Diese Woche möchte ich mit euch auf eine kleine Reise durch das Subgenre der Football-Filme gehen und euch meine die 5 Besten Football-Filme vorstellen. Der Super Bowl steht vor der Tür – und mit ihm leider auch die bittere Erkenntnis, dass wir uns danach auf rund 31 footballfreie Wochen ohne American Football am Sonntagabend einstellen müssen.
Und ja, natürlich könnte man jetzt sagen: Perfekt, endlich Zeit, um mal wieder ein paar Filme zu schauen. Dem würde ich sogar zustimmen. Aber wir alle wissen: Wenn die Sehnsucht nach dem geliebten Sport erst einmal zuschlägt, hilft eigentlich nur eine Sache – selbst aufs Feld zu gehen.
Gut, diese Option hat sich mit meinen mittlerweile 30 Jahren erledigt.
Bleibt also die zweitbeste Lösung: Filme über American Football schauen, die das Gefühl, die Dramatik und die Leidenschaft dieses Sports einfangen. Und genau dafür sind diese fünf Filme da – als kleine emotionale Überbrückung, bis im September endlich wieder die neue NFL-Saison startet.
Ein Beitrag von: Lennart Goebel
Die Rubrik „Die 5 BESTEN am DONNERSTAG“ erklärt 🌟🎥
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Bevor wir zu den FIlmen kommen, lasst mich etwas vorwegnehmen. Wenn sich das Jahr langsam dem Ende neigt, beginnt für uns Football-Fans die schönste Zeit. Und kurz vor Karneval hört der Spaß dann – nach gerade mal rund 21 Wochen – leider auch schon wieder auf. Doch das hält mich natürlich nicht davon ab, meine Sucht nach American Football mit euch zu teilen. Nach dem anstehenden Super Bowl an diesem Sonntag bleibt uns schließlich wieder diese tragisch-traurige Zeit: Sonntagabend, keine NFL, kein überkapitalistisches TV-Event, kein RedZone-Marathon.
Also warum das Ganze nicht einfach mit einem Film über eben diesen Sport kompensieren?
Lange Rede, kurzer Sinn: Für Millionen Fans weltweit endet Anfang Februar unsere fünfte Jahreszeit. Der inzwischen 60. Super Bowl war für mich der perfekte Anlass, einem meiner liebsten Subgenres endlich mal wieder Raum zu geben – und euch 5 American-Football-Filme zu präsentieren. Eine Liste, mit der man die kommenden Sonntagabende ohne NFL vielleicht ein kleines bisschen besser übersteht.
Die 5 Besten Football-Filme: Ein kurzer Disclaimer
Ich behaupte nicht, dass dies die objektiv fünf besten Footballfilme aller Zeiten sind. Das wäre vermessen – und ehrlich gesagt auch langweilig. Vielmehr sind es fünf Empfehlungen, um die Zeit bis zum Frühling mit ein wenig Football-Magie zu füllen. Bevor dann zumindest der deutsche Football wieder sein Gesicht zeigt und Samstage oder Sonntagnachmittage auf den Sportplätzen der Region mit dem Sport füllt, den ich so liebe.
Und vielleicht ist das auch ein guter Moment, kurz zu erklären, warum mir dieses Genre so viel bedeutet.
Ich bin mit fünf Jahren – also vor gut einem Vierteljahrhundert – in den Dachverein unseres städtischen Footballteams eingetreten. Mein Onkel spielte dort vor mir, mein Vater war Fan seit den frühesten Tagen, nachdem er selbst an der Uni Paderborn ein Footballteam mitgegründet hatte, das noch heute in der GFL spielt.
Ich habe neun Jahre Flag Football gespielt, bin zu drei deutschen Jugendmeisterschaften gefahren, wurde einmal in die niedersächsische Auswahl berufen und spielte später in der höchsten deutschen Jugendliga (JGFL) für die Braunschweig Junior Lions. Es folgten Spielgemeinschaften, Trainerlizenzen, Coaching im Flag Football, Stationen in Hessen und Niedersachsen – bis ich nach 22 Jahren meinen Helm endgültig an den Nagel hing.
Keine Titel, keine Ringe. Nichts für die Vitrine – außer ein paar Medaillen und sehr viele Erinnerungen, die an alten Trikots im Schrank haften.
