĂŒhrende Schule wechseln, an der NiederlĂ€ndisch anstelle von Französisch gesprochen wird. Ihre enge Beziehung fĂ€llt den MitschĂŒler:innen auf, die anfangen, sie zu fragen, ob sie ein Paar seien. Obwohl LĂ©o klarstellt, dass sie nur gute Freunde sind, setzen die Sticheleien und das Misstrauen ihrer Klassenkamerad:innen fort. RĂ©mi zieht sich zurĂŒck und beginnt, die NĂ€he zu LĂ©o zu meiden, wĂ€hrend dieser nach Anerkennung sucht und sein Leben umgestaltet, ohne RĂ©mi einzubeziehen. Er knĂŒpft neue Freundschaften, interessiert sich fĂŒr neue AktivitĂ€ten wie Eishockey und lĂ€sst RĂ©mi zunehmend außen vor.

Als RĂ©mi versucht, die Beziehung zu LĂ©o aufrechtzuerhalten und ihm gegenĂŒber seine EnttĂ€uschung und Verletzung ausdrĂŒckt, ignoriert LĂ©o seine BemĂŒhungen. Diese Spannungen zwischen den beiden nehmen immer weiter zu. Werden sie Freunde bleiben können oder getrennte Wege gehen?

Close | 2022 ©Pandora Filmverleih

Die 5 besten Queer Cinema Filme: Close ist großes Kino mit vielen Emotionen

Der Film Close kam mir ja durch unsere Presse Agenturen in den Verteiler geflattert. Zum GlĂŒck, wenn vielleicht hĂ€tte ich auch diese Filmperle nicht sofort entdeckt. Der Film erzĂ€hlt von der inneren Zerrissenheit eines Jungen, der es nicht ertragen kann „anders“ zu sein. Schlimm genug, dass sein bester Freund sich gefĂŒhlsmĂ€ĂŸig von ihm abwendet und er das sozusagen fehlinterpretiert. Wie oft gibt und gab es schon solche Schicksale, wie sie in Close auf die Leinwand gebracht wurden?

Ich denke mir immer wieder ganz oft, wie Menschen sich selbst einschrĂ€nken und auch andere mit unsinnigen Regeln, das Leben schwer machen. Close ist ein sehr gutes Beispiel dafĂŒr, was es bedeutet, dass die Gesellschaft an AufklĂ€rung und VerstĂ€ndnis scheitert. Der Film bewegt mich noch immer und wĂ€hrend ich diese Zeilen schreiben, kommen mir erneut die TrĂ€nen.

Wer sich diese Filmperle ansieht, darf die TaschentĂŒcher nicht vergessen. Ganz großes Kino mit kleinen, großartigen Darstellern.

3. Sommer 85 (2020)

Das Bild zeigt David (Benjamin Voisin) und Alexis (Félix Lefebvre) aus dem Film "Sommer 85" eng umschlungen auf dem Motorrad sitzen | Die 5 besten Queer Cinema Filme
David (Benjamin Voisin) und Alexis (FĂ©lix Lefebvre) verbringen einen romantischen Sommer miteinander — Sommer 85 | 2020 ©Capelight Pictures | Wild Bunch
Schwarz-weiß-Werbegrafik mit zwei eng aneinander liegenden Personen, die einander sinnlich berĂŒhren. Links steht in großen orangefarbenen Buchstaben „QUEER LOVE STORYS“. Rechts unten befindet sich ein Button mit „SHOP NOW“ sowie das Thalia-Logo.

Wovon handelt Sommer 85?

Der Film Sommer 85 (Originaltitel Ă‰tĂ© 85, internationaler englischsprachiger Titel Summer of ’85) ist ein französisches Filmdrama von François Ozon, das am 14. Juli 2020 in den französischen Kinos erschien. Er basiert auf dem Roman Tanz auf meinem Grab von Aidan Chambers.

Sommer 85 erzĂ€hlt die Geschichte des 16-jĂ€hrigen Gymnasiasten Alexis (FĂ©lix Lefebvre), der in einem kleinen KĂŒstenort in der Normandie lebt. Der Film spielt in den 1980er Jahren und folgt Alexis’ Erinnerungen an einen Sommer, der sein Leben tiefgreifend verĂ€ndert hat. Als er anfangs vor einer unbekannten Anklage steht, blickt er zurĂŒck auf die Begegnung mit dem 18-jĂ€hrigen David (Benjamin Voisin), einem selbstbewussten und freien jungen Mann, der ihn rettet und in seine Welt mitnimmt.

