Heute möchte ich euch die 5 besten deutschen Genrefilme vorstellen. Denn Halloween steht schon vor der Tür und damit die Zeit sich dem Horror und allerlei anders abseitigem Kino zu widmen. Und warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch vor der Haustür liegt.
Auch wenn beim Stichwort „deutsches Kino“ kaum jemand sofort an Horror, Sci-Fi oder Fantasy denkt, gibt es sie: die verborgenen Genreperlen. Mit diesem Artikel möchte ich ein paar davon ins Licht rücken und gleichzeitig zeigen, wie vielfältig deutsches Kino abseits der üblichen Klischees sein kann.
Ein Beitrag von Martin K.
Die 5 besten deutschen Genrefilme – Schatten der Vergangenheit
Ein kalter Wind pfeift durch die Gassen, die Schatten der Häuser brechen schräg über den Boden. Bilden Formen, die sich gegen jede natürliche Ordnung verschworen. Ein schiefes Fenster klappert im Wind, das Licht einer fahlen Laterne zittert über die bröckelnden Mauern. Aus der Ferne dringt das Knarren einer Tür. Langsam bedrohlich, wie ein Atemzug in der Stille.
Die Straße scheint leer und doch liegt ein Gefühl in der Luft, dass man nicht allein ist. Hinter einem verzogenen Torbogen zeichnet sich eine Gestalt ab. Dünn, überlang, surreal, aber doch irgendwie menschlich. Ihr Schatten kriecht über die Wände, größer, verzerrter, als wäre er ein eigenes Wesen.
Schattenhafte Fänge strecken sich aus, wollen dich greifen. Ein eisiger Schauer kriecht über den Rücken, ein Gefühl, welches den Surrealismus und den tiefgreifenden Schrecken vereint.
Es ist diese Mischung aus Beklemmung und Faszination, aus Traum und Alptraum, die das deutsche Kino vor über hundert Jahren geprägt hat. Damals, als Filme wie „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ (1922) oder „Das Cabinet des Dr. Caligari“ (1920) die Leinwände eroberten und den Grundstein für das legten, was wir heute als Genre-Kino kennen.
Die 5 besten deutschen Genrefilme – Versteckt zwischen Klamauk und Schnulze
Dass der deutsche Film gerade unter Filmfans keinen überragenden Ruf genießt, ist durchaus nachvollziehbar. Wer sich anschaut, welche Produktionen am meisten Aufmerksamkeit bekommen, erkennt schnell ein wiederkehrendes Muster: seichte Komödien, mittelmäßig gespielte Liebesgeschichten oder die x-te Variation altbekannter Themen. Stars wie Til Schweiger oder Matthias Schweighöfer prägen seit Jahren dieses Bild – Filme, die zwar ihre Fans haben und auch Kinos füllen, aber nur selten internationale Strahlkraft entfalten.
Daneben sind es vor allem endlose Reihen von TV-Krimis oder große, ernste Geschichtsaufarbeitungen über NS-Zeit oder DDR, die das Bild vom „typisch deutschen Film“ bestimmen. Sicher: Auch hier entstehen immer wieder großartige Werke. Doch insgesamt wirkt das Repertoire dadurch erstaunlich einseitig. Genrefilme? Fehlanzeige. Zumindest auf den ersten Blick.
Die 5 besten deutschen Genrefilme – Von Vampiren, Golems und Co. – Deutschland als Genre-Vorreiter

Auch interessant: Die Anfänge vom Horror im Film: Ein Hauch Historie

Dabei war das längst nicht immer so. Man mag es kaum glauben, aber das deutsche Kino war einmal ein Pionier des Fantastischen. In den 1920er-Jahren eroberte der Expressionismus die Leinwand. Murnaus „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ prägte das Bild des Vampirs bis heute. Robert Wienes „Das Cabinet des Dr. Caligari“ gilt als einer der ersten Horrorfilme überhaupt. Und Fritz Langs „Metropolis“ (1927) gehört zu den einflussreichsten Science-Fiction-Filmen der Filmgeschichte – mit einem Erbe, das bis zu Star Wars reicht.
Das deutsche Kino der 1920er war stilbildend: expressionistische Kulissen, surreale Symbolik, neuartige Kamerafahrten. Filme, die nicht nur Geschichten erzählten, sondern Stimmungen und Abgründe sichtbar machten. Doch mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten kam der Bruch. Viele große Talente – darunter Fritz Lang – emigrierten und fanden ihre neue Heimat in Hollywood. Deutschland selbst verlor seine Rolle als kulturelles Zentrum.
Die Entwicklung des deutschen Films

