Heute präsentieren wir euch die 5 einflussreichsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten. Als Einstieg vollführen wir einen Rundumschlag durch die Filmhistorie und besuchen einige Höhepunkte, egal ob Mega-Metropolen, Monster-Kloppereien oder anarchistische Abenteuer. Dann reisen wir zunächst ins Jahr 2001 und wundern uns, dass wir immer noch keine Mondbasis haben. Als nächstes geht es auf die Jagd nach Replikant:innen und als Strafe müssen wir vor zwei Terminatoren flüchten. Der anschließende Urlaub auf Pandora ist nur kurz, bevor wir dann auf Arakis etwas Spice konsumieren, um uns zu beruhigen.
Die Auswahl an Filmen ist wieder sehr bunt und wie immer sollte für alle was dabei sein, also lest gerne rein!
🚀🤖🔴🏜️💀
Unsere Liste ist diesmal eine chronologische Aufzählung.
Ein Beitrag von Maddin, Riley, Rick und Lennart
Die Rubrik „Die 5 BESTEN am DONNERSTAG“ erklärt 🌟🎥
Diese beliebte Rubrik wurde von der Bloggerin und Illustratorin Gorana Guiboud ins Leben gerufen und wir haben die Ehre erhalten, diese weiter zu führen, nachdem sie das Bloggen aufgegeben hatte. Jeden Donnerstag gibt es hier die spannendsten Listen, Rankings und Empfehlungen aus der Welt der Filme, Serien, Bücher oder anderer kreativer Themen.
Das Besondere: Jede Person mit einem eigenen Blog oder einer kreativen Plattform kann mitmachen! Ihr könnt eure eigenen Bestenlisten erstellen, sie in einem Beitrag veröffentlichen und auf unsere Rubrik verweisen. Oder eure Top 5 einfach in den Kommentaren unter unseren Beiträgen teilen. So entsteht eine lebendige, vielfältige Sammlung von Empfehlungen, die von der Community getragen wird. 💬🌟
Egal ob Klassiker, moderne Meisterwerke, Nischenperlen oder persönliche Favoriten. Hier zählt eure Sicht auf das Beste, eure Begeisterung und eure Perspektive. Die Rubrik bietet nicht nur Inspiration für Film- und Buchfans, sondern auch die Möglichkeit, sich zu vernetzen, auszutauschen und gemeinsam cineastische und kreative Highlights zu entdecken. 🎥🥋📚
Seid dabei, lasst euch inspirieren, diskutiert mit und zeigt, welche fünf Favoriten ihr für die kommende Woche auf eurem Radar habt. Die 5 BESTEN am DONNERSTAG sind eure Bühne! 🌟🍿✨
Die 5 einflussreichsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten – Was ist Einfluss und was zeichnet Science-Fiction aus?
Tatsächlich gab es bei uns in der Redaktion in Vorbereitung auf diesen Beitrag eine kleine Diskussion, welche Filme als „einflussreich“ gelten und welche nicht. Ganz grundsätzlich kommt der Begriff „Einfluss“ vom lateinischen Begriff influxus, was bildlich gesprochen für das Hineinfließen göttlicher Kräfte in den Menschen steht. Es war hier schon immer bildlich gemeint, also da fließt jetzt nicht wirklich etwas stoffliches bzw. eine Flüssigkeit, sondern viel mehr geht es um göttliche Ideen, welche dem Menschen eingeflößt werden. Also Gedankenübertragung sozusagen.
Der Begriff Science-Fiction (kurz SciFi) bedeutet wörtlich übersetzt Wissenschaft (science) und Fiktion. Das Genre bezeichnet also eine Mischung aus real existierenden Dinge und Zeug was sich Leute ausdenken. Zum Beispiel ist es grundsätzlich möglich mit einem Raumschiff ins Weltall zu fliegen, allerdings beherrschen wir noch keine gute Möglichkeit weite Strecken zu anderen Galaxien schnell zu überwinden (wie in vielen Filmen und Serien). Auch haben wir noch keinerlei Spuren von außerirdischem Leben dort draußen gefunden, aber in Science-Fiction-Medien kursieren diverse sehr kreative Alien-Ideen.
Die 5 einflussreichsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten – Frühe SciFi-Meisterwerke

Auch interessant: Metropolis – Filmkritik

Bei der Auswahl der einflussreichsten Science-Fiction-Filme lässt sich natürlich trefflich über die Auswahlkriterien streiten und es gibt viele Filme, die sehr wichtig für das Genre sind. Bereits in der Frühzeit des Films gibt es einige wichtige Vertreter. Bereits 1902 startet mit Die Reise zum Mond (Le voyage dans la lune) von Filmpionier Georges Méliès der erste SciFi-Film überhaupt.
Ein weiterer sehr einflussreicher Film ist Metropolis (1927) von Fritz Lang. Der Film beruht auf einem Buch von Thea von Harbou und wurde auch zusammen mit ihr umgesetzt. Auch wenn der Film klare Zeitbezüge hat (Klassenkampf zwischen armen Arbeiter:innen und reichen Fabrikbesitzer:innen) ist die Idee eines menschenähnlichen Roboters doch etwas sehr Neues. Auch die über viele Ebenen sich erstreckende Metropole ist etwas, dass in vielen späteren SciFi-Filmen gespiegelt wird. Zum Beispiel durch Coruscant aus Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung oder die Städte in Blade Runner (1982) und Das fünfte Element (1997).
Weiterhin kann auch Frankenstein (1931) als wichtiger SciFi-Meilenstein betrachtet werden. Der Film behandelt auch das Thema der künstlichen Erschaffung von Leben, allerdings ist es hier nun zum ersten Mal ein Mensch der mit technischen Gerätschaften erschaffen wird. In vorangegangen Filmen waren es entweder Androiden (Metropolis, 1927) oder Lehmwesen (Der Golem, 1915), aber keine richtigen Menschen, welche erschaffen wurden.
Die 5 einflussreichsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten – Meilensteine für viele Subgenres

