Echo – Filmkritik

Echo:

Ho ho ho. Der Film “Echo” aus Island ist eine kleine aber feine Hommage an Island in der Winter- und Weihnachtszeit. Wir nehmen euch in unserer Filmkritik mit in diese Zeit und nach Island. đŸŽ…đŸœđŸŽ„â„

Inhalt:

“Echo” ist ein Film, der eine Collage aus verschiedenen Geschichten bietet, die das Leben der Menschen in einer kleinen islĂ€ndischen Gemeinde widerspiegeln. Durch verschiedene Charaktere und HandlungsstrĂ€nge vermittelt der Film einen Einblick in die Vielschichtigkeit des Lebens in dieser abgelegenen Region. Die Geschichten drehen sich um Themen wie Liebe, Verlust, Einsamkeit und Hoffnung, wobei der Film einen poetischen Blick auf das alltĂ€gliche Leben in einer lĂ€ndlichen Umgebung wirft. Mit einer sorgfĂ€ltigen Inszenierung und starken visuellen Elementen schafft RĂșnar RĂșnarsson eine atmosphĂ€rische ErzĂ€hlung, die die Zuschauer in die Welt seiner Charaktere eintauchen lĂ€sst.

Echo: Auf dem Bild sitzt eine junge Frau in einem Ledersessel. Auf ihrem Schoß ist ein blondes Kind mit einem Schnuller das in die Ferne schaut. Sie schaut das Kind liebevoll an. Im Hintergrund sieht man Fenster, Pflanzen und rechts einen geschmĂŒckten Weihnachtsbaum
Auf dem Bild sind Menschen in einem Hallenbad. Sie halten alle Babys in den Armen und planschen mit ihnen im Wasser
Auf dem Bild steht rechts ein Mann im Anzug vor dem Spiegel. Er knöpft sein Jackett richtig zu. Links im Bild spielen zwei Jungen am Boden mit Karten. Dahinter ist ein Àlteres Paar zu Tisch und hinter dem Tisch steht ein junger Mann
Echo: Auf dem Bild sieht man den Weihnachtsmann vor einem weißen Zaun sitzen. Er hat ein MĂ€dchen auf dem Schoß und guckt begeistert, wĂ€hrend das Kind schrĂ€g lĂ€chelt. Vor ihnen steht ein Mann, der ebenfalls begeistert ist, ebenso das MĂ€dchen rechts im Bild. Hinter dem Weihnachtsann sind viele geschmĂŒckte, kĂŒnstliche TannenbĂ€ume und Pinguine im WeihnachtsmannkostĂŒm
Echo: Auf dem Bild sieht man einen riesigen Berg, der mit Schnee bedeckt ist. Rund herum ist Schneelandschaft. 6 Menschen bewegen sich in SchneeanzĂŒgen gekleidet auf den Berg zu

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Meinung:

RĂșnar RĂșnarsson ist ein renommierter islĂ€ndischer Regisseur und Drehbuchautor, der fĂŒr seine Arbeiten im internationalen FilmgeschĂ€ft bekannt ist. Er wurde am 27. November 1977 in ReykjavĂ­k, Island, geboren. RĂșnarsson hat sowohl Spielfilme als auch Kurzfilme produziert und sich einen Ruf fĂŒr seine einfĂŒhlsamen ErzĂ€hlungen und visuelle SensibilitĂ€t erworben.

Einige seiner bekanntesten Werke sind “Volcano” (2011) und “Sparrows” (2015). “Volcano” wurde auf internationalen Filmfestivals positiv aufgenommen und gewann den “Un Certain Regard”-Preis auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2011. In “Sparrows” erkundet RĂșnarsson das Coming-of-Age-Thema und erhielt fĂŒr den Film den Hauptpreis im World Cinema Dramatic Competition auf dem Sundance Film Festival 2015.

RĂșnar RĂșnarsson hat sich einen Ruf fĂŒr seine FĂ€higkeit erworben, tiefgrĂŒndige Geschichten zu erzĂ€hlen, die oft mit den Herausforderungen des Lebens und den emotionalen Aspekten menschlicher Erfahrungen verbunden sind. Sein Werk reflektiert hĂ€ufig die islĂ€ndische Kultur und Landschaft und bringt sie einem internationalen Publikum nĂ€her.

