Die 5 besten Bergfilme

Zwei Bergsteiger erklimmen eine steile, vereiste Bergflanke mit Eispickeln. Im Hintergrund erstreckt sich ein verschneites Gebirgspanorama. Ein weißer Rahmen mit dem Text ‚DIE 5 BESTEN BERGFILME‘ verweist auf eine Auswahl empfehlenswerter Bergfilme.

In dieser Woche geht es hoch hinaus: Wir wagen uns in eisige Höhen, erklimmen steile Felswände und trotzen der gnadenlosen Natur – denn wir stellen euch die 5 besten Bergfilme vor. Geschichten voller Gefahr, Schönheit und menschlicher Grenzerfahrung erwarten euch.

Ein Beitrag von Martin K.

Die 5 besten Bergfilme – Wenn der Berg ruft

Der Wind peitscht uns entgegen, als wollten die Berge selbst unsere Ankunft verwehren. Das Basislager liegt längst verschluckt vom Nebel in der Tiefe. Jeder Schritt im Schnee löscht die Spuren des vorherigen, als hätte es sie nie gegeben. Die Welt schrumpft und alles was hier zählt ist der Atem, das Eis und die Richtung – hinauf!

Ein Schritt. Dann noch einer. Kein Raum für Hast, kein Platz für Gedanken an das Danach. Nur der Rhythmus des Atems und des Gehens. Das ferne fast unwirkliche Ziel stets vor Augen: Der Gipfel. Er scheint zum Greifen nah, ein verheißungsvolles Versprechen, das so flüchtig wie eine Fata Morgana sein könnte.

Doch jetzt – endlich – stehen wir da. Oben am Ziel. Über allem. Die Welt liegt uns zu Füßen und für einen Moment scheint die Zeit stillzustehen. Ein Rausch, ein Schauer, ein Gefühl wie aus einer anderen Sphäre. Als hätte man kurz die Schwelle zu etwas Göttlichem überschritten.

Aber das Hochgefühl währt nur kurz. Schnell kehrt die Erkenntnis zurück: der Abstieg steht erst bevor. Und damit der wahre Feind. So beginnt das Spiel von Neuem: mit der Einsicht, dass der Weg nie nur hinauf führt, sondern immer auch zurück. Und dass ein einziger Fehltritt genügt, um aus himmlischer Höhe in die dunklen Tiefen zu stürzen. Bis am Ende nur noch die Frage bleibt: wofür?

Willkommen in der Welt der Berge – wo Schönheit und Bedrohung eins sind und der Mensch vor allem eines bleibt: Gast!

Der Mythos der Berge

Als jemand, der in Tirol – im Herzen der Alpen – aufgewachsen ist, waren Berge für mich nie bloß Erhebungen am Horizont, sondern fester Bestandteil des Alltags. Sie waren Kulisse, Orientierung, Freizeitgestaltung – und irgendwie immer da. Für viele Menschen auf der Welt prägen sie Landschaft, Leben und Denken gleichermaßen.

Die Beziehung zwischen Mensch und Berg reicht dabei weit zurück. Seit jeher geht von ihnen eine eigentümliche Faszination aus. In der Mythologie galten sie als Wohnsitz der Götter – der Olymp der Griechen, der Kailash in Tibet oder der Fuji in Japan. Berge waren nie nur Stein und Schnee, sondern heilige Orte, Übergänge zwischen Himmel und Erde, umrankt von Legenden über Geister, Drachen oder verborgene Schätze.

Doch mit der Aufklärung begann ein Wandel. Der einst ehrfürchtige Blick wich einer neuen Perspektive: der des Entdeckers, Forschers, Bezwingers. Die Industrialisierung trieb viele aus den Städten in die Natur – und der Alpinismus wurde geboren. Der Berg wurde zum Prüfstein menschlicher Stärke, zur Bühne für Mut, Ehrgeiz und das Streben nach dem Höheren – ganz wortwörtlich. Man stieg hinauf, weil es möglich war. Weil man zeigen konnte, dass der Mensch auch hier oben bestehen kann. So vermischen sich bis heute spirituelle Bedeutung, reale Gefahr und sportlicher Ehrgeiz zu einer Faszination, die einzigartig ist. Der Berg als Mythos, als Gegner, als Rückzugsort – und als Spiegel unseres innersten Drangs, über uns hinauszuwachsen.

Die 5 besten Bergfilme – Berge im Film: Von der Projektionsfläche zum Action-Spielplatz

Das Panorama von drei Berggipfeln im Himalaya, darunter der Mount Everest | Die 5 besten Bergfilme
Wunderschön und tödlich zugleich – die Berge im Himalaya — Everest | 2015 ©Working Title Films | RVK Studios | Walden Media | Universal Pictures
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Wie auch die menschliche Sicht auf die Berge, ist ihre Darstellung im Film gleichermaßen wandelbar.

Wenige andere Motive im Kino sind so vielschichtig wie der Berg. Mal ist er majestätische Kulisse, mal erbarmungsloser Gegner und mal spirituelle Zuflucht.

In frühen Abenteuer- und Heimatfilmen diente das Hochgebirge oft als Projektionsfläche für Ideale wie Reinheit, Naturverbundenheit und Heldenmut. Regisseure wie Arnold Fanck und Schauspieler wie Luis Trenker prägten das Genre entscheidend. Filme wie „Der heilige Berg“ oszillierten dabei zwischen romantischer Naturverklärung und überdramatisierter Selbstaufopferung. Der Einfluss der NS-Zeit vereinnahmte diese Motive dann immer mehr. Der Berg wurde zum Symbol ideologisch überhöhter und unbezwingbaren Stärke.

