In Kooperation mit dem Filmmuseum München 🎥🏛️ verleiht die Werner Herzog Stiftung 🎬✨ einmal jährlich den Werner Herzog Filmpreis 🏆. Im Jahr 2025 gewann das Regiedebüt Urchin 🐀 des britischen Filmschaffenden Harris Dickinson. Insbesondere dient der Filmpreis dazu, innovative Arbeiten von Filmschaffenden 🎞️ auszuzeichnen und in den Vordergrund zu heben.
Die Preisverleihung fand am 13. Dezember 2025 in den Räumlichkeiten des Filmmuseums in München statt. Im Anschluss wurde der Film Urchin 🐀 einem kleinen Publikum gezeigt, welches danach in den Genuss eines Q&A 💬 mit Werner Herzog und Harris Dickinson kam. Ich war vor Ort und schildere euch in den folgenden Zeilen meine Eindrücke vom Q&A über den Ablauf bis hin dazu, wie Harris Dickinsons Regiedebüt Urchin 🐀 gestaltet ist.
Ein Beitrag von: Riley Dieu Armstark
Urchin im Rampenlicht: Der Werner-Herzog-Filmpreis 2025 in München 🐀🏆🎥
Alle Jahre wieder! Jedes Jahr verleiht Werner Herzog im Dezember, in Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum in München, den Werner Herzog Filmpreis. Jedes Jahr ist Werner Herzog drei Abende hintereinander zu Gast und verleiht den Preis an innovative Filmschaffende. Im Dezember 2025 fand die Veranstaltung vom 12. bis einschließlich 14. Dezember statt. Die Anzahl der Tickets für die Veranstaltung war begrenzt. Es gab nur Abendkasse, keinen Vorverkauf und man konnte auch nicht online reservieren. Also musste ich früh genug vor Ort sein, um noch ein heiß begehrtes Ticket zu ergattern. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist das ja gar nicht mal so einfach, zumal die Deutsche Bahn so unzuverlässig ist. Aber die Fahrt war doch ganz bequem, ich musste nur einmal umsteigen und fuhr direkt von Freising mit der S-Bahn zum Marienplatz.
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Dort war erst einmal die Hölle los, wegen dem Weihnachtsmarkt. Ich fühlte mich wie auf hoher See, allein im salzigen Meer, beinahe am Ertrinken in den Sturmwellen. Nachdem ich mich dort heraus gekämpft hatte, begab ich mich zum Filmmuseum. Das lag nur 5 Minuten Fußweg von der S-Bahn Station entfernt. Der Vorraum des Museums ist klein, aber einladend. Der Ticketschalter erinnert an die alten Zeiten des Kinos mit einer Glasscheibe und einem Vorhang davor. Daneben befindet sich gleich ein Café, das gut besucht war. Man erhaschte einen Blick hinein, denn man war neugierig, ob man eventuell Werner Herzog oder Harris Dickinson beim Kaffee trinken sah. Man sieht ja nicht alle Tage eine so große Filmlegende wie Werner Herzog im realen Leben.
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Vor der Kasse hatte sich bereits eine beachtliche Schlage gebildet. Dennoch war diese nicht so lang, wie am Vortag, wie von den Betreiber:innen berichtet wurde. Ich hatte enormes Glück! Selbst wenn ich beinahe eineinhalb Stunden vor Einlass eingetroffen war, hieß es kurz nachdem ich das Ticket gekauft hatte „die Vorstellung ist Ausverkauft!“ Eine Person versuchte noch mir ein Ticket abzuwerben. Aber nachdem ich so eine weite Fahrt auf mich genommen hatte, würde ich dieses um kein Geld der Welt wieder hergeben. Jemand von der Presse hat mein Ticket fotografiert. Leider habe ich vergessen zu fragen, wo dieses Foto erscheinen wird. Aber es sind nur meine Finger zu sehen und das Ticket natürlich (ha ha).
