Liebe Passioner, schnallt euch an, denn heute suchen wir die 5 besten asiatischen Actionstars. Von harten Kerlen und toughen Frauen, von stilisiertem Gun-Fu bis hin zu klassischem Martial Arts und kompromissloser Körperlichkeit ist heute alles dabei. Wir begeben uns auf eine Reise durch verschiedene Epochen und Stile des asiatischen Actionfilms. Von der traditionellen Kampfkunst über akrobatische Stunt-Action bis hin zu ikonischem Heroic Bloodshed.
Dabei geht es mir nicht darum, wer am schnellsten zuschlägt oder die meisten Gegner ausschaltet. Vielmehr wollen wir jene Schauspieler und Schauspielerinnen feiern, die das asiatische Actionkino geprägt, weiterentwickelt und weltweit sichtbar gemacht haben. Stars, deren Körper, Präsenz und Stil mehr erzählen als tausend Explosionen. Und die Action als Kunstform verstanden haben.
Ein Beitrag von Martin K.
Die Rubrik „Die 5 BESTEN am DONNERSTAG“ erklärt 🌟🎥
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Seid dabei, lasst euch inspirieren, diskutiert mit und zeigt, welche fünf Favoriten ihr für die kommende Woche auf eurem Radar habt. Die 5 BESTEN am DONNERSTAG sind eure Bühne! 🌟🍿✨
Vom Kampf zur Kunst – die Entwicklung des asiatischen Actionfilms

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Das asiatische Actionkino ist das Ergebnis eines stetigen Wandels und eines vielschichtigen Wechselspiels unterschiedlichster Einflüsse. Seine Wurzeln liegen im klassischen Martial-Arts-Film, in dem Kampfkunst nicht nur Mittel zur Selbstverteidigung war, sondern Ausdruck von Disziplin, Ehre und innerer Balance. Technik und Präzision standen im Vordergrund, die Inszenierung folgte klaren Strukturen, der Körper wurde als Werkzeug der Kontrolle und Selbstbeherrschung verstanden – sichtbar etwa in frühen Kung-Fu-Filmen oder später auch in Werken wie „Once Upon a Time in China“.
Mit dem Aufkommen des Wuxia-Kinos öffnete sich das Genre zunehmend für Mythen, Legenden und eine poetische Bildsprache. Filme wie „Hero“ lösten sich bewusst vom reinen Realismus. Kämpfe wurden zu tänzerischen Momenten, in denen Schwerkraft, Zeit und Raum ihre Bedeutung verloren. Action war hier weniger brutal, dafür umso eleganter, symbolischer und stärker mit inneren Konflikten und Emotionen aufgeladen.
Von Wuxia zum Heroic Bloodshed

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Doch bereits in den 1980er- und 1990er-Jahren erlebte das asiatische Actionkino einen markanten Umbruch. Stunt-Action, urbane Schauplätze und eine direktere, physischere Form von Gewalt rückten in den Fokus. Mit Gun-Fu und Heroic Bloodshed entstanden neue Ausdrucksformen, in denen Schusswaffen nicht nur Werkzeuge, sondern stilisierte Verlängerungen des Körpers waren. Filme wie „The Killer“ oder „Hard Boiled“ verbanden Action mit Tragik, Pathos und moralischen Konflikten – und machten Emotionen zum festen Bestandteil des Genres.
Dieser Wandel setzte sich bis in die 2000er-Jahre und darüber hinaus fort. Klassische Kampfkunst verschmolz zunehmend mit modernen Einflüssen. MMA, Straßenkämpfe, realistischere Choreografien und internationale Koproduktionen veränderten das Genre erneut. Der Körper blieb zentral, wurde jedoch verletzlicher, direkter und kompromissloser inszeniert – etwa in Filmen wie „The Raid“. Das asiatische Actionkino war nun global präsent, ohne seine eigene Identität aufzugeben.
Die 5 besten asiatischen Actionstars – Die Reise nach Westen

