Stunts im Film: Ein Hauch Historie

Titelbild zu "Stunts im Film". Das Bild zeigt alte Autos, die aufeinander prallen, Menschen, die hoch springen und einen Mann, der an einem Pfahl am Auto befestigt ist.

In „Mission Impossible: Dead Reckoning Teil 1“ gibt Tom Cruise derzeit mal wieder alles im Kino. Er macht natürlich wieder seine Stunts selber und versucht erneut etwas noch nie dagewesenes. Manche sprechen vom spektakulärsten Stunt der Filmgeschichte. Ob das wirklich der Fall ist, ist aber diskutabel, denn die Geschichte der Stunts im Film ist lang und beeindruckend.

Die Anfänge des Stunts im Film

Am 12. November 1910 ging Heißluftballon über dem Hudson River in Flammen auf. Der einzige Passagier sprang aus dem brennenden Ballon in den Fluss. Das alles vor laufender Kamera. Diese Szene gilt als der erste Stunt, der für einen Film gedreht wurde. Leider existieren die Aufnahmen nicht mehr. Es ist weder überliefert, wer der Stuntman im Ballon war, noch für welchen Film diese Szene gedreht wurde. Ein verlorenes Stück Filmhistorie, das nur noch in Erzählungen fortbesteht.

Es ist aber diskutabel, ob es sich dabei wirklich um den ersten Stunt im Film handelte. Es kommt darauf an, was man als einen Stunt definiert.

Der erste Stuntman

Strenggenommen gehörte bereits im Jahr 1903 der erste Stuntman zu einem Filmteam. In einem der ersten Actionfilme, „Der große Eisenbahnraub“, hatte Frank Hanaway, ein ehemaliges Mitglied der Kavallerie, nur eine Aufgabe: vom Pferd fallen.

Frank Hanaway gilt offiziell als erster Stuntman und steht damit sogar im Guinness Buch der Rekorde. Abgesehen von seinem Sturz vom Pferd, ist er nie wieder in einem Film aufgetreten. Ruhm war damals offensichtlich noch vergänglicher, als es heute der Fall ist. Wobei der Ruhm Frank Hanaway vermutlich ohnehin erst spät erreichte, denn es ist eher unwahrscheinlich, dass im Jahr 1903 jemand ein Autogramm von dem Banditen, der vom Pferd fiel, haben wollte.

Stunts im Film – jetzt auch mit Bezahlung

Es ist nicht überliefert, ob Frank Hanaway für seinen Stunt bezahlt wurde. 1903 war eine andere Zeit und ganz weit davon entfernt, alles durch regulierte Verträge zu regeln, sodass alle Beteiligten an einer Produktion eine Vergütung bekommen.

Die Überlieferung des ersten bezahlten Stunts stammt aus dem Jahr 1908. Im Film „The Count of Monte Christo“ bekam ein für den Film angestellter Akrobat 5 US-Dollar dafür, von einer Klippe in einen See zu springen.

Es gab also bereits vor dem brennenden Ballon über dem Hudson River Stunts im Film. Der Ballon könnte aber der erste wirklich spektakuläre Stunt der Filmgeschichte gewesen sein.

Vom Rodeo zum Film

Die Produktionsstudios verlangten nach und nach mehr Stunts in ihren Filmen. Schon vor über 100 Jahren hatten die Produzenten also keine Ahnung, was einen guten Film wirklich ausmacht und sie schielten auf mehr Action als Erfolgsrezept. Also alles wie heute, nur nicht ganz so unerträglich.

Die Regisseure brauchten also mehr Stuntleute. Diese suchten sie sich bei Rodeo-Shows. Rodeo-Reiter sind es gewohnt, von Pferden zu fallen und von Bullen täglich ein Schleudertrauma verpasst zu bekommen. Dann haben sie einen guten Tag, weil der Bulle sie nicht mit seinen Hörnern penetriert hat. Genau die richtigen also, um im Film ständig von Pferden zu fallen und von Häusern zu springen.

Als im Jahr 1911 die Miller-Arlington Show ihre Pforten schloss, suchten die zahlreichen Rodeo-Reiter neue Jobs. Der Produzent Thomas Harber Ince stellte sie alle für die New York Motion Picture Company – Hollywood existierte in der uns bekannten Form noch nicht und die Filmstudios saßen eher in New York oder Chicago – ein und brachte sie in Venice unter. Im fünf Meilen entfernten Topanga Canyon drehten die Stuntleute täglich Filme für Thomas H. Hince und bekamen dafür 8 US-Dollar in der Woche.