Alexis und David entwickeln schnell eine intensive Freundschaft, die ĂŒber die ĂŒblichen Grenzen hinausgeht. Gemeinsam verbringen sie den Sommer mit Segeltouren, Motorradfahrten und gemeinsamen Abenteuern, wĂ€hrend Alexis sich zunehmend zu David hingezogen fĂŒhlt. Neben der Freundschaft spielt auch Kate (Philippine Velge), ein britisches Au-Pair-MĂ€dchen, eine wichtige Rolle in ihrem Umfeld.

Sommer 85 | 2020 ©Capelight Pictures | Wild Bunch

Die 5 besten Queer Cinema Filme: Sommer 85 eine romantische, tragische queere Liebesgeschichte

Sommer 85 ist irgendwie mein Call Me by Your Name! TatsĂ€chlich bin ich einer der wenigen Personen, die mit Call Me by Your Name nicht so recht warm wurden. Die großartigen Kulissen konnten mich begeistern, daran kann ich mich einfach nicht satt sehen. Und TimothĂ©e Chalamet hat sowieso einen Stein in meinem Brett. Jedoch konnte ich es nicht so richtig fĂŒhlen. Vielleicht liegt es aber auch daran, wie Luca Guadagnino Queer Geschichten erzĂ€hlt. Ich habe da manchmal so Schwierigkeiten mit den Charakteren, da eine Person oft sehr aufdringlich ist. So empfand ich es auch bei Challengers und spĂ€ter auch bei Queer in dem ich die Dynamik der Protagonisten eher unangenehm empfinde.

Anders ist es bei Sommer 85, der wie eine erfrischende Liebesgeschichte daher kommt. Es ist alles so faszinierend, so neu und aufregend. Ich konnte mich besonders in Alexis (FĂ©lix Lefebvre) hineinversetzen, der mit aufgeregter Neugierde seine SexualitĂ€t entdeckt. Hinzu kommt, dass Sommer 85 eine Tragic Lovestory ist, was mich bekanntlich eh immer abholt. Auch hier gibt es traumhafte Kulissen. Spanien, als auch Frankreich bieten großartige Panoramen und auch Architekturen, an denen ich mich nie satt sehen kann. ZusĂ€tzlich mag ich den rustikalen, sĂŒdlĂ€ndischen Stil und das hatte mich auch schon bei Call Me by Your Name begeistert.

Sommer 85 kann einen aber auch zum Lachen bringen und ich persönlich finde ihn unglaublich romantisch.

2. Orlando (1992)

Das Bild zeigt Orlando (Tilda Swinton) mit PerĂŒcke auf ein punkvolles Laken gebettet, mit nachdenklichen Blick
Orlando (Tilda Swinton) erwacht plötzlich in einem anderen Geschlecht — Orlando | 1992 ©Arthaus
Das Bild ist eine Werbeanzeige zu Filmen von Pedro AlmodĂłvar im Thalia Shop
Foto ©LEONINE Studios | La mala educaciĂłn – Schlechte Erziehung

Worum geht es in Orlando?

Orlando ist ein Filmdrama aus dem Jahr 1992, das von Sally Potter inszeniert wurde, die nicht nur die Regie fĂŒhrte, sondern auch das Drehbuch schrieb und gemeinsam mit David Motion die Musik komponierte. Der Film ist eine europĂ€ische Koproduktion zwischen dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Russland und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Virginia Woolf aus dem Jahr 1928.

Orlando (Tilda Swinton) ist ein junger Adliger am Hof von Königin Elisabeth I. (Quentin Crisp), der ihre besondere Gunst genießt. Durch ein außergewöhnliches Versprechen wird ihm ein langes Leben zugesichert, das ihn durch mehrere Jahrhunderte fĂŒhrt. Im Verlauf seiner Reise erlebt Orlando große UmbrĂŒche – gesellschaftliche wie persönliche – und begegnet dabei vielen faszinierenden Persönlichkeiten. Dazu zĂ€hlen unter anderem eine rĂ€tselhafte russische Prinzessin Sasha (Charlotte Valandrey) sowie spĂ€ter Shelmerdine (Billy Zane), der Orlando in einer entscheidenden Phase seines Lebens begegnet. Über die Jahrhunderte hinweg reflektiert Orlando, was Liebe, IdentitĂ€t, Macht und Geschlecht fĂŒr ihn bedeuten, wĂ€hrend sich die Welt um ihn herum immer weiter verĂ€ndert.

