In the Grey – Filmkritik

Filmstill zu In the Grey: Henry Cavill, Eiza González und Jake Gyllenhaal stehen gemeinsam vor Palmen im Sonnenlicht, alle mit Sonnenbrillen, während links im Bild eine Filmklappe, Popcorn und das Wort „Film“ auf einer Tafel liegen. Die Komposition verbindet Kino‑Ästhetik mit einem Promo‑Look der drei Hauptdarsteller.

In the Grey ist der neue starbesetzte Film von Regisseur Guy Ritchie. Ich hatte die Gelegenheit den Film bereits vor Kinostart am 21. Mai 2026 bei einer Pressevorführung zu sehen. In meiner Kritik verrate ich euch, ob sich der Kinobesuch mit Eiza González, Henry Cavill und Jake Gyllenhall lohnt oder ob ihr lieber auf eine Streamingveröffentlichung warten solltet, um euch ein eigenes Bild zu machen.
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Ein Beitrag von: Maddin

Worum geht es in In the Grey?

Nachdem ein machthungriger Despot ein Milliardenvermögen gestohlen hat, wird ein kleines Team hochqualifizierter Agenten beauftragt, das Geld zurückzuholen. Zum Team gehören Bronco (Jake Gyllenhaal), Sid (Henry Cavill) und Sophia (Eiza González), die für ihre Mission ungewöhnliche Wege gehen müssen. Dabei bewegen sie sich bewusst im rechtlichen Graubereich und geraten in eine gefährliche Situation, in der Strategie, Vertrauen und Zusammenhalt entscheidend sind. Während sie versuchen, ihren Auftrag zu erfüllen, müssen sie sich zahlreichen Hindernissen stellen, die ihre Fähigkeiten und ihre Loyalität auf die Probe stellen.

In the Grey: Das kleine Heist-Einmaleins

Jeder Heist-Film muss sich bei mir mit Heat (1995) messen. Das klingt zwar etwas unfair, aber für mich ist Heat eben der Goldstandard. In etwa so, wie John Wick: Kapitel 4 für mich der Goldstandard bei handfesten Action-Choreographien geworden ist, aber das ist eine andere Geschichte.

Heat schafft es wie kein anderer Film zwei Egos aufeinanderprallen zulassen, die gegenseitigen Respekt zollen, aber auch nicht zögern sich gegenseitig gnadenlos umzulegen. Wisst ihr was Heat nicht hatte? Ellenlange Erklärungen, was gerade passiert bzw. bald passieren wird. Nein, Heat lässt uns größtenteils im Dunkeln tappen, wie auch den Polizisten Lieutenant Vincent Hanna (Al Pacino). Klar wurde auch mal über die Pläne der Gangster gesprochen, aber nicht sehr detailliert.

Heat ist außerdem grandios im einbinden seiner Figuren. Wir bekommen ein sehr gutes Gefühl für die Charaktere, ihr Privatleben und Beziehungen untereinander. Zugegeben ist die Besetzung mit Al Pacino (der genauso gut auch den Bösen hätte spielen können), Robert De Niro, Val Kilmer, Jon Voight und Tom Sizemore sowie vielen weiteren auch wirklich exzellent. Dieses Darsteller:innen Niveau erreicht nicht jeder Film.

Nicht das nächste große Meisterwerk?

Bronco (Jake Gyllenhaal, vorne) sitzt erschöpft in einem engen, abgenutzten Raum in einem orangefarbenen Overall, während ein weiterer Gefangener neben ihm an der Wand lehnt. Beide wirken verschmutzt und ausgelaugt, die grünlich‑abgeblätterte Wand und das gedämpfte Licht unterstreichen die bedrückende, klaustrophobische Stimmung der Szene aus In the Grey.
Jake Gyllenhaal als Bronco im Film In the Grey zielt konzentriert durch das Zielfernrohr eines sandfarbenen Gewehrs. Sein Auge liegt dicht am Scope, die Umgebung ist dunkel und unscharf, was die fokussierte, spannungsgeladene Stimmung verstärkt. Am Handgelenk trägt er eine rechteckige Uhr, während das goldene Glas des Visiers warm reflektiert.
Eine warm ausgeleuchtete Szene in einem engen Gefängnisraum: Eiza González als Rachel Wild steht in beigefarbener Blazer‑Kombination vor Metallgittern, während ihr gegenüber ein uniformierter Wachmann mit verschränkten Händen wacht. Das orangefarbene Licht im Hintergrund fällt durch einen Vorhang und erzeugt eine angespannte, dramatische Atmosphäre.
Sophia (Eiza González) hält ein Telefon an ihr Ohr. Im Hintergrund stehen Sid (Henry Cavill) und Bronco (Jake Gyllenhaal).

Nun gut, In the Grey mit Heat zu vergleichen ist vielleicht etwas unfair. Doch ich finde der Vergleich zeigt sehr gut, woran es bei In the Grey hapert. Zunächst kann unumwunden gesagt werden, dass In the Grey sicherlich nicht als das nächste große Meisterwerk geplant ist, der es mit Genregrößen wie Heat und Co. aufnehmen kann. Die Brötchen werden hier merklich etwas kleiner gebacken.

Schon allein die Laufzeit zeugt davon, denn den süßen 98 Minuten von In the Grey stehen mächtige 170 (!) Minuten bzw. 2 Stunden und 50 Minuten von Heat gegenüber.

Regisseur Guy Ritchie hat jedenfalls im Moment einen eher durchwachsenen Lauf, denn sowohl The Ministry of Ungentlemanly Warfare als auch Fountain of Youth werden eher durchwachsen bei Kritiker:innen aufgenommen. Dem Kinopublikum (in Deutschland) wurden sie sogar vorenthalten und feierten ihre Premiere direkt auf den heimischen Bildschirmen.