Auf dem Bild sieht man einen riesigen Berg, der mit Schnee bedeckt ist. Rund herum ist Schneelandschaft. 4 Menschen bewegen sich in SchneeanzĂŒgen gekleidet auf den Berg zu
Echo: Auf dem Bild sieht man links eine Frau im roten Kleid, die zwei Jungs umarmt und einen davon auf die Wange kĂŒsst. Neben ihr steht ein junger Mann im Anzug, der lĂ€chelt. Rechts im Bild steht ein Paar an der HaustĂŒr, das sich liebevoll umarmt
Auf dem Bild ist eine Frau zwischen ganz vielen, kĂŒnstlichen Vögeln. Sie putzt eine riesige Glasvitrine und hat dabei Kopfhörer auf.
Echo: Auf dem Bild sitzt eine junge Frau in einem Ledersessel. Auf ihrem Schoß ist ein blondes Kind mit einem Schnuller. Im Hintergrund sieht man Fenster, Pflanzen und rechts einen geschmĂŒckten Weihnachtsbaum

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“Echo”, eine Hommage an Island

Auch sein Film “Echo” ist eine Hommage an seine Heimat. Der Film zeigt in kurzen Episoden, wie die Menschen die Winter- und Weihnachtszeit verbringen. Mal sieht man eine Gruppe von Menschen in einer heißen Quelle Wassergymnastik machen, wĂ€hrend die trainierende Person am Rand im Schneeanzug steht. Ein andermal kauft eine Familie einen Weihnachtsbaum und besucht ein GewĂ€chshaus und in einer anderen Szene verbringt die Familie ein besinnliches Weihnachtsfest.

Diese kleinen Episoden sind allesamt eine LiebeserklĂ€rung an Island und macht auch enorme Reiselust. Zumindest fĂŒr die, die nicht dort verwurzelt sind. Sophia Olsson liefert hierzu großartige Bilder und das nicht nur von den Landschaften Islands. Auch die Protagonist*innen sind in ein warmes Licht getaucht, dies suggeriert sofort eine WohlfĂŒhlsituation nicht nur fĂŒr die Charaktere, sondern auch fĂŒr das Publikum.

Wer erwartet, dass der Film “Echo” ein Episodenfilm ist, der sich am Schluss zusammenfĂŒgt, wird enttĂ€uscht werden. “Echo” ist kein Episodenfilm und die Figuren daraus stehen auch in keinem direkten Zusammenhang. Das einzige, was sie verbindet ist die Tatsache, dass sie in Island leben und es Winter und Weihnachten ist. Solche Momentaufnahmen, die dem kompletten Film keinen roten Faden bieten, drohen oftmals in die Belanglosigkeit abzudriften. Charaktere werden nicht nĂ€her erlĂ€utert und so erhĂ€lt das Publikum keine Chance eine emotionale Bindung zu ihnen aufzubauen. Allerdings kann man sich in einigen Episoden des Sammelsurium auch wieder erkennen.

Auf dem Bild stehen drei Menschen in einem GewĂ€chshaus. An der Decke hĂ€ngen große GlĂŒhbirnen als Beleuchtung. Das GewĂ€chshaus ist voll mit grĂŒnen Fichten
Echo: Auf dem Bild sind zwei große GewĂ€chshĂ€user zu sehen. Vor einem der beiden steht ein Mann der telefoniert. Zwischen den GewĂ€chshĂ€usern sind zwei Kinder, die irgendwas in einem Eimer fĂŒllen. Im Hintergrund sieht man HĂ€user und Gebirge
Echo: Auf dem Bild ist ein Mann im Anzug, der von einer jĂŒngeren Frau gefĂŒttert wird. Im Hintergrund steht ein geschmĂŒckter Weihnachtsbaum, viele StĂŒhle und mehrere Ă€ltere Menschen sitzen an Tischen
Auf dem Bild ist eine Gruppe Menschen, die ausgelassen lacht. Sie sitzen in StĂŒhlen und Sesseln im Kreis. In der Mitte steht eine Frau mit einem digitalen GerĂ€t, das man auf die Augen setzt und dann in eine virtuelle Welt eintaucht. Im Hintergrund ist ein Weihnachtsbaum und rechts im Bild kann man in einen anderen Raum blicken
Echo: Auf dem Bild sind Menschen in einem Hallenbad zu sehen, die Babys in ihren HĂ€nden halten und diese nach oben aus dem Wasser heben

