Der Pride Month ist vorbei und dennoch wollen wir uns diese Woche noch einmal diesem Thema widmen. Gemeinsam suche ich mit euch die 5 besten Queer Cinema Filme. Das kann Coming of Age sein, eine Liebesgeschichte, Outing oder Identitätsfindung. Auch gerne politische Filme zu dem Thema. Das Queer Cinema hat so viele tolle Filme zu bieten. Tiefgreifende Liebesgeschichten oder einfach das Leben queerer Menschen, wie es oftmals die Geschichten von Pedro Almodóvar beschreiben.
Das Queer Cinema entstand als Gegenbewegung zum klassischen Hollywood. Dies macht queere Figuren oft unsichtbar oder setzt sie an den Rand. Dabei lässt es kaum ein Klischee aus, das leider das Weltbild vieler Menschen geprägt hat und weiter prägt. Die Queere Bewegung ist wichtig, auch in der Popkultur! Wegweisende Filme wie Paris brennt (1990), ein Dokumentarfilm über die Drag-Ball-Kultur in New York, oder The Watermelon Woman (1996), einer der ersten Spielfilme von und über Schwarze lesbische Frauen, gelten als Meilensteine des Queer Cinema.
Besonders in den 90er und 2000er Jahren gewann das Queer Cinema Aufschwung und Sichtbarkeit. Filme wie Brokeback Mountain (2005), Milk (2008) oder Call Me By Your Name (2017) hoben die Themen queerer Menschen in den Vordergrund und werden vielerlei bis heute gefeiert. Besonders Call Me By Your Name gilt als einer der romantischsten Erzählungen aus der Bewegung.
Ein Beitrag von: Riley Dieu Armstark
Was bedeutet Queer 🌈🏳🌈?

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Den Ursprung findet man in dem englischen Begriff „queer“, der soviel bedeutet wie seltsam, merkwürdig, schräg oder sonderbar. Damals im 19. und im frühen 20. Jahrhundert wurde das Wort abwertend für homosexuelle Menschen verwendet. Jedoch im Sinne von „abartig“ oder „unnormal“.
Später in den 1980ern und 19990ern begannen Aktivist:innen, das Wort selbstbewusst zurückzuerobern („reclaim the word“), um es positiv umzudeuten und sich die Beleidigung quasi anzueignen. In dieser Zeit wurde das berühmte Motto „We’re here, we’re queer, get used to it!“ laut und prägte sich ein. Heute benutzen viele Menschen das Wort „queer“ stolz für ihre Identität.
Heute ist der Begrifft bewusst offen und inklusiv und wird verwendet, um sich von engen Labels wie „lesbisch“, „schwul“, „bisexuell“ oder „trans“ abzugrenzen oder sie zu ergänzen. Queer umfasst also nicht nur die sexuelle Orientierung wie schwul, lesbisch, bi, pansexuell oder asexuell, sondern auch Geschlechtsidentitäten. Also Geschlechtsidentitäten, die nicht strikt cisgender sind wie trans, nicht-binär oder genderqueer. Zusätzlich beschreibt queer Lebens- und Liebensweisen, die von den traditionellen Vorstellungen von Familie und Beziehung abweichen. Wie Mann und Frau, die heiraten und ein Kind bekommen. In der Liebe ist alles erlaubt. Im queeren Lebensmodell können Männer, Männer lieben und eine Familie gründen. So als Beispiel.
„We’re here,
– Queer Community
we’re queer,
get used to it!“
🌿 Queer sein heißt auch: Normen hinterfragen und Vielfalt feiern

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Einige verwenden „queer“ auch als eine politische Haltung, ein Statement, das ausdrücken soll, dass man heteronormative und binäre Vorstellungen von Geschlecht ablehnt. Man feiert die Vielfalt, Love is Love 💛und lässt sich nicht von gesellschaftlichen Normen einschränken.
Als „queer“ wird man nicht im Sinne eines festen Labes geboren, es ist eher ein Selbstbezeichnungsbegriff. Menschen entscheiden sich eigens für den Begriff und freiwillig, diesen zu benutzen. Manche fühlen sich sehr wohl damit, andere bevorzugen spezifischere Begriffe wie „schwul“ oder „trans“, andere mögen das weite, inklusive „queer“, weil es Spielraum lässt. Für ältere Generationen aus der Queer Community ist es noch immer ein schmerzhafter Begriff, da das Wort früher als Beleidigung galt. Deshalb sollte man immer sensibel nachfragen, ob jemand mit der Bezeichnung einverstanden ist.
🏳️🌈 Was bedeutet LGBTQIA*?
Heute steht der Begriff LGBTQIA* für eine bunte Vielfalt sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten. Dies beinhaltet zum Beispiel lesbisch, schwul, bisexuell, trans, queer, intergeschlechtlich, asexuell und nicht-binär. Das Sternchen ist darüber hinaus ein Hinweis, auf weitere Identitäten, die sich nicht in traditionelle Schubladen einordnen lassen. Dieser umfassende Sammelbegriff entstand jedoch nicht einfach so aus dem Nichts, sondern ist das Ergebnis eines langen historischen Prozesses. Ein Prozess, der eng mit Kämpfen um Sichtbarkeit, Anerkennung und Rechte verbunden ist.
Jahrhundertelang wurden homosexuelle Menschen und Transmenschen ausgegrenzt, kriminalisiert und pathologisiert. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein galten gleichgeschlechtliche Beziehungen in vielen Ländern als Straftat. Transidentitäten wurden meist als psychische Krankheit abgestempelt. So bildete sich aus dieser Unterdrückung heraus bereits in den 60er und 70er Jahren die erste Bewegung, die sich gegen diese Diskriminierungen wehrten und für ihre eigene Würde eintraten. Oft unter der Regenbogenfahne 🏳🌈, die zum Symbol des Stolzes und der Vielfalt wurde.