Orlando | 1992 ©Arthaus | CineartBE

Die 5 besten Queer Cinema Filme: Orlando, ein filmisches Manifest ĂŒber Gender, Macht und Schönheit

Tilda Swinton ist generell eine Person, die ich beneide. Wieso? Weil sie androgyn, faszinierend und schön ist. Ob Tilda das auch so sieht, weiß ich nicht, jedoch zog mich ihr Äußeres immer besonders an und ich wollte genau so sein. Der Film Orlando holte mich auf allen Ebenen meiner Emotionen ab. Nicht nur geht es hier ebenso um Genderfluide, sondern auch um die Rechte unterschiedlicher Geschlechter und Geschlechterrollen. Der Film hĂ€lt der Gesellschaft regelrecht den Spiegel vor. Der Charakter Orlando (gespielt von Tilda Swinton) wird als Schönling und Kriegsheld gefeiert. Als Orlando als Frau erwacht, wird ihr von allen Seiten der Hof gemacht und zusĂ€tzlich auch noch ihrer Rechte beraubt. Außer sie wĂŒrde einen Mann ehelichen.

Wie exakt das unsere Gesellschaft widerspiegelt, ist schon beachtlich und es macht mich ehrlich ziemlich wĂŒtend. Orlando spielt kokett mit den Geschlechterrollen und das macht den Film zu einem unglaublich wichtigen Teil der Queer Community. ZusĂ€tzlich ist der Film visuell ebenso eine Wucht wie Darstellerisch. Neben Tilda Swinton sind auch Billy Zane im Cast vertreten. Was wirklich sensationell ist, ist die Tatsache, dass Königin Elisabeth I. von dem Schauspieler Quentin Crisp verkörpert wird.

1. Tomboy (2011)

Das Bild zeigt Laure (gespielt von Zoé Héran) aus dem Film "Tomboy"
— Tomboy | 2011 ©Alamode

Worum geht es in Tomboy?

Tomboy ist ein französischer Film aus dem Jahr 2011, der von der Regisseurin CĂ©line Sciamma geschrieben und inszeniert wurde. Der Film erzĂ€hlt die Geschichte von Laure, einem 10-jĂ€hrigen MĂ€dchen, das mit seiner Familie in eine neue Nachbarschaft zieht. Laure, die sich lieber als Junge prĂ€sentiert und sich als „Mikael“ vorstellt, nutzt die Gelegenheit, um ihre IdentitĂ€t zu erforschen, indem sie sich in ihrer neuen Umgebung als Junge ausgibt.

Laure’s Maskerade als Junge beginnt, als sie mit den anderen Kindern in der Nachbarschaft spielt und sich als „Mikael“ vorstellt. Sie genießt die Freiheiten und das GefĂŒhl von Abenteuer, das damit einhergeht. Die anderen Kinder akzeptieren sie als einen von ihnen, und Laure findet in ihrer neuen IdentitĂ€t eine gewisse Befreiung von den Erwartungen, die an sie als MĂ€dchen gestellt werden.

WĂ€hrend Laure weiterhin als Junge lebt, freundet sie sich besonders mit einem MĂ€dchen namens Lisa an, in das sie sich verliebt. Als Lisa beginnt, romantische GefĂŒhle fĂŒr „Mikael“ zu entwickeln, gerĂ€t Laure in einen Zwiespalt zwischen ihrer wachsenden Zuneigung zu Lisa und der Angst davor, ihre wahre IdentitĂ€t zu offenbaren.

Tomboy | 2011©Alamode

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Die 5 besten Queer Cinema Filme: Tomboy, ein Film, der mich tief berĂŒhrt hat

Der Film Tomboy ist mein Film! Ich habe mich sofort darin wieder erkannt. Ich hatte mich immer gefragt, wie es wĂ€re im anderen Geschlecht zu leben. Meistens habe ich beim Spielen auch immer das andere Geschlecht verkörpert, sei es bei Lego, Barbie oder Familienspielen. Ich habe immer damit experimentiert und mich in der anderen Rolle auch meistens wohler gefĂŒhlt. Nicht immer, aber meistens. FrĂŒher dachte ich, ich wĂ€hle das unbewusst, heute weiß ich, es war meine Intuition. Meine Bestimmung, wenn man so will.