Mit der Zeit aber veränderte sich der Blick auf die Berge – und mit ihm das Genre. Die Actionfilme der 80er und 90er-Jahre nutzten das Gebirge als Bühne für Adrenalin, Überlebenswillen und knallharte Eskalation. Der Berg verlor seine sakrale und mystische Aura. Er wurde zum Action-Spielplatz und zum Schauplatz von Explosionen, Zweikämpfen und physischer Dominanz.

Die 5 besten Bergfilme – Von realen Schicksalen und atemberaubender Gefahr

Vier Menschen an einem Seil erklimmen einen verschneiten Berghang am Mount Everest | Die 5 besten Bergfilme
Am Berg gibt es nur eine Richtung – hinauf — Everest | 2015 ©Working Title Films | RVK Studios | Walden Media | Universal Pictures
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Doch in den letzten Jahren hat sich die Darstellung erneut gewandelt. Und kehrt damit auf gewisse Weise zu ihren Wurzeln zurück. Moderne Bergfilme und Dokus erzählen wieder von existenziellen Erfahrungen. Vom Ringen mit der Natur, mit der eigenen Angst, mit dem Tod. Sie zeigen die Berge nicht als bloßen Hintergrund, sondern als lebendigen Charakter. Als Kraft, die Ehrfurcht gebietet und Grenzen aufzeigt. Und sie geben dem Bergfilm damit seine Tiefe zurück.

Als Unterstützung dienen dabei die Mittel unserer Zeit. Moderne Kinotechnik wie IMAX-Kameras, Drohnen und hochauflösende Digitaltechnik fangen die Ästhetik der Berge mit einer Bildgewalt ein, die dem realen Naturerlebnis erstaunlich nahekommt. Das Auge verliert sich in Panoramen, die Höhen werden spürbar, die Dimensionen lassen einen regelrecht frösteln. Es ist, als wäre man selbst dort – am Abgrund, im Wind, zwischen Himmel und Nichts.

Ob als nüchterne Dokumentation oder fast spirituelle Überhöhung. Durch moderne Ästhetik werden die Berge zu den stillen Hauptdarstellern. Sie sind wunderschön, aber auch lebensfeindlich. Sie strahlen eine unnahbare Präsenz aus und werden dennoch zum Sehnsuchtsort unseres Geistes. Und gerade im Kino entfaltet sich die Schönheit der Berge noch intensiver.

Meine Top 5 der besten Bergfilme

Doch genug der Theorie – wagen wir den Aufstieg. Die Steigeisen sitzen fest, der Atem ist ruhig, der Blick richtet sich nach oben. Vor uns ragen sie empor: fünf filmische Gipfel, die auf ihre Weise all das repräsentieren, das wir bisher herausgearbeitet haben. Wir wagen den Aufstieg – zu meiner Auswahl der 5 besten Bergfilme.

5. Cliffhanger – Nur die Starken überleben (1993)

Sylvester Stallone hängt an einem Seil, vor einer Bergkulisse | Die 5 besten Bergfilme
Sylvester Stallone liefert Action in schwindelerregender Höhe — Cliffhanger | 1993 ©Carolco Pictures | Canal+ | Pioneer | StudioCanal

Worum geht’s in „Cliffhanger – Nur die Starken überleben“?

In den eisigen Höhen der Rocky Mountains wird der ehemalige Rettungskletterer Gabe Walker (Sylvester Stallone) mit seiner Vergangenheit konfrontiert, als er widerwillig zu einem Noteinsatz zurückkehrt. Was zunächst wie eine gewöhnliche Bergung aussieht, entpuppt sich schnell als tödliches Spiel: Eine Gruppe skrupelloser Krimineller landet auf der Flucht im Gebirge – und holt sich die unfreiwillige Hilfe von Gabe und seinem Team.

Zwischen schneebedeckten Gipfeln und gefährlichen Abgründen beginnt ein nervenaufreibender Überlebenskampf in eisiger Höhe.

Cliffhanger | 1993 © Carolco Pictures | Canal+ | Pioneer | Trailer: © STUDIOCANAL Germany

Die 5 besten Bergfilme – Platz 5

Beginnen wir den Aufstieg mit einem Film, der die Berge nicht als spirituelles Sinnbild oder existenzielles Prüfungsfeld begreift, sondern schlicht als spektakuläre Kulisse: „Cliffhanger“ ist purer 90er-Actionstoff – hoch hinaus und geradeaus.

Stallone in Hochform – wortwörtlich

Wer mich kennt weiß: wenn es um Actionhelden geht, führt für mich kein Weg vorbei an Sylvester Stallone. Kaum ein anderer versteht es so gut, auch in der simpelsten Rolle eine gewisse Gravitas mitzubringen. Ob als gebrochener Boxer, wortkarger Vietnam-Veteran oder – wie hier – als traumatisierter Bergretter. Sly ist die Figur.

Zugegeben, seine Rolle als Gabe Walker zählt nicht zu seinen tiefgründigsten. Aber Stallones Aura, seine Präsenz und sein stoischer Ernst machen selbst die überzogenste Szene irgendwie glaubhaft. Und so fiebert man mit ihm mit, wenn er sich in luftigen Höhen gegen eine Bande skrupelloser Verbrecher behaupten muss – ganz im Stil klassischer 90er-Jahre-Action: rau, muskulös, direkt.

