Media Monday #799: Horror, Punkrock, Queerness & MTV

Das Bild zeigt ein Skelett mit aufgerissenen Mund und die Hände an den Kopf schlagend vor Entsetzen. Darüber ist ein weißer Rahmen in dem, im rechten Rand MEDIA MONDAY #799 steht

Willkommen zum Media Monday #799!
Das sind wir wieder, an meinem letzten Urlaubstag. Und dennoch habe ich es nicht eher geschafft, weil ich noch einen Termin hatte. Nevermind hier ist der Media Monday #799. Mit im Gepäck habe ich heute meinen aktuellen Horroroktober und ein paar Rückblicke zu den letzten Jahren zum Schauermonat. 🎃🍁🍂🥮

Außerdem erzähle ich euch von einem anderen Real Life Gruselerlebnis in der Bahn. Ja man mag es kaum glauben, aber die Menschen werden einfach immer gruseliger, unverschämter und respektloser. Hauptsache dicht! Im Anschluss nehme ich euch mit in meine Jugend, die 2000er. Hui da ist viel aufregendes und skandalöses passiert. Dabei war das gar nicht so wild. Wilder war da eher eine Zensur, die mal wieder eine Frau erleiden musste, damit ein Mann im Fokus steht. Die 2000er eben.

Ich schwärme außerdem ein bisschen von einem der letzten Filme, die ich gesehen habe, natürlich mit einem meiner Lieblingsdarstellenden. War auch Zeit, dass die Person mal wieder einen Film macht, der mich begeistert und ich hoffe, da kommen bald noch mehr. Dann wird es etwas melancholisch, aber es ist auch irgendwie eine melancholische Zeit und meine letzte Lektüre war auch keine Comedy.

Last but not least erzähle ich mal wieder von meiner Begeisterung für eine Punkrockband. Diese trage ich auch seit meiner Jugend in meinem Herzen und diesen Platz hat sie auch verdient. Also macht es euch bequem, holt euch einen Pumpkin Latte (ich habe leider immer noch keinen getrunken) oder einen Kaffee, heißen Tee und lasst euch von der neuen Ausgabe des Media Mondays berieseln.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Media Monday #799!

Ein Beitrag von: Riley Dieu Armstark

14–21 Minuten

Was ist der Media Monday?

Der Media Monday ist ein wöchentlicher Lückentext, der vom Medienjournal-Blog bereitgestellt wird und von vielen unterschiedlichen Blogger:innen mit ganz eigenen Perspektiven ausgefüllt wird 📝🌍

Wir sind jede Woche mit dabei und nutzen den Media Monday als Raum für eine persönliche Kolumne über Queerness 🌈, Lebenserfahrungen 💭, Filme & Filmkunst 🎞️🖤 – mal nachdenklich, mal melancholisch, mal voller Sehnsucht nach der großen Leinwand.

Ein Ort für Reflexion, Filmleidenschaft, leise Gedanken und kleine Fluchten in andere Welten ✨📺📖

1. Media Monday #799: Der Horroroktober & ich 🎃🍁🍂🥮

Schwarz-weiß Bild aus dem Film ‚They Live‘: Eine humanoide Figur mit skelettartigem Alien-Gesicht steht in einem Anzug vor einem Regal voller Magazine. Die Magazincover zeigen große, autoritäre Befehle wie ‚DO NOT QUESTION AUTHORITY‘ und ‚STAY ASLEEP‘. Das Bild vermittelt Kritik an Konsum, Medienmanipulation und gesellschaftlicher Kontrolle. | Media Monday #799
Im Jahr 2025 zum ersten Mal gesehen und das im Kino! — Sie leben! | 1988 ©Studiocanal
Das Bild ist eine Werbeanzeige zu Horrorfilmen auf Thalia | Media Monday #799

Fester Programmpunkt im Oktober ist, so viele Horrorfilme wie möglich zu schauen. Früher war das ja so gar nicht mein Ding. Horroroktober und so. Aber in den letzten Jahren, vor allem seit ich alleine wohne, hat sich der Oktober immer mehr zu meinen Lieblingsmonaten etabliert. Mit meiner kleinen Schwester habe ich zwar auch schon Halloween zelebriert, Horrorfilme geschaut und einmal im Leben haben wir sogar die Nachbarschaft abgeklappert, aber so richtig viel haben wir da auch nicht gemacht.