🌈 LGBTQIA: Von der Unterdrückung zur stolzen Bewegung“
Aus den Einzelkämpfen der Lesben, Schwulen, Bisexuellen und später Trans-Personen, die merkten, dass sie gemeinsam stärker waren, entstand in dieser Zeit der Begriff LGBT. Später in den 1990er Jahren kamen dann immer mehr Stimmen dazu. Intergeschlechtliche Menschen, asexuelle Menschen und jene, die sich nicht binär oder klar hetero/homo definieren wollten wurden mit einbezogen. Schrittweise entwickelte sich daraus die Abkürzung weiter zu LGBTQIA*, die bis heute immer wieder angepasst und erweitert wird.
Heute hat das LGBTQIA*-Kürzel weitaus mehr Bedeutung für bestimmte Gruppen. Es ist Ausdruck einer langen Geschichte von Unterdrückung und Selbstermächtigung, Solidarität und Stolz. Am Ende steht LGBTQIA* für eine lebendige, vielfältige Bewegung und Community, die nicht nur für das eigene Recht zu lieben und zu leben kämpft, sondern auch für eine Gesellschaft, in der niemand wegen seiner Identität ausgegrenzt wird. Es ist eine Geschichte des Widerstands, aber auch eine Geschichte von Mut, Gemeinschaft und der Freiheit, einfach man selbst zu sein.
🌈🎬 Die 5 besten Queer Cinema Filme: Was ist Queer Cinema?

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Das Queer Cinema zeichnet sich durch die Geschichten von LGBTQIA*-Menschen aus. Es sind Geschichten queerer Figuren, die im Mittelpunkt stehen oder sich kritisch mit Normen rund um Sexualität und Geschlecht auseinandersetzen. Es geht dabei nicht immer nur um gleichgeschlechtliche Beziehungen oder trans Identitäten. Sondern dient auch als künstlerisches und politisches Statement. Oftmals beherbergt das Queer Cinema alternative Erzählweisen und fordert gesellschaftliche Konventionen heraus.
Der Ursprung des Queer Cinema liegt in der Zeit, in der queere Leben in den meisten Ländern völlig unsichtbar waren. Oftmals tauchten Queer People als Karikaturen oder Tragödien auf. In Hollywood waren homosexuelle Darstellungen jahrzehntelang durch den sogenannten Hays Code (1930–1968) zensiert. Schwule oder lesbische Charaktere durften nur dann auftreten, wenn sie „bestraft“ oder am Ende unglücklich waren. Noch bis in die 80er und 90er Jahre hinein galten schwule oder trans Figuren oft als Randfiguren, Bösewichte oder tragische Gestalten, die an ihrer „Abweichung“ scheitern mussten.
🌈🎬✨Queer Cinema: Kunst & Rebellion

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Im selben Atemzug entstand jedoch aus diesem Ausschluss heraus eine eigene, rebellische Filmszene, die bereits in den 60er Jahren ihre Anfänge hatte. Queere Filmschaffende zeigten ihre Geschichten in Underground-Kinos oder auf Festivals. Regisseure wie Derek Jarman oder Rosa von Praunheim, später Gregg Araki und Todd Haynes, schufen Filme, die Normen bewusst hinterfragten und queere Lebensrealitäten in ihrer ganzen Komplexität darstellten. Mit dem Begriff New Queer Cinema bezeichnete die amerikanische Filmkritikerin B. Ruby Rich Anfang der 1990er eine Welle von radikal neuen, unkonventionellen Filmen, die queeres Begehren, Gender-Fluidität und politische Kämpfe explizit zum Thema machten.
Dabei muss Queer Cinema nicht immer eine schwule oder lesbische Liebesgeschichte zeigen. Das Queer Cinema ist vielfältiger. Oftmals geht es darum, Heteronormativität aufzubrechen und alternative Identitäten sichtbar zu machen. Die Filmschaffenden wollen das Publikum zwingen, über gesellschaftlich festgelegte Normen hinwegzusehen und über den Tellerrand zu blicken. Kategorien wie „Mann“, „Frau“, „normal“ und „anders“ werden aufgebrochen und sollen das Publikum zum Umdenken bewegen. Zusätzlich spielen viele queere Filme mit ästhetischen Mitteln wie Camp, Übertreibung oder bewusster Künstlichkeit, um gerade das, was gesellschaftlich als „natürlich“ gilt, in Frage zu stellen.
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Bis heute hat sich das Queer Cinema stark weiterentwickelt und gilt längst nicht mehr als Nischenkino. Filme wie Moonlight, Call Me by Your Name, Porträt einer jungen Frau in Flammen oder The Danish Girl fanden weltweit ein großes Publikum. Das Queer Cinema ist ein wichtiger Bestandteil der LGBTQIA* Bewegung, denn es schafft Räume, in denen queere Menschen sich selbst wiedererkennen können. Die erzählten Geschichten spiegeln ihre Gefühle und ihr Erleben wider, meistens anders, ehrlicher und vielschichtiger, als es in Mainstream Filmen der Fall ist. Es ist nicht nur ein Genre, sondern eine Haltung und steht für Vielfalt, Recht auf Sichtbarkeit und dafür, Geschichten abseits von Klischees und Normen zu erzählen. Das Queer Cinema ist lebendige, bunte und manchmal auch provokative Filmkunst, die gleichzeitig als Befreiungsschlag gilt.
Kommen wir nun zu meiner Auswahl für die 5 besten Queer Cinema Filme. Diesmal habe ich ein Ranking erstellt und dieses Mal habe ich wieder Filme heraus gesucht, die ich noch nicht so sehr in den Vordergrund geschoben habe. Einen vielleicht schon und diesmal sind eventuell auch bekanntere für euch dabei. Dennoch möchte ich euch immer gerne eine Vielfalt bieten und euer Spektrum erweitern.
