Romeo & Julia gehört zu den vielen Klassikern aus der Feder von William Shakespeare. Shakespeare ist der meistverfilmte Autor der Geschichte. Über 400 Filme tragen seinen Namen. Mit mehr als 50 Verfilmungen steht Romeo und Julia direkt hinter Hamlet an zweiter Stelle der Shakespeare-Adaptionen.
Shakespeare ist immer angesagt und findet sich in Hunderten Filmen, die sich bei ihm bedienen. Disneys Der König der Löwen ist Hamlet, 10 Dinge, die ich an Dir hasse ist Der Widerspenstigen Zähmung und West Side Story ist Romeo & Julia. Shakespeare findet sich fast überall.
Neben diesen losen Adaptionen gibt es natürlich auch ein paar wenige Verfilmungen, die sich komplett an die Vorlage halten. Beispielsweise Kenneth Branaghs Hamlet aus dem Jahr 1996 mit einer Laufzeit von vier Stunden, der das Theaterstück Wort für Wort und Detail für Detail wiedergibt.
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Die meisten Adaptionen befinden sich irgendwo dazwischen. Gewisse Freiheiten, Anpassungen und Veränderungen stehen an der Tagesordnung, aber die Geschichte an sich ist weiterhin klar erkennbar als Shakespeares Werk. Um eine dieser Adaptionen geht es heute.
Auch wenn Shakespeare immer angesagt ist, galt er nicht jederzeit als Garant für einen Hit. Auch bei ihm gab es Höhen und Tiefen. In den Achtziger- und frühen Neunzigerjahren hatten es eher werksgetreue Verfilmungen aus seiner Feder schwer. Nachdem Shakespeares Tragödien in Hollywood bereits abgeschrieben waren, kam aber ein Mann aus Australien vorbei und zeigte im Jahr 1996, dass William Shakespeare zwar vor vierhundert Jahren gestorben, aber nicht totzukriegen ist.
Ein Beitrag von: Marcel Michaelsen
Baz Luhrmans Verfilmung von Romeo & Julia stand von Beginn an nicht unbedingt unter einem guten Stern. Schon die Finanzierung zu bekommen, erwies sich als recht schwierig. Wenn man darüber nachdenkt, dass da ein australischer Regisseur nach Hollywood kommt und eine alte Geschichte von Shakespeare an die Tankstelle verlegen will, überrascht das weniger. Irgendwie hat er es trotzdem geschafft, Geld für die Produktion zu bekommen. Aber es gab weitere Probleme.
Worum geht es in Baz Luhrmans Romeo & Julia?
Romeo & Julia ist ein Filmdrama des Regisseurs Baz Luhrmann aus dem Jahr 1996, das auf dem berühmten Theaterstück Romeo und Julia von William Shakespeare aus dem Jahr 1596 basiert. In den Hauptrollen sind Leonardo DiCaprio und Claire Danes zu sehen. Der Film feierte seinen deutschen Kinostart am 13. März 1997.
Baz Luhrmanns Romeo & Julia präsentiert Shakespeares klassische Liebestragödie in einem modernen Setting, während der originale Shakespeare-Text weitgehend erhalten bleibt. Die Handlung spielt in der fiktiven Stadt Verona Beach, einer urbanen Metropole, die stark von Gewalt und Rivalitäten geprägt ist. Hier stehen sich zwei verfeindete Familien, die Montagues und die Capulets, unversöhnlich gegenüber. Inmitten dieses Konflikts begegnen sich Romeo Montague (Leonardo DiCaprio) und Julia Capulet (Claire Danes) – ihre leidenschaftliche, aber verbotene Liebe entfacht eine Kette dramatischer Ereignisse.
Romeo & Julia und stürmische Zeiten in Mexiko
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Die Dreharbeiten fanden größtenteils in Mexikostadt und Veracruz, Mexiko statt. Durch einige Vorfälle und höhere Gewalt verlängerte sich die Produktion um Monate.
Ein Hurrikan zerstörte das gesamte Set. Baz Luhrman machte aus der Not eine Tugend und filmte den Sturm. Einige Aufnahmen davon haben es in den Film geschafft. Der Tod eines Charakters findet mitten im beginnenden Hurrikan statt und hat dadurch eine zusätzliche Wirkung erhalten, die mit den sonstigen Mitteln auf die Weise nicht umsetzbar gewesen wäre.
Bis die Sets wieder aufgebaut waren, verging eine ganze Weile und die Produktion von Romeo & Julia stand still. Aber der nächste Rückschlag ließ nicht lange auf sich warten.
Die gesamte Crew wurde krank. Baz Luhrman lag eine Woche lang mit über 40 Grad Fieber flach. Eine weitere Woche, in der die gesamten Dreharbeiten gestoppt werden mussten.
Aldo Signoretti hat nen schlechten Tag
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Bis heute arbeitet Hairstylist Aldo Signoretti regelmäßig mit Baz Luhrman zusammen. Dabei dürfte die Produktion von Romeo & Julia zu seinen schlimmsten Erinnerungen gehören.