Auch Interessant: Metropolis – Filmkritik

Auf die gesamte Entwicklung deutscher Filme nach dem Zweiten Weltkrieg im Detail einzugehen, würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Dafür bräuchte es wohl mindestens einen weiteren Artikel. Ein kurzer Überblick sei aber erlaubt, denn die Filmgeschichte zeigt über die Jahrzehnte hinweg ein ständiges Auf und Ab.
Die unmittelbare Nachkriegszeit war geprägt von den sogenannten Trümmerfilmen, die das zerstörte Land und die seelischen Wunden aufgriffen. In den 1950er-Jahren wandte man sich dann verstärkt dem Heimatfilm und leichten Eskapismus zu. Geschichten voller Berge, Wälder und ländlicher Idylle dominierten die Leinwände. Parallel dazu erfreuten sich Krimis und Abenteuerfilme, etwa die Edgar Wallace- oder Karl-May-Verfilmungen, großer Beliebtheit. Man floh gemeinsam ins Exotische, weit weg von den Schatten der Vergangenheit.
In den 1960er-Jahren formierte sich schließlich der Neue Deutsche Film. Mit dem Oberhausener Manifest erhoben junge Regisseure den Anspruch, wieder künstlerisch und gesellschaftlich relevante Werke zu schaffen. Namen wie Rainer Werner Fassbinder, Werner Herzog oder Wim Wenders prägten eine Ära, die dem deutschen Kino internationales Ansehen einbrachte. Gleichzeitig nahm die filmische Aufarbeitung der deutschen Geschichte immer mehr Raum ein – eine Tendenz, die bis heute anhält.
Seit den 1990er-Jahren lässt sich das deutsche Kino grob in zwei Strömungen einteilen. Auf der einen Seite kommerzielle Komödien und populäre Mainstream-Filme, die ein breites Publikum erreichen. Auf der anderen Seite anspruchsvolles Arthouse- und Autorenkino, das regelmäßig auf internationalen Festivals reüssiert.
Die 5 besten deutschen Genrefilme – Nischenkino mit Leidenschaft
Doch eines bleibt in der Geschichte dabei auffällig. Das Fantastische, das Genre-Kino mit Horror, Sci-Fi oder Fantasy, spielt im Bild des deutschen Films nur selten eine Rolle.
Um einen Film zu drehen, braucht es neben Kreativität und Engagement vor allem eines: Geld. Und das bekommt man in Deutschland meist nur auf zwei Wegen – entweder durch einen zugkräftigen Namen, der Sponsoren überzeugt, oder durch staatliche Filmförderung. Genau hier liegt aber das Problem: Die Förderungen konzentrieren sich in erster Linie auf „gesellschaftlich relevante“ Themen. Horror, Sci-Fi oder Fantasy gelten vielerorts noch immer als „niedere Kunst“.
Für Filmemacherinnen und Filmemacher bedeutet das: Wer im Genre-Bereich arbeiten will, stößt schnell an finanzielle Grenzen. Die meisten Projekte entstehen deshalb im Independent-Bereich – mit kleinen Budgets, aber dafür umso mehr Leidenschaft.
Und genau dort, abseits des Mainstreams, entstehen die spannendsten Werke. Filme, die mit Herzblut und Fantasie gemacht sind, die zeigen, dass das deutsche und österreichische Kino mehr kann als Klamauk, Liebesdrama oder die ewige Geschichtsaufarbeitung. Produktionen, die vielleicht nicht perfekt sind, aber gerade durch ihre Hingabe und ihren Mut eine ganz eigene Faszination entfalten.
Die 5 besten deutschen Genre-Filme – Meine Top 5
Im Folgenden möchte ich euch fünf Filme vorstellen, die genau das repräsentieren. Werke voller Kreativität, Engagement und Leidenschaft für das Medium selbst. Filme, die vielleicht Ecken und Kanten haben, die aber eine wohltuende Abwechslung zu dem bieten, was uns als deutscher Einheitsbrei so oft verkauft wird.
5. Blutgletscher (2013)

Auch interessant: Die 5 besten Bergfilme
Worum geht’s in „Blutgletscher“?
Eine Gruppe von Wissenschaftlern arbeitet abgeschieden in den Alpen an einer Forschungsstation, als sie eine rätselhafte Substanz entdeckt, die aus einem schmelzenden Gletscher austritt. Janek (Gerhard Liebmann), der Techniker der Station, beobachtet, wie die rote Flüssigkeit mit der Tierwelt in Kontakt tritt und bizarre Mutationen hervorruft. Gemeinsam mit Tanja (Edita Malovčić), einer früheren Weggefährtin, und den anderen Mitgliedern der Gruppe muss er sich den unheimlichen Bedrohungen stellen, die zunehmend außer Kontrolle geraten. Die Situation eskaliert, als klar wird, dass die Gefahr nicht auf die Abgeschiedenheit der Berge begrenzt bleibt.
Blutgletscher | 2013 © Allegro Film, Trailer: © Filmladen Filmverleih
Die 5 besten deutschen Genrefilme – Platz 5
Zum Einstieg in meine Top 5 verschlägt es uns nach Österreich – meine Heimat – das in seiner Filmlandschaft ähnliche Probleme wie Deutschland hat. Große Budgets gehen an sichere Stoffe, während das Fantastische meist ein Schattendasein fristet. Und doch: Im Vergleich zum deutschen Kino erlaubt sich Österreich immer wieder kleine Ausreißer in Richtung Genre. Filmemacher wie Michael Haneke sorgten mit „Funny Games“ (1997) für internationale Aufmerksamkeit. Später machten Werke wie „Ich seh, ich seh“ (2014) oder „Hagazussa – Der Hexenfluch“ (2017) deutlich, dass gerade das Düstere und Abseitige hier einen Nährboden finden kann.
Auch Marvin Kren musste für „Blutgletscher“ auf ein vergleichsweise geringes Budget zurückgreifen, um seine Vision eines alpinen Horrorfilms zu verwirklichen. Das Ergebnis aber kann sich sehen lassen und reiht sich in die Reihe jener Werke ein, die beweisen, dass österreichisches Kino mehr kann, als Arthouse-Dramen oder Sozialrealismus.
Österreichs „Ding aus einer anderen Welt“
Schon die Ausgangslage erinnert an einen Klassiker des Horrorkinos. Eine isolierte Forschungsstation, umgeben von Eis und Gestein, in der eine fremdartige Bedrohung Mutationen hervorruft. John Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt“ (1982) mag hier nicht zufällig als Vergleich aufkommen – ein Film, der die Messlatte für Creature-Horror enorm hochlegte.
Natürlich wäre es unfair, Blutgletscher direkt an diesem Meisterwerk zu messen. Doch gerade an dieser Vorlage zeigt sich, wie souverän Regisseur Marvin Kren mit seinen begrenzten Mitteln arbeitet. Statt bloßer Kopie schafft er es, dem Stoff eine eigene Note zu verleihen. Das alpine Setting wird auf spannende Weise in die Handlung eingebunden.
Creature-Effekte als Herzstück

Auch interessant: Hagazussa – Der Hexenfluch – Filmkritik
Was Blutgletscher besonders macht, sind seine praktischen Effekte. Kren verzichtet weitgehend auf CGI und vertraut auf handgemachte Kreaturen und Masken – und das zahlt sich aus. Auch wenn die Geschichte tonal manchmal zwischen bitterem Ernst und überraschendem Humor schwankt, finden die Mutationen genau den richtigen Moment, um zu verstören.
Die Detailverliebtheit und das handwerkliche Geschick, mit dem hier gearbeitet wurde, gleichen das geringe Budget mehr als aus. Man spürt die Leidenschaft für das Genre und die Hingabe der Beteiligten in jeder Szene – eine seltene Qualität, die Blutgletscher zu einer kleinen, aber bemerkenswerten Perle macht.
Die 5 besten deutschen Genrefilme – Mit Ecken und Kanten in blutige Höhen