5. The Wild Boys (2017)

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Wovon handelt The Wild Boys?
Die Handlung von The Wild Boys dreht sich um fünf jugendliche Straftäter, die im Frankreich des frühen 20. Jahrhunderts für ihre schweren Verbrechen verurteilt werden. Anstatt ins Gefängnis zu kommen, werden sie auf eine abgelegene Insel geschickt, wo der exzentrische Kapitän (Sam Louwyck) sie auf eine ungewöhnliche Entdeckungsreise schickt.
Auf der Insel stoßen die Jungen auf eine mysteriöse Pflanze mit halluzinogenen Eigenschaften, die ihre Geschlechter verändert und ihnen übernatürliche Fähigkeiten verleiht. Die Jungen werden zu Mädchen und entwickeln einzigartige Kräfte. In dieser surrealen Umgebung müssen sie nicht nur lernen, mit ihren neuen Identitäten umzugehen, sondern auch die Naturgewalten und ihre eigenen Begierden meistern. Während ihrer Reise durch die exotische Landschaft der Insel durchlaufen die Charaktere verschiedene mystische Prüfungen, die ihre moralischen Überzeugungen und ihre Wahrnehmung von Geschlecht und Identität herausfordern. Der Film erforscht Themen wie sexuelle Identität, Rebellion, Natur und das Unbekannte auf ästhetisch ansprechende, aber auch verstörende Weise.
The Wild Boys | 2017 ©Ecce Films | Trailer: kinofilme
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Die 5 besten Queer Cinema Filme: The Wild Boys: Ein filmisches Experiment, das alles sprengt
„Was erwartet mich hier für ein Film?“, dachte ich mir, als mir der Film in der Wichtelaktion der Filmwelt Discord Gruppe gewichtelt wurde. Die Person, die mir den Film gab, schrieb auch noch dazu, dass sie hofft, ich würde sie danach nicht hassen. Skeptisch ging ich also an das Werk heran und machte mich auf das schlimmste gefasst. Was ich jedoch erlebte, war eine Art Offenbarung. Der Film beginnt sehr kontrovers und ich dachte mir erst einmal wirklich, warum ich mir das nun antun muss. The Wild Boys entfaltet sich jedoch zu einem cineastischen Meisterwerk, das ich in dieser Form noch nie zuvor gesehen hatte.
Bertrand Mandico experimentiert mit Genderfluide und schenkte seinen Figuren eine Aufmerksamkeit, die bisher nicht viele experimentelle Filmschaffende in solcher Tiefe erkundet haben. Überraschend ist vor alle, dass die Jungen, eigentlich gar keine Jungen sind, sondern Frauen. Dies erkannte ich auch erst, als ich mir den Cast durch las. Darauf wäre ich im Leben erst einmal nicht gekommen. Auch optisch ist The Wild Boys ein ein künstlerisches Meisterwerk. Die Szenen sind überwiegend in Schwarz-Weiß gedreht, hin und wieder liefert der Film aber auch Farbe und das in besonderen Momenten. Pascale Granel hat ein unglaubliches Gespür für Bilder und setzt die Protagonist:innen künstlerisch in Szene. Auch die Licht- und Schattenspiele gliedern sich perfekt in die Handlung ein, wirken einerseits wie Kunst und andererseits grotesk und skurril.
Eine kleine Filmperle des Queer Cinema
The Wild Boys ist ein moderner Film, der perfekt in die Gegenwart passt. In der Zeit der Fluidität der Geschlechter hat sich der Film bereits ernsthaft damit auseinander gesetzt. The Wild Boys strotzt vor sexueller Vielfalt und geht über klassische Geschlechterrollen hinaus. In einer schillernden Geschichte erzählt Bertrand Mandico ein Abenteuer der Identitäten und Geschlechter, das sich oftmals wie der Klassiker Herr der Fliegen anfühlt. Der Experimentalfilmer hat sich für sein Werk die Vorlage „The Wild Boys: A Bood of the Dead“ von William S. Burroughs genommen, das in seiner Erzählung eine homosexuelle Jugendbewegung portraitiert, die die westliche Zivilisation überwinden will.
Zudem nahm er sich den Klassiker Zwei Jahre Ferien von Jules Verne zum Vorbild. Diese einzigartige Mischung geht auf, vor allem, wenn man unvoreingenommen und ohne Vorwissen an The Wild Boys heran geht. So ging es mir, ich wusste nicht worum es geht und war fasziniert, wie sich die Geschichte Stück für Stück entpuppt.
Anfänglich waren die Jungen sehr unsympathisch und Mitleid hielt sich in Grenzen. Allerdings wächst man im Laufe des Films mit ihnen mit und lernt an Erfahrung. Die Wandlung fühlt sich an wie eine Wiedergeburt, ein Start in ein neues Leben.
The Wild Boys ist eine kleine Filmperle des Queer Cinema! Ich bin sehr froh, diesen Film durch die Community entdeckt zu haben, denn ich hätte The Wild Boys sonst niemals auf den Schirm bekommen.
4. Close (2022)

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Worum geht es in Close?
Close ist ein Film, der die Geschichte der engen Freundschaft zwischen den 13-jährigen Jungen Léo (Eden Dambrine) und Rémi (Gustav De Waele) erzählt. Sie leben in einer ländlichen Gegend an der flämischen Grenze in Wallonien und verbringen einen Großteil ihrer Freizeit gemeinsam. Léo übernachtet oft bei Rémi, und sie schlafen eng aneinander gekuschelt im selben Bett, ohne dass dies einen erotischen Aspekt hat. Rémi’s Mutter Sophie ist in diese Freundschaft einbezogen und hat Léo ebenfalls sehr gern.
