Die 5 besten MCU-Filme

Titelbild mit der Aufschrift „Die 5 besten MCU-Filme“. Vor dem großen Schild von Captain America stehen sich die beiden Superheldenteams aus „The First Avenger: Civil War“ gegenüber. Links Captain America, Falcon, Scarlet Witch, Winter Soldier und Hawkeye, rechts Iron Man, Black Widow, War Machine, Vision und Black Panther.

Passioner … Assemble! Heute suchen wir die 5 besten MCU-Filme! Kaum ein Franchise hat die Kinolandschaft der vergangenen zwei Jahrzehnte so sehr geprägt wie das Marvel Cinematic Universe. Von den vergleichsweise bescheidenen Anfängen 2008 mit Iron Man über den epischen Höhepunkt mit Avengers: Endgame bis hin zum aktuellen Multiversums-Chaos begleiten uns die mächtigsten Helden der Erde nun schon seit beinahe zwei Jahrzehnten.

Und auch wenn neue Helden wie Shang-Chi, Sam Wilson und Co. längst nicht mehr jene Euphorie auslösen wie einst Thor, Steve Rogers oder Tony Stark, steht mit Avengers: Doomsday das nächste große Spektakel bereits in den Startlöchern. Höchste Zeit also, einen Blick zurückzuwerfen und jene Filme zu würdigen, die das MCU zu einem der größten Phänomene der modernen Kinogeschichte gemacht haben.

Ein Beitrag von: Martin K.

34–51 Minuten

Die Rubrik „Die 5 BESTEN am DONNERSTAG“ erklärt 🌟🎥

Diese beliebte Rubrik wurde von der Bloggerin und Illustratorin Gorana Guiboud ins Leben gerufen. Und wir haben die Ehre erhalten, diese weiter zu führen, nachdem sie das Bloggen aufgegeben hatte. Jeden Donnerstag gibt es hier die spannendsten Listen, Rankings und Empfehlungen aus der Welt der Filme, Serien, Bücher oder anderer kreativer Themen.

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Die 5 besten MCU-Filme – Am Anfang war ein Mann in einer eisernen Rüstung

Ein Mann bearbeitet Eisen auf einem Amboss. | Top 5 Superkräfte
Es begann mit einem Mann in einer Höhle — Iron Man | 2008 © Marvel Studios
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Wir schreiben das Jahr 2008. Ein milliardenschwerer, selbstverliebter Waffenfabrikant baut sich in einer Höhle eine eiserne Rüstung und legt damit den Grundstein für etwas, dessen Ausmaße damals wohl kaum jemand hätte erahnen können. Mit Iron Man und einem wie für die Rolle geborenen Robert Downey Jr. begann ein filmisches Experiment, das Hollywood nachhaltig verändern sollte.

Natürlich waren Superhelden auf der großen Leinwand längst keine Neuheit mehr. Superman hatte bereits Jahrzehnte zuvor das Fliegen gelernt, Batman Gotham City unsicher gemacht und Spider-Man sich durch New York geschwungen. Doch Marvel hatte Größeres vor. Statt einzelner, voneinander unabhängiger Filmreihen sollte ein zusammenhängendes Universum entstehen, in dem sich Geschichten, Figuren und Ereignisse gegenseitig beeinflussen.

Was zunächst mit kleinen Anspielungen und einer legendären Post-Credit-Szene begann, entwickelte sich 2012 mit Marvel’s The Avengers zu einem bis dahin beispiellosen Kinoereignis. Als Iron Man, Captain America, Thor, Hulk, Black Widow und Hawkeye erstmals gemeinsam gegen Loki und seine Armee antraten, war eines klar: Dieses Experiment war geglückt. Die Avengers waren versammelt, und das MCU hatte gerade erst begonnen.

Eine Saga für die Ewigkeit

Was folgte, war ein beispielloser Siegeszug durch die Kinolandschaft. Neue Helden betraten die Bühne, unbekanntere Comicfiguren wie die Guardians of the Galaxy wurden zu Publikumslieblingen. Das Universum wuchs mit jedem Film ein Stück weiter. Aus einzelnen Abenteuern entwickelte sich ein immer dichter verwobenes Geflecht aus Geschichten, Freundschaften, Rivalitäten und Konflikten.

Dabei verstand es Marvel lange Zeit meisterhaft, die Erwartungen seines Publikums immer wieder zu übertreffen. Mal ging es hinaus in die unendlichen Weiten des Weltraums, mal um politische Verschwörungen und den Zerfall vermeintlich unerschütterlicher Institutionen. Helden wurden geboren, Freundschaften zerbrachen und irgendwo im Hintergrund sammelte ein gewisser Titan namens Thanos die Steine für seinen großen Auftritt.

Mit Avengers: Infinity War und Avengers: Endgame erreichte diese Entwicklung schließlich ihren monumentalen Höhepunkt. Elf Jahre, 22 Filme und unzählige miteinander verwobene Geschichten mündeten in einem Finale, das weit mehr war als nur ein weiteres Superheldenspektakel. Es war der emotionale Abschluss einer Ära, mit der eine ganze Generation von Kinogänger aufgewachsen war. Ein Ereignis, bei dem gelacht, gejubelt und geweint wurde. Und das eindrucksvoll zeigte, welche emotionale Kraft ein über Jahre hinweg aufgebautes Filmuniversum entfalten kann.

Und als sich schließlich der Vorhang über der Infinity Saga senkte, blieb vor allem eine Frage. Wie sollte es nach einem solchen Höhepunkt überhaupt weitergehen?

Nach dem Endgame ist vor dem Doomsday

Die Antwort darauf fällt bis heute nicht ganz leicht. Mit dem Ende der Infinity Saga verlor das Marvel Cinematic Universe (MCU) nicht nur einige seiner prägendsten Figuren. Sondern auch jenen roten Faden, der das Franchise über ein Jahrzehnt zusammengehalten hatte. Neue Helden, neue Welten, zahlreiche Serien und das schier grenzenlose Multiversum sollten die nächste große Ära einläuten.

Doch wo einst beinahe jeder neue Marvel-Film zum Pflichttermin wurde, machte sich zunehmend Ernüchterung breit. Die schiere Masse an Veröffentlichungen, schwankende Qualität und eine immer unübersichtlichere Gesamtgeschichte ließen die einst nahezu unantastbare Erfolgsformel bröckeln. Zwar bewies Marvel auch nach Avengers: Endgame immer wieder, dass noch reichlich Leben in seinen Geschichten steckt. Doch die selbstverständliche Begeisterung früherer Jahre wollte sich nicht mehr im selben Ausmaß einstellen.

Nun soll mit Avengers: Doomsday ein neues Kapitel aufgeschlagen werden. Alte Bekannte kehren zurück. Neue Helden treffen aufeinander und mit Doctor Doom wartet eine Bedrohung, die das MCU erneut auf den Kopf stellen könnte. Ob Marvel damit tatsächlich an seine glorreichen Zeiten anknüpfen kann, bleibt abzuwarten.

Avengers, assemble! – Die 5 besten MCU-Filme

Doch bevor wir uns Doctor Doom stellen blicken wir noch einmal zurück. Auf fast zwei Jahrzehnte voller Helden. Auf Filme, die uns zum Staunen brachten, uns zu Tränen rührten und uns zum Lachen brachten. Welche Filme schaffen es aus so einem gewaltigen Universum hervorzustechen? Wessen Abenteuer haben uns am meisten begeistert? Welche Geschichten sind uns besonders ans Herz gewachsen. Und welche Filme beweisen auch Jahre später noch, warum das MCU einst die Kinowelt im Sturm eroberte?

Zeit, die Infinity-Steine zusammenzutragen, den Schild zu polieren und den Arc-Reaktor hochzufahren. Hier kommen die 5 besten MCU-Filme!

5. Die 5 besten MCU-Filme – Black Panther

Die mystische Ahnenebene Wakandas aus „Black Panther“ mit einem gewaltigen Akazienbaum unter einem violett leuchtenden Sternenhimmel.
Visuelle Schönheit in Wakanda zeichnen diesen Film aus — Black Panther | 2018 © Marvel Studios

Worum geht es Black Panther?

Black Panther ist der 18. Film des Marvel Cinematic Universe und Teil der dritten Phase. Unter der Regie von Ryan Coogler entführt der 2018 erschienene Superheldenfilm das Publikum in das fiktive afrikanische Königreich Wakanda und verbindet spektakuläre Action mit politischen Konflikten, kultureller Identität und der Frage nach Verantwortung und Tradition.