Auch interessant: Die 5 besten Eröffnungssequenzen von Filmen
Für das Subgenre des Monsterfilms ist sicherlich Godzilla (1954) entscheidend gewesen. Kaum ein Film prägt dieses Subgenre so sehr wie die japanische Riesenechse. Vor allem lehrt uns der schiere Fakt der realen Atombombenexplosionen in Hiroshima und Nagasaki immer wieder Respekt und gibt den Filmen eine Tiefe, die sie oberflächlich gesehen nicht immer haben.
Auch weitere Filme waren in ihren jeweiligen Subgenres und besonderen SciFi-Unterkategorien prägend. Oft wurden dadurch nicht nur andere Filme geprägt sondern direkt auch große Franchise erschaffen. Mit seiner alternativen Zukunftsvision, welche eine von Affen aufgebaute Gesellschaft zeichnet, ist Planet der Affen (1968) sicherlich etwas ganz besonderes. Dagegen ist Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979) für Horrorfilme im Weltraum prägend und erschafft außerdem eines der kreativsten Aliens der Filmwelt. Bei Krieg der Sterne (1977, heute: Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung) sind es dagegen die beeindruckenden Spezialeffekte und dymanischen Raumschlachten, welche neue Maßstäbe setzen. Interessant ist auch die Einbindung klassischer Märchen-Stilfiguren wie Prinzessinnen, Zauberer und Ritter.
Die 5 einflussreichsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten – Anarchische Zeitreisen

Auch interessant: Die besten Film-Trilogien aller Zeiten

Auch Mad Max (1979) schuf ein mehr oder weniger erfolgreiches Franchise und prägte Vorstellungen von postapokalyptischen Welten. Das Franchise fand unlängst im Action-Feuerwerk Mad Max: Fury Road (2015) seinen vorläufigen Höhepunkt.
Ein Franchise, was sich jedoch vehement gegen den Reboot- und Sequel-Wahn der heutigen Zeit stemmt ist Zurück in die Zukunft (1985). Der Film ist sicherlich eine der prägendsten Zeitreise-Filme überhaupt und die Trilogie reicht mir persönlich auch vollkommen aus.
Und dann gibt es noch Matrix (1999), welcher unser Verhältnis zur Realität hinterfragt. Neben dem „wir leben alle in einer Computersimulation“-Thematik gibt es darüber hinaus auch coole Action in Lack- und Lederklamotten. Nicht zu vergessen diente der Film als Karrierestartpunkt für Keanu Reeves, einen meiner liebsten Action-Stars.
All diese Filme könnten als einflussreiche Science-Fiction-Filme gelten. Wir präsentieren euch aber nun unsere ganz persönliche Auswahl an Filmen, welche wir für würdig erachten. Wir sind außerdem sehr gespannt, was ihr uns dann unten in den Kommentaren an Filmen kredenzt.
— Maddin
※※※
All diese Filme könnten als einflussreiche Science-Fiction-Filme durchgehen. Wir präsentieren euch aber nun unsere ganz persönliche Auswahl an Filmen, welche wir für würdig erachten. Wir sind außerdem sehr gespannt, was ihr uns dann unten in den Kommentaren an Filmen kredenzt.
5. 2001: Odyssee im Weltraum (1968)

Auch interessant: Die 5 besten Science-Fiction Filme

Worum geht es in 2001: Odyssee im Weltraum?
In 2001: Odyssee im Weltraum von Stanley Kubrick begibt sich die Geschichte auf eine Reise durch Raum und Zeit, beginnend mit der Entdeckung eines mysteriösen Monolithen auf dem Mond, der scheinbar mit der Entwicklung der Menschheit verbunden ist. Die Handlung folgt der Crew des Raumschiffs Discovery One, bestehend aus dem Captain Dr. Dave Bowman (Keir Dullea) und dem wissenschaftlichen Offizier Dr. Frank Poole (Gary Lockwood), sowie dem künstlichen Intelligenzsystem HAL 9000 (Douglas Rain), das eine zentrale Rolle in der Geschichte spielt. Als sich die Mission entfaltet, erleben die Charaktere außergewöhnliche und philosophische Ereignisse, die tief in Fragen über das menschliche Bewusstsein, die Zukunft und die Existenz eintauchen.
Englischer Trailer zum Film 2001: Odyssee im Weltraum | 1968 © Warner Bros.
Die 5 einflussreichsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten – Science-Fiction-Filme aus der Trash-Ecke holen
Ich habe 2001: Odyssee im Weltraum tatsächlich erst vor drei Jahren zum ersten Mal geschaut. Als großer Star-Wars-Fan fühlte ich mich direkt zu Hause. Und hier liegt auch schon ein zentraler Punkt, warum 2001: Odyssee im Weltraum so bedeutend ist: die Spezialeffekte eröffnen eine neue Ära des Science-Fiction-Films im Weltraum.
Die Jahrzehnte davor sind vor allem durch realitätsferne Science-Fiction-Filme geprägt, deren Effekte auch nicht sonderlich gut sind. Kubrick will sich explizit von der Optik der SciFi-Filme aus den 1950er Jahren wegbewegen. In Filmen wie Rakete Mond startet (Rocketship X-M) oder Endstation Mond (Destination Moon), beide aus dem Jahr 1950, werden Flüge zum Mond sehr unrealistisch dargestellt. Auch die Effekte halten dem Zahn der Zeit heute kaum noch stand.
Weiterhin gibt es diverse Katastrophenfilme aus dieser Zeit, welche mit Bedrohungen aus dem Weltraum arbeiten, zum Beispiel Der Tag, an dem die Erde stillstand“(1951, The Day the Earth Stood Still), Kampf der Welten (1953, The War of the Worlds) oder Der jüngste Tag (1951, When Worlds Collide). Während es bei den ersten beiden um Alien-Invasionen geht, behandelt der letzte Film eine Kollision eines Sterns mit der Erde.
Von der Realität inspiriert

