Media Monday #798: Science-Fiction, Medien & Horror Folklore

Das Bild zeigt Lily-Rose Depp in Nosferatu - Der Untote. Sie steht vor einer Wand ihre Augen sind im Dunkeln, nur ihre Pupillen leuchten wie glühend weiße Punkte. Ihre Mundpartie ist mit einem weißen Rahmen eingerahmt in dem in der linken Hälfte MEDIA MONDAY #798 steht

Willkommen zum Media Monday #798!
Letzte Woche kam ich leider nicht dazu am Media Monday teilzunehmen. Ich war von der Firma aus unterwegs in Hannover und hab da allerlei erlebt. Der Firmen Stuff ist nicht wirklich erwähnenswert, einen Mehrwert, da hingefahren zu sein, gibt es nicht wirklich. Ich habe dort jetzt auch nicht überwiegend tolle Menschen im Kollegium kennen gelernt. Mit niemanden habe ich Kontakte ausgetauscht oder einen so krassen Vibe gehabt, dass ich da einen dauerhaften Kontakt hätte wollen. Und auch im Arbeitsleben werde ich mit keinen der Personen etwas zu tun haben.

Diese Woche bin ich nun aber wieder dabei und ich nehme ich wieder auf eine Reise filmischer Entdeckungen mit. Den Start bildet mal wieder ein Ryan Gosling Film, auf den ich schon sehr gespannt bin. Außerdem berichte ich über meine letzte Seriensichtung und im Anschluss führe ich euch durch meine Gedanken zu Streaming und physische Medien. Danach habe ich leider keine Infos für euch aus der Gerüchteküche, höchstens einen Kaffee kann ich euch daraus anbieten.

Deshalb reise ich mit euch in die Welt des Horrors und wir begegnen Kreaturen, denen vor allem nach Blut dürstet. Ihr dürft wieder gespannt sein! Also begleitet mich gerne durch den Media Monday #798! Macht es euch bequem, holt euch einen heißen Tee oder einen Pumpkin Latte und lasst euch berieseln.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Media Monday #798!

Ein Beitrag von: Riley Dieu Armstark

14–21 Minuten

Was ist der Media Monday?

Der Media Monday ist ein wöchentlicher Lückentext, der vom Medienjournal-Blog bereitgestellt wird und von vielen unterschiedlichen Blogger:innen mit ganz eigenen Perspektiven ausgefüllt wird 📝🌍

Wir sind jede Woche mit dabei und nutzen den Media Monday als Raum für eine persönliche Kolumne über Queerness 🌈, Lebenserfahrungen 💭, Filme & Filmkunst 🎞️🖤 – mal nachdenklich, mal melancholisch, mal voller Sehnsucht nach der großen Leinwand.

Ein Ort für Reflexion, Filmleidenschaft, leise Gedanken und kleine Fluchten in andere Welten ✨📺📖

1. Media Monday #798: Was erwartet uns in Star Wars: Starfighter & werde ich wohl doch noch zum Jedi? 🌌🛸🚀🌠

Ryan Gosling und Flynn Gray stehen und sitzen vor einer massiven, industriellen Kulisse mit großen Rohren, Lüftungsschächten und metallischen Wänden. Sie befinden sich auf oder neben einem dunklen, futuristischen Fahrzeug oder Podest. Die Szene ist dramatisch ausgeleuchtet, mit starken Licht-Schatten-Kontrasten, und vermittelt eine düstere, cineastische Atmosphäre im Stil eines dystopischen Science-Fiction-Settings. | Media Monday #798
Ryan Gosling und Flynn Gray spielen Onkel und Neffe im kommenden Film — Star Wars: Starfighter | 2027 ©The Walt Disney Company
Werbebanner für Star Wars Merchandise mit dem Schriftzug „STAR WARS MERCH“ und einem „SHOP NOW“-Button samt EMP-Logo. Im Hintergrund sind ikonische Charaktere und ein Raumschiff aus „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“ zu sehen. Unten links befindet sich ein Bildnachweis von Disney. | Media Monday #798

