Film

Rose

Veröffentlichungsjahr: 2026 | Genres: Drama, Historienfilm, Kriegsfilm
Originaltitel: Rose
Schauspieler: Sandra Hüller, Caro Braun, Marisa Growaldt, Godehard Giese, Augustino Renken, Robert Gwisdek, Maria Dragus, Sven-Eric Bechtolf, Rainer Egger, Maurice Leonhard, Annalisa Hohl, Anne Klein, Bastian Trost

„Rose“ ist ein österreichisch-deutsches Historiendrama aus dem Jahr 2026 unter der Regie von Markus Schleinzer, der gemeinsam mit Alexander Brom auch das Drehbuch verfasste. Der Film spielt im Europa des 17. Jahrhunderts nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges und erzählt die Geschichte einer Frau, die unter falscher Identität versucht, in einer von Misstrauen, gesellschaftlichen Zwängen und patriarchalen Strukturen geprägten Welt ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Hauptrolle übernahm Sandra Hüller, deren Darstellung auf der Berlinale 2026 mit dem Silbernen Bären für die beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Inspiriert wurde die Figur der Rose von zahlreichen historisch dokumentierten Fällen von Frauen, die sich in früheren Jahrhunderten als Männer ausgaben, um gesellschaftliche Freiheiten zu erlangen, die ihnen sonst verwehrt geblieben wären.


Kurz nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges erscheint ein fremder ehemaliger Soldat in einem abgelegenen protestantischen Dorf. Der Fremde gibt sich als rechtmäßiger Erbe eines verlassenen Gutshofes aus und beginnt mit großem Ehrgeiz, das Anwesen wieder aufzubauen. Hinter der Identität des Soldaten verbirgt sich jedoch Rose (Sandra Hüller), eine Frau, die die Identität eines gefallenen Mannes angenommen hat, um frei leben zu können. Mit harter Arbeit gewinnt Rose nach und nach das Vertrauen der Dorfbewohner und gerät schließlich in eine arrangierte Ehe mit Suzanna (Caro Braun), der Tochter eines Großbauern (Godehard Giese). Während Rose versucht, ihr sorgfältig aufgebautes Leben aufrechtzuerhalten, wächst zugleich die Gefahr, dass ihr Geheimnis entdeckt wird. Der Film erzählt dabei von Freiheit, gesellschaftlicher Gewalt und dem verzweifelten Wunsch nach Selbstbestimmung.


„Rose“ ist der dritte Spielfilm des österreichischen Regisseurs Markus Schleinzer nach „Michael“ (2011) und „Angelo“ (2018). Gemeinsam mit Co-Autor Alexander Brom entwickelte Schleinzer das Drehbuch auf Grundlage intensiver historischer Recherchen. Ausgangspunkt waren zahlreiche dokumentierte Berichte über Frauen in der europäischen Geschichte, die sich als Männer verkleideten, um gesellschaftliche Einschränkungen zu umgehen oder ein unabhängigeres Leben führen zu können. Dabei legten die Autoren besonderen Wert auf historische Authentizität und bemühten sich, das soziale Klima des 17. Jahrhunderts möglichst detailgetreu darzustellen.
Für die Hauptrolle wurde Sandra Hüller verpflichtet, die bereits zuvor international große Anerkennung erhalten hatte. Ihre Darstellung der Rose wurde vielfach gelobt und auf der Berlinale 2026 mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet. Die Rolle der Suzanna übernahm die Theaterschauspielerin Caro Braun, die mit „Rose“ ihr Spielfilmdebüt gab. Weitere Rollen spielten unter anderem Robert Gwisdek als Amtsmann, Maria Dragus als Großbäuerin, Sven-Eric Bechtolf als Richter sowie Rainer Egger als Doktor. Die Erzählerstimme stammt von Marisa Growaldt.


Die Dreharbeiten fanden zwischen Mai und Dezember 2024 mit Unterbrechungen in Sachsen-Anhalt und Österreich statt. Einer der wichtigsten Drehorte war das Glasebachtal im Harz, wo eigens aufwendige Kulissen errichtet wurden, um die Atmosphäre eines abgeschiedenen Dorfes des 17. Jahrhunderts glaubwürdig nachzubilden. Insgesamt waren 37 Drehtage angesetzt. Für die Kameraarbeit war Gerald Kerkletz verantwortlich, ein langjähriger Weggefährte Schleinzers, der bereits dessen frühere Filme visuell gestaltet hatte. Die Bildgestaltung in strengem Schwarz-Weiß wurde zu einem der markantesten stilistischen Merkmale des Films. Der Schnitt lag in den Händen von Hansjörg Weißbrich, während Tara Nome Doyle die Filmmusik komponierte. Für Szenenbild, Kostüme und Maskenbild arbeiteten Olivier Meidinger, Doris Bartelt und Anette Keiser an der Produktion mit.
Produziert wurde „Rose“ als österreichisch-deutsche Koproduktion von Johannes Schubert, Karsten Stöter sowie Tobias Walker und Philipp Worm. Unterstützt wurde das Projekt unter anderem vom Österreichischen Filminstitut, der Mitteldeutschen Medienförderung, dem Deutschen Filmförderfonds, der Film- und Medienstiftung NRW sowie weiteren deutschen und österreichischen Förderinstitutionen. Auch ORF, ZDF und Arte waren als Koproduzenten beteiligt. Den internationalen Vertrieb übernahm die Firma The Match Factory.


Seine Weltpremiere feierte „Rose“ am 15. Februar 2026 im Wettbewerb der 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin. Dort entwickelte sich der Film schnell zu einem der meistdiskutierten Beiträge des Festivals. Viele Kritiker lobten insbesondere die konzentrierte Inszenierung, die ruhige Erzählweise und die intensive Darstellung von Sandra Hüller. Zahlreiche Rezensionen beschrieben den Film als eindringliche Parabel über Freiheit, gesellschaftliche Gewalt und die Unmöglichkeit, sich vollständig den Erwartungen einer normierten Gesellschaft zu entziehen.
Gleichzeitig löste „Rose“ eine intensive Debatte über die historische und politische Einordnung seiner Hauptfigur aus. Besonders die Autorin und Literaturwissenschaftlerin Angela Steidele kritisierte den Film scharf und warf ihm vor, historische Vorbilder zu verfremden und queere beziehungsweise transgender-Aspekte auszublenden. Andere Kritiker widersprachen dieser Sichtweise und interpretierten den Film weniger als konkrete historische Rekonstruktion, sondern vielmehr als universelle Parabel über Macht, Unterdrückung und persönliche Freiheit. Gerade diese unterschiedlichen Lesarten trugen wesentlich dazu bei, dass „Rose“ weit über den Festivalbetrieb hinaus Aufmerksamkeit erhielt.


Der reguläre Kinostart erfolgte am 30. April 2026 in Deutschland. In Österreich wurde der Film durch Filmladen ausgewertet. Im internationalen Kritikerspiegel des Branchenmagazins „Screen International“ gehörte „Rose“ zu den bestbewerteten Wettbewerbsfilmen der Berlinale 2026 und etablierte sich früh als eines der bedeutendsten europäischen Arthouse-Dramen des Jahres.


Pressematerial ©Piffl Medien
Quellen: Piffl Medien | Wikipedia (CC BY‑SA)


Regie: Markus Schleinzer
Drehbuch: Markus Schleinzer, Alexander Brom
Produzent: Peter Hermann, Johannes Schubert, Karsten Stöter, Tobias Walker, Philipp Worm
Musik: Tara Nome Doyle
Kamera: Gerald Kerkletz
Schnitt: Hansjörg Weißbrich

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