Filme haben die einzigartige Kraft, uns in andere Zeiten, andere Welten und in die unterschiedlichsten Emotionen zu entführen. Manche Geschichten lassen uns lachen, andere lassen uns weinen. Und nur wenige schaffen es, beides gleichzeitig zu tun. Titanic ist einer dieser seltenen Filme: ein episches Drama, das die Leidenschaft zweier Menschen mit einer historischen Katastrophe verbindet und das Publikum auf eine intensive Reise voller Spannung, Emotion und präziser Inszenierung mitnimmt. Doch was macht diesen Film wirklich besonders? Im Folgenden geht es nicht nur um Schiff und Untergang, sondern um die Momente, die Titanic zu einem epischen Kinoerlebnis machen. Und warum er seit 1998 bis heute mein Herz bewegt.
Ein Beitrag von: Riley Dieu Armstark
Worum geht es in James Camerons Titanic?
Titanic ist ein US-amerikanisches Spielfilmdrama aus dem Jahr 1997, inszeniert von James Cameron, mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet in den Hauptrollen. Der Film erzählt die tragische Jungfernfahrt des Passagierdampfers Titanic, der im April 1912 mit einem Eisberg kollidierte und sank. Für die Produktion wurden Teile des Schiffes aufwendig und weitgehend originalgetreu rekonstruiert. Wobei in die historische Geschichte eine fiktive Liebesgeschichte eingeflochten wurde. Eine Rahmenerzählung verknüpft die Handlung mit der modernen Unterwasserforschung des Wracks. Titanic gewann elf Oscars, darunter den Hauptpreis und erzielte ein weltweites Einspielergebnis von über 1,8 Milliarden US-Dollar, womit er zwölf Jahre lang der umsatzstärkste Film der Welt war. Die Filmmusik komponierte James Horner, der Titelsong My Heart Will Go On wurde von Céline Dion gesungen.
Die Handlung spielt in zwei Zeitebenen: Im Jahr 1996 sucht der Schatzsucher Brock Lovett (Bill Paxton) zusammen mit seinem Team nach dem legendären Diamantcollier „Herz des Ozeans“ auf dem Wrack der Titanic. Dabei stoßen sie auf eine alte Aktzeichnung, die Rose Calvert (Gloria Stuart) als junge Frau zeigt. Rose erzählt daraufhin ihre Geschichte, die 1912 auf der Titanic beginnt, wobei die romantische und dramatische Geschichte um Rose und Jack (Leonardo DiCaprio) im Zentrum steht. Die beiden begegnen sich auf dem Schiff, entwickeln eine intensive Verbindung und werden mit den gesellschaftlichen Erwartungen, persönlichen Konflikten und schließlich der Katastrophe konfrontiert.
1998: Als ich zum ersten Mal Kino-Luft schnupperte & mit der Titanic auf Reise ging
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Wir schreiben das Jahr 1998. Ich, gerade mal 11 Jahre jung, unerfahren was Filme und Kino betrifft, saß am Tisch und hörte meinen beiden älteren Schwestern zu, wie sie einen Kinobesuch planen. Während sie so dasitzen und Worte von sich geben, die sich zu einem Dialog formen, dachte ich darüber nach, wie Kino wohl so sein mag. Ich war vorher noch nie im Kino gewesen und kannte es nur aus Erzählungen.
Und da, die beiden Schwestern unterbrechen ihren Dialog und stellen die Frage der Fragen: „Willst du auch mit?“
Ich war erst einmal total perplex. Titanic? Was ist das? Worum geht es in dem Film?
Es geht um ein gesunkenes Schiff, zwei Menschen, die sich lieben und Leonardo DiCaprio, der gerade in aller Munde war, spielt auch mit. So die Erklärung.
Kenne ich nicht, aber was soll’s, lasst uns ins Kino gehen!
Voller Aufregung saß ich dann hinten im Auto, ganz hibbelig stand ich in der Eingangshalle und betrachtet interessiert den Kinosaal. Aha, so sieht das also aus.
Die Plätze sind eingenommen, das Licht geht aus, die Werbung beginnt. Wow, was für eine Atmosphäre. Genial. Und dann ging ich auf eine 194 minütige Reise auf die Titanic und konnte ab und zu sogar fast das Meer riechen.
Mehr als eine Liebesgeschichte: Wenn die Titanic zur beklemmenden Zeitkapsel wird
James Cameron schuf hier nicht nur eine einfache Romanze oder salopp gesagt „Liebesschnulze“. Geschickt kombiniert er eine Geschichte zweier Liebenden mit einer Tragödie aus dem echten Leben. Zunächst befinden wir uns in der Gegenwart, das Wrack liegt auf dem Meeresgrund und wird mit U-Booten durchsucht. Diese Einstellungen geben der Audienz bereits ein unbehagliches Gefühl. James Cameron war bei seinem Katastrophenfilm ziemlich genau und schuf bereits zu Anfang Kameraeinstellungen, die die Dramatik des Untergangs untermauern. Anhand kleiner U-Boote und Roboter wird das Wrack untersucht, die Atmosphäre ist beengend und unbehaglich.