Frauen in einer Männerdomäne

Der Begriff Stuntman verdeutlicht schon, dass Frauen in diesem Bereich einen eher schweren Stand hatten. Das lag vermutlich nicht mal grundsätzlich daran, dass ihnen nicht zugetraut wurde, vom Pferd zu fallen. Viel mehr war das Problem wahrscheinlich einfach, dass die Stunts im Film sich aus dem Drehbuch heraus größtenteils auf Männer bezogen. Cowboys waren nun mal männlich. Die bekämpften Ureinwohner ebenfalls. Und abseits des Western passierte filmisch ohnehin noch nicht viel.

Unter den Stuntleuten aus der Miller-Arlington Show befand sich Rose August Wenger, die als Helen Gibson Bekanntheit erlangte, und als erste Stuntwoman beim amerikanischen Film gilt.

Im Jahr 1915 bekam sie ihre eigene TV-Show „The Hazards of Helen“. Als die Hauptdarstellerin Helen Holmes aus der Serie ausstieg, durfte ihr Stuntdouble Helen Gibson die Hauptrolle übernehmen. Ihren größten Stunt performte sie für die Serie, als sie von einem Dach eines Bahnhofs auf einen fahrenden Zug sprang und dabei fast vom Zug gefallen wäre.

Helen Gibson hatte Probleme, eine Versicherung zu bekommen. Ein Umstand, der für Stuntleute im Film auch in Zukunft noch bedeutend sein sollte.

Die Clowns übernehmen die Stuntshow

Zu den berühmtesten Stunts der Filmhistorie gehören überraschenderweise die, für die sich eigentlich als Komödianten bekannte Darsteller in Lebensgefahr begaben.

Den Startschuss dafür gab auf gewisse Weise der Film „Ausgerechnet Wolkenkratzer“ in dem Harold Lloyd in einer noch heute vielfach rezitierten Szene an einer Turmuhr hängt. Hierzulande hatte Lloyd zu keiner Zeit den Status eines Chaplin oder des Duos Laurel und Hardy inne, aber in den 1920er Jahren, war er der bestbezahlte Schauspieler der Welt.

Ebenfalls im deutschsprachigen Raum eher unter dem Radar bewegte sich ein Komödiant, der wie kein zweiter durch seine waghalsigen Stunts von sich reden machte: Buster Keaton.

Stunts im Film: Harold Llyod hängt an dem Zeiger der Uhr
Harold Lyods berühmter Stunt, der in die Geschichte einging — Ausgerechnet Wolkenkratzer | 1923 ©Harold Lloyd Trust

Der furchtloseste Darsteller seiner Zeit

Buster Keaton war auf viele Arten ein Sonderfall in der damaligen Filmbranche. Zum einen war er offensichtlich absolut furchtlos und zweitens war er auch ein guter Writer. Vor allem für die Gags in seinen Filmen war er meistens selbst verantwortlich. Das brachte die Konkurrenz ein wenig zur Verzweiflung, da diese sich für gewöhnlich gegenseitig die Gag-Autoren wegnahmen.

Regisseur Leo McCarey fasste es treffend zusammen: „Wir alle versuchten, den anderen die Gag-Schreiber zu stehlen. Aber bei Keaton hatten wir kein Glück. Er dachte sich die besten Gags für seine Filme selbst aus. Und ihn konnten wir nicht stehlen!“

Buster Keaton erlangte eine Reputation als eine Art Comedian Daredevil mit seinen lustigen Filmen voller lebensgefährlicher Stunts. Bei einem seiner ersten Stunts im Jahr 1924 brach er sich das Genick. Das stellten die Ärzte aber erst über 10 Jahre später fest, als sie Röntgenaufnahmen machten.

Unterdessen hatte Keaton einige seiner berühmtesten Stunts performt. Die umstürzende Häuserwand, die er übersteht, weil er an der Stelle steht, wo das Fenster ist, kennen wir wohl alle. Bei einem Sprung von Haus zu Haus rutschte er ab und fiel durch mehrere Markisen, bevor er in einem Sicherheitsnetz landete. Das brachte ihm einen mehrtägigen Krankenausaufenthalt ein.