Auch interessant: Eure 5 liebsten Raumfahrzeuge

Kubrick will dagegen ein möglichst realitätsgetreues Abbild von Raumfahrt, wie sie damals üblich bzw. vorstellbar ist. Als Inspiration dient ihm dafür auch der Dokumentarfilm Der Himmel über uns (1960, Universe), welcher atemberaubende Aufnahmen aus dem Weltall zeigt.
Um die Realitätsnähe auch wirklich umsetzen zu können recherchieren Kubrick und sein Team bei verschiedensten Luftfahrtunternehmen, Militär- und Technologiefirmen sowie bei staatlichen Stellen wie die NASA oder die United States Air Force. Sie erkundigen sich nach dem aktuellen Stand der Raumfahrttechnik und wie diese in Zukunft aussehen könnte.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Keine wackligen Pappraketen, keine Erschütterungen vortäuschende Wackelkamera und keine Schaumstoff-Asteroiden, welche vermeintlich das Schiff zerstören. Stattdessen klare und saubere Kameraführung sowie beeindruckende Totalen von riesigen Raumschiffen und Raumstationen.
Die 5 einflussreichsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten – KI wird unser Untergang sein…
Auch der Supercomputer HAL 9000 stellt ein ziemlich neues Element dar. Zuvor wurden Roboter eher als klobige Wesen, die immer noch ein wenig humanoid aussehen, dargestellt. Hier nun so weit weg wie es nur geht von Menschlichkeit. Lediglich ein rot glühendes Kameraobjektiv und eine sanfte und ruhige Stimme. Dass ein Computer selbst denkend ist und dadurch zur Gefahr für andere wird, ist sicherlich auch ein komplett neues filmisches Phänomen. Dies wird im Film durch die Konversation zwischen Dave und HAL repräsentiert, welche in diesen ikonischen Satz mündet:
»Es tut mir leid, Dave. Ich fürchte, das kann ich nicht tun.«
Damals waren die heutigen Entwicklungen in Richtung künstliche Intelligenz noch kaum abzusehen. So inspirierte HAL 9000 sicherlich auch andere KI-Ausprägungen. Ich denke an die ebenfalls rotäugigen Terminatoren aus dem gleichnamigen Franchise oder an den Film Her (2013).
Musikalische Untermalung vom Feinsten für eine mysteriöse Handlung

Auch interessant: Top 5 Film- oder Serienmusiken, die unvergesslich sind

Aber nicht nur optisch überwältigt einen der Film, auch auditiv ist er einfach eine Wucht. Das beginnt bereits mit dem Einstieg durch Also sprach Zarathustra von Richard Strauss. Aber auch die Filmmusik von György Ligeti steht dem im Nichts nach. Sie gibt dem Film eine mystische, fast bedrohliche Stimmung. In meinen Augen ist es immer ein Zeichen von Qualität, wenn Filmmusik es schafft die Stimmung eines Films nachhaltig zu prägen und Situationsbedingt immer wieder zu ändern.
Die Musik spiegelt aber auch die Handlung sehr gut wieder, schließlich geht es um die ganz großen Fragen: Woher kommen wir? Ist die Evolution Zufall oder waren doch Außerirdische im Spiel? Der gesamte Film hält einige „What the Fuck“-Momente bereit, insbesondere aber das Ende zeigt Bilder welche die Gehirnsynapsen zum Glühen bringen.
2001: Odyssee im Weltraum ist jedenfalls für mich einer der außergewöhnlichsten Filme die es gibt und ist sowohl stilistisch, effekttechnisch und handlungsmäßig prägend für seine Zeit und den Science-Fiction-Film im Besonderen.
— Maddin
4. Blade Runner (1982)

Auch interessant: Top 5 SciFi-Filme ohne Franchise (alleinstehende Filme)

Worum geht es in Blade Runner? 🕵🏽♂️🔫
Blade Runner ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1982 unter der Regie von Ridley Scott, der lose auf Philip K. Dicks Roman Träumen Androiden von elektrischen Schafen? basiert. Der Film erschien in Deutschland unter dem Titel Der Blade Runner und war bei seiner Erstaufführung weder beim Publikum noch bei der Kritik ein großer Erfolg, entwickelte sich jedoch im Laufe der Jahre zu einem der einflussreichsten und meistdiskutierten Werke der Filmgeschichte. Heute gilt er als Grundstein des Cyberpunk-Kinos und als Meilenstein der Science-Fiction, insbesondere wegen seines visionären Designs, der dichten Atmosphäre und seiner philosophischen Tiefe.
Blade Runner entwirft eine düstere Zukunftsvision des Jahres 2019, in der Los Angeles von Dauerregen, Smog und allgegenwärtiger Werbung beherrscht wird. Die mächtige Tyrell Corporation hat sogenannte Replikant:innen erschaffen – künstliche Menschen mit überlegenen körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die für gefährliche Aufgaben auf fremden Planeten eingesetzt werden. Um zu verhindern, dass sie sich gegen ihre Schöpfer:innen wenden, ist ihre Lebenszeit streng begrenzt.
⁘
Rick Deckard (Harrison Ford) arbeitet als Blade Runner, dessen Aufgabe es ist, entwichene Replikant:innen aufzuspüren und „aus dem Verkehr zu ziehen“. Im Zuge seiner Ermittlungen begegnet er Rachael (Sean Young), die bei Tyrell arbeitet und Fragen nach Erinnerung, Identität und Menschlichkeit aufwirft. Gleichzeitig verfolgt der charismatische Anführer der Replikant:innen, Roy Batty (Rutger Hauer), mit seinen Gefährt:innen eigene Ziele, die ihn bis ins Zentrum der Macht führen. Zwischen neongetränktem Film-noir-Stil, philosophischer Science-Fiction und existenziellen Fragen verhandelt Blade Runner, was den Menschen eigentlich zum Menschen macht – und warum künstliches Leben womöglich menschlicher sein kann als sein Schöpfer.
Englischer Trailer zum Final Cut des Films Blade Runner | 1982 © Warner Bros.
Vom klinischen Raum zur dreckigen Metropole: Blade Runner und die neue Zukunftsvision 🚀🌃
Wenn man über die einflussreichsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten spricht, kommt man an Ridley Scotts Blade Runner kaum vorbei. Der Film hat das Genre nicht einfach erweitert, er hat es auf mehreren Ebenen neu definiert.
Mit Blade Runner setzte Scott einen neuen Maßstab für die Ästhetik des Science-Fiction-Kinos. Zuvor dominierte oft eine sterile, futuristische Vision im „glatten“ Sinne. Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum (1968) etwa zeigt eine Zukunft, die clean, minimalistisch und streng kontrolliert wirkt. Alles erscheint weiß, neutral und technisch perfekt, beinahe klinisch steril. Die klaren, geometrischen Formen verleihen der Umgebung etwas Entmenschlichtes und Emotionsloses.
Im Kontrast dazu entwirft Blade Runner eine völlig andere Zukunftsvision: rau, überbevölkert und von Verfall gezeichnet, zugleich jedoch visuell überwältigend. Neonlichter, Dauerregen und gigantische Werbetafeln prägen das Bild einer Welt, die ebenso lebendig wie bedrückend wirkt.
Diese Zukunft ist überfüllt, nicht nur mit Licht, sondern auch mit Schmutz und Zerfall. Gerade in diesem Spannungsfeld entfaltet der Film eine Ästhetik, die widersprüchlich und zutiefst menschlich erscheint. Licht und Dunkelheit stehen sich dabei wie visuelle Entsprechungen innerer Zustände gegenüber.
Damit prägte Blade Runner maßgeblich das, was heute als Cyberpunk-Ästhetik verstanden wird. Ohne diesen Film wäre diese visuelle Sprache in ihrer heutigen Form kaum denkbar.
Die 5 einflussreichsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten: Zwischen Mensch & Maschine: Blade Runner und die Suche nach Identität 🤖🔎