Auch interessant: Die 5 besten Horrorfilme aus den 80ern
Blutgletscher ist erzählerisch sicher nicht perfekt – doch darum geht es auch nicht. Allein die Tatsache, dass ein solcher Film in Österreich realisiert wurde, ist bemerkenswert. Er zeigt, wie viel Begeisterung und Mut im Genre-Kino stecken, wenn man die üblichen Förderraster hinter sich lässt.
Es ist ein Film mit Ecken und Kanten, voller blutiger Ideen, und genau deshalb hat er sich seinen Platz in dieser Liste verdient.
4. Die Farbe (2010)

Auch interessant: Die 5 besten Cosmic Horror Filme
Worum geht es in „Die Farbe“?
Basierend auf H. P. Lovecrafts Kurzgeschichte „The Colour Out of Space“ erzählt der Film von einem Reporter, der in einem Dorf nach seinem verschollenen Vater sucht. Dieser kam nach dem Zweiten Weltkrieg als Soldat in die Region und wurde seitdem nicht mehr gesehen. Die Spur führt den Sohn in ein abgelegenes Tal, wo er auf eine rätselhafte Geschichte stößt: Jahrzehnte zuvor soll dort ein seltsames Ereignis den Ort und seine Bewohner verändert haben. Nach und nach entfaltet sich das Puzzle einer unheimlichen Vergangenheit, bis der wahre Schrecken sichtbar wird.
Die Farbe | 2010 © Sphärentor Filmproduktion
Die 5 besten deutschen Genrefilme – Platz 4
Vor einiger Zeit durfte ich euch in meinem ersten Beitrag für Passion of Arts meine fünf liebsten Cosmic-Horror-Filme vorstellen. Dabei habe ich auch meine Faszination für H. P. Lovecrafts Geschichten erläutert und gezeigt, wie groß sein Einfluss auf das Horrorgenre ist.
Eine Geschichte habe ich damals allerdings sträflich vernachlässigt: „Die Farbe aus dem All“. Dabei zählt sie zu Lovecrafts populärsten Erzählungen – und wurde bereits mehrfach adaptiert. Ganze fünf Filme gibt es, die diese Geschichte in mehr oder weniger getreuer Form aufgreifen. Zuletzt wurde sie prominent mit Nicolas Cage in der Hauptrolle verfilmt („Die Farbe aus dem All“ 2019). Dass aber schon 2010 eine deutsche Independent-Produktion wagte, sich dieser Vorlage anzunehmen, ist eine echte Überraschung.
Lovecraft aus Deutschland – eine kleine Sensation?
Dass Lovecrafts Werke immer wieder Filmemacher weltweit inspirieren, ist nichts Neues. Sein Kosmos aus namenlosen Schrecken, unbegreiflichen Mächten und der Angst vor dem Unaussprechlichen ist wie geschaffen für das Kino. Doch dass eine der bekanntesten Geschichten ausgerechnet in Deutschland von einem Studententeam adaptiert wurde, darf man durchaus als Besonderheit bezeichnen.
Deutschland ist, wie schon mehrfach betont, kein Land, das für moderne Genre-Produktionen bekannt ist – und für Lovecraft-Verfilmungen erst recht nicht. Umso bemerkenswerter, dass hier ein Film entstand, der die Essenz des Autors so wirkungsvoll einfängt.
Mit Genreliebe und Herzblut
„Die Farbe“ entstand als absolutes Low Budget Projekt. Rund 30.000 Euro standen Regisseur Huan Vu und seinem Team zur Verfügung. Ein Budget, das im internationalen Vergleich kaum der Rede wert ist. Das Team bestand dabei aus einer kleinen Gruppe Filmstudenten, ohne bekannte Stars, ohne großen Verleih im Rücken und ohne Unterstützung der Filmförderung.
Doch genau darin liegt die Stärke. Anstatt sich von den fehlenden Mitteln entmutigen zu lassen, verwandelte das Team seine Limitierungen in Kreativität. Man spürt in jeder Szene die Leidenschaft für das Genre und die Hingabe an die Vorlage. Die Not wurde zur Tugend – und genau das macht den Film so authentisch.
Ohne Farbe – voller Atmosphäre

Auch interessant: Des Teufels Bad – Filmkritik
Visuell hebt sich „Die Farbe“ durch seinen konsequenten Schwarz-Weiß-Stil ab. Dieser verstärkt die Atmosphäre und die surreale, unheimliche Stimmung der Geschichte. Macht diese greifbar. Nur eine einzige Farbe durchbricht an ausgewählten Stellen die Monochromie – und genau das sorgt für jenen verstörenden Effekt, den die Vorlage beschreibt.
Statt großer Effektschlachten vertraut der Film auf Andeutungen, karge Bilder und das, was unausgesprochen bleibt. Ganz im Sinne Lovecrafts entsteht der Horror nicht durch das, was man sieht, sondern durch das, was man erahnt. Das Unbegreifliche bleibt ungreifbar. Und wirkt gerade deshalb so bedrohlich.
Dadurch versteht „Die Farbe“ die Essenz des kosmischen Horrors so gut, wie kaum ein anderer Film. Das notwendige Übel des kleinen Budgets wird zur größten Stärke der Inszenierung.
Die 5 besten deutschen Genrefilme – Cosmic Horror in Deutschland
Natürlich kann ein Film wie „Die Farbe“ technisch nicht mit Hollywood-Produktionen oder der späteren Adaption mit Nicolas Cage mithalten Aber das muss er auch gar nicht. Vielmehr zeigt Huan Vu mit seinem Film, wie gerade kleine Projekte die Essenz von Lovecrafts Horror einfangen können- Reduziert, konzentriert und getragen von echter Leidenschaft.
„Die Farbe“ ist damit nicht nur eine der ungewöhnlichsten Lovecraft-Verfilmungen, sondern auch ein Paradebeispiel für jene Art von Filmen, die im deutschen Kino abseits des Mainstreams entstehen. Klein, mutig und voller Genreliebe. Genau deshalb gehört er unbedingt in diese Liste.
3. Hagen – Im Tal der Nibelungen (2024)