Die Berge als Bühne für Muskelspiele

Auf den ersten Blick wirkt das Berg-Setting von „Cliffhanger“ fast austauschbar – und der Vergleich zur Stirb langsam-Reihe ist nicht aus der Luft gegriffen. Immerhin stammt der Film von Renny Harlin, jenem Regisseur, der auch „Stirb Langsam 2“ inszenierte. Und wie Bruce Willis im Flughafen, kämpft sich Stallone hier durch eine tödliche Ausnahmesituation – nur eben nicht auf dem Rollfeld, sondern am Berghang.

Doch Harlin weiß genau, wie er die Umgebung für sich arbeiten lässt. Nicht als Symbol für Erhabenheit oder spirituelle Selbsterkenntnis, sondern als raues Terrain für geradlinige Action. Hier geht es nicht um den Kampf Mensch gegen Natur, sondern ganz klassisch um Gut gegen Böse. Höhenangst, Kälte und Felsspalten sind visuelle Reize – die eigentliche Bedrohung geht von Maschinenpistolen, Verrätern und gewissenlosen Gangstern aus.

Harlin inszeniert konsequent auf Tempo, Spannung und Schauwert. Keine Metaebene, kein Pathos – dafür aber Faustkämpfe auf Gletschern, Explosionen in Felsspalten und Felsbrocken, die als Waffen dienen.

Eine Ära in Reinform

Eine Gruppe von Männern steht in einer Felswand im Film "Cliffhanger" | Die 5 besten Bergfilme
Die Berge sind in „Cliffhanger“ nicht die größte Gefahr — Cliffhanger | 1993 ©Carolco Pictures | Canal+ | Pioneer | StudioCanal
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„Cliffhanger“ ist ein Paradebeispiel seiner Zeit: groß gedacht, laut inszeniert und herrlich simpel. Doch gerade in seiner Überzeichnung liegt der Charme. Stallone trägt den Film nahezu im Alleingang, bekommt mit John Lithgow aber einen Bösewicht zur Seite gestellt, der mit diabolischer Theatralik glänzt und dem Geschehen eine zusätzliche Schärfe verleiht.

Die One-Liner sitzen, das Tempo bleibt durchgehend hoch und die Action ist handgemacht – physisch, spürbar, oft überraschend ruppig. Die Geschichte selbst ist zweckmäßig, aber genau das macht „Cliffhanger“ zu einem Vertreter jener Ära, in der Actionfilme nicht viel mehr sein wollten als eskapistische Adrenalinkicks mit kantigen Helden.

Solche Filme entstehen heute kaum noch – zumindest nicht in dieser kompromisslosen Klarheit. Der Trend geht entweder zu überproduzierten CGI-Schlachten, zu ironisch gebrochenen Meta-Actionstücken oder zu Geschichten voller tieferer Ebenen. „Cliffhanger“ hingegen steht für ein Kino, das ohne Zynismus auskam, dabei aber genau wusste, was es ist – und gerade deshalb so gut funktioniert.

Die 5 besten Bergfilme – Unterhaltsames Höhenrauschkino

Sicher: „Cliffhanger“ erreicht weder die emotionale Tiefe noch die visuelle Wucht anderer Werke auf dieser Liste. Aber auch das ist Teil der Faszination Bergfilm: Nervenkitzel, Naturgewalt – und schlichtweg Unterhaltung.

Für mich ist „Cliffhanger“ genau das: ein Film, der einfach funktioniert. Nicht subtil, nicht komplex, aber unglaublich unterhaltsam. Ein Zeugnis der goldenen Ära der Muskel-Action – mit Stallone auf dem Gipfel seines Schaffens. Und das darf ruhig auch mal einfach nur Spaß machen.

4. 14 Gipfel: Nichts ist unmöglich (2021)

Ein Mann mit einer Schneebrille, in der sich ein Berg spiegelt, im Hintergrund ist ein Gebirge | Die 5 besten Bergfilme
Nirmal Purja setzt sich ein unmögliches Ziel – und beweist, dass es möglich ist — 14 Gipfel: Nichts ist unmöglich | 2021 ©Noah Media Group, Little Monster Films

Worum geht es in „14 Gipfel: Nichts ist unmöglich“?

Ein außergewöhnliches Ziel führt den nepalesischen Bergsteiger Nirmal Purja und sein Team auf eine extreme Reise: Innerhalb von sieben Monaten wollen sie alle 14 Achttausender der Welt besteigen. Der Dokumentarfilm begleitet dieses ehrgeizige Unterfangen mit atemberaubenden Bildern, intensiven Momenten und einem tiefen Einblick in die Motivation, den Mut und die physische wie mentale Ausdauer, die solch ein Vorhaben verlangt. Im Fokus stehen nicht nur die gefährlichen Aufstiege, sondern auch der Teamgeist, die Bedeutung nepalesischer Sherpas in der Geschichte des Alpinismus und das Streben nach etwas, das viele für unmöglich hielten.

14 Gipfel: Nichts ist unmöglich | 2021 © Noah Media Group | Little Monsters Film | Presence | Trailer: © Netflix

Die 5 besten Bergfilme – Platz 4

Schon einen einzigen Achttausender zu besteigen, ist eine übermenschliche Leistung. Alle 14 zu erklimmen, reicht für ein ganzes Menschenleben – zu lang, wenn es nach dem Nepalesen Nirmal Purja geht. Er setzte sich das Ziel, die 14 höchsten Gipfel der Welt in weniger als sieben Monaten zu bezwingen.