Und wer Football kennt, weiß: Kaum ein Sport – vielleicht abgesehen vom Motorsport – eignet sich so sehr für das Sportfilm-Genre. Mit all seinen Ecken, Kanten, Brüchen und Comebacks. Oft sind es Biopics oder zumindest Geschichten mit starkem Realitätsbezug, weil das echte Leben hier einfach die besten Drehbücher schreibt. Und auch wenn es keine Dokus sind, haben mich diese Filme geprägt – genauso wie der Sport selbst mich geprägt hat.
Aber genug von mir.
Lasst uns zu den Filmen kommen.
Und wir beginnen mit einem Film, den ich erst kürzlich zum ersten Mal gesehen habe.
5. The Senior (2023)
College Football ist für uns Europäer irgendwie… seltsam.
Schlecht verfügbar, zeitlich maximal unsozial und mit seinen 137 Teams schlicht nicht zu überblicken. Und dann überschneidet sich die Saison auch noch mit der NFL. Lange Rede, kurzer Sinn: College Football ist ein Sport für sich. Eine eigenen Kultur, mit eigenen Mythen und eigenen Helden, die hierzulande oft komplett unter dem Radar laufen.
Umso schöner, dass sich das zuletzt langsam geändert hat.
Dank DAZN konnte man dieses Jahr erstmals College Football wirklich regelmäßig verfolgen, Netflix hat mit SEC Football weiter Öl ins Feuer gegossen – und plötzlich tauchen auch wieder College-Football-Filme auf. Ein Subgenre, das es zwar schon länger gibt, das aber im Kino fast immer von Highschool- oder Profi-Football verdrängt wird.
So bin ich zuletzt über gleich zwei College-Biopics gestolpert, von denen ich vorher noch nie gehört hatte. Die Entscheidung fiel mir nicht leicht: Doch eine Entscheidung muss her, daher an der Stelle einfach einen kurz Honorable Mention an Greater.

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Wovon handelt The Senior?
The Senior basiert auf der wahren Geschichte von Mike Flynt, einem Mann, der 37 Jahre nach seinem Rausschmiss vom College-Footballteam erneut die Chance ergreift, seine letzte aktive Spielsaison nachzuholen. Obwohl er mittlerweile 59 Jahre alt ist und weit älter als seine Mitspieler, meldet er sich an seiner alten Universität wieder zum Team an und kämpft sich durch Training, physische Herausforderungen und Zweifel von außen, um noch einmal auf dem Feld zu stehen. Für ihn geht es nicht um Ruhm, sondern darum, alte Lücken zu schließen, verlorene Beziehungen zu kitten und den Abschluss zu erleben, den er einst verpasst hat – trotz aller Zweifel, Schmerzen und Herausforderungen, die ihm auf seinem Weg begegnen.
The Senior | 2023 © Plaion Pictures | IGN Movie Trailers
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Die 5 Besten Football-Filme: Die Distanz zum Akademischen Sport
Gespielt wird Flynt von Michael Chiklis (Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer) und macht das wie ich finde wirklich gut. Doch man muss es leider so sagen: Das hier ist kein cineastisches Meisterwerk. The Senior ist genau das, was man erwartet – eine klassische Underdog-Story, geschniegelt, vorhersehbar, manchmal fast schon schmerzhaft generisch. Aber genau darin liegt auch seine Stärke. Im Cast finden wir auch Rob Corddry, der hier Coach Weston völlig unbeeindruckend austauschbar spielt.
Doch was ist befriedigender für Sportfilm-Fans als dieses vertraute generische Ausmalbuch, das wir Genre nennen?
Harte Arbeit. Zweifel. Rückschläge. Akzeptanz. Wachstum. Es ist einfach großartig zu sehen, wie jemand nicht nur sportlich, sondern auch menschlich über sich hinauswächst. Als Mitspieler, Freund und Mentor für ein Team, das ihn eigentlich niemals hätte aufnehmen müssen. Flynt kämpft nicht nur gegen seinen Körper, sondern auch gegen seine eigenen Dämonen.Ja, das ist ein generischer Sportfilm.
Aber manchmal braucht es genau das.