Der Oktober ist für mich inzwischen ein richtiges Highlight. Ich liebe es Kerzen anzuzünden, Räucherstäbchen und Hütchen (ich habe heute eine Wagenladung Nachschub gekauft) und es mir dann auch hygge zu machen. Ich feiere es, wenn es morgens so richtig schön dunkel und noch neblig ist. Früher hat da bei mir so richtig die Stimmung gekippt und meine Depression hat am lautesten geschrien. Mittlerweile fühlt sich diese Jahreszeit für mich aber am gemütlichsten an.

This is Halloween … Halloween …

So richtig mit Horrorfilme nicht nur zu Halloween, sondern dem ganzen Oktober lang zu schauen, habe ich wohl im Jahr 2023 angefangen. Zumindest habe ich da dann auch angefangen, Letterboxd Listen darüber zu führen. Damals hatte ich 60 (!) Filme geschafft. Nun ja ich war längere Zeit krank und hatte viel Zeit. Also habe ich immer morgens einen geschaut. Schön Räucherstäbchen an und Kerzen, der Nebel noch draußen, eingekuschelt und los ging es. Dann hatte ich Abends noch einmal zwei geguckt und so hat sich da eine große Auswahl gebildet.

Hier könnt ihr einen Blick drauf werfen Horroroktober 2023

Im Jahr darauf (Horroroktober 2024 🎃) waren es dann nur halb so viele, aber ich habe ziemlich viele gute Filme gesehen. Auch ein paar Meilensteine der Filmgeschichte. 2025 schaffte ich 21 Filme gesehen und auch da habe ich wirklich gutes Horrorkino erlebt. Für einen Film war ich sogar tatsächlich im Kino: Sie Leben. Großartiger Film! War für mich ein First Watch und die Atmosphäre im Kino war herrlich. In diesem Jahr werde ich wohl ähnlich viele sehen, also auf 60 komme ich vermutlich nicht mehr so schnell. Dieses Jahr kommt mir aber auch das QUEER-Streifen Regensburg in die Quere, das vom 22. bis einschließlich 28.10 geht. Man muss halt Prioritäten setzen.

Ich habe Ansprüche … viele Ansprüche …

Zusätzlich ist mein Anspruch auch enorm gestiegen. Ich will den Arthaus Stuff sehen und es ist gar nicht so leicht, diesen zu finden. Zusätzlich möchte ich nicht den üblichen Einheitsbrei sehen.


„Harry, der mit der Maske durch die Stadt rennt
und Leute mit dem Motor eines Motorbootes umbringt.“


Auf sowas kann ich echt verzichten. In meiner aktuellen Liste habe ich jedoch bisher nur einen Film, der wirklich unfassbar schlecht war. Aber ich brauche sehr lange, bis ich mir einen ausgesucht habe, den ich gucken möchte. Irgendwie bin ich halt auch an dem Punkt angekommen, so alt zu sein, dass ich mir meine Lebenszeit bewusst einteilen möchte.

Für Neugierige gibt es die aktuelle Liste hier: Horroroktober 2026 🎃🍁🍂🥮

2. Media Monday #799: Betrunkenheit am Steuer im Bahnverkehr 🚉🍻⚽

Ein Zug der London Underground steht an einem Bahnsteig. Die silbernen Wagen mit roten Türen tragen das typische London‑Underground‑Logo. Der Bahnsteig ist teilweise überdacht, mit Beleuchtung und einem gelben Blindenleitstreifen am Rand. Im Hintergrund sind gemauerte Bögen und darüberliegende Gebäude zu sehen. | Media Monday #799
Foto © Ivan Mani
Passion of Arts Dein Fenster zur Filmkunst. Spendabler Kaffee.