Nach dem Tod seines Vaters kehrt T’Challa (Chadwick Boseman) in seine Heimat Wakanda zurück, um dessen Nachfolge als König anzutreten. Das nach außen abgeschottete Land verfügt dank des seltenen Metalls Vibranium über eine hochentwickelte Technologie, deren Existenz vor dem Rest der Welt weitgehend verborgen gehalten wird. Als neuer Herrscher muss T’Challa nicht nur die Traditionen seines Volkes bewahren, sondern auch entscheiden, welche Rolle Wakanda in der modernen Welt einnehmen soll.

Doch seine Herrschaft wird schon bald auf die Probe gestellt. Mit Erik Killmonger (Michael B. Jordan) taucht ein gefährlicher Herausforderer auf, der eigene Ansprüche auf den Thron erhebt und die bisherige Politik Wakandas grundlegend verändern möchte. T’Challa sieht sich gezwungen, für sein Königreich, seine Überzeugungen und die Zukunft seines Volkes zu kämpfen.

Black Panther | 2018 ©The Walt Disney Company Germany GmbH | Marvel Studios

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Die 5 besten MCU-Filme – Wakanda Forever – Eine Welt zwischen Tradition und Zukunft

Ein verborgenes Königreich mitten in Afrika. Futuristische Technologie und ein Held, der weit mehr zu tragen hat als nur einen Superheldenanzug. Mit Black Panther entführte uns Regisseur Ryan Coogler 2018 in eine der faszinierendsten Welten des Marvel Cinematic Universe. Und bewies eindrucksvoll, dass auch innerhalb eines gigantischen Filmfranchise noch Platz für eine ganz eigene Identität ist.

Nachdem T’Challa (Chadwick Boseman) bereits in The First Avenger: Civil War seinen ersten Auftritt feiern durfte, rückte der neue König von Wakanda nun selbst ins Rampenlicht. Und was für ein Rampenlicht das war! Denn Black Panther begeistert nicht nur durch seine Figuren und seine Geschichte, sondern vor allem durch seinen außergewöhnlichen Weltentwurf.

Wakanda ist ein visuelles Fest, in dem traditionelle afrikanische Kultur, farbenprächtige Kostüme, beeindruckende Architektur und hochmoderne Technologie zu einer faszinierenden Einheit verschmelzen. Dazu gesellen sich eine unverwechselbare musikalische Untermalung und eine Bildsprache, die dem Film eine ganz eigene Atmosphäre verleihen.

Das alles steht ganz im Zeichen des sogenannten Afrofuturismus. Einer kulturellen und künstlerischen Strömung, die afrikanische und afrodiasporische Geschichte, Identität und Traditionen mit Science-Fiction und Zukunftsvisionen verbindet. Wakanda verkörpert diesen Gedanken auf faszinierende Weise. Ein afrikanisches Königreich, das niemals kolonialisiert wurde und sich unabhängig von westlichen Einflüssen zu einer technologisch hochentwickelten Nation entfalten konnte. Eine Vision, die nicht nur visuell beeindruckt, sondern auch gesellschaftliche und historische Fragen aufwirft.

Ein Schurke mit guten Argumenten

Doch hinter all der visuellen Pracht steckt weit mehr als ein gewöhnliches Superheldenabenteuer. Black Panther beschäftigt sich mit Verantwortung, Herkunft, Identität und der Frage, welche Verpflichtungen eine privilegierte Nation gegenüber dem Rest der Welt trägt. Im Zentrum steht dabei nicht nur T’Challa, der seinen Platz als König erst finden muss. Sondern vor allem sein Gegenspieler Erik Killmonger (Michael B. Jordan).

Denn während Marvel-Schurken nicht selten vorgeworfen wird, austauschbar, eindimensional oder schlichtweg uninteressant zu sein, liefert Killmonger ein wundervolles Gegenbeispiel. Michael B. Jordan verkörpert ihn mit einer beeindruckenden Mischung aus Charisma, Wut und Verletzlichkeit. Seine Methoden sind brutal, seine Ziele radikal, doch die Beweggründe hinter seinem Handeln sind durchaus nachvollziehbar.

Killmonger ist nicht einfach nur ein Bösewicht, der nach Macht strebt. Er ist das Produkt einer schmerzhaften Vergangenheit und stellt mit seinen Überzeugungen nicht nur T’Challa, sondern auch die jahrhundertelange Abschottung Wakandas infrage. Gerade weil seine Kritik einen wahren Kern besitzt, entwickelt sich zwischen den beiden ein Konflikt, der weit über die übliche Auseinandersetzung zwischen Held und Schurke hinausgeht.

Dass dabei nicht jeder Effekt perfekt gealtert ist und gerade das große Finale etwas zu sehr in den gewohnten CGI-Bombast verfällt, lässt sich kaum bestreiten. Doch diese Schwächen können nur wenig daran ändern, wie eindrucksvoll Black Panther seine eigene Welt zum Leben erweckt. Und wie viel Persönlichkeit in diesem Film steckt.

Die 5 besten MCU-Filme – Ein König für die Ewigkeit – Chadwick Bosemans Vermächtnis

T’Challa (Chadwick Boseman) und Erik Killmonger (Michael B. Jordan) kämpfen im Wasserfallbecken um den Thron Wakandas, während die Dora Milaje den Zweikampf beobachten.
Der erbitterte Kampf um den Thron Wakandas: T’Challa vs. Killmonger — Black Panther | 2018 © Marvel Studios

Und schließlich wäre da noch Chadwick Boseman. Mit seiner ruhigen, würdevollen und zugleich menschlichen Darstellung verlieh er T’Challa eine Präsenz, die weit über das MCU hinausstrahlte. Sein viel zu früher Tod im Jahr 2020 hinterließ eine schmerzliche Lücke. Nicht nur innerhalb des Marvel-Universums, sondern in der gesamten Filmwelt.

Wie tief diese Lücke reicht, zeigte sich spätestens in Black Panther: Wakanda Forever. Ein Film, der seinen Verlust auf bewegende Weise in die Geschichte Wakandas einfließen ließ und sein Vermächtnis weitertrug.

Black Panther bleibt damit nicht nur ein außergewöhnlich eigenständiger Beitrag zum Marvel Cinematic Universe. Sondern auch das filmische Vermächtnis eines Darstellers, der seiner Figur für immer ein Gesicht gegeben hat. Ein visuell berauschendes, thematisch vielschichtiges und emotional nachhallendes Superheldenabenteuer. Eines, das sich seinen Platz unter den besten MCU-Filmen mehr als verdient hat.

4. Die 5 besten MCU-Filme – Marvel’s The Avengers (2012)

Passion of Arts: Die Avengers formieren sich
Zum ersten Mal Seite an Seite: die größten Helden ihrer Zeit — Marvel’s The Avengers | 2012 © Marvel Studios
Das Bild ist eine Werbeanzeige zu Marvel und DC Artikeln auf Thalia. Abgebildet ist Margot Robbie als Harley Quinn

Worum geht es in Marvel’s The Avengers?

Marvel’s The Avengers ist der sechste Film des Marvel Cinematic Universe und bildet den Abschluss der ersten Phase. Unter der Regie von Joss Whedon vereint der 2012 erschienene Superheldenfilm erstmals die zuvor in eigenen Filmen eingeführten Marvel-Helden zu einem gemeinsamen Team und legt damit einen entscheidenden Grundstein für die weitere Entwicklung des Filmuniversums.

Als der mächtige Asgardianer Loki (Tom Hiddleston) auf der Erde auftaucht und den geheimnisvollen Tesserakt in seinen Besitz bringt, droht der Menschheit eine bislang ungekannte Gefahr. Um die Welt vor Lokis Plänen zu schützen, sieht sich S.H.I.E.L.D.-Direktor Nick Fury (Samuel L. Jackson) gezwungen, eine außergewöhnliche Gruppe von Helden zusammenzustellen.

Doch die Zusammenarbeit gestaltet sich schwieriger als erwartet. Der exzentrische Milliardär Tony Stark alias Iron Man (Robert Downey Jr.), der pflichtbewusste Supersoldat Steve Rogers alias Captain America (Chris Evans), der Donnergott Thor (Chris Hemsworth), der Wissenschaftler Bruce Banner (Mark Ruffalo) sowie die Geheimagenten Natasha Romanoff (Scarlett Johansson) und Clint Barton (Jeremy Renner) könnten unterschiedlicher kaum sein. Während persönliche Konflikte und gegenseitiges Misstrauen die Gruppe belasten, rückt Lokis Bedrohung immer näher. Um die Erde zu retten, müssen die Einzelkämpfer lernen, ihre Differenzen zu überwinden und als Team zusammenzuarbeiten.

