Obsession – Du sollst mich lieben – Filmkritik

Eine zweigeteilte Filmcollage: Links liegen Popcorn, eine Filmklappe und eine Tafel mit dem Wort Film auf einem Holztisch mit weißen Federn. Rechts sitzt Bear (Michael Johnston) aus dem Film Obsession nachts in einem Auto, nur schwach beleuchtet, während er auf ein Handy oder kleines Objekt blickt; draußen am Fenster steht eine dunkle, schemenhafte Gestalt. Oben rechts steht der Schriftzug Obsession, darunter der Text – Du solltest mich lieben.

Letzte Woche startete die Social-Media-Sensation Obsession – Du sollst mich lieben nach einer gefühlten Ewigkeit endlich in den deutschen Kinos. Und ihr könnt mir glauben, dass ich keine Sekunde länger warten wollte, um den größten Hypefilm des Jahres mit eigenen Augen zu sehen.

In meiner heutigen Filmkritik möchte ich euch zeigen, warum Curry Bakers Debütfilm gerade in aller Munde ist. Hält der Psychohorror dem gigantischen Hype stand? Um so viel schon mal vorwegzunehmen: Für mich gehört der Streifen auf die ganz große Bühne – als einer der besten Filme des aktuellen Kinojahres.

Also lasst mich euch einen Einblick in mein ganz persönliches Kinoerlebnis geben und euch verraten, warum ich den Film streckenweise nur durch die Schlitze meiner Finger angeguckt habe, während das Atmos-System des Saals mein Trommelfell auf eine echte Zerreißprobe stellte.

Ein Beitrag von: Lennart Goebel

Es ist ein riesiger Hype und ich kann es einfach nicht anders beschreiben. Dieses neumodische Phänomen ist eigentlich schon älter, aber erst durch das Internet stieg es in diese heutigen Ausmaße. Wir alle kennen das Ergebnis von Barbenheimer und dem spirituellen Nachfolger des Dune Days. Aber immer mal wieder passiert so etwas, das man eigentlich nicht richtig beschreiben kann. Die modernen Indie-Labels sind sehr gut darin, ihre Filme zu promoten. Wir kennen Namen wie Marty Supreme oder Longlegs, doch dieses Mal ist es irgendwie etwas anderes.

Obsession – Du sollst mich lieben ist seit seiner Uraufführung auf dem Toronto Film Festival, aber spätestens seit South by Southwest in aller Munde. Die alleinige Menge an Content hat sich einfach in meinem Feed verirrt. Die Leute feiern den Film, Rekorde wurden gebrochen und eine Oscar-Kampagne steht an. Sogar über die Diskussionen um die Gehälter der Crew wird berichtet. Es wird hier so unfassbar viel Staub aufgewirbelt. Das ist in erster Linie ungesund für die Lunge und in zweiter Instanz ungesund für die Erwartungshaltung.

Denn auch wenn ich wieder ein halbes Jahr keinen Kinosaal von innen gesehen habe, zuletzt bei Marty Supreme zog es mich so sehr in diesen Saal. Das passte noch schnell zwischen eine terminierte Podcast-Aufnahme und ein Seminar, das ich halten musste. Ach ja, und ganz nebenbei gibt es mal wieder deutsche Temperaturrekorde. Wer liebt sie nicht, die Klimaerwärmung. Ok, sorry, ich schweife ab.

Das Spoilerminenfeld namens Tik Tok.

Die Schauspielerin Inde Navarrette (als Niki Freemann), die nachts allein auf der Veranda eines vorstädtischen Hauses steht. Sie ist eine Silhouette vor dem hellen Licht, und trägt eine dunkle Jacke und Stiefel. Das Haus ist ein einstöckiger Bungalow mit hellblau gestrichenen Holzpaneelen, einem kleinen Vordach und Fenstern, die ebenfalls von innen beleuchtet sind. Im Vordergrund ist die unscharfe Silhouette eines Autos mit Dachträger zu sehen, das auf der Straße geparkt ist. Die Szene ist dunkel und atmosphärisch, nur durch das Licht des Hauses beleuchtet. © Universal Pictures | Obsession
Möchtest du nicht noch mit reinkommen? — Obsession – Du sollst mich lieben | 2026 © Universal Pictures

Im Vorfeld kann ich gar nicht so viel über den Film sagen. Ich habe mich in der Tik Tok-Spoilerlandschaft so gut es geht mit Scheuklappen bewaffnet durch das Minenfeld manövriert. Ich bin zwar mit ein paar Kratzern hier und da daraus hervorgegangen. Zum Beispiel konnte ich die besagte Date-Szene im Netz einfach nicht vermeiden. Abgesehen davon habe ich aber bestmöglich alle Spoiler-Bewegtbilder vermieden. Und dennoch war gefühlt jedes dritte Reel in meinem Instagram-Feed mit diesem Film verwandt. Ich habe noch Reels weggewischt, während ich im Foyer auf den Einlass wartete.

Manchmal geht man ins Kino und erwartet einfach nur das Übliche. Man erwartet die klassischen Tropes und die typischen Blumhouse-Muster. Auch die gängigen Jumpscare-Formeln haben wir in den letzten Jahren im Horrorkino bis zum Erbrechen serviert bekommen. Und dann kommt plötzlich ein Film wie Obsession – Du sollst mich lieben um die Ecke. Dieses Werk wirft dir schon auf dem Papier eine recht simple Prämisse hin. Im Kinosaal packt und terrorisiert er dich dann aber auf eine ganz neue Art. Er zerlegt dich psychisch komplett, wie ich es seit Jahren nicht mehr erlebt habe.