Tomboy erzĂ€hlt die Geschichte eines MĂ€dchens, das gerne ein Junge wĂ€re, sehr feinfĂŒhlig und verzichtet dabei auf ĂŒbermĂ€ĂŸige Dramaturgie. ZoĂ© HĂ©ran spielt die Hauptrolle auch sehr nuanciert, zurĂŒckhaltend und nachdenklich. Das Publikum kann es einfach fĂŒhlen und das macht Tomboy so besonders. Vor allem können sich Menschen, denen es Ă€hnlich ging oder noch geht, hineinversetzen und werden emotional abgeholt.

Tomboy ist fĂŒr mich ein wichtiger Film im Queer Cinema, besonders fĂŒr junge Menschen und Kinder. Denn inzwischen weiß ich, dass man schon frĂŒh beginnt zu hinterfragen und zu fĂŒhlen.

Weitere Queer Cinema Filme aus der Redaktion

  • Brokeback Mountain (2005)
  • Die Unschuld (2023)
  • PortrĂ€t einer jungen Frau in Flammen (2019)
  • Filibus (1915)
  • The Life After (2021)
  • Stone (2023)
  • Poor Things (2023)
  • Die Farbe Lila (1985)
  • Carol (2015)
  • Persona (1966)
  • Bohemian Rhapsody (2018)
  • May (2002)
  • Fight Club (1999)
  • XXY (2007)
  • Velvet Goldmine (1998)
  • Babylon – Rausch der Ekstase (2022)
  • Love, Simon (2018)
  • Water Lilies – Der Liebe auf der Spur (2007)
  • Call me by your Name (2017)
  • Queer (2024)
  • Blau ist eine warme Farbe (2013)
  • Eiskalte Engel (1999)
  • Thelma & Louise (1991)
  • Weil ich ein MĂ€dchen bin (1999)
  • Little Miss Sunshine (2006)
  • Love Lies Bleeding (2024)
  • Heavenly Creatures (1994)
  • Dallas Buyers Club (2013)
  • I Love You Phillip Morris (2009)
  • Little Girl (2020)
  • Lady Bird (2017)
  • Girls Club – Vorsicht bissig! (2004)
  • Die Zeit die bleibt (2005)
  • La mala educaciĂłn – Schlechte Erziehung (2004)
  • Milk (2008)
  • Alles ĂŒber meine Mutter (1999)
  • The Birdcage – Ein Paradies fĂŒr schrille Vögel (1996)
  • Parallele MĂŒtter (2021)
  • Tokyo Godfathers (2003)
  • Dogma (1999)
  • An Avocado Pit (2022)
  • Green Book – Eine besondere Freundschaft (2018)
  • Bound – Gefesselt (1996)

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  • Philadelphia (1993)
  • Rocketman (2019)
  • Die Taschendiebin (2016)
  • All of us Strangers (2023)
  • Infam (1961)
  • Die Regeln des Spiels (2002)
  • Manche mögen’s heiß (1959)
  • Das Kloster zum heiligen Wahnsinn (1983)
  • The Neon Demon (2016)
  • Bombshell – Das Ende des Schweigens (2019)
  • Friend of a Friend (2023)
  • Lesbian Space Princess (2024)
  • Rye Lane (2023)
  • The Favourite – Intrigen und Irrsinn (2018)
  • Leid und Herrlichkeit (2019)
  • Black Swan (2010)
  • MĂ€dchen in Uniform (1931)
  • Matrix (1999)
  • GefĂ€hrliche Brandung (1991)
  • Gia – Preis der Schönheit (1998)
  • Luca (2021)
  • The Power of the Dog (2021)
  • LasVegas (2023)
  • Lizzie Borden – Mord aus Verzweiflung (2018)
  • Mulholland Drive – Straße der Finsternis (2001)
  • Challengers – Rivalen (2024)
  • Interview mit einem Vampir (1994)
  • Kiss Kiss Bang Bang (2005)
  • The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben (2014)
  • Son (2024)
  • What the Fuck is Going On Between Us, Fuck? (2022)

đŸŽ„ Fazit zu die 5 besten Queer Cinema Filme

Queer Cinema ist weit mehr als nur ein Filmgenre — es ist ein Spiegel und ein Sprachrohr. Es erzĂ€hlt Geschichten, die im Mainstream oft keinen Platz finden und zeigt RealitĂ€ten, die lange Zeit verschwiegen oder verzerrt dargestellt wurden. Dabei ist es egal, ob es um eine queere Liebesgeschichte, ein Coming-of-Age ĂŒber GenderidentitĂ€t oder eine stille Reflexion ĂŒber gesellschaftliche Erwartungen geht: Queer Cinema bricht Klischees auf und macht Platz fĂŒr AuthentizitĂ€t.

