Return to Silent Hill – Filmkritik

Das Bild ist das Titelbild zur Return to Silent Hill Filmkritik

Albtraumhafte Monster, Orientierungslosigkeit, verzerrte Realität, Personen die aussehen wie Bekannte und doch jemand anders sind und eine gewisse, morbide Anziehungskraft, vielleicht sogar krankhafte Faszination, geboren aus Emotionen. Silent Hill ist ein Ort, der kaum greifbar ist für jene die ihn erleben und doch, oder vielleicht grade deshalb hat die mysteriöse Stadt voller Asche und Nebel einen ganz klaren Platz in der Popkultur. Selbst Menschen ohne Bezug zu den gleich heißenden Videospielen haben den Namen oftmals schon mal aufgegriffen und verbinden ihn mit einem Gefühl und einer Visualität, oder zumindest einer Beschreibung. Return to Silent Hill ist also nicht einfach irgendeine Videospielverfilmung, es ist der Versuch dieses bestimmte Etwas noch einmal überzeugend auf die Leinwand zu bannen. An diesem Film hängt viel und genau deshalb wird er auch so extrem kritisch betrachtet.

Ein Beitrag von: Rick

Worum geht es in Return to Silent Hill?

Return to Silent Hill ist ein übernatürlicher, psychologischer Horrorfilm und der dritte Teil der Silent Hill-Filmreihe. Der Film basiert auf dem Videospiel Silent Hill 2 von Konami und wurde von Christophe Gans gemeinsam mit Sandra Vo-Anh und Will Schneider geschrieben sowie von Gans selbst inszeniert. In den Hauptrollen spielen Jeremy Irvine und Hannah Emily Anderson, weitere Rollen übernehmen Evie Templeton, die zudem das Motion Capturing und die Stimme der Figur Laura im Remake von Silent Hill 2 übernahm. Die Kamera führte Pablo Rosso, den Schnitt verantwortete Sébastian Prangère, während die Musik von Akira Yamaoka stammt, dem langjährigen Komponisten der Silent Hill-Spiele. Produziert wurde der Film unter anderem von Victor Hadida, Molly Hassel und David M. Wulf durch die Produktionsfirmen Davis Films, Electric Shadow, Supernix und WIP. Die Laufzeit beträgt 106 Minuten, die Dialogsprache ist Englisch, produziert wurde der Film in Frankreich und den Vereinigten Staaten.

Die Handlung folgt James Sunderland (Jeremy Irvine), der nach der Trennung von seiner großen Liebe zutiefst verzweifelt ist. Eines Tages erhält er einen geheimnisvollen Brief, der ihn zurück in die verlassene Stadt Silent Hill führt, wo er hofft, seine Seelenverwandte wiederzufinden. Doch die Stadt hat sich durch eine unbekannte, bösartige Macht verändert. Während James immer tiefer in Silent Hill vordringt, begegnet er verstörenden Gestalten – sowohl vertrauten als auch neuen – und beginnt zunehmend an seinem eigenen Verstand zu zweifeln. Zwischen Realität und Wahn versucht er, die Wahrheit zu begreifen und die innere Stärke aufzubringen, um die geliebte Person zu retten.

Return to Silent Hill

Das Bild zeigt wie die Hauptfigur James am Ortsschild des namensgebenden Silent Hill vorbei geht. | Return to Silent Hill
James betritt den verfluchten Ort — Return to Silent Hill | 2026 ©LEONINE Studios
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… im wahrsten Sinne des Satzes. Denn Regisseur Christophe Gans inszenierte zwanzig Jahre zuvor mit dem im Original schlicht betitelten Silent Hill schon die erste Leinwandumsetzung des beliebten Stoffes. Jene war kein rundum gelungener Beitrag, aber diese filmische Version schaffte es sich sowohl als Adaption, als auch als eigenes Werk in der Filmwelt einen gewissen Kultstatus zu erarbeiten. Der Film basiert lose auf dem ersten Eintrag der Videospielreihe, geht aber in vielerlei Hinsicht doch eigene Wege. Übernommen wurden vor allem der Handlungsort und seine Besonderheiten, die Monster und das zugrunde liegende Gefühl der Silent Hill Erfahrung. Nach dem von MJ Bassett inszenierten, im Jahr 2012 erschienenen und sehr negativ aufgenommenen Nachfolger Silent Hill: Revelation waren die Erwartungen an den neuen Film also groß, sollte er doch wieder vom Schöpfer des Erstlings kommen und zudem das zweite Videospiel als Vorlage nutzen, welches als eines der besten Horrorspiele aller Zeiten gilt.