Nun denn, dann lege ich das Handy jetzt mal endgültig beiseite. Wir fangen nun direkt mit dem formellen Teil dieser Kritik an.

Worum geht es in Obsession – Du sollst mich lieben?

Obsession – Du sollst mich lieben (Originaltitel: Obsession) ist ein Horrorfilm des US-amerikanischen Filmemachers Curry Barker, der bei diesem Projekt sowohl Regie führte als auch das Drehbuch schrieb und den Filmschnitt übernahm. In den Hauptrollen sind Michael Johnston als Bear und Inde Navarrette als Nikki zu sehen. Der Film feierte am 6. September 2025 beim Toronto International Film Festival seine Weltpremiere und kam am 15. Mai 2026 in die US-amerikanischen Kinos. Der deutsche Kinostart ist für den 25. Juni 2026 vorgesehen. Die Filmmusik stammt von Rock Burwell, die Kameraarbeit übernahm Taylor Clemons.

Bear (Michael Johnston) arbeitet gemeinsam mit seinem besten Freund Ian (Cooper Tomlinson) in einem Musikgeschäft. Seit Jahren hegt er heimliche Gefühle für Nikki (Inde Navarrette), bringt jedoch nie den Mut auf, ihr seine Liebe zu gestehen. Nachdem ihn der Tod seiner Katze emotional aus der Bahn wirft, entdeckt er in einem Kuriositätenladen ein geheimnisvolles Spielzeug namens „One Wish Willow“, dem die Fähigkeit nachgesagt wird, Wünsche zu erfüllen. In seiner Verzweiflung spricht Bear einen Wunsch aus, der sein Leben und das seiner Mitmenschen auf unerwartete Weise verändern soll.

Obsession – Du sollst mich lieben – From the Mind of Curry Baker

Der Schauspieler Michael Johnston (als Baron 'Bear' Bailey) und die Schauspielerin Inde Navarrette (als Niki Freemann) sitzen nebeneinander in einem Bett in einem schwach beleuchteten, rustikalen Schlafzimmer. Sie lehnt ihren Kopf an seine Schulter und hat die Augen geschlossen, während er mit einem nachdenklichen Blick nach vorne schaut. Links und rechts neben dem Bett steht jeweils eine Nachttischlampe, und an der gemusterten Tapete im Hintergrund hängen mehrere Poster. Im Vordergrund ist eine helle Bettdecke zu sehen. © Universal Pictures | Obsession
Pass gut auf was du dir Wünscht, nicht alles was wir haben wollen, sollte sich erfüllen — Obsession – Du sollst mich lieben | 2026 © Universal Pictures
Passion of Arts Dein Fenster zur Filmkunst. Spendabler Kaffee.

Ich habe mir im Vorfeld zum Film einmal alle Kurzfilme von Curry Baker auf YouTube angeguckt. Dort ist mir schon eine Sache aufgefallen. Diese ist hier in Obsession – Du sollst mich lieben ebenfalls bemerkenswert zu erwähnen. Denn man kann hier definitiv von so etwas wie seinem ganz eigenen Stil sprechen. Dieser Stil macht diesen Film sowie seine Kurzfilme so unheimlich ansehnlich. Es ist das Timing. Ich würde ja sonst Pacing sagen, aber das passt hier nicht so richtig.

Es gibt einige sehr unkonventionelle Szenen in Obsession – Du sollst mich lieben. Diese wirken so, als hätte Baker das klassische Handbuch zum Horrorfilm gelesen. Er hat sich aber dazu entschieden, alles genau so nicht zu machen. Er kreiert stattdessen ein völlig unübliches Scare-Timing. Im Actionfilm würde man das vielleicht Pacing nennen. Dieser Begriff greift hier aber einfach viel zu kurz.

Baker liefert Jumpscares, die absolut sitzen. Er erschafft Situationen, die einfach nur extrem creepy sind. Sie sorgen dafür, dass man sich tief im Kinosessel verkriechen möchte. Danach traut man sich gar nicht mehr, irgendwo hinzugucken. Es gibt Szenen, die scheinbar nur auf einen billigen Fratzen-Jumpscare warten. Auch der ganz offensichtlich berühmte Badezimmerspiegel wurde im Vorfeld perfekt als Chekhov’s Gun angeteasert. Doch nichts von dem wird so benutzt, wie man es eigentlich erwartet. Man muss schon verdammt viel Mut in der Hose haben, um den Spiegel-Schockmoment am Ende einfach komplett wegzulassen. Die Erwartungen des Publikums werden so brillant umgedreht.

Selbst der übelste Jumpscare spielt mit einer sehr offensichtlichen Situation. Man weiß eigentlich ganz genau, was gleich passieren wird. Aber der Film verpackt die Spannung einfach knallhart. Er bringt einen genau in dem Moment dazu, für eine kurze Sekunde die Deckung aufzugeben. Und dann schlägt er so unerwartet aus dem Nichts zu. Das gesamte Kino ist bei dieser Szene im selben Moment heftig zusammengezuckt.

Vergleich zu den Klassikern

Der einzige Film, an den ich dabei denken konnte, ist Kubricks Shining. Zu diesem Werk werde ich im Folgenden noch so einige Vergleiche ziehen. Baker macht hier etwas, was Kubrick auch tat. Er spielt meisterhaft mit den Sehgewohnheiten seiner Zuschauer. Während Kubrick dies vor allem im Schnitt bezweckt hat, ist es hier Bakers eigene Inszenierung. Auch sein Editing stellt den Film so unglaublich dar. Das zeigt sich vor allem in den lang anhaltenden Einstellungen auf das verzerrt lächelnde Gesicht unserer Hauptdarstellerin. Sie bringt eine extrem unangenehme Mimik und körperliche Präsenz auf die Leinwand. Das ist genau so, wie Smile – Siehst du es auch? es vor ein paar Jahren gerne getan hätte. Hier ist es aber deutlich besser gelöst. Curry Baker ist vielleicht ein sehr junger und talentierter Filmemacher, der Horror absolut versteht.

