Weekend
Veröffentlichungsjahr: 2011 | Genres: Drama, Coming of Age, Queer Cinema, Romanze, Independent-Film, Psychoanalyse, Arthouse
Originaltitel: Weekend
Schauspieler: Tom Cullen, Chris New, Jonathan Race, Laura Freeman, Loreto Murray, Jonathan Wright, Sarah Churm, Jermaine Liburd, Joe Doherty, Kieran Hardcastle, Mark Devenport, Steve Blackman, Julius Metson Scott, Martin Arrowsmith, Caroline Woolley, Caroline Cawley, Candy Richardz
Weekend ist ein britisches Drama von Regisseur und Drehbuchautor Andrew Haigh, das 2011 im Vereinigten Königreich entstand und durch seine intime, fast dokumentarisch wirkende Erzählweise internationale Aufmerksamkeit erhielt. Der Film begleitet den jungen, eher zurückhaltenden Russell (Tom Cullen), der an einem Freitagabend zunächst einem Essen mit seinen heterosexuellen Freund:innen beiwohnt, sich dort jedoch fehl am Platz fühlt und schließlich allein in einen Schwulenclub weiterzieht. In dieser Nacht begegnet er Glen (Chris New), einem offenen, direkten und politisch wachen Mann, der Russell zunächst abweist, dann aber doch in dessen Leben hineinrutscht. Am nächsten Morgen wird klar, dass Glen ihn – nach einem Zwischenfall mit einem anderen Mann – mit nach Hause genommen hat. Glen überredet Russell, seine Eindrücke der gemeinsamen Nacht auf Band zu sprechen, da er das Material für ein Kunstprojekt verwenden möchte.
Zwischen den beiden entsteht ein vorsichtiges, zugleich intensives Kennenlernen, das von ihren unterschiedlichen Persönlichkeiten geprägt ist: Russell, der ungern über seine Sexualität spricht und sich in seinem Alltag möglichst unauffällig bewegt, trifft auf Glen, der am liebsten jedem Hetero laut ins Gesicht sagen würde, dass er schwul ist. Trotz dieser Gegensätze fühlen sie sich zueinander hingezogen. Über das Wochenende hinweg verbringen sie immer wieder Zeit miteinander, reden über intime Erfahrungen, streiten, lachen und schlafen miteinander. Russell erzählt dabei auch von seiner Vergangenheit als Waisenkind und von seinem besten Freund Jamie (Johnathan Race), den er aus dem Heim kennt und dessen Sohn er als Patenkind begleitet. Weitere Menschen aus Russells Umfeld wie Jill (Laura Freeman) oder Cathy (Loreto Murray) tauchen am Rand auf und zeichnen ein Bild seines Alltags, der im Kontrast zu Glens rastloser Offenheit steht.
Während die beiden Männer sich näherkommen, liegt über allem die Tatsache, dass Glen am Sonntagmorgen abreisen wird: Sein Zug bringt ihn zum Flughafen, von wo aus er für zwei Jahre in die USA geht, um einen Kunstkurs zu besuchen. Diese zeitliche Begrenzung verleiht ihrem Wochenende eine besondere Intensität, ohne dass der Film auf melodramatische Wendungen setzt. Stattdessen beobachtet Haigh seine Figuren mit ruhiger, unaufgeregter Präzision und lässt ihre Verbindung organisch wachsen.
Gedreht wurde Weekend Ende 2010 in Nottingham. Seine Premiere feierte der Film am 11. März 2011 beim SXSW-Filmfestival in den USA, bevor er auf zahlreichen internationalen Festivals lief – in Deutschland unter anderem bei den Lesbisch Schwulen Filmtagen Hamburg. Der Kinostart im Vereinigten Königreich folgte am 4. November 2011, in Deutschland lief der Film ab dem 14. Januar 2012 in ausgewählten Kinos und erschien später auf DVD. 2023 wurde er erstmals im deutschen Fernsehen in der Reihe rbb queer ausgestrahlt.
Die Kritik lobte Weekend für seine Echtheit, seine politische Klarheit und seine sensible Darstellung zweier Männer, die in einer Welt leben, die ihnen nicht immer wohlgesonnen ist. Häufig wurde der Film als queere Variante von Richard Linklaters Before Sunrise beschrieben – ein Vergleich, der die dialoggetragene, intime Struktur gut einfängt. Besonders hervorgehoben wurden die ungekünstelte Chemie zwischen den Hauptfiguren und die behutsame Inszenierung, die ohne große Gesten auskommt und gerade dadurch berührt.
Ausgezeichnet wurde Weekend unter anderem mit dem British Independent Film Award für die beste Produktion sowie für Tom Cullen als besten Newcomer. Bei den Lesbisch Schwulen Filmtagen Hamburg erhielt der Film zudem den Preis für den besten Film.
Pressematerial © GMfilms
Trailer © Salzgeber
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)
Regie: Andrew Haigh
Drehbuch: Andrew Haigh
Produzent: Suzanne Alizart, Rachel Dargavel, Tristan Goligher, Claire Mundell, Anna Seifert-Speck
Kamera: Ula Pontikos
Schnitt: Andrew Haigh