Wenn man an Jodie Foster und den amerikanischen Präsidenten denkt, kommt einem vermutlich zuerst die jüngere Vergangenheit in den Sinn. Jodie Foster hat sich mehrmals gegen die Politik Donald Trumps ausgesprochen und seine Administration als „Tragödie“ bezeichnet. 2017 veranstaltete sie sogar eine Anti-Trump-Demonstration und spricht sich regelmäßig gegen die Waffengesetze der USA aus.
Lange Zeit vorher spielte Foster aber bereits eine Rolle im Leben eines anderen republikanischen Präsidenten, der – wie Trump – zuvor eine Karriere in der Entertainment- und Medienbranche hatte: Ronald Reagan.
Ihr wisst schon: Der Schauspieler, der Präsident ist, wenn Marty McFly in der Zeit zurückreist und Doc Brown im Jahr 1955 es nicht glauben kann, dass ein Schauspieler im Jahr 1985 Präsident ist. Das waren noch Zeiten, was?
Wie auch immer …
Jodie Foster und Ronald Reagan sind sich vermutlich niemals persönlich begegnet. Ihre Verbindung ist ein Mann, dessen Namen die meisten vermutlich gar nicht kennen. John Hinckley Jr. hat weder in einem Film mitgespielt noch war er Präsident der Vereinigten Staaten. Aber laut eigener Aussage ist er der Grund dafür, dass Jodie Foster lesbisch wurde. Und wenn das mal nicht ein Erfolg ist, den man sich gerne auf die Fahnen schreiben will, was dann? Wo das herkommt, lauert natürlich noch mehr Irrsinn. Und der beginnt im Jahr 1976 mit einem Taxi.
Ein Beitrag von: Marcel Michaelsen
Taxi Driver und der Einfluss auf einen Attentäter

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Nachdem Jodie Foster bereits für Alice lebt hier nicht mehr (1974) für Martin Scorsese vor der Kamera gestanden hatte, castete er sie erneut für seinen nächsten Film Taxi Driver (1976). Jodie Foster war erst 14 Jahre alt und erhielt einen BAFTA-Award und eine Oscar-Nominierung. Robert De Niro – ebenfalls für einen Oscar nominiert – glänzte in der Hauptrolle als Travis Bickle. Im Verlauf des Films macht er Bekanntschaft mit einem amerikanischen Senator und Präsidentschaftskandidaten und entwickelt einen Beschützerinstinkt für die junge Iris, gespielt von Jodie Foster.
John Hinckley Jr. war weder Schauspieler noch Präsident noch Taxifahrer. Er war ein gescheiterter Songwriter, der nach einem Abstecher nach Los Angeles, während dem er sich eine imaginäre Freundin ausdachte, wieder bei seinen Eltern lebte. Dort sah er auch den Film Taxi Driver. Es soll ja vorkommen, dass sich Leute mit gewissen Charakteren aus Filmen, Serien oder anderen Medien identifizieren. Bei Hinckley ging das aber einige Schritte weiter. Er kleidete und verhielt sich immer mehr wie Travis Bickle im Film. Zu dieser Zeit war er bereits in Behandlung wegen Depressionen und legte sich ein Waffenarsenal an. Die Waffengesetze in den USA waren halt schon immer sehr durchdacht.
Eine Obsession mit Jodie Foster
Als Jodie Foster sich in Yale einschrieb, um dort zu studieren, folgte ihr John Hinckley Jr. Er schrieb sich für einen Kurs ein, den er nie besuchte. Stattdessen verbrachte er seine Zeit damit, Jodie Foster zu stalken. Er schrieb ihr Liebesbriefe und hinterließ ihr ständig Nachrichten.
Da das alles keinen Erfolg brachte, dachte Hinckley darüber nach, ihre Aufmerksamkeit durch Selbstmord oder die Entführung eines Flugzeugs zu erregen. Aber dann kam ihm eine viel bessere Idee: In die Geschichtsbücher eingehen, indem er den US-Präsidenten ermordet. Zu dieser Zeit war dieser Präsident noch Jimmy Carter. Während Carters Präsidentschaftskampagne zur Wahl 1980 folgte Hinckley ihm quer durch die USA und kam einige Male gefährlich nahe, zu einem Attentatsversuch kam es aber nie.
Als Ronald Reagan die Präsidentschaftswahl 1980 gewann, hatte Hinckley ein neues Ziel.
Das Attentat auf Präsident Reagan
Am 30. März 1981 verließ Präsident Reagan gegen halb drei nachmittags das Washington Hilton Hotel. Begleitet wie üblich von Personenschützern des Secret Service und dem Pressesprecher des Weißen Hauses James Brady. Vor dem Hotel hat sich eine Gruppe von Reportern und Journalisten in einem abgesperrten Bereich versammelt. Darunter John Hinckley Jr. und ein Revolver. Polizisten sorgten dafür, dass niemand die Absperrung durchbrach. Durchsucht haben sie aber offensichtlich niemanden.
Als der Präsident das Hotel verließ, zog Hinckley den Revolver und feuerte in schneller Abfolge sechs Schüsse ab. Zwei davon gehen ins Leere. Die anderen vier treffen den Pressesprecher am Kopf, den Polizisten Thomas Delahanty am Hals, Timothy McCarthy vom Secret Service im Bauch und die Limousine des Präsidenten, von der die Kugel abprallt und Reagan in der Brust trifft. Secret Service Agent Jerry Parr stieß den Präsidenten in die Limousine und sie rauschte davon. Andere Agenten vom Secret Service sorgten dafür, dass Hinckley nicht noch mehr Schaden anrichtete.
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Reagan ging es zuerst noch den Umständen entsprechend gut, aber im Krankenhaus brach er zusammen. Die Kugel hatte seine Lunge getroffen und sein Herz nur knapp verfehlt. Es wurde direkt eine Notfalloperation angesetzt.
Reagan überlebte und erholte sich komplett.
Timothy McCarthy und Thomas Delahanty überlebten ebenfalls und trugen keine Folgeschäden davon.
James Brady litt unter Sprachproblemen und war auf den Rollstuhl angewiesen. Er setzte sich für stärkere Waffengesetze ein. Wie wir wissen, hat es nicht wirklich viel gebracht, weil … America, Fuck Yeah!
Hinckley plädierte beim Prozess auf Unzurechnungsfähigkeit und kam in eine geschlossene psychiatrische Klinik. 2022 wurde er von einem Richter als nicht mehr gefährlich eingestuft und in die Freiheit entlassen. Jodie Foster hat er seitdem zum Glück nicht mehr verfolgt.
Die Karriere von Jodie Foster