Gute Planung ist das halbe Leben

Die Hauptrolle darf Eiza González übernehmen. Unterstützt wird sie von Henry Cavill und Jake Gyllenhaal in größeren Nebenrollen sowie Rosamund Pike und Kristofer Hivju (Game of Thrones: Das Lied von Eis und Feuer) in kleineren Nebenrollen, welche auch zum Teil schon in anderen Filmprojekten von Ritchie mitwirkten. Der Rest der Schauspieler:innen ist mir bisher nicht bekannt.

Jedenfalls ist es in der ersten Hälfte an González zu erklären was passiert und wie sie das Geld der Bank zurückholen will. Dabei wird der Plan ihrer Truppe bis ins kleinste gezeigt und wie diese ihn vorbereitet. Das nimmt für mich ein bisschen die Luft und Spannung heraus. Wobei das auch nicht unüblich im Genre ist. Ocean’s Eleven und die anderen Filme der Reihe haben das ja schon vorgemacht.

Doch was soll ich sagen? Der Lohn ist hier eher gering, denn es passiert wirklich genau das was besprochen wird. Okay, nicht ganz, denn wie so oft laufen in der Realität dann auch ein paar Sachen schief.

Die Besetzung hilft (ein bisschen)

Bronco (Jake Gyllenhaal) und Sid (Henry Cavill) stehen auf der Terrasse einer Villa. Im Hintergrund in der Ferne ist das Meer zu sehen.
Jake Gyllenhaal im Film In the Grey steht in einem warm ausgeleuchteten, stilvollen Raum in einem beigefarbenen Mantel mit den Händen in den Taschen, während im Hintergrund eine zweite Person auf einem Sofa sitzt und nachdenklich den Kopf auf die Hand stützt. Große Fenster, Pflanzen und eine goldene Stehlampe erzeugen eine ruhige, intime Atmosphäre.
Kristofer Hivju im Film In the Grey sitzt im offenen Seiteneinstieg eines Helikopters, das Haar vom Wind zerzaust, und hält ein schweres, mehrläufiges Geschütz im Anschlag. Der metallisch glänzende Helikopter und die weißen Sitze bilden einen starken Kontrast zur dynamischen, actiongeladenen Haltung der Figur.
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Die schon erwähnte Besetzung kann die vorhersehbare Handlung ein bisschen kompensieren. Insbesondere Cavill und Gyllenhaal haben merklich Spaß an ihren Rollen und kleinen Frotzeleien. Sie lockern das Geschehen immer wieder auf und sind auch so etwas wie Charaktere.

Der Rest der Figuren bleibt dagegen eher blass. Sogar González, die ja so etwas wie die Hauptfigur sein soll, ist erstaunlich blass und bleibt, ob ihrer flach geschriebenen Figur, unter ihren schauspielerischen und emotionalen Möglichkeiten. Ritchie typisch sind hier nämlich alle sehr, sehr cool (oder denken zumindest sie wären es). Emotionen haben kaum Platz, denn alles wird sehr exakt vorausgeplant. Wobei es doch eine Mini-Emotion über den Verlust eines Teammitglieds gibt.

Zu diesen eher flachen und uns nicht näher bekannten Figuren lässt sich dann auch sehr schwer eine Bindung aufbauen. So schmerzt der Verlust einer der Figuren nicht wirklich. Vermutlich ist Ritchie dies bewusst und er drückt gar nicht erst auf die Tränendrüse.

Ist In the Grey ein schlechter Film?

Für mich war In the Grey trotzdem kein kompletter Reinfall, denn da ist ja immer noch die Action. Die knallt im Finale ganz schön und bietet einige coole Einlagen. Es gibt Schusswechsel, Verfolgungsjagden über Teneriffa und am Ende bekommt es die Truppe sogar mit einem Helikopter zu tun.

Die Schüsse sind auch schön wuchtig inszenieren und es wummst ordentlich. Auch gibt es einige schön umgesetzte Explosionen im Finale. Selbst wenn wir hier ja wissen, was der Plan ist, zittere ich trotzdem und hoffe das alles glatt geht.

Jedenfalls sieht das alles wertig gefilmt aus und ist eher durch praktische Effekte dominiert. Daher wäre meine Empfehlung, sich den möglichst im Kino anzuschauen. Ein gutes Kino-Soundsystem ist dem heimischen meistens weit überlegen und damit lässt sich die krachende Action am besten genießen.

Fazit zu In the Grey

Auf der Habenseite stehen Cavill und Gyllenhaal als frotzelndes Duo, das ganz spaßig ist, sowie die gut inszenierten Actionsequenzen am Ende des Films, welche auch nicht zu digital aussehen. Der Rest bleibt dagegen eher blass: eindimensionale und austauschbare Figuren, eine eher vorhersehbare Handlung und etwas viele Erklärungen am Anfang.

Aus diesem Grund gebe ich gut gemeinte 5,5 von 10 Punkte.

Werdet ihr euch In the Grey im Kino ansehen?


TRAILER: © LEONINE Studios

Infografik zum Film In the Grey (2026) mit Produktionsdaten, Cast und Bewertung: Auf einem Holzhintergrund liegen Popcorn und eine Filmklappe, daneben stehen Angaben zu Regie (Guy Ritchie), Besetzung (u. a. Jake Gyllenhaal, Henry Cavill, Eiza González, Rosamund Pike, Kristofer Hivju) sowie Genre, Laufzeit und FSK. Das Design kombiniert Kino‑Ästhetik mit übersichtlichen Filmdetails.

Passion of Arts Maddin

 

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Eine RiMa Koproduktion | Pressematerial: In the Grey | 2026 © LEONINE Studios

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