Mitten im Filmfieber: Mein Platz beim Werner-Herzog-Filmpreis 💺🎬

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Schnell wird klar, warum die Anzahl der Tickets begrenzt ist. Es gibt nur einen kleinen Vorführraum mit dementsprechend begrenzten Sitzplätzen. Zusätzlich sind Sitze für Werner Herzog, Crew-Mitglieder des Films und natürlich Mitglieder des Filmmuseums reserviert. Ich ergatterte einen Sitzplatz rechts außen im mittleren Bereich und war zugegeben sehr aufgeregt. Seit meinem Besuch beim Fünf Seen Film Festival in Starnberg, war ich nicht mehr bei einem Q&A oder ähnlichem gewesen.
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Es dauerte auch nicht lange, ehe die Sitzplätze eingenommen wurden. Das Publikum sich rege unterhielt und alle irgendwie gespannt auf die Verleihung wirkten. Alsbald trudelten auch schon Harris Dickinson und Werner Herzog ein, die sich hinter uns am Eingang unterhielten. Die Stimmung war allgemein sehr ausgelassen und atmosphärisch, intellektuell aufgeladen. Ich fühle mich immer sehr wohl unter Menschen zu sein, die das Kino als Kunst wertschätzen. Das ist eine ganz andere Atmosphäre, als wenn man sich einen Blockbuster aus dem Marvel Universum zum Beispiel ansieht. Letzteres ist nicht abwertend gemeint, denn auch hierbei ist die Stimmung sehr ausgelassen und übermittelt Freude und Spaß an dem Medium. Ich fühle mich in beiden Kreisen zu Hause.
Wenn Legenden die Bühne betreten: Meine Eindrücke 👀🎭
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Langsam wurde ich aber doch ungeduldig. Denn ich war schon ziemlich gespannt auf Urchin und noch gespannter auf das Q&A danach. Naja und ich musste den Zug nach Hause erwischen 😅. Mit kleiner Verzögerung wurde um ca. 19.15 Uhr die Veranstaltung schließlich eröffnet. Werner Herzog betrat die Bühne und ich muss sagen, ich war sehr aufgeregt. Zugegeben habe ich in seiner Filmographie noch einige Lücken aufzuholen. Bisher habe ich leider nur 4 Filme von ihm gesehen. Der umstrittene Klaus Kinksi hält mich ein wenig davon ab, die Filmographie noch weit nach hinten zu schieben. Aber irgendwann werde ich diese Lücken einmal auffüllen.
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Werner Herzog ist immerhin eine Legende und wie sich herausstellte auch ein sehr begeisterter Filmschaffender und sehr sympathischer Mensch. Werner Herzog selbst wirkte wie ein aufgeregter kleiner Junge vor dem Süßigkeiten Stand. Seine Begeisterung war sichtlich spürbar und er hat auch immer wieder betont, wie sehr ihm Urchin ans Herz ging. Sein Enthusiasmus füllte den ganzen Raum und steckt das Publikum an. Harris Dickinson war sichtlich gerührt und betrat beinahe etwas schüchtern die Bühne, um den Preis entgegen zu nehmen. Ich konnte noch einen relativ guten Schnappschuss mit dem Smartphone machen, ehe die Presse die ganze Sicht versperrte. Diese wurde auch rasch von den Veranstalter:innen zur Seite gescheucht, weil sie wirklich eine richtige Wand vor Harris Dickinson und Werner Herzog aufbauten und das Publikum gar nichts mehr sah. Ich durfte irgendwie am Rand stehen bleiben, aber ich war auch nicht so aufdringlich 😅.
Werner Herzog: Der Mann hinter dem Filmpreis 🎥🏆

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Der Filmschaffende Werner Herzog gilt als einer der einflussreichsten Regisseure der Filmgeschichte. Mit über 70 Spielfilmen, Dokumentationen und Theaterprojekten hat er das Kino wie kaum ein anderer geprägt. Seine Werke zeichnen sich durch intensive Charakterstudien, existenzielle Themen und eine einzigartige Bildsprache aus. Weltweit bekannt wurde er durch Klassiker wie Fitzcarraldo und Nosferatu: Phantom der Nacht. Sein Markenzeichen sind die Verbindung von Abenteuer, menschlicher Obsession und visueller Poesie.