Bakers Timing ist auf der Oberfläche erstmal der größte Pluspunkt des Films. Das allein wäre ohne die Härte aber nicht so effektiv. Auch die unabreißende Spannung und die Kunst des Foreshadowings spielen eine große Rolle. Wenn wir uns in manchen Szenen nicht schon etwas denken könnten, würde der Payoff am Ende nicht so sitzen. Ich denke da nur an das Insider-Zitat und mir wird direkt wieder schlecht. Doch das Talent von Baker ist hier ohne jeden Zweifel nur die Hälfte der Genialität des Films. Man kann schließlich nicht über Obsession – Du sollst mich lieben reden, ohne über Inde Navarrette zu sprechen.

Obsessions größte Stärke: Seine Darsteller

Denke ich an Horror früher, denke ich vor allem an Männer. Mir fallen Patrick Bateman, Hannibal Lecter oder Jack Torrance ein. Wenn ich aber an den modernen Horror denke, denke ich vor allem an Frauen. Ich denke an Mia Goth, Samara Weaving oder Florence Pugh. Auch Maika Monroe, Jenna Ortega oder Anya Taylor-Joy gehören dazu.

Wenn ich an das aktuelle Jahr 2026 denke, denke ich unweigerlich an Inde Navarrette. Da fallen mir all die gottverdammten Tik Tok-Clips ein, die man schon im Vorfeld gesehen hat. Aber all dieser Social-Media-Hype ist erstaunlich irrelevant, wenn man den Film dann tatsächlich gesehen hat. Dann sind es nämlich ganz andere, tiefere Bilder und Szenen. Diese bohren sich unweigerlich ins Gedächtnis.

Navarrette verkörpert hier die Kollegin und das Love Interest Niki. Sie ist die absolute Galionsfigur des Films. Über Obsession – Du sollst mich lieben kann man schlichtweg nicht reden, ohne über ihre Leistung zu sprechen. Diese kristallisiert sich als das wahre, alles überragende Highlight heraus.

Ihre Performance erinnert mich in ihrer Präsenz am meisten an Jack Nicholson in Kubricks Shining. Sie ist absolut Jack-Nicholson-esque. Obwohl es zwei völlig unterschiedliche Darstellungen sind, gibt mir Niki die ganze Zeit diese unheimlichen Jack-Torrance-Vibes.

Die schauspielerische Performance des Jahres

Spätestens im letzten Viertel ist der Vergleich zu Toni Collettes ikonischer Rolle in Hereditary – Das Vermächtnis nicht mehr zu übersehen. Diese Blicke, dieses Schreien und dieses Bipolare reißt einen komplett mit. Das gilt auch für diese markerschütternde körperliche Performance und eine ungemein unangenehme Mimik. Und noch viel mehr sind es die Momente, in denen Niki ganz kurz wieder die Kontrolle erlangt. Das ist vielleicht ein winzig kleiner Spoiler. Diese Switch-Momente sind absolut krank. Wie der Film in ihrer Figur drin und im Zusammenspiel mit der Lautstärke funktioniert, ist Wahnsinn.

Diese Performance ist sagenhaft. Es ist vielleicht die beste Hauptdarsteller-Leistung, die ich in diesem Jahr bisher gesehen habe. Sorry an Ryan Gosling an dieser Stelle. Sie erzeugt ein permanentes Unbehagen im Kinosaal. Man erstarrt ständig vor diesem wie eingemeißelten Grinsen und diesen angsteinflößenden Blicken. Im Hinterkopf schwingt immer die Panik mit. Der nächste Fratzen-Jumpscare könnte schließlich direkt um die Ecke lauern. Wie auch schon in Curry Bakers Kurzfilmen zu sehen war, fungiert diese physische Präsenz als der eigentliche Hauptspannungsanker.

Doch am Ende waren all die Sorgen vor billigen Effekten unberechtigt. Der Film hat nur mit uns gespielt und die Erwartungen komplett umgedreht. Getragen wird das von einer schauspielerischen Leistung, die in diesem Kinojahr ihresgleichen sucht.

And the Oscar goes to Obsession?

Nikki Freeman (Inde Navarrette) lächelt freundlich in die Kamera, nachts in einer Urbanen Umgebung. © Universal Pictures
Die Schauspielerin Inde Navarrette (als Niki Freemann) steht im Zentrum des Vordergrunds, ihr Gesicht liegt jedoch im tiefen Schatten und ist nur schemenhaft zu erkennen. Im linken Bildhintergrund hängen zwei warm leuchtende Lichter an einer Wand. Der rechte Hintergrund verliert sich in der Dunkelheit einer nächtlichen Veranda oder eines Außenbereichs. © Universal Pictures
Eine Nahaufnahme zeigt Niki Freemann (Inde Navarrette), die schockiert und mit weit aufgerissenem Mund in die Kamera blickt. Ihr Gesicht, insbesondere die Stirn und die Wange, sowie ihr Hals und Dekolleté sind großflächig mit Blutspritzern bedeckt. © Universal Pictures
Niki Freemann (Inde Navarrette) mit dunklen Haaren steht im Gegenlicht vor einem hellen Vorhang und schreit mit weit aufgerissenem Mund panisch oder wütend. Ihr Gesicht und ihr Oberkörper sind im Schatten, aber es sind Tätowierungen (unter anderem ein Herz auf der Brust) und dunkle Blutflecken, auf ihrer Haut und ihrer Kleidung zu erkennen. Die Ränder des Bildes sind stark abgedunkelt. © Universal Pictures
Werbebild für EMP Horror-Merch. Eine Person mit Ghostface-Maske aus dem Film Scream steht in einem dunklen, bewaldeten Gebiet. Links im Bild steht der Text: „EMP Horror Merch – Für alle, die das Dunkle lieben. Gruselig, ikonisch, kompromisslos: Mit dem Horror-Merch von EMP tauchst du ein in die Welt der Albträume. Ob Halloween, Saw, Pennywise oder The Nun – hier findest du alles, was dein dunkles Fanherz begehrt. Von limitierten Sammlerfiguren über stylische Shirts bis hin zu Deko für dein persönliches Gruselkabinett.“ Unten rechts befindet sich ein „Shop Now“-Button.