Ich fiebere ja durchaus dem Erscheinen von Star Wars: Starfighter entgegen, nach den letzten Infos, die ich so erhalten habe, bin ich jetzt wirklich neugierig. Außerdem freue ich mich inzwischen über jeden neuen Ryan Gosling Charakter. Davon gibt es wirklich nur wenige, die ich nicht mag, aber das hat eben auch besondere Gründe. Ich meine Richard Haywood besitzt zwar irgendwie Charme und hat wohl auch seine Fanbase aber prinzipiell ist er eher ein unangenehmer Typ. Ebenso wie David Marks.

Vom Plot weiß man ja noch nicht viel, außer, dass es wohl ein Abenteuer von Onkel und Neffe werden wird. Sowas mag ich ja sehr und ich denke das könnte ein richtig spaßiger Buddy-Film werden. Bisher ist ja leider kein offizieller Trailer gedropped, den ich mir ausnahmsweise auch ansehen werde. Ich bin wirklich zu neugierig. Ich habe mir nun auch noch einmal vorgenommen dem Star Wars Franchise eine Chance zu geben. Sicherlich werden hier nun einige ein bisschen Schnappatmung bekommen, aber allein für Harrison Ford sollte ich die Filme mal gesehen haben. Und manchmal ist vielleicht nicht die richtige Zeit, immerhin musste ich mit Blade Runner auch erst einmal warm werden. Der Film hatte beim letzten Rewatch am Wochenende nun auch noch mal eine Aufwertung von mir erhalten. Hab ihn meinen besten Freundinnen gezeigt, die ihn beide mochten und das hat mich wirklich gefreut. Eine von beiden gab das Feedback:


Blade Runner ist ganz schön traurig.


Ich hatte über den Film bereits so viel Austausch gehabt, aber das hatte wirklich noch niemand gesagt. Und das fand ich sehr schön, weil es auch stimmt.

Ich denke die beiden würden sich auch freuen, wenn ich endlich auch zum Jedi werden würde. Mal sehen. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was mich nächstes Jahr bei Star Wars: Starfighter erwartet. Und noch gespannter bin ich nun auch auf neue Bilder und einen Trailer. Die lassen sich ganz schön Zeit damit, ist das immer so?

2. Wie mich die Serie Fallout doch noch für sich gewinnen konnte im Media Monday #798 ⚛🎮🗽🦴

Walton Goggins als Cooper Howard in der postapokalyptischen Science-Fiction-Serie Fallout.
Cooper Howard (gespielt von Walton Goggins) lebt seit 200 Jahren und wandelt auf der Erde als Ghul — Fallout | seit 2024 © Amazon Studios | Kilter Films | Amazon MGM Studios
Werbegrafik für Fallout Merchandise von EMP: Eine Figur im blauen Vault-Anzug mit der Nummer 33 verlässt einen Bunkereingang und blickt auf eine postapokalyptische Landschaft mit zerstörten Gebäuden, einem Riesenrad und Ruinen. Links steht in großer gelber und weißer Schrift „Fallout Merch“, darunter ein „Shop Now!“-Button sowie das EMP-Logo.

Die Serie Fallout benötigt zwar einiges an Zeit, aber hat es doch nun endlich geschafft, mich irgendwie zu begeistern. Nachdem ich nach der ersten Staffel eher ernüchtert und relativ enttäuscht zurückblieb, hat mich die 2. Staffel doch richtig eingenommen. Allein der Auftakt hat mir bereits richtig gut gefallen und ich hatte dabei schon ein richtig schlechtes Gewissen. Darf einem eine Serie dann doch gefallen, nachdem man sie mehr oder weniger nach der 1. Staffel in Grund und Boden getreten hat? Nun ja so gemein war ich vermutlich nicht, auch wenn das ein paar Fans wohl so empfunden hatten. Schlussendlich ist es jedoch legitim. Die erste Staffel eine Serie ist selten das Aushängeschild, denn alle Serien brauchen Zeit, um sich zu entfalten.