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Der Einfluss des asiatischen Actionkinos endet nicht an der chinesischen Mauer oder an den Hängen des Urals. Spätestens seit den 1990er-Jahren begann Hollywood, nicht nur Stilmittel, sondern auch Gesichter aus Asien zu übernehmen. Choreografien wurden komplexer, Kämpfe körperlicher, Action insgesamt präziser inszeniert. Der Körper rückte stärker in den Mittelpunkt – weg von reiner Feuerkraft, hin zu Bewegung, Rhythmus und physischer Präsenz.
Filmemacher aus Hongkong, Japan und anderen Teilen Asiens traten die Reise nach Amerika an, um ihr Schaffen dort fortzusetzen. Regisseure wie John Woo oder Kampfchoreografen wie Yuen Woo-ping waren gefragt – und nicht selten brachten sie auch jene Darstellerinnen und Darsteller mit, mit denen sie ihre Bildsprache zuvor geprägt hatten. Filme wie „Matrix“ und später „John Wick“ wären ohne die Inspiration aus Asien so nicht entstanden.
Der gewagte Sprung auf die internationale Bühne
Für viele asiatische Actionstars bedeutete dieser Austausch den Schritt auf die internationale Bühne. Einige wagten ihn bewusst, andere wurden von Hollywood entdeckt und adaptiert. Doch dieser Übergang war selten reibungslos. Während ihre körperlichen Fähigkeiten geschätzt wurden, mussten sie sich oft in neue Rollenbilder einfügen. Ihre Herkunft wurde exotisiert, sie auf bestimmte – nicht selten problematische oder rassistische – Archetypen reduziert.
Trotzdem hinterließen viele dieser Darstellerinnen und Darsteller deutliche Spuren. Sie brachten neue Formen der Körperlichkeit ins westliche Actionkino, prägten Kampfchoreografien ganzer Jahrzehnte und beeinflussten eine neue Generation von Schauspielern und Stuntperformern. Und auch wenn Hollywood ihr Potenzial nur selten voll auszuschöpfen wusste, veränderten sie das Actionkino nachhaltig – sichtbar, spürbar und bis heute wirksam.
Die 5 besten asiatischen Actionstars – Meine Top 5
Diese Top 5 versteht sich daher nicht als Rangliste der „besten Kämpfer“, sondern als bewusste Auswahl prägender Persönlichkeiten, deren Filme mich über die Jahre immer wieder begeistert haben. Jeder Platz steht für einen bestimmten Aspekt, einen Stil und eine Entwicklungsstufe des asiatischen Actionkinos. Gemeinsam erzählen diese Schauspielerinnen und Schauspieler die Geschichte eines Genres, das weit über seine Herkunft hinausgewachsen ist – und dessen Einfluss bis heute nachwirkt.
5. Jet Li

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Die 5 besten asiatischen Actionstars – Wer ist Jet Li?
Jet Li wurde 1963 als Li Lin-kit in Peking geboren und wuchs in China in einem Umfeld auf, in dem Kampfkunst weit mehr ist als bloße sportliche Betätigung. Schon als Kind begann er mit Wushu und entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem der erfolgreichsten Athleten seines Fachs. Mehrfacher Landesmeister, Vorzeigeathlet der Volksrepublik – lange bevor das Kino überhaupt eine Rolle spielte.
Der Schritt vor die Kamera erfolgte daher beinahe zwangsläufig. Jet Li brachte etwas mit, das man nicht erlernen kann: absolute Körperkontrolle, Präzision und eine tief verankerte Verbindung zur Philosophie der Kampfkunst. Anders als viele Actionhelden seiner Zeit trat er nie als lauter Dominator auf. Seine Präsenz ist ruhig, konzentriert, beinahe zurückhaltend. Gerade diese Ruhe verleiht seinen Figuren Autorität. Er wirkt nicht wie jemand, der kämpfen will – sondern wie jemand, der es muss.
Kontrolle statt Chaos – Jet Lis Art von Action

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Jet Lis Action ist geprägt von Klarheit, Technik und Kontrolle. Seine Kämpfe wirken selten chaotisch oder improvisiert, sondern folgen einer inneren Ordnung. Bewegungen sind effizient, sauber ausgeführt und jederzeit nachvollziehbar. Der Körper wird nicht als Werkzeug der Zerstörung inszeniert, sondern als Ausdruck jahrelanger Disziplin und Selbstbeherrschung.
Damit steht Jet Li exemplarisch für eine Phase des asiatischen Actionkinos, in der Martial Arts noch eng mit Tradition und Philosophie verbunden waren. In seinen Filmen bedeutet Kampf Verantwortung – Verantwortung gegenüber dem eigenen Können, der eigenen Geschichte und nicht selten auch gegenüber dem Land und seiner kulturellen Identität. Zugleich fungiert er als Brücke zur Moderne und führt diesen Stil mit Konsequenz in eine neue Zeit.
Ikone des asiatischen Martial-Arts-Kinos
Seinen prägenden Einfluss entfaltete Jet Li vor allem im asiatischen Kino, insbesondere in Hongkong und China. Dort wurde er zum Gesicht eines modernen, zugleich traditionsbewussten Martial-Arts-Films. In „Once Upon a Time in China“ verlieh er dem Volkshelden Wong Fei-hung eine neue filmische Identität und verband klassische Kampfkunst mit zeitgemäßer Inszenierung.
Mit „Fist of Legend“ trat er bewusst in die Fußstapfen Bruce Lees und schlug eine Brücke zwischen Tradition und Moderne. „Fearless“ wiederum wirkt rückblickend wie ein bewusstes Resümee seiner Karriere – ein reflektierter Blick auf Kampfkunst, Ruhm und Selbstverständnis.
Die 5 besten asiatischen Actionstars – Jet Li und der Westen