Ich kann das Studio vollkommen verstehen. Man überlegt sich jetzt ganz offen, hier einen ernsthaften Oscar-Push zu versuchen. Wir haben ja in den letzten Jahren sehr deutlich gesehen, dass Horror mittlerweile auch bei den großen Preisen abräumen kann. Die Filme müssen dafür aber mehr als nur billige Scares zu bieten haben.

Nach Blood & Sinners und Weapons – Die Stunde des Verschwindens könnten nun Obsession – Du sollst mich lieben und das anstehende Backrooms die kommende Award-Season ordentlich aufmischen. Ob ich dort am Ende die ganz großen Gewinnchancen sehe, bleibt abzuwarten. Für diese Prognose werde ich die restlichen Veröffentlichungen des Jahres abwarten müssen. Wir blicken schließlich immer noch auf so einige Perlen.

Doch unabhängig davon ist Inde Navarrettes Leistung hier das bemerkenswerteste Element des gesamten Films. Und das sage ich in völligem Respekt vor dem restlichen Cast. Mein Lob gilt auch Megan Lawless und Bakers treuem Wegbegleiter Cooper Tomlinson.

Natürlich muss man auch Michael Johnston nennen. Er macht als unser Protagonist Bear ebenfalls einen verdammt guten Job. Er bietet ihr den nötigen Raum für diese darstellerische One-Man-Show.

Obsession – Du sollst mich lieben: Die simple aber effektive Story-Prämisse

Wenn wir aber von den beiden offensichtlichen Highlights absehen, ist da noch einiges mehr. Man kann hier über viele Aspekte schwärmen. Gerade im Spoiler-Thread auf dem Discord begann direkt die Diskussion über Bear als Charakter. Generell wurde viel über die Charaktere gesprochen. Wie sind sie geschrieben? Wie machen sie aus einer doch recht simplen Story so viel mehr? Gerade Ian und Bear sind als Charaktere so genial ambivalent geschrieben. Man will sie in manchen Szenen verachten. Gleichzeitig kann man sie aber auch sehr gut nachvollziehen. Der Film nutzt dafür nur geringe Informationen innerhalb des Kontextes der Dialoge. Zudem setzt er geschickt visuelle Cues ein. Wenn man bedenkt, dass der Film technisch gesehen nur vier Charaktere hat, ist das bemerkenswert geschrieben. Trotz recht weniger Screentime der Nebencharaktere werden sie dennoch so nahbar dargestellt. Wir fühlen ungemein mit, wenn das unausweichliche Schicksal eines Horrorfilms vonstattengeht.

Viel Lob der Community war vor allem an Curry Baker und sein Drehbuch gerichtet. Das deckt sich mit dem, was ich bis hier auf Letterboxd gelesen habe. Inszenierung und Hauptdarstellerin stehen natürlich in allen Ehren. Doch unterhalb der oberflächlichen Aspekte steckt eine geschriebene Geschichte. Sie erzählt mit ihren Nuancen eine Story. Diese ist sehr klein und minimalistisch. Gleichzeitig gehört die Art der Erzählung schon fast in Lehrbücher gestopft. Die Story an sich ist halt recht simpel. Sie ist effektiv, aber simpel. Das ist in keiner Weise negativ gemeint.

Ein langer Kurzfilm?

Es ist das Prinzip eines Kurzfilms, in den Langfilm gepresst. Generell wirkt der Film streckenweise wie eine Kurzgeschichte. Mitten in die Dynamik geworfen, die halt einfach nur nachvollziehbar ist für die meisten: Ein Hauptcharakter, der genau das tut, was sich allzu viele Menschen schon erträumt haben, und der diesen Traum einfach nur ad absurdum führt – in eine Richtung, die den perfekten Nährboden für ein schaurig-schönes Filmerlebnis schafft.

Obsession – Du sollst mich lieben schafft es aus dieser simplen Idee, und vielleicht auch genau wegen der sehr stereotypischen Charakter-Basen, eine Geschichte zu erzählen, die sehr schnell zum Punkt kommt. Wer kennt es nicht, der Good Guy zu sein, der immer da ist, aber letzten Endes auch die Freundschaft nicht riskieren will, nur weil er verklärte, idealisierte Gefühle für das eine Mädchen hat? All das ist nicht neu, nicht einzigartig und genau deshalb so genial. Das Drehbuch nimmt Tropes, die wir aus etlichen Filmen kennen, und verdreht sie so, dass es noch mehr schockiert, wenn sich die simpelste aller Prämissen – „Pass auf, was du dir wünschst“ – in den dritten Akt ausartet. Er tut genau das, was er tun will, und schafft das, was Smile – Siehst du es auch? vor ein paar Jahren versucht hat, irgendwie besser.