Wie bereits erwähnt, ist er sehr begeistert in seinem Tun und liebt das Medium Film wie kein anderer. Neben seinen Regie Arbeiten ist er auch Förderer neuer Talente und schuf deshalb die Werner Herzog Stiftung, die besonders junge Filmschaffende und innovative Projekte in den Fokus rückt. Der von der Stiftung vergebene Werner Herzog Filmpreis 🏆 spiegelt genau diese Philosophie wider: Mut, Kreativität und Originalität werden ausgezeichnet und ins Rampenlicht gehoben.
Harris Dickinson & sein Regiedebüt Urchin 🐀🎥

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Harris Dickinson ist ein aufstrebender britischer Schauspieler, der durch Filme wie Beach Rats (2017) und Triangle of Sadness (2022) international Aufmerksamkeit erregte. Nun wagt er den mutigen Schritt hinter die Kamera und präsentiert mit dem Film Urchin 🐀 sein Regiedebüt. Dabei agierte er nicht nur als Regisseur, sondern auch als Drehbuchautor und nimmt im Film selbst eine kleine Rolle ein.
Urchin ist ein Filmdrama, das im Mai 2025 seine Premiere bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes feierte. Der Film entführt sein Publikum in die Londoner Obdachlosen- und Drogenszene. Im Zentrum der Geschichte steht Mike (Frank Dillane), ein junger Mann, der in London ohne festen Wohnsitz lebt und seit seiner Kindheit von lieblosen Pflegefamilien geprägt ist. Sein Kontakt zu den Adoptiveltern ist kaum vorhanden, und Mike versucht verzweifelt, seinem zerstörerischen Lebensstil zu entkommen. Als der ebenfalls abhängige Nathan (Harris Dickinson) ihn um sein gesamtes Geld bringt, gerät Mike in eine Situation, die ihn erneut ins Gefängnis führt. Nach sieben Monaten Haft kommt er entschlossen frei, sein Leben grundlegend zu ändern und clean zu bleiben.
Unterstützt von Sozialarbeiterin Nadia (Shonagh Marie) erhält er ein Zimmer in einem Hostel sowie einen Job als Jungkoch in einem Hotel, wo ihm Franco (Amr Waked) als verständnisvoller Vorgesetzter zur Seite steht. Gleichzeitig erlebt Mike eine kurze, aber bedeutsame Beziehung mit Andrea (Megan Northam), einer jungen Frau, die selbst versucht, in London Fuß zu fassen. Ihre Verbindung wird jedoch auf eine harte Probe gestellt, und Mike muss lernen, mit seinen eigenen Grenzen und Brüchen umzugehen.
Die Magie von Urchin: Schauspiel, Bildsprache und Musik ✨🎭🎶
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Frank Dillane, bekannt aus Filmen wie Im Herzen der See (2015), Harvest (2024) und Harry Potter und der Halbblutprinz(2009) wurde bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Im Oktober 2025 erschien Urchin in den US-Kinos, in Großbritannien und in Kanada. Leider ist bisher kein deutscher Starttermin bekannt.
Harris Dickinson arbeitete mit der renommierten Kamerafrau Josée Deshaies zusammen, die unter anderem bekannt für ihre Arbeiten an Saint Laurent (2014), Passages (2023) und The Beast (2023) ist. Den atmosphärischen Soundtrack, der mit elektronischer Musik verfeinert ist, steuerte Alan Myson bei. Besonders die elektronischen Stücke untermauern den emotionalen Kern vieler Szenen des Films und sind sehr nuanciert eingesetzt. Für mich als Fan von Elektro-Music, war dies natürlich ein kleines Highlight in Urchin.
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Urchin hat eine sehr bildstarke Inszenierung, die vor allem authentisch und unaufdringlich wirkt. Das Publikum spürt in jeder Szene den rohen und sensiblen Ton der Geschichte und fühlt sich in die Welt der Obdachlosen sofort ein. Harris Dickinson beweist in seinem Regiedebüt sehr viel Feingefühl für sein Publikum, die Darstellenden und die Geschichte. Das intensive Spiel von Frank Dillane trägt maßgeblich dazu bei, das Publikum an die Leinwand zu fesseln. Urchin verzichtet auf Urteile und zeigt stattdessen eine Mischung aus tragischen und humorvollen Momenten, die zu einer ausgewogenen Balance beitragen.