Oftmals ist die erste Staffel auch nur eine Art Pilotfilm, um die Figuren vorzustellen, das Publikum in die Welt einzuführen und erst einmal den Weg für alles weitere zu ebnen. Das kreidete ich Fallout auch gar nicht wirklich an, sondern eher, dass die Serie zu stereotypische gemacht wurde und für mich persönlich auch zu vorhersehbar. Es wurde sich bei der Story wieder auf verlässliche und bekannte Standards verlassen und das hat mich gar nicht angesprochen. Immer die gleichen Figuren in der gleichen Geschichte, nur in einer anderen Welt zu erleben, ist halt doch auf Dauer ermüdend.

Charakterentwicklung in der 2. Staffel von Fallout

Die 2. Staffel von Fallout bricht jedoch das Ganze nochmal auf und die Charaktere wachsen mir langsam ans Herz. Besonders Cooper (gespielt von Walton Goggins) wird mir immer sympathischer. Vielleicht liegt das aber auch einfach an Walton Goggins, den ich grundsätzlich sehr gerne sehe. Ein vielschichtiger Darsteller, der mich immer und in jeder Rolle begeistert. Aber Cooper hat auch dieses „einsame Wolf“-Image, das ich sehr mag, eine gewisse raue Coolness und eine spannende Backstory. Ebenso ans Herz wächst mir auch Lucy (Ella Purnell), die eine wirklich starke, charakterliche Wandlung bereits in der 2. Staffel erlebt. Inzwischen finde ich sie einen wirklich stark geschriebenen Charakter.

Fallout offenbart in der 2. Staffel ein spannendes Worldbuilding

Die Geschichte fängt nun aber auch an so richtig ins Rollen zu kommen und es entfaltet sich ein wirklich starkes Worldbuilding, das von Episode zu Episode ein immer klareres Bild liefert. Vor allem zeigt sich die Serie aber auch wunderbar kritisch der Menschheit gegenüber. Und mir selbst geht dabei auch die Pumpe, wenn ich daran denke, wie sie bei uns vermutlich sogar aktuell am Tisch sitzen und darüber nachdenken, welche Bauern sie beim Schach opfern können.

Nun bin ich sehr gespannt, wie die 3. Staffel wird und ob ein weiterer meiner Lieblingscharaktere mehr Screentime erhält. Ich spoilere hier nicht, denn es soll ja spannend bleiben, falls ihr die 2. Staffel noch nicht gesehen habt. Die 3. Staffel von Fallout wird wohl aber erst nächstes Jahr im Herbst erscheinen, wurde mir mitgeteilt.

3. & 4. Media Monday #798: Gerüchten zufolge sind physische Medien doch noch gefragt 📼📻📀

Schwarz-weißes Regal mit Büchern und DVDs – von „Der Wüstenplanet“ über „Phantastische Tierwesen“ bis hin zu Klassikern wie „Mozart“ und „Tosca“. Ein Leuchtkasten mit der Aufschrift „Leben ist Kunst“ verbindet Literatur, Film und Musik zu einem persönlichen, kunstvollen Arrangement. | Media Monday #798
Foto © Riley Dieu Armstark
Werbebanner zur Thalia Movies on Sale Aktion mit starkem typografischem Design in Schwarz und Grau. Beworben werden reduzierte DVDs und Blu-rays aus verschiedenen Filmgenres wie Action, Thriller, Komödie und Klassiker zu günstigen Preisen für Filmfans und Sammler:innen | Media Monday #796

Wenn an den Gerüchten etwas dran ist, dass …………………

Okay ich weiß hier leider keine Antwort. Irgendwie bin ich, was Gerüchte betrifft, gerade nicht so auf dem Laufenden. Alles, was ich gelesen hatte, hatte sich dann als wahr entpuppt und ist folglich kein Gerücht mehr. Ich möchte auch nicht über Klatsch und Tratsch hier schreiben oder welche Person aus dem öffentlichen Leben sich einen Fehltritt geleistet hat. Also habe ich auf diese Lücke keine Antwort. Aber vielleicht könnt ihr mir ja ein paar Gerüchte erzählen, die rund um Film und Serien kursieren.