Man sollte nicht unbedingt am Wochenende mit der Bahn fahren, wenn irgend eine dummes Fußballspiel ist und die ganzen Vollidioten wieder Ausgang haben. Ja ich schreibe das bewusst so, denn es sind Vollidioten. Wenn man sich so zusaufen muss, dass man im Zug andere Leute stört, rassistische Bemerkungen ablässt und dann noch eine Familie mit Kind angreift, dann ist man ein Vollidiot. Und da es nicht nur einer war, sondern mindestens 5, ja dann kann ich sagen, es waren wieder jede Menge Vollidioten unterwegs. Und das ist ja nicht nur, wenn Fußball ist. Sondern auch beim Oktoberfest.

Schön und gut, die Deutsche Bahn hat ein Alkoholverbot an allen Bahnhöfen durchgesetzt. Aber, dass die Leute in der Bahn saufen, das ist immer noch erlaubt. Und sie saufen bis zum Anschlag. Es ist nicht selten, dass man über Bierkästen stolpert. Bierkästen, die dann noch Reihenweise die Plätze für Kinderwägen und Fahrräder blockieren. Und die Durchgänge. Aber das Personal unternimmt dagegen auch nichts. Am Samstag war der Zug bei der Heimfahrt bis zum Anschlag voll. Ich musste stehen, was für meine Behinderung nicht förderlich ist. Zusätzlich konnten wir die betrunkenen Clowns mal wieder in Life Action erleben.

Stehen im Kreis, halten sich nicht richtig fest und einer davon ist umgefallen und auf ein Kind drauf gefallen. Das ganze Bier hat durch die Gegend gespritzt und vieles mehr. Die Typen haben nur gelacht. Die Mutter des Kindes hat die Leute angegriffen, wie eine Löwenmama und was passiert? Sie lachen und beschimpfen.

Können Sie bitte aussteigen & weiter im Rinnstein ersaufen? Danke!


„Man wird ja wohl mal umfallen dürfen … ha ha ha“


Ha ha ha ich lach mich kaputt. Statt sich zu entschuldigen, haben sie die ganze Familie beleidigt, bedrängt und vieles mehr. Das Zugpersonal wusste über diese Gruppe Bescheid, aber sie wurden nicht aus dem Zug verwiesen. Ich bekam es schließlich mit der Angst zu tun und habe den Waggon verlassen. Wir sprachen dann auch das Zugpersonal an. Was das zu denen gesagt hat, weiß ich nicht, aber als wir dann ausstiegen, saßen sie an einem Mehrfachsitz und haben sich weiter köstlich amüsiert.

Aber man kann sich halt auch nicht aussuchen, dass man genau an solchen Tagen mit der Bahn fährt. Zumal das Treffen des TransMann e.V. auf den gleichen Tag fällt. Traurig ist einfach, dass diese hässlichen Menschen mit allem durchkommen. Und im nächsten Atemzug steigen die Preise der Tickets wieder um 3 oder 4 Euro und man zahlt so viel Geld und fühlt sich nicht einmal sicher.

3. I Kissed a Girl …. Madonna küsste auch Christina Aguilera, aber die Welt sollte lieber Justin Timberlakes Gesichtsausdruck sehen 💋💄👀

Das Bild zeigt zwei Frauen, die sich küssen | Media Monday #799
Das ist natürlich weder Madonna noch Britney Spears oder Christina Aguilera. Lediglich zwei Frauen, die sich küssen | Foto © V T
Zwei Gesichter sind in einer Nahaufnahme eng nebeneinander zu sehen, weich ausgeleuchtet und sehr intim komponiert. Über dem Bild steht in weißer Schrift „Queere Geschichten“. Darunter befindet sich ein Button mit der Aufschrift „Shop Now!“ sowie das Thalia‑Logo. | Media Monday #794

Ich hätte ja gerne gesehen, wie Madonna, Christina Aguilera bei den MTV Video Music Awards, im Jahre 2003, auf den Mund geküsst hatte. Leider war es der Fernsehregie wichtiger, wie dusselig der Gesichtsausdruck von Justin Timberlake ist, nachdem sie das zuvor mit Britney Spears getan hatte. So blieb ein weiteres Spektakel in Christina Aguileras Karriere ungesehen, aber hey, Hauptsache Justin Timberlake hatte seinen Moment. Wie dumm der Typ schaut, wenn seine Freundin die populärste Sängerin des Jahrhunderts küsst, ist ja auch mega wichtig.

