Willkommen zum Media Monday #793!
Ich muss gestehen, ich bin gerade mal wieder an einem Punkt angekommen, an dem mir alles ein bisschen zu viel wird. Und wenn ich „alles“ sage, meine ich diesmal vor allem Menschen, Gespräche und diesen ganzen täglichen Input, der irgendwie niemals aufhört. Ich merke immer mehr, wie sehr mich Menschen ermüden, die an alten Dingen festhalten, sich über alles beklagen, aber gleichzeitig keinen Schritt nach vorne gehen wollen. Dazu kommen Diskussionen, bei denen sich alles im Kreis dreht, alte Weltbilder, alte Strukturen und dieses ewige „Früher war alles besser“. Irgendwann ist mein Kopf einfach voll.
Dabei bin ich eigentlich jemand, der gerne nach vorne schaut. Wenn etwas nicht mehr funktioniert, suche ich mir etwas Neues. Wenn ein Ort verschwindet, findet man eben einen anderen. Und wenn eine Lebensphase endet, bedeutet das ja nicht automatisch, dass auch die Menschen daraus verschwinden müssen. Vielleicht ist genau das gerade mein Problem: Ich habe immer weniger Verständnis dafür, wenn Menschen lieber an Dingen festhalten, die längst nicht mehr funktionieren, anstatt gemeinsam nach etwas Neuem zu suchen.
Und so zieht sich dieses Gefühl auch durch diese Ausgabe. Ich bin müde. Von Menschen, von Diskussionen, von Hass und Hetze, von Dingen, die sich ständig wiederholen, obwohl längst klar ist, dass sie so nicht funktionieren. Gleichzeitig gibt es aber auch die kleinen Dinge, die mir zeigen, dass nicht alles schlecht ist. Eine ehrliche Entschuldigung zum Beispiel. Ein Film, der mich begeistert. Ein Buch, das mich tatsächlich fesselt. Oder einfach eine Tasse Tee, wenn mir kalt ist. Manchmal braucht es gar nicht so viel. 🖤
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Natürlich gibt es auch diesmal wieder jede Menge Film- und Serienkram. Ich erzähle euch, warum mich Pearl und MaXXXine beschäftigt haben, warum ich mich gerade durch H. P. Lovecrafts Berge des Wahnsinns quäle und weshalb der Bücherclub für mich inzwischen eher zu einer zusätzlichen Belastung geworden ist. Außerdem geht es um Disney+, Kunst auf Instagram, politische Diskussionen und um den Film The Big Short.
Dazwischen gibt es wie immer ein bisschen Abschweifung, ein bisschen Gemecker und vermutlich auch die eine oder andere Erkenntnis, die ich beim Schreiben selbst noch nicht hatte. Denn manchmal muss man Gedanken einfach einmal aus dem Kopf herausbekommen, bevor man überhaupt weiß, was eigentlich darin los ist.
Also macht es euch gemütlich, schnappt euch einen Kaffee, Tee oder irgendetwas anderes, das euch gerade durch den Abend bringt und kommt mit durch meinen Media Monday #793. Vielleicht ist ja für euch auch ein kleiner Gedanke, ein Film oder eine Serie dabei, die euch ein bisschen aus dem Alltag holt. 🌙
Ein Beitrag von: Riley Dieu Armstark
Was ist der Media Monday?
Der Media Monday ist ein wöchentlicher Lückentext, der vom Medienjournal-Blog bereitgestellt wird und von vielen unterschiedlichen Blogger:innen mit ganz eigenen Perspektiven ausgefüllt wird 📝🌍
Wir sind jede Woche mit dabei und nutzen den Media Monday als Raum für eine persönliche Kolumne über Queerness 🌈, Lebenserfahrungen 💭, Filme & Filmkunst 🎞️🖤 – mal nachdenklich, mal melancholisch, mal voller Sehnsucht nach der großen Leinwand.