Eine Mission, die ihn an physische, mentale und logistische Grenzen brachte – und darüber hinaus.

Ein Mann, 14 Gipfel, 7 Monate

Die Geschichte von Nirmal Purja ist nicht nur außergewöhnlich, sie ist bewegend. Geboren in Nepal, beginnt sein Weg nicht in den Bergen, sondern im Militär – zunächst als Gurkha, später in einer Eliteeinheit der britischen Special Forces. Erst spät wendet er sich dem Alpinismus zu, doch was er dabei erreicht, ist in jeder Hinsicht bemerkenswert.

Was „14 Gipfel: Nichts ist unmöglich“ von vielen anderen Kletter-Dokumentationen unterscheidet, ist die emotionale Tiefe, mit der die Motivation seines Handelns dargestellt wird. Auch hier bleibt das Besteigen der Gipfel Selbstzweck – doch man versteht durch diesen Film nicht nur, dass Nims auf die Berge steigt. Man begreift, warum. Die Verbindung zu seiner Heimat, sein unerschütterlicher Glaube an das Unmögliche, die Nähe zu seiner Familie und der Stolz auf sein Team und seine Herkunft – all das sorgt dafür, dass seine Mission greifbar wird, sein Ziel nachvollziehbar.

Etwas, das ähnlich beeindruckenden Dokus wie „Free Solo“ nicht im selben Maße gelingt – obwohl dort die Bilder ebenso atemberaubend und die Leistungen nicht minder extrem sind.

Bilder, die den Atem rauben

Aber auch auf filmischer Ebene ist der Film nicht weniger spektakulär als die Expedition selbst. Die Kameraarbeit reicht von ruhigen Momenten auf windgepeitschten Gipfeln bis hin zu Drohnenflügen, die das Unfassbare greifbar machen. Die Dimension dieser Berge – und die Winzigkeit des Menschen darin – wird eindrucksvoll sichtbar.

Dabei bleibt die Ästhetik stets auf der Seite der Authentizität: kein unnötiger Kitsch, keine überdramatisierte Inszenierung. Und dennoch ein feines Gespür für die ruhigen, zwischenmenschlichen Momente, die jenes Gefühl von Nähe und Verständnis erst entstehen lassen.

„14 Gipfel: Nichts ist unmöglich“ zeigt die Schönheit und die Gefahr Seite an Seite – die Gletscher, den Sturm, das tiefe Blau des Himmels in der Todeszone. Diese Doku ist ein visuelles Erlebnis, das man am liebsten auf der größten Leinwand sehen möchte.

Die 5 besten Bergfilme – Ein filmisches Denkmal

Ein Mann steht auf dem Gipfel des Mount Everest und blickt in die Kamera. Im Hintergrund sieht man weitere Berge | Die 5 besten Bergfilme
Am Gipfel angekommen ist die Reise von Nims Purja noch nicht vorbei — 14 Gipfel: Nichts ist unmöglich | 2021 ©Noah Media Group, Little Monster Films
Das Bild ist eine Werbeanzeige zum Summer Sale auf EMP

Was Nims Purja mit seinem Project Possible leistet, lässt sich kaum in Worte fassen. Ein Unterfangen, für das andere Jahrzehnte brauchen oder es gar nie vollenden, absolviert er in sieben Monaten. Und das mit einem Team, das fernab der westlich geprägten Dominanz des Bergsports agiert.

Die Dokumentation vermittelt dabei nicht nur die physischen Strapazen, sondern auch den organisatorischen Wahnsinn dahinter: Genehmigungen, Wetterfenster, Erschöpfung, Rettungsaktionen. Oft scheint alles gegen Purja zu stehen – und doch geht er weiter. Nicht für Ruhm oder Rekorde, sondern für eine Vision: der Welt zu zeigen, was möglich ist, wenn man daran glaubt.

„14 Gipfel: Nichts ist unmöglich“ ist das Porträt eines Mannes, seiner Träume, seiner Herkunft und seines Durchhaltevermögens. Seine Geschichte inspiriert – und beeindruckt weit über die Gipfel hinaus.

3. Nordwand (2008)

Zwei Männer stehen vor der Eiger Nordwand. Toni Kurz und Andi Hinterstoisser aus dem Film "Nordwand" | Die 5 besten Bergfilme
Freundschaft treibt die beiden Bergsteiger Toni und Andi an — Nordwand | 2008 ©Dor Film-West, Triluna Film AG

Wovon handelt „Nordwand“?

„Nordwand“ erzählt die wahre Geschichte zweier junger deutscher Bergsteiger, die im Jahr 1936 versuchen, die berüchtigte Eiger-Nordwand in den Schweizer Alpen zu bezwingen. Während die Welt auf einen Gipfelsieg als politisches Symbol blickt, stehen die Männer einem Kampf gegen Naturgewalten, eisiger Kälte und den eigenen Grenzen gegenüber.

Denn es ist bis dahin noch niemandem gelungen, die „Mordwand“ zu bezwingen. Und Toni Kurz (Benno Fürmann) und Andi Hinterstoisser (Florian Lukas) wollen die ersten am Gipfel sein.

Nordwand | 2008 ©Dor Film-West | Triluna Film AG | Trailer: ©20th Century Studios

Die 5 besten Bergfilme – Platz 3

Ja, auch das heimische Kino ist in dieser Liste vertreten. Denn warum in die Ferne schweifen, wenn das Drama direkt vor unserer Haustür spielt? „Nordwand“ erzählt eine der erschütterndsten Berggeschichten der Alpen – rau, realistisch und nahbar. Ein Film, der zeigt, dass wahre Tragödien nicht nur am Everest, sondern auch am Eiger geschrieben werden.