Dass große Hollywood-Dreharbeiten in Mexiko stattfinden, ist auch den dort ansässigen Gaunern und Ganoven nicht entgangen. Einige davon wollten die Gunst der Stunde nutzen und ein wenig Profit rausschlagen. Und was macht man als kriminelles Mastermind, wenn man Profit machen will? Genau: Man entführt den Friseur.
Aldo Signorettis Karriere befand sich bereits auf einem sehr guten Weg. Zuvor arbeitete er unter anderem bei Filmen von Martin Scorsese, Robert Altman und Federico Fellini. Sein Name eilte ihm sozusagen voraus und ihn für eine Shakespeare-Adaption zu engagieren, lag vermutlich auf der Hand.
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Eine Entführung stand aber sicher nicht auf seinem Plan. Man kann davon ausgehen, dass es purer Zufall war, dass ausgerechnet er von Gangmitgliedern entführt wurde. Wahrscheinlich handelte es sich um eine übliche „Zur falschen Zeit am falschen Ort“-Situation und die Entführer haben einfach die erstbeste Person eingesackt, die sie kriegen konnten.
Die Entführer riefen anschließend an und verlangten ein Lösegeld von sage und schreibe 300 US-Dollar. Es stellt sich die Frage, ob Aldo Signoretti die Summe nicht im Portemonnaie bei sich hatte.
Aber scheinbar nicht, denn Make-up-Artist Maurizio Silvi musste mit einem Beutel voll Geld zu einem vereinbarten Treffpunkt an einem Hotel gehen, um dort Aldo freizukaufen.
Die „Übergabe“ lief nicht rund. Silvi warf den Entführern den Beutel mit den 300 Dollar zu. Im Gegenzug warfen die Entführer Aldo Signoretti einfach aus dem Wagen und fuhren davon. Der Hairstylist brach sich dabei ein Bein.
Es hätte sicher schlimmer kommen können. Und der Karriere von Aldo Signoretti tat es keinen Abbruch. Immerhin kann er vier Oscar-Nominierungen verzeichnen und ist immer noch im Filmgeschäft aktiv. Auf weitere Entführungen kann er aber bestimmt gerne verzichten.
Von Verona nach Hollywood: Erfolg & Zufälle, die Karrieren prägten

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Wirklich beschweren wird sich am Ende wohl keine der an dem Film beteiligten Personen. Romeo & Julia spielte das Zehnfache seiner Produktionskosten ein. Selbst die schwierigen Bedingungen bei den Dreharbeiten konnten den Erfolg nicht trüben. Für die Stars vor und hinter der Kamera war der Film der Startschuss für große Karrieren in der Filmbranche.
Regisseur Baz Luhrmans Output als Regisseur mag zwar bescheiden sein, aber wenn er alle Jubeljahre mal einen Film macht, wird es in der Regel ein Hit. Als nächstes plant er einen Film über die französische Widerstandskämpferin Jeanne d’Arc.
Leonardo DiCaprio ist uns allen als einer der größten Stars in Hollywood bekannt. Mit Baz Luhrman drehte er 2013 noch Der große Gatsby. Seit ein paar Jahren hat er auch seinen Schauspiel-Oscar – wobei man diskutieren kann, ob er den ausgerechnet für die Rolle verdient hatte. Aber gut, mit Martin Scorsese ist er da in guter Gesellschaft, bei dem man sich das auch fragen kann. Derzeit planen DiCaprio und Scorsese ganze drei Projekte miteinander. Sollte aber niemanden überraschen, schließlich haben sie bereits sechs Filme zusammen gemacht.
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Claire Danes machte eher Karriere im Serienbereich und gewann drei Emmys. Zwei davon für ihre Hauptrolle in der Thriller-Serie Homeland.
In einer Nebenrolle war auch Paul Rudd zu sehen. Nach seinem letzten Drehtag trank er etwas mit Leonardo DiCaprio. Leo erzählte nebenbei, dass er die Hauptrolle für James Camerons Titanic angeboten bekommen hat, aber nicht sicher ist, ob er annehmen soll. Rudd, dessen Vater Mitglied in der Titanic Historical Society und somit Experte rund um die Titanic war, überredete Leo, die Rolle anzunehmen. Wer weiß, wer sonst nicht auf die Tür geklettert wäre.

MARCEL – Autor
Irgendwie ist es mir tatsächlich gelungen, vom Schreiben leben zu können. Dadurch habe ich eine meiner Leidenschaften zu meinem Beruf gemacht. Die zweite Leidenschaft sind Filme. Diese Leidenschaft musste in den letzten Jahren stark zurückstecken. Ich habe schon als Kind ständig Filme geschaut. Daraus habe ich einen Sammeltrieb entwickelt. Dieser macht sich mit über 1.000 Filmen auf DVD und BluRay in meiner Bude breit. Ich war außerdem der selbsternannte Leiter des Filmschrottplatzes (manche werden sich erinnern). Nachdem ich aus Zeitgründen und auch, weil die Filmbranche sich meiner Meinung nach in eine absolut falsche Richtung entwickelt hat, alles lahmgelegt habe, entfacht sich gerade die Flamme der Leidenschaft neu.
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Pressematerial: Romeo & Julia | 1996 © 20th Century Fox