Und The Senior erinnert daran, warum diese Geschichten funktionieren. Gerade im Football, einem Sport, der sich mit all seinen Ecken, Kanten und Biografien einfach perfekt fürs Kino eignet.
4. Helden aus der zweiten Reihe (2000)

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Worum geht es in Helden aus der zweiten Reihe?
„Helden aus der zweiten Reihe“ (Originaltitel: The Replacements ) ist ein US-amerikanischer Sportfilm aus dem Jahr 2000 unter der Regie von Howard Deutch, produziert von Dylan Sellers, mit Musik von John Debney und Kameraarbeit von Tak Fujimoto.
Der Film spielt in der Welt des professionellen American Football, in der ein Spielerstreik den Ligabetrieb lahmzulegen droht, woraufhin der verzweifelte Teambesitzer Edward O’Neil (Jack Warden) den legendären, längst pensionierten Trainer Jimmy McGinty (Gene Hackman) zurückholt, um in kürzester Zeit eine Mannschaft aus Ersatzspielenden zusammenzustellen. Dieses neu formierte Team besteht aus Außenstehenden und Gestrandeten mit sehr unterschiedlichen Hintergründen, angeführt vom ehemaligen Quarterback Shane Falco (Keanu Reeves), der einst eine vielversprechende Karriere vorzeitig beenden musste, sowie weiteren schillernden Figuren wie dem extrem schnellen, aber unzuverlässigen Receiver Clifford Franklin (Orlando Jones), dem ungestümen Polizisten Daniel Bateman (Jon Favreau) und dem walisischen Fußball-Spezialisten Nigel Gruff (Rhys Ifans), die gemeinsam lernen müssen, als Mannschaft zu funktionieren.
Parallel dazu entwickelt sich eine Beziehung zwischen Falco und der Cheerleaderin Annabelle Farrell (Brooke Langton), obwohl solche Verbindungen eigentlich untersagt sind. Der Film verbindet Sportdrama mit Komödie und Underdog-Motiven und erzählt von zweiten Chancen, Teamgeist und dem Wert von Zusammenhalt jenseits großer Namen. In den Kritiken fiel das Echo gemischt aus; so ordnete James Berardinelli den Film auf ReelViews zwischen mittelmäßigen und schwächeren Sportfilmen ein. Erwähnenswert ist außerdem, dass „Helden aus der zweiten Reihe“ der letzte Filmauftritt von Jack Warden war.
Helden aus der zweiten Reihe | 2000 © Tobis StudioCanal
Die 5 Besten Football-Filme: Fast so peinlich wie Adam Sandler
Helden aus der zweiten Reihe ist eine dieser Football-Komödien, die einfach immer gute Laune machen. Und das ganz im Gegensatz zu den beiden Adam-Sandler-Filmen dieses Genres. So kultig sie auch sein mögen, sie haben immer diesen leicht bitteren Unterton. Doch hier ist es irgendwie anders. Hier geht’s um Spaß, Leichtigkeit und zwei Stunden eskapistische Wohlfühlunterhaltung.
Mit Keanu Reeves und Gene Hackman fährt der Film zudem ein Cast auf, der eigentlich viel zu gut ist für das, was der Film sein will. Die Geschichte ist komplett fiktional, kommt ohne NFL-Lizenz aus, ist aber ganz klar von echten Ereignissen inspiriert. Die Prämisse kennen wir spätestens seit der Hulu-Sensation Chad Powers. Ein in Ungnade gefallener Quarterback und ein Haufen Ehemaliger werden während eines Spielerstreiks zusammengetrommelt, um die Saison irgendwie zu Ende zu bringen.
Und ja, der Film scheut sich nicht davor, aus einem kotzenden O-Liner einen Gag zu machen. Das Niveau ist nicht immer hoch – aber ehrlich gesagt: genau das gehört hier dazu.
Was ich an Helden aus der zweiten Reihe so liebe, ist diese unfassbare Leichtfüßigkeit. Der Film will nichts beweisen. Er will nicht inspirieren, nicht erziehen, nicht verklären. Er will unterhalten – und das tut er verdammt gut. Einer der wenigen Football-Filme, die nicht unter dem Biopic-Stempel ächzen, sondern einfach frei drauflos erzählen.