Urchin war in zahlreichen Wettbewerben vertreten, darunter bei den British Independent Film Awards, dem Filmfest München, den Gotham Awards und dem Melbourne International Film Festival.
Q&A mit Werner Herzog & Harris Dickinson
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Nach der Preisverleihung verließ Werner Herzog den Raum und war schlussendlich nicht bei der Vorführung mit dabei. Sobald der Abspann jedoch vorüber war, kam er erneut auf die Bühne, auf der bereits Sitzgelegenheiten und Getränke für ihn und Werner Herzog bereit gestellt wurden. Noch einmal erklärte Werner Herzog, was er so besonders an Harris Dickinson Regiedebüt Urchin fand und steckte das Publikum mit seiner Begeisterung erneut an. Harris Dickinson wirkte sichtlich nervös, beinahe schüchtern und auch ein wenig ehrfürchtig. Man merkte schnell, dass er sich vorbereitet hatte, Werner Herzog zu treffen und stellte erst einmal selbst ein paar Fragen zu seinen Werken.
Man spürte auch sofort, dass hier ein enormer Generationenunterschied von Filmschaffenden aufeinander traf. Der Frischling Harris Dickinson und der erfahrene Werner Herzog. Ein spannendes Unterfangen für alle Beteiligten. So fand zu Beginn erst einmal ein Erfahrungsaustausch zwischen den beiden statt, dem das Publikum aufmerksam folgte. Harris erzählte, dass die Regiearbeit ein Lernprozess für ihn war und dass er jeder Person, die an dem Film beteiligt war, Tribut zollen wollte. Daher besitzt Urchin, für so einen relativ kleinen Film, sehr umfangreiche Credits, auf die Werner Herzog aufmerksam machte. Zusätzlich unterhielten sich die beiden über illegale Drehs, die ohne Genehmigung stattfanden und tauschten sich über diverse Verhaftungen diesbezüglich aus. Herzog scherzte, das dies eine Ehre für jeden Filmschaffenden sei.
Zwischen Regie und Emotion: Harris Dickinsons Weg bei Urchin
Harris Dickinson ließ auch Einblicke in seine Zeit an der Filmschule zu und berichtete, wie er sich für das Fach Schauspiel entschied und nebenbei das Drehbuch schreiben übte. Früh in seiner Karriere drehte er bereits viele amateurhafte Filme über Skatboarding und schlussendlich den Kurzfilm 2003 mit Robbie Ryan, bekannt für Filme wie Poor Things (2023) und The Favourite – Intrigen und Irrsinn (2018), als Kameramann, den er der BBC vorstellte. Diese jedoch forderten, dass Dickinson einen Langspielfilm lieferte, den sie gerne produzieren würden.
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Für Urchin wurden nicht viele Darstellende gecastet. Anwesend waren viele Statist:innen aus dem Umfeld und Familienmitglieder, sowie befreundete Personen von Harris Dickinson. Teilweise sind in vielen Szenen auch Menschen, die gerade auf der Straße anwesend waren, im Film zu sehen, was dem Film noch eine authentischere Note verleiht. Mit Frank Dillane fand Harris Dickinson einen Darsteller, der ein intensives Schauspiel abliefert, charismatisch wirkt und seinen Rollen Tiefe verleiht. Dillane hat keine Angst, etwas zu wagen und probiert sich gerne auch selbst aus. Dickinson ließ ihm in vielen Szenen freie Hand, hatte jedoch auch in vielen Momenten eine Art Lernprozess für sich selbst, um seine eigenen Ideen durchzusetzen.
Er erzählte, dass er anfänglich viele Ideen der Mitwirkenden in sich aufsog und versuchte, diese umzusetzen. Dies driftete jedoch irgendwann zu sehr von seinen eigenen Ideen ab und er hatte das Gefühl, es jeder Person recht machen zu wollen. Somit lernte er, nicht alles durchgehen zu lassen und dass er nicht allen gerecht werden muss. Es war eine Herausforderung für ihn, mit Menschen umzugehen.