Währenddessen bekommt das Publikum genau erklärt, wie sich die Katastrophe damals abgespielt hatte und erhält Einblicke in das damalige Geschehen. Zusehende werden bereits schon im ersten Drittel des Films mit unbehaglichen Gefühlen konfrontiert. Während es auf verrottete Zimmer unter Wasser blockt und sich ausmalen kann, wie furchtbar diese Katastrophe war.
Ein perfektionistisches Epos: Wenn Untergang, Musik und Emotionen verschmelzen
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Der Film schwenkt im Anschluss in die Vergangenheit und zeigt in Rückblenden die Jungfernfahrt der Titanic. Diese wird von der alten Dame Rose Calvert (Gloria Stuart) erzählt. Das wunderbare ist, dass die Charaktere ansprechend sind. Allesamt haben eine eigene Geschichte zu erzählen, der man gerne zuhören mag. James Cameron lässt hier auch Platz für die realen Geschichten, der Personen, die sich auch tatsächlich auf der Titanic befanden. Hier bleibt nichts oberflächlich betrachtet sondern geht auch in die Tiefe der Person selbst.
So erkennt man, dass Caledon Hockley (gespielt von Billy Zane) im Inneren eigentlich nur sehr verliebt ist. Das Böse in sich aber zu sehr an die Oberfläche schwimmen lässt. Durch die Länge des Filmes hat man genug Zeit sich auf die einzelnen Personen einzulassen. James Cameron tischt hier glücklicherweise keine „Ich kenne dich seit 5 Minuten und würde für dich sterben„-Liebesgeschichte auf. Er lässt den beiden Hauptdarstellenden Zeit, sich gegenseitig kennen zu lernen.
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Klar spielt hier der Samariter-Effekt auch eine Rolle, aber so wirkt die Geschichte nicht langweilig. In der dritten Phase des Filmes widmet sich James Cameron dann dem Untergang und kann auch diesen Teil mit Bravour meistern. Untermalt mit James Horners fantastischer Filmmusik wirkt der letzte Teil enorm imposant und ergreifend. Die Action ist gut platziert, die Angstphasen gekonnt eingebaut und die Darstellenden perfekt in Szene gesetzt.
Auch wenn James Cameron an sein Werk sehr perfektionistisch heran ging und viele Details originalgetreu gestaltet sind, hat der Film doch ein paar Fehler, über die man jedoch hinwegsehen kann. Das ganze Geschehen ist so ergreifend inszeniert, dass es auch nach der 25ten (danach habe ich aufgehört zu zählen) Sichtung noch spannend bleibt. Der Soundtrack ist so stark, dass er selbst nur beim anhören eine Gänsehaut den Rücken hinunterjagt.
Titanic ist ein fantastisches Epos, das Drama, Historien- und Katastrophenfilm emotionsgeladen verbindet.
Warum Titanic seit 1998 bis heute mein Lieblingsfilm ist
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»Ich bin doch einfach nur ein Mädchen, das in einem überfüllten Raum steht und laut schreit, aber niemand sieht zu ihm hoch«
– Rose DeWitt Bukater | Titanic
Dieses Zitat bewegt mich bis heute. Ich hab das damals schon gefühlt und fühle es oft noch heute. Wenn man unsichtbar ist in einer so vollen und lauten Welt. Der Film Titanic hat bis heute etwas sehr persönliches für mich, denn er war mein erster Kinofilm. Seit diesem Tag im Kino habe ich den Film schon ca. 25 Mal gesehen und immer wieder gehe ich gerne beinahe mit Rose (Kate Winslet) über Bord. Verliebe mich in meinen Retter, nehme eine Ohrfeige in kauf, ziehe mich nackt aus um ein fantastisches Portrait zu erhalten. Und immer wieder liebe ich es, mit Jack (Leonardo Dicaprio) zu tanzen und zu steppen.
Ich liebe es, über die Rehling des Schiffes zu spucken. In dem feinen Speisesaal zu dinieren und am Bug der Titanic zu fliegen und hemmungslos zu knutschen. Immer wieder erstarre ich zu Eis, wenn das Schiff einen kräftigen Ruck macht. Und immer wieder kämpfe ich mich panisch durch die Fluten in den unteren Kabinen, um die Liebe meines Lebens zu finden und zu retten. Und so halte ich auch immer wieder die Luft an, wenn das letzte Stück der Titanic kurze Zeit später im Meer versinkt.