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Mit dem wachsenden internationalen Interesse am asiatischen Actionkino rückte auch Jet Li zunehmend ins Blickfeld eines globalen Publikums. Eine Schlüsselrolle spielte dabei „Hero“, der das Wuxia-Kino im Westen einem breiteren Publikum zugänglich machte und diese Form des asiatischen Actionfilms weiter popularisierte. Hier wurde Jet Li nicht nur als Kämpfer wahrgenommen, sondern als ikonische Figur innerhalb einer stilisierten, fast opernhaften Bildsprache.
Hollywood selbst erwies sich für ihn jedoch als schwieriges Terrain. Zwar wurden seine körperliche Präzision und Schnelligkeit geschätzt, doch der philosophische Unterbau seiner Figuren ging dort häufig verloren. Dennoch trug Jet Li maßgeblich dazu bei, asiatische Martial Arts im westlichen Mainstream sichtbarer zu machen. Seine Auftritte öffneten Türen für komplexere Kampfchoreografien und eine stärker körperbetonte Actionästhetik.
Auch wenn er sein volles Potenzial außerhalb Asiens nie vollständig entfalten konnte, bleibt sein Einfluss spürbar – als Brückenfigur zwischen Tradition und Moderne, zwischen asiatischem Kino und westlicher Rezeption.
4. Chow Yun-Fat

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Die 5 besten asiatischen Actionstars – Wer ist Chow Yun-Fat?
Chow Yun-Fat wurde 1955 in Hongkong geboren und begann seine Karriere zunächst im Fernsehen, bevor er sich in den 1980er-Jahren zu einem der prägendsten Gesichter des hongkongesischen Kinos entwickelte. Anders als klassische Martial-Arts-Stars kam er nicht aus der Kampfkunst, sondern aus dem Schauspiel – und genau darin liegt seine Besonderheit.
Chow Yun-Fat ist kein Kämpfer im traditionellen Sinn. Seine Stärke liegt nicht in Technik oder körperlicher Disziplin, sondern in Ausstrahlung, Präsenz und Gravitas. Er spielt Figuren, die schweigen, beobachten, leiden – nur um im entscheidenden Moment zu explodieren. Action ist bei ihm kein permanenter Zustand, sondern die Konsequenz innerer Konflikte. Und stets schwingt eine unverkennbare Coolness mit.
Tragik und Kugeln – Chow Yun-Fats Art von Action

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Mit Chow Yun-Fat zog eine neue Ausdrucksweise in das asiatische Actionkino ein. Der Körper tritt zurück, die Inszenierung rückt nach vorne. Pistolen werden zu stilisierten Verlängerungen der Figur, Schusswechsel zu choreografierten Bewegungsabläufen. Das, was später als Gun-Fu oder Heroic Bloodshed bekannt wurde, lebt von Rhythmus, Zeitlupen, Gesten und einer bewusst eingesetzten Theatralik.
Chow Yun-Fat steht für eine Form von Action, die zutiefst emotional ist. Seine Figuren sind häufig zerrissen, melancholisch, von Loyalität und Schuld geprägt. Gewalt ist kein Triumph, sondern Tragödie. Action wird bei ihm zur Oper – stilisiert, poetisch und voller Emotionen.
Das Gesicht des Heroic Bloodshed
Seine prägendsten Rollen entstanden in enger Zusammenarbeit mit Regisseur John Woo. Gemeinsam schufen sie Filme, die das Actionkino nachhaltig veränderten. In „City Wolf“ (international bekannt als „A Better Tomorrow“) wurde Chow Yun-Fat zur Ikone: Mantel, Sonnenbrille, Pistole – ein Bild, das sich tief ins kollektive Filmgedächtnis eingebrannt hat.
Mit „The Killer“ erreichte diese Form des Actiondramas ihre emotionale Reife. Hier verschmelzen Gewalt, Moral und Opferbereitschaft zu einer tragischen Figur, die weit über das Genre hinauswirkt. „Hard Boiled“ schließlich trieb das Konzept an seine Grenzen und gilt bis heute als einer der stilistisch einflussreichsten Actionfilme aller Zeiten.
Die 5 besten asiatischen Actionstars – Die unauffällige Ikone