Obsession – Du sollst mich lieben: Ein Debüt wie Shaun of the Dead

An genau dieser Stelle will ich gerne noch einen weiteren Vergleich zu einem anderen modernen Horrorklassiker ziehen, und ich denke, viele von euch werden die Augen rollen, da ich es erneut schaffe, in einem Beitrag ungefragt Edgar Wright zu erwähnen.

Wenn ich mir das Drehbuch ansehe und was der Film an Impact für die Karriere von Curry Baker bedeuten wird, denke ich direkt und freiwillig an Shaun of the Dead. Und die Ähnlichkeiten springen einem gefühlt ins Gesicht. Der Film ist quasi Shaun of the Dead für Curry Baker. Ein Debüt, das erstaunlich gut ankommt, das die Erwartungen übertrifft, mit geringem Budget und gemacht von Freunden, gemeinsam, wobei einer vor und einer hinter der Kamera steht… Joa, doch irgendwie passt das alles auf beide Filme. Und beide haben einen eigenen Style, den sie ausspielen und damit die Zuschauer für sich gewinnen. Einziger Unterschied sind dann Dinge wie zum Beispiel Jason Blum, der anscheinend Baker eine Menge Geld bot, um das Ende des Films zu verändern. Daher nochmals Hut ab dafür, dass man seiner Vision treu bleibt.

Und ich glaube, da kommen wir noch zu einem weiteren Punkt, den ich beleuchten muss, auch wenn ich vielleicht gar nicht will. Doch wenn wir schon vom Butcher of Horror sprechen, müssen wir nochmals den Schlachthof beleuchten.

Der Fluch der Blumhouse Produktion

Die Schauspieler Michael Johnston (als Baron 'Bear' Bailey), Cooper Tomlinson (als Ian) und Megan Lawless (als Sarah Harper) sitzen gemeinsam auf einer Couch. Sie und die im Hintergrund sichtbaren Gäste blicken verstört in Richtung eines Charakters, der sich außerhalb des Sichtfelds vor der Kamera befindet. Vor der Gruppe auf dem Tisch stehen Alkoholflaschen und ein halb aufgebautes Jenga-Spiel. © Universal Pictures | Obsession
Michael Johnston, Cooper Tomlinson und Megan Lawless bilden den restlichen Hauptcast — Obsession – Du sollst mich lieben | 2026 © Universal Pictures
Das Bild ist eine Werbeanzeige zu Werken von Stephen King im Thalia Shop. Abgebildet ist das fiese Grinsen von Jack Nicholson aus "Shining"

Ja, ihr wisst, bis auf wenige Ausnahmen bin ich gar kein Freund von dem, was Jason Blum da in Hollywood so gemacht hat. Liest man sich die Liste seiner produzierten Filme und den Track-Record seiner Firma durch, dann sieht man abseits weniger Ausnahmen eigentlich alles, was man als schlechtes Beispiel für dieses Genre aufzählen kann.

So sehr man Jason Blum und seine Trash-Horror-Schmiede manchmal verachten will, so beeindruckend ist es auf der einen Seite, dass er hier ein junges Talent fördert, das in dieselben Kerben schlägt wie viele seiner Mitstreiter vor ihm und den Horror auf eine ganz neue Art prägen kann. Dass er Curry Baker 750K in die Hand gedrückt hat, um diesen Film zu produzieren, ist das eine – aber habe ich gleichzeitig Angst davor, dass das dazu führen könnte, dass hier künftig mehr Business-Entscheidungen statt künstlerischer Entscheidungen für kommende Projekte getroffen werden? Ja, leider auch.

Wäre A24 oder Neon das besser Studio für Obsession – Du sollst mich lieben gewesen?

Nennt mich biased, aber ich fühle mich nicht wohl bei der Tatsache, dass Jason Blum hier die Hand drüber hält. Ich würde mich irgendwie wohler mit A24 oder Neon fühlen – nicht zuletzt, weil die wissen, wie Marketing funktioniert, auch wenn wahrscheinlich für viele in Zukunft der Slogan „from the mind of Curry Baker“ ausreichen wird, um einen Film zu promoten. Anyway.

Das Ganze ist hier als Film so herrlich erfrischend und eben „nicht typisch Blumhouse“. Selbst bei all den „Schnipseln“, die man vorher schon auf Tik Tok oder durch Promomaterial kannte, bricht das letzte Drittel komplett aus. Der große Jumpscare kommt so komplett out of left field – genau in dem Moment, wo du die Deckung runternimmst, sodass das ganze Kino zusammengezuckt ist, weil es so akkurat war. Andere Scares kommen ganz eigenartig und unrhythmisch.

Böse Unterstellung, oder Sorge

Finde ich es demnach problematisch, dass ein Curry Baker hier in der Industrie-Maschine eventuell verheizt werden könnte? Ja. Wichtig ist jetzt einfach, dass man nicht anfängt, à la Robert Eggers einfach nur Geld in seine Taschen zu stopfen und die Filme als große Blockbuster zu vermarkten.

Eggers hat das nach The Northman zum Glück verstanden und wieder ein unkonventionelleres, nicht massentaugliches Werk geschaffen. Wenn Jason Blum und Curry Baker weiter zusammenarbeiten – und das werden sie, dafür hat es zu gut funktioniert –, muss Blum ihm die Freiheit für seine eigenen Ideen lassen.

Man darf ihn nicht als die nächste schnelle Sensation verkaufen, so wie es sich gefühlt gerade bei dem Macher von Weapons – Die Stunde des Verschwindens anfühlt, der jetzt den neuen Resident Evil-Film macht, was sich für mich einfach nicht richtig anfühlt.