Ein Ort für Reflexion, Filmleidenschaft, leise Gedanken und kleine Fluchten in andere Welten ✨📺📖
1. Media Monday #793:Ich bin nicht auf der Welt, um mich ständig zu rechtfertigen 🖤🌙🧛♂️

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Ich muss gestehen ich bin mal wieder an einem Punkt angelangt, an dem mir alles zu viel wird. Und damit meine ich im Prinzip ausschließlich Kontakt und Konversationen mit Menschen. Ich bin erschöpft von Menschen, die an alten Weltbildern festhalten, ebenso wie an konservative Lebensweisen und „Früher-war-alles-Besser“-Philosophien. Ebenso ermüden mich Menschen, die keinen Schritt nach vorne gehen können oder wollen. An alten Dingen festhalten, wie Internetseiten, die seit Jahren nur noch Schrott sind und immer mehr zum Sondermüll werden. Es wird groß gejammert, starke Reden geschwungen und dann, passiert nichts … Mir kann das ja egal sein, aber die Menschen haben dann auch immer wieder das Bedürfnis, mir das mitzuteilen. Und gehen dann doch keinen Schritt nach vorne. Heben den Blick und sehen, was es sonst noch so auf der Welt, online, wie offline zu bieten gibt.
Manche Dinge waren für eine Phase des Lebens gut, wichtig und schön. Aber alles endet einmal und niemand hält einen auf, woanders was neues aufzubauen. Oder sich mit den gleichen Menschen, die einem wichtig sind, an einem anderen Ort zu treffen. Wenn die Bushaltestelle abgerissen worden wäre, an der ich immer mit einer Freundin aus der Schulzeit abhing, hätten wir uns dann nicht mehr getroffen? Natürlich nicht! Wir hätten uns einen anderen Platz gesucht. Aber vielleicht ist der traurige Fakt an dieser ganzen Geschichte, dass Menschen einander oft gar nicht mehr so wichtig sind, wie sie behaupten. Alles ist oberflächlich, es ist Feenstaub (Mark Hanna – The Wolf of Wall Street | 2013)
Es zieht mir Energie und seit ich die Serie What We Do in the Shadows (2019) gesehen habe, kann ich mir solche Energievampire bildlich vorstellen.
Mr. Nobody & die Philosophie meines Lebens
»Es kommt eine Zeit im Leben,
– Mr. Nobody (2009)
in der alles eng erscheint.«
Heute kam mir dieses Zitat aus einem meiner Liebligsfilme Mr. Nobody aus dem Jahr 2009, von Jaco Van Dormael wieder in den Sinn. Der Film beschreibt viele Phasen und Gedanken meines eigenen Lebens und besonders dieses Zitat, neben „Womit hab ich das verdient?“ ploppt stetig in meine Gedankenwelt auf. Das Zitat beschreibt im Grunde meine aktuelle Gefühlslage sehr gut. Alles erscheint mir zu eng und ich habe das Bedürfnis, mich immer weiter zurück zu ziehen. Mich vor allem von Menschen zu entfernen, die mir dieses Gefühl der Enge geben. Menschen, die Dinge über mich behaupten und wenn ich es dann klar stelle, dies dann mit der „Alles gut“-Phrase abtun. Nichts ist gut! Die Personen scheinen das gar nicht mehr zu realisieren, dass sie einen Fehler begangen hatten, drehen es mit ihrer „Alles gut“-Masche aber um. Ich brauche nicht fragen warum, denn ich kenne die Antwort.
Es gibt viel zu wenig Leute, die ihren Fehler eingestehen können. Umso mehr habe ich mich heute über eine E-Mail gefreut, in der sich eine Person aus meiner Arbeit bei mir entschuldigt hat. Weil sie mich misgendert hat. Also seht es mir nach, wenn ich müde bin. Ich bin erschöpft von solchen Konversationen, die einfach nur ins Leere gehen. Und ich bin auch nicht auf der Welt, um mich ständig für irgendwas zu rechtfertigen. Alles gut!
2. Der Bücherclub, gefangen in den Bergen des Wahnsinns 🏔📚

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Meinen Austritt aus dem Bücherclub möge man mir nachsehen, aber irgendwie verbringe ich die letzten Wochen nur noch damit, meine Zeit damit zu verschwenden, Bücher zu lesen, die mich nicht interessieren. Zugegeben war Berge des Wahnsinns von H. P. Lovecraft auf meiner Want to read List, ebenso auch das vorherige Buch Es war einmal in Hollywood von Quentin Tarantino, aber auch das ermüdet mich. Es frustriert mich regelrecht. Über Tarantinos literarisches Werk, habe ich mich bereits ausführlich „beklagt“, das muss ich hier nicht noch einmal anführen. Bei Berge des Wahnsinns hatte es mich zu Anfang geärgert, dass das Buch gewählt wurde, weil ich mir eigentlich die Ausgabe mit den schönen Illustrationen kaufen wollte. Die kostet allerdings 27 Euro und ich hatte noch keinen Gehaltsscheck bekommen. Also griff ich zu der günstigeren, gebrauchten Variante auf Rebuy.