Da seine Crew die Vorgabe hatte, immer weiter zu filmen, egal, was passiert, konnte er die Aufnahmen für den finalen Film „Die drei Zeitalter“ verwenden und plante eine komplett neue Szene mit noch mehr Stunts drumherum. Ein Profi mit Leidenschaft – und einer guten Portion Wahnsinn, schätze ich.

Planes, Trains and Automobiles

Mit neuen Entwicklungen gingen auch neue Stunts einher. Das Prinzip von „Höher, schneller, weiter“ ging auch an diesem Aspekt des Films nicht vorbei. Da die Filmbranche aber zu diesem Zeitpunkt tatsächlich noch kreativ war, kamen dabei weitere zeitlose Stunts heraus.

Im Jahr 1939 rutschte Yakima Canutt unter einer Pferdekutsche hindurch. Ein Stunt, der ebenfalls immer wieder rezitiert oder erweitert wird. Beispielsweise in „Jäger des verlorenen Schatzes“, wenn Indiana Jones unter einem LKW durchrutscht.

Ein zeitlicher Sprung von knapp 40 Jahren bringt uns zu einem der beeindruckendsten Autostunts. Im Film „Der Mann mit dem goldenen Colt“ aus dem Jahr 1974 springt James Bond mit einem Auto über einen Fluss. Dabei macht das Auto eine komplette 360 Graddrehung.

Stunts im Film: Ein rotes Auto schwebt rücklings über den Fluss und springt von einem Holzbrückenteil zum anderen
Der erste Stunt, der mit der Hilfe eines Computers entstand: Im James Bond Film “Der Mann mit dem goldenen Colt” fliegt ein Auto über den Fluss — Der Mann mit dem goldenen Colt | 1974 ©United Artists

Das war der erste Stunt, der mit der Hilfe eines Computers entstand. Per Computer Modelling erstellten die Stuntkoordinatoren eine Simulation des geplanten Stunts, um herauszufinden, wie sie die Rampen bauen mussten und wie schnell das Auto fahren musste. Vermutlich waren es 88 Meilen in der Stunde, aber das ist nicht überliefert.

Im leider ziemlich in Vergessenheit geratenen Film „Trans-Amerika-Express“ aus dem Jahr 1976 mit Gene Wilder und Richard Pryor gibt es den wohl spektakulärsten Zugunfall zu bewundern, wenn der titelgebende Silver Streak ungebremst in einen Bahnhof scheppert. Es gibt zwar leider keine Backstageszenen davon, aber die Szene ist wohl eine Mischung aus Modell und Stunt, für den man in einem Hangar einen Bahnhof nachgebaut hat und den Zug durchzog.

Höhepunkt der Karambolagen war „Blues Brothers“, der im Jahr 1980 104 Autos zerstörte.

Und dann ging alles schief …

Je größer und besser Stunts sein sollten und je mehr Vehikel und physikalische Gegebenheiten ignorierende Aspekte in die Stunts eingebaut wurden, desto gefährlicher wurden sie.

Bei den Dreharbeiten zum Film „Tora! Tora! Tora!“ im Jahr 1970 stürzte ein Flugzeug in eine Reihe anderer Flugzeuge am Boden und nur durch ein Wunder – und schnelle Reflexe – wurde niemand dabei verletzt.

Bei den Dreharbeiten zu „Das Boot“ im Jahr 1981 ging in der Tat ein Mann über Bord und verletzte sich dabei. Schauspieler Jan Fedder musste ins Krankenhaus und fiel einige Tage lang aus. Regisseur Wolfgang Petersen entschied, dass die Szene in den Film musste und schrieb das Script ein wenig um, sodass Jan Fedders Charakter anschließend eine Weile auch im Film verletzt im U-Boot liegt.

Tom Cruise brach sich den Fuß, als er für „Mission Impossible 6“ von einem Häuserdach zum anderen sprang. Erinnerungen an Buster Keaton kommen nicht von ungefähr.

Stunts im Film gingen aber nicht immer so glimpflich aus. Am 23. Juli 1982 starben während der Dreharbeiten zu einem Segment für „Twilight Zone: The Movie“ Darsteller Vic Morrow und die Kinder Renee Shin-Yi Chen und Myca Dinh Le als ein Helikopter auf sie abstürzte.

