Film

Titane

Veröffentlichungsjahr: 2021 | Genres: Drama, Fantasy, Horror, Science-Fiction, Thriller, Roadmovie, Mystery, Queer Cinema, Psychodrama, Bodyhorror, Independent-Film, Serienkiller-Film, Melodrama , Avantgarde, Neo Noir, Psychologischer Horror, Crime, Arthouse, Experimentalfilm
Originaltitel: Titane
Schauspieler: Agathe Rousselle, Vincent Lindon, Garance Marillier, Laïs Salameh, Mara Cisse, Marin Judas, Diong-Kéba Tacu, Myriem Akheddiou, Bertrand Bonello, Céline Carrère, Adèle Guigue, Thibault Cathalifaud, Dominique Frot, Lamine Cissokho, Florence Janas, Frédéric Jardin, Olivia Venner, Thibault Villette, Sylvain Baumann, Nathalie Boyer, Théo Hellermann

Titane ist ein französisch-belgischer Bodyhorrorfilm aus dem Jahr 2021, inszeniert und geschrieben von Julia Ducournau, die sich bereits mit ihrem Debüt Raw (2016) einen Namen im Genre gemacht hatte. Der Film verbindet radikale Körperlichkeit, Identitätsfragen und Genregrenzen zu einem Werk, das sich bewusst jeder klaren Einordnung entzieht. Produziert wurde er von Amaury Ovise und Jean-Christophe Reymond, mit Kameraarbeit von Ruben Impens, Schnitt von Jean-Christophe Bouzy und Musik von Jim Williams.

Im Zentrum steht Alexia (Agathe Rousselle), eine junge Frau, deren Leben seit einem Unfall in der Kindheit untrennbar mit Metall und Maschinen verbunden scheint. Als Erwachsene bewegt sie sich in einer hypersexualisierten Autotuning-Szene, in der Körper, Technik und Begehren ineinanderfließen. Nach einer Reihe von Ereignissen, die sie in die Flucht treiben, kreuzt sich ihr Weg mit Vincent (Vincent Lindon), einem älteren Feuerwehrkommandanten, der seit Jahren seinen verschwundenen Sohn vermisst. Alexia nimmt – äußerlich radikal verändert – dessen Identität an und wird von Vincent ohne Zögern aufgenommen. Zwischen ihnen entsteht eine ungewöhnliche, intensive Bindung, die sich jeder klaren Definition entzieht und die Grenzen von Familie, Geschlecht und Körperlichkeit neu verhandelt.

Zum Ensemble gehören außerdem Rayane (Laïs Salameh), Justine (Garance Marillier), die geheimnisvolle Macarena-Frau (Dominique Frot), Vincents Ex-Frau (Myriem Akheddiou), Rose (Mehdi Rahim-Silvioli), Alexias Vater (Bertrand Bonello) sowie Alexia als Kind (Adèle Guigue). Ducournau inszeniert ihre Figuren dabei stets als Subjekte, nie als Objekte – ein Ansatz, den Agathe Rousselle in Interviews als zentral für ihr Vertrauen in die Regisseurin beschreibt.

Die Produktion wurde 2019 angekündigt und schließlich im September 2020 in Südfrankreich gedreht, nachdem die ursprünglich geplanten Termine pandemiebedingt verschoben werden mussten. Neben Kazak Productions und der belgischen Firma Frakas waren auch Arte France Cinema, Voo et Betv, Canal+ und Arte France beteiligt; unterstützt wurde das Projekt zudem durch die französische Filmförderung CNC.

Die Weltpremiere fand am 13. Juli 2021 im Wettbewerb der 74. Internationalen Filmfestspiele von Cannes statt, wo Titane die Goldene Palme gewann – eine Entscheidung, die die Kritik polarisierte, aber zugleich die Bedeutung des Films unterstrich. Vergleiche zu Crash von David Cronenberg und Tetsuo von Shin’ya Tsukamoto wurden vielfach gezogen. Während internationale Kritikerspiegel gemischt ausfielen, lobte die deutschsprachige Presse vor allem die radikale Form, die Körperlichkeit, die feministische Perspektive und die herausragende Leistung von Agathe Rousselle.

Nach der Premiere startete der Film am 14. Juli 2021 in Frankreich im Verleih von Diaphana Distribution, in Deutschland am 7. Oktober 2021 über Koch Films. Er wurde 2022 als französischer Beitrag für den Oscar in der Kategorie „Bester internationaler Film“ eingereicht und erhielt zahlreiche weitere Auszeichnungen und Nominierungen, darunter beim Toronto International Film Festival, den Europäischen Filmpreisen und den Prix Lumières.

Pressematerial © Koch Films 
Trailer © tiff
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)


Regie: Julia Ducournau
Drehbuch: Julia Ducournau
Produzent: Anne-Laure Declerck, Christophe Hollebeke, Philippe Logie, Amaury Ovise, Olivier Père, Jean-Christophe Reymond, Jean-Yves Roubin, Cassandre Warnauts
Musik: Séverin Favriau, Jim Williams
Kamera: Ruben Impens
Schnitt: Jean-Christophe Bouzy

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