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Eine der größten Herausforderungen für Harris Dickinson lag darin, die Balance zwischen klaren Regieanweisungen und der freien Entfaltung seiner Darstellenden zu wahren. Besonders fordernd war für ihn eine Szene, in der Mike (Frank Dillane) in einem Shop emotional überwältigt wird. Dillane brillierte in diesem Moment, ließ seinen Gefühlen freien Lauf und begann zu weinen. Für Dickinson war die Szene zutiefst berührend, zugleich jedoch schwierig, da er es nicht wagte, einzugreifen – aus Angst, seinen Schauspieler aus der emotionalen Tiefe dieses Augenblicks zu reißen.
Von Tarkowski bis East London: Die Quellen von Urchin
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Inspiration für Urchin holte sich Harris Dickinson von Filmschaffenden wie Mike Leigh (Vera Drake, Lügen und Geheimnisse) und Andrei Arsenjewitsch Tarkowski (Stalker, Iwans Kindheit). Zusätzlich ließ er sich von persönlichen Erlebnissen aus seiner Kindheit beeinflussen. Dickinsons Mutter war Haar Stylistin und er leistete ihr im Laden oft Gesellschaft. Dabei hörte er sehr aufmerksam den Kund:innen zu und sog deren Leben und Erlebnisse in sich auf. Außerdem sprach er mit Arbeiter:innenorganisationen aus East London sowie mit Menschen aus dem Gefängnisumfeld und mit ähnlichen Lebenserfahrungen. Um die Lebensumstände der Betroffenen authentisch darzustellen, waren spezialisierte Berater:innen am Set beteiligt.
Eine weitere Herausforderung war für Dickinson, dass er während des Drehs noch einige Szenen umschrieb. Das bedeutete, dass sie 5 Tage probten, er die Szenen nochmal überarbeitete und die Szenen dann gedreht wurden. Parallel wurden immer wieder Problematiken besprochen. Dies war ebenso eine neue Erfahrung für den jungen Filmschaffenden. Außerdem hat er schlussendlich dann doch nur eine kleine Rolle in seinem eigenen Debütfilm übernommen, weil er schnell merkte, dass es ihm schwer fällt, sich selbst anzuleiten. Er fragte sich, wie Filmschaffende wie Rainer Werner Fassbinder (Der amerikanische Soldat, Liebe ist kälter als der Tod), Xavier Dolan (I Killed My Mother, Matthias & Maxime) und Bradley Cooper (A Star is Born) bewerkstelligten.
Blick in die Zukunft
Harris Dickinson war extra für den Werner Herzog Stiftung angereist. Ursprünglich sollte die Verleihung bereits am Freitag den 12. Dezember 2025 stattfinden, doch man tauschte die Termine. Dickinson kam für diesen Abend extra von England nach Deutschland geflogen und musste im Anschluss auch zurück zum Flughafen. Aktuell finden die Dreharbeiten zu vier Beatles Filmen statt in denen er John Lennon mimt. Für diese vier Filme mussten die Darstellenden alle Instrumente lernen, die ihre Charaktere beherrschen, was ebenfalls eine herausfordernde Aufgabe für den jungen Darsteller war. Wie sie allerdings vier Filme unter einen Hut bringen, ist ihm selbst ein Rätsel und er erheiterte das Publikum damit, dass er eine Geste dazu machte, die seinen Kopf explodieren ließ.
Fazit zu Urchin & der Preisverleihung
Insgesamt ist Harris Dickinson ein solides Regiedebüt gelungen, das sich nicht verstecken muss. Die Nominierungen und Auszeichnungen sind berechtigt, denn Urchin ist ein nuanciertes, tiefgreifendes Drama, das vor allem durch seinen Hauptdarsteller besticht. Die Kamera Ästhetik, sowie der Einsatz der Musik machen den Film zu einem außergewöhnlichen Werk und die authentischen Bilder fesseln das Publikum an die Leinwand. Hier und da fehlen noch ein paar handwerkliche Kniffs, doch für ein Erstlingswerk kann sich Urchin durchaus sehen lassen.