Auch interessant: Die 5 besten Naturkatastrophen, die das Ende der Welt einläuten

Was Blade Runner jedoch wirklich revolutionär macht, ist sein Fokus: Er liegt nicht in der technischen Gestaltung seiner Zukunftswelt, sondern in der Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen. Der Film verzichtet auf klassische Bösewichte, auch wenn dem Publikum zunächst vermittelt wird, dass die Replikant:innen diese Rolle einnehmen. Dieses Bild wird vor allem durch den Protagonisten Rick Deckard (gespielt von Harrison Ford) geprägt.
Im Zentrum steht jedoch eine deutlich grundlegendere Frage:
»Was macht uns menschlich?«
Gerade Figuren wie der Replikant Roy Batty (gespielt von Rutger Hauer) wirken im Verlauf der Handlung oft menschlicher als die Menschen selbst. Der berühmte „Tears in Rain“-Monolog, den Hauer mehr oder weniger improvisierte, zählt bis heute zu den eindringlichsten Momenten der Filmgeschichte.
Blade Runner verhandelt damit Fragen von Identität, Erinnerung und Menschlichkeit auf einer bis dahin im Science-Fiction-Kino kaum erreichten philosophischen Ebene. Dieser Ansatz prägte das Genre nachhaltig. Motive wie „Haben künstliche Wesen ein Recht auf Leben?“ oder „Ist Erinnerung gleich Identität?“ finden sich später auch in Filmen wie Ghost in the Shell (1995) oder Ex Machina (2015) wieder.
Regen, Schatten, Stille: Blade Runner & die Ästhetik der Zukunft 🌃🌧️

Auch interessant: Blade Runner 2049 – Filmkritik

Ein weiterer Schlüssel zum Einfluss von Blade Runner auf das Science-Fiction-Kino ist sein Genremix. Der Film ist kein reiner Sci-Fi-Film, sondern verbindet ihn mit Elementen des Film Noir. Diese Parallelen erkennen Genrekenner:innen schnell: der abgeklärte Ermittler Rick Deckard, die Femme fatale, verkörpert durch Rachael (gespielt von Sean Young), sowie die düstere, regenverhangene Atmosphäre. All das sind klassische Motive des Noir-Kinos, die Ridley Scott in eine futuristische Welt überträgt. Dieser stilistische Mix wurde später auch in Filmen wie Alex Proyas’ Dark City (1998) oder Steven Spielbergs Minority Report (2002) aufgegriffen.
Ebenso prägend ist der Erzählstil. Blade Runner verzichtet weitgehend auf Spektakel und Action und entfaltet seine Geschichte stattdessen in einer beinahe meditativen Ruhe. Dadurch entsteht Raum für Atmosphäre und Reflexion, getragen von Vangelis’ hypnotischem Soundtrack. Dieser langsame, zurückgenommene Erzählfluss zeigt, dass Science-Fiction auch philosophisch, melancholisch und introspektiv sein kann. Und ebnet damit den Weg für ein Arthouse-nahes Genreverständnis.
Diese narrative Haltung greift auch Denis Villeneuve in Blade Runner 2049 (2017) auf und führt sie konsequent weiter. Der Film wirkt wie ein melancholischer, philosophischer Sog, der das Publikum in eine fast tranceartige Betrachtung zieht. Villeneuve schafft dabei eine große Nähe zu seiner Hauptfigur Officer K (gespielt von Ryan Gosling), der selbst in einem Netz aus Unsicherheiten, Fragen nach Identität, Menschlichkeit und Realität gefangen ist.
Warum Blade Runner das Science-Fiction-Kino nachhaltig geprägt hat
Blade Runner ist weit mehr als ein stilprägender Science-Fiction-Film der 1980er Jahre. Er ist ein Werk, das das Genre nachhaltig umdefiniert hat. Ridley Scott verbindet darin eine dichte, visuell revolutionäre Zukunftsvision mit existenziellen Fragen nach Identität, Erinnerung und Menschlichkeit. Gerade diese Verbindung aus Atmosphäre und Philosophie macht den Film zeitlos.
Sein Einfluss reicht dabei weit über die reine Ästhetik hinaus. Blade Runner hat gezeigt, dass Science-Fiction nicht nur von technologischem Fortschritt und Zukunftsszenarien erzählt, sondern ebenso von inneren Zuständen, moralischen Grauzonen und der Fragilität des Menschseins. Der Film öffnete damit den Raum für ein Kino, das nicht nur zeigt, wie die Zukunft aussehen könnte, sondern auch, wie sie sich anfühlen kann.
In dieser Spannung zwischen Neonlicht und Regen, zwischen Maschine und Mensch, zwischen Kontrolle und Sehnsucht bleibt Blade Runner ein Werk, das sich jeder eindeutigen Auflösung entzieht. Und gerade deshalb immer wieder neu gelesen werden kann.
— Riley
3. Terminator 2 – Tag der Abrechnung (1991)

