Verrückte Wissenschaftler, allerhand Mutationen, Regierungen, die alles vertuschen wollen und ganz viel Blut, Action und Dreck. Die Achtziger haben die sogenannten B-Movies, also Filme aus der zweiten Reihe die inhaltlich wenig Anspruch und zusätzlich geringe finanzielle Mittel und damit begrenzte erzählerische Möglichkeiten hatten groß gemacht. Oftmals kamen dabei Werke über Monster und Absurditäten oder auch exzentrische, überzeichnete Figuren raus die vor allem dem „Pulp“ zuzuschreiben waren und hauptsächlich stumpfe Unterhaltung, aber auch technische Versiertheit boten. Adam Wingards Film zelebriert nun diese allmählich verloren gegangene Art von Unterhaltungskultur in modernen Gewand. Und auch wenn er sich dabei zeitweise zu sehr auf gewisse Elemente verlässt, ist mit Onslaught ein äußerst spaßiger, aber wohl auch recht nischiger Film entstanden.
Ein Beitrag von: Rick
Wovon handelt Onslaught?
Die ehemalige Soldatin Celeste lebt mit ihrer Tochter in einem abgelegenen Wohnwagenpark. Als ein geheimes militärisches Experiment schiefgeht, entkommen genetisch veränderte Supersoldaten. Celeste muss ihre früheren Fähigkeiten wieder einsetzen, um ihre Tochter und andere Menschen zu schützen. Gleichzeitig versuchen bewaffnete Söldner, die entflohenen Wesen aufzuhalten.
Hintergrundinfos zum Film
Onslaught ist ein Action-Horrorfilm mit Science-Fiction- und Thriller-Elementen, inszeniert von Adam Wingard. Der Film ist für den 3. September 2026 in Deutschland angekündigt und läuft etwa 92 Minuten. Produziert bzw. veröffentlicht wird er von A24 in den USA. In Deutschland übernimmt Plaion den Vertrieb. Wingard entwickelte den Film gemeinsam mit seinem langjährigen Drehbuchpartner Simon Barrett. Die Hauptrolle spielt Adria Arjona; außerdem sind unter anderem Dan Stevens, Rebecca Hall und Michael Biehn dabei. Gedreht wurde Ende 2024/Anfang 2025 überwiegend in New Mexico. Der Film ist bewusst als kompakter, wilder Genre-Film angelegt und erinnert konzeptionell eher an einen modernen B-Movie mit hochwertiger Produktion als an einen klassischen großen Science-Fiction-Blockbuster.
Onslaught ist 90 Minuten ehrlicher Quatsch

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Regisseur Adam Wingard der zusammen mit Adam Barrett auch das Drehbuch zu Onslaught geschrieben hat, macht gleich mit dem an Serien oder dem damals noch oft genutzten Vorspann aus früheren Filmen angelehnte Intro klar, dass hier nichts Subtiles, weitgreifendes, oder gar ambivalentes erzählt werden soll. Onslaught ist ganz klassisches Gut gegen Böse, ohne Grautöne, ohne große Twists und mit minimalen, vorhersehbaren Charakterentwicklungen. Diese Ehrlichkeit und Direktheit macht es einfacher das Fehlen dramaturgischer Highlights und die Unterkomplexität zu akzeptieren und stattdessen den Spaß am Handwerk und der primitiven Unterhaltung wertzuschätzen. Dennoch gibt es Elemente wie den Handlungsstrang von Drew Starkys Figur Cyrus, der für die Regierung alles vertuschen soll, währenddessen aber ständig Probleme mit seinem Drogenkonsum hat, die komplett ins Leere laufen und eher wie notwendiges Übel aufgrund der Art der Geschichte wirken. Auch die seltsamen Verschnaufpausen und die immense Plotarmor im Finale ergeben wenig Sinn und sind ärgerlich.
Onslaught ist aber auch brachial, handgemacht und visuell klar definiert