Baker der neue Tarantino?

Muss ich hier also direkt Böses unterstellen, oder ist es nur meine Antipathie, die die Sorge schürt? Ich denke, die Zeit wird das am besten zeigen. Der nächste Film wird die Richtung vorgeben, ob wir hier eine Zach-Cregger- oder eine Parker-Finn-Situation haben, oder ob sich hier wirklich ein neuer Tarantino auf die Bildfläche gewagt hat.

Vergleicht man Baker mit einem der besten Autorenfilmer unserer Zeit – Quentin Tarantino –, dann bleibt zu hoffen, dass er es wie Tarantino schafft, seine Qualität über den Studioapparat zu stellen. Er glänzt mit wenig Kunst dann, wenn er die Kunst macht, die genau so in seinem Kopf stattgefunden hat.

Junge Leute wie Curry Baker oder Kane Parsons (Backrooms) müssen verdammt noch mal ihr Ding machen dürfen. Ein Steven Spielberg hat sich mit sehr jungen Jahren einen Roman geschnappt, gesagt „Das mache ich besser“, hat es besser gemacht und buchstäblich den Blockbuster erfunden – auch wenn er heute Probleme hat, an diese Erfolge von damals anzuschließen, und nie ein reiner Autorenfilmer war.

Obsession – Du sollst mich lieben: Drama hinter den Kulissen oder modernes Marketing?

Ich weiß zumindest, dass all das Drumherum um Budget und die Bezahlung der Crew wahrscheinlich einen mindestens genauso guten Marketing-Profit mit sich bringt wie all die Presse-Shenanigans, die von Blumhouse noch betrieben wurden. Dass der Film The Mandalorian & Grogu im Box Office nicht nur das Wasser gereicht, sondern ihn auch noch überboten hat, spricht Bände zu dem, was im Kino gerade passiert.

Doch gleichzeitig denke ich, die da oben in den Anzügen könnten das auch wieder völlig falsch verstehen. Man darf den ganzen Tik Tok-Hype aus der Buchbranche nicht vergessen, denn Booktok hat einen unglaublichen Impact auf Buchverkäufe. Nicht zuletzt gibt es eben auch Film-Tik Tok, und das macht eine menge aus.

Wenn der künstliche Social-Media-Hype die Kunst killt

Der Schauspieler Michael Johnston (als Baron 'Bear' Bailey) steht im Vordergrund eines schwach beleuchteten Restaurants oder Cafés und telefoniert mit ernstem Blick mit einem Smartphone am Ohr. Im linken Bildhintergrund steht die Schauspielerin Inde Navarrette (als Niki Freemann) im Raum und blickt in seine Richtung. Im Hintergrund sind weitere sitzende Gäste sowie eine Bar-Atmosphäre mit warmen Lampen zu erkennen. © Universal Pictures
Mit wem sprichst du da Bear? — Obsession – Du sollst mich lieben | 2026 © Universal Pictures
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Also: Wie lange dauert es, bis die Studios künstlich Social-Media-Hype erzeugen und Mid-Filme absolut overhypen? Wie lange dauert es, bis solche ehrlichen Momente wie dieser hier zum Negativpunkt werden?

Wie lange dauert es bzw. wie viele Filme braucht es, die wegen zu hoher Erwartungshaltung auf Rotten Tomatoes und Letterboxd crashen, weil die bezahlten Influencer nur die erste Woche Box Office pushen können?

Ich habe irgendwie Schiss davor – fast mehr als vor dem, was ich gestern auf der Leinwand gesehen habe. Denn neben all dem hatte ich eine Sache noch ganz vergessen über den Film zu berichten. Also lasst uns das noch kurz abhaken, bevor wir zum Fazit kommen…

Obsession – Du sollst mich lieben: Spoilerwarung!

Bei all dem, was ich jetzt so über den Film gesagt habe, war ich so ambivalent wie möglich, aber bitte lasst mich hier noch einen kleinen Spoilerteil haben, in dem ich wenigstens über die Jumpscares und die verfickt gruseligen Situationen berichte. Wer den Film noch nicht gesehen hat, bitte direkt zum Fazit springen, okay?

Also… Was zum Fick, wie krass war bitte die Szene im Auto! Ich kann es nicht anders in Worte fassen: Ich wusste ganz genau, was kommt. Es war mehr als nur offensichtlich und trotzdem, in genau dem Moment, in dem es am erwartungsreichsten war, atmet man kurz auf – nur um dann, wie der gesamte Rest von Saal 10, gefühlt zehn Zentimeter aus dem Sitz zu hüpfen. Ich bleibe dabei: Ein guter Horrorfilm braucht keine 30 Jumpscares (ja, ich meine dich, Es Kapitel 2), sondern es müssen nur zwei bis drei sehr, sehr effektive sein. Es müssen Schockmomente sein, die danach jede einzelne Szene mit so viel Spannung füllen, dass man gar nicht mehr hingucken kann oder will, aber es dennoch muss und natürlich sollte.

Gottverf**** Scheiße, war das intensiv und gruselig!

Des Weiteren ist alles, was mit diesem speziellen Charakter zu tun hat – sprich die Autoszene –, so abgefuckt explizit, dass ich vor Angst gar nicht hingucken konnte. Ich muss den Film also mindestens deswegen noch mal sehen. Ach ja, und alle Szenen, in denen Niki in dominanter Dunkelheit ist, sind nervenaufreibend as fuck. Und da wären natürlich noch die „What the fuck“-Momente, in denen Niki kurz zu sich kommt, die alle erstaunlich gut als Jumpscare funktionieren, ohne wirklich welche zu sein. Hierfür muss man dem Sounddesign übrigens noch mal massiv Credit geben. Ich weiß nur nicht, ob das Baker im Schnitt selbst war, oder ob wir den Credit am Ende Rock Burwell geben sollten – wahrscheinlich am besten beiden.