Die Handlung setzt ein, als die beiden Jungen auf eine weiterführende Schule wechseln, an der Niederländisch anstelle von Französisch gesprochen wird. Ihre enge Beziehung fällt den Mitschüler:innen auf, die anfangen, sie zu fragen, ob sie ein Paar seien. Obwohl Léo klarstellt, dass sie nur gute Freunde sind, setzen die Sticheleien und das Misstrauen ihrer Klassenkamerad:innen fort. Rémi zieht sich zurück und beginnt, die Nähe zu Léo zu meiden, während dieser nach Anerkennung sucht und sein Leben umgestaltet, ohne Rémi einzubeziehen. Er knüpft neue Freundschaften, interessiert sich für neue Aktivitäten wie Eishockey und lässt Rémi zunehmend außen vor.
Als Rémi versucht, die Beziehung zu Léo aufrechtzuerhalten und ihm gegenüber seine Enttäuschung und Verletzung ausdrückt, ignoriert Léo seine Bemühungen. Diese Spannungen zwischen den beiden nehmen immer weiter zu. Werden sie Freunde bleiben können oder getrennte Wege gehen?
Close | 2022 ©Pandora Filmverleih
Die 5 besten Queer Cinema Filme: Close ist großes Kino mit vielen Emotionen
Der Film Close kam mir ja durch unsere Presse Agenturen in den Verteiler geflattert. Zum Glück, wenn vielleicht hätte ich auch diese Filmperle nicht sofort entdeckt. Der Film erzählt von der inneren Zerrissenheit eines Jungen, der es nicht ertragen kann „anders“ zu sein. Schlimm genug, dass sein bester Freund sich gefühlsmäßig von ihm abwendet und er das sozusagen fehlinterpretiert. Wie oft gibt und gab es schon solche Schicksale, wie sie in Close auf die Leinwand gebracht wurden?
Ich denke mir immer wieder ganz oft, wie Menschen sich selbst einschränken und auch andere mit unsinnigen Regeln, das Leben schwer machen. Close ist ein sehr gutes Beispiel dafür, was es bedeutet, dass die Gesellschaft an Aufklärung und Verständnis scheitert. Der Film bewegt mich noch immer und während ich diese Zeilen schreiben, kommen mir erneut die Tränen.
Wer sich diese Filmperle ansieht, darf die Taschentücher nicht vergessen. Ganz großes Kino mit kleinen, großartigen Darstellern.
3. Sommer 85 (2020)

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Wovon handelt Sommer 85?
Der Film Sommer 85 (Originaltitel Été 85, internationaler englischsprachiger Titel Summer of ’85) ist ein französisches Filmdrama von François Ozon, das am 14. Juli 2020 in den französischen Kinos erschien. Er basiert auf dem Roman Tanz auf meinem Grab von Aidan Chambers.
Sommer 85 erzählt die Geschichte des 16-jährigen Gymnasiasten Alexis (Félix Lefebvre), der in einem kleinen Küstenort in der Normandie lebt. Der Film spielt in den 1980er Jahren und folgt Alexis’ Erinnerungen an einen Sommer, der sein Leben tiefgreifend verändert hat. Als er anfangs vor einer unbekannten Anklage steht, blickt er zurück auf die Begegnung mit dem 18-jährigen David (Benjamin Voisin), einem selbstbewussten und freien jungen Mann, der ihn rettet und in seine Welt mitnimmt.
Alexis und David entwickeln schnell eine intensive Freundschaft, die über die üblichen Grenzen hinausgeht. Gemeinsam verbringen sie den Sommer mit Segeltouren, Motorradfahrten und gemeinsamen Abenteuern, während Alexis sich zunehmend zu David hingezogen fühlt. Neben der Freundschaft spielt auch Kate (Philippine Velge), ein britisches Au-Pair-Mädchen, eine wichtige Rolle in ihrem Umfeld.
Sommer 85 | 2020 ©Capelight Pictures | Wild Bunch
Die 5 besten Queer Cinema Filme: Sommer 85 eine romantische, tragische queere Liebesgeschichte
Sommer 85 ist irgendwie mein Call Me by Your Name! Tatsächlich bin ich einer der wenigen Personen, die mit Call Me by Your Name nicht so recht warm wurden. Die großartigen Kulissen konnten mich begeistern, daran kann ich mich einfach nicht satt sehen. Und Timothée Chalamet hat sowieso einen Stein in meinem Brett. Jedoch konnte ich es nicht so richtig fühlen. Vielleicht liegt es aber auch daran, wie Luca Guadagnino Queer Geschichten erzählt. Ich habe da manchmal so Schwierigkeiten mit den Charakteren, da eine Person oft sehr aufdringlich ist. So empfand ich es auch bei Challengers und später auch bei Queer in dem ich die Dynamik der Protagonisten eher unangenehm empfinde.
Anders ist es bei Sommer 85, der wie eine erfrischende Liebesgeschichte daher kommt. Es ist alles so faszinierend, so neu und aufregend. Ich konnte mich besonders in Alexis (Félix Lefebvre) hineinversetzen, der mit aufgeregter Neugierde seine Sexualität entdeckt. Hinzu kommt, dass Sommer 85 eine Tragic Lovestory ist, was mich bekanntlich eh immer abholt. Auch hier gibt es traumhafte Kulissen. Spanien, als auch Frankreich bieten großartige Panoramen und auch Architekturen, an denen ich mich nie satt sehen kann. Zusätzlich mag ich den rustikalen, südländischen Stil und das hatte mich auch schon bei Call Me by Your Name begeistert.
Sommer 85 kann einen aber auch zum Lachen bringen und ich persönlich finde ihn unglaublich romantisch.
2. Orlando (1992)

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Worum geht es in Orlando?
Orlando ist ein Filmdrama aus dem Jahr 1992, das von Sally Potter inszeniert wurde, die nicht nur die Regie führte, sondern auch das Drehbuch schrieb und gemeinsam mit David Motion die Musik komponierte. Der Film ist eine europäische Koproduktion zwischen dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Russland und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Virginia Woolf aus dem Jahr 1928.