Die Story ist vorhersehbar, klar. Aber sie ist genauso gut umgesetzt, dass man sich daran kein bisschen stört. Das ist eine typische 2000er-Komödie, die Football eher als Story-Aufhänger nutzt. Die Sportszenen sind dramaturgisches Werkzeuge ohne Selbstzweck. Aber deshalb funktionieren sie. Am Ende lässt einen der Film mit genau dem zurück, was er einem geben will: Ein Grinsen im Gesicht und zwei Stunden weniger im Tag. Zwei Stunden, die man sonst NFL geguckt hätte. Aber wenn nun mal Offseason ist, hört man entweder das letzte J.-Cole-Album oder versucht, einer kleinen depressiven Episode zu entkommen. Und dafür eignet sich Helden aus der zweiten Reihe überraschend gut.
3. Draft Day – Tag der Entscheidung (2014)

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Wovon handelt Draft Day – Tag der Entscheidung?
„Draft Day – Tag der Entscheidung“ ist ein US-amerikanisches Football-Drama aus dem Jahr 2014 unter der Regie von Ivan Reitman, das Drehbuch stammt von Scott Rothman und Rajiv Joseph. In der Hauptrolle spielt Kevin Costner Sonny Weaver Jr. (Kevin Costner), den General Manager der Cleveland Browns, der am Morgen des alljährlichen NFL Drafts vor einer der wichtigsten Entscheidungen seiner Karriere steht. Während der gesamte Football-Kosmos auf diesen Tag blickt, gerät Sonny nicht nur sportlich, sondern auch privat unter Druck, denn seine Beziehung zu Ali (Jennifer Garner), die ebenfalls für das Team arbeitet, stellt ihn vor zusätzliche Herausforderungen.
Gleichzeitig lastet der Erwartungsdruck des Teambesitzers Anthony Molina (Frank Langella) schwer auf ihm, der angesichts der ausbleibenden Erfolge dringend Resultate sehen will. Auch Trainer Coach Penn (Denis Leary) ist mit Sonnys Plänen alles andere als einverstanden und setzt auf einen anderen Weg, während der aktuelle Quarterback Brian Drew (Tom Welling) um seine Zukunft im Team bangt. Im Mittelpunkt der sportlichen Diskussionen stehen unter anderem der selbstbewusste Nachwuchs-Quarterback Bo Callahan (Josh Pence) sowie der ehrgeizige Linebacker Vontae Mack (Chadwick Boseman), die beide unterschiedliche Hoffnungen und Erwartungen an den Draft knüpfen.
Draft Day – Tag der Entscheidung | 2014 © Concorde Home Entertainment | Fandango
Die 5 Besten Football-Filme: Backoffice statt Gridiron
Jetzt kommen wir zu einem dieser Fälle, in denen ich mich ein bisschen nackig mache. Denn ja: Ich habe die drei großen, unumstößlichen Football-Klassiker lange Zeit nicht gesehen. Aber ich komme trotzdem nicht drum herum, zumindest einen Vertreter dieser Kategorie zu empfehlen. Und wenn ich mir einen aussuchen muss, dann nehme ich Draft Day – gerade weil er so untypisch ist.
Denn Draft Day ist ein Footballfilm, in dem kein einziger Snap gespielt wird, abgesehen von Aufnahmen. Im Fokus sind Telefone, Whiteboards, General Manager mit Schlafmangel und Entscheidungen, die Karrieren beenden oder neu erschaffen.
Wenn man so will, ist das hier der kleine, etwas weniger elegante Schwesternfilm zu Moneyball – nur eben mit Helmen statt Baseballcaps. Nicht annähernd so smart geschrieben, nicht so ikonisch, aber trotzdem spannend auf eine ganz eigene Art.
Der Film lebt nicht von Sportbildern, sondern von Druck. Von dieser einen Entscheidung, die man nicht rückgängig machen kann. Und wenn man Football liebt. Inklusive Draft-Nächten, Mock Drafts, Fanatsy Ligen und irrationaler Hoffnung auf den nächsten Titel – dann funktioniert das erstaunlich gut.