Auch interessant: Hagen – Im Tal der Nibelungen – Filmkritik
Wovon handelt „Hagen – Im Tal der Nibelungen“?
Basierend auf der alten Sage der Nibelungen erzählt „Hagen – Im Tal der Nibelungen“ die Geschichte von Hagen von Tronje (Gijs Naber). Als Waffenmeister am Hof von König Gunther (Dominic Marcus Singer) sorgt er für Ordnung und Stabilität im Reich von Burgund. Doch mit der Ankunft des legendären Drachentöters Siegfried von Xanten (Jannis Niewöhner) werden nicht nur die bestehenden Machtverhältnisse ins Wanken gebracht – auch Hagens heimliche Liebe zur Königstochter Kriemhild (Lilja van der Zwaag) wird auf eine harte Probe gestellt.
Auf der Suche nach Anerkennung als Herrscher wirbt König Gunther um die Walkürenkönigin Brunhild (Rosalinde Mynster). Unterstützt von Siegfried scheint das Unterfangen zunächst von Erfolg gekrönt, doch als Gefühle und Rivalitäten zunehmend das Handeln bestimmen, nehmen Intrigen und Verrat ihren Lauf – und verändern nicht nur das Schicksal Siegfrieds, sondern auch das von Hagen und dem gesamten Reich.
Hagen – Im Tal der Nibelungen | 2024 © Constantin Film, Wilma Film, RTL+
Die 5 besten deutschen Genrefilme – Platz 3
Auch Fantasy-Filme aus Deutschland sind eine absolute Seltenheit. Zwar befindet sich das Genre auch in Hollywood auf dem absteigenden Ast, doch erscheinen dort immer wieder hochbudgetierte Produktionen, die Zuschauer in fremde Welten entführen. Hierzulande beschränkt man sich meist auf realistische Stoffe, Dramen und Komödien. Umso auffälliger ist daher ein Film wie „Hagen – Im Tal der Nibelungen“, der den Mut hat, in diese epische Dimension vorzustoßen.
Ein deutsches Fantasy-Epos – mit tiefen Wurzeln

Auch Interessant: Die Top 5 Bücher die es wert sind zu lesen
Dass man für ein solches Werk auf die Nibelungensaga zurückgreift, ist nur logisch. Sie zählt zu den bedeutendsten Mythen des deutschsprachigen Raums und diente über Jahrhunderte als Vorlage für Literatur, Oper, Theater und Kino. Von Fritz Langs Stummfilm „Die Nibelungen“ (1924) bis hin zu modernen Adaptionen – die Saga hat tiefe Spuren hinterlassen. Selbst J. R. R. Tolkien ließ sich in Teilen von der germanischen Mythologie inspirieren, als er Mittelerde erschuf.
Dass nun erneut ein Film aus Deutschland diese alte Sage in einer klassisch-modernen Form aufgreift, ist ein wichtiges Signal: Unsere Mythen sind noch immer erzählenswert. Sie liefern Stoff für Geschichten, die mit internationalen Fantasy-Welten mithalten können – und in vielen Fällen deren Grundstein legten.
Ein Epos für die große Leinwand
Schon die Trailer machten deutlich: „Hagen – Im Tal der Nibelungen“ ist eine bildgewaltige Produktion. Weite Landschaften, Heere, die aufeinanderprallen, und Szenen, die eine epische Welt entfalten, wie man sie im deutschen Kino nur selten sieht.
Natürlich merkt man dem Film sein vergleichsweise geringes Budget an – nicht jeder Effekt ist perfekt. Doch insgesamt überrascht, wie hoch das visuelle Niveau ausfällt. Gerade für ein Land, das nicht für die Produktion solcher Epen bekannt ist, ist „Hagen – Im Tal der Nibelungen“ außergewöhnlich: ein Film, der mit seinen Bildern und seinem Sound für die große Leinwand geschaffen ist.
Von Helden und Walküren
Schauspielerisch überzeugt der Film weitgehend. Vor allem die beiden großen Helden der Saga können glänzen: Gijs Naber verkörpert Hagen mit Intensität und Ambivalenz, Jannis Niewöhner zeigt Siegfried nicht als strahlenden Ritter, sondern als nuancierte Figur mit neuen Facetten. Rosalinde Mynster verleiht Brunhild eine starke Präsenz, während Lilja van der Zwaag als Kriemhild ebenfalls überzeugt.
Dieses Ensemble trägt die Geschichte, auch wenn es nicht alle Schwächen kaschieren kann. Denn in der Erzählweise liegt die größte Hürde des Films. „Hagen – Im Tal der Nibelungen“ war ursprünglich als Serie konzipiert – und das merkt man deutlich. Die Kinofassung wirkt an manchen Stellen gehetzt, an anderen wiederum zu lang. Charakterentwicklungen bleiben mitunter angedeutet, aber unausgereift, und die gekürzte Dramaturgie raubt der Geschichte stellenweise ihre Wucht.
Die 5 besten deutschen Genre-Filme – Ein mutiger Schritt für deutsches Genre-Kino

Auch interessant: Wilhelm Tell – Filmkritik
Trotz dieser erzählerischen Brüche bleibt „Hagen – Im Tal der Nibelungen“ ein bemerkenswerter Film. Er zeigt, dass auch deutsche Sagen das Potenzial haben, auf der großen Leinwand zu wirken. Hier wagt man sich an ein Fantasy-Epos, das nicht nur visuell überzeugt, sondern auch beweist, wie lebendig unsere eigenen Mythen sein können.
Es ist ein Film mit Schwächen, ja – doch einer, den man dafür umso mehr schätzen sollte. Weil er mutig ist. Weil er Bilder auf die Leinwand bringt, die man im deutschen Kino viel zu selten sieht. Und weil er Lust macht, sich tiefer mit der Nibelungensage zu beschäftigen.
Unser Kollege Florian hat übrigens eine ausführliche Kritik zu diesem Film auf Passion of Arts verfasst – ein Blick in seinen Beitrag lohnt sich auf jeden Fall.
2. Das letzte Land (2019)