Warum die großen Konzerne aus der Filmbranche nun jegliche physischen Medien einstampfen wollen will sich mir nicht so recht erschließen, denn der Bedarf scheint ja nach wie vor da zu sein. Im Gegenzug eröffnete beinahe jede Firma ihren eigenen Streamingdienst und ich merke in unserer Community, wie ermüdend das aufgenommen wird. Ich meine, wie viele Streamingdienste brauchen wir denn noch? Und wer soll die denn alle abonnieren? Ich kenne keine Person, die alle Streamingdienste abonniert hat. Das wäre ja auch Irrsinn. Ich merke ja nun selbst, wie ich im Grunde wieder zu viele habe.

Streamingdienste satt … die große Palette 🎨📺

Mit Amazon Prime fahre ich allgemein ziemlich gut, dazu habe ich mir Arthaus+ im Dauerabo geholt. Weil ich für den Film des Monats in der Letterboxd Community den Channel Arthouse CNMA auf Prime Video brauchte, habe ich ihn vorerst behalten, da mir angeboten wurde, diesen Kanal für 1,99 Euro in den nächsten drei Monaten zu nutzen. Das ist schön und gut und das mache ich auch hin und wieder gerne, zumal es noch ein paar Filme in diesem Slot gibt, die ich schauen wollte.

Allerdings ist jetzt auch Horroroktober und ich würde mich voll und ganz dieser Challenge widmen. Leider hat der Kanal aber keinen Horrorfilm, der auf meiner Watchlist ist im Programm. Somit ist das Abo im Grunde ungenutzt. Zusätzlich bekam ich von einem lieben Menschen ein Jahr Mubi geschenkt. Gut, dass werde ich nutzen, aber selbst mit den Mediatheken ist es wirklich viel jetzt. Und wer braucht da bitte noch mehr? Die meisten Menschen, die ich kenne, nutzen ihre Abos nicht einmal voll aus. Aber grundsätzlich ist das den Konzernen auch egal, Hauptsache es wird dafür bezahlt. Und die Preise steigen inzwischen ins Ermessen.

Ich sitz‘ in deinem Walkman & schrie dir ins Ohr … (Westernhagen) 👂🏼🎧

Aber noch einmal zurück zu den physischen Medien. Erst gestern sagte ich in der Watchparty zu The Faculty – Trau keinem Lehrer, dass ich die DVD eigentlich bereits in die „Verschenken-Kiste“ gesteckt hatte. Nahm sie dann aber aus nostalgischen Gründen wieder heraus. Inzwischen bin ich auch froh drum, denn eingangs war mein Gedanke, ich wolle nur noch die Filme behalten, die ich wirklich gerne oft und immer schaue. Also löste ich einen Großteil meiner Sammlung auf. Falls es einen Film gibt, den ich dann doch noch einmal sehen will, dann kann man den im Stream schauen. Allerdings wird da auch ständig in den gefühlt 30 Streamingdiensten hin und hergeschoben.

Und der Markt boomt meines Empfinden immer noch, dass sich Menschen physische Medien kaufen. Neulich las ich sogar, dass die jüngere Generation, die Musik und Filme grundsätzlich nur online verfügbar kennt, gerne zurück gehen. Und sich Musik sogar auf Kassette kaufen. Weg von dem Gefühl, dass alles immer und überall verfügbar ist. Und ich kenne einige, die sich wunderschöne Boxen für das Regal holen, sei es zu Serien oder Filmreihen. Das Design ist nämlich auch ausgesprochen schön. Und das sieht man online nicht. Also bitte lasst uns unsere physischen Medien!

Ich selbst sehne mich inzwischen auch nach der Zeit, in der man eine Kassette in den Walkman gesteckt hat, eine VHS hatte und man vor allem im Internet nicht zu allen Filmen im Vorfeld gespoilert wurde!