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Der Einfluss von Chow Yun-Fat reichte schnell über Hongkong hinaus. Seine Filme wurden international rezipiert und adaptiert. Im Zusammenspiel mit John Woo fanden seine Stilmittel auch ihren Weg nach Hollywood: Zeitlupen, die ikonische Doppelpistole und die Idee, Action über Emotion und Haltung zu definieren, prägten fortan auch das westliche Kino.
Sein eigener Schritt nach Hollywood blieb jedoch von überschaubarem Erfolg. Einen besonderen Stellenwert in seiner internationalen Wahrnehmung nimmt dennoch „Tiger & Dragon“ ein. Der Film machte das Wuxia-Kino weltweit populär, sorgte auch bei den Oscars für Furore und bewies, dass asiatisches Actionkino nicht nur stilistisch, sondern auch kulturell und emotional ein breites Publikum erreichen kann. Chow Yun-Fat präsentierte sich hier weniger als Gun-Fu-Ikone, sondern als tragische, von innerer Zerrissenheit geprägte Figur – und zeigte damit eine weitere Facette seiner Leinwandpräsenz.
Abgesehen davon blieb seine Hollywood-Karriere jedoch von begrenztem Erfolg geprägt. Hollywood tat sich schwer, seine besondere Mischung aus Melancholie, Würde und Coolness adäquat einzusetzen. Es gab vereinzelte Auftritte in großen Blockbusterproduktionen, am auffälligsten wohl seine Rolle in „Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt“. Dch stand er in diesen stets im Schatten der Hollywood-Elite. Trotzdem bleibt Chow Yun-Fat eine der zentralen Figuren des globalen Actionkinos – nicht als klassischer Kämpfer, sondern als Symbol.
3. Michelle Yeoh

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Die 5 besten asiatischen Actionstars – Wer ist Michelle Yeoh?
Michelle Yeoh wurde 1962 als Yeoh Choo-kheng in Malaysia geboren und kam ursprünglich aus einer ganz anderen Richtung zum Actionkino. Ihre Ausbildung galt zunächst dem klassischen Tanz, insbesondere dem Ballett, bevor sie über Schönheitswettbewerbe und Werbeauftritte den Weg ins Filmgeschäft fand. Anders als viele ihrer männlichen Kollegen kam sie nicht aus der Kampfkunst, sondern aus der Körperbeherrschung. Ein Unterschied, der ihren Stil nachhaltig prägen sollte.
Schon früh zeigte sich, dass Michelle Yeoh sich nicht in das klassische Bild der Frau im Actionfilm fügen wollte. Sie war nie bloß Begleiterin oder schmückendes Beiwerk, sondern trat mit einer Selbstverständlichkeit ins Zentrum des Geschehens. Ihre Figuren strahlen Stärke aus, ohne laut zu sein, und Autorität, ohne sich beweisen zu müssen. Diese Haltung machte sie früh zu einer Ausnahmeerscheinung im asiatischen Actionkino.
Eleganz in Bewegung – Michelle Yeohs Art von Action
Michelle Yeohs Action ist geprägt von Eleganz, Präzision und Kontrolle. Ihre Kämpfe wirken weniger brachial als viele ihrer Zeitgenossen, dafür umso fließender. Bewegungen greifen ineinander, Übergänge sind weich, fast tänzerisch. Der Körper wird nicht als rohe Waffe eingesetzt, sondern als Instrument – gelenkt durch Timing, Balance und Präsenz.
Ihre Form der Action ist körperlich fordernd, aber nie forciert. Sie verbindet klassische Kampfchoreografien mit Stunt-Action, Fahrzeugsequenzen und dem Einsatz von Waffen. Dabei scheut sie weder Risiko noch physische Belastung. Action ist bei ihr stets Ausdruck von Haltung und Charakter – nicht von Überlegenheit.
Eine feste Größe des asiatischen Actionkinos

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Ihre prägenden Rollen entstanden im Hongkong-Kino der 1980er- und 1990er-Jahre. In einer von Männern dominierten Branche, in der der Actionfilm boomte, etablierte sie sich mit der „In the Line of Duty“-Reihe – deren erster Teil hierzulande auch unter dem Titel „Ultra Force 2“ erschien und international als „Yes, Madam!“ vermarktet wurde – als gleichwertige Actionfigur und setzte damit früh ein klares Zeichen für ihre weitere Karriere. In späteren Filmen zeigte sie sich nicht nur als Kämpferin, sondern als tragende, narrative Figur innerhalb klassischer Martial-Arts-Kontexte.
Neben Chow Yun-Fat in „Tiger & Dragon“ erreichte ihre internationale Wahrnehmung schließlich einen neuen Höhepunkt. Der Film machte das Wuxia-Kino weltweit populär und zeigte Michelle Yeoh als komplexe, von inneren Konflikten geprägte Figur, deren Stärke ebenso aus Zurückhaltung wie aus körperlicher Präsenz entsteht. Hier verschmolzen Eleganz, Emotion und Action zu einer ikonischen Darstellung, die weit über das Genre hinauswirkte.
Die 5 besten asiatischen Actionstars – Die stille Wegbereiterin