Ein verfluchter Pionier

Horror lebt in vielen Projekten nicht durch das, was wir sehen, sondern durch das was wir nicht sehen und gleichzeitig war das Genre zum Hoch der Spiele noch wenig bekannt für doppelte Böden. Silent Hill hatte diesen aber schon von Anfang an und ganz besonders im zweiten Serienteil. Allerdings nicht versteckt, sondern unter anderem auch innerhalb seiner visuellen Präsentation. Die namensgebende Stadt und alles mit ihr kommende wie die heruntergekommenen Häuser, die Asche, die Monster sind Teil dieser Aufarbeitung. Und das kann ein Problem darstellen, denn eine überzeugende Darstellung eines solch extremen Vorhofs zur Hölle ist aufwändig, teuer und risikoreich. Ein Budget von 23 Millionen US-Dollar ist für einen Horrorfilm zwar nicht wenig, doch wohl kaum ausreichend für speziell diesen Fall zu einem der zu einem Großteil davon lebt. Dem ersten Silent Hill Film von Gans standen 50 Millionen US-Dollar zur Verfügung und selbst damit scheiterten einige visuelle Vorhaben damals.

Return to Silent Hill zerbricht an Erwartungen und Ambitionen

Das Bild zeigt das ikonische Monster "Pyramid Head" der durch verbogene Stangen auf die Kamera zukommt. | Return to Silent Hill
Pyramid Head hat auch einen Auftritt — Return to Silent Hill | 2026 ©LEONINE Studios
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Dass die Erwartungen immens sind lässt sich nicht bestreiten und, dass der Film kaum eine Chance hat jene zu erfüllen, wo doch die Vorlage als eines der besten Werke seiner Art gilt ebenfalls nicht. Doch selbst wenn Silent Hill 2 wie das Spiel heißt, Bild für Bild übernommen worden wäre, selbst dann hätte das wohl nicht gereicht. Die Kraft zieht sich eben auch aus der Interaktivität eines Videospiels und die hätte so oder so in einer filmischen Adaption gefehlt. Allerdings schlägt die Adaption im Storyverlauf auch deutlich andere Wege ein und so ist vor allem das abgeänderte Ende ein Punkt, bei dem viel Aufregung entstehen wird, da es die Aussage verwässert. Return to Silent Hill ist aber auch ein Werk, dem man die Ambitionen anmerkt. Einige Bilder sind groß gedacht, durchkomponiert, vom Konzept her ästhetisch überzeugend. Doch die extrem digitale Umsetzung wirkt unfertig, leblos und auch nicht bewusst intendiert.

Nicht alles scheitert in Return to Silent Hill

So sind besonders einige Szenenübergänge gelungen, da sie mit der Verzerrung der Realität und der Gesundheit des Protagonisten spielen, selten aber zu konventionellen Jumpscares mutieren. Von denen gibt es ganz generell wenig. Christophe Gans wollte offensichtlich die Atmosphäre und die Tiefe der Geschichte den Grusel erzeugen lassen. Und auch wenn grade das technische Handwerk und auch das Drehbuch dies nicht immer umzusetzen wissen, so ergibt sich im gesamten doch eine melancholische Grundstimmung die nicht aufgesetzt wirkt. Als ein erstes Highlight sei hier die Titelkarte erwähnt, die sich sehr schön in den Fluss der Bilder einwebt. Außerdem ist die Musik, wie sollte es bei Silent Hill Stammkomponist Akira Yamaoka auch anders sein, wieder erstklassig. Natürlich greift er zu großen Teilen den Score des Spiels auf, aber das macht die Stücke nicht schlechter. Im Gegenteil, denn mit ein paar der gelungenen Bilder wirkt die Musik umso stärker und unterstützt die Emotionalität.

Ein zweischneidiges Schwert …

… ist hingegen das Schauspiel und die Charakterzeichnung. Hier kann sich der Film durch Hannah Emily Anderson, die eine Doppelrolle spielt, durchaus Lob abholen, denn sie legt die Charaktere verschieden genug, im Kontext des Erzählten aber nicht zu weit voneinander entfernt an und überzeugt auch emotional. Jeremy Irvine hingegen, der den Protagonisten James Sunderland spielt, scheint nicht nur im Hinblick auf die Vorlage fehl besetzt und konträr erzählt, tritt er doch als extrovertierter Künstler, statt als introvertierter Niemand auf, er schießt in seinem Schauspiel auch regelmäßig übers Ziel hinaus. So wirken seine emotionalen Szenen eher ungewollt humorvoll was der düsteren Story nicht grade in die Karten spielt. Regisseur Gans weiß seine Darsteller*innen eigentlich gut zu koordinieren und anzuführen, weswegen hier das Problem scheinbar beim Hauptdarsteller liegt. Warum James Figur allerdings so sehr abgeändert wurde in seinem Typus bleibt, selbst mit Blick auf die restlichen Abänderungen schleierhaft, da es keine Funktion erfüllt.