Marvel’s The Avengers | 2012 ©The Walt Disney Company Germany GmbH | Marvel Studios

Die 5 besten MCU-Filme – Es war einmal eine Idee …

Ein milliardenschwerer Waffenfabrikant, ein Supersoldat aus einer längst vergangenen Zeit, ein nordischer Donnergott und ein Wissenschaftler mit einem gewaltigen Wutproblem. Was zunächst nach einer ziemlich ungewöhnlichen Zusammenstellung klingt, sollte 2012 die Kinowelt im Sturm erobern. Denn nach vier Jahren, fünf vorbereitenden Filmen und zahlreichen kleinen Andeutungen war es endlich so weit: Die mächtigsten Helden der Erde versammelten sich erstmals gemeinsam auf der großen Leinwand.

Mit Marvel’s The Avengers gelang Regisseur Joss Whedon etwas, das heute beinahe selbstverständlich erscheint, damals jedoch ein regelrechtes Novum darstellte. Zum ersten Mal wurden mehrere eigenständige Superheldenreihen zu einem großen gemeinsamen Kinoereignis zusammengeführt. Und plötzlich wurde spürbar, was hinter der Idee des Marvel Cinematic Universe tatsächlich steckte. Die Filme, die Figuren, die kleinen Anspielungen und Post-Credit-Szenen – all das war nicht länger nur ein Versprechen, sondern fügte sich zu einem großen Ganzen zusammen.

Schon die ersten Minuten wecken dabei Erinnerungen an eine Zeit, in der das MCU noch voller Geheimnisse und unbegrenzter Möglichkeiten steckte. Der Angriff auf die S.H.I.E.L.D.-Einrichtung, Lokis (Tom Hiddleston) Rückkehr, Nick Furys (Samuel L. Jackson) verzweifelter Versuch, eine außergewöhnliche Truppe zusammenzustellen. Und dann natürlich der Helicarrier, dieses gigantische fliegende Hauptquartier, dessen Aufstieg aus dem Wasser auch heute noch für ein wohliges Gefühl der Nostalgie sorgt. Es sind jene Momente, die uns daran erinnern, wie aufregend es damals war, dieses Universum Stück für Stück zu entdecken.

Sechs Helden, ein Team und unzählige ikonische Momente

Doch das wahre Kunststück von Marvel’s The Avengers besteht nicht allein darin, seine Helden zusammenzubringen, sondern darin, sie tatsächlich miteinander funktionieren zu lassen. Denn Tony Stark (Robert Downey Jr.), Steve Rogers (Chris Evans), Thor (Chris Hemsworth), Bruce Banner (Mark Ruffalo), Natasha Romanoff (Scarlett Johansson) und Clint Barton (Jeremy Renner) könnten unterschiedlicher kaum sein. Ihre Persönlichkeiten prallen aufeinander, ihre Vorstellungen von Heldentum unterscheiden sich und ihre Egos stehen einer Zusammenarbeit zunächst gehörig im Weg.

Gerade aus diesen Reibereien zieht der Film einen großen Teil seines Charmes. Ob Tony Stark und Steve Rogers sich gegenseitig provozieren, Thor seinen Bruder Loki zur Vernunft bringen möchte oder Bruce Banner verzweifelt versucht, seine innere Bestie unter Kontrolle zu halten – jede Figur bekommt ihren Raum, ohne dass das große Ganze aus den Augen verloren wird.

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Und dann wären da natürlich all die Szenen, die sich unauslöschlich ins Gedächtnis eingebrannt haben. Lokis Begegnung mit einem wenig beeindruckten Hulk, Captain Americas erster gemeinsamer Kampf mit Iron Man, Thors Auftritt im Wald oder jener Moment, in dem Bruce Banner mit einem beiläufigen Satz sein wohl größtes Geheimnis offenbart: Er ist immer wütend.

Doch über allem thront eine einzige Kamerafahrt. Während die Chitauri über New York hereinbrechen, versammeln sich unsere sechs Helden inmitten des Chaos. Alan Silvestris triumphales Avengers-Thema erklingt und die Kamera kreist um das gesamte Team. Ein kurzer Augenblick, in dem sich vier Jahre filmischer Aufbau entladen. Ein Moment für die Ewigkeit, der bis heute zu den ikonischsten Bildern des gesamten MCU gehört.

Die 5 besten MCU-Filme – Der Beginn von etwas Größerem

Die Avengers mit Iron Man, Hulk, Captain America, Hawkeye, Thor und Black Widow versammeln sich und blicken gemeinsam auf eine Bedrohung.
Das Ende ist erst der Anfang — Marvel’s The Avengers | 2012 ©The Walt Disney Company Germany GmbH | Marvel Studios

Was darauf folgt, ist ein Superheldenspektakel, das auch nach zahlreichen Sichtungen nichts von seinem Reiz verloren hat. Die Schlacht von New York bietet nicht nur gewaltige Action und spektakuläre Bilder. Sondern zeigt erstmals, wie viel Freude es bereiten kann, diese unterschiedlichen Helden Seite an Seite kämpfen zu sehen. Jeder bekommt seinen großen Auftritt. Jede Fähigkeit wird geschickt eingesetzt. Und zwischen all dem Bombast bleibt immer noch genügend Platz für Humor und kleine zwischenmenschliche Momente.

Dabei ist Marvel’s The Avengers rückblickend vielleicht nicht der komplexeste oder emotional tiefgründigste Film des MCU. Seine Geschichte ist vergleichsweise geradlinig. Sein Antagonist verfolgt einen klassischen Eroberungsplan. Und manche späteren Marvel-Filme sollten das Konzept des großen Superhelden-Crossovers noch deutlich weiterentwickeln. Doch gerade in dieser Einfachheit liegt auch ein Teil seiner Stärke. Der Film weiß genau, was er sein möchte, und zelebriert die Zusammenkunft seiner Helden mit einer ansteckenden Begeisterung.

Und als die Schlacht schließlich geschlagen, und New York gerettet ist. Als das Team nach dem Shawarma-Genuss vorerst wieder getrennte Wege gegangen ist, wartet bereits die nächste große Überraschung. In einer kurzen Szene wird ein geheimnisvoller Titan enthüllt, der sich später als Thanos herausstellen sollte. Ein kleiner Vorgeschmack auf eine Bedrohung, deren wahre Ausmaße wir damals noch nicht einmal erahnen konnten.

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Heute, nach unzähligen weiteren Filmen, gigantischen Schlachten und dem monumentalen Finale der Infinity Saga, mag Marvel’s The Avengers beinahe bescheiden wirken. Doch gerade das macht eine erneute Sichtung so besonders. Er erinnert uns an jene Zeit, als ein fliegender Flugzeugträger, sechs gemeinsam kämpfende Helden und ein kurzer Blick auf einen unbekannten Bösewicht ausreichten, um uns staunend vor der Kinoleinwand zurückzulassen.

Marvel’s The Avengers war nicht einfach nur das erste große Highlight des MCU. Er war der Moment, in dem aus einer Sammlung von Superheldenfilmen eine gemeinsame Kinoleidenschaft wurde. Und allein dafür hat er sich seinen Platz unter den besten MCU-Filmen mehr als verdient.

3. Die 5 besten MCU-Filme – The Return of the First Avenger (2014)

Steve Rogers (Chris Evans) mit seinem Schild und Natasha Romanoff (Scarlett Johansson) mit einer Pistole stehen alarmiert vor einem Gebäude.
Cap und Natasha sehen sich mit einer neuen, unerwarteten Bedrohung konfrontiert — The Return of the First Avenger | 2014 © Marvel Studios

Worum geht es in The Return of the First Avenger?

The Return of the First Avenger ist der neunte Film des Marvel Cinematic Universe und Teil der zweiten Phase. Unter der Regie von Anthony und Joe Russo verbindet der Film klassische Superheldenaction mit Elementen eines politischen Verschwörungs- und Agententhrillers.

Nachdem Steve Rogers alias Captain America (Chris Evans) Jahrzehnte im Eis überdauert hat, versucht er, sich in der modernen Welt zurechtzufinden. Inzwischen arbeitet er für die Geheimdienstorganisation S.H.I.E.L.D. und übernimmt gemeinsam mit Natasha Romanoff alias Black Widow (Scarlett Johansson) gefährliche Missionen. Doch als ein Anschlag auf einen hochrangigen Verbündeten Fragen über die wahren Absichten der Organisation aufwirft, gerät Steve in ein undurchsichtiges Netz aus Intrigen und Geheimnissen.