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Michelle Yeohs Bedeutung für das asiatische Actionkino lässt sich kaum auf einzelne Filme oder Rollen beschränken. Sie ist Teil einer Generation von Darstellerinnen – neben ihr sei hier auch Maggie Cheung erwähnt –, die Action nicht als Ausnahme, sondern als selbstverständlichen Bestandteil ihrer Figuren begriffen. Ohne dies bewusst vor sich herzutragen, veränderten sie nachhaltig die Wahrnehmung dessen, wer Action tragen kann.
Auch ihr Weg nach Hollywood verlief lange Zeit nicht geradlinig. Zwar war sie immer wieder Teil großer internationaler Blockbuster-Produktionen, doch stand sie dabei nur selten im Zentrum der Aufmerksamkeit. Ihre Präsenz war spürbar, ihr Beitrag wesentlich – die volle Anerkennung ließ jedoch lange auf sich warten. Umso bedeutender ist ihr späterer Erfolg. Mit ihrem Oscar-Gewinn für „Everything Everywhere All At Once“ erreichte Michelle Yeoh schließlich eine Würdigung, die weit über das Actiongenre hinausging. Nicht als späte Genugtuung, sondern als Bestätigung einer außergewöhnlichen Karriere, die sich nie auf ein einziges Fach reduzieren ließ.
2. Donnie Yen

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Die 5 besten asiatischen Actionstars – Wer ist Donnie Yen?
Donnie Yen wurde 1963 als Yen Ji-dan in Guangzhou geboren und wuchs zwischen China, Hongkong und später auch den USA auf. Schon diese biografische Vielschichtigkeit spiegelt sich in seiner Karriere wider. Früh kam er mit unterschiedlichsten Kampfkünsten in Berührung, ausgebildet von seiner Mutter, einer renommierten Martial-Arts-Meisterin. Während andere Stars klar einer einzelnen Schule zugeordnet werden können, entwickelte Donnie Yen von Beginn an einen offenen, hybriden Zugang zur Kampfkunst.
Er ist kein klassischer Traditionalist, aber auch kein reiner Modernisierer. Donnie Yen steht für Bewegung, Anpassung und Weiterentwicklung. Seine Figuren sind selten nostalgisch verklärt, sondern fest in der Gegenwart ihrer jeweiligen Filme verankert. Er verkörpert Action nicht als Ritual, sondern als unmittelbare Reaktion – direkt, entschlossen und kompromisslos, dabei jedoch stets mit Respekt gegenüber Ursprung und Wurzeln der Kampfkunst.
Präzision und Geschwindigkeit – Donnie Yens Art von Action

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Donnie Yens Stil ist wuchtig, explosiv und spektakulär. Seine Kämpfe wirken spürbar, fast roh, und gleichzeitig hochpräzise. Besonders sein Wing-Chun-Stil zeichnet sich durch kurze Distanzen, schnelle Schlagfolgen und maximale Effizienz aus. Bewegung ist bei ihm nie bloße Show, sondern funktional. Jeder Treffer sitzt, jede Technik verfolgt ein klares Ziel.
Gleichzeitig beschränkt sich Donnie Yen nie auf eine einzige Schule. In seinen Filmen verschmelzen klassisches Kung Fu, Wing Chun und MMA-Elemente mit Straßenkampf, modernen Kampfchoreografien und wuchtiger Action. Seine Kämpfe sind keine Tänze, sondern direkte Konfrontationen – hart, körperlich und von enormer Energie getragen.
Der Maßstab des modernen Martial-Arts-Kinos
Seinen unumstrittenen Status verdankt Donnie Yen vor allem der „Ip-Man“-Reihe, in der er den legendären Wing-Chun-Meister verkörpert, von dem einst auch Bruce Lee lernte. Mit „Ip Man“ gelang ihm nach Jahren als Nebendarsteller der endgültige Durchbruch. Gleichzeitig verortete er Wing Chun im Kino neu und etablierte es als ernstzunehmende, moderne Kampfform. Dabei zeichnet er Ip Man nicht als überhöhten Mythos, sondern als ruhige, disziplinierte Figur, bei der körperliche Dominanz und emotionale Erzählung Hand in Hand gehen.
In den folgenden Teilen entwickelte sich diese Figur konsequent weiter und wurde zugleich zum Maßstab für zeitgenössisches Martial-Arts-Kino. Parallel dazu zeigte Donnie Yen in Filmen wie „Raging Fire“, wie effektiv sich klassische Kampfkunst mit urbaner Härte, MMA und moderner Actionästhetik verbinden lässt. Werke wie „The Prosecutor“ wiederum machen deutlich, dass er weit mehr kann, als nur den kompromisslosen Kämpfer zu geben.
Die 5 besten asiatischen Actionstars – Zwischen Tradition und Gegenwart