Die detaillierten Beschreibungen der Berge des Wahnsinns im Media Monday #793
Zum Glück würde ich jetzt sagen, denn nachdem der Anfang so unfassbar spannend war, quäle ich mich nunmehr seit über 60 Seiten durch endlose Beschreibungen von irgendwelchen mysteriösen Bauten. Um das mal aufzudröseln, ich brauche sowas nicht. Wirklich nicht. Als ich selbst einmal versuchte, Bücher zu schreiben, die von Testlesenden nur ins Lächerliche gezogen wurde, wurde mir auch mitgeteilt, dass meinen Büchern Beschreibungen fehlen. Das sagte tatsächlich meine Mutter zu mir, fällt mir gerade ein. Die einzige Person, die meine Geschichten und Charaktere nicht lächerlich gemacht hat. Fakt ist, ich achte nicht auf Beschreibungen und schreibe selbst deswegen auch keine. Wie bereits erwähnt, brauche ich das nicht, zumindest nicht ausführlich. Wenn in einem Buch steht „er betrat eine große Halle, mit hohen Säulen“, habe ich sofort ein Bild im Kopf. Wenn es dann ins Detail geht und die Halle mit jedem Schnörkel beschrieben wird, verwirrt mich das ehrlich gesagt total.
Skipped trough & fehlender Diskurs
Ich neige dann auch dazu, solche Seiten zu überblättern, weil es mir grundlegend einfach egal ist. Nun stecke ich in Berge des Wahnsinns und lasse mir ausführlich beschreiben, wo hier und dort ein Lichteinfall, ein Erker und eine Einbuchtung ist. Weiter passiert nichts. Dabei hatte ich mich wirklich auf das Buch gefreut, denn ich hatte bereits schon mehrere Pen & Paper Spiele aus der Cthulu Welt gespielt. Und im Buchclub gab es auch schon das Buch und Hörbuch Der Schatten über Innsmouth, welches ich wirklich spannend und teilweise auch schaurig fand.
Zusätzlich hatte ich mir von dem Buchclub gewünscht, dass man über die Bücher, die man liest, auch diskutiert. Das passiert leider nicht. Jede Person liest vor sich hin. Manchmal berichtet jemand, dass das Buch gefällt und wann man damit fertig ist. Das wars. Es gibt einfach keinen Diskurs. Hatte versucht das mal anzustoßen, aber so eine richtige Diskussion war leider nicht entfacht. Und ich würde dann doch gerne Bücher lesen, die mich auch fesseln.
3. Bildstörung? Das eingeschränkte Qualitätsfernsehen von Disney+ 🔮✨🌠📺

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Allzu genau hinschauen sollte man nicht, wenn man das günstigste Modell von Disney+ abonniert hat. Für weniger als Wuchergeld bekommt man zu einem Preis, der nicht heiß ist und den ich auch nicht weiß, den Streamingdienst mit Werbung. Soweit so gut. Die Werbung ist nur halb so nervig, wie bei Amazon, bei dem Ralf Schumacher immer das Auto kaufen will, das ich nicht besitze. Tatsächlich gibt es auf Disney+ immer lustige Kinderspielzeugwerbung und dabei wird man richtig nostalgisch. Nostalgisch geht es bei meiner Sis und mir sowieso zu, denn wir hängen gerade in der Serie Hannah Montana mit Miley Cyrus in der Hauptrolle.
Soweit so gut, aber genau hinschauen sollte man bei dem Modell nicht, denn wenn man ganz vorne, vor dem großen Fernseher sitzt und mit dem Kater spielt, dann ist das Bild ziemlich schwummerig. Als ich das zum ersten Mal sah, fragte ich meine Sis, ob die Internetverbindung gerade Schluckauf hat und das Bild nicht richtig lädt. Tatsächlich ist das Bild aber immer so. Denn für den billigsten Preis gibt es auch nur so semi High Definition. Warum ich mich nicht auskenne? Ich hab den Streamingdienst nicht abonniert, sie aber wohl. Aber lange Rede, kurzer Sinn, guckt hier ja nicht zu genau hin!