Zum Glück gab es im Nachhinein Fotos, der Moment ist dennoch dahin. Und ich bin nicht die einzige Person, die das so sieht. Das wurde mir tatsächlich erst in den letzten Wochen in den Social Media Spalten klar. Christina Aguilera hatte diesen Moment im Rampenlicht ebenso sehr verdient wie Britney Spears. Aber in den 2000ern war das ja ein Schock, wenn sich zwei Frauen in der Öffentlichkeit küssten. So wie es grundsätzlich ein Schock war, wenn, vor allem Hetero Nominative Personen mit Menschen ihres Geschlechtes, in der Öffentlichkeit „Zärtlichkeiten“ austauschen. Die meisten taten das eh nur zur Provokation. Genau, wie es auch dieser Auftritt war. Die arme amerikanische Gesellschaft, was musste die im Fernsehen sehen. Schlimm.

Es gibt leider kein offizielles Video dazu, daher kann ich es hier nicht einbetten. Wenn ihr in die Suchmaschine eures Vertrauens „Madonna, Britney Spears, Christina Aguilera“ eingebt, dann werdet ihr auf jeden Fall fündig, falls ihr euch den Auftritt, den ich wirklich sehr cool fand, noch einmal ansehen wollt.

4. Wie ich mit Chris Evans am Rand des Vulkans tanzte im Media Monday #799 🌋📺🎬

Das Bild zeigt Mike Tyler (Chris Evans) im weißen Jackett vor einer menge mit Fotograf:innen stehen, die alle die Kamera hochhalten und durchgehend schwarze Anzüge tragen. Sein Blick ist zweifelnd und nachdenklich | Media Monday #799
Chris Evans als versnobter Schauspieler in — Sacrifice | 2026 © DCM

Die Mitwirkung meiner Lieblingsdarstellenden reicht eigentlich schon, um mein Interesse an diversen Filmen zu wecken. So wie es auch der Film Sacrifice getan hat. Ich sah den Film nur in der Filmographie von Chris Evans und dachte mir, egal, worum es geht, ich werde mir den Film ansehen. Nachdem Chris Evans beim MCU ausgestiegen war, war seine Rollenwahl eher dürftig und auch spartanisch. Er kündigte ja an, dass er nur noch einen Film im Jahr machen möchte. Ich denke oder hoffe, dass er es sich anders überlegt hat, denn immerhin ist Sacrifice ein Film von zweien, die dieses Jahr mit Chris Evans ins Kino kommen.

Worum es in Sacrifice geht? Keine Ahnung, den Trailer hatte ich mir vorab auch nicht angesehen, aber die anderen aus der Community machten merkwürdige Geräusche.


„Was wird das denn?
Also das wird entweder total krank
oder total genial!“


So die Aussagen der Community.
Ich traute mich und fragte einfach mal einen Screener an. Ich konnte ja nichts verlieren. Tatsächlich bekam ich einen und hab mir auch nicht lange Zeit gelassen, den Film auch zu sichten. Was ich bekommen hatte, habe ich so nicht erwartet, aber ich war sehr begeistert. Vor allem Chris Evans hat mir gefallen und ich hoffe, dass er zukünftig mehr solche Filme macht.

5. Media Monday #799: Geht die Welt vor die Hunde? 🐕💀

Das Bild zeigt eine Person auf der Couch liegend, die die Hand vor dem Gesicht hat | Media Monday #799
Foto © Annie Spratt
Werbung für Thalia mit dem Slogan „Literarisch um die Welt – eBook-Romane nach Ländern entdecken & sparen“. Im Hintergrund ist eine malerische Szene aus Venedig zu sehen: Gondeln gleiten durch einen Kanal, umgeben von historischen Gebäuden. Die Anzeige lädt dazu ein, literarisch verschiedene Länder zu bereisen – von Italien bis Island – und dabei bei ausgewählten eBooks zu sparen.

