Film

Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

Veröffentlichungsjahr: 2021 | Genres: Drama, Krimi, Coming of Age, Biopic, Literaturverfilmung, Queer Cinema, Psychodrama, Sozialdrama, Mini-Serie, Psychoanalyse , Neo Noir, Serie, Crime
Originaltitel: Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
Schauspieler: Jana McKinnon, Lena Urzendowsky, Lea Drinda, Michelangelo Fortuzzi, Jeremias Meyer, Bruno Alexander, Angelina Häntsch, Sebastian Urzendowsky, Bernd Hölscher, Valerie Neuenfels, Nik Xhelilaj, Gerhard Liebmann, Tonio Arango, Stella Brückner, Franz Schmidt, Dimitrij Schaad, Heide Simon, Hildegard Schmahl, Monika Oschek, Thomas Niehaus, Mai Duong Kieu, Heiner Hardt, Julius Nitschkoff, Ulrich Brandhoff, Detlef Bothe, Tom Gronau, Kya‑Celina Barucki, Andreas Anke, Fine Sendel, Martin Lev, Sebastian Rudolph, Hendrik Heutmann, Hanna Hilsdorf, Julia Richter, Ralf Dittrich, Nico Ramon Kleemann, Christian Schneeweiß, Claudia Geisler‑Bading, Vojtech Vondrácek, Eline Doenst, Alexander Scheer, Joachim Foerster, Kyra Sophia Kahre, Lenka Regulyová, Marko Dyrlich, Ilja Bultmann, Jörg Seyer, Nadja Engel, Rosa Enskat, Michael Ihnow, Simona Lewandowská, Hannah Schiller, Jürgen Haug, Tom Lass, Christian Ehrich, Daniel Krauss, Noemi Nicolaisen, Jirí Zeman, Patrik Plesinger, Laura Terpoorten, Martin Seifert, Philomena Köbele, Alix Heyblom, Nico Schulz, Anna Shirin Habedank, Sebastian Griegel, Leonie Wesselow, Walid Al‑Atiyat, Fabian Raabe, Peter Koch, Elias Krischke, Peter Miklusz, Jan Budař, Torsten Ranft, Martin Horn, Christian Beermann, Thorsten Merten, Tristan Seith, Michael A. Grimm, Joe Weintraub, Torsten Michaelis, Inka Löwendorf, Leonard Fuchs, Soogi Kang, Charlie McGuire, Maximilian Gehrlinger, Oskar Netzel, Zuzana Páleníková, Jiri Vales, Jirí Cerný, Norbert Stöß, Martin Krupa, Karin Torbjörnsdóttir, Lucy Nelson Lee, Andreas Bichler, Lotte Ohm

Wir Kinder vom Bahnhof Zoo ist eine deutsche Fernsehserie, die am 19. Februar 2021 beim Streamingdienst Prime Video veröffentlicht wurde und als moderne Neuerzählung des gleichnamigen Bestsellers über Christiane F. gilt. Entwickelt wurde sie von Annette Hess, die bereits die Drehbücher der Ku’damm‑Reihe verantwortete, während Philipp Kadelbach bei allen acht Episoden Regie führte. Produziert wurde die Serie von Constantin Television in Zusammenarbeit mit Amazon sowie den Koproduzenten Wilma Film Prag und Cattleya aus Italien; zusätzlich erhielt sie eine Förderung des FilmFernsehFonds Bayern in Höhe von einer Million Euro. Die Dreharbeiten fanden von Juli 2019 bis Februar 2020 in Prag und Berlin statt, unter anderem am titelgebenden Bahnhof Zoo, in der Gropiusstadt und in der Berliner U‑Bahn.

Im Zentrum der Serie stehen sechs Jugendliche der Berliner Drogen- und Clubszene, die in diesem Milieu um ihren Traum vom Glück kämpfen: Stella (Lena Urzendowsky), Axel (Jeremias Meyer), Christiane (Jana McKinnon), Benno (Michelangelo Fortuzzi), Babsi (Lea Drinda) und Michi (Bruno Alexander). Sie bewegen sich in einer Welt, die gleichermaßen von Sehnsucht, Abhängigkeit, Prostitution und dem verzweifelten Wunsch nach Zugehörigkeit geprägt ist. Ergänzt wird das Ensemble durch zahlreiche Nebenfiguren wie Günther Breitweg (Bernd Hölscher), Christianes Großvater (Ralf Dittrich), Karin (Angelina Häntsch), Robert (Sebastian Urzendowsky), Paulchen (Andreas Anke), Hildegard (Mariella Aumann), Herr Liebmann (Ulrich Brandhoff), Frank (Marko Dyrlich), Magnus (Hendrik Heutmann), Tristan (Tonio Arango), Horst Radzun (Hans-Heinrich Hardt), Uwe (Nico Ramon Kleemann), Mareike (Fine Sendel), Luise (Heide Simon), Detlef (Detlef Bothe) und Nicole (Stella Brückner).