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Donnie Yen steht wie kaum ein anderer für die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart im asiatischen Actionkino. Er respektiert klassische Kampfkünste, denkt sie aber konsequent weiter. Seine Filme sprechen ein Publikum an, das mit MMA, realistischeren Kampfstilen und härterer Action aufgewachsen ist, ohne dabei die Wurzeln der Kampfkunst zu verleugnen.
Auch international hinterließ er deutliche Spuren. Auffällig ist dabei, dass Donnie Yen selbst in großen internationalen Produktionen immer wieder als Qualitätsverstärker wirkt. Seine Auftritte bringen Präzision, Körperlichkeit und Glaubwürdigkeit in Actionfilme – und er geht dabei nicht neben anderen Stars unter, sondern steht selbstverständlich auf Augenhöhe. Besonders deutlich wurde das zuletzt in „John Wick: Kapitel 4“, in dem er als charismatischer Gegenspieler eines der Highlights eines ohnehin hochklassigen Actionfilms darstellt.
Trotzdem liegt das Herz seiner Karriere weiterhin im asiatischen Kino. Nicht aus Mangel an internationaler Anerkennung, sondern weil dort sein Stil, seine Wucht und seine kompromisslose Körperlichkeit am besten zur Geltung kommen. Donnie Yen ist kein nostalgischer Rückblick und kein Übergangsphänomen. Für mich ist er der Beweis dafür, dass Martial Arts im Kino auch im 21. Jahrhundert relevant, spektakulär und körperlich spürbar sein können.
1. Jackie Chan

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Die 5 besten asiatischen Actionstars – Wer ist Jackie Chan?
Jackie Chan wurde 1954 als Chan Kong-sang in Hongkong geboren und durchlief eine Ausbildung, die ihn fundamental von nahezu allen anderen Actionstars unterscheidet. An der Peking-Opera-Schule lernte er nicht nur Kampfkunst, sondern auch Akrobatik, Tanz, Gesang, Timing und körperliche Disziplin. Diese harte, jahrelange Schulung formte einen Darsteller, für den Körper, Bewegung und Ausdruck untrennbar miteinander verbunden sind.
Schon früh zeigte sich, dass Jackie Chan nicht der nächste Bruce Lee sein wollte – und auch nicht sein konnte. Stattdessen entwickelte er eine völlig eigene Identität. Er war verletzlich, scheiterte, stand wieder auf. Seine Figuren waren keine unantastbaren Helden, sondern Menschen, die kämpfen mussten, um zu bestehen. Genau darin lag seine Stärke: Action wurde bei ihm greifbar, menschlich und unmittelbar.
Akrobatik und Humor – Jackie Chans Art von Action
Jackie Chans Actionstil ist eine einzigartige Verbindung aus Martial Arts, Akrobatik und Komik. Seine Kämpfe sind choreografierte Kettenreaktionen aus Improvisation, Timing und Körperbeherrschung. Jeder Gegenstand kann zur Waffe werden, jede Umgebung zum Spielplatz. Treppen, Leitern, Möbel oder Baugerüste sind integraler Bestandteil seiner Action.
Der Humor ist dabei nie bloßer Selbstzweck. Er entsteht aus Bewegung, aus Fehltritten, aus Schmerz. Jackie Chan lacht nicht über Action – er nutzt sie, um Humor zu erzeugen. Gerade weil seine Figuren leiden, stolpern und getroffen werden, gewinnen die Kämpfe an Intensität und behalten gleichzeitig ihre Leichtigkeit. Zugleich besitzt er die Fähigkeit, diesen spielerischen Ton jederzeit abzulegen und auch tragische, ernste Rollen glaubwürdig zu verkörpern. Hinter dem Slapstick steckt stets ein Darsteller mit großem emotionalem Gespür.
Körper als Risiko – das Kino der echten Stunts

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Ein zentraler Bestandteil von Jackie Chans Vermächtnis ist seine kompromisslose Haltung zu Stunts. Er ist nicht nur Darsteller, sondern auch Stuntman, Choreograf und Koordinator – und führt seine riskanten Aktionen seit jeher selbst aus. Knochenbrüche, Verletzungen und sichtbare Schmerzen sind kein Nebeneffekt, sondern Teil seiner Arbeitsrealität.
Filme wie „Sie nannten ihn Knochenbrecher“ (international als „Drunken Master“ bekannt) oder „Police Story“ zeigen Action, die nicht simuliert wirkt, sondern real ist. Jeder Sprung, jeder Sturz, jede Kollision trägt Gewicht. Jackie Chan hat damit Maßstäbe gesetzt, an denen sich bis heute selbst Hollywood misst. Dass Stuntleute dort langsam beginnen, die Aufmerksamkeit und Anerkennung zu bekommen, die sie verdienen, ist auch seinem jahrzehntelangen Einsatz und seiner Sichtbarkeit zu verdanken.
Und dass er mit dieser kompromisslosen Körperlichkeit selbst moderne Actionstars und Hochrisiko-Performances à la Tom Cruise alt aussehen lässt, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer einzigartigen Hingabe an das Kino des Körpers.
Die 5 besten asiatischen Actionstars – Globale Ikone mit regionalen Wurzeln