Auch interessant: Die 5 besten Action-Filme mit spektakulären Stunts

Worum geht es in Terminator 2 – Tag der Abrechnung?
Die Handlung von Terminator 2 – Tag der Abrechnung setzt etwa zehn Jahre nach den Ereignissen des ersten Films ein. Eine neue Bedrohung aus der Zukunft taucht auf, als ein weiterer Terminator, diesmal ein fortschrittlicheres Modell namens T-1000 (Robert Patrick), zurück in die Vergangenheit geschickt wird. Sein Ziel ist es, den jungen John Connor (Edward Furlong), den zukünftigen Anführer des menschlichen Widerstands gegen die Maschinen, zu eliminieren, bevor er überhaupt die Möglichkeit hat, seine Bestimmung zu erfüllen.
Trailer zum Film Terminator 2 – Tag der Abrechnung | 1991 © StudioCanal
Die 5 einflussreichsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten – Effekte, Effekte, Effekte
Im Vorhinein zu diesem Beitrag habe ich überlegt auch Terminator (1984) zu nennen, habe mich aber nun entschieden nur explizit den ersten Teil aufzuführen. Sicherlich ist Terminator (1984) auch wichtig für das SciFi-Genre. Ursprünglich aus einem Alptraum von Regisseur James Cameron entsprungen, ist der Gedanke, dass es in Zukunft superintelligente Roboter geben könnte, welche gnadenlose Jagd auf Menschen machen, ziemlich beängstigend und gleichzeitig auch sehr faszinierend. Kein Film hat dies zuvor so gut umgesetzt. Trotzt des Low-Budget-Charakters des Films, beeindrucken die Effekte auch heutzutage noch.
Und hier kommt nun Terminator 2 – Tag der Abrechnung (1991) ins Spiel, denn der Film nimmt diese Ausgangslage vom ersten Teil und verbessert ihn an vielen wichtigen Stellen. Da wären die bereits erwähnten Effekte. James Cameron nutzte die zu seiner Zeit besten zur Verfügung stehenden Effektmethoden. Dabei verfährt er aber nach einem einfachen Prinzip: Für Zerstörungen werden praktische Effekte genutzt, um die zerstörten Gegenstände dann wieder mittels CGI zusammenzusetzen.
Ikonische Szenen und Charaktere

Auch interessant: Die 5 Besten Bösewichte aus Filmen und Serien
Unter dem Aspekt der praktischen Effekte ist die LKW-Verfolgungsjagd durch die Abwasserkanäle von Los Angeles einfach ikonisch, weil eben auch sichtbar ist, dass hier ein echter LKW zu Schrott gefahren wird.
Ähnlich ikonisch ist Robert Patrick als T-1000, der in diesem Film nicht ein einziges Mal blinzelt. Sein T-1000 ist noch beeindruckender als Arnold Schwarzeneggers T-800 aus dem Vorgänger-Film, denn der T-1000 kann praktisch durch nichts zerstört werden und sich in alles und jeden verwandeln. Und hier kommen die exzellenten Effekte ins Spiel: wenn Arni eine komplette Schrotflintenladung in ihn hineinpumpt und er sich danach einfach wieder zusammensetzt, als wäre es nichts, dann ist das visuell einfach sehr beeindruckend.
Die 5 einflussreichsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten – Ein cleverer Twist

Auch interessant: Die 5 Besten Filme zum Thema Künstliche Intelligenz
Zudem gehört der T-800 nun zu den Guten, was ich eine interessante Drehung der Geschichte finde. Dennoch ist die Szene als der T-800 im Gefängnis auf Sarah Connor (Linda Hamilton) mit einer Waffe zugeht und sie komplett panisch wird sehr stark. Um sie zu beruhigen benutzt er aber dann auch ein perfektes Zitat aus Terminator (1984):
»Komm mit mir, wenn du leben willst.«
Auch finde ich die Dynamik zwischen John Connor (Edward Furlong) und dem T-800 (Arnold Schwarzenegger) sehr cool und lustig. Ein weiterer starker Bruch mit dem ersten Teil, der noch sehr stark dem Horrorgenre zuzuordnen ist. Terminator 2 – Tag der Abrechnung (1991) hat deutlich mehr Humor und doch tut das der Bedrohung durch den T-1000 keinen Abbruch, denn über und mit ihm werden keine Witze gemacht.
Fast wäre James Cameron sogar noch revolutionärer gewesen, denn er hatte ursprünglich geplant, dass es eine Art Happy End gibt. In einer frühen Schnittversion, wäre die Zukunft der Menschheit gerettet und alle nachfolgenden Filme wären somit obsolet. 2009 konnte man dieses Ende auf der Blu-Ray des Ultimate Cut bewundern. Letztlich entscheidet er sich jedoch dagegen, da er die ungewissen Zukunftsaussichten für die Protagonisten als spannender empfindet.
— Maddin
2. Avatar – Aufbruch nach Pandora (2009)

