Das Tal der untergehenden Sonne

Betrübt sah er auf den güldnen Weg vor seinen Augen. Die Sonnenstrahlen spiegelten sich in dem harten Kopfsteinpflaster und es ward ihm, als würde er den Weg nach Eldorado in das Reich der Mayas schreiten. Die Sonne, so groß und schön, wie er sie kannte. Majestätisch prangt sie dort am westlichen Himmel und stellt sich dar in voller Blüte.
„Das ist der letzte Blick“, dachte er und verkrampfte seine Finger um seine Hutkrempe, bis die Knöchel weiß hervorstachen. „Der letzte Anblick vollen Übergusses, reinen Ergötzens an der Sonne, die so strahlend schön, so hell und warm.
„Ist es der richtige Weg?“, fragte er sich. „Kann ich mich nicht umentscheiden?“
Zu spät, bald geht sie unter, die Pracht der Prachten. Der Himmel färbte sich rot, blutend vor ihm das Kopfsteinpflaster. Einst das Leben so golden und reich und nun blutleer, durstig, düster. Er seufzte und setzte sich den Hut auf den Kopf. Ein letzter Blick zurück und dann tauchte er ein in das Tal der untergehenden Sonne. Das Blut schloss ihn vollends ein und ließ ihn niemals wieder fort.

08. Februar 2011
Hommage an Anne Rices „Interview with the Vampire – The Vampire Chronicles

Mr. Nobody

Bernie Lengström stand morgens vor dem Spiegel. Er zupfte seinen Pullunder zurecht, straffte den Hemdkragen und setzte sich seine Brille auf, die mit dem schwarzen Gestell. „Heute wird ein guter Tag.“, sagte er zu sich selbst. „Ein guter Tag.“ Er hatte die ganze Nacht an dem Projekt gesessen, es bis zur Vollendung perfektioniert. Ja der Chef würde Augen machen! Bernie arbeitete bereits 40 Jahre in der Firma, er war praktisch Mitglied des eingeschweißten Teams und wartete schon auf eine Beförderung. Diesmal würde er sie kriegen und dann würde sich alles ändern. Vielleicht fand er dann endlich auch eine Frau, die ihn liebte.

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Für immer wir

Die Ehe festigt den Bund der Liebe
zweier Menschen,
die ihr Glück gefunden haben.
Zwei Menschen werden zu einem,
verbünden sich für das Leben,
halten zueinander,
helfen einander
und vertrauen einander.
Sie haben sich gefunden
bei Kälte, bei Nacht
und ließen zusammen die Sonne aufgehen,
den Frühling kommen.

Ich habe dich gefunden,
wir gehören nun einander,
wir lieben einander.
Denn ewig wirst du mein,
ich werde dein
und ewig werden wir „uns“ sein,
bis dass der Tod uns scheidet.

28. März  2012

Wenn der Frühling zu Winter wird

Die ersten Sonnenstrahlen stahlen sich durch die milchige Fensterfront des Lofts, blendeten sein Gesicht. Murrend hielt er die Hand vor die Augen, tastete nach den zerwühlten Lacken hinter sich. Sie waren noch warm an der Stelle wo sie gelegen hatte. Noch hing ihr Duft in der Luft. Er rollte sich auf den Rücken und atmete ihn tief ein, nahm ihn mit jeder Pore seines Körpers auf. Er schloss die Augen und dachte daran, wie weich ihr Haar sich in seiner Hand anfühlte, dachte an ihr Lachen, das den Raum mit Musik füllte.
„Warte noch ein Weilchen.“, sagte sie.

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Nostalgie

Wo ist die Zeit geblieben?
Wie unbeschwert wir waren, als wir noch Kinder waren.
Als wir unsere Augen öffneten und die farbenprächtige Welt sahen, die uns nun so grau und trist erscheint.
Wo ist sie hin, die Zeit als wir noch gemeinsam lachen konnten, Cola tranken und durch die Küche rülpsten?

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Das Ende des Tages

Die Sonne geht unter, noch benetzen die letzen Sonnenstrahlen den Asphalt. Ein zarter, goldener Schimmer liegt auf dem Kopfsteinpflaster der alten Stadt, Regentropfen perlen sich auf den großen, feuchten Steinen ab. Es beginnt ganz langsam erst wieder zu regnen. Tropfen für Tropfen wäscht das Wasser die Sonnenstrahlen hinweg und machen Platz für die Dunkelheit.

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Das Ende der Regenzeit

Reglos stehen die trockenen Grashalme da. Ein Summen dringt aus den Tiefen der Erde. Kein Lüftchen weht. Die Sonne verbrennt die letzten Reste der Spitzen des einst so saftigen Grüns. Gierig reckt es sich dem Himmel entgegen, als wolle es nach etwas greifen. Ihm dürstet nach Wasser, doch das kühle, erholsame Nass bleibt aus. Schon wochenlang dauert die gähnende Hitze an. Die Insekten tummeln sich an den Halmen; suchend und forschend bewegen sie sich vorwärts. Nichts.

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Frühlingserwachen

ERWACHEN.
Er erwachte früh am Morgen. Die Sonne stahl sich durch die Nebel umwabenden, stark in der Erde verankerten Baumstämme der Tannen, welche dicht an seinem Haus wuchsen und es von der Straße abschirmten.
Er blinzelte und ließ das Licht auf sein Gesicht scheinen, zog tief die frische Morgenluft ein, die sich durch das geöffnete Fenster mogelte.
Noch einmal schloss er die Augen und ließ den Morgen auf sich wirken. Das leise zwitschern der Vögel, das knistern des Grases und das zirpen der Grillen. Alles schien perfekt, die Welt war im Einklang mit ihm.

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