Die Preisverleihung wirkte sehr herzlich und auf Augenhöhe. Harris Dickinson und auch Werner Herzog machten einen sehr sympathischen Eindruck. Zu den Highlights des Abends zählen Momente wie, als Dickinson eine Person aus dem Publikum ein Kompliment zu ihrem außergewöhnlichen Anzug machte. Und die Begeisterung von Werner Herzog. Das Gespräch zwischen den beiden Filmschaffenden war ein spannendes Unterfangen und die Fragen aus dem Publikum sehr detailliert. Die Grundstimmung war erheiternd und ausgelassen und allgemein war der Abend sehr rund und angenehme gewesen.
Auf den Werner Herzog Filmpreis 🏆 kam ich zugegeben durch einen Geheimtipp eines Filmbegeisterten und werde diesen Award nun auch im Blick behalten. Ich empfehle euch, wenn ihr die Möglichkeit habt ins Filmmuseum München zu schauen, den Filmpreis ebenso im Blickfeld zu haben. Hierbei entpuppen sich nicht nur großartige Abende mit Filmschaffenden und Film Begeisterten, sondern auch kleine Filmperlen, die man vorher vielleicht nicht auf dem Schirm hatte. Urchin ist auf jeden Fall ein Film, den ich euch gerne nahelege, wenn ihr ein Faible für authentische Dramen habt.
Wie würdet ihr euch in Mikes Welt fühlen?


»If you ride like lightning,
you’re gonna crash like thunder.«
– The Place Beyond the Pines –
RILEY – Chief Editor
Queerer, professioneller Filmhasser & Arthouse Geek. ✨🌈💜
Ich blogge seit dem 14. Dezember 2014 auf passion-of-arts.de. Schon in meiner Jugend schrieb ich viele Gedichte und Kurzgeschichten. Seit mehreren Jahren widme ich mich professionell Filmrezensionen und war Guest Writer bei der Filmblogseite „We eat Movies“. Außerdem verfasste ich einige Artikel für das 35 MM Retro-Filmmagazin. Ich sterbe für Musik und gehe liebend gerne ins Kino, außer in 3D. TV ist überbewertet, ich gucke lieber DVD, Streaming oder Bluray.
Meine Lieblingsfilme sind unter anderem „La La Land“, „Barbie“ und „Blade Runner 2049“.
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Weitere Meinungen zu Urchin aus der Redaktion
„Urchin zeigt ein genauso geerdetes wie hoch emotionales alltägliches Drama.
– RICK
Harrys Dickinsons Regie Debut konnte mich dabei vor allem durch das nuancierte
Schauspiel von Frank Dillane und Megan Northman überzeugen.„
Pressestimmen zu Urchin
Simon Eberhard von Outnow
Mit Urchin präsentiert Harris Dickinson – der Schönling aus Triangle of Sadness und Nicole-Kidman-Lover aus Babygirl – seinen ersten Film als Regisseur und übernimmt darin auch eine Nebenrolle. Es ist ein erstaunlich reifes Regiedebüt des Schauspielers, der übrigens Jahrgang 1996 hat und damit genau gleich alt ist wie Trainspotting. Wenn das mal kein Zeichen ist. 4,5 von 6 Sterne.
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Ursula Rathensteiner von Uncut Movies
Sozial relevant, bis auf wenige Längen spannend, machen es einem „Urchin“ und Protagonist Mike schwer, wegzuschauen. 8,5 von 10 Punkten.
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Brian Tallerico von RobertEbert.com
A conversation early in Harris Dickinson’s excellent directorial debut “Urchin” (winner of the FIPRESCI Prize at Cannes this year) between protagonist Mike (Frank Dillane) and a guy he meets on the street named Simon (Okezie Morro) speaks of “a gap of empathy” in modern society. Dickinson’s nuanced character study closes that gap, but it does so in a way that’s never sentimental or manipulative. 3,5 von 4 Sterne.
Pressematerial: Urchin | 2025 © British Film Institute (BFI) | BBC Film | Devisio Pictures |
UK Trailer © Picturehouse

