Ok, genug gespoilert. Lasst mich zum Schluss kommen, bevor das hier noch in mein Top-5-Territorium ausartet. Irgendwann muss das Ding ja auch mal fertig werden.

Noch kurz Werbung in eigener Sache

An der Stelle vielleicht noch kurz was in eigener Sache: Zwischen dem Zeitpunkt, an dem ich das hier schreibe, und der Veröffentlichung dieser Kritik werden wir auch die Juli-Folge des Podcasts aufnehmen und Obsession – Du sollst mich lieben steht ganz oben auf unserer To-Do-Liste. Also wer den Eindruck von mir und Flo noch etwas persönlicher und ausführlicher hören will – und wir werden dort mit ziemlicher Sicherheit in den Full-Spoiler-Talk gehen –, der ist herzlich eingeladen.

Ein genaues Release-Datum haben wir noch nicht; vielleicht ist die Folge auch schon draußen, wenn ihr das hier lest. So oder so freue ich mich, wenn ihr reinhört und uns vielleicht einen Kommentar dalasst – danke schon mal dafür!

Also, lasst es uns zu Ende bringen.

Zwei Hände halten ein schmales, längliches Schild im Vintage-Stil aus dem Film oder der Serie in die Kamera; das Design ist in Rot und Beige gehalten und zeigt den großen Schriftzug „ONE WISH WILLOW“. Neben den gezeichneten Gesichtern eines Jungen und eines Mädchens sind kleine Sterne sowie die Slogans „AMAZE YOUR FRIENDS!“ und „You only get ONE WISH“ aufgedruckt. Der Hintergrund ist düster und dunkelgrün schattiert, was eine geheimnisvolle, fast magische Stimmung erzeugt. © Universal Pictures Obsession
Du hast nur einen Wunsch – Wähle ihn Weise — Obsession – Du sollst mich lieben | 2026 © Universal Pictures
Das Bild zeigt einen Astronauten, der im All treibt. In weißen Lettern steht "Hol dir den Roman zum Film"
Foto: Buchcover von Will Staehle ©Unusual Co

Fazit zu Obsession – Du sollst mich lieben

Nach all dem Erwähnten muss man sich jetzt natürlich die Frage stellen: Wird der Film dem Hype gerecht? Von dem, was ich seit gestern, in den Wochen davor und jetzt auch mit eigenen Augen gesehen habe, lautet die kurze Antwort: Ja! Und die lange Antwort: JAAAAAAA!

Obsession – Du sollst mich lieben ist jetzt wahrscheinlich nicht der Film des Jahres. Dieser Titel könnte an Der Astronaut gehen, das kann auch Dune: Messiah werden, vielleicht sogar Doomsday. Wer weiß dass schon Anfang Juli. Die Konkurrenz ist groß, aber ich habe das komische Gefühl, dass das hier für mich schon der dritte 9-von-10-Sterne-Film dieses Jahr war. Damit legt er erstaunlich gut vor für die erste Jahreshälfte. Auch wenn ich leider noch nicht mal im Ansatz so viele Filme gesehen habe, wie ich gerne hätte.

Fortsetzung folgt?

Anscheinend ist der Nachfolger-Film Anything but Ghost, der kein direktes Sequel sein soll, aber in derselben Welt wie Obsession – Du sollst mich lieben spielen wird, schon abgedreht. Von daher können wir uns auf jeden Fall auf mehr von Curry Baker in recht kurzer, absehbarer Zeit freuen. Ich kann es eigentlich gar nicht erwarten. Klar, ich habe meine Zweifel, und noch viel mehr habe ich Angst. Angst davor, dass mich der nächste Film mindestens genauso sehr in den Sitz drücken wird, dass ich es wahrscheinlich erneut nicht aushalten werde, ihn nicht durch meine Finger zu gucken. Gerade wenn mir diese Bilder wie der Shot mit der Blumenvase wieder in den Kopf kommen, schüttelt es mich einfach immer noch am ganzen Körper.

Ich würde auch behaupten, ich habe letzte Nacht nicht so gut geschlafen, wie ich hätte schlafen können – was entweder an der unmenschlichen Hitze oder an dem unglaublichen, immersiven und nervenzerreißenden Kinoerlebnis lag. Das hier ist einer dieser Filme, die man wahrscheinlich nur alle fünf bis zehn Jahre bekommt. Ein Debütfilm, der so viel Impact hat, dass er die Karriere des Filmemachers schon auf unbestimmte Zeit ebnen wird. Ich war mehr als nur überfordert mit der Spannung, die im Kinosaal nach mir gegriffen hat. Ich habe den gesamten halbstündigen Fußweg nach Hause in mein diktiergesteuertes Smartphone gesprochen und versucht, meine Gedanken zu transportieren. Das, was ihr hier lesen durftet, ist mehr oder weniger die Essenz aus meinen Gedanken und dem geschriebenen Wort, das ich daraus entwickeln bzw. schließlich umschreiben konnte.

Was erwartet uns noch von Curry Baker

Letzten Endes hoffe ich, dass ihr, bevor ihr diesen Satz lest, den Film selber erlebt habt. Denn so sehr ich diese Kritik schreiben wollte, genauso sehr bin ich der Meinung, dass sie im Grunde völlig überflüssig ist. Ich denke, jeder sollte sich selbst ein Bild von diesem Film machen. Und ich denke, wenn jemand dieses Jahr nur einen einzigen Film sieht, dann sollte er Obsession – Du sollst mich lieben sehen.