Stuntwoman Heidi von Beltz war nach einem Stunt in „Auf dem Highway ist die Hölle los“ für den Rest ihres Lebens querschnitzgelähmt.

Im Jahr 2018 starb Stuntwoman Joi „SJ“ Harris bei einem Motoradunfall für „Deadpool 2“.

Stunts sind immer gefährlich. Und manchmal tödlich.

Vermutlich ist es das Beste, den Humor darin zu finden, wenn man so einen Job machen will.

Der Humor kehrt in Asien zurück

In den 1970ern und vor allem 1980ern tauchte ein Mann auf der Bildfläche auf, der sich vermutlich jeden Knochen in seinem Körper mindestens einmal bei einem Stunt gebrochen hat.

Asien war vor allem bekannt für seine Martial Arts Filme, in denen Kämpfer die Gesetze der Physik aushebelten und durch die Gegend flogen wie eine Schwalbe am Sommeranfang.

Ein junger Mann namens Jackie Chan spielte in diesen Filmen mit und entwickelte gleichzeitig eine Faszination für die Stummfilme aus Hollywood, in denen Komiker durch waghalsige Stunts, Humor und Action miteinander verbanden. Da schließt sich sozusagen ein Kreis. Den Stil, den wir von Jackie Chan kennen, hätte es ohne Buster Keaton oder Harold Lloyd nie gegeben.

In einigen seiner bekanntesten Filme stellt Jackie Chan auch Szenen aus deren Filmen nach. Ein gutes Beispiel ist „Project A“ aus dem Jahr 1983. Darin hängt Chan an einer Uhr wie Lloyd 60 Jahre zuvor und fällt anschließend durch zwei Markisen, wie Keaton bei seinem Fehlversuch vom Häusersprung.

In der Fortsetzung „Project A II“ stellte Chan die umkippende Häuserwand von Buster Keaton mit einem fast 10 Meter hohen Bambusgerüst nach, das am Ende des Films auf ihn herabfällt.

Die Verehrung für den amerikanischen Stummfilm hat übrigens einen simplen Grund: Jackie Chan konnte kein Englisch, also griff er auf Filme zurück, die er auch ohne Sprachkenntnisse verstand.

Neue Maßstäbe für Stunts im Film

Abseits seiner Liebe für diese Art der Comedy setzte Chan aber auch neue Maßstäbe für Stunts im Film und Martial Arts Kämpfe auf Zelluloid.

Aus filmischer Sicht bestechen die Filme von Jackie Chan vor allem durch die Kameraarbeit, die in der Regel mit wenigen Schnitten auskommt und das Geschehen stets breit erfasst. Dadurch ist direkt erkennbar, dass die Darsteller und Darstellerinnen in den Filmen in der Tat in einer Choreografie gegeneinander kämpfen, die zum Teil ihresgleichen sucht.

Dazu kommen dann die teils wahnsinnigen Stunts, die noch wahnsinniger erscheinen, wenn man sich ein wenig mit den nicht vorhandenen Sicherheitsvorkehrungen beschäftigt. Wenn Jackie Chan in „Police Story“ an einer Stange herunterrutscht, an der zahlreiche Glühbirnen befestigt sind und sich dabei die Hände nicht nur aufschneidet, sondern auch Verbrennungen zweiten Grades zuzieht, aber anschließend weitermacht, um den Take nicht zu versauen, weiß man, womit man es hier zu tun hat.

Das gesamte Team von Jackie Chan und alle rund um ihn herum gingen stets mit einer Leidenschaft an die Filme heran, die gefühlt über das menschenmöglich hinausging.

Unter anderem brachte Chan auch Michelle Yeoh aufs Parkett. In „Police Story 3“ toppte sie den Stunt von Helen Gibson knapp 90 Jahre später und sprang mit einem Motorrad auf einen fahrenden Zug.

Stunts im Film: Jackie Chan hängt am Heck eines Lasters. Seine Füße schleifen dabei über den Boden
Jackie Chan hängend am Heck eines Lasters in “Police Story” — Police Story | 1985 ©Cine Plus

Special Effects vs. Stunts im Film

In den 1990er Jahren begann der große Aufstieg von CGI im Film. Computeranimierte Szenen und Einstellungen wurden zu einem Trend. Dadurch gerieten Stunts teilweise ein wenig ins Hintertreffen.