Ein Berg wie kein Anderer: die Mordwand

Wenn von gefährlichen Bergen die Rede ist, schweifen die Gedanken schnell in Richtung Himalaya. Und ja, Nanga Parbat, K2 und Everest erzählen oft spektakuläre und mitreißende Geschichten. Doch auch in den Alpen gibt es Felswände, deren Ruf nicht weniger mythisch und tödlich ist – allen voran die Eiger-Nordwand. Sie galt über Jahrzehnte hinweg als „letztes Problem der Alpen“, ein fast senkrechter Alptraum aus Eis und Fels, den bis in die 1930er Jahre niemand zu bezwingen vermochte.

„Nordwand“ erzählt die wahre Geschichte von Toni Kurz und Andreas Hinterstoißer, die 1936 versuchten, diese gefürchtete Wand zu durchsteigen. Der Film fängt diese historische Begebenheit mit einer Wucht ein, die ihresgleichen sucht. Und macht dabei eins klar: auch weit unter 8000 Metern Höhe liegt der Berg voller Gefahr, Spannung und Tragik.

Heldentum im Schatten der Geschichte

Was „Nordwand“ von vielen anderen Bergfilmen unterscheidet, ist sein historischer Kontext. Im Deutschland der 1930er-Jahre war Alpinismus nicht bloß Extremsport – er wurde zur politischen Bühne. Der Nationalsozialismus missbrauchte den Gipfelsieg als Symbol des Übermenschentums, der Berg wurde zur Metapher für ideologischen Triumph. Diese politische Aufladung verleiht der Geschichte ein besonderes Gewicht. Der Drang, den Eiger zu bezwingen, entspringt nicht nur persönlichem Ehrgeiz oder Abenteuerlust – sondern auch einem gesellschaftlichen und systemischen Druck in einer Zeit, in der individuelle Freiheit mehr und mehr untergraben wurde. Ein Gipfelsieg bedeutete auch sozialen Aufstieg. Der Film greift diesen Aspekt sensibel auf, vergisst aber nicht, den persönlichen Traum von der Bergbesteigung in den Vordergrund zu stellen. So entsteht eine emotionale Kollision zwischen Idealismus und Ideologie, zwischen innerem Antrieb und äußerem Zwang.

Europäisches Bergdrama auf Hollywood-Niveau

Vier Männer stehen in einer Felswand, eine Szene aus dem Film "Nordwand" | Die 5 besten Bergfilme
Mit eindrucksvollen Bildern holt „Nordwand“ den Berg auf die Leinwand — Nordwand | 2008 ©Dor Film-West, Triluna Film AG

Inszenatorisch braucht sich „Nordwand“ nicht hinter internationalen Produktionen zu verstecken. Regisseur Philipp Stölzl gelingt es mit begrenztem Budget und echten Drehorten, eine dichte Atmosphäre zu erschaffen – eine, in der man die Kälte, die Höhe und den drohenden Tod in jeder Szene spürt. Die Kamera bleibt nah an den Figuren, verliert aber nie die Erhabenheit des Bergmassivs aus dem Blick. Diese Balance ist selten – und hier meisterhaft.

Was den Film so wirkungsvoll macht, ist das Zusammenspiel aus visueller Kraft und emotionaler Fallhöhe. Zwar braucht der Einstieg etwas Zeit, und nicht jede Figur zündet sofort. Doch je weiter der Aufstieg fortschreitet, desto stärker wächst die Verbindung.  Man leidet mit ihnen, wen die spürbare Kälte über den Bildschirm kriecht, Schneeflocken durch das Bild peitschen und der Wind wie ein unbarmherziger Gegner rauscht.

Der Score ist mitunter etwas dominant, trägt aber dazu bei, die Spannungsschraube immer weiter anzuziehen. Der Film nutzt das Kinoformat voll aus und das trotz der begrenzten Schauplätze. Ein schmaler Grat, ein überhängender Fels, ein dünnes Seil – man ist nicht nur Zuschauer, man ist mitten in der Wand. Eingeklemmt zwischen Ehrgeiz, Freundschaft, Politik und Naturgewalt.

Die 5 besten Bergfilme – ein stilles Denkmal für echte Berghelden

„Nordwand“ ist ein Abenteuerfilm im klassischen, zugleich aber auch das genaue Gegenteil davon. Er ist ein Zeitzeugnis. Eine dramatische, erschütternde Erinnerung an zwei Männer, die auf der Suche nach etwas Größerem alles riskierten. Er zeigt, wie schmal der Grat zwischen Heldentum und Tragödie ist, zwischen Ruhm und Verlust.

Als jemand, der mit den Alpen aufgewachsen ist, lässt mich dieser Film nicht kalt. Er erinnert mich daran, wie schön und zugleich tödlich unsere Berge sein können. Und daran, dass es nicht immer das höchste Ziel braucht, um Größe zu zeigen. Manchmal reicht eine Wand. Eine Wand, die alles verändert.

2. Gipfel der Götter (2021)

Drei Männer stehen vor einem Berg vor mehreren Fahnen und einem Steinfigur. | Die 5 besten Bergfilme
Berge sind majestätische Kulissen – und Spiegel der menschlichen Seele — Gipfel der Götter | 2021 ©Julianne Films, Folivari, Mélusine Productions

Worum geht es in „Gipfel der Götter“?