Während er zunehmend Schwierigkeiten hat, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden, wird er von einem geheimnisvollen Attentäter verfolgt, der nur als Winter Soldier bekannt ist. Gemeinsam mit Natasha und seinem neuen Verbündeten Sam Wilson (Anthony Mackie) versucht Steve, eine weitreichende Verschwörung aufzudecken, die nicht nur S.H.I.E.L.D., sondern die Sicherheit der gesamten Welt bedroht.

The Return of the First Avenger | 2014 © Marvel Studios

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Die 5 besten MCU-Filme – Ein Superheld im Agententhriller

Ein Supersoldat aus einer längst vergangenen Zeit. Eine undurchsichtige Geheimdienstorganisation. Und eine Verschwörung, die bis in die höchsten politischen Kreise reicht. Was zunächst eher nach einem klassischen Agententhriller als nach einem Marvel-Film klingt, entpuppt sich als eines der besten Abenteuer des gesamten MCU. Mit The Return of the First Avenger bewiesen die Russo-Brüder 2014 eindrucksvoll, wie vielseitig das noch junge Filmuniversum tatsächlich sein konnte.

Nachdem Steve Rogers (Chris Evans) in seinem ersten Soloabenteuer noch gegen Nazis und die Schergen von Hydra kämpfte und anschließend gemeinsam mit den Avengers New York rettete, findet er sich nun in einer Welt wieder, die ihm zunehmend fremd erscheint. Die Grenzen zwischen Gut und Böse sind längst nicht mehr so eindeutig wie zu seiner Zeit, und ausgerechnet jene Organisation, für die er inzwischen arbeitet, scheint mehr Geheimnisse zu hüten, als ihm lieb sein kann.

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Statt auf außerirdische Invasoren oder übermächtige Superschurken setzt der Film auf politische Intrigen, Überwachung, Misstrauen und die Frage, wie viel Freiheit für vermeintliche Sicherheit geopfert werden darf. Dabei erinnert die Geschichte immer wieder an klassische Verschwörungs- und Agententhriller der 1970er-Jahre, ohne ihre Comicwurzeln jemals zu verleugnen. Nicht zuletzt Robert Redford als undurchsichtiger Alexander Pierce verleiht dem Film dabei eine zusätzliche Portion klassisches Politthriller-Flair.

Gerade diese Mischung macht The Return of the First Avenger so außergewöhnlich. Er funktioniert als eigenständiger, spannungsgeladener Thriller, ist aber gleichzeitig unverkennbar ein Teil des Marvel Cinematic Universe. Ein Film, der seine Superhelden nicht aus dem Genre entfernt, sondern sie geschickt in ein anderes versetzt.

Alte Freunde, neue Feinde und kompromisslose Action

Doch nicht nur die Geschichte überzeugt. Auch inszenatorisch gehört The Return of the First Avenger zum Besten, was das MCU zu bieten hat. Die Russo-Brüder setzen auf eine deutlich geerdetere, körperlichere Form der Action. Statt gewaltiger Materialschlachten dominieren präzise choreografierte Nahkämpfe, Verfolgungsjagden und überraschend harte Auseinandersetzungen.

Besonders die legendäre Aufzugsszene, in der Steve Rogers einer ganzen Gruppe von S.H.I.E.L.D.-Agenten gegenübersteht, hat sich längst ihren Platz unter den ikonischsten Actionsequenzen des MCU gesichert. Doch auch die Angriffe des geheimnisvollen Winter Soldiers, die Verfolgungsjagd auf Nick Fury (Samuel L. Jackson) oder die Kämpfe auf den Straßen Washingtons zeigen, wie wirkungsvoll Superheldenaction sein kann, wenn sie mit einer gewissen Bodenständigkeit inszeniert wird.

Im Zentrum steht dabei weiterhin Steve Rogers, dessen unerschütterlicher moralischer Kompass zunehmend auf die Probe gestellt wird. Chris Evans verkörpert ihn einmal mehr als einen Mann, der nicht deshalb ein Held ist, weil er übermenschliche Kräfte besitzt, sondern weil er selbst dann an seinen Überzeugungen festhält, wenn die gesamte Welt um ihn herum ins Wanken gerät.

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Mit Natasha Romanoff (Scarlett Johansson) erhält er dabei eine ideale Partnerin. Deren pragmatische, von Geheimnissen geprägte Weltanschauung bildet einen reizvollen Gegenpol zu Steves kompromisslosem Idealismus. Und mit Sam Wilson (Anthony Mackie) betritt ein weiterer wichtiger Weggefährte die Bühne. Die beginnende Freundschaft mit Steve verleiht dem Film zusätzliche Menschlichkeit und Leichtigkeit. Außerdem legt sie noch nicht merkbar den Grundstein für die Zukunft der Figur Captain America.

Die größte emotionale Herausforderung wartet jedoch in Gestalt des Winter Soldiers selbst. Denn hinter dem maskierten Attentäter verbirgt sich niemand Geringerer als Bucky Barnes (Sebastian Stan). Steves totgeglaubter Freund aus einer anderen Zeit. Plötzlich wird aus dem politischen Verschwörungsthriller auch eine zutiefst persönliche Geschichte. Eine Geschichte über Freundschaft, Loyalität und die Hoffnung, einen verloren geglaubten Menschen zurückzugewinnen.

Die 5 besten MCU-Filme – Wenn das Fundament zu bröckeln beginnt

Der Winter Soldier (Sebastian Stan) steht mit schwarzer Gesichtsmaske und metallischem Arm auf einer Straße und hält Captain Americas Schild vor sich.
Caps Vergangenheit holt ihn ein – in Form des Winter Soldiers — The Return of the First Avenger | 2014 © Marvel Studios

Was The Return of the First Avenger schließlich endgültig zu einem der wichtigsten Filme des MCU macht, ist die Konsequenz, mit der er seine Geschichte zu Ende erzählt. Denn die Enthüllung, dass Hydra über Jahrzehnte hinweg im Inneren von S.H.I.E.L.D. überlebt und die Organisation systematisch unterwandert hat, stellt nicht nur Steve Rogers‘ Vertrauen auf den Kopf. Sondern erschüttert die Grundfesten des gesamten Filmuniversums.

Mit dem Zusammenbruch von S.H.I.E.L.D. verschwindet jene Institution, die seit „Iron Man“ als verbindendes Element zwischen den einzelnen Helden und ihren Geschichten fungierte. Nick Fury muss untertauchen. Natasha Romanoff sieht sich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Und Steve Rogers verliert endgültig den Glauben an jene Institutionen, denen er bisher vertraut hatte.

Dabei wirkt all das niemals wie eine künstlich herbeigeführte Vorbereitung auf kommende Filme. Vielmehr ergeben sich die weitreichenden Konsequenzen ganz selbstverständlich aus der Geschichte. Und gerade darin liegt eine der größten Stärken des Films. Er verändert das MCU nachhaltig, ohne dabei seine eigene Handlung aus den Augen zu verlieren.

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Rückblickend lassen sich hier bereits einige Entwicklungen erkennen, die später in „Captain America: Civil War“ erneut an Bedeutung gewinnen sollten. Steves zunehmendes Misstrauen gegenüber staatlicher Kontrolle, seine kompromisslose Loyalität zu Bucky und die Frage, wer überhaupt das Recht besitzt, über das Handeln von Superhelden zu bestimmen, erhalten hier eine entscheidende Grundlage.

Doch auch abseits seiner Bedeutung für das große Ganze bleibt The Return of the First Avenger ein außergewöhnlich gelungener Film. Ein packender Agententhriller, ein charakterstarkes Superheldenabenteuer und ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass das MCU dann am besten funktioniert, wenn es seinen Geschichten genügend Raum gibt, eine eigene Identität zu entwickeln.

Und vielleicht liegt genau darin seine größte Qualität: Man muss kein begeisterter Marvel-Fan sein, um sich von diesem Film mitreißen zu lassen. Doch wer das MCU über Jahre hinweg begleitet hat, erkennt in ihm einen jener entscheidenden Momente, in denen aus einem unterhaltsamen Filmuniversum eine immer komplexere, zusammenhängende Geschichte wurde.

2. Die 5 besten MCU-Filme – Avengers: Infinity War & Avengers: Endgame (2018 & 2019)

Top-5-Marvel-Film: Alle Helden des Films aufgereiht. In der Mitte in groß Thanos.
Eine neue Bedrohung bringt alle Helden zusammen — Avengers: Infinity War | 2017 ©The Walt Disney Company Germany GmbH | Marvel Studios
K‑Pop‑inspirierte animierte Figuren aus „K‑Pop Demon Hunters“ performen auf einer farbenfrohen Bühne; dynamische Konzertatmosphäre mit Mikrofonen und Neonlicht, offizielles Promo‑Artwork von Sony Pictures Animation, beworben als EMP‑Merch.