Orlando (Tilda Swinton) ist ein junger Adliger am Hof von Königin Elisabeth I. (Quentin Crisp), der ihre besondere Gunst genießt. Durch ein außergewöhnliches Versprechen wird ihm ein langes Leben zugesichert, das ihn durch mehrere Jahrhunderte führt. Im Verlauf seiner Reise erlebt Orlando große Umbrüche – gesellschaftliche wie persönliche – und begegnet dabei vielen faszinierenden Persönlichkeiten. Dazu zählen unter anderem eine rätselhafte russische Prinzessin Sasha (Charlotte Valandrey) sowie später Shelmerdine (Billy Zane), der Orlando in einer entscheidenden Phase seines Lebens begegnet. Über die Jahrhunderte hinweg reflektiert Orlando, was Liebe, Identität, Macht und Geschlecht für ihn bedeuten, während sich die Welt um ihn herum immer weiter verändert.
Orlando | 1992 ©Arthaus | CineartBE
Die 5 besten Queer Cinema Filme: Orlando, ein filmisches Manifest über Gender, Macht und Schönheit
Tilda Swinton ist generell eine Person, die ich beneide. Wieso? Weil sie androgyn, faszinierend und schön ist. Ob Tilda das auch so sieht, weiß ich nicht, jedoch zog mich ihr Äußeres immer besonders an und ich wollte genau so sein. Der Film Orlando holte mich auf allen Ebenen meiner Emotionen ab. Nicht nur geht es hier ebenso um Genderfluide, sondern auch um die Rechte unterschiedlicher Geschlechter und Geschlechterrollen. Der Film hält der Gesellschaft regelrecht den Spiegel vor. Der Charakter Orlando (gespielt von Tilda Swinton) wird als Schönling und Kriegsheld gefeiert. Als Orlando als Frau erwacht, wird ihr von allen Seiten der Hof gemacht und zusätzlich auch noch ihrer Rechte beraubt. Außer sie würde einen Mann ehelichen.
Wie exakt das unsere Gesellschaft widerspiegelt, ist schon beachtlich und es macht mich ehrlich ziemlich wütend. Orlando spielt kokett mit den Geschlechterrollen und das macht den Film zu einem unglaublich wichtigen Teil der Queer Community. Zusätzlich ist der Film visuell ebenso eine Wucht wie Darstellerisch. Neben Tilda Swinton sind auch Billy Zane im Cast vertreten. Was wirklich sensationell ist, ist die Tatsache, dass Königin Elisabeth I. von dem Schauspieler Quentin Crisp verkörpert wird.
1. Tomboy (2011)

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Worum geht es in Tomboy?
Tomboy ist ein französischer Film aus dem Jahr 2011, der von der Regisseurin Céline Sciamma geschrieben und inszeniert wurde. Der Film erzählt die Geschichte von Laure, einem 10-jährigen Mädchen, das mit seiner Familie in eine neue Nachbarschaft zieht. Laure, die sich lieber als Junge präsentiert und sich als „Mikael“ vorstellt, nutzt die Gelegenheit, um ihre Identität zu erforschen, indem sie sich in ihrer neuen Umgebung als Junge ausgibt.
Laure’s Maskerade als Junge beginnt, als sie mit den anderen Kindern in der Nachbarschaft spielt und sich als „Mikael“ vorstellt. Sie genießt die Freiheiten und das Gefühl von Abenteuer, das damit einhergeht. Die anderen Kinder akzeptieren sie als einen von ihnen, und Laure findet in ihrer neuen Identität eine gewisse Befreiung von den Erwartungen, die an sie als Mädchen gestellt werden.
Während Laure weiterhin als Junge lebt, freundet sie sich besonders mit einem Mädchen namens Lisa an, in das sie sich verliebt. Als Lisa beginnt, romantische Gefühle für „Mikael“ zu entwickeln, gerät Laure in einen Zwiespalt zwischen ihrer wachsenden Zuneigung zu Lisa und der Angst davor, ihre wahre Identität zu offenbaren.
Tomboy | 2011©Alamode

Die 5 besten Queer Cinema Filme: Tomboy, ein Film, der mich tief berührt hat
Der Film Tomboy ist mein Film! Ich habe mich sofort darin wieder erkannt. Ich hatte mich immer gefragt, wie es wäre im anderen Geschlecht zu leben. Meistens habe ich beim Spielen auch immer das andere Geschlecht verkörpert, sei es bei Lego, Barbie oder Familienspielen. Ich habe immer damit experimentiert und mich in der anderen Rolle auch meistens wohler gefühlt. Nicht immer, aber meistens. Früher dachte ich, ich wähle das unbewusst, heute weiß ich, es war meine Intuition. Meine Bestimmung, wenn man so will.
Tomboy erzählt die Geschichte eines Mädchens, das gerne ein Junge wäre, sehr feinfühlig und verzichtet dabei auf übermäßige Dramaturgie. Zoé Héran spielt die Hauptrolle auch sehr nuanciert, zurückhaltend und nachdenklich. Das Publikum kann es einfach fühlen und das macht Tomboy so besonders. Vor allem können sich Menschen, denen es ähnlich ging oder noch geht, hineinversetzen und werden emotional abgeholt.
Tomboy ist für mich ein wichtiger Film im Queer Cinema, besonders für junge Menschen und Kinder. Denn inzwischen weiß ich, dass man schon früh beginnt zu hinterfragen und zu fühlen.