4. Media Monday #793: Ich bin ein Star …. ⭐🎬

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Pearl wäre ein echter Star, würde sie keine Menschen töten. Zumindest ist es ihr größter Wunsch, ein richtiger Star zu werden. Dafür geht sie über Leichen, wobei ich mich nicht mehr so genau an die Handlung der ersten beiden Teile erinnern kann. Richtig gut gefallen hat mir eigentlich nur MaXXXine. Wo die anderen beiden nur stupide Slasher waren, hatte der 3. Teil der Reihe einiges mehr zu bieten. Mia Goth durfte hier Maxine nicht so eindimensional spielen und bekam mehr zu tun. Meine Befürchtung war, nach Sichtung des ersten Promo Materials, dass Maxine so ein stereotypischer Charakter werden würde. Die Blondine, die nur rumschreit und irgendwie entkommt. Zum Glück war Maxine nicht so platt geschrieben und wies mehrere Charakterstärken auf.
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»Nein, ich bin ein Star!
– Pearl (2022)
Bitte, ich bin ein Star!
Bitte, hilf mir jemand!
Bitte hilf mir!
Hilf mir!«
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Ebenso begeistert hat mich der 80er Jahre Vibe des Films und der dazugehörige Soundtrack. Die beiden Vorgängerfilme waren sehr ästhetisch, das muss ich zugeben und wiesen auf viele andere Werke hin, wie beispielsweise Der Zauberer von Oz aus dem Jahr 1939. Nur die Horrorversion davon. Naja also wenn man an die Dreharbeiten zum Film blickt, war der Film auch nahe an einem Horror dran.
5., 6. & 7. Die Kunst der Macht im Media Monday #793

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Ich glaube langsam (nicht mehr) an das Gute in Menschen. Das liest sich erst mal richtig schwarzmalerisch, aber auch hier habe ich Ermüdungserscheinungen. Instagram war in der letzten Zeit ein netterer Ort für mich geworden, hab so lustige Community-Story Spielchen mitgemacht und bin durch den Film Der Astronaut von Phil Lord und Christopher Miller in eine tolle Kunstblase gerutscht. Der Film hat einen regelrechten Hype im Internet ausgelöst, wie ich ihn nur von damals aus meiner Jugend kannte. Damals, als das Internet für uns wirklich noch Neuland war. Der Film hat viele Menschen dazu animiert, Mangas, Zeichnungen, Gemälde, Fanfics und vieles mehr zu machen. Hinzu kommt noch der ganze Hype um den Merch des Films. Der Quilt, den Ryland Grace (gespielt von Ryan Gosling) besitzt wurde mehrfach selbst hergestellt und wird auf der Verkaufsplattform für Do-It-Yourself Stuff, Etsy angeboten. Ebenso der Cardigan mit den Füchsen drauf, wurde mehrfach reproduziert. Cosplays, Bücher, Karten und ich selbst habe auch ein paar 3D Figuren geschenkt bekommen. Es ist ein Fest!
Durch den ganzen Hype, der mich sozusagen in ein Rabbit Hole in Instagram gelockt hat, bekam ich unfassbar viel Kunst in meine Timeline gespült. Bob Ross is back! Also zumindest gibt es viele Kunstschaffende, die seinen Stil nacheifern und mit ein paar kleinen Spritzern und Tupfern ein fantastisches Bild zaubern. Ich liebe alles daran!
Von Kunst zu Hass & Hetze im Media Monday #793
Nun waren Wahlen in, ach was weiß ich, ich hab es vergessen. Mein Hirn funktioniert eben auch nicht mehr so gut, weil der ganze Input sich darin festfrisst und ich mal ein Jahr Pause von allem bräuchte, um einen Reset zu bekommen. Jetzt werden alle aktiv, gegen die AfD und für die AfD und hast du nicht gesehen. Das ist ja gut und es ist wichtig sich zu engagieren. Ich habe das auch getan. Ich tu es noch. Aber es sind auch immer wieder die gleichen Phrasen, die geschrieben werden. Die Platte hängt und ändert sich was? Nein. Es wird immer zu mehr Hass und noch mehr Hetze und ich bin müde. Sagte ich schon, wie müde ich bin?