Ich friere, ich weine und am Ende gehe ich aus dem Film heraus, als hätte ich selbst eben all das erlebt. Und noch immer durchlebe ich alles erneut, wenn ich den Soundtrack in die Anlage schmeiße, die Augen schließe und mich von der Musik treiben lasse.
Titanic lehrte mich, das Kino zu lieben. Vor vielen Jahren eine Offenbarung für eine 11-jährige Person, die noch immer gerne träumt, die große Leinwand bewundert. Und sich nicht schämt, in der Öffentlichkeit in einem großen Saal ihren Emotionen freien Lauf zu lassen.
Fazit zum Film Titanic
Titanic ist für mich weit mehr als ein Werk über Liebe und Untergang. Es ist der Film, der mich als 11-jährige Person zum ersten Mal in die magische Welt des Kinos geführt hat. Der mir gezeigt hat, wie stark Bilder, Musik und Emotionen zusammenwirken können. James Camerons perfektionistische Inszenierung, die sorgfältige Charakterzeichnung und James Horners unvergesslicher Soundtrack machen aus einem Katastrophenfilm ein berührendes Epos, das bis heute nichts von seiner Kraft verloren hat.
Dieser Film hat mir nicht nur den Atem geraubt, mich zum Lachen, Weinen und Staunen gebracht. Er hat mir auch beigebracht, das Kino zu lieben. Noch heute, jedes Mal wenn ich Titanic sehe oder den Soundtrack höre, erlebe ich dieselbe Aufregung, dieselbe Faszination und denselben Herzklopfen wie damals. Für mich ist Titanic deshalb nicht nur ein Film, sondern ein Erlebnis, das meine Liebe zur großen Leinwand geprägt und mir gezeigt hat, wie schön es ist, sich emotional ganz auf einen Film einzulassen.
Wie hat euch der Film Titanic gefallen?
TRAILER: © 20th Century Fox


»If you ride like lightning,
you’re gonna crash like thunder.«
– The Place Beyond the Pines –
RILEY – Chief Editor
Queerer, professioneller Filmhasser & Arthouse Geek. ✨🌈💜
Ich blogge seit dem 14. Dezember 2014 auf passion-of-arts.de. Schon in meiner Jugend schrieb ich viele Gedichte und Kurzgeschichten. Seit mehreren Jahren widme ich mich professionell Filmrezensionen und war Guest Writer bei der Filmblogseite „We eat Movies“. Außerdem verfasste ich einige Artikel für das 35 MM Retro-Filmmagazin. Ich sterbe für Musik und gehe liebend gerne ins Kino, außer in 3D. TV ist überbewertet, ich gucke lieber DVD, Streaming oder Bluray.
Meine Lieblingsfilme sind unter anderem „La La Land“, „Barbie“ und „Blade Runner 2049“.
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Pressestimmen zu Titanic
Matthias Hopf von Das Film Feuilleton
[…] Am Ende bleibt der eingangs erwähnte Widerspruch: Das verlorene Bild in einem Film voller wiederhergestellter Erinnerungen. Was James Cameron vom Grund des Meeres für die magische Stunde des Kinos zu neuem Leben erweckt, muss er danach wieder erbarmungslos versenken.[…]
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Oliver Armknecht von film-rezensionen.de
Die Skepsis war im Vorfeld groß, der kommerzielle Triumph noch größer: „Titanic“ verknüpfte eine klischeebeladene Kostümdrama-Romanze mit einem wuchtigen Katastrophenabenteuer zu einem Film, der Geschichte schrieb. Seine volle Wirkung entfaltet das Drama dabei bei einem Publikum, das der dominanten Liebesgeschichte verfallen kann und will. Der Rest bekommt immerhin opulente Bilder einer untergangenen Welt. 7 von 10 Punkte.
Pressematerial: Titanic | 1997 © 20th Century Fox










































4 Kommentare
Leider kann ich mit dem Film gar nichts anfangen, aber ich finde deinen Text sehr anrührend. Man spürt deine Liebe für den Film. 🙂
Grüße, Katharina
Titanic ist definitiv auch einer meiner liebsten Filme! Ich hoffe jedes Mal, dass es anders endet! Wusstest du das, dass Lies ein One Take ist 😀 es wurde genau einmal eingesungen und das war es dann! Einfach unfassbar!
Ich liebe seit diesem Film Leo und freue mich jedesmal, ihn wieder auf der Leinwand zu sehen.
Dem kann ich nur zustimmen! Auch wenn es für einen 17jährigen Jungen damals viel schwerer war den Gefühlen im Kino freien Lauf zu lassen… 😉
Danke 🙂
Glaub ich, zum Glück muss ich mir nie Gedanken drum machen^^ ich lass den Gefühlen einfach immer freien Lauf!