Auch interessant: Avatar – Aufbruch nach Pandora – Filmkritik

Worum geht es in Avatar – Aufbruch nach Pandora?
Avatar – Aufbruch nach Pandora ist ein Science Fiction-Film von James Cameron mit Sam Worthington, Zoe Saldana, Sigourney Weaver und Michelle Rodríguez.
Jake Sully (Sam Worthington) wurde vor einigen Jahren schwer verwundet. Seit dem ist er von der Hüfte abwärts gelähmt. Als ihm das Angebot unterbreitet wird, für ein Projekt in das weit entfernte Pandora zu reisen, willigt er ein. Der Planet ist ein naturbelassenes Paradies voller Wunder, doch es birgt auch Gefahren. Sullys Auftrag besteht darin, die Schwächen der Ureinwohner*innen von Pandora herauszufinden. Diese tragen den Namen Na’vi. Sie leben im Einklang mit der Natur, die sie umgibt. Der Planet ist reich an dem, für den Menschen sehr wertvollen, Rohstoff Unobtainium.
⁘
Menschen können allerdings nicht in der Atmosphäre Pandoras existieren. Hierzu wurde ein wissenschaftliches Projekt initiiert, bei dem genetisch manipulierte Hybride aus menschlicher und Na’vi DNA erschaffen wurden. Das sind die so genannten Avatare. Einer davon wird von Sully (Sam Worthington) gesteuert. Sein menschliches Gehirn und die Gefühlsrezeptoren mit dem Avatar-Körper sind verbunden. Leiterin des Projekts ist die Wissenschaftlerin Dr. Grace Augustine (Sigourney Weaver), die Jake zunächst skeptisch gegenüber tritt. Auf seinen Erkundigungen auf Pandora trifft Jake die junge und schöne Na’vi Frau Neytiri (Zoe Saldana), die ihn sofort fasziniert. Sie lehrt ihm das Leben und die Kultur der Na’vis. Je mehr Zeit Jake mit Neytiri und den Na’vis verbringt, desto mehr gerät er in einen Konflikt, mit sich selbst und mit seiner Außenwelt. Nun muss er eine Entscheidung treffen. Steht er auf der Seite der Na’vis oder der Menschen?
Trailer zum Film Avatar – Aufbruch nach Pandora | 2009 © 20th Century Studios
Der Außenseiter von Die 5 einflussreichsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten
Avatar – Aufbruch nach Pandora ist ein total seltsamer Fall, grade für so eine Liste. Denn in der aktuellen Popkultur findet James Camerons Epos und auch seine noch ausufernden Nachfolger kaum bis gar nicht statt. Weder gibt es ikonische Szenen die nachgestellt werden, noch Figuren die immer wieder Erwähnung finden und auch Zitate fehlen. Selbst Memes, die Währung des Internethumors sind bei den ersten beiden Filmen größtenteils ausgeblieben. Oftmals wird der Film sogar verachtet, als inhaltlich dreiste Kopie eines Zeichentrickklassikers verschrien und generell als erzählerisch wenig ergiebig empfunden. Und das ist in diesem Genre eigentlich ein Todesurteil, denn Science-Fiction lebt davon Grenzen aufzubrechen und zum Nachdenken zu bringen; was wäre wenn, wie würde etwas aussehen können, welche Entwicklungen könnten passieren, was macht das mit uns als Gesellschaft und als Individuum? Tatsächlich steckt einiges davon in den Filmen, nur ist es einfach gedacht und lässt wenig Freiraum für eigene Gedanken.
Ein technischer Meilenstein in Die 5 einflussreichsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten

Auch interessant: Avatar: The Way of Water – Filmkritik
Das ist Camerons Werk und deswegen ist er in dieser Liste. Wo der Film inhaltlich schwächeln mag, überzeugt er in jeder erdenklichen technischen Kategorie umso mehr. Besonders bei zweien: CGI, ausgesprochen „Computer Generated Images“, sprich digitale Effekte und 3D. Pandora, seine Tier- und Pflanzenwelt und das Volk der Na´vi sind komplett am Rechner entstanden. Letztere sind durch die Darsteller in Motion Capture Anzügen dargestellt worden und gefilmt in Sets die nichts als leere Hallen mit Punkten und Gerüsten sind. Über weite Strecken ist das Sci-Fi Abenteuer ein fotorealistischer Animationsfilm, der kein Gefühl von Absurdität erstellen muss, um sich vor dem Uncanney Valley zu schützen. Und das war 2009 revolutionär und seiner Zeit weit voraus. Selbst heute kann kaum ein Film mit dieser Qualität mithalten, geschweige denn mit den aktuelleren Fortsetzungen die dann nochmal einen darauf setzen und teilweise mit Motion Capture unter Wasser gefilmt sind.
Der einzige Film der sich dieses technische „Gimmick“ verdient hat und es wirklich nutzt
Hier kommt dann auch der Einfluss zustande, denn nach dem Abenteuer auf Pandora und dem immer noch höchsten Einspielergebnis der Filmwelt wollte jeder Film auf den 3D-Hype aufspringen. Und auch wenn es sich finanziell vorerst für viele Filme gelohnt hat, setzte bei der Zuschauerschaft doch recht schnell Ernüchterung ein. Kein Film kam auch nur im Ansatz an diesen Tiefeneffekt und diese Greifbarkeit von Avatar – Aufbruch nach Pandora ran. Und das aus gutem Grund, denn keiner von ihnen ist in 3D konzipiert und gedreht worden. Sie alle sind günstig nachkonvertiert worden. Cameron aber ist von vorneherein den extra Schritt gegangen, hat jede Szene so erdacht, dass sie innerhalb des 3D eine realistische und doch bewundernswerte Wirkung hat. Der Film hat 3D natürlich nicht erfunden, aber er hat es zum ersten Mal wirklich ausgeschöpft und zu einem Teil seiner Identität gemacht, statt es nur als teure Dreingabe zu nutzen.
— Rick
1. Dune (2021)

Auch interessant: Dune Part One – Filmkritik

Worum geht es in Dune?
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Frank Herbert. Die Geschichte spielt in einer fernen Zukunft, in der das Universum von verschiedenen Adelshäusern regiert wird. Der junge Paul Atreides (Timothée Chalamet) gehört zum Adelshaus Atreides und wird von seinem Vater, Herzog Leto Atreides (Oscar Isaac), auf den Wüstenplaneten Arrakis geschickt, um das dort abgebaute Gewürz namens Spice zu kontrollieren. Spice ist äußerst wertvoll, da es eine Quelle der Energie ist und nur auf Arrakis vorkommt.
Als die Atreides auf Arrakis ankommen, müssen sie sich schnell den Herausforderungen stellen, die die Wüstenumgebung und die Konflikte mit anderen Adelshäusern mit sich bringen. Paul beginnt, seine mysteriösen Fähigkeiten zu entdecken und erkennt, dass er Teil einer Prophezeiung ist, die besagt, dass er das Schicksal der Menschheit verändern wird.
Paul muss sich mit den einheimischen Bewohnern von Arrakis, den Fremen, verbünden, um gegen die Unterdrückung durch die anderen Adelshäuser und die bösen Absichten des Imperiums zu kämpfen. Der Kampf um das Spice wird zu einem Kampf um die Zukunft der Menschheit und des Universums.
Trailer zum Film Dune | 2021 © Warner Bros.
Die 5 einflussreichsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten – „Le roi est mort, vive le roi“
Science-Fiction war zwar nie tot. Aber innerhalb der letzten zwei Dekaden ist es leider nicht mehr das gewesen, was es mal war – zumindest wenn man vom Einfluss auf die Welt des Kinos spricht.
Während Star Wars einst ein ganzes Genre im Mainstream verankerte, hat sich Sci-Fi im Blockbuster-Kino über die Jahre zunehmend verändert. Es wurde entweder Teil bestehender Franchises oder diente als ästhetische Hülle für andere Genres. Die großen, eigenständigen Science-Fiction-Epen – Filme, die nicht nur unterhalten, sondern Welten bauen und Diskurse anstoßen – wurden seltener.
Natürlich gab es Ausnahmen. Interstellar, Arrival oder auch Blade Runner 2049 sind prominente Beispiele dafür, dass anspruchsvolles Sci-Fi weiterhin existiert. Gerade letzterer – ebenfalls aus der Hand von Denis Villeneuve – wurde ja auch ähnlich totgesagt wie das Projekt, um das es hier geht.
Aber selbst diese Filme waren eher die Ausnahme als die Regel. Und niemand würde ernsthaft behaupten, es hätte keine guten Sci-Fi-Filme in den letzten 20 Jahren gegeben. Vielmehr ist das Problem: Diese Filme hatten (und haben), trotz ihres Rufs und ihres Stellenwerts in Film-Bubble-Diskussionen, kaum echten Einfluss auf die Filmlandschaft.
Stattdessen wurden die technischen Möglichkeiten, die dieses Genre überhaupt erst groß gemacht haben, zunehmend vom Superhelden-Blockbuster ausgeschlachtet. Und wenn wir ehrlich sind, teilweise so seelenlos, dass aus Christopher Nolan schon ein CGI-Hipster geworden ist.
Und dann kam Dune