Es hätte so schön sein können, dass Erich Kästners Buch Der Gang vor die Hunde eine angenehme und erfrischende Lektüre ist. Aber der Titel allein verrät schon, dass das nicht der Fall sein kann. Vor ein paar Tagen habe ich das Buch zu Ende gelesen und auch wenn in den Anmerkungen steht, dass das Buch nichts oder fast nichts erzählt, finde ich, dass es im Kontext eine Menge Subtext hat. Der Gang vor die Hunde hat mich emotional sehr mitgenommen, tatsächlich lässt mich das Buch noch immer nicht los. Nicht so stark, dass ich kein neues hätte anfangen können, aber immer noch genug, dass es mich immer wieder in die Stille treibt. Und nachdenken lässt.

Was soll das noch alles?

Jakob Fabian hat mich sehr an mich erinnert. Ich habe den Charakter richtig gefühlt. Der Roman ist zwischen dem ersten und dem 2. Weltkrieg entstanden und Fabian fühlt sich wie in einer Art Zwischenzeit. Nichts geht voran, außer unangenehme Dinge. Das Leben der Menschen stagniert, es ist, wie die Ruhe vor dem Sturm. Fabian hat kein Ziel vor Augen, er hält seine Arbeit für sinnlos und weiß auch sonst nicht so recht, was der Sinn des Lebens darstellen soll. Tatsächlich halte ich das Buch für ein sehr philosophisches Buch und sicherlich hat Erich Kästner seine eigenen Gefühle auf den vorantreibenden 2. Weltkrieg in der Lektüre verarbeitet.

Ich selbst habe auch gerade das Gefühl irgendwo dazwischen zu stehen. Oftmals habe ich Angst, dass es nicht mehr lange dauert und wir befinden uns im Krieg. Es macht mir so sehr Angst, dass ich alles was mit Politik und Co. zu tun hat, meide. Schnell schlägt sowas in Alpträumen und Angstzuständen bei mir um und ich kann das nicht verkraften. Zusätzlich fühlt sich für mich jedoch schon alles sehr lange richtig sinnlos an. Das Buch war nicht der Auslöser aber ein erneuter Spiegel, denn nach jedem Jahr, das ins Land geht und welches neue anbricht, da frage ich mich: Was soll das noch alles?

6. & 7. Media Monday #799: Don’t wanna be an American idiot

American Idiot | Offizielles Musikvideo | September 2004 | Video © Warner Music | Rob Cavallo | Green Day – YouTube Lizenz

Schwarz-weiß Foto eines Gitarristen mit wehendem Haar, der energisch eine E‑Gitarre spielt. Darüber steht der Schriftzug ‚Bandmerch‘, daneben ein Button mit ‚Shop Now!‘ sowie das EMP‑Logo mit Rockhand-Symbol.

Die Band Green Day imponiert mir immer wieder und kann mich schon seit Jahren begeistern. Sie haben keine Scheu sich politisch zu positionieren und das finde ich gut. Natürlich müssen nicht alle Personen des öffentlichen Lebens, politisch Stellung beziehen. Aber wenn es zumindest ein paar tun, finde ich das gut, denn viele von ihnen sind starke Stimmen. Und Green Day ist eine davon. Mit ihrem Megahit American Idiot haben sie ein Statement gesetzt. Und auch bei ihrem letzten Auftritt beim Super Bowl haben sie kein Blatt vor dem Mund genommen und ihre Meinung gegenüber Donald „the Honk“ Trump gesagt.

Zusätzlich positionieren sie sich auch stark für die Queere Community. Nicht nur, weil Frontsänger Billie Joe Armstrong selbst queer ist, sondern weil sie sich für Gleichberechtigung einsetzen. Das ist eben Punkrock.

Was ist damals passiert?

Am 7. November 1994 sollten Green Day im Patriot Center der George Mason University in Fairfax, Virginia (USA) auftreten. Als Vorband war Pansy Division geplant. Eine offen schwule Punkrockband aus San Francisco, die 1991 gegründet wurde. Ihre Songs handeln unter anderem von schwuler Liebe, Sexualität und dem Leben schwuler Männer. Sie gilt als eine wichtige Band der Queercore-Bewegung.