Weitere Queer Cinema Filme aus der Redaktion
- Brokeback Mountain (2005)
- Die Unschuld (2023)
- Porträt einer jungen Frau in Flammen (2019)
- Filibus (1915)
- The Life After (2021)
- Stone (2023)
- Poor Things (2023)
- Die Farbe Lila (1985)
- Carol (2015)
- Persona (1966)
- Bohemian Rhapsody (2018)
- May (2002)
- Fight Club (1999)
- XXY (2007)
- Velvet Goldmine (1998)
- Babylon – Rausch der Ekstase (2022)
- Love, Simon (2018)
- Water Lilies – Der Liebe auf der Spur (2007)
- Call me by your Name (2017)
- Queer (2024)
- Blau ist eine warme Farbe (2013)
- Eiskalte Engel (1999)
- Thelma & Louise (1991)
- Weil ich ein Mädchen bin (1999)
- Little Miss Sunshine (2006)
- Love Lies Bleeding (2024)
- Heavenly Creatures (1994)
- Dallas Buyers Club (2013)
- I Love You Phillip Morris (2009)
- Little Girl (2020)
- Lady Bird (2017)
- Girls Club – Vorsicht bissig! (2004)
- Die Zeit die bleibt (2005)
- La mala educación – Schlechte Erziehung (2004)
- Milk (2008)
- Alles über meine Mutter (1999)
- The Birdcage – Ein Paradies für schrille Vögel (1996)
- Parallele Mütter (2021)
- Tokyo Godfathers (2003)
- Dogma (1999)
- An Avocado Pit (2022)
- Green Book – Eine besondere Freundschaft (2018)
- Bound – Gefesselt (1996)
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- Philadelphia (1993)
- Rocketman (2019)
- Die Taschendiebin (2016)
- All of us Strangers (2023)
- Infam (1961)
- Die Regeln des Spiels (2002)
- Manche mögen’s heiß (1959)
- Das Kloster zum heiligen Wahnsinn (1983)
- The Neon Demon (2016)
- Bombshell – Das Ende des Schweigens (2019)
- Friend of a Friend (2023)
- Lesbian Space Princess (2024)
- Rye Lane (2023)
- The Favourite – Intrigen und Irrsinn (2018)
- Leid und Herrlichkeit (2019)
- Black Swan (2010)
- Mädchen in Uniform (1931)
- Matrix (1999)
- Gefährliche Brandung (1991)
- Gia – Preis der Schönheit (1998)
- Luca (2021)
- The Power of the Dog (2021)
- LasVegas (2023)
- Lizzie Borden – Mord aus Verzweiflung (2018)
- Mulholland Drive – Straße der Finsternis (2001)
- Challengers – Rivalen (2024)
- Interview mit einem Vampir (1994)
- Kiss Kiss Bang Bang (2005)
- The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben (2014)
- Son (2024)
- What the Fuck is Going On Between Us, Fuck? (2022)
🎥 Fazit zu die 5 besten Queer Cinema Filme
Queer Cinema ist weit mehr als nur ein Filmgenre — es ist ein Spiegel und ein Sprachrohr. Es erzählt Geschichten, die im Mainstream oft keinen Platz finden und zeigt Realitäten, die lange Zeit verschwiegen oder verzerrt dargestellt wurden. Dabei ist es egal, ob es um eine queere Liebesgeschichte, ein Coming-of-Age über Genderidentität oder eine stille Reflexion über gesellschaftliche Erwartungen geht: Queer Cinema bricht Klischees auf und macht Platz für Authentizität.
Meine ausgewählten Filme geben queeren Menschen Sichtbarkeit, Würde und oft auch Trost. Sie sind ein Beweis dafür, dass man nicht allein ist mit seinen Gefühlen, Zweifeln und Hoffnungen. Gleichzeitig fordern sie alle das Publikum heraus, über starre Normen hinauszudenken und Vielfalt nicht nur zu tolerieren, sondern als Bereicherung zu sehen.
In einer Welt, die häufig noch von Vorurteilen, Heteronormativität und binären Vorstellungen geprägt ist, ist Queer Cinema ein Akt des Widerstands — aber auch ein Fest der Vielfalt, der Liebe und der Freiheit, man selbst zu sein.
Das waren meine 5 besten Queer Cinema Filme. Jetzt seid ihr dran!
Welche sind eure 5 besten Queer Cinema Filme?

»If you ride like lightning,
you’re gonna crash like thunder.«
– The Place Beyond the Pines –
RILEY – Chief Editor
Queerer, professioneller Filmhasser & Arthouse Geek. ✨🌈💜
Ich blogge seit dem 14. Dezember 2014 auf passion-of-arts.de. Schon in meiner Jugend schrieb ich viele Gedichte und Kurzgeschichten. Seit mehreren Jahren widme ich mich professionell Filmrezensionen und war Guest Writer bei der Filmblogseite „We eat Movies“. Außerdem verfasste ich einige Artikel für das 35 MM Retro-Filmmagazin. Ich sterbe für Musik und gehe liebend gerne ins Kino, außer in 3D. TV ist überbewertet, ich gucke lieber DVD, Streaming oder Bluray.
Meine Lieblingsfilme sind unter anderem „La La Land“, „Barbie“ und „Blade Runner 2049“.
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Created by Gorana Guiboud | Header Elements: Die 5 besten Queer Cinema Filme – Passion of Arts Design | The Wild Boys | 2017 © Ecce Films
24 Kommentare
Bitte sehr: https://www.sneakfilm.de/2025/07/10/die-5-besten-am-donnerstag-419-die-5-besten-queer-cinema-filme/
1. Die Taschendiebin (2016)
2. Brokeback Mountain (2005)
3. The Crying Game (1992)
4. Heavenly Creatures (1994)
5. Cruising (1980)
Honorable Mentions: Nightmare on Elm Street 2, Chuckys Baby, Jennifers Body, High Tension, Benedetta, Grüne Tomaten, Das Privatleben des Sherlock Holmes
Sehr schön gewählt @kenduskeag und danke für deinen Beitrag.
„Die Taschendiebin“ hab ich mir kürzlich angesehen. Die Handlung hat mich überrascht, damit hätte ich nicht gerechnet. Sehr Wendungsreich der Film.