Ein Fotoapparat mit einer mysteriösen Vergangenheit führt einen japanischen Fotojournalisten auf die Spur von Habu Jōji – einem ebenso brillanten wie kompromisslosen Bergsteiger, der einst für Aufsehen sorgte und dann spurlos verschwand. Die Suche nach Antworten wird zur Obsession und führt tief hinein in die Welt des Extrembergsteigens. Habu verkörpert den unbedingten Willen, sich selbst und den Berg zu überwinden – auf der kompromisslosen Suche nach dem reinen, unverfälschten Alpinismus. Eine Reise, die an die Grenzen des Menschlichen führt, hoch hinauf in die eisigen Höhen des Himalayas.

Gipfel der Götter | 2021 ©Julianne Films | Folivari | Mélusine Productions | Trailer: ©Netflix

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Die 5 besten Bergfilme – Platz 2

Manchmal braucht es keine echten Bilder, um der Wirklichkeit näher zu kommen als jeder Dokumentarfilm. „Gipfel der Götter“ ist ein animierter Film – doch was er über Obsession, Einsamkeit und die unstillbare Sehnsucht nach dem Gipfel erzählt, ist erschreckend real. Hier geht es nicht nur ums Klettern, sondern um die Frage: Warum suchen manche Menschen ihre Bestimmung genau dort, wo der Tod wartet?

Der Everest als Mythos

Kaum ein Ort auf der Welt ist so stark mit menschlicher Sehnsucht, Grenzerfahrung und Mythos aufgeladen wie der Mount Everest. Er steht für das scheinbar Unerreichbare, für die absolute Herausforderung – und für das ewige Mysterium. Genau dieses Mysterium bildet den Ausgangspunkt von „Gipfel der Götter“. Eine sagenumwobene Kamera, die einst George Mallory bei seinem Aufstieg 1924 bei sich getragen haben soll, könnte womöglich beweisen, dass er den Gipfel bereits fast dreißig Jahre vor Hillary und Norgay erreicht hat.

Doch der Film macht schnell deutlich, dass es ihm weniger um historische Beweislagen geht als um die Faszination, die solche Legenden auslösen. Die Frage „Hat er es geschafft?“ wird zum Motor für eine ganz andere Geschichte. Eine viel persönlichere, tiefere und letztlich bewegendere Reise in die Abgründe und die Höhen eines Mannes, der dem Berg näherkommt als den Menschen um ihn herum.

Der Berg als Spiegel der Seele

Ein Mann und ein Junge sitzen an einer Felswand mit Tassen in der Hand.
Auch für ruhige Momente bieten die Berge die perfekte Kulisse — Gipfel der Götter | 2021 ©Julianne Films, Folivari, Mélusine Productions

Im Zentrum des Films steht nicht der Reporter, sondern der mysteriöse Alpinist Habu Joji – eine Figur, die in völliger Einsamkeit nach dem letzten, höchsten Ziel strebt. Was zunächst wie die klassische Geschichte eines vom Ehrgeiz Getriebenen wirkt, entpuppt sich nach und nach als vielschichtige Charakterstudio. „Gipfel der Götter“ erzählt vom Schmerz, vom Verlust und vom Rückzug in eine Welt, in der nur noch der nächste Aufstieg zählt. Nicht als sportliches Ziel, sondern als Flucht vor der Vergangenheit.

Die Berge werden hier zur Metapher für das Unverarbeitete. Jeder Gipfel ist ein Versuch, etwas zu erreichen, was sich nicht fassen lässt: Frieden, Klarheit, vielleicht auch Vergebung. Der Film zeigt auf leise, aber eindringliche Weise, wie sehr manche Menschen erst in der Isolation der Natur mit sich selbst in Kontakt kommen. Und wie hoch der Preis dafür sein kann.

Eine stille Schönheit

Visuell schlägt der Film einen ganz besonderen Ton an: der klassische Zeichenstil verbindet sich mit japanischer Manga-Ästhetik und Anime-Erzählkunst. Statt auf grelle Effekte oder überzeichnete Mimik setzt „Gipfel der Götter“ auf Realismus – der aber Raum für Poesie lässt.

Die Bewegung in den Szenen, das leise Flirren des Windes im Schnee, die Wucht eines Lawinenabbruchs – alles wirkt klar, ruhig beobachtet, fast meditativ. Gerade dadurch entsteht eine emotionale Tiefe, die ein Realfilm in dieser Form selten erreicht. Der Animationsstil dient nicht nur als Mittel zum Zweck, sondern als eigenständige Sprache, die das Unsagbare sichtbar macht. Die Stille, das Alleinsein, die Erhabenheit.

Die 5 besten Bergfilme – Bilder die bleiben

„Gipfel der Götter“ ist mehr als eine klassische Geschichte über das Bergsteigen. Er erzählt davon, was Berge mit uns machen. Über ihre gleichzeitige Schönheit und Bedrohlichkeit, über das Gefühl von Größe und Einsamkeit, das sich in ihrem Angesicht einstellt. Die atemberaubenden Bilder – ob vom Himalaya oder den Alpen – tragen die Geschichte, aber sie kommentieren sie auch: Sie erinnern daran, dass der Berg nicht bezwungen werden will.

Am Ende ist es diese stille, bildgewaltige Erzählweise, die den Film so besonders macht. Er zeigt nicht nur, wie es ist, den Berg zu besteigen, sondern lässt einen spüren, warum manche Menschen gar nicht anders können. „Gipfel der Götter“ ist eine stille Ode an die Berge. Und an die verlorenen Seelen, die in ihrer Einsamkeit Trost suchen.