Meine ausgewĂ€hlten Filme geben queeren Menschen Sichtbarkeit, WĂŒrde und oft auch Trost. Sie sind ein Beweis dafĂŒr, dass man nicht allein ist mit seinen GefĂŒhlen, Zweifeln und Hoffnungen. Gleichzeitig fordern sie alle das Publikum heraus, ĂŒber starre Normen hinauszudenken und Vielfalt nicht nur zu tolerieren, sondern als Bereicherung zu sehen.

In einer Welt, die hĂ€ufig noch von Vorurteilen, HeteronormativitĂ€t und binĂ€ren Vorstellungen geprĂ€gt ist, ist Queer Cinema ein Akt des Widerstands — aber auch ein Fest der Vielfalt, der Liebe und der Freiheit, man selbst zu sein.

Das waren meine 5 besten Queer Cinema Filme. Jetzt seid ihr dran!

Welche sind eure 5 besten Queer Cinema Filme?


Ein stilvoll gekleideter Mann im Stil der 1940er Jahre trĂ€gt einen dunklen Fedora-Hut und einen dreiteiligen Anzug mit Krawatte. Sein Gesichtsausdruck ist ernst und geheimnisvoll, mit einem Schatten, der teilweise ĂŒber seine Augen fĂ€llt. Die Farbgebung des Bildes ist in einem warmen Sepia-Ton gehalten, was den Eindruck eines klassischen Film-Noir-PortrĂ€ts verstĂ€rkt.

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24 Kommentare

  1. 1. Die Taschendiebin (2016)
    2. Brokeback Mountain (2005)
    3. The Crying Game (1992)
    4. Heavenly Creatures (1994)
    5. Cruising (1980)

    Honorable Mentions: Nightmare on Elm Street 2, Chuckys Baby, Jennifers Body, High Tension, Benedetta, GrĂŒne Tomaten, Das Privatleben des Sherlock Holmes

    1. Sehr schön gewĂ€hlt @kenduskeag und danke fĂŒr deinen Beitrag.

      „Die Taschendiebin“ hab ich mir kĂŒrzlich angesehen. Die Handlung hat mich ĂŒberrascht, damit hĂ€tte ich nicht gerechnet. Sehr Wendungsreich der Film.

      „Brokeback Mountain“ kenne ich natĂŒrlich. MĂŒsste ich mal wieder rewatchen.

      „The Crying Game“ kenne ich bisher noch gar nicht. Muss mich da mal informieren. „Heavenly Creatures“ habe ich auch neulich nochmal gesehen. Ein schöner Beitrag zum Queer Cinema. Und „Cruising“ hab ich auf der Watchlist. Bin da auf die Performance von Al Pacino gespannt.

      Interessant, dass “ Nightmare on Elm Street 2″ und „Chuckys Baby“ auch dazu gehören. Das wusste ich noch nicht. Hab ich aber auch nicht gesehen 🙂

      1. Schön, dass dir „Die Taschendiebin“ gefallen hat. Ist generell einer meiner Lieblingsfilme.

        Im Falle von „The Crying Game“ sollte man eigentlich am besten so wenig wie möglich vorab wissen 😅

        Bei „Nightmare 2“ ist es schwer zu sagen, ob der homosexuelle Subtext so beabsichtigt war oder eher ein Zufallsprodukt ist. Es gibt dort aber schon einige sehr markante Szenen (Stichwort: nackter Sportlehrer 😄)

        Bei „Chuckys Baby“ dagegen ist es offensichtlicher. Da ist TransidentitĂ€t quasi das Hauptthema des Films.