„Brokeback Mountain“ kenne ich natürlich. Müsste ich mal wieder rewatchen.
„The Crying Game“ kenne ich bisher noch gar nicht. Muss mich da mal informieren. „Heavenly Creatures“ habe ich auch neulich nochmal gesehen. Ein schöner Beitrag zum Queer Cinema. Und „Cruising“ hab ich auf der Watchlist. Bin da auf die Performance von Al Pacino gespannt.
Interessant, dass “ Nightmare on Elm Street 2″ und „Chuckys Baby“ auch dazu gehören. Das wusste ich noch nicht. Hab ich aber auch nicht gesehen 🙂
Schön, dass dir „Die Taschendiebin“ gefallen hat. Ist generell einer meiner Lieblingsfilme.
Im Falle von „The Crying Game“ sollte man eigentlich am besten so wenig wie möglich vorab wissen 😅
Bei „Nightmare 2“ ist es schwer zu sagen, ob der homosexuelle Subtext so beabsichtigt war oder eher ein Zufallsprodukt ist. Es gibt dort aber schon einige sehr markante Szenen (Stichwort: nackter Sportlehrer 😄)
Bei „Chuckys Baby“ dagegen ist es offensichtlicher. Da ist Transidentität quasi das Hauptthema des Films.
@kenduskeag Ach spannend das mit „Chuckys Baby“.
Ich setz mir „The Crying Game“ mal auf die Watchlist. Danke für den Tipp.
Kenne leider keinen Film aus der Liste, hab hier aber die Bildstörung DVD von The Wild Boys noch im Regal stehen; wird also irgendwann auch geschaut. Alles andere geht ja schon eher in Richtung Mainstream, da bin ich ja fast komplett raus. Ich kenne dafür natürlich einige Filme aus der erweiterten Liste. In meine Top 5 hat es aber keiner davon geschafft (Tokyo Godfathers aber zumindest auch in die Honorably mentioned):
https://thehomeofhorn.wordpress.com/2025/07/10/meine-5-besten-filme-des-queer-cinema/
Schön, dass du bei dem Thema dabei bist @thomashortian. Ja diesmal ist meine Liste nicht ganz so arty farty aber ich wollte noch ein paar Filme in den Fokus rücken, die ich die letzten Male nicht so viel erwähnt habe.
Was bedeutet das Bildstörung DVD? Auf eine Meinung von dir über den Film wäre ich sehr gespannt. Und jetzt auch auf deine Auflistung 🧐
Hier sind meine fünf für diese Woche: https://filmlichtung.wordpress.com/2025/07/10/die-5-besten-am-donnerstag-die-5-besten-queer-cinema-filmen/
Vielen Dank für deinen Beitrag @filmlichter. Bin auf deine Auswahl gespannt ✨🌈
Hier musste ich auch eine Weile suchen und stelle fest, dass ich von euren Top 5 tatsächlich nur Orlando kenne, aber „tomboy“ und „the wild boys“ gerne sehen würde. Und nun kommen wir zu meinen Top 5 – einsehbar ab 0:05 Uhr:
https://blaupause7.wordpress.com/?p=26232
Bin auf deine Liste wie immer sehr gespannt @blaupause7.
Wäre interessiert, wie du die beiden Filme findest.
„Orlando“ hatte ich schon etliche Jahre vor mir hergeschoben, war endlich Zeit, dass ich den mal geguckt hab. Vor zwei Wochen war das glaube ich gewesen.
Wichtiges Thema und wieder ein toller Artikel, der einen kleinen Überblick auch über den Begriff gibt. In meiner Liste ist ein Film, der eigentlich kein queerer Film ist und nicht in so einer Liste passt, aber den ich dennoch passend finde. Ist stellte fest, dass ich viele Filme mit dieser Thematik kenne und auch gut finde, insofern viel mir eine Auswahl nicht leicht.
Call me by your name (2017): Eine berührende und universelle Liebesgeschichte zwischen einem jüngeren und älteren Mann. Grandios gespielt mit universeller Botschaft für alle Geschlechter und alle sexuelle Orientierungen.
Philadelphia (1993): Es war nicht der erste Film über AIDS und Homosexualität und die Vorurteile darüber. Aber der erste wirklich Mainstreamfilm der das Thema einer breiteren Öffentlichkeit ins Bewusstsein rief. Ich weiß noch, bei uns in der Schule damals wurde der Film auch diskutiert. Für mich immer noch einer der berührendsten und besten Filme zu dem Thema.
Girl (2018): Ein belgisch-niederländischer Film. Es geht um das 15 jährige Transmädchen Lara. Sie unterzieht sich einer Hormonbehandlung und es kommt zu Komplikationen. Das Thema Transphobie und Mobbing kommen vor. Jedoch nicht als so zentrales Element. Sondern überwiegend geht um ihren Kampf um den für sie richtigen Körper, aber auch um das Unverständnis ihrer Mitmenschen, gerade ihrer Familie. Diese begegnen ihr nicht klischeehaft mit Ablehnung, sondern sind sehr verständnisvoll, unterstützen sie, aber können sie dennoch nicht richtig verstehen. Der Film hat mich sehr bewegt und mir die Probleme von Transpersonen zumindest mal ein wenig näher gebracht.