5. Nosferatu – Der Untote: Wie Robert Eggers mir das Fürchten lehrte im Media Monday #798: 🦇🩸

Eine Frau bei der Blut aus Augen und Mund läuft.
Thomas Hutter (Nicolas Hoult) in einem Gewölbegang.
Ein Mann steht auf einem Waldweg bei Nacht. | Nosferatu - Der Untote
Eine Frau bei Nacht. Eine schattenhafte Hand schwebt über ihrem Körper. | Nosferatu - Der Untote
Thomas Hutter (Nicolas Hoult) schaut nachdenklich.
Ein Mann, der von Flammen umgeben ist, lacht.
Ellen (Lily-Rose Depp) läuft schlafwandelnd aus einem Haus heraus.
Zwei Frauen gehen am Strand spazieren.
Thomas Hutter (Nicolas Hoult) und Friedrich Harding (Aaron Taylor-Johnson) schauen nachdenklich.
Eine Kutsche ist bei Nacht auf dem Weg zu einem Schloss. | Nosferatu - Der Untote
Eine Person steht in einem düsteren Torbogen bei Nacht.
Werbebild für EMP Horror-Merch. Eine Person mit Ghostface-Maske aus dem Film Scream steht in einem dunklen, bewaldeten Gebiet. Links im Bild steht der Text: „EMP Horror Merch – Für alle, die das Dunkle lieben. Gruselig, ikonisch, kompromisslos: Mit dem Horror-Merch von EMP tauchst du ein in die Welt der Albträume. Ob Halloween, Saw, Pennywise oder The Nun – hier findest du alles, was dein dunkles Fanherz begehrt. Von limitierten Sammlerfiguren über stylische Shirts bis hin zu Deko für dein persönliches Gruselkabinett.“ Unten rechts befindet sich ein „Shop Now“-Button. | Media Monday #798

Es gehört schon einiges dazu, einen Film wie Nosferatu – Der Untote zu machen, denn einerseits muss man die Fans des alten Klassikers und Meilenstein der Filmgeschichte Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens zufriedenstellen und auch die Menschen, die die Romanvorlage von Bram Stoker kennen. Robert Eggers ist meiner Meinung nach beides gelungen. Zugegeben habe ich Bram Stokers Dracula nie zu Ende gelesen, dennoch war ich gestern Abend noch mit @flis04 im Diskurs, der die literarische Vorlage genau kennt und das war einerseits sehr spannend und andererseits auch zufriedenstellend, denn Eggers ist der schwierige Spagat wohl gelungen. Und auch mich hat er vollends überzeugt, zumal ich den Meilenstein kenne und nun ja die Geschichte ist nun allzu bekannt. Außerdem habe ich erst letztes Jahr im Horroroktober 2025 zum ersten Mal Bram Stokers Dracula von Francis Ford Coppola gesehen, der mich ebenso begeistert hat.

Robert Eggers hat aus allen dreien Komponenten ein Meisterwerk geschaffen. Einerseits brachte er die literarische Vorlage großartig, visuell auf die Leinwand. Zusätzlich ist spürbar, dass er sich von Francis Ford Coppolas Version inspirieren hat lassen. Und er behielt den Charme von F. W. Murnaus Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens aus dem Jahre 1922 bei. Dennoch schuf Robert Eggers auch ein ganz eigenes Werk, das rundum begeistert. Punktabzug bekommt der Film lediglich von mir durch den zählen Einstieg. Nach den ersten 20 Minuten fürchtete ich, Nosferatu – Der Untote würde sich für mich als eine Schlaftablette entpuppen.