1. Everest (2015)

Jason Clarke, Josh Brolin und Jake Gyllenhaal in ihren Rollen im Film "Everest" vor dem Himalaya
Schicksale treffen aufeinander, auf den Hängen des Mount Everest — Everest | 2015 ©Working Title Films | RVK Studios | Walden Media | Universal Pictures

Wovon handelt „Everest“?

Basierend auf wahren Ereignissen erzählt „Everest“ die Geschichte mehrerer Expeditionsteams, die im Jahr 1996 den höchsten Berg der Welt bezwingen wollen. Im Zentrum stehen dabei die Gruppen um die erfahrenen Bergführer Rob Hall (Jason Clarke) und Scott Fischer (Jake Gyllenhaal). Was als ambitioniertes Abenteuer beginnt, entwickelt sich zu einem Überlebenskampf gegen eisige Stürme, dünne Luft und die erbarmungslose Natur des Himalayas. Der Film begleitet die Bergsteiger Schritt für Schritt auf ihrem Weg zum Gipfel und schildert dabei ihre Schicksale auf emotionale und visuell eindrucksvolle Weise.

Everest | 2015 ©Universal Pictures | Working Title Films | RVK Studios | Walden Media | Cross Creek Pictures

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Die 5 besten Bergfilme – Platz 1

Und damit haben wir den Gipfel erreicht – im wahrsten Sinne des Wortes. Platz 1 gebührt dem höchsten Berg der Welt und einem Film, der eine der erschütterndsten wahren Begebenheiten des modernen Alpinismus erzählt. „Everest“ ist großes, atemloses Kino, das die Schönheit und Brutalität der Natur in eine epische Tragödie verwandelt. Eine Geschichte, wie sie nur das echte Leben schreiben kann.

Ein Tag im Mai

Im Mai 1996 kostete ein plötzlicher Wetterumschwung am Mount Everest acht Menschen das Leben – eine der verheerendsten Katastrophen in der Geschichte des Höhenbergsteigens. Es war ein Jahr, in dem der Everest längst zum Ziel zahlreicher kommerzieller Expeditionen geworden war. Hunderte versuchten jährlich, das Dach der Welt zu erreichen – nicht alle kehrten zurück. Regisseur Baltasar Kormákur nimmt sich in „Everest“ dieser realen Tragödie an und erzählt sie nicht als Heldenepos, sondern als warnendes, hoch emotionales Drama.

Was der Film dabei besonders gut einfängt, ist die brutale Realität der extremen Höhe: Sauerstoffmangel, Wetterumschwünge, körperliche Grenzen – Dinge, die sich der Verstand kaum vorstellen kann. Bis heute sind über 300 Menschen beim Versuch gestorben, den Everest zu besteigen. Viele davon liegen noch immer am Berg, im ewigen Eis. „Everest“ erinnert an diese Opfer – und daran, wie dünn die Linie zwischen Triumph und Tragödie ist.

Menschen am Abgrund

Mehrere Männer wandern durch einen Schneesturm. Im Vordergrund steht Jason Clarke als Rob Hall im Film "Everest".
Die Figuren sind das Herzstück von „Everest“ – und machen das Geschehen noch tragischer — Everest | 2015 ©Working Title Films | RVK Studios | Walden Media | Universal Pictures

Was „Everest“ so eindringlich macht, ist die Tatsache, dass er nie den Berg, sondern stets die Menschen in den Mittelpunkt stellt. Die Figuren – allesamt real – sind keine Superhelden, sondern ganz unterschiede Persönlichkeiten mit ihren eigenen Träumen, Zweifeln und Beweggründen. Da ist Rob Hall (Jason Clarke), der verantwortungsvolle Expeditionsleiter, der alles daran setzt, seine Truppe sicher nach oben und wieder hinunter zu bringen. Scott Fischer (Jake Gyllenhaal), der charismatische Draufgänger, der den nächsten Adrenalinkick sucht. Und da ist Doug Hansen (John Hawkes), der sich den Traum vom Gipfel erfüllen will, um Schulkindern zu zeigen, dass alles möglich ist.

Der Cast ist brillant besetzt: Neben Clarke, Gyllenhaal und Hawkes sorgen auch Josh Brolin, Emily Watson, Sam Worthington, Keira Knightley und Elizabeth Debicki für emotionale Tiefe. Jede Figur bringt eine andere Perspektive mit – vom Profi bis zum Erstbesteiger, vom Wissenschaftler bis zur besorgten Ehefrau. Es ist genau dieses Netz aus Schicksalen, das den Film so mitreißend macht. Wenn das Wetter umschlägt, wenn der Funkkontakt abbricht, dann geht es nicht mehr um Gipfelsiege – sondern nur noch ums nackte Überleben.

Mitten im Sturm – atemberaubende Bilder und gnadenlose Realität

Zwei Männer gehen auf den verschneiten Gipfel eines Berges zu. Die Sonne steht über dem Gipfel, wir sehen die Männer von hinten.
Baltasar Kormákur bringt den Mount Everest auf den Bildschirm – so eindrucksvoll, wie in keinem anderen Film — Everest | 2015 ©Working Title Films | RVK Studios | Walden Media | Universal Pictures

Was „Everest“ visuell leistet, ist schlichtweg überwältigend. Schon früh entsteht das Gefühl, selbst Teil der Expedition zu sein. Man beginnt den Aufstieg in einer idyllischen, aber nicht weniger majestätischen Landschaft. Doch je näher man dem Gipfel kommt, umso spürbarer wird die Gefahr. Ob ein schwindelerregender Balanceakt über Stahlleitern oder das Ausharren im eisigen Sturm. Die Finger frieren, der Atem wird knapp und die Füße schwer. Die Kameraarbeit vermittelt die Erhabenheit der Berge ebenso wie ihre Gleichgültigkeit gegenüber dem Menschen. Kein Film zuvor und auch danach hat das Gefühl, auf dem Everest zu stehen so authentisch und intensiv eingefangen.