Vor allem in den Filmen des frühen 21. Jahrhunderts bestanden die Actionszenen größtenteils nur noch aus Computeranimationen und stupidem Geballer, für das die Stuntleute knapp 100 Jahre vorher die Studios vermutlich öffentlich niedergebrannt hätten. Und das zu Recht. Nichts ist hässlicher, als reine CGI-Action-Szenen, aber lassen wir das.

Glücklicherweise gibt es aber immer noch die Menschen, die die Kunst der Stunts im Film hochhalten.

Im Jahr 2015 setzte Regisseur George Miller seine Vision um, die er bereits 25 Jahre zuvor mit den damaligen begrenzten Möglichkeiten umzusetzen versucht. „Mad Max: Fury Road“ stellte aber wohl alles bis dato in den Schatten. Eine zweistündige Cirque du Soleil Verfolgungsjagd in der Wüste, hatte man bis dahin – und auch seither – nicht gesehen.

In der bereits erwähnten „Mission Impossible“-Reihe übertreffen die Stunts regelmäßig die Vorgänger in ihrem Risiko und ihren Schauwerten.

Es wird weiterhin gekämpft in Filmen wie „The Raid“ oder „Everything Everywhere All At Once“, für den Michelle Yeoh einen Oscar gewann und das, ohne mit einem Motorrad auf einen Zug zu springen.

Regisseure wie Christopher Nolan lassen komplett bewegliche Sets bauen, um darin Stuntszenen zu drehen wie in „Inception“ oder legen einen LKW in „The Dark Knight“ spektakulär aufs Dach.

Und eine Crew von furchtlosen Aufmerksamkeitssüchtigen namens „Jackass“ hat aus einer Stuntshow eine ganze Filmreihe gemacht.

Die Zukunft bringt noch mehr Stunts im Film

Die Arbeit von Stuntleuten wurde nie wirklich gewürdigt. Die Oscars – über deren Wert wir hier besser nicht diskutieren, denn da hat der Autor eine ganz eigene Meinung zu – hatten nie einen Award für Stunts im Film.

In den Anfängen bekamen Stuntleute nicht mal eine Bezahlung oder wurden namentlich genannt. Die Stuntdoubles von bekannten Darstellern stehen höchstens in fiktiven Werken wie „Once Upon A Time In Hollywood“ im Rampenlicht. Ansonsten rücken Stunts nur in den Fokus, wenn sie der Darsteller oder die Darstellerin selbst vollzogen hat.

Stunts im Film und vor allem die Menschen dahinter hätten also viel mehr Anerkennung verdient. Vielleicht bekommen sie diese irgendwann, denn es wird auch in Zukunft Stunts im Film geben. Trotz CGI und anderen Verpestungen des Films, bleibt der praktische Aspekt erhalten.

Stunts im Film leben weiter. Aber welcher Stunt tatsächlich der Spektakulärste ist, das müssen wir wohl alle für uns selbst entscheiden.

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MARCEL – Autor
Irgendwie ist es mir tatsächlich gelungen, vom Schreiben leben zu können. Dadurch habe ich eine meiner Leidenschaften zu meinem Beruf gemacht. Die zweite Leidenschaft sind Filme. Diese Leidenschaft musste in den letzten Jahren stark zurückstecken. Ich habe schon als Kind ständig Filme geschaut. Daraus habe ich einen Sammeltrieb entwickelt. Dieser macht sich mit über 1.000 Filmen auf DVD und BluRay in meiner Bude breit. Ich war außerdem der selbsternannte Leiter des Filmschrottplatzes (manche werden sich erinnern). Nachdem ich aus Zeitgründen und auch, weil die Filmbranche sich meiner Meinung nach in eine absolut falsche Richtung entwickelt hat, alles lahmgelegt habe, entfacht sich gerade die Flamme der Leidenschaft neu.