  2. Kenne leider keinen Film aus der Liste, hab hier aber die Bildstörung DVD von The Wild Boys noch im Regal stehen; wird also irgendwann auch geschaut. Alles andere geht ja schon eher in Richtung Mainstream, da bin ich ja fast komplett raus. Ich kenne dafĂŒr natĂŒrlich einige Filme aus der erweiterten Liste. In meine Top 5 hat es aber keiner davon geschafft (Tokyo Godfathers aber zumindest auch in die Honorably mentioned):
    https://thehomeofhorn.wordpress.com/2025/07/10/meine-5-besten-filme-des-queer-cinema/

    1. Schön, dass du bei dem Thema dabei bist @thomashortian. Ja diesmal ist meine Liste nicht ganz so arty farty aber ich wollte noch ein paar Filme in den Fokus rĂŒcken, die ich die letzten Male nicht so viel erwĂ€hnt habe.

      Was bedeutet das Bildstörung DVD? Auf eine Meinung von dir ĂŒber den Film wĂ€re ich sehr gespannt. Und jetzt auch auf deine Auflistung 🧐

  3. Wichtiges Thema und wieder ein toller Artikel, der einen kleinen Überblick auch ĂŒber den Begriff gibt. In meiner Liste ist ein Film, der eigentlich kein queerer Film ist und nicht in so einer Liste passt, aber den ich dennoch passend finde. Ist stellte fest, dass ich viele Filme mit dieser Thematik kenne und auch gut finde, insofern viel mir eine Auswahl nicht leicht.

    Call me by your name (2017): Eine berĂŒhrende und universelle Liebesgeschichte zwischen einem jĂŒngeren und Ă€lteren Mann. Grandios gespielt mit universeller Botschaft fĂŒr alle Geschlechter und alle sexuelle Orientierungen.

    Philadelphia (1993): Es war nicht der erste Film ĂŒber AIDS und HomosexualitĂ€t und die Vorurteile darĂŒber. Aber der erste wirklich Mainstreamfilm der das Thema einer breiteren Öffentlichkeit ins Bewusstsein rief. Ich weiß noch, bei uns in der Schule damals wurde der Film auch diskutiert. FĂŒr mich immer noch einer der berĂŒhrendsten und besten Filme zu dem Thema.

    Girl (2018): Ein belgisch-niederlĂ€ndischer Film. Es geht um das 15 jĂ€hrige TransmĂ€dchen Lara. Sie unterzieht sich einer Hormonbehandlung und es kommt zu Komplikationen. Das Thema Transphobie und Mobbing kommen vor. Jedoch nicht als so zentrales Element. Sondern ĂŒberwiegend geht um ihren Kampf um den fĂŒr sie richtigen Körper, aber auch um das UnverstĂ€ndnis ihrer Mitmenschen, gerade ihrer Familie. Diese begegnen ihr nicht klischeehaft mit Ablehnung, sondern sind sehr verstĂ€ndnisvoll, unterstĂŒtzen sie, aber können sie dennoch nicht richtig verstehen. Der Film hat mich sehr bewegt und mir die Probleme von Transpersonen zumindest mal ein wenig nĂ€her gebracht.

    Der blutige Pfad Gottes (1999): Ja dieser Film ist kein queerer Film, auch wenn einer der Charaktere homosexuell ist. Aber, ich finde genau dieser Charakter hat es in sich. Das war eine Direct to Video Produktion und die meisten Filme waren schlecht, wie die heutigen Netflix-Produktionen. Aber manchmal war eine richtig gut und sprach sich schnell rum, wie dieser Film. Der wurde trotzdem kontrovers diskutiert, eben wegen des homosexuellen Charakters, gespielt von William Dafoe. Nicht weil ein schwuler Mann drin vorkam, sondern weil es zum ersten Mal wahrscheinlich in so einer Produktion, ein Actionfilm, kein Klischee-Schwuler war. Sonder der Charakter ist ein hochintelligenter, knallharter FBI-Ermittler. Das hat manche verstört und auch die beilĂ€ufigkeit mit der gezeigt wurde, dass er homosexuell ist ohne es weiter zu thematisieren, irritierte viele. Ich mochte einfach den Charakter. Aber die Darstellung eines Homosexuellen in einem Unterhaltungsfilm ohne direkt auf die typischen Klischees zurĂŒck zugreifen, war schon besonders, im Vergleich zu den meisten anderen Filmen damals.