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“Echo” bietet Situationen aus dem Alltag

Der Film “Echo” liefert Einblicke in unterschiedliche Leben, in denen sich Zuschauer*innen wieder erkennen können. Das löst Emotionen aus. Wer erinnert sich nicht gern an gemeinsame Weihnachtsfeste? Wer hat nicht schon einmal einen Baum geholt, um ihn im Wohnzimmer festlich zu dekorieren? Möglicherweise erkennt man sich wieder im Streit darĂŒber, wer an den Festtagen die Kinder hat? “Echo” hat fĂŒr alle Menschen etwas im Repertoire.

Eine TiefgrĂŒndigkeit braucht man in “Echo” allerdings nicht erwarten, denn der Film geht dafĂŒr zu wenig ins Detail. Selbst nachdenkliche Szenen, die die menschliche Natur etwas beleuchten, eignen sich wenig um ein Fazit daraus zu ziehen. Diese Vignetten können allerdings auch einfach unterhaltsam sein, denn selbst wenn es wenige Gemeinsamkeiten gibt, haben diese doch einen kĂŒnstlerischen Effekt. Im Grunde beweist RĂșnar RĂșnarsson, der auch fĂŒr das Drehbuch verantwortlich war, dass man in kurzen Segmenten auch viel erzĂ€hlen kann. Darauf muss man sich allerdings einlassen können, denn fĂŒr jemanden, der lieber eine durchgehende Handlung auf der Leinwand sieht, könnten die 79 Minuten schon etwas lang werden.

Fazit:

“Echo” ist ein kunstvoller Film, der in ruhiger AtmosphĂ€re, kleine Vignetten aus dem Leben in Island schildert. Einen roten Faden gibt es nicht, dafĂŒr kleine Momente mit wunderschönen Bildern, Erinnerungen und bietet somit eine Hommage an Island.

Wie hat euch der Film “Echo” gefallen?


TRAILER: ©Nimbus Iceland, Pegasus Pictures

Echo Cast
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NEON – Chefredakteur*in
Ich blogge seit dem 14. Dezember 2014 auf passion-of-arts.de. Schon in meiner Jugend schrieb ich viele Gedichte und Kurzgeschichten. Seit ca. 12 Jahren widme ich mich professionell Filmrezensionen und war Gastschreiber*in bei der Filmblogseite „We eat Movies“. Außerdem verfasste ich einige Artikel fĂŒr das 35 MM Retro-Filmmagazin. Ich sterbe fĂŒr Musik und gehe liebend gerne ins Kino, außer in 3D. TV ist ĂŒberbewertet, ich gucke lieber DVD, Streaming oder Bluray. Meine Lieblingsfilme sind unter anderem „Titanic“, „Herr der Ringe“ und „Back to the Future“.

Passion of Arts

 

Andere Meinungen zu “Echo”:

Vieraugen Kino
Dokumentarisch eingefangenes, aber rasant montiertes Panoptikum der Menschen in Island zur Zeit der Weihnachtsfeiertage. 8 von 10 Punkten.

Kino:Zeit
Ein Auto, das in aufreizend langsamer Geschwindigkeit durch eine Waschstraße fĂ€hrt und dabei durch die glĂ€serne Wand beim seltsamen Ballett der BĂŒrsten und gewaltigen Reinigungsrollen betrachtet wird, bildet den Auftakt zu RĂșnar RĂșnarssons fantastischem Bilderbogen „Echo“, der aus 56 einzelnen Fragmenten — meist kaum lĂ€nger als eine Minute — besteht, die sich erst nach einer Weile zu einem Gesamtbild zusammenfĂŒgen.

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2 Kommentare

    1. @mwj2

      Ja, hab deine Review ĂŒber Letterboxd gefunden. Ich gucke immer, wie die anderen auf meiner Liste, die Filme fanden 🙂 War dann mal einfach so dreist ^^

      Ein wirklich toller Film. Hatte richtig Lust dabei zu sein. Island ist auch so ein Land, das ich mal bereisen möchte.

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