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Jackie Chan ist einer der wenigen asiatischen Actionstars, denen der nachhaltige Sprung ins internationale Mainstreamkino gelungen ist. Filme wie „Rush Hour“ oder „Shang-High Noon“ machten ihn weltweit populär und etablierten seinen Stil auch jenseits Asiens. Dabei blieb er stets unverwechselbar. Im Gegensatz zu vielen anderen Darstellern, die diesen Schritt wagten, musste er sich nicht anpassen – Hollywood passte sich ihm an.
Gleichzeitig kehrte Jackie Chan immer wieder in seine Heimat zurück und blieb dem asiatischen Kino treu. Bis heute ist er dort aktiv, dreht unermüdlich Filme und entwickelt neue Projekte. Durch seinen internationalen Erfolg erhielten auch seine asiatischen Produktionen eine größere Aufmerksamkeit über die eigenen Landesgrenzen hinaus. Filme wie „Forbidden Kingdom“ fungierten dabei als ideale Brücke zwischen asiatischer Mythologie und westlichem Blockbuster-Kino. Nicht zuletzt, weil der Film erstmals Jackie Chan und Jet Li gemeinsam auf die Leinwand brachte und damit zwei Ikonen des Genres vereinte.
Jackie Chans Form der Action ist einzigartig – jemanden wie ihn gibt es kein zweites Mal. Er steht für Kino, das Risiko eingeht. Für Körper, die Geschichten erzählen. Und für einen Stil, der beweist, dass Action gleichzeitig spektakulär, komisch, schmerzhaft und zutiefst menschlich sein kann.
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Fazit für die 5 besten asiatischen Actionstars – Vermächtnis und Weitergabe
Mit diesen fünf Actionstars blicken wir zurück auf eine Vielzahl von Filmen, die sichtbar machen, wie tief das asiatische Actionkino unsere heutige Kinolandschaft geprägt hat. Oft tat es dies so selbstverständlich, dass man seinen Ursprung kaum noch wahrnimmt. Präzise Kampfchoreografien, körperlicher Einsatz und Action als Ausdruck von Charakter wurden hier entwickelt, verfeinert und über Jahrzehnte hinweg weitergetragen. Ob Jet Li, Donnie Yen oder Michelle Yeoh – sie alle trugen ihren Teil dazu bei und sorgten bei mir immer wieder für Begeisterung.
Doch diese Geschichte endet nicht hier. Eine jüngere Generation steht längst bereit. Namen wie Tony Jaa oder Iko Uwais führen das Erbe dieser Stars fort – roher, direkter, kompromissloser. Dass sie heute dort stehen, wo sie stehen, ist ohne die Pionierarbeit der vorherigen Generation kaum denkbar. Unermüdlich kämpften diese Stars um Aufmerksamkeit, überzeugten dabei jedoch nie durch laute Töne, sondern durch Qualität, Konsequenz und körperliche Hingabe. Diese Top 5 ist damit eine Würdigung all jener, die das Fundament gelegt haben für das, was wir heute im Actiongenre als so selbstverständlich ansehen.
Doch welche Darstellerinnen und Darsteller haben euch geprägt? Wessen Kampfkünste konnten euch beeindrucken?
Wer sind für euch die 5 besten asiatischen Actionstars?
MARTIN – Autor
Als Kind der 90er und frühen 2000´er entwickelte ich schon früh eine Liebe für das Medium Film. Waren es Anfangs noch die Disney-Klassiker, wie mein erster Kinobesuch „Herkules“, trat schon bald Harry Potter in mein Leben und prägte meine filmische Jugend. Später kamen Franchises wie Star Wars oder das MCU, bevor mich „Interstellar“ dazu brachte, meinen filmischen Horizont mehr und mehr erweitern zu wollen, wodurch ich inzwischen so gut wie alle Arten von Filmen liebe. Über mehrere Umwege führte mich meine filmische Reise zu Letterboxd, wo ich seit 2016 mein Filmtagebuch führe und seit 2020, mal mehr, mal weniger ausführlich auch meine Meinung zu den gesehenen Filmen auf das digitale Papier bringe. Lieblingsgenre könnte ich keines benennen, ich bin offen gegenüber allem, auch wenn ich besonders empfänglich für Horror, Action und Sci-Fi zu sein scheine.
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Ein Kommentar