Worum geht es in Infinity War & Endgame?

Avengers: Infinity War und Avengers: Endgame sind der 19. und 22. Film des Marvel Cinematic Universe und bilden den Höhepunkt von Phase 3. Sowie den Abschluss der sogenannten Infinity Saga. Unter der Regie von Anthony und Joe Russo führen die beiden Filme zahlreiche Handlungsstränge und Figuren aus über zehn Jahren MCU-Geschichte zu einem monumentalen Finale zusammen.

In Avengers: Infinity War tritt der mächtige Titan Thanos (Josh Brolin) auf den Plan, um die sechs Infinity-Steine in seinen Besitz zu bringen. Mit ihrer vereinten Macht könnte er das Schicksal des gesamten Universums bestimmen. Um ihn aufzuhalten, müssen sich die Avengers, die Guardians of the Galaxy und weitere Helden zusammenschließen und einer Bedrohung stellen, die alles bisher Dagewesene übertrifft.

Avengers: Endgame knüpft unmittelbar an die folgenschweren Ereignisse seines Vorgängers an. Angesichts einer scheinbar aussichtslosen Situation suchen die verbliebenen Helden nach einer Möglichkeit, das Schicksal noch einmal zu wenden. Dabei führt sie ihre letzte große Mission nicht nur an die Grenzen ihrer Kräfte, sondern auch zurück zu entscheidenden Momenten ihrer eigenen Vergangenheit.

Avengers: Infinity War | 2018 | Avengers: Endgame | 2019 © Marvel Studios

Die 5 besten MCU-Filme – Das größte Finale aller Zeiten?

Zwei Filme auf einem Platz? Zugegeben, das mag zunächst wie ein ziemlich dreister Trick wirken, um einen zusätzlichen Film in diese Top 5 zu schmuggeln. Doch manchmal lassen sich zwei Werke einfach nicht voneinander trennen. Und wenn es ein Filmduo gibt, bei dem eine gemeinsame Platzierung mehr als gerechtfertigt ist, dann wohl dieses. Denn Avengers: Infinity War und Avengers: Endgame erzählen im Grunde zwei Hälften einer einzigen, monumentalen Geschichte. Der eine Film führt alles zusammen, der andere bringt es zu Ende. Erst gemeinsam entfalten sie jene emotionale Wucht, die den Abschluss der Infinity Saga zu einem der größten Kinoereignisse aller Zeiten machte.

Elf Jahre, zwanzig Filme und ein unausweichliches Schicksal

Es gibt Filme, auf die man sich freut. Es gibt Filme, auf die man regelrecht hinfiebert. Und dann gibt es Kinoereignisse, auf die man gefühlt sein halbes Leben lang gewartet hat. Als Avengers: Infinity War 2018 in die Kinos kam, war das MCU längst mehr als nur eine Sammlung erfolgreicher Superheldenfilme. Es war zu einer gemeinsamen Reise geworden, die Millionen Menschen über ein Jahrzehnt hinweg begleitet hatte. Und nun sollte endlich all das zusammenkommen, was über so viele Jahre aufgebaut, angedeutet und vorbereitet worden war.

Seit Nick Fury am Ende von „Iron Man“ erstmals von der Avengers-Initiative sprach, hatte sich das MCU zu einem gewaltigen Universum entwickelt. Wir hatten Helden kommen und gehen sehen, fremde Welten entdeckt, Freundschaften geschlossen und zerbrechen sehen. Wir waren mit den Guardians of the Galaxy durch die Weiten des Alls gereist. Hatten Doctor Strange in die Welt der Magie begleitet und Wakandas Geheimnisse entdeckt. Und irgendwo im Hintergrund lauerte seit Jahren ein gewisser Titan, dessen wahre Absichten sich erst nach und nach offenbarten.

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Mit Avengers: Infinity War war es schließlich so weit. Die Russo-Brüder führten die verschiedenen Handlungsstränge zusammen und ließen Figuren aufeinandertreffen, die zuvor in völlig unterschiedlichen Ecken des MCU unterwegs gewesen waren. Tony Stark begegnete Doctor Strange. Thor traf auf die Guardians. Und in Wakanda versammelten sich die Helden zu einer Schlacht, deren Ausmaße alles bisher Dagewesene übertreffen sollten.

Gerade diese Begegnungen waren es, die einen großen Teil der damaligen Begeisterung ausmachten. Zu sehen, wie sich die unterschiedlichsten Persönlichkeiten gegenseitig herausforderten. Wie sie miteinander harmonierten oder schlichtweg aneinander verzweifelten, war ein Vergnügen. Eines, das nur durch die jahrelange Entwicklung dieser Figuren möglich wurde. Was in einem gewöhnlichen Film kaum mehr als ein überladenes Ensemble gewesen wäre, fühlte sich hier wie das lang ersehnte Zusammentreffen alter Freunde an.

Die 5 besten MCU-Filme – Infinity War – Wenn der Bösewicht gewinnt

Auf dem Bild ist Thanos, der den Handschuh einsetzt
Thanos – eine übermächtige Bedrohung — Avengers: Infinity War | 2018 ©The Walt Disney Company Germany GmbH | Marvel Studios

Doch so sehr Avengers: Infinity War auch von seinen zahlreichen Helden lebt, gehört die eigentliche Bühne einem ganz anderen: Thanos (Josh Brolin). Nachdem der Titan über Jahre hinweg vor allem im Hintergrund die Fäden gezogen hatte, wurde nun endlich deutlich, welche gewaltige Bedrohung von ihm ausging.

Und was für eine Einführung! Bereits in den ersten Minuten demonstriert Thanos seine Überlegenheit, besiegt den Hulk und macht unmissverständlich klar, dass diesmal andere Regeln gelten. Anders als viele seiner Vorgänger ist er kein austauschbarer Bösewicht, der lediglich als Hindernis für unsere Helden dient. Er ist das Zentrum der Geschichte, eine beinahe unaufhaltsame Naturgewalt, deren fanatische Überzeugung sie zu einer der größten Bedrohungen des gesamten MCU macht.

Mit ihm entfalten auch die Infinity-Steine endlich ihre wahre Macht. Jene geheimnisvollen Artefakte, die über zahlreiche Filme hinweg eingeführt und immer wieder angedeutet wurden, werden nun zu Werkzeugen nahezu grenzenloser Macht. Realität wird verbogen, Zeit zurückgedreht und ganze Welten stehen auf dem Spiel. Plötzlich begreift man, welche Dimensionen sich hinter all den kleinen Hinweisen der vergangenen Jahre tatsächlich verborgen hatten.

Dabei gelingt Avengers: Infinity War das Kunststück, trotz seines gewaltigen Figurenensembles und der zahlreichen parallel verlaufenden Handlungsstränge ein erstaunlich hohes Tempo aufrechtzuerhalten. Kaum bleibt Zeit zum Durchatmen, schon wartet die nächste Begegnung, die nächste Schlacht oder ein weiterer emotionaler Rückschlag.

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Und dann geschieht das Unfassbare.

Thanos gewinnt.

Mit einem einzigen Fingerschnippen löscht er die Hälfte allen Lebens im Universum aus. Helden, die uns über Jahre hinweg begleitet haben, zerfallen vor unseren Augen zu Staub. Spider-Mans verzweifeltes Flehen an Tony Stark, die fassungslose Stille auf dem Schlachtfeld und schließlich Thanos, der sich zurückzieht, um den Sonnenaufgang über einer vermeintlich geretteten Welt zu betrachten.

Kein triumphaler Sieg, keine Rettung in letzter Sekunde. Nur eine Niederlage von unvorstellbarem Ausmaß.

Es war ein Ende, das einem regelrecht den Boden unter den Füßen wegzog. Ein Cliffhanger, wie ihn sich wohl kaum jemand in dieser Konsequenz erwartet hätte. Und plötzlich mussten wir ein ganzes Jahr darauf warten, wie diese Geschichte weitergehen würde.