Top 5 Football Filme: Der Moneyball des American Football
Draft Day ist sicher kein Film für Leute, die Football nur wegen der Action mögen. Aber für alle, die schon mal um drei Uhr morgens über Mock Drafts sich den Kopf zerbriochen haben. Oder für die, die sich eingeredet haben, dass dieses Jahr wirklich alles anders wird. Für genau die ist dieser Film.
Ein Footballfilm für Nerds, Frontoffice-Romantiker und Fans, die wissen, dass Spiele nicht nur sonntags gewonnen werden. Und sind wir ehrlich, wenn im Frühjahr der Draft wieder ansteht, Der Heismantrophy gewinner den 1 Pick overall sicher, dann ist es doch irgendwie spannend welche potential man in den späteren Runden aus den untiefen der College Kader ernten kann um vorfreude auf die Neue saison zu schüren. Und dann ist der FIlm doch eigendlich nen guter SOnntag abend pick.
Ein zusätzlicher Grund, warum Draft Day für mich heute mehr Gewicht hat als noch bei der Erstsichtung, ist Chadwick Boseman. Seine Zeit war viel zu kurz, sein Potenzial unfassbar groß. Auch hier zeigt sich wieder diese ruhige Präsenz, dieses Selbstverständnis, das nie laut sein musste, um Wirkung zu entfalten. Es ist rückblickend schmerzhaft zu sehen, wie viele Facetten er noch hätte zeigen können. Umso wichtiger, solche Performances nicht untergehen zu lassen – gerade in Filmen, die gerne mal unter dem Radar laufen.
Gleichzeitig gehört auch dazu, zu sagen, dass Draft Day einen Beteiligten hat, von dem ich mich klar distanziere. Die Vorwürfe und Taten rund um Sean Combs stehen für sich und sind nicht zu relativieren. Aber Filme sind Gemeinschaftsarbeiten. Hunderte Menschen stecken Herzblut, Talent und Zeit in einen FIlm. Es wäre falsch, die Leistungen all dieser Beteiligten aus der Filmgeschichte zu streichen. Kunst darf und muss kritisch eingeordnet werden, ohne dabei pauschal ausgelöscht zu werden.
Und genau das passt auch wieder zum Kern von Draft Day. Entscheidungen sind selten sauber, selten einfach, und fast nie ohne Widersprüche. Vielleicht funktioniert der Film deshalb heute sogar besser als damals.
2. Touchdown (Rudy, 1993)

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Worum geht es in Touchdown?
Touchdown (Rudy) erzählt die wahre Geschichte von Daniel „Rudy“ Ruettiger, einem Jungen aus Illinois, Sohn einer deutschstämmigen Arbeiterfamilie, der nur einen Traum hat: einmal für die Notre Dame Fighting Irish Football zu spielen. Trotz körperlicher Nachteile, fehlender Unterstützung, schlechter schulischer Voraussetzungen und unzähliger Rückschläge kämpft er sich Schritt für Schritt näher an diesen Traum heran. Und wird am Ende – bis heute als letzter Spieler – von seinen Teamkameraden aus dem Stadion getragen.
Touchdown – Sein Ziel ist der Sieg | 1993 © Sony Pictures | Rotten Tomatoes
Top 5 Football Filme: Gib niemals auf!
Ich glaube, das erste Mal, dass ich bei einem Film wirklich geweint habe, war bei Rudy. Und zwar nicht im Finale, nicht beim berühmten Spielzug – sondern ganz am Anfang, als Rudys bester Freund bei der Explosion in der Stahlfabrik stirbt. Diese Szene überspringe ich bis heute. Jedes Mal.
Und trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – hat mich kaum ein Film meiner Jugend so sehr in seinen Bann gezogen wie diese ultimative Underdog-Geschichte.
Diese Geschichte hat mir früh etwas mitgegeben, das mich bis heute begleitet:
Egal wie schlecht die Chancen stehen, egal wie oft man hinfällt – an den Traum zu glauben und alles dafür zu tun, kann am Ende zumindest die Chance auf etwas Großes bedeuten. Eine Lektion, die mir Rudy gut zwanzig Jahre vor Rocky auf seine ganz eigene, leisere Art beigebracht hat.