Kein Eggers-Fanboy aber immerhin Fan des Visuellen

Ich gehöre nämlich nicht zu den großen Fans von Robert Eggers. Natürlich bewundere ich seine Arbeit, besonders visuell kann Eggers mich immer erreichen. Aber mit der Geschichte und Inszenierung von Der Leuchtturm (2019) konnte er mich leider gar nicht abholen. Und ich gab dem Film zweimal die Chance sich zu entfalten, lediglich visuell konnte er mich beeindrucken und natürlich ist das Ensemble nicht zu verachten. Ebenso hat mich The Northman (2022) wenig begeistert, jedoch mehr als Der Leuchtturm. Richtig großartig fand ich dagegen The Witch (2015), ein Film der mich thematisch sehr ansprach und mich mit der ganzen Umsetzung und Aufmachung begeistern konnte.

Nosferatu – Der Untote = M A S T E R P I E C E

So ging ich erst einmal ohne große Erwartungen an Nosferatu – Der Untote heran, ein Film, der ja wirklich weitgehend gefeiert wurde. Und ich habe nicht erwartet, dass mir der Film dermaßen gut gefallen würde. Nicht nur visuell, sondern auch inszenatorisch und narrativ ist Nosferatu – Der Untote ein Meisterwerk. Der holprige Einstieg, entfaltet sich darüber hinaus zu einem fesselnden Filmerlebnis, das eine eigene Sogwirkung entwickelt. Dazu trägt maßgeblich das Ensemble bei, allen voran Lily-Rose Depp, die eine brillante Performance hinlegt. Aber auch Bill Skarsgård verleiht dem Grafen Orlok eine ganz eigene Note. 

Zusätzlich schafft Robert Eggers eine außergewöhnliche Atmosphäre, die mir das Fürchten lehrte. Und es ist bekannt, dass mich nichts mehr so schnell erschüttern kann. 

Nosferatu – Der Untote hat mich auf allen Ebenen begeistert. Visuell, narrativ und inszenatorisch. Besonders der Höhepunkt wird mir im Gedächtnis bleiben, ebenso das nuancierte Spiel von Lily-Rose Depp und die einfallsreiche Erscheinung von Graf Orlok.

6. & 7. Media Monday #798: Wärmflasche und serbische Folklore 🍂🍁

Das Bild zeigt Arnaut (Branko Tomović) aus dem Film VAMPIR, der den Kopf nach hinten gelegt hat seine Augen blutunterlaufen und sein Mund ebenso voller Blut. | Media Monday #798
Branko Tomović in seinem Regiedebüt — Vampir | 2021 © Reel Suspects | Red Marked Films

Das Regiedebüt von Branko Tomović, Vampir aus dem Jahr 2021 ist leider letztlich auch nur ein Film, der unter dem Radar fliegt und kaum Aufmerksamkeit erhält. Dabei muss sich das Werk keinesfalls verstecken. Das Regiedebüt von Branko Tomović hat einiges zu bieten, aber auch ein paar Schwächen. Die Atmosphäre ist trotz der ruhigen Narrative, spannungsgeladen. Vampir wirkt auf sein Publikum unheimlich und düster, verzichtet dabei sogar auf die gewöhnlichen Jumpscares. Die braucht der Film auch nicht, denn die Kulisse und Prämisse tut ihr übriges dazu. Branko Tomović schlüpft hier selbst in die Hauptrolle und kann den Film durchaus tragen. Selbst wenn das Schauspiel an manchen Stellen etwas laienhaft wirkt. 

Vampir ist ein atmosphärisch gelungener Horrorfilm, der geschickt mit Folklore-Elementen und einer düsteren Inszenierung spielt. Auf das langsame Pacing muss man sich einlassen, sonst wird man mit dem Streifen keine große Freude haben.

Zuletzt habe ich mir noch eine Wärmflasche gemacht und das war nötig, weil ich furchtbar kalte Füße habe. Jetzt mit dem Übergangswetter ist es auch wieder so, dass die Heizung an und aus geht, je nachdem ob die Sonne draußen scheint oder nicht. Und oftmals ist es am Nachmittag ja dann auch nochmal unfassbar heiß. Da ist es in der Wohnung nicht durchgehend warm.