Die 5 besten MCU-Filme – Endgame – Eine Reise durch die eigene Vergangenheit

Das Bild zeigt Chris Hemsworth in seiner Rolle des Thor im Film AVENGERS: ENDGAME. Er hat beide seiner Waffen jeweils in einer Hand, die von Blitzen umgeben sind und seine Augen leuchten gefährlich
Thor muss sein Trauma überwinden, um sein Versagen wiedergutzumachen — Avengers: Endgame | 2019 ©The Walt Disney Company Germany GmbH | Marvel Studios
Werbebanner für Star Wars Merchandise mit dem Schriftzug „STAR WARS MERCH“ und einem „SHOP NOW“-Button samt EMP-Logo. Im Hintergrund sind ikonische Charaktere und ein Raumschiff aus „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“ zu sehen. Unten links befindet sich ein Bildnachweis von Disney. | Media Monday #798

Als Avengers: Endgame 2019 schließlich erschien, war die Erwartungshaltung kaum noch zu überbieten. Wie sollte Marvel diese gewaltige Niederlage auflösen? Wie konnte ein Film all den Hoffnungen, Erwartungen und Emotionen gerecht werden, die sich über elf Jahre hinweg angesammelt hatten?

Die Antwort war ebenso überraschend wie genial: mit einer Reise durch die eigene Vergangenheit.

Zugegeben, Zeitreisen können in Geschichten schnell wie ein allzu bequemer Ausweg wirken. Und auch Avengers: Endgame kommt nicht völlig ohne erzählerische Verrenkungen aus. Doch was zunächst wie eine einfache Möglichkeit erscheint, die Ereignisse von Avengers: Infinity War rückgängig zu machen, entwickelt sich zu einer wundervollen Hommage an die gesamte bisherige Geschichte des MCU.

Noch einmal kehren wir zur Schlacht von New York zurück, besuchen Asgard und begegnen Figuren, von denen wir uns längst verabschiedet hatten. Wir erleben vertraute Momente aus neuen Perspektiven, entdecken kleine Zusammenhänge und dürfen gemeinsam mit unseren Helden auf jene Reise zurückblicken, die uns überhaupt erst an diesen Punkt geführt hat.

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Doch Avengers: Endgame ist weit mehr als eine nostalgische Best-of-Sammlung. Der Film nimmt sich überraschend viel Zeit für seine Figuren und die Folgen ihrer Niederlage. Tony Stark hat sich zurückgezogen, Thor ist an seinem Versagen zerbrochen und Steve Rogers versucht weiterhin, anderen Menschen Hoffnung zu geben, obwohl er selbst kaum noch daran glauben kann.

Gerade diese ruhigeren Momente verleihen dem Film sein emotionales Gewicht. Denn bevor unsere Helden erneut in den Kampf ziehen können, müssen sie zunächst mit ihrer eigenen Vergangenheit und ihren Verlusten ins Reine kommen.

Und so wird aus dem vermeintlich einfachen Zeitreiseabenteuer nicht nur eine letzte große Mission, sondern auch eine persönliche Abschiedsreise für einige jener Figuren, mit denen das MCU einst begonnen hatte.

Avengers … Assemble! – Ein Kinomoment für die Ewigkeit

Und dann kommt jener Moment.

Nachdem alle Hoffnung verloren scheint, steht Captain America allein einer schier unendlichen Armee gegenüber. Sein Schild ist zerbrochen, seine Kräfte sind erschöpft und doch denkt Steve Rogers nicht daran, aufzugeben.

Plötzlich ertönt eine vertraute Stimme über Funk.

„On your left.“

Ein Portal öffnet sich. Dann ein weiteres. Und noch eines.

Aus allen Ecken des Marvel Cinematic Universe kehren jene Helden zurück, die wir verloren glaubten. Die Guardians, Doctor Strange, Spider-Man, Black Panther und unzählige weitere Kämpfer versammeln sich auf dem Schlachtfeld. Alan Silvestris Musik schwillt an, die Kamera gleitet über die vereinten Helden und schließlich spricht Steve Rogers jene beiden Worte, auf die wir seit Jahren gewartet haben:

„Avengers … Assemble!“

Die 5 besten MCU-Filme – Gänsehaut. Pure Gänsehaut.

Die Avengers sind bereit für den Endkampf gegen Thanos und wappnen sich für die Schlacht
Der Höhepunkt von 10 Jahren Aufbau — Avengers: Endgame | 2019 ©The Walt Disney Company Germany GmbH | Marvel Studios

Es gibt nur wenige Momente in der Kinogeschichte, die eine derartige emotionale Wucht entfalten können. Nicht allein wegen der gewaltigen Bilder, der Musik oder der spektakulären Inszenierung. Sondern weil sich in diesen wenigen Minuten elf Jahre voller Geschichten, Erinnerungen und Emotionen entladen.

Was 2012 mit sechs Helden in den Straßen New Yorks begann, findet hier seinen monumentalen Höhepunkt. Aus der legendären Kamerafahrt um das erste Avengers-Team ist eine ganze Armee geworden. Aus einem gewagten filmischen Experiment eines der größten Kinoereignisse aller Zeiten.

Und doch ist es am Ende nicht die gewaltige Schlacht, die den endgültigen Schlusspunkt setzt. Es ist Tony Stark, jener Mann, mit dem 2008 alles begann, der mit einem letzten „I am Iron Man“ das Universum rettet und dafür sein Leben opfert. Es ist Steve Rogers, der nach all den Kämpfen endlich jenes Leben führen darf, das ihm einst genommen wurde. Und es ist der Abschied von einer Generation von Helden, die das MCU über ein Jahrzehnt hinweg geprägt hatte.

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Natürlich sind weder Avengers: Infinity War noch Avengers: Endgame vollkommen. Manche erzählerische Abkürzung, mancher überladene Moment und einige dramaturgische Entscheidungen lassen sich durchaus hinterfragen. Doch ihre wahre Größe liegt nicht allein in der Qualität der einzelnen Filme, sondern in dem, was sie gemeinsam verkörpern.

Denn diese beiden Werke sind weit mehr als nur zwei weitere Avengers-Abenteuer. Sie sind der emotionale Lohn für elf Jahre gemeinsamer Reise, für unzählige Kinobesuche, für all die kleinen Andeutungen und großen Erwartungen, die uns über zwanzig Filme hinweg begleitet haben.

Avengers: Infinity War nimmt uns die Hoffnung. Avengers: Endgame gibt sie uns zurück. Und gemeinsam erschaffen sie ein Finale, dessen emotionale Wucht sich kaum wiederholen lässt.

1. Die 5 besten MCU-Filme – The First Avenger: Civil War (2016)

Black Panther, Vision, Iron Man, Black Widow und War Machine stehen auf dem Rollfeld eines Flughafens bereit, um Captain Americas Team entgegenzutreten.
Team Iron Man ist bereit — The First Avenger: Civil War | 2016 © Marvel Studios

Worum geht es in The First Avenger: Civil War?

The First Avenger: Civil War ist der 13. Film des MCU und eröffnet die dritte Phase des Filmuniversums. Unter der Regie von Anthony und Joe Russo führt der 2016 erschienene Superheldenfilm die Geschichte von Captain America fort und stellt die Avengers vor eine Zerreißprobe, bei der persönliche Überzeugungen, politische Verantwortung und langjährige Freundschaften aufeinanderprallen.

Nach mehreren Einsätzen der Avengers, bei denen es zu erheblichen Zerstörungen und zivilen Opfern gekommen ist, wächst der politische Druck auf die Superhelden. Die Vereinten Nationen beschließen, ihre Einsätze künftig durch die sogenannten Sokovia-Abkommen einer internationalen Kontrolle zu unterstellen. Während Tony Stark alias Iron Man (Robert Downey Jr.) diese Maßnahme unterstützt, lehnt Steve Rogers alias Captain America (Chris Evans) eine solche Einschränkung entschieden ab.

Als Steves ehemaliger Freund Bucky Barnes (Sebastian Stan) ins Visier internationaler Ermittlungen gerät, verschärfen sich die Spannungen innerhalb des Teams zusätzlich. Die unterschiedlichen Überzeugungen der beiden Anführer führen dazu, dass sich die Avengers in zwei Lager aufspalten. Ehemalige Verbündete stehen sich plötzlich als Gegner gegenüber, während im Hintergrund ein geheimnisvoller Mann namens Helmut Zemo (Daniel Brühl) seine eigenen Pläne verfolgt. Für die Avengers beginnt ein Konflikt, der nicht nur ihre Zusammenarbeit, sondern auch ihre Freundschaften und Loyalitäten auf eine harte Probe stellt.

The First Avenger: Civil War | 2016 © Marvel Studios

ALT-Text: Schwarz-weißes Promo-Bild zur Netflix-Serie „Stranger Things“ mit sechs Jugendlichen, die nebeneinander stehen und nach oben blicken; im Hintergrund bunte Feuerwerke. Textaufschrift: „Unerschrockene Looks für das epische Finale“ sowie „EMP – Shop Now“.