Der blutige Pfad Gottes (1999): Ja dieser Film ist kein queerer Film, auch wenn einer der Charaktere homosexuell ist. Aber, ich finde genau dieser Charakter hat es in sich. Das war eine Direct to Video Produktion und die meisten Filme waren schlecht, wie die heutigen Netflix-Produktionen. Aber manchmal war eine richtig gut und sprach sich schnell rum, wie dieser Film. Der wurde trotzdem kontrovers diskutiert, eben wegen des homosexuellen Charakters, gespielt von William Dafoe. Nicht weil ein schwuler Mann drin vorkam, sondern weil es zum ersten Mal wahrscheinlich in so einer Produktion, ein Actionfilm, kein Klischee-Schwuler war. Sonder der Charakter ist ein hochintelligenter, knallharter FBI-Ermittler. Das hat manche verstört und auch die beiläufigkeit mit der gezeigt wurde, dass er homosexuell ist ohne es weiter zu thematisieren, irritierte viele. Ich mochte einfach den Charakter. Aber die Darstellung eines Homosexuellen in einem Unterhaltungsfilm ohne direkt auf die typischen Klischees zurück zugreifen, war schon besonders, im Vergleich zu den meisten anderen Filmen damals.
Heavently Creatures (1994): Nicht erst seit Herr der Ringe, bewies Peter Jackson das er ein großartiger Regisseur ist und auch ernsthafte Filme drehen kann. Kate Winslet in einer ihrer ersten Rollen. Es geht um zwei Schulmädchen, die sich anfreunden, ineinander verlieben und sich in Fantasiewelten flüchten. Als deren Eltern ihre Bindung zu nahe geht, soll eine nach Südafrika geschickt werden um sie so zu trennen. Was in einer Katastrophe endet. Ein berührender, fantastisch gespielter und erschütternder Film über eine Liebe zweier Außenseiterinnen die nicht sein darf. Jackson verfilmte einen wahren Fall der sich in Neuseeland in den 50er Jahren zugetragen hat, mit viel Einfühlungsvermögen für seine zwei Hauptcharaktere.
Vielen Dank @klaathu
Ich muss dir leider sagen du irrst dich, denn alle deine Film sind queer 😀
„Der blutige Pfad Gottes“ zeigt doch ganz gezielt einen Durchbruch im Queer Cinema. Gerade weil der homosexuelle Charakter nicht den üblichen Klischees entspricht. Einfach cool, dass das Willem Dafoe ist, den ich echt gern mag. Aber mit dem Film werd ich irgendwie nicht so warm. Hatte den nochmal eine Chance gegeben, aber es zündet nicht so bei uns.
„Heavently Creatures“ habe ich mir letzten Monat auch nochmal angesehen und diesmal hat mich der Film auch wirklich abgeholt. Sehr schöne Wahl.
„Girl“ habe ich noch auf der Watchlist. Bin sehr gespannt auf den Film.
„Philadelphia“ auch eine tolle Wahl, der ein wichtiges Thema behandelt. Finde Tom Hanks in dem Film richtig ausgezeichnet.
Und „Call me by your name“ ja. Mit dem Film muss ich nochmal eine Runde drehen. Hab mir aber erst Mal den Roman auf die Booklist gesetzt. Gibt davon sogar auch eine Fortsetzung.
@neon_dreamer: Bei „Der blutige Pfad Gottes“ war ich mir echt nicht sicher, weil ich den auch nie als queeren Film gesehen habe, sondern immer als coolen Actionfilm mit coolen Charakteren und einen mega coolen William Dafoe, den ich auch sehr mag und immer gerne sehe. Freut mich, dass dir meine Wahl gefällt.
Ja verstehe deine Gedanken @klaathu. Bei ein paar Filmen während der Recherche war ich auch etwas verdutzt. Weil viele in den Queer Cinema Listen auftauchen, ich aber auch nicht dachte, dass sie queer sind. Aber da steckt viel mehr dahinter. Auch Einfluss auf Randgruppen etc.
Oftmals wird es nur auf die Geschichten mit homosexuellen Liebschaften reduziert. Dabei ist das Queer Cinema weitaus mehr.
@neon_dreamer:
Es hatte mich auch überrascht wie breit das Thema ist und auch wie viele Filme ich eigentlich kenne. Ich könnte eigentlich noch eine Liste machen. „Love Lies Bleeding“ hatte mich da auch zuletzt begeistert. Ich habe natürlich auch mal nachgeschaut welche Filme dazu zählen und fand es auch überraschend, dass der Film „Dog Day Afternoon“ mit Al Pacino aus dem Jahr 1975 dazu zählt. Da geht es eigentlich um einen Banküberfall. Aber macht schon Sinn.
Ja das Thema ist vielschichtiger als man erst meint @klaathu. „Dog Day Afternoon“ habe ich noch gar nicht gesehen, aber ja der zählt auch dazu. Wusste bisher gar nicht worum es in dem Film geht.
Bei dem Thema sind ein paar eurer Redaktionsvorschläge eher fehl am Platze.
Guckst du ab 7 Uhr:
https://wortman.wordpress.com/2025/07/10/die-5-besten-am-donnerstag-419/
Welche meinst du @wortman?
Manche Filme daraus sind 100 % queer und es sind welche dabei, die für die queer Community eine große Bedeutung haben.
Ich habe keine Lust auf zwei Blogs zu diskutieren. – wenn dann…
Warte bis morgen früh, wenn mein Beitrag online geht.
Ich wollte doch aber wissen, welche Filme du meinst, die Fehl am Platz sind @wortman.
Oder beschreibst du das in deinem Beitrag? Diese Diskussion hattest du ja hier eröffnet.
Ein spannendes Themenfeld, mit dem ich mich noch zu wenig beschäftigt habe. Hier meine Top 5: http://moviescape.blog/?p=92623
Live an Mitternacht 🙂
Danke @moviescape freut mich, dass dich das Thema begeistert. Auf deine Top 5 bin ich gespannt.
@moviescape:
An „American Beauty“ habe ich gar nicht gedacht, aber du hast Recht. Unterdrückte Homosexualität ist einer der zentralen Themen des Films. Ich bin mittlerweile ebenfalls im gleichen Alter wie Lester Burnham und finde den Film immer noch sehr relevant weil sich vieles eben doch nicht so sehr geändert hat und man eher Rückschritte sieht.