※※※

Das war der Media Monday #798. 🎬📺🍂🍁
Diese Woche gab es wieder eine bunte Mischung aus Science-Fiction, Serienleidenschaft und medienkritischen Gedanken, bevor es schließlich schön düster wurde. Von meiner wachsenden Neugier auf Star Wars: Starfighter über die zweite Staffel von Fallout, die mich inzwischen doch noch für sich gewinnen konnte, bis hin zu meiner ganz persönlichen Hassliebe zu den Streamingdiensten und meiner wiederentdeckten Wertschätzung für physische Medien war einiges dabei. Zum Abschluss wurde es mit Nosferatu – Der Untote und Vampir noch einmal herrlich schaurig. Zwei Filme, die auf ganz unterschiedliche Weise zeigen, wie wirkungsvoll Atmosphäre und düstere Bilder sein können.

Vielleicht war ja auch für euch die eine oder andere filmische Entdeckung dabei. Oder ihr habt Lust bekommen, eure eigenen Gedanken zu den Streamingdiensten, physischen Medien oder den besprochenen Filmen mit mir zu teilen. Ich freue mich jedenfalls auf den Austausch mit euch!

Bis zum nächsten Media Monday! Bleibt neugierig, filmbegeistert und lasst euch von der dunklen Jahreszeit nicht die Laune verderben! 🎞️🖤🍁


Jetzt seid ihr dran! Der Lückentext des Media Monday #798 für euch:

1. Ich fiebere ja durchaus dem Erscheinen von ____ entgegen, ____ .

2. ____ benötigt zwar einiges an Zeit, aber ____ .

3. Wenn an den Gerüchten etwas dran ist, dass ____ .

4. ____ will sich mir nicht so recht erschließen ____ .

5. Es gehört schon einiges dazu, einen Film ____ .

6. ____ ist leider letztlich auch nur ____ .

7. Zuletzt habe ich ____ und das war ____ , weil ____ .


Über den Autor:

Künstlerisches Ölgemälde-Porträt von Riley Dieu Dietzel, Chefredakteur von Passion of Arts. Riley trägt ein schwarzes Langarmshirt und blickt mit ruhigem Ausdruck direkt in die Kamera. Im Hintergrund sorgen warme Farben und ein Bücherregal für eine cineastische Atmosphäre.

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Header Elements – Media Monday #798: © Passion of Arts Design | Foto: Nosferatu – Der Untote | 2025 ©Universal Pictures

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2 Kommentare

  1. Lustig, mir ging es bei „Fallout“ genau andersrum: Die erste Staffel fand ich großartig, doch die zweite hat mich irgendwie verloren. Aber so ist das eben manchmal.

    „The Faculty“ habe ich kürzlich auch mal wieder gesehen und fand ihn nach wie vor toll! Auch meinen Kids hatte er gefallen. War so ein erster Versuch mal uns mal an Horror ranzutasten.

    Zum Thema physische Medien kann ich nur sagen: Ich habe diese schon immer geliebt und schon seit VHS immer gesammelt. So richtig kam das zwar erst mit DVD, doch inzwischen verkaufe ich fast nichts mehr, denn es ist zu wertvoll die Medien im Regal zu haben und unabhängig zu sein (dabei streame ich nebenbei auch, aber eher Serien).

    1. @moviescape
      Ja das ist wirklich lustig. Ist mir bei manchen Serien aber auch schon passiert, dass ich die zuerst total stark fand und dann ab der 2. Staffel ging es bergab. Bin jetzt mal gespannt, was die 3. Staffel von FALLOUT zu bieten hat.

      Was für ein witziger Zufall. Glaub das ist wirklich ein guter Film um die Kinder in das Genre zu begleiten. Der hat einfach viele coole Komponenten, angefangen beim Cast und den Figuren, die Ausgangsidee und natürlich der Soundtrack. Immer wieder eine Freude der Film.

      Ja das ist wohl auch klug so. Sehe mir auch immer gerne auf Insta an, was du dir neues geholt hast. Manche Boxen sehen auch sehr schön aus und das ist ja auch eine Kunst für sich. Und ja Unabhängigkeit ist in heutigen Zeiten wertvoll.

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