Die Veranstaltenden wollten Pansy Division jedoch aus dem Programm nehmen, weil ihnen die offen schwulen und teilweise expliziten Texte für das junge Publikum ungeeignet erschienen. Green Day stellte sich hinter ihre Vorgruppe. Laut Aussage von Jon Ginoli, der Leadsänger der Band Pansy Division, sagten die Mitglieder von Green Day, dass sie nicht spielen würden, wenn Pansy Division nicht auftreten dürfte. Sie würden dann stattdessen in eine andere Stadt fahren. Die Veranstaltenden gaben nach.

Ein weiterer Vorfall war bei einem Konzert im Madison Square Garden in New York. Dabei soll ebenfalls versucht worden sein, Pansy Division aus dem Line-up zu entfernen. Green Day stellte sich laut Ginoli erneut dagegen. Die Band durfte schließlich auch dort auftreten.

Für mich ist das ein starkes und deutliches Zeichen der Solidarität, denn Green Day hat nicht bloß öffentlich Toleranz bekundet, sondern die eigene Teilnahme an die Gleichbehandlung der Vorband geknüpft. Gerade 1994, als offen queere Themen im Mainstream-Punk noch längst nicht selbstverständlich waren.

Quelle: The Ringer – Welcome to Paradise: The Oral History of Green Day’s Dookie

Zuletzt habe ich noch organisatorisches mit dem Passion of Arts | Dein Fenster zur Filmkunst Team besprochen und das war nötig, weil der Laden muss ja weiter laufen. So irgendwie. Und da wir viele Kanäle, Rubriken und Abteilungen haben, gibt es immer was zu tun und zu besprechen.


※※※

Das war der Media Monday #799. 🎬🎸🎃🍂
Diese Woche gab es eine Mischung aus schaurigen Filmnächten, unschönen Begegnungen im Bahnverkehr und nostalgischen Rückblicken auf die 2000er. Vom liebsten Monat des Jahres und meiner wachsenden Leidenschaft für anspruchsvolles Horrorkino über die fragwürdigen Erlebnisse mit betrunkenen Fußballfans bis hin zu einem längst legendären Kussmoment bei den MTV Video Music Awards war einiges dabei. Mit Sacrifice gab es außerdem einen filmischen Lichtblick, der mich dank Chris Evans überraschend begeistern konnte, während mich Erich Kästners Der Gang vor die Hunde noch immer zum Nachdenken bringt. Zum Abschluss wurde es mit Green Day und ihrer Haltung gegenüber der queeren Community noch einmal politisch und punkig. Denn manchmal braucht es nicht nur die richtigen Worte, sondern auch die Bereitschaft, für andere einzustehen.

Vielleicht habt ihr ja selbst schon besondere Erfahrungen mit dem Horrorkino gemacht, erinnert euch an die musikalischen und popkulturellen Momente der 2000er oder habt Gedanken zu den Themen dieser Woche. Gerade die Frage, wie wir miteinander umgehen und füreinander einstehen, beschäftigt mich sehr. Ich freue mich wie immer auf eure Kommentare und den Austausch mit euch!

Bis zum nächsten Media Monday! Lasst euch weder den Punkrock noch die Filmleidenschaft nehmen und macht es euch in dieser herbstlichen Zeit schön gemütlich. 🎞️🖤🎸🍁 Bleibt golden!


Jetzt seid ihr dran! Der Lückentext des Media Monday #799 für euch:

1. Fester Programmpunkt im Oktober ____ .

2. ____ sollte nicht unbedingt ____ .

3. Ich hätte ja gerne gesehen, wie ____ .

4. ____ reicht eigentlich schon, um ____ .

5. Es hätte so schön sein können ____ .

6. ____ imponiert mir immer wieder und ____ .

7. Zuletzt habe ich ____ und das war ____ , weil ____ .


Über den Autor:

Künstlerisches Ölgemälde-Porträt von Riley Dieu Dietzel, Chefredakteur von Passion of Arts. Riley trägt ein schwarzes Langarmshirt und blickt mit ruhigem Ausdruck direkt in die Kamera. Im Hintergrund sorgen warme Farben und ein Bücherregal für eine cineastische Atmosphäre.

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Header Elements – Media Monday #799: © Passion of Arts Design | Foto: Menschliches Skelett im dunklen Laub ©Sabina Music Rich

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