The Big Short: Wie der „kleine“ Mensch sein Heim verlor
Weil das noch nicht genug ist, habe ich mir gestern mit unserer Instagram Fee Denise den Film The Big Short aus dem Jahr 2015 noch einmal angesehen. In dem Film geht es darum, wie sich die US-Immobilienblase der 2000er Jahre unbemerkt zu einer globalen Finanzkatastrophe entwickelte. Manche werden sich an den Crash im Jahr 2007 vielleicht noch erinnern und ich bin nicht ganz bewandert in dem Thema, aber ich glaube, dieser Einsturz ist auch mitverantwortlich, dass bei uns die Immobilienpreise immer weiter in die Höhe schnellen. Warum ich diesen Film hier erwähne ist einfach. Es ist, wie es immer ist. Große, mächtige Menschen bauen Mist, der „kleine“ Menschen ins Verderben stürzt. Viele Menschen wurden dadurch obdachlos und verloren eine Menge Geld. Geld, das sie investiert hatten und niemals zurück bekommen werden. Nur weil andere, gierige Menschen sich bereichern wollen. Und Fun Fact, sie werden dafür nie zu Rechenschaft gezogen. Die Sache wird vertuscht, Minderheiten werden verantwortlich gemacht und alles geht dann seinen gewohnten Lauf. Bis auf die Tatsache, dass unschuldige dafür büßen und die, die das ganze verbrochen haben, kommen davon.
Aber so ist es mit der Menschheit. Alles wiederholt sich, immer und immer wieder. Sagte ich schon, wie müde ich bin?
Das ist nun wirklich alles, was ich gerade fühle. Müdigkeit und Erschöpfung. Wenn du einmal Burn-Out hast, wirst du das vermutlich nie wieder im Leben los. Gibt es Menschen, die das los geworden sind? Ich kenne niemanden. Tatsächlich sind die meisten Menschen in meinem Umfeld ebenso im Burn-Out. Die Welt brennt und wir brennen aus. Zuletzt habe ich mir noch eine Tasse Tee gemacht und das war gut, weil ich heute viel zu wenig getrunken habe. Außerdem ist mir kalt und ich hoffe, der Tee wärmt mich noch ein bisschen.
※※※
Das war der Media Monday #793. 🎬🖤🌙
Diese Ausgabe war vermutlich ein bisschen grober, härter und lauter als die aus der letzten Zeit. Gefangen in den Berge des Wahnsinns, zu Gast auf der Farm von Pearl und dem Krieselbild von Disney+, stießen wir gemeinsam auf das Desaster aus The Big Short. Begleitet wurden wir von Kunst, Hass und Hetze und dabei ging es diesmal vor allem um eine Sache: meine Erschöpfung. Um Menschen, Gespräche, die mir Energie rauben, Dinge, die sich ständig wiederholen und um die Frage, warum wir eigentlich so oft an etwas festhalten, das uns längst nicht mehr guttut.
Gleichzeitig habe ich beim Schreiben gemerkt, dass nicht alles nur aus Frust besteht. Es gibt sie noch, die kleinen Dinge, die einem zeigen, dass nicht alles verloren ist. Eine ehrliche Entschuldigung. Menschen, mit denen ein echter Austausch möglich ist. Filme, die einen begeistern. Kunst, die einen für einen Moment in eine andere Welt entführt. Und manchmal reicht am Ende des Tages tatsächlich eine Tasse Tee, um festzustellen: Für heute ist es genug.
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Möglicherweise muss ich gerade auch nicht für alles eine Antwort finden. Und vielleicht darf ich einfach müde sein und mich ein Stück zurückziehen, ohne mich dafür rechtfertigen zu müssen. Nicht jede Diskussion muss geführt werden, nicht jeder Mensch muss mich verstehen und nicht jede alte Verbindung muss auf Biegen und Brechen erhalten bleiben. Manchmal darf man auch einfach weitergehen und schauen, was hinter der nächsten Ecke wartet.
Für heute mache ich jedenfalls Schluss. Ich hoffe, ihr hattet trotz meiner kleinen und großen Rants ein bisschen Spaß beim Lesen, habt vielleicht den einen oder anderen Film für euch entdeckt oder konntet euch einfach ein wenig durch meine Gedanken treiben lassen. Danke, dass ihr auch wieder beim Media Monday #793 dabei wart. 💜
Bis zum nächsten Media Monday! 🎬✨🏳️⚧️
Jetzt seid ihr dran! Der Lückentext des Media Monday #793 für euch:
1. Ich muss gestehen ____ .
2. ____ möge man mir nachsehen, aber ____ .
3. Allzu genau hinschauen sollte man nicht, wenn ____ .
4. ____ wäre ein echter Star, würde ____ .