Die 5 besten MCU-Filme – Wenn Helden zu Feinden werden

Zugegeben, nach dem monumentalen Finale von Avengers: Infinity War und Avengers: Endgame mag diese Platzierung zunächst etwas überraschen. Denn wie soll ein vergleichsweise kleinerer Film gegen ein solches Spektakel bestehen? Gegen elf Jahre voller Geschichten, die in einer der gewaltigsten Schlachten der Kinogeschichte ihren Höhepunkt fanden?

Doch ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden, The First Avenger: Civil War an die Spitze dieser Liste zu setzen. Nicht, weil er größer, spektakulärer oder bedeutender wäre als das Finale der Infinity Saga. Sondern weil er für mich jene Qualitäten, die das Marvel Cinematic Universe zu seinen besten Zeiten ausgezeichnet haben, auf beinahe perfekte Weise miteinander verbindet.

Denn während Avengers: Endgame den großen emotionalen Abschluss einer jahrelangen Reise bildet, ist The First Avenger: Civil War jener Film, der das über Jahre hinweg aufgebaute Geflecht aus Freundschaften, Loyalitäten und persönlichen Konflikten auf eine geradezu tragische Weise auseinanderbrechen lässt. Und rückblickend betrachtet ist dieser Bruch für die weitere Entwicklung des MCU mindestens ebenso entscheidend wie manch gewaltige Schlacht gegen einen übermächtigen Feind.

Hier steht nicht das Schicksal des gesamten Universums auf dem Spiel. Hier geht es um etwas, das uns nach all den gemeinsamen Abenteuern beinahe genauso wichtig geworden ist: unsere Helden selbst.

Zwei Helden, zwei Ideale und ein unüberwindbarer Graben

Im Zentrum steht dabei ein Konflikt, der kaum besser hätte vorbereitet werden können. Nach den verheerenden Ereignissen der vergangenen Filme sollen die Avengers durch die sogenannten Sokovia-Abkommen einer internationalen Kontrolle unterstellt werden. Was zunächst wie eine politische Grundsatzdiskussion über Verantwortung und Sicherheit erscheint, entwickelt sich zunehmend zu einer persönlichen Zerreißprobe für das gesamte Team.

Und gerade die Positionen der beiden zentralen Figuren machen diesen Konflikt so faszinierend.

Auf der einen Seite steht Steve Rogers (Chris Evans), der einstige Vorzeigesoldat, das lebende Symbol amerikanischen Patriotismus und ein Mann, der sein ganzes Leben lang für sein Land gekämpft hat. Doch ausgerechnet er wird nun zum entschiedenen Gegner staatlicher Kontrolle. Seine Erfahrungen mit S.H.I.E.L.D., Hydra und den Schattenseiten vermeintlich unfehlbarer Institutionen haben ihn gelehrt, dass Gehorsam nicht zwangsläufig das Richtige bedeutet. Steve ist seinen Idealen treu geblieben, doch sein Vertrauen in jene Autoritäten, denen er einst diente, ist längst zerbrochen.

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Auf der anderen Seite steht Tony Stark (Robert Downey Jr.), der selbstverliebte Milliardär, Draufgänger und ehemalige Revoluzzer. Der sich noch zu Beginn seiner Reise kaum von irgendjemandem etwas vorschreiben ließ. Doch die Ereignisse von New York, die Erschaffung Ultrons und die zahlreichen Opfer seiner eigenen Entscheidungen haben Spuren hinterlassen. Ausgerechnet Tony wird nun zum Verfechter eines Systems, das die Avengers kontrollieren und ihre Macht begrenzen soll.

Es ist eine beinahe ironische Umkehrung ihrer ursprünglichen Rollen. Der pflichtbewusste Soldat widersetzt sich der Autorität, während der rebellische Erfinder nach Regeln und Kontrolle verlangt.

Und das Geniale daran: Beide haben nachvollziehbare Argumente. Beide handeln aus ihren Erfahrungen heraus und beide glauben aufrichtig, das Richtige zu tun. The First Avenger: Civil War macht es uns dadurch beinahe unmöglich, eindeutig Partei zu ergreifen. Denn der Konflikt entsteht nicht aus einem simplen Missverständnis, sondern aus den unterschiedlichen Entwicklungen zweier Figuren, die wir über Jahre hinweg begleitet und lieben gelernt haben.

Ein Krieg ohne Gewinner

Captain America führt sein Team mit Falcon, Ant-Man, Hawkeye, Scarlet Witch und Winter Soldier über das Rollfeld eines Flughafens in den Kampf.
Team Cap stellt sich ihren ehemaligen Freunden — The First Avenger: Civil War | 2016 © Marvel Studios

Doch so stark die Geschichte auch von ihren Figuren getragen wird, inszenatorisch steht The First Avenger: Civil War den größten Spektakeln des MCU in kaum etwas nach. Erneut beweisen Anthony und Joe Russo ihr Gespür für dynamische, körperliche Action und die geschickte Zusammenführung eines gewaltigen Ensembles.

Besonders die legendäre Flughafenschlacht gehört zweifellos zu den unterhaltsamsten Actionsequenzen des gesamten MCU. Hier treffen die beiden Lager erstmals unmittelbar aufeinander, und plötzlich stehen sich Helden gegenüber, die zuvor noch Seite an Seite gekämpft haben. Dabei gelingt dem Film ein beeindruckender Spagat zwischen spektakulärer Action, humorvollen Momenten und der zunehmenden Tragik des Konflikts.

Gleichzeitig nutzt The First Avenger: Civil War diese Auseinandersetzung, um gleich zwei Figuren einzuführen, die das MCU in den folgenden Jahren entscheidend prägen sollten. Mit T’Challa (Chadwick Boseman) betritt Black Panther die Bühne, während Tom Holland als Spider-Man einen ebenso charmanten wie denkwürdigen ersten Auftritt feiert. Besonders bemerkenswert ist dabei, wie selbstverständlich sich beide Figuren in das bereits etablierte Ensemble einfügen, ohne wie bloße Werbeträger für kommende Filme zu wirken.

Doch während die Flughafenschlacht noch ein gewisses spielerisches Vergnügen ausstrahlt, wird spätestens im Finale deutlich, dass dieser Krieg keine Gewinner kennt.

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Denn die eigentliche Katastrophe wartet nicht auf einem riesigen Schlachtfeld, sondern in einer verlassenen Anlage in Sibirien. Dort wird aus dem politischen Konflikt endgültig eine zutiefst persönliche Tragödie. Als Tony Stark erfährt, dass Bucky Barnes (Sebastian Stan) unter Hydras Kontrolle seine Eltern ermordet hat und Steve Rogers davon wusste, zerbricht das letzte bisschen Vertrauen zwischen den beiden Freunden.

Was folgt, ist kein triumphaler Endkampf gegen einen gemeinsamen Feind. Es ist ein brutaler, verzweifelter Kampf zwischen Menschen, die sich einst gegenseitig ihr Leben anvertraut haben. Steve und Bucky gegen Tony. Freundschaft gegen Schuld. Loyalität gegen Rache.

Und als Steve schließlich seinen Schild zurücklässt, ist nicht nur die Freundschaft zwischen ihm und Tony zerbrochen. Auch das Team, dessen Zusammenkunft wir in „The Avengers“ noch so euphorisch gefeiert hatten, liegt endgültig in Trümmern.

Selten hat sich ein Superheldenfilm so tragisch angefühlt.

Die 5 besten MCU-Filme – Der Mann, der die Avengers zu Fall brachte

Iron Man und Captain America liefern sich einen erbitterten Kampf in einer dunklen Anlage, während ein greller Lichtblitz zwischen ihnen aufleuchtet.
Wenn ehemalige Freunde zu den erbittertsten Kontrahenten werden — The First Avenger: Civil War | 2016 © Marvel Studios

Und das vielleicht Bemerkenswerteste daran ist, dass all dies nicht durch einen übermächtigen außerirdischen Eroberer oder einen wahnsinnigen Wissenschaftler ausgelöst wurde. Es ist nur ein einzelner Mann.

Helmut Zemo, hervorragend verkörpert von Daniel Brühl, ist einer der ungewöhnlichsten Antagonisten des gesamten MCU. Er besitzt weder übermenschliche Kräfte noch eine futuristische Rüstung oder eine Armee aus gesichtslosen Schergen. Was ihn antreibt, ist die Trauer um seine Familie, die während der Ereignisse von Sokovia ums Leben kam, und der daraus entstandene Wunsch nach Vergeltung.

Zemo weiß, dass er die Avengers niemals in einem direkten Kampf besiegen könnte. Also tut er das Einzige, was tatsächlich Aussicht auf Erfolg verspricht: Er bringt sie dazu, sich gegenseitig zu zerstören.