Die Serie basiert auf dem biografischen Buch Wir Kinder vom Bahnhof Zoo aus dem Jahr 1978, einem der größten Sachbucherfolge der deutschen Nachkriegszeit, das sich anderthalb Jahre auf der Spiegel‑Bestsellerliste hielt und 1981 unter Mitwirkung von David Bowie verfilmt wurde. Der Bahnhof Zoo selbst war in den 1970er- und 1980er‑Jahren ein sozialer Brennpunkt, insbesondere die Rückseite an der Jebensstraße galt als Treffpunkt der Drogen- und Stricherszene.

Kritisch wurde die Serie unterschiedlich aufgenommen. Kathrin Häger vom Filmdienst beschreibt die Inszenierung als Mischung aus „Heroin Chic“ und pädagogischem Impetus, wobei die Serie zwischen schillernder Stilisierung und der Darstellung der zerstörerischen Folgen von Drogenkonsum schwanke. Stefan Stosch vom RedaktionsNetzwerk Deutschland bemängelt, dass die Geschichte mutiger in die Gegenwart hätte übertragen werden können, lobt jedoch die Intensität der emotionalen Höhen und Tiefen. Carsten Heidböhmer vom Stern hebt besonders die schauspielerischen Leistungen hervor, allen voran Jana McKinnon, sowie die visuelle Umsetzung durch Kameramann Jakub Bejnarowicz, deren Bilder die innere Zerrissenheit der Figuren eindrucksvoll widerspiegeln. Tobias Rapp vom Spiegel kritisiert hingegen, dass die Darstellenden zu alt und zu gut aussehend seien, wodurch ein Teil der ursprünglichen Schockwirkung verloren gehe, erkennt aber an, dass diese Entscheidungen helfen, den Figuren über die gesamte Serie hinweg zu folgen.

Bis Mitte März 2021 erreichte die Serie über zehn Millionen Abrufe auf Prime Video. Die FSK gab alle Folgen außer Episode 7 ab 16 Jahren frei. Besonders hervorgehoben wird die schonungslose Darstellung der Sucht: euphorische Höhen, schmerzhafte Entzüge, Prostitution, emotionales Abstumpfen und erste Todesfälle im Freundeskreis – stets begleitet von dem Wissen, dass diese Geschichte kein gutes Ende nehmen kann.

Auch im Bildungsbereich findet die Serie Anwendung: Das Portal kinofenster.de empfiehlt sie ab der 11. Klasse für Fächer wie Deutsch, Politik, Gesellschaftskunde, Pädagogik und Psychologie. Kritisch wird dort angemerkt, dass durch die zeitlose Inszenierung gesellschaftliche Rahmenbedingungen verloren gehen, die für das Verständnis der historischen Vorlage relevant wären.

Ausgezeichnet wurde Wir Kinder vom Bahnhof Zoo unter anderem mit dem New Faces Award 2021 für Bruno Alexander und erhielt mehrere Nominierungen, darunter beim Deutschen Schauspielpreis 2021 für Bernd Hölscher und Lea Drinda sowie bei der Romyverleihung 2021 für das beste Buch und die beste Kamera.

Pressematerial © Constantin Television | Amazon Prime Video 
Trailer © Amazon Prime Video 
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)


Regie: Philipp Kadelbach
Drehbuch: Oliver Berben, Linda Brieda, Christiane Felscherinow, Kai Hermann, Annette Hess, Philipp Kadelbach, Christiane Kalss, Horst Rieck, Johannes Rothe, Lisa Rüffer, Florian Vey, Sophie von Uslar
Produzent: Oliver Berben, Marco Chimenz, Filip Hering, Annette Hess, Philipp Kadelbach, Christine Rothe, Klaus Spinnler, Giovanni Stabilini, Riccardo Tozzi, Sophie von Uslar
Musik: Michael Kadelbach, Robot Koch
Kamera: Jakub Bejnarowicz
Schnitt: Bernd Schlegel

Jetzt bewerten!

Jetzt bewerten


Zur Watchlist hinzufügen
Kein Interesse
Ins Logbuch eintragen
Zur Liste hinzufügen
Kommentieren
Streamen

Schreibe einen Kommentar

Technische Umsetzung durch die Internetagentur SEO Lausitz. Professionelles Webdesign in der Oberlausitz für Löbau, Bautzen, Görlitz und Zittau!