Getragen wird der Film fast vollständig von Sean Astin. Kleine Highlights wie John Favreau in einer Nebenrolle sind nett, aber der Film ruht klar auf Astins Schultern. Rückblickend ist es spannend, ihn hier zu sehen – lange bevor ich ihn durch Der Herr der Ringe wirklich zu schätzen gelernt habe. Damals waren Schauspieler für mich ehrlich gesagt noch ziemlich egal. Heute sehe ich, wie viel Herz und Verletzlichkeit er dieser Rolle gegeben hat.
Natürlich ist die Geschichte alt wie die Menschheit selbst. Und ja, sie ist – ähnlich wie The Blind Side – historisch nicht ganz sauber und dramaturgisch stark vereinfacht. Aber das ist mir bei Rudy fast egal. Dieser Film sieht alt aus, fühlt sich alt an, und genau das macht seinen Reiz aus. Er triggert Nostalgie, jedes einzelne Mal.
Der Football-Aspekt rückt dabei für mich fast in den Hintergrund. Klar, der Sport ist der Rahmen – aber erstaunlich viele Szenen spielen in Klassenzimmern, Bibliotheken und Umkleidekabinen. Es geht weniger um Spielzüge als um Aufopferung. Und genau hier trifft der Film den Kern dessen, was Football – vor allem im Amateurbereich – bedeutet:
Man lebt diesen Sport, als wäre man Profi. Für ein paar Spiele im Jahr. Ohne Garantie, ohne Ruhm, ohne Sicherheit.
Football ist Religion im engsten Sinne. Kein Wunder also, dass man in Notre Dame – und an jeder texanischen Highschool – vor dem Spiel betet.
1. Gegen jede Regel (2000)

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Worum geht es in Gegen jede Regel?
„Gegen jede Regel“ (Originaltitel: Remember the Titans) ist ein US-amerikanischer Sportfilm aus dem Jahr 2000, der auf der wahren Geschichte von Herman Boone basiert und die Herausforderungen von Rassismus in den 1970er-Jahren in den Südstaaten der USA thematisiert. Regie führte Boaz Yakin, das Drehbuch schrieb Gregory Allen Howard, produziert wurde der Film von Jerry Bruckheimer und Chad Oman.
Der Film erzählt die Geschichte der Zusammenlegung zweier Highschools in Alexandria, Virginia, und der daraus entstehenden Herausforderungen für die Footballmannschaften unter den Coaches Boone (Denzel Washington) und Yoast (Will Patton). In einem intensiven Trainingscamp lernen die Spieler:innen, Unterschiede zu überwinden und als Team zusammenzuwachsen. Dabei entsteht auch eine Freundschaft zwischen den beiden Starspielern Julius (Wood Harris) und Gerry (Ryan Hurst). Die Geschichte zeigt, wie sie in einer Zeit von Vorurteilen und gesellschaftlichen Spannungen nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch abseits davon zusammenhalten müssen.
„Gegen jede Regel“ war in den USA ein Überraschungserfolg und spielte bei einem Produktionsbudget von etwa 30 Millionen US-Dollar weltweit rund 136,7 Millionen US-Dollar ein, davon 21,1 Millionen außerhalb der USA. Besonders der Titelsong „Ain’t No Mountain High Enough“ von Marvin Gaye und Tammi Terrell aus dem Jahr 1967 ist unvergessen. Kritiker beschrieben den Film als eher traditionellen Sportfilm, der aber soziale Themen anspricht. Auszeichnungen und Nominierungen umfassen unter anderem den Golden Satellite Award für Denzel Washington, den Young Artist Award für Hayden Panettiere, Nominierungen für den Teen Choice Award sowie den Image Award für Bester Film und Bester Hauptdarsteller für Denzel Washington. Der Soundtrack Remember the Titans erschien 2001 bei Walt Disney Records, die DVD-Veröffentlichung folgte 2002 über Buena Vista Home Entertainment.
Gegen jede Regel | 2000 © The Walt Disney Company | Rotten Tomatoes
Top 5 Football Filme: Lehren fürs Leben
Wenn es einen Film gibt, der mich als Mensch und als Sportler geprägt hat wie kein anderer, dann ist es Disneys Remember the Titans. Ein Film, der zu Recht als einer der besten Sportfilme aller Zeiten geahndelt wird. Doch für mich gibt es da kein vielleicht! Er ist ein Fixpunkt. Ein moralischer Kompass. Und wahrscheinlich der Film, zu dem ich in meinem Leben am häufigsten zurückgekehrt bin.