Dabei nutzt er keine künstlich geschaffenen Konflikte, sondern jene Risse, die sich über Jahre hinweg innerhalb des Teams gebildet haben. Die Schuldgefühle von Tony Stark, Steve Rogers‘ bedingungslose Loyalität gegenüber Bucky und das ohnehin angeschlagene Vertrauen zwischen den Avengers werden zu seinen wirkungsvollsten Waffen.

Daniel Brühl verleiht dieser Figur eine bemerkenswerte Mischung aus Ruhe, Berechnung und tief sitzendem Schmerz. Zemo ist kein klassischer Marvel-Schurke, der mit einem gewaltigen Plan die Weltherrschaft an sich reißen möchte. Er ist ein gebrochener Mensch, der anderen genau jenen Verlust zufügen will, den er selbst erlitten hat.

Und das Erschreckende daran: Er hat Erfolg.

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Während andere Antagonisten mit gewaltigen Armeen und übermenschlichen Kräften an den Avengers scheiterten, genügt Zemo eine sorgfältig geplante Intrige, um das mächtigste Heldenteam der Erde auseinanderzureißen. Ein Sieg, dessen Folgen noch lange nachwirken und der letztlich auch dazu beiträgt, dass die Avengers Thanos später nicht als vereinte Mannschaft gegenübertreten können.

Gerade rückblickend wird dadurch deutlich, welche gewaltige Bedeutung The First Avenger: Civil War für die gesamte Infinity Saga besitzt. Der Film verändert nicht nur einzelne Figuren, sondern die Beziehungen, auf denen das MCU über Jahre hinweg aufgebaut wurde.

Und genau deshalb steht er für mich auf Platz 1.

Nicht, weil er das größte Spektakel bietet oder die meisten Helden versammelt. Sondern weil er all das, was das MCU so besonders gemacht hat, auf eine Weise miteinander verbindet, wie es kaum einem anderen Film gelungen ist. Die langfristige Figurenentwicklung, die emotionale Bindung, die spektakuläre Action und die Konsequenzen einer zusammenhängenden Geschichte verschmelzen hier zu einem außergewöhnlich starken Gesamtwerk.


Weitere Nennungen für die 5 besten MCU-Filme aus der Redaktion:

  • Iron Man (2008)
  • Thor (2011)
  • Captain America: The First Avenger (2011)
  • Thor: The Dark Kingdom (2013)
  • Guardians of the Galaxy (2014)
  • Doctor Strange (2016)
  • Guardians of the Galaxy Vol. 2 (2017)
  • Spider-Man: Homecoming (2017)
  • Spider-Man: Far From Home (2019)
  • Spider-Man: No Way Home (2021)
  • Black Widow (2021)
  • Doctor Strange in the Multiverse of Madnass (2022)
  • Guardians of the Galaxy Vol. 3 (2023)
  • Deadpool & Wolverine (2024)
  • Thunderbolts (2025)
  • Spider-Man: Brand New Day (2026)

Fazit für die 5 besten MCU-Filme – Eine Ära, die Kinogeschichte schrieb

Auf dem Bild ist ein Mann der die Hand vor sein verletztes Gesicht hebt und andeutet mit dem Finger zu schnippen
„Ich bin Iron Man!“ – Anfang und Ende eines Epos — Avengers: Endgame | 2019 ©Marvel Studios
He‑Man, dargestellt von Nicholas Galitzine, steht muskulös und gerüstet vor einem dunklen Hintergrund mit glühenden Funken; darüber der Werbetext „Hol dir den Merch von Masters of the Universe – Shop Now! EMP“, unten der Hinweis „Photo © Amazon MGM Studios“.

Fünf Plätze, sechs Filme und beinahe zwei Jahrzehnte voller Superhelden, unvergesslicher Momente und großer Emotionen. Das Marvel Cinematic Universe hat die Kinolandschaft nachhaltig geprägt. Und uns über viele Jahre hinweg auf eine gemeinsame Reise mitgenommen, wie es zuvor kaum ein anderes Filmfranchise geschafft hatte.

Dabei fällt eines besonders auf: Sämtliche Filme dieser Top 5 stammen aus der Zeit bis Avengers: Endgame. Und das ist wohl kaum ein Zufall. Denn so sehr das MCU auch danach noch mit einzelnen Highlights begeistern konnte, jene besondere Magie, die das Franchise einst auszeichnete, wollte sich nicht mehr im selben Ausmaß einstellen. Was früher wie ein sorgfältig aufgebautes, zusammenhängendes Universum wirkte, verlor sich zunehmend in einer Vielzahl unterschiedlicher Geschichten, neuer Figuren und immer komplexerer Handlungsstränge.

Dabei waren es gerade die Verbindungen zwischen den Filmen, die das MCU so außergewöhnlich machten. Das Gefühl, dass selbst kleine Ereignisse irgendwann große Konsequenzen haben könnten. Dass Figuren über Jahre hinweg wachsen, sich verändern und ihre Geschichten schließlich in einem gemeinsamen Höhepunkt zusammenfinden. Ohne diesen klar erkennbaren roten Faden fällt es selbst guten Filmen schwer, jene Begeisterung auszulösen, die uns einst regelmäßig in die Kinos lockte.

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Doch vielleicht liegt genau darin auch die große Hoffnung für die Zukunft. Mit „Avengers: Doomsday“ steht die nächste gewaltige Zusammenkunft der Marvel-Helden bevor. Ob es dem MCU damit gelingt, wieder an seine einstige Stärke anzuknüpfen, bleibt abzuwarten. Das Potenzial ist jedenfalls vorhanden.

Und bis dahin bleiben uns all jene Filme, die uns einst staunend vor der Kinoleinwand zurückließen. Die uns mit unseren Lieblingshelden mitfiebern ließen und uns zeigten, was möglich ist, wenn viele einzelne Geschichten zu einem großen Ganzen werden.

Denn wahre Helden mögen kommen und gehen. Doch manche Kinoerlebnisse bleiben für immer.

Avengers … Assemble!

Werdet ihr euch Doomsday im Kino anschauen? Und was sind eure 5 besten MCU-Filme?


Über den Autoren

Ölgemälde von Martin Kostenzer mit Sonnenbrille, schwarzer Kappe und gelbem Hoodie, der einen Bulldoggen im Arm hält. Im Hintergrund erstrecken sich bewaldete Hügel und eine sonnige Landschaft unter blauem Himmel.

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Created by Gorana Guiboud | Header Elements: Die 5 besten MCU-Filme – Passion of Arts Design | The First Avenger: Civil War | 2016 © Marvel Studios

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5 Kommentare

  1. Okay, ich muss eh zugeben, dass ich da ziemlich voreingenommen bin, und den meisten heutigen Marvel-Krams für Big Budget Schrott halte (wobei die Filme an sich mir dabei sogar immer mehr in die Karten spielen). BLACK PANTHER fand ich ziemlich daneben (weil er eben die Afrikaner, auch in Wakanda, als in ihrem Verhalten eher unzivilisierte Warlords darstellte, die sich um die Erbfolge prügeln und alle anderen Unterdrückten von ihrem Wohlstand fernhielten – was zwar diskutiert wird, aber in seinem Sinn nicht befriedigend aufgelöst wird, in meinen Augen zumindest). MARVEL’S AVENGERS fand ich damals im Kino toll, keine Frage, das befriedigte eben etwas, das lange brach lag – groß angelegte Superhelden-Action, die noch im Kontext über die Vorgängerfilme hinauswachsen konnte. Das kulmulierte für mich dann in INFINITY WARS, dem ENDGAME dann leider nur die simpelst mögliche Storyline zur Auflösung und, für dieses Budget, recht schrottige CGI zu bieten hatte. Ich selbst würde, nach Zweitsichtung, vielleicht fünf MCU-Filme als ernstzunehmend prägende Event-Movies wahrnehmen, unterminiert von einem Haufen zunehmend hilfloser Belanglosigkeit der Masse an Releases, weswegen ich selbst – wer hätte es geahnt – auf das Marvel-Universum als Ganzes zurückgegriffen habe (irgendwie erwartet man das wohl auch von mir). Davon ab, auch wenn ich jetzt ein wenig negativ geklungen haben mag, eine schöne Auswahl (auch bei den anderen), die beweisen, dass die Leute auch bei Blockbustern noch den Blick für etwas Herausragendes bewahrt haben.
    Okay, hier geht es zu meiner Top 5 (an Marvel-Verfilmungen):
    https://thehomeofhorn.wordpress.com/2026/11/05/meine-fuenf-besten-marvel-filme/

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