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Zwischen der Premiere von Taxi Driver und dem Attentat auf Präsident Reagan lagen knapp fünf Jahre. Jodie Foster spielte währenddessen in einigen Filmen mit. Am erwähnenswertesten davon ist vermutlich Ein ganz verrückter Freitag (1976) – also das Original, das später ein Remake mit Jamie Lee Curtis und Lindsay Lohan bekam.
Man kann natürlich argumentieren, dass Taxi Driver ihr Durchbruch war und zumindest konnte sie sich anschließend nicht über wenig Arbeit beschweren. Aber so richtig durch die Decke ging ihre Karriere mit Das Schweigen der Lämmer in 1991. Jodie Foster wirkt ein wenig wie eine dieser Darstellerinnen, die ein Star ist, aber nie den großen Lauf hatte. Oder erinnert sich noch jemand an Filme wie Sommersby (1993) und Catchfire (1990)? Auf der anderen Seite stehen Filme wie Contact (1997), der auch heute noch gerne erwähnt wird.
Jodie Fosters Karriere war ein ewiges Auf und Ab. Eigentlich ist es sogar ein wenig verwunderlich, dass sie den Starruhm erlangte, den sie hat. Vermutlich liegt es daran, dass sie in unregelmäßigen Abständen eine Knallerleistung raushaut und Award-Nominierungen einsackt. Fünf Oscar-Nominierungen sprechen wohl für sich. Die letzte davon 2024 für ihre Rolle in Nyad. Zweimal ging sie als Siegerin von der Bühne.
Derzeit nimmt sie sich zwar eine Pause, aber erst 2025 sagte sie in einem Interview, dass sie nicht vorhat, in Rente zu gehen. Vielleicht stehen ihr also noch weitere Nominierungen bevor.
Was haltet ihr von der Geschichte über den Zusammenhang von Jodie Foster und dem Attentat auf Ronald Reagon?

MARCEL – Autor
Irgendwie ist es mir tatsächlich gelungen, vom Schreiben leben zu können. Dadurch habe ich eine meiner Leidenschaften zu meinem Beruf gemacht. Die zweite Leidenschaft sind Filme. Diese Leidenschaft musste in den letzten Jahren stark zurückstecken. Ich habe schon als Kind ständig Filme geschaut. Daraus habe ich einen Sammeltrieb entwickelt. Dieser macht sich mit über 1.000 Filmen auf DVD und BluRay in meiner Bude breit. Ich war außerdem der selbsternannte Leiter des Filmschrottplatzes (manche werden sich erinnern). Nachdem ich aus Zeitgründen und auch, weil die Filmbranche sich meiner Meinung nach in eine absolut falsche Richtung entwickelt hat, alles lahmgelegt habe, entfacht sich gerade die Flamme der Leidenschaft neu.
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Header Elements: Jodie Foster und das Attentat auf den Präsidenten – Ein Hauch Historie © Passion of Arts Design | Foto: Taxi Driver | 1976 ©Columbia Pictures