Auch interessant: The Acolyte – Serienkritik
Immer noch versuchte Hollywood, bestehende Marken weiter zu melken. Sicher, vertraut, berechenbar. Besonders deutlich wurde das bei Star Wars – Episode VII: Das Erwachen der Macht und allem, was danach kam. Der Versuch, die Magie vergangener Jahrzehnte zu reproduzieren, statt neue Maßstäbe zu setzen.
Ich brech` hier auch gerne eine Lanze für die ersten Staffeln von The Mandalorian – das Volume/StageCraft war ein echt spannender Schritt. Aber selbst das wurde relativ schnell wieder von der Maschinerie verschluckt.
Und genau hier, nach Pandemie, Streaming-Overkill und gefühlt dem Launch von fünf Plattformen, nach denen niemand gefragt hat – genau hier kam Dune.
Was Denis Villeneuve hier gelingt, ist weniger eine klassische Erfolgsgeschichte als vielmehr ein struktureller Einschnitt. Mit Blade Runner 2049 hat er schon bewiesen, dass er sowas kann. Aber Dune setzt dem wirklich nochmal die Krone auf.
Die Ausgangslage war ja klar: Dune galt jahrzehntelang als „unverfilmbar“. Der Versuch von David Lynch ist bis heute der Beweis dafür, wie schwer dieser Stoff ist.
Und dann kommt Villeneuve und macht… einfach sein Ding.

Auch interessant: Tron: Ares – Filmkritik
Er nimmt sich die Zeit. Erzählt über Bilder. Er erklärt nicht alles tot. Und die Exposition, die da ist, wirkt im Vergleich zu dem, was du visuell serviert bekommst, plötzlich fast nebensächlich. Dazu ein Score von Hans Zimmer, der dich komplett einsaugt.
Sorry… da rutsche ich schon wieder ins Fanboy-Gelaber ab.
Aber genau das ist der Punkt: Villeneuve setzt genau die Dinge ins Rampenlicht, die es braucht, um wieder einen Sci-Fi-Blockbuster zu machen, der sich wie ein Ereignis anfühlt. Für mich ist das das Star Wars dieser Generation.
Die 5 einflussreichsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten – Call it: Einfluss.

Auch interessant: Der Astronaut – Filmkritik
Denn in einer Zeit, in der Blockbuster möglichst zugänglich, möglichst schnell konsumierbar und bitte auf gar keinen Fall aneckend sein sollen, ist Dune die Antithese: Komplex. Langsam. Und mit einer Erwartungshaltung ans Publikum. Das allein wäre noch kein Einfluss – wenn es nicht funktionieren würde. Aber Dune funktioniert. Und damit ist es ein Signal an Hollywood: Big Budget Sci-Fi kann sich wieder lohnen.
Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sage: Ohne Dune wären Projekte wie Der Astronaut oder Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit so nicht ausgerollt worden. Gerade im Vergleich zu vielen Produktionen der letzten Jahre – besonders aus dem Franchise-Zirkus – wirkt Dune wie ein Gegenentwurf. Während andere Filme versuchen, Bekanntes zu reproduzieren, baut Dune sich seine eigene Identität. Es fühlt sich an wie der Stoff, aus dem die Filme gemacht wurden, die wir lieben. Das zeigen Einspielergebnisse und Preisverleihungen. Das sind zwar keine Messkriterien für den Einfluss des Films, aber die einzigen Kriterien, die Produzenten und Studios interessieren.
Und genau hier liegt der nachhaltige Einfluss. Denn Filme wie 2001: Odyssee im Weltraum oder das ursprüngliche Star Wars (und Herr der Ringe, wenn auch anderes Genre) haben nicht nur durch ihre Qualität gewirkt, sondern durch das, was sie ausgelöst haben.
Neue Standards, neue Erwartungen, neue Möglichkeiten, einen Haufen Geld zu generieren… *hust, hust*
Und jetzt?