Die Zukunft von Return to Silent Hill könnte spannend sein

Das Bild zeigt, wie sich vier grotesk anmutende Arme von oben auf die Hauptfigur zubewegen | Return to Silent Hill
Die Vergangenheit greift nach James — Return to Silent Hill | 2026 ©LEONINE Studios
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Denn auch wenn der Film bisher sehr negativ aufgenommen wird und wohl auch finanziell scheitern wird, so lässt einen das Gefühl nicht los, dass zumindest Momente und einzelne Szenen sich einen Stellenwert erarbeiten könnten. Das liegt vor allem daran, dass die Welt von Silent Hill einerseits so klar konzipiert und visualisiert wird und anderseits, selbst die eigentlich abgeschlossenen Storystränge und Figuren in vielerlei Hinsicht interpretierbar sind. Dafür muss auch keine Intention von den Filmschaffenden gegeben sein, denn die Themen und Darstellungen sind universell genug und einige Bilder bieten sich an sie zweimal zu betrachten. Der Film hat also sehr viele Ecken und Kanten und das nicht immer oder sogar nur seltenerweise absichtlich, doch grade diese Ecken und Kanten könnten ihm in Zukunft helfen. Dann wenn die Erwartung an eine gelungene Adaption nicht mehr der Fokus ist, sondern Return to Silent Hill als eigenständiges Werk innerhalb dieses Universums gesehen werden kann.

Fazit zu Return to Silent Hill:

Return to Silent Hill polarisiert nicht, er regt auf. Weil er als Adaption einer sehr beliebten und qualitativ hochwertigen Vorlage weitestgehend versagt und darüber hinaus technisch unfertig und fehlerhaft erscheint. Doch er fasziniert auch ein wenig, denn eine eigene Identität ist durchaus da und seine Probleme könnten über den Verlauf der Zeit hinweg interessante Ansätze für erneute Sichtungen ergeben.

Werdet ihr euch Return to Silent Hill ansehen?


TRAILER: ©LEONINE Studios

Das Bild listet den Cast und die Crew zum Film Return to Silent Hill

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Pressestimmen zu Return to Silent Hill

Bastian G. von filmfutter.com
„Return to Silent Hill“ ist letztlich leider nicht die erhoffte Rückkehr zu alter Stärke geworden. Wer es aber schafft, sich in diese eigenartige Zwischenwelt fallen zu lassen und der dargebotenen Traumlogik zu folgen, dürfte hier auch einige Qualitäten entdecken. Hervorheben möchte ich abschließend das sicher polarisierende Ende, das einen Funken Poesie und Schönheit in die Dunkelheit trägt und bei mir eine Zeile aus einem berühmten Edgar-Allan Poe-Gedicht ins Gedächtnis gerufen hat: „Ist alles, was in Zeit und Raum, Nichts als ein Traum in einem Traum?“ 2.5 von 5 Punkten.

Oliver Armknecht von Film-Rezensionen.de
Basierend auf dem zweiten Teil der Kult-Videospielreihe erzählt „Return to Silent Hill“ von einem Mann, der in einer Alptraumstadt seine Ex sucht. Wo es dem Game gelang, Emotionen und Horror miteinander zu verbinden, scheitert die Adaption an beidem. Die ausdruckslose Besetzung in Kombination mit der hässlichen Optik macht alles zunichte. 4 von 10 Punkten.

IIija Glavas von Kinomeister.de
Für eingefleischte Fans mag es reizvoll sein, die ikonischen Kreaturen und Schauplätze von Silent Hill erneut auf der großen Leinwand zu sehen. Doch diese Rückkehr zu einer der furchterregendsten Videospielwelten aller Zeiten, mit ihrer Mischung aus Nebel, Nostalgie und verlorenem Horror, ruft eher Gleichgültigkeit als Gänsehaut hervor 4 von 10 Punkten.

Pressematerial: Return to Silent Hill | 2026 ©LEONINE Studios

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Ein Kommentar

  1. Ich war gestern in dem Schrott und völlig losgelöst von allen Vorlagen und Erwartungen und was auch immer ist mein Fazit simpel: Der Film ist schlecht, einfach, weil es ein schlechter Film ist. In den ersten zwei Dritteln hat der Streifen im Grunde nichts zu erzählen und wurschtelt schlicht irgendwelche Monster und Figuren zusammen, die nichts zu irgendwas beitragen. Dann fuckelt er im letzten Drittel drölfzig Twists zusammen, die völlig verpuffen, weil man durch die absolut grottigen ersten zwei Drittel null emotional involviert ist. Und zusätzlich sieht das größtenteils auch noch alles unfassbar kacke aus.

    Wenn man das mal mit dem ersten Film vergleicht, der soweit ich weiß ebenfalls sehr viele Änderungen im Vergleich zu den Spielen vorgenommen hat und mittlerweile 20 Jahre alt ist, stellt man fest, dass der a) besser als Film funktioniert, weil er eine Geschichte erzählt, der man folgen kann und die Sinn ergibt, und b) das alles besser aussieht, als der Shit, den man da dieses Jahr auf die Leinwand gerotzt hat.

    Wenn man die Spiele gespielt hat und dazu eine Bezug hat, fuckt einen das vermutlich viel mehr ab, keine Frage, aber eine „schlechte“ Adaption kann immer noch ein guter Film sein. Der hier ist aber einfach nur schlecht auf absoluten allen Ebenen.

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