Dabei ist es gerade diese visuelle Wucht, die den Film so stark macht: Wenn die Geschichte kippt, wenn das Abenteuer zum Albtraum wird, spürt man als Zuschauer jede Windböe, jede Entscheidung, jede verlorene Minute. Der Everest wirkt nicht wie ein Ort auf dieser Welt – sondern wie ein Prüfstein zwischen Leben und Tod, zwischen Hybris und Demut.

Die 5 besten Bergfilme – Bleibende Erinnerung

„Everest“ ist mehr als nur ein Katastrophenfilm. Er ist eine Verbeugung vor jenen Menschen, die das Unmögliche wagen. Und zugleich ein Mahnmal vor der menschlichen Hybris, die glaubt, die Natur kommerzialisieren zu können. „Everest“ bringt die Faszination des Himalaya und der höchsten Gipfel der Welt zurück, aber auf eine neue Weise: nicht pathetisch, sondern menschlich und schonungslos.

Es ist ein Film, der unter die Haut geht. Durch seine Schicksale und durch seine Wirkung. Ein Film, der zeigt, wie groß die Sehnsucht des Menschen nach dem Höheren ist – und wie klein er im Angesicht der Natur bleibt.

Wenn am Ende die Bilder der realen Menschen eingeblendet werden, erkennt man die Personen hinter den Figuren und merkt: man hat hier nicht nur einen mitreißenden Film gesehen. Man hat eine wahre Tragödie erlebt, die in Erinnerung ruft, dass es Orte gibt, die man nur mit Demut betreten darf. Und dass Größe oft einen Preis hat.

Weitere Empfehlungen zum Thema „Die 5 besten Bergfilme“ aus der Redaktion:

  • 127 Hours (2010)
  • Im Auftrag des Drachen (1975)
  • Mörderischer Vorsprung (1988)
  • A lonely Place to Die – Todesfalle Highlands (2011)
  • Sennentuntschi (2010)
  • Nanga Parbat (2010)
  • Tyfelstei (2014)
  • Free Solo (2018)
  • Der Alpinist (2021)
  • The Summit – Gipfel des Todes (2012)

Fazit zu die 5 besten Bergfilme

Angekommen auf dem Gipfel, lohnt sich der Blick zurück – nicht nur auf fünf eindrucksvolle Filme, sondern auf die vielen Facetten, die das Genre des Bergfilms ausmachen. Sie erzählen von Spiritualität, von Schmerz, von der Kraft der Natur und dem inneren Antrieb des Menschen, das scheinbar Unmögliche zu wagen. Mal dokumentarisch und nüchtern, mal dramatisch und emotional – doch immer atmen sie die klare, dünne Luft der Höhe.

Bergfilme sind mehr als nur Abenteuer – sie sind Spiegel menschlicher Sehnsüchte, Ängste und Ideale. Und genau darin liegt ihre Faszination. Doch das war nur meine Auswahl für die 5 besten Bergfilme. Jetzt seid ihr gefragt: Welche Gipfel haben euch am meisten bewegt?

Welche sind eure 5 besten Bergfilme?


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Ein Mann mit Bart, Sonnenbrille und schwarzer Cap hält eine Bulldogge im Arm. Er trägt einen orangefarbenen Hoodie mit schwarzem Schriftzug. Im Hintergrund ist eine hügelige Landschaft mit kahlen und immergrünen Bäumen unter blauem Himmel zu sehen.

 


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12 Kommentare

  1. Das Thema für diese Woche fand ich insofern passend gewählt, dass ich von Samstag bis heute im Bregenzerwald war, inclusive Abstecher ins Appenzellerland und ins Montafon. Gewandert wurde allerdings wenig, wir haben uns im Bus bewegt. Aber es war eine schöne Woche, die ich sehr genossen habe.

    Daher konnte ich meinen Beitrag auch erst jetzt hochladen, nachdem ich ihn geringfügig modifiziert habe.

    https://blaupause7.wordpress.com/2025/07/31/die-5-besten-am-donnerstag-bergfilme/

    Ruhe sanft, Laura Dahlmeier – auch wenn ich sie nicht gekannt habe und erst durch Nachfragen erfahren habe, wer sie war.

  2. Ein Thema, bei dem ich nicht so gut auskenne. Umso spannender sind die Empfehlungen hier.

    1. Sieben Jahre in Tibet (1997)
    2. Mörderischer Vorsprung (1988)
    3. Cliffhanger (1993)
    4. Everest (2015)
    5. Der Berg der Versuchung (1956)

    R.I.P. Laura Dahlmeier

    1. „Das finstere Tal“ mag ich auch sehr gern, war mir persönlich dann aber zu wenig Bergfilm für die Liste. Aber das ist natürlich Interpretationssache.
      Und „Free Solo“ fand ich zwar beeindruckend, hat mich emotional aber nicht so sehr gekriegt. Da fand ich zB „Der Alpinist“ oder die im Artikel erwähnte Doku doch stärker und mitreißender.

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