Auch interessant: Dune Part Two – Filmkritik

Der Abschluss der Trilogie steht noch bevor. Und ja, vielleicht ist es zu früh für so große Aussagen.
Ich habe immer noch dieses komische Gefühl, dass wir gerade eine Geschichte erleben, die noch geschrieben wird. Dass wir gerade miterleben, wie ein Film einem ganzen Genre wieder Aufwind gibt, ist spürbar, aber das wir vielleicht live dabei sind, wie eine Trilogie erschaffen wird, die sich neben Herr der Ringe in die Konversation um die besten Filmreihen aller zeiten, einreihen darf, wird sich noch zeigen. Ich bleibe dabei und behaupte Dune ist für die 2020er das ist Was Herr der Ringe für das Millennium und Star Wars für die 80er war.
Vielleicht ist das Wunschdenken. Vielleicht liegt es einfach daran, dass alle langsam genug vom Superheldenfilm der 2010er hatten. Oder vielleicht war es genau dieses eine Projekt, das gezeigt hat:
Es geht noch. Und das reicht manchmal schon.
Und es kann natürlich so sein, dass ich komplett daneben liege.
Aber die Zeit wird mich eines Besseren belehren.
Aber wenn Einfluss bedeutet, ein Genre wieder in Bewegung zu bringen, dann hat Dune genau das getan.
Und wenn das stimmt, dann stehen wir gerade erst am Anfang.
Und wir sehen uns am 18. Dezember im IMAX.
— Lennart
Weitere einflussreiche Science-Fiction-Filme aus unserer Redaktion:
- 1984 (1984)
- Akira (1988)
- Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979)
- Children of Men (2006)
- Contact (1997)
- Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
- Donnie Darko (2001)
- E.T. – Der Außerirdische (1982)
- Ghost in the Shell (1995)
- Godzilla (1954)
- Her (2013)
- Die Klapperschlange (1981)
- Die Reise zum Mond (1902)
- Die Körperfresser kommen (1978)
- Matrix (1999)
- Men in Black (1997)
- Metropolis (1927)
- Moon (2009)
- Planet der Affen (1968)
- RoboCop (1987)
- Snowpiercer (2013)
- Star Wars Episode IV: Eine neue Hoffnung (1977)
- Total Recall (1990)
- Unheimliche Begegnung der dritten Art (1977)
- WALL‑E (2008)
- Zurück in die Zukunft (1985)
Fazit zu den 5 einflussreichsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten
Ich finde alle von uns genannten Filme sind auf die eine oder andere Art einflussreich im Science-Fiction-Genre. Manche haben bestimmte visuelle Effekte geprägt und andere prägten mit ihrer einzigartigen Geschichte. Manche haben vielleicht auch einfach einen Trend gesetzt, welcher für weitere Nachfolgefilme sorgte. Egal was der Grund ist, sie sind alle auf jeden Fall sehr interessante filmische Machwerke.
Das waren die 5 einflussreichsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten aus unserer Sicht. Jetzt seid ihr dran!
Welche sind für euch die 5 einflussreichsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten?
MADDIN – Filmkritiker
Schon als Kind bin ich von Star Wars begeistert. Mein erster bewusst wahrgenommener Kinobesuch ist die Sichtung von Star Wars Episode I und mein 9-jähriges Ich war hellauf begeistert. Noch heute hat dieser Film einen großen Platz in meinem Herzen. Generell mag ich insbesondere SciFi-Filme und Fantasy (Herr der Ringe). Seit 2021 mache ich Letterboxd unsicher und seitdem hat sich mein Filmgeschmack auf alle möglichen Genres ausgedehnt. Sogar an Horrorfilme traue ich mich vermehrt heran.
※※※

RILEY – Chief Editor
Queerer, professioneller Filmhasser & Arthouse Geek. ✨🌈💜
Ich blogge seit dem 14. Dezember 2014 auf passion-of-arts.de. Schon in meiner Jugend schrieb ich viele Gedichte und Kurzgeschichten. Seit mehreren Jahren widme ich mich professionell Filmrezensionen und war Guest Writer bei der Filmblogseite „We eat Movies“. Außerdem verfasste ich einige Artikel für das 35 MM Retro-Filmmagazin. Ich sterbe für Musik und gehe liebend gerne ins Kino, außer in 3D. TV ist überbewertet, ich gucke lieber DVD, Streaming oder Bluray.
Meine Lieblingsfilme sind unter anderem „La La Land“, „Barbie“ und „Blade Runner 2049“.
LENNART – Autor
Seit November 1995 mache ich das Internet unsicher und nachdem ich viel zu früh gesehen habe, wie ein Anwalt von einem Tyrannosaurus-Rex gefressen wurde, ein Feuchtfarmer die Galaxy rettet und ein Waisenjunge erfährt, dass seine Eltern Zauberer waren, seitdem ist es um mich geschehen. Filme sind für mich das Medium Nummer 1, auch wenn ich so gut wie jeder Form von Kunst etwas abgewinnen kann, ist es das bewegte Bild, das mein Herz am meisten eingenommen hat. Abgesehen vom American Football, der mich 22 Jahre begleitet hat und durch Filme wie „Remember the Titans“ meine eigenartige Vorliebe für den Sportfilm geweckt hat, weswegen man mich auf Letterboxd nur als den Coach kennt.
※※※
RICK – Filmkritiker
Ich bin Rick und seit ich mit sieben Jahren „Jurassic Park“ gesehen habe, fasziniert von Filmen. Videospiele, Serien und Bücher füllen den Rest meiner Freizeit auf, wenn ich nicht grade am schreiben von Kurzgeschichten sitze. Außerdem schreibe ich zu so gut wie jedem gesehenen Film eine Review auf dem Film Social Media „Letterboxd“.
※※※
Transparenzhinweis: Affiliate-Programme
Wir möchten dich darüber informieren, dass wir an Affiliate-Programmen teilnehmen. Das bedeutet, dass wir eine kleine Provision erhalten können, wenn du über einen unserer Links Produkte oder Dienstleistungen kaufst. Für dich entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten – der Preis bleibt derselbe.
Durch diese Unterstützung können wir unsere Inhalte weiterhin kostenlos zur Verfügung stellen und stetig verbessern. Vielen Dank, dass du uns auf diese Weise hilfst!
Dir gefällt was wir machen? Dann supporte uns! Kommentiere, teile und like unsere Beiträge auch in Social Media. Mit deiner Unterstützung sorgst du dafür, dass die Seite weiter betrieben werden kann.
Hinweis zum Urheberrecht:
Alle Texte auf diesem Blog sind urheberrechtlich geschützt. Eine Verwendung, Vervielfältigung oder Weitergabe – ganz oder in Teilen – ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung gestattet. Zitate sind unter korrekter Quellenangabe erlaubt. Bei Fragen zur Nutzung bitte Kontakt aufnehmen.
Weitere teilnehmende Blogger:innen aus der Film Community
Created by Gorana Guiboud | Header Elements: Die 5 einflussreichsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten — 2001: Odyssee im Weltraum | 1968 © Warner Bros.



Ein Kommentar
Moin – interessant, dass „Avatar“ einen Platz in euren Top 5 findet, ich wurde jedes Mal mit großen Augen angeschaut, wenn ich mich traute, den Film zu loben – als ob ich von einem anderen Stern käme. Schön, dass er bei euch als positives Beispiel genannt wird.
Meine 5 sind nicht ganz so spektakulär und ab 0:34 Uhr hier zu finden:
https://blaupause7.wordpress.com/?p=28371