Auch interessant: Die 5 besten Science-Fiction-Filme der letzten Dekade
Worum geht es in „Das letzte Land“?
In einer fernen Zukunft treffen zwei Verlorene aufeinander: ein Gefangener auf der Flucht (Torben Föllmer) und ein Deserteur ohne Ziel (Milan Pesl). Gemeinsam stoßen sie auf ein verlassenes Raumschiff, das ihnen die Möglichkeit bietet, einem unwirtlichen Planeten zu entkommen. Widerwillig verbünden sie sich und begeben sich auf eine Reise durch die Weiten des Alls. Während sie das Schiff wieder funktionsfähig machen und in unbekannte Regionen vorstoßen, geraten sie nicht nur in äußere, sondern auch in innere Konflikte. Die Suche nach einem neuen Zuhause und die Frage nach Herkunft, Erinnerung und Zukunft treiben die beiden an – doch je weiter sie reisen, desto stärker offenbart sich, dass ihre Vorstellungen davon, wohin die Reise gehen soll, unterschiedlicher nicht sein könnten.
Das letzte Land | 2019 © Space Patrol Cinq

Die 5 besten deutschen Genrefilme – Platz 2
Auf Platz 2 habe ich einen Film gewählt, den wohl nur wenige von euch kennen dürften. Mit seiner Produktionsgeschichte, den Hintergründen der Entstehung und dem enormen Engagement der Macher repräsentiert „Das letzte Land“ genau das, was ich vorhin betont habe: Genrekino entsteht in Deutschland vor allem abseits des Mainstreams – in kleinen Independent-Produktionen. Und „Das letzte Land“ ist ein Paradebeispiel dafür. Ein Film, der nie große Aufmerksamkeit bekam, sich diesen Platz in meiner Liste aber gerade deshalb umso mehr verdient hat.
Ein Film aus dem Keller – DIY im besten Sinne

Auch interessant: Die 5 besten Filme zum Thema Künstliche Intelligenz
Allein die Entstehungsgeschichte von „Das letzte Land“ macht den Film zu etwas Besonderem. Über sieben Jahre hinweg entstand er im wahrsten Sinne des Wortes im privaten Keller von Regisseur Marcel Barion und seinen Mitstreitern. Ohne nennenswertes Budget, finanziert durch Crowdfunding und mit einer Handvoll Freunden, die neben ihren normalen Jobs am Film arbeiteten.
Sämtliche Kulissen und Sets – vom Cockpit bis zu den engen Gängen des Raumschiffs – wurde in Handarbeit gebaut. Traktoranhänger wurden zum Raumschiff umfunktioniert, Modelle wurden per Hand zusammengebaut und abgefilmt. Diese Do-it-Yourself-Mentalität durchzieht den gesamten Film. Und das Beeindruckendste daran: Man sieht dem fertigen Werk diese Umstände kaum an.
Atmosphäre statt Hochglanz
„Das letzte Land“ ist kein auf Hochglanz poliertes Science-Fiction-Spektakel à la „Der Marsianer“ (2015) oder „Interstellar“ (2014), sondern eher das genaue Gegenteil davon. Das Setting bleibt klein und begrenzt, die Handlung fokussiert sich auf die Enge des Raumschiffs und die Dynamik zwischen den Figuren. Aber genau daraus zieht dieses Kammerspiel im Weltraum seine Stärke.
Die klaustrophobische Stimmung ist greifbar. Die Enge des Raumschiffs wirkt bedrückend. Und immer wieder blitzt eine Detailverliebtheit auf, die zeigt, wie viel Herzblut in den Kulissen steckt. Handgemachte Modelle, sorgsam gesetzte Lichtstimmungen und Effekte, die komplett ohne CGI auskommen, erzeugen eine Atmosphäre, die erstaunlich dicht wirkt.
Die 5 besten deutschen Genre-Filme – Eine Perle voller Charme und Herzblut

Auch interessant: Das Licht – Filmkritik
„Das letzte Land“ ist einer jener Filme, die gerade dadurch funktionieren, dass sie nicht perfekt sind. Ja, die Dialoge wirken mitunter hölzern, und die Geschichte hat ihre Längen. Doch angesichts der Entstehungsumstände geraten diese Schwächen fast zur Nebensache.
Was bleibt, ist der Respekt vor der Leistung, mit praktisch keinen Mitteln ein solches Werk auf die Beine gestellt zu haben – und das in einem Land, in dem Sci-Fi-Kino fast gar nicht existiert.
Für mich ist „Das letzte Land“ ein Paradebeispiel dafür, was deutsches Genre-Kino abseits von Förderstrukturen leisten kann: klein, unabhängig, voller Charme und trotzdem beeindruckend. Ein Film, der nicht nur Respekt verdient, sondern auch viel mehr Aufmerksamkeit, als er bislang bekommen hat.
1. Pandorum (2009)

Auch interessant: Das Kanu des Manitu – Filmkritik
Wovon handelt „Pandorum“?
In den Weiten des Weltalls erwachen die beiden Crewmitglieder Bower (Ben Foster) und Payton (Dennis Quaid) an Bord des Kolonieschiffs Elysium aus dem Tiefschlaf – ohne Erinnerungen daran, wer sie sind oder wie lange die Mission schon andauert. Auf der Suche nach Antworten begegnen sie weiteren Überlebenden wie Nadia (Antje Traue) und Manh (Cung Le), die ebenfalls versuchen, sich in der lebensfeindlichen Umgebung zurechtzufinden. Gemeinsam müssen sie die gestörten Systeme des Schiffs wiederherstellen und sich dabei unbekannten Gefahren stellen, während das Schicksal der gesamten Mission und der Menschheit auf dem Spiel steht.
Pandorum | 2009 © Constantin Film, Impact Pictures