Während ich den Vergleich zu Der Astronaut wahrscheinlich nicht ziehen sollte, war das dort genau genommen das bessere Kinoerlebnis, während Obsession – Du sollst mich lieben vielleicht der bessere Film war. Es wird die Zeit zeigen, das werden die Rewatches zeigen. Auch wenn ich ehrlich bin: Ich weiß nicht, ob ich in absehbarer Zeit so viel Lust habe, den Film noch mal zu gucken, nachdem er mir so eine schlaflose Nacht beschert hat. Aber das könnte auch an meinem leichten Gemüt liegen oder an der Tatsache, dass die Boxen im Kino so dermaßen laut waren, dass sie mich verdammt noch mal von einem bloß klingelnden Handy aus dem Sitz haben hüpfen lassen.

Jetzt würde mich noch interessieren:

Was haltet ihr von Obsession – Du sollst mich lieben? Wenn ihr bis hierhin gelesen habt, vielen Dank für die Treue und das Durchlesen meiner Gedanken. Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen. Für mich ist das, Stand jetzt, ohne Frage einer der Filme des Jahres – ein klarer Top-3-Kandidat. Wer dann am Ende die Eins abräumen wird, ist noch auszusitzen. Aber das war einer der besten Horrorfilme, die ich seit langem gesehen habe. Das ist vielleicht einer der besten Horrorfilme, die ich jemals gesehen habe. Und ich scheue mich nicht davor zu sagen, dass ich diesen Film in meine Top 5 bzw. Top 10 der besten Horrorfilme aller Zeiten platzieren werde. Ich weiß nur noch nicht genau, wo.

Werdet ihr euch Obsession – Du sollst mich lieben ansehen?


TRAILER: © Universal Pictures International

Ein Film‑Infoposter zu Obsession – Du sollst mich lieben auf einem hölzernen Hintergrund mit verstreuten weißen Federn, Popcorn und einer Filmklappe. Der Text listet Titel, Originaltitel, Produktionsland, Sprache, Erscheinungsjahr 2026, Laufzeit von 108 Minuten, FSK 16, sowie Credits zu Regie, Drehbuch, Produktion, Musik, Kamera und Schnitt. Außerdem werden Genreangaben wie Horror, Thriller, Psychothriller und Dark Romance sowie eine lange Besetzungsliste mit Michael Johnston und weiteren Darstellenden gezeigt. Unten steht eine Bewertung von 9,0 von 10 Punkten.

Filmkritik: Indiana Jones und das Rad des Schicksals

 

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Weitere Meinungen zu Obsession – Du sollst mich lieben aus der Redaktion



Pressestimmen zu Obsession – Du sollst mich lieben

Antje Wessels von Wessels Filmkritik
„Obsession“ ist ohne Zweifel einer der besten Horrorfilme der letzten Jahre. Curry Barker gelingt das Kunststück, eine vertraute Genre-Prämisse in eine moderne Geschichte über emotionale Abhängigkeiten zu überführen, ohne dabei jemals seine Wurzeln als effektiver Gruselfilm zu vergessen. Dass das Ergebnis sowohl künstlerisch als auch kommerziell zu einem der größten Überraschungserfolge der jüngeren Filmgeschichte geworden ist, wirkt also weniger wie ein Wunder als vielmehr wie die logische Konsequenz eines außergewöhnlich gelungenen Films.

Oliver Armknecht von Filmrezensionen.de
In „Obsession – Du sollst mich lieben“ wünscht sich ein Mann, dass sein Schwarm ihn auch liebt, und ahnt nicht, was er damit anrichten wird. Der grundsätzliche Ablauf des Horrorfilms ist zwar altbekannt. Doch er ist unterhaltsam, sehr gut gespielt und hat darüber hinaus deutlich mehr zu sagen, als man zunächst meint.. 8 von 10 Punkte.

Ilija Glavas von KinoMeister
„Obsession“ verbindet schwarzhumorigen Horror mit einer überraschend intensiven Geschichte über obsessive Liebe und emotionale Abhängigkeit. Trotz vertrauter Grundidee wirkt der Film frisch, unangenehm und erstaunlich mitreißend. Curry Barker beweist dabei eindrucksvoll, dass er definitiv ein Regisseur ist, den man im Horror-Genre im Blick behalten sollte. 8 von 10 Punkte.

Sebastian Gerdshikow von Going to the Movies
Lange Rede, kurzer Sinn: „Obsession“ ist einer der besten Filme des Jahres. Ein Film, der seinem Hype mehr als nur gerecht wird und einer, den man definitiv gesehen haben sollte.. auch wenn man einen starken Magen dafür braucht. 10 von 10 Punkten (einfach nur unheimlich und unheimlich gut)

Jannek Suhr von epd-film
Barkers Inszenierung zeichnet sich hier durch absurde Situationskomik mit schwarzem Humor aus, bei dem einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Inde Navarrette spielt die immer manischer und grotesker werdenden Züge ihrer Figur mit umwerfender Spielfreude aus. Wenn sie mit wirrem Grinsen »I love you« sagt, läuft es einem kalt den Rücken runter. Der satirisch angehauchte Schrecken entfaltet sich zunächst noch subtil, um sich dann immer deutlicher zu einem brutalen, blutigen Horrortrip zu entwickeln. Dabei baut Barker eine so spannungsgeladene Atmosphäre auf und setzt so pointierte Schockmomente, dass gerade das Ende seine ganz eigene verstörende Sogwirkung entfaltet. 4 von 5 Sternen

Pressematerial: Obsession – Du sollst mich lieben | 2026 © Universal Pictures

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