Remember the Titans erzählt die wahre Geschichte der T. C. Williams High School in Virginia um 1971 – mitten in der Zeit der erzwungenen Rassenintegration. Highschool-Football wird hier nicht einfach als Sport genutzt, sondern als Sprachrohr, um eines der zentralen Themen der amerikanischen Geschichte zu verhandeln. Rassismus, Trennung, Hass – und die Möglichkeit, all das zu überwinden. Und es gibt kaum ein Medium, das sich dafür besser eignet als Teamsport.
Sport war für mich schon immer der Ort, an dem vieles andere egal wird. Gerade Football. Egal ob du – um Coach Boone zu zitieren – „schwarz, weiß, grün, blau oder orange“ bist. Egal, aus welchem Viertel du kommst, ob du belesen bist oder eine Holzbirne. Auf dem Feld zählt nur, dass du Teil der Einheit bist. Dass du kämpfst – für dieselbe Sache. Remember the Titans bringt dieses Gefühl auf den Punkt wie kaum ein anderer Film.
Und ja, der Film hat Denzel Washington. Scherz beiseite – aber eben auch nicht ganz.
Der Cast ist voll mit Gesichtern, die man später immer wieder sieht: ein junger Ryan Gosling (Barbie) Donald Faison (Scrubs), viele bekannte Nebenrollen. Und doch stehen sie alle im Schatten der Präsenz eines der größten Schauspieler unserer Zeit. Denzel Washington hat viele ikonische Performances abgeliefert – aber Coach Herman Boone ist die Rolle, an die ich immer zuerst denke, wenn sein Name fällt. Laut, unbequem, kompromisslos, aber tief gerecht. Hart – und gleichzeitig voller Verantwortung.
Vielleicht trifft mich diese Figur auch deshalb so sehr, weil mein eigener Jugendtrainer in vielerlei Hinsicht ähnlich war. Hart, fordernd, manchmal unbequem – aber immer fair. Genau diese Art von Führung hat mich als Sportler geformt. Und auch als Mensch.
Top 5 Football Filme: Trigger Warnung – Es wird politisch.
Politische Themen halte ich in Filmkritiken eigentlich gerne außen vor. Aber Remember the Titans lässt einem hier keine Wahl – und das ist gut so. Gerade wenn ich mir heute Social Media anschaue, die klassischen Medien, oder Diskussionen mit AfD-Wählern führe, frage ich mich immer wieder, wie man solche Geschichten sehen kann – und trotzdem an Hass festhält. Wenn mich jemand fragt, wer mich radikalisiert hat, dann zeige ich auf diesen Film. Und auf die Szene, in der Gary Bertier der Krankenschwester sagt, dass sie blind sei – weil sie nur Hautfarbe sieht, aber nicht erkennt, dass der Mann neben ihm sein Bruder ist.
Side Note, aber eine wichtige für mich.
Der Hund, mit dem ich aufgewachsen bin und den wir vor über zweieinhalb Jahren zu Grabe tragen mussten, hieß Bertier. Benannt nach dem Teamcaptain und Middle Linebacker der Titans. Mehr muss ich, glaube ich, nicht sagen.
Filmisch ist das klassischer Disney-2000er-Stoff – aber auf einem spürbar höheren Niveau. Man merkt, dass hier Geld in die Hand genommen wurde, um der Geschichte gerecht zu werden. Ein Denzel Washington will bezahlt werden. Der Film sieht gut aus, hat ikonische Needle Drops und Szenen, die sich eingebrannt haben. Und er ist der Film, zu dem ich immer wieder zurückkehre. Vielleicht einmal im Jahr, wenn die Tage kürzer werden. Oder an dem Tag an dem ich meinen Hund zu dolle vermisse.
Dann schaue ich diesen Film, weine in mich hinein – so wie jetzt beim Schreiben – und genieße diese Melancholie. Die Werte. Die Lehren. Ich kann diese zwei Stunden kaum noch als „Film“ wahrnehmen. Für mich ist das mehr eine heilige Schrift. Wenn ich überhaupt noch irgendeiner Religion angehöre, dann den Lehren dieses Films. Den Lehren, nach denen ich leben will. Und die ich meiner Tochter weitergeben möchte.