    Heavently Creatures (1994): Nicht erst seit Herr der Ringe, bewies Peter Jackson das er ein großartiger Regisseur ist und auch ernsthafte Filme drehen kann. Kate Winslet in einer ihrer ersten Rollen. Es geht um zwei SchulmĂ€dchen, die sich anfreunden, ineinander verlieben und sich in Fantasiewelten flĂŒchten. Als deren Eltern ihre Bindung zu nahe geht, soll eine nach SĂŒdafrika geschickt werden um sie so zu trennen. Was in einer Katastrophe endet. Ein berĂŒhrender, fantastisch gespielter und erschĂŒtternder Film ĂŒber eine Liebe zweier Außenseiterinnen die nicht sein darf. Jackson verfilmte einen wahren Fall der sich in Neuseeland in den 50er Jahren zugetragen hat, mit viel EinfĂŒhlungsvermögen fĂŒr seine zwei Hauptcharaktere.

    1. Vielen Dank @klaathu

      Ich muss dir leider sagen du irrst dich, denn alle deine Film sind queer 😀
      „Der blutige Pfad Gottes“ zeigt doch ganz gezielt einen Durchbruch im Queer Cinema. Gerade weil der homosexuelle Charakter nicht den ĂŒblichen Klischees entspricht. Einfach cool, dass das Willem Dafoe ist, den ich echt gern mag. Aber mit dem Film werd ich irgendwie nicht so warm. Hatte den nochmal eine Chance gegeben, aber es zĂŒndet nicht so bei uns.

      „Heavently Creatures“ habe ich mir letzten Monat auch nochmal angesehen und diesmal hat mich der Film auch wirklich abgeholt. Sehr schöne Wahl.

      „Girl“ habe ich noch auf der Watchlist. Bin sehr gespannt auf den Film.

      „Philadelphia“ auch eine tolle Wahl, der ein wichtiges Thema behandelt. Finde Tom Hanks in dem Film richtig ausgezeichnet.

      Und „Call me by your name“ ja. Mit dem Film muss ich nochmal eine Runde drehen. Hab mir aber erst Mal den Roman auf die Booklist gesetzt. Gibt davon sogar auch eine Fortsetzung.

      1. @neon_dreamer: Bei „Der blutige Pfad Gottes“ war ich mir echt nicht sicher, weil ich den auch nie als queeren Film gesehen habe, sondern immer als coolen Actionfilm mit coolen Charakteren und einen mega coolen William Dafoe, den ich auch sehr mag und immer gerne sehe. Freut mich, dass dir meine Wahl gefĂ€llt.

        1. Ja verstehe deine Gedanken @klaathu. Bei ein paar Filmen wÀhrend der Recherche war ich auch etwas verdutzt. Weil viele in den Queer Cinema Listen auftauchen, ich aber auch nicht dachte, dass sie queer sind. Aber da steckt viel mehr dahinter. Auch Einfluss auf Randgruppen etc.

          Oftmals wird es nur auf die Geschichten mit homosexuellen Liebschaften reduziert. Dabei ist das Queer Cinema weitaus mehr.

          1. @neon_dreamer:

            Es hatte mich auch ĂŒberrascht wie breit das Thema ist und auch wie viele Filme ich eigentlich kenne. Ich könnte eigentlich noch eine Liste machen. „Love Lies Bleeding“ hatte mich da auch zuletzt begeistert. Ich habe natĂŒrlich auch mal nachgeschaut welche Filme dazu zĂ€hlen und fand es auch ĂŒberraschend, dass der Film „Dog Day Afternoon“ mit Al Pacino aus dem Jahr 1975 dazu zĂ€hlt. Da geht es eigentlich um einen BankĂŒberfall. Aber macht schon Sinn.

          2. Ja das Thema ist vielschichtiger als man erst meint @klaathu. „Dog Day Afternoon“ habe ich noch gar nicht gesehen, aber ja der zĂ€hlt auch dazu. Wusste bisher gar nicht worum es in dem Film geht.

      1. @moviescape:

        An „American Beauty“ habe ich gar nicht gedacht, aber du hast Recht. UnterdrĂŒckte HomosexualitĂ€t ist einer der zentralen Themen des Films. Ich bin mittlerweile ebenfalls im gleichen Alter wie Lester Burnham und finde den Film immer noch sehr relevant weil sich vieles eben doch nicht so sehr geĂ€ndert hat und man eher RĂŒckschritte sieht.

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