Die 5 besten deutschen Genrefilme – Platz 1
Platz 1 mag auf den ersten Blick nicht wie ein deutscher Film wirken. Doch „Pandorum“ wurde nicht nur von einem deutschen Regisseur inszeniert, sondern auch im Studio Babelsberg gedreht – und deutsche Gelder flossen in die Produktion.
Mit der hochkarätigen Besetzung von Dennis Quaid und Ben Foster sowie einem für deutsche Verhältnisse ungewöhnlich hohen Budget wirkt „Pandorum“ fast schon wie eine Hollywood-Produktion – und trägt durch Christian Alvart doch das deutsche Genre-Herz in sich.
Christian Alvart – Hoffnung am deutschen Genre-Himmel
Christian Alvart ist ein Name, der im Zusammenhang mit deutschem Genrekino immer wieder fällt. Nach seinem gefeierten Thriller „Antikörper“ (2005) machte er sich auch international einen Namen, inszenierte in Hollywood den Horrorfilm „Fall 39“ (2009) mit Renée Zellweger und Bradley Cooper und kehrte später mit Projekten wie der Serie „Sløborn“ (2020) nach Deutschland zurück.
Alvart gehört zu den wenigen Regisseuren hierzulande, die konsequent im Genre arbeiten. Und er beweist mit seinen Projekten regelmäßig, dass hochwertiges Genre-Kino auch in Deutschland möglich ist. Pandorum ist dafür sein wohl eindrucksvollstes Beispiel.
Stimmung und Atmosphäre

Auch Interessant: Die 5 besten Regieführenden des 21. Jahrhundert
Was „Pandorum“ besonders stark macht, ist seine beklemmende Atmosphäre: dunkle Gänge, flackernde Lichter, das ständige Gefühl, nie wirklich allein zu sein. Das Raumschiff wird zu einem eigenen Charakter, der die Figuren ebenso gefangen hält wie die Zuschauer.
Hier erinnert der Film atmosphärisch an Klassiker wie „Event Horizon“ (1997) oder „Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ (1979). Auch wenn er deren ikonischen Status nicht erreicht, bewegt er sich doch auf einem erstaunlich hohen Niveau. Alvart bekam das Vertrauen, einen hochwertig produzierten Sci-Fi-Horror zu drehen – und das hat sich ausgezahlt. Die Designs, die Bildsprache, die technische Umsetzung erreichen ein Level, das man sonst eher aus Hollywood erwartet.
Eine Geschichte mit Wirkung
Manche Szenen fielen dem Schnitt zum Opfer, was Alvart selbst kritisch sah, und die Actionszenen sind nicht durchgehend perfekt inszeniert. Doch all das mindert den Gesamteindruck kaum.
Denn die Geschichte überzeugt – mit einer spannenden Grundidee, stimmungsvoller Umsetzung und einem Twist, der die Handlung zu einem runden Ende führt. Selbst beim Rewatch entfaltet dieser seine Wirkung und bleibt einer der stärksten Momente des Films.
Die 5 besten deutschen Genrefilme – Deutsches Genre-Kino auf Hollywood-Niveau

Auch interessant: Event Horizon – Filmkritik
„Pandorum“ ist vielleicht nicht das Meisterwerk, das „Event Horizon“ oder „Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ für viele darstellt. Doch er ist ein Film, der eindrucksvoll beweist, dass auch aus Deutschland große, packende Genreproduktionen kommen können – wenn man den Mut hat, sie zu ermöglichen.
Mit seinem internationalen Cast, seinem hohen Produktionsniveau und Christian Alvart als einem der wenigen echten Genre-Regisseure des Landes ist „Pandorum“ für mich der Inbegriff von deutschem Genre-Kino auf höchstem Niveau. Genau deshalb steht er für mich verdient ganz oben in dieser Liste.
Weitere Empfehlungen zum Thema „Die 5 besten deutschen Genrefilme“ aus der Redaktion:
- Felidae (1994)
- Berlin Falling (2017)
- Der Fan (1982)
- Das Ende der Wahrheit (2019)
- Je suis Karl (2021)
- Des Teufels Bad (2024)
- Spione (1928)
- M – Eine Stadt sucht einen Mörder (1931)
- Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (1922)
- Cuckoo (2024)
- Der Goldene Handschuh (2019)
- Lola rennt (1998)
- Ich bin dein Mensch (2021)
- Ach du Scheiße (2022)
- Metropolis (1927)
- Das Cabinet des Dr. Caligari (1920)
- Tschiller: Of Duty (2016)
- The Ordinaries (2022)
- Hagazussa – Der Hexenfluch (2017)
- Krabat (2006)
- Der Nachtmahr (2015)
- Skin Creepers (2018)
Fazit zu den 5 besten deutschen Genrefilmen
Von expressionistischen Meilensteinen in den 1920ern, über Jahrzehnte, in denen Genre in Deutschland kaum eine Rolle spielte, bis hin zu heutigen Nischenproduktionen. Die Geschichte des deutschen Genrefilms ist eine wechselvolle. Umso wichtiger sind die Ausnahmen – Filme, die mutig gegen den Strom schwimmen und zeigen, dass auch hierzulande Horror, Sci-Fi und Fantasy möglich sind.
Meine Top 5 vereinen genau das. Handgemachte Kreativität, epische Wucht oder kosmischer Horror. Diese 5 Filme sollen zeigen was möglich ist, wenn deutsche Genre-Regisseure die richtigen Mittel bekommen oder zumindest ihre Kreativität ausleben dürfen.
Perfekt sind sie alle nicht – aber genau das macht ihren Reiz aus. Es sind Filme mit Leidenschaft, Ecken und Kanten. Entstanden aus Hingabe und Mut. Sie beweisen, dass deutsches Kino nicht nur aus Komödien und Liebesdramen bestehen muss. Sondern dass es immer wieder auch kleine, große und manchmal sogar epische Ausreißer gibt, die das Herz jedes Genre-Fans höher schlagen lassen.
Und vielleicht ist genau das das Schöne: Dass man diese Perlen suche muss. Und deshalb nun die Frage: welche Perlen konntet ihr bislang finden?
Was sind eure 5 besten deutschen Genrefilme?
MARTIN – Autor
Als Kind der 90er und frühen 2000´er entwickelte ich schon früh eine Liebe für das Medium Film. Waren es Anfangs noch die Disney-Klassiker, wie mein erster Kinobesuch „Herkules“, trat schon bald Harry Potter in mein Leben und prägte meine filmische Jugend. Später kamen Franchises wie Star Wars oder das MCU, bevor mich „Interstellar“ dazu brachte, meinen filmischen Horizont mehr und mehr erweitern zu wollen, wodurch ich inzwischen so gut wie alle Arten von Filmen liebe. Über mehrere Umwege führte mich meine filmische Reise zu Letterboxd, wo ich seit 2016 mein Filmtagebuch führe und seit 2020, mal mehr, mal weniger ausführlich auch meine Meinung zu den gesehenen Filmen auf das digitale Papier bringe. Lieblingsgenre könnte ich keines benennen, ich bin offen gegenüber allem, auch wenn ich besonders empfänglich für Horror, Action und Sci-Fi zu sein scheine.
Transparenzhinweis: Affiliate-Programme
Wir möchten dich darüber informieren, dass wir an Affiliate-Programmen teilnehmen. Das bedeutet, dass wir eine kleine Provision erhalten können, wenn du über einen unserer Links Produkte oder Dienstleistungen kaufst. Für dich entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten – der Preis bleibt derselbe.
Durch diese Unterstützung können wir unsere Inhalte weiterhin kostenlos zur Verfügung stellen und stetig verbessern. Vielen Dank, dass du uns auf diese Weise hilfst!
Dir gefällt was wir machen? Dann supporte uns! Kommentiere, teile und like unsere Beiträge auch in Social Media. Mit deiner Unterstützung sorgst du dafür, dass die Seite weiter betrieben werden kann.
Weitere teilnehmende Blogger:innen aus der Film Community
Created by Gorana Guiboud | Header Elements: Die 5 besten Filme aus Südkorea – Passion of Arts Design | Pandorum | 2009 © Constantin Film | Impact Pictures