Denn es ist egal, welche Hautfarbe wir bei der Geburt geschenkt bekommen haben. Egal, aus welchem Viertel wir kommen oder welche Schule wir besucht haben. Wir haben mehr gemeinsam, als uns trennt. Und wenn wir uns öfter darauf besinnen würden, hätten Faschisten vielleicht weniger Chancen, uns für ihre egoistischen Zwecke zu spalten.
Passt auf euch auf. 🖤
Weitere Top 5 Football Filme aus der Redaktion
- Friday Night Lights (2004)
- Waterboy (1998)
- The Slaughter Rule (2002)
- Jerry Maguire – Spiel des Lebens (1996)
- Blind Side – Die große Chance (2009)
- The Last Boy Scout (1991)
- Spiel auf Bewährung (2006)
- Erschütternde Wahrheit (2015)
- Sie waren Helden (2006)
- Spiel ohne Regeln (2005)
- An jedem verdammten Sonnatg (1999)
- Die Wildcats (1986)
Fazit: Mehr als Yards, mehr als Siege
Diese fünf Filme zeigen, warum der Footballfilm weit mehr ist als ein Subgenre eines Subgenre. Er handelt selten wirklich von Spielzügen, Taktiktafeln oder Championships – er handelt von Menschen. Von Außenseitern, von Gemeinschaft, von Schmerz, Verlust und Hoffnung. Ob es die kindliche Begeisterung und das Staunen über Vorbilder ist, die Tragik zu früh verlorener Talente, der unerschütterliche Glaube eines Underdogs wie Rudy, oder der Kampf gegen tief verwurzelten Hass in Remember the Titans – Football ist hier nie Selbstzweck, sondern Bühne.
Was diese Filme verbindet, ist nicht der Sport an sich, sondern das, was er erzwingt: Verantwortung füreinander, Opferbereitschaft, Demut und Zusammenhalt. Football verlangt – gerade auf Amateur- und Highschool-Ebene – alles von seinen Spielern, ohne viel zurückzugeben. Und genau darin liegt seine Kraft als erzählerisches Werkzeug. Kein anderer Sport eignet sich so sehr, um zu zeigen, wie Individuen zu einer Einheit werden müssen, wie Unterschiede unwichtig werden, wenn man gemeinsam leidet, kämpft und wächst.
Der Footballfilm ist deshalb auch immer ein Spiegel. Er verhandelt Klassismus, Rassismus, Männlichkeitsbilder, den amerikanischen Traum – manchmal verklärt, manchmal schmerzhaft ehrlich. Und ja, nicht jede Geschichte ist historisch sauber oder frei von Pathos. Aber selbst dann bleibt der emotionale Kern wahr. Diese Filme erinnern uns daran, warum Sport für so viele mehr ist als Unterhaltung: Er ist Zuflucht, Identität, Religion, manchmal sogar moralischer Kompass.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Footballfilme uns nicht beibringen wollen, wie man ein Spiel gewinnt – sondern wie man verliert, aufsteht und trotzdem weitermacht. Als Team. Als Mensch. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum sie uns Jahrzehnte später noch berühren, begleiten und prägen.
Welche sind eure Top 5 Football Filme?
LENNART – Autor
Seit November 1995 mache ich das Internet unsicher und nachdem ich viel zu früh gesehen habe, wie ein Anwalt von einem Tyrannosaurus-Rex gefressen wurde, ein Feuchtfarmer die Galaxy rettet und ein Waisenjunge erfährt, dass seine Eltern Zauberer waren, seitdem ist es um mich geschehen. Filme sind für mich das Medium Nummer 1, auch wenn ich so gut wie jeder Form von Kunst etwas abgewinnen kann, ist es das bewegte Bild, das mein Herz am meisten eingenommen hat. Abgesehen vom American Football, der mich 22 Jahre begleitet hat und durch Filme wie „Remember the Titans“ meine eigenartige Vorliebe für den Sportfilm geweckt hat, weswegen man mich auf Letterboxd nur als den Coach kennt.
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