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Der Film ist kein Dauerfeuerwerk, aber wenn es knallt und die genmanipulierten Soldaten Terror verbreiten dürfen, dann knallt es ordentlich. Wuchtige Schusssounds, sengend heiße, echte Explosionen, umherfliegende Scherben, Splitter und zerfetzende Möbel. Die Action-Setpieces sind vergleichsweise klein und kompakt, dafür aber umso vollgepackter mit Aktion, Reaktion und Konsequenz. Zudem sind viele, wenn nicht sogar alle Einschläge der Angriffe auf Menschen und Gegenstände handgemacht und praktisch was ihnen deutlich mehr Gewicht und Greifbarkeit verleiht. Einen Anspruch an Realismus hat Onslaught dadurch aber nicht und das ist gut, denn das zwischen Neonlicht und Nebelschwaden literweise spritzende Blut spielt in den Pulp-Faktor mit rein. Genauso wie die unzähligen, wenn auch fast schon zu oft auftretenden und damit an Wirkung verlierenden Needledrops und Szenenaufbau Wiederholungen. Der absolute Sellingpoint des Films sind aber die generelle pur auf modernen B-Movie Flair ausgelegte Optik und das punktgenaue Editing, welches zusammen mit dem Sounddesign einen elektrisierenden Flow erschafft.
Teil einer eigenartigen Trilogie ohne direkten Bezug

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Laut Regisseur Adam Wingard gehört Onslaught zu einer von ihm erst jetzt deklarierten Trilogie die keinen eigenen Namen hat. Innerhalb dessen finden sich noch seine zwei vorher erschienenen Filme You`re Next und The Guest. Alle drei spielen laut ihm in derselben fiktiven Gegend und sollen eine Art Repräsentation für im Verborgenen geschehene Eskalationen darstellen. Das ist grundsätzlich eine spannende Idee, grade, weil der Darsteller Dan Stevens sowohl in The Guest, als auch in Onslaught wichtige, aber unterschiedliche Rollen verkörpert und damit auch ein gewisser Meta Bezug entsteht. Allerdings macht Wingard aus dem Ansatz kaum etwas, denn relevant ist diese Information für Onslaught nicht und man kann durch die Sichtung der anderen beiden Filme auch keinen erweiterten Blickwinkel auf den Abschluss der Trilogie bekommen, genauso wenig wie man Easter Eggs, Referenzen finden kann. Das macht das Werk nicht weniger unterhaltsam oder schlechter, aber da war Potenzial für eine weitere Ebene des Mediums.
Fazit zu Onslaught
Ob Onslaught im Hinblick auf das veröffentlichende Studio und Wingards gar nicht so kleinen Namen als Regisseur noch als Geheimtipp durchgehen kann ist fraglich. Definitiv ist aber, dass der Film weiß, was er ist und was er will und er seine Stärken – praktisches und digitales Handwerk gekonnt und selbstsicher ausspielt. Mit der inhaltlichen Einfachheit die gerne auch mal ins Dümmliche abschweift mag nicht jeder abgeholt werden, wer aber auf Kino aus den 80ern in modernem Gewand steht, der wird hier sehr zufriedenstellend und kurzweilig bedient.
Werdet ihr euch den Film Onslaught im Kino ansehen?
TRAILER: ©Plaion Pictures

Über den Autor
RICK
Redakteur
Ich bin Rick und seit ich mit sieben Jahren „Jurassic Park“ gesehen habe, fasziniert von Filmen. Videospiele, Serien und Bücher füllen den Rest meiner Freizeit auf, wenn ich nicht grade am schreiben von Kurzgeschichten sitze.
Außerdem schreibe ich zu so gut wie jedem gesehenen Film eine Review auf dem Film Social Media Letterboxd.
Meine Lieblingsfilme sind:
Jurassic Park, Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt, Poor Things, Scream – Schrei!, Drachen zähmen leicht gemacht, Dune Part Two und The Lighthouse – Der Leuchtturm
Am liebsten schaue ich mir Filme von und mit Guillermo del Toro, Robert Eggers, Anya Taylor Joy und Denis Villeneuve an.

»Life, uh, finds a way«
– Jurassic Park –
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Pressematerial: Onslaught | 2026 © Plaion Pictures | A24