 

Header: Passion of Arts Design | Foto: Mad Max: Fury Road | 2015 ©Warner Bros. Entertainment | Prime Video

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2 Kommentare

  1. @marcelmichaelsen

    Wieder ein sehr schöner und informativer Artikel.
    Ich hatte vor etwa 2 Jahren mal eine Buster Keaton Werkschau gemacht. Natürlich war mir der Name als Filmfan ein Begriff, aber ich hatte vorher noch nie einen Film von ihm gesehen. Ich schaute dann Drei Zeitalter, Sherlock Jr. Der General und noch ein paar andere an. Die Filme sind um die 100 Jahre alt und es gehörte mit zum innovativsten, witzigsten und spektakulärstem was ich seit langer Zeit gesehen hatte. Die Stunts sind nicht nur aus damaliger Sicht wirklich irre und seine Gags auch heute noch so modern und überraschend. Ich empfinde absolute Bewunderung für das Genie dieses Mannes.
    Zum “Trans America Express”. Im Vorspann von “Ein Colt für alle Fälle”, was ja auch eine Würdigung für Stuntleute sein soll, wird eine Szene aus dem Film gezeigt. Die als jemand an einem Mast hängt und der Zug direkt entlang fährt. Wirklich schade, dass der Film fast vergessen ist weil er tatsächlich einige der spektakulärsten Stunts der 70er Jahre aufweisen kann und mit Gene Wilder und Richard Pryor auch ein absolutes Traumduo die auch mehrere Filme zusammen drehten.
    Noch kurz zu deiner Bemerkung was übermäßiges CGI betrifft: Absolute Zustimmung. Bei offensichtlichen CGI-Explosionen zum Beispiel, habe ich nicht das Gefühl gerade eine Actionszene zu sehen. Das bringt mich aus der Immersion immer so raus und ich empfinde einfach nicht das selbe wie bei richtigen Stunts oder richtigen Explosionen. Weshalb ich mittlerweile auch den größten Quatsch abfeiere solange da nur ein Pyrotechniker wirklich was in Luft gesprengt hat oder man halbwegs gut choreografierte Kämpfe sieht, die nicht durch übermäßige Schnitte völlig zerstört werden. Ein Stilmittel das ich mindestens so schlimm finde wie exorbitantes CGI.
    Dein Artikel ist eine schöne Würdigung für eine enorm wichtige, aber oft vergessene Berufsgruppe in der Filmlandschaft und ein sehr interessanter Überblick über diesen Beruf.

    1. @klaathu

      Ja, Keaton war auf gewisse Weise einfach seiner Zeit voraus. Generell würde ich aber ohnehin sagen, dass die Filme dieser Ära zeitlos sind, weil sie sich einfach nicht so stark auf den Zeitgeist versteifen, wie das in den letzten 30 Jahren der Fall war.
      Humor ist natürlich subjektiv, aber Slapstick funktioniert im Grunde immer, weil da vor allem die Schadenfreude bedient wird, während moderner Humor eher vulgär uns einfallslos daherkommt.
      Wir können diese Zeitlosigkeit von Slapstick auch quasi bis heute beobachten, weil diese Art von Humor immer wieder hervorgebracht wird. Funktioniert seit über 100 Jahren und wird nicht alt, egal, ob es ein Keaton, Laurel und Hardy damals, ein Sellers in den 60ern und 70ern, ein Richards in den 90ern oder eine McCarthy heute ist. Sind natürlich nur nicht alle mit dem gleichen Talent gesegnet, was das angeht. Wobei ein Sellers in meinen Augen ein absolutes Phänomen war, was das angeht und selbst die Vorreiter teilweise noch in den Schatten stellte.

      Wilder und Pryor waren absolut Spitze zusammen. Schade, dass sie nur eine handvoll Filme gemeinsam gemacht haben. Waren immer top. Der Verweis auf den Vorspann von Colt Seavers war übrigens im Text, fiel aber der Schere zum Opfer, weil der Absatz zu lang war.

      Ja, ich stehe mit CGI seit jeher auf Kriegsfuß. Neben Explosionen ist mein größtes Problem übrigens CGI-Blut in Horrorfilmen, aber lass uns nicht davon anfangen. Ich bin auch ganz froh, dass man in den letzten Jahren zumindest ein wenig den Einsatz von CGI zurückgeschraubt hat, aber es ist immer noch viel zu viel. Und es sieht vor allem mittlerweile alles dermaßen generisch aus dadurch, dass nichts mehr einen eigenen Stil hat. Man ist ja sogar dazu übergegangen, reale Szenen von Belichtung und Erscheinung dem CGI anzupassen, damit man den Unterschied nicht mehr so sehr wahrnimmt. Hollywoods hässlichste Ära einfach.

      Ansonsten, danke fürs Lesen und das Lob. Mal schauen, was ich mir als nächstes Thema vornehme. Ein paar Ideen habe ich noch. Und Vorschläge sind nebenbei auch immer willkommen.

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