12 Kommentare
Bitte sehr: https://www.sneakfilm.de/2025/09/25/die-5-besten-am-donnerstag-430-die-5-besten-deutschen-genrefilme/
1. Das Testament des Dr. Mabuse (1933)
2. Die Katze (1988)
3. Deadlock (1970)
4. Nosferatu – Phantom der Nacht (1979)
5. Das finstere Tal (2014) [zwar aus Österreich, aber zu gut, um ihn unerwähnt zu lassen]
Moin… hier muss ich gestehen, dass ich völlig planlos an dieses Thema herangegegangen bin, weil ich mir unter dem Begriff „Genrekino“ nichts vorstellen konnte. Das Wort Genre definiert für mich die Kategorie/Art oder meinetwegen auch eine Schublade, in die man einen Film einsortieren kann (Horror, Thriller, Komödie, Drama etc.). Und je mehr ich darüber las, desto spannender fand ich das Thema an sich.
Die meisten Filme von euren Top 5 kenne ich nicht, außer das Epos über die Nibelungen aus Hagens Sicht – und das fand ich sehr unterhaltsam inszeniert. Meine Liste findet ihr übrigens seit ein paar Minuten hier (sie beinhaltet zumindest einen aus eurer „honorable-mentions-Aufstellung“):
https://blaupause7.wordpress.com/2025/09/25/die-5-besten-am-donnerstag-deutsche-genrefilme/
@blaupause7:
Ich finde du hast das Thema getroffen. Wir haben auch eine Übereinstimmung und bei Christiane F. würde ich jetzt auch nicht streiten wollen, weil der ist auch schon sehr hart und düster inszeniert, gerade für die damalige Zeit. Du hast natürlich Recht, Genre bezeichnet die Kategorie und dazu zählen natürlich auch Dramen oder Komödien. Bei dem Begriff „Deutscher Genrefilm“ meint man tatsächlich sowas wie Science Fiction, Horror, Thriller, Fantasy. Weil es eben aus Deutschland viel zu selten ist. Obwohl es Phasen gab, wie die 20er in der solche Filme aus Deutschland nicht nur typisch, sondern stillprägend waren. Gerade auch Lola rennt und Victoria kann man klar dazu zählen, allein auch schon wegen der jeweiligen Machart und ich mag auch beide Filme. Anatomie, ohne Frage auch ein Genrefilm, ganz klar Horror, aber der hat mir persönlich nie so gefallen. Aber trotzdem, tolle Liste. Hier sind generell tolle Listen und auch wenn dir sicherlich nicht jeder Film zusagen wird, kann ich nur empfehlen davon mal ein paar zu schauen. Einfach auch mal umzusehen, dass in Deutschland auch mehr möglich ist als alberne Komödien, Historienfilme und aufgesetztes Betroffenheitskino.
Mit „Pandorum“ haben wir direkt eine Übereinstimmung. „Blutgletscher“ fand ich okay, hatte mir aber mehr erwartet. Hier meine Top 5:
https://moviescape.blog/2025/09/25/die-5-besten-deutschen-genrefilme/
Hmpf, „Blutgletscher“ klingt interessant, ist aber ja kein deutscher Genrefilm. Ist aber notiert. Um „Hagen“ werde ich einen großen Bogen machen, die Trailer lassen (für mich) äußerst Schlimmes erwarten. „Die Farbe“ steht für mich als Lovecraft-Fan schon länger auf der Watchlist. „Das letzte Land“ fand ich auch recht ansprechend, gerade für solch eine kleine Produktion. Ich hab in einem Podcast auch mal mit Marcel gequatscht, das war sehr interessant und angenehm. Von „Pandorum“ ist dagegen rein gar nichts bei mir hängengeblieben. Ich bin zugegebenermaßen auch kein Alvart-Fan, fand schon Antikörper totlangweilig.
In meiner Liste gibt es, wie sollte es anders sein, nur Filme aus der Hochzeit des deutschen Genrefilms: https://thehomeofhorn.wordpress.com/2025/09/25/meine-5-besten-deutschen-genrefilme/
Der „Hagen“-Film ist tatsächlich eine Adaption von Hohlbein. Was mich an der Liste hier besonders reizen würde, wären Die Farbe und Das letzte Land.
Wieder ein sehr schönes Thema. Die Frabe habe ich schon lange auf meiner „will ich sehen“ Liste.
Hier ist aber erstmal meine 5er Liste für heute: https://filmlichtung.wordpress.com/2025/09/25/die-5-besten-am-donnerstag-die-5-besten-deutschen-genrefilme/
Das Thema feiere ich. Alleine schon um zu zeigen, dass der Deutsche Film außer Stasi, Nazis und noch schlimmer, Til Schweiger mehr kann. Auch toller Artikel. Ja, Deutschland war im Genrefilm mal wegweisend und diese Filme inspirieren bis heute die Top-Regisseur*innen auf der Welt. Auch schön, dass du die Rolle der deutschen Filmförderung kritisch beleuchtet hast. Danke übrigens für den Tipp „Die Farbe“. Habe ich noch nichts von gehört. „Die Farbe aus dem All“ mochte ich nicht so, aber ich denke der könnte was für mich sein. Ich versuche mich bei meiner Liste auf ein Jahrzehnt jeweils, was mir wahrscheinlich nicht gelingt und einen Film pro Regisseur zu beschränken. Hagen habe ich noch nicht gesehen, möchte ich aber noch.