5. Ich glaube langsam (nicht mehr) ____ .
6. ____ ist nun wirklich ____ .
7. Zuletzt habe ich ____ und das war ____ , weil ____ .
Über den Autor:

»If you ride like lightning,
you’re gonna crash like thunder.«
– The Place Beyond the Pines –
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Meine Lieblingsfilme definiere ich als die, die mir ein gutes Gefühl geben, mich aufbauen, wenn ich traurig bin oder einfach Filme, die ich immer wieder ansehen kann.
Das sind unter anderem:
The Nice Guys, Begabt – Die Gleichung eines Lebens, Mr. Nobody, Barbie, The Fall Guy, Eiskalte Engel, Wolf of Wall Street, La La Land, Blade Runner 2049, Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt, Notting Hill, Sex and the City und Titanic.
Filmreihen:
Lethal Weapon, Zurück in die Zukunft, High School Musical, Indiana Jones, Mission Impossible und Herr der Ringe.
RILEY
Chief Editor
Queerer, professioneller Filmhasser & Arthouse Geek. ✨🌈💜
Filme konsumiere ich eigentlich schon, seit ich denken kann, immerhin waren meine Eltern selbst Film- & Serienjunkies. Als Kind der späten 80er bin ich nicht nur mit der Welt von Walt Disney aufgewachsen, sondern auch mit zahlreichen Anime-Serien, die damals im TV liefen. Mit meinem ersten Kinobesuch im Jahr 1998 formte sich auch mein eigener Filmgeschmack. Inzwischen habe ich ein Zuhause im Arthaus Kino gefunden und Disneyfilme weit hinter mir gelassen. Somit widme ich mich mehr und mehr den Werken der Filmkunst und lasse mich immer seltener einfach berieseln, sondern schaue Filme, die mich fördern.
Vor allem Meilensteine der Filmgeschichte oder das Queer Cinema können mich begeistern. Ich finde es spannend zu entdecken, welche Filme, die Filmwelt geprägt haben und wie sie Kunst auf ganz eigene Weise formen. Im Queer Cinema fühle ich mich geborgen, denn es erzählt Geschichten, von denen ich mich verstanden fühle.
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Neben meiner Leidenschaft für Filme, liebe ich auch die Musik ohne die ich nicht atmen kann. Und wenn ich nichts auf den Ohren haben möchte, tauche ich in die Welt der Bücher ein.
Filmrezensionen schreibe ich jetzt schon viele Jahre und seit 2014 auch hier professionell auf meiner eigens gegründeten Webseite Passion of Arts | Dein Fenster zur Filmkunst.
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Header Elements – Media Monday #793: © Passion of Arts Design | Foto: Nahaufnahme von Jared Leto in Mr. Nobody | 2010 ©Concorde Filmverleih GmbH
Ein Kommentar
Ich kann sehr gut verstehen wenn dir Menschen zu viel werden. Wenn ich zu viel Kontakt zu Menschen haben kann es bei mir meine Depressionen verstärken. Auf der anderen Seite muss ich darauf achten mich auch nicht zu sehr zu isolieren. Momentan habe ich eine gute Balance, pflege auf der einen Seite wieder mehr soziale Kontakte und gehe auch mal aus, auf der anderen Seite lege ich auch bewusst mal Pausen ein.
Ich lese viel, gerade in diesem Jahr habe ich schon einige Bücher gelesen. Aber ich glaube ein Buchclub wäre nichts für mich, gerade auch aus den von dir genannten Gründen. Kommen dann oft Bücher die mich jetzt wirklich interessieren und wenn man nicht darüber redet, verstehe ich das Konzept eh nicht.
„The Big Short“ ist genau mein Thema und der zählt auch zu meinen Lieblingsfilmen. Aber gerade deshalb, weil er die Finanzkrise nicht als Machtgehabe von Einzelnen zeigt, sondern als systemisches Versagen. Die großen Finanzgurus haben selber nicht verstanden was da passiert und die meisten Trader und Broker hatten keine Ahnung womit sie eigentlich handeln, zeigt der Film sehr gut. Es konnte sich tatsächlich auch kaum einer vorstellen, dass es zu so einem Crash kommen kann, eben nur wenige.
Es ist in Ordnung wenn es auch mal roh und emotional wird. Es muss auch manchmal raus und diese „Früher war alles besser“ Mentalität geht mir auch auf die Nerven.