Tolles Thema und sehr gute Einführung in das Thema von Dir. Fällt mir doch schwerer als ich dachte mich auf fünf zu beschränken. Ich bin großer Fan des asiatischen Actionkinos und Kung-Fu Filmen. Asien ist ein großer Kontinent und die Actionfilme entsprechend vielfältig. Ich habe in letzter Zeit auch einige Filme aus dem Bereich nochmal geschaut, manche nach vielen Jahren. Du hast schon darauf hingewiesen, es gab mittlerweile einen regen Austausch, vor allem mit Hollywood. Aber ich finde, die Amerikaner kriegen vernünftige Kämpfe und Choregrafien, auch Stuntchoreografien einfach nicht so hin. Im Vergleich zu den asiatischen Filmen hat es von der Inszenierung und radikalen Durchführung einfach was amateurhaftes, größtenteils zumindest. Auch John Wick kommt da nicht ran, von der Inszenierung und Durchführung nicht. Es ist nicht flüssig genug, nicht Eleganz, überchoreografiert und zerschnitten. Für US-Verhältnisse nicht schlecht und ordentlich. Aber kein Vergleich zu dem klassischen Hongkong-Kino. Übereinstimmungen haben wir trotzdem.
Jackie Chan: Natürlich nenne ich ihn auch. Alleine der erste Police Story Film hat so viele inspiriert. Es ist ein Wunder, dass Jackie seine Filmkarriere überlebt hat. Alleine der Run über das schräge Glasdach in „Who Am I“ hätte furchtbar schief gehen können. Seine Filme, selbst die aus den 70er, sage nur die Fights bei Drunken Master und Drunken Master 2, Stecken jeden überproduzierten Hollywoodblockbuster immer noch locker in die Tasche, oder eben zwischen die Leiter.
Michele Yeoh: Klar nenne ich sie auch. Sie hatte ihre ersten bekannten Auftritte in der Powerman-Reihe, was eigentlich keine Reihe ist, wurde nur international so vermarktet. Richtig aufmerksam wurde man auf sie in Police Story3. Den Motorrad-Stunt über den fahrenden Zug absolvierte sie selbst, obwohl sie kurz vorher erst lernte Motorrad zu fahren. Es gibt die Geschichte, dass sie sich mit Jackie Chan einen Wettkampf um die krassesten Stunts lieferte. Als es zu gefährlich wurde schritt der Regisseur und die Produzenten ein und beendeten das. Ich habe mich so über ihren Oscar auch gefreut und das sie auch mittlerweile im Westen gewürdigt wird.
Takeshi Kitano: Die Meisten kennen ihn aus der Show „Takeshis Castle.“ Aber dieser Mann ist so viel mehr. Comedian, Showmaster, Künstler, Musiker, Schauspieler, Regisseur und noch einiges mehr. Sein Film Hana-Bi“, kombiniert eine tragische Geschichte mit einer knallharten Copstory. Zatoichi, ein Historienfilm. Kombiniert Slapstick-Einlagen mit brutalen schwertkämpfen und Violent Cop ist einfach kompromisslos. Mehr als ein Actionstar, obwohl das auch.
Sam Hui: Ich nenne ihn, nicht weil er ein großer Actionstar oder Kämpfer war. Er hat auch nur eine bekannte Filmreihe gemacht, aber auf die möchte ich einfach mal aufmerksam machen. „Mad Mission“ Actionkomödie mit irren Stunts. Immer an der Grenze zu absolut albern und einfach irre. Es gibt insgesamt fünf Filme aus der Reihe und die sind trotzdem noch viel zu unbekannt.
Iko Uwais: Er hat auch noch nicht viele Filme gedreht. Aber zwei davon, zählen zu den besten Actionfilmen des 21. Jahrhunderts. The Raid 1 und 2. Erinnert im besten Sinne an die Hongkong-Filme von John Woo, im Artikel steht einiges darüber. Aber gerade zu perfekt in Szene gesetzt. Und Iko Uwais kann kämpfen. Seine Bewegungen, seine Ausführungen, da muss man nichts schneiden. Aus Indonesien. Interessanterweise, wurden die beiden Filme von einem Briten inszeniert, Gareth Evans. Er hat aber nie wieder etwas besseres gemacht als diese zwei indonesischen Filme mit einem Actionstar und richtigem Fighter, den man so lange nicht mehr gesehen hat. Als Peter Berg mit ihm „22 Mile“ drehte. Wusste er offensichtlich nicht wen er da hatte. Wie man einen solchen Mann, so schlecht in Szene setzen kann, ist auch schon eine Kunst.