Das Kabinett des Dr. Caligari (Regie Robert Wiene,1920): Die Story hat am Ende einen kleinen Twist. Aber noch beeindruckender sind die Kulissen und die Inszenierung, die Alptraumhaft sind und die Blaupause für den Expressionistischen Film sind. Sollte man mal gesehen haben.
Blutiger Freitag (Regie Rolf Olsen,1972): Neben dem Neuen Deutschen Film, gab es in den 70er Jahren auch eine Reihe deutscher Explotationfilme, wie Deadlock, Lady Dracula oder eben Blutiger Freitag. Ein gerissener und brutaler Gangster (großartig Raimund Harmsdorf) plant einen Banküberfall und dieser geht schief. Eine Mischung aus Explotationfilm mit ein paar Splatterszenen und des italienischen Giallo in Tatortoptik mit einem sehr kritischen Blick auf seine Zeit.
Das Millionenspiel (Regie Tom Toelle, 1970): Das mit dem beschränken auf ein Jahrzehnt klappt nicht so ganz. Ich könnte eine Top 5 alleine mit Filmen aus den 70er voll kriegen. Wahrscheinlich die erste Mockumentary. Man sieht keinen Film über eine Spielshow in der man eine Million gewinnen kann, wenn man es schafft zwei Killern zu entkommen und zu überleben. Sondern man sieht die Spielshow. Das ganze war so neu und wirkte so echt, dass es tatsächlich Bewerbungen für diese Show gab. Der Film nahm vieles an Entwicklung vorweg.
Enemy Mine (Wolfgang Petersen, 1985): Ein Außerirdischer und ein Mensch stürzen auf einem fremden Planeten, nachdem sie sich gegenseitig abgeschossen haben. Zuerst begegnen sie sich mit gegenseitigen Misstrauen, dann eine Zweckgemeinschaft um zu überleben und schließlich nach gegenseitigem Verständnis entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden. Eine tolle Geschichte, toll gespeilt und inszeniert. Leider ist der Film von Petersen immer noch viel zu unbekannt.
Schneeflöckchen (Regie Adolfo Kolmerer, 2017): Zwei Gangster finden ein Drehbuch, das von ihnen handelt und in dem genau das steht was gerade passiert. Ein wilder Mix aus Gangsterfilm, Splatter, Komödie und Fantasy mit Tarantino-Anleihen, an dem ich sehr viel Spaß hatte. Leider auch noch viel zu unbekannt.
@klaathu freut mich sehr, dass dir das Thema so zusagt. Bin immer wieder froh, wenn es Leute gibt, die auch die Bandbreite des deutschen Films erkennen. Und ja, die Filmförderung ist ja an sich eine tolle Sache und ermöglicht viele tolle Filme, doch sollte sie auch mal ein wenig mehr in die Genre-Richtung fördern.
Schau dir auf jeden Fall mal „Die Farbe“ an, gerade wenn dir der Cage-Film vielleicht zu überdreht oder knallig war, könnte „Die Farbe“ ein Blick wert sein, der hält sich noch mehr an die Vorlage.
Tolle Filmauswahl, Caligaris Cabinet hab ich leider noch nicht gesehen, ebenso „Blutiger Freitag“. Auf die Exploitation-Zeit bin ich gar nicht eingegangen, stimmt. Gab da ja auch so Filme wie „Hexen bis aufs Blut gequält“, den ich mir bald mal anschauen will.
„Das Millionenspiel“ ist auch ein ganz besonderer Film und hat ja sogar sowas wie „Running Man“ vorweg genommen.
„Enemy Mine“ ist fast schon wie „Pandorum“, da glaubt man kaum, dass das ein deutscher Film ist, hatte den ehrlich gesagt auch gar nicht mehr für die Auswahl auf dem Schirm.
Und „Schneeflöckchen“ muss ich auch noch nachholen, aber Adolfo Kolmerer ist auch ein spannender Regisseur, arbeitet ja auch viel mit Christian Alvart zusammen und hat mit ihm auch die tolle Serie „Slöborn“ gemacht.
Blutiger Freitag ist auch in meiner Top 5 gelandet. Caligari habe ich, wie auch Nosferatu, Metropolis oder die ersten Mabuse-Filme, außen vor gelassen, da sie des expressionistischen Stils wegen heute eher als Kunstfilme gelten (was mir eigentlich egal ist, aber mir dann auch so mehr Platz für andere Filme ließ). Das Millionenspiel mag ich auch sehr, gerade als Sheckley-Fan. Schneeflöckchen hingegen hat mich sehr enttäuscht. Ich habe großen Respekt vor der Leistung der Macher, fand den Film selbst aber in seiner fragmentarischen und auf Zitate gebürsteten Machart eher öde. Halt Geschmackssache.
@thomashortian:
War eigentlich auch mein Gedanke, die 20er auszulassen auch aus dem Grund, heute gilt es als Kunst. Aber es war eben die Zeit in der das deutsche Kino prägend war und das wollte ich auch irgendwie würdigen. „Hexen bis aufs Blut gequält“ hatte ich auch überlegt, aber ich wollte dann auch nicht zuviel von nur einem Jahrzehnt mit rein nehmen. Deine Liste ist übrigens auch sehr stark.