The Slaughter Rule
Veröffentlichungsjahr: 2002 | Genres: Drama, Coming of Age, Queer Cinema, Sportfilm, Independent-Film
Originaltitel: The Slaughter Rule
Schauspieler: Ryan Gosling, David Morse, Clea DuVall, David Cale, Eddie Spears, Kelly Lynch, Amy Adams, Ken White, Noah Watts, Kim DeLong, Geraldine Keams, Douglas Sebern, Cody Harvey, Melkon Andonian, J.P. Gabriel, Chris Offutt, John Henry Marshall, Juliana F. Clayton, Volley Reed, H.A. Smith, Michael Mahony, Alison Tatlock, Betty Ann Conard, Michael Dunlap, Wylie Gustafson, Perle Weissman, David Wiater, Tim Boggs, Matt Cornelius, Nate McClure, Matt Pipinich, Paul Pipinich, Jesse Sidor, Michael Smart, Ben Snipes, Miles Gravage, Philip Heron, Karlee Jane
The Slaughter Rule (2002) ist ein US‑amerikanischer Independent‑Film der Brüder Alex und Andrew J. Smith und am 11. Januar 2002 beim Sundance Film Festival Premiere feierte, wo er für den Grand Jury Prize nominiert wurde. Im Zentrum steht der High‑School‑Footballspieler Roy Chutney (Ryan Gosling), ein junger Mann aus Montana, der nach dem Tod seines entfremdeten Vaters emotional aus dem Gleichgewicht gerät und gleichzeitig aus dem Footballteam seiner Schule ausgeschlossen wird – ein Verlust, der ihn tief trifft, da der Sport bislang sein Lebensinhalt war. Roy lebt mit seiner Mutter Evangeline Chutney (Kelly Lynch) in einem angespannten Verhältnis und verbringt seine Zeit zunehmend ziellos, trinkt Bier mit seinem besten Freund Tracy Two Dogs (Eddie Spears) und beginnt eine vorsichtige Romanze mit der Kellnerin Skyla Sisco (Clea DuVall).
Sein Leben nimmt eine unerwartete Wendung, als der eigenwillige, charismatische und zugleich verletzlich wirkende Footballtrainer Gideon “Gid” Ferguson (David Morse) auf ihn aufmerksam wird. Beeindruckt von Roys Spielweise stellt Gid ein kleines, sechsköpfiges Amateurteam zusammen und versucht, Roy für dieses neue Projekt zu gewinnen. Obwohl Roy zunächst zögert, fühlt er sich von Gids unerschütterlichem Glauben an ihn angezogen und tritt schließlich dem Team bei. Durch das Training und die raue, aber intime Atmosphäre innerhalb der Mannschaft findet Roy langsam zu neuem Selbstvertrauen zurück. Gleichzeitig wird ihm bewusst, dass Football allein seine Unsicherheiten über seine Zukunft, seine Beziehung zu Skyla und seine eigene Identität nicht lösen kann.
Zwischen Roy und Gid entwickelt sich eine komplexe, emotional aufgeladene Bindung, die weit über eine gewöhnliche Trainer‑Schüler‑Beziehung hinausgeht. Der Film deutet subtil an, dass Gid einen tiefen Verlust erlitten hat und Roy für ihn eine Art emotionalen Anker darstellt – eine Nähe, die Roy fasziniert, aber auch verunsichert. Diese Beziehung ist einer der zentralen queer codierten Aspekte des Films: Die Kamera beobachtet Körper, Blicke und Berührungen mit einer Sensibilität, die klassische Männlichkeitsbilder hinterfragt und Raum für Ambivalenz lässt. Roy beginnt sich zu fragen, welche Rolle Gids mögliche Homosexualität in ihrer Verbindung spielt und wie viel von seiner eigenen Sehnsucht nach Orientierung, Anerkennung und Nähe darin mitschwingt. Die Queerness des Films zeigt sich dabei nicht in expliziten Aussagen, sondern in Zwischentönen, emotionalen Spannungen und der Darstellung alternativer Männlichkeit – verletzlich, suchend, widersprüchlich.
Neben Gosling und Morse wirken zahlreiche weitere Darstellende mit, darunter Floyd aka Studebaker (Davis Cale), Doreen (Amy Adams), Russ Colfax (Ken White), Waylon Walks Along (Noah Watts), Lem Axelrod (Kim DeLong), Gretchen Two Dogs (Geraldine Keams), Uncle Peyton (Douglas Seybern), Coach Motlow (Cody Harvey), Devo (Melkon Andonian) und Jute (J.P. Gabriel). Gedreht wurde überwiegend in Montana, insbesondere in Centerville und Great Falls, wobei auch die Great Falls High School als Drehort diente. Der Titel des Films bezieht sich auf die sogenannte Slaughter Rule, eine Football‑Regel, die ein Spiel vorzeitig beendet, wenn eine Mannschaft mit zu großem Abstand führt, um Demütigung zu vermeiden – ein thematischer Spiegel für die Figuren, die alle auf ihre Weise versuchen, nicht unterzugehen.
Der Film erhielt überwiegend positive Kritiken: Auf Rotten Tomatoes erreichte er 74 %, während die Publikumswertung bei 43 % lag; auf IMDb erhielt er 6,0/10 Punkten, bei Metascore 65/100. Kritiker wie Christopher Null, Dennis Lim, Ken Fox und Mick LaSalle hoben insbesondere die schauspielerischen Leistungen von Gosling und Morse, die psychologische Tiefe des Films sowie die karge, melancholische Landschaft Montanas hervor. Der Soundtrack von Jay Farrar, veröffentlicht bei Bloodshot Records, umfasst zahlreiche Folk‑ und Americana‑Stücke, die die Stimmung des Films prägen.
Bei den Independent Spirit Awards 2003 wurde The Slaughter Rule für den John Cassavetes Award nominiert, während er beim Santa Fe Film Festival den Milagro Award und beim Stockholm Film Festival den FIPRESCI Prize gewann.
Pressematerial ©TriCoast Worldwide | Solaris
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)
Regie: Alex Smith, Andrew J.Smith
Drehbuch: Alex Smith, Andrew J.Smith
Produzent: Christopher Cronyn, Josh Fagin, Kevin Goodman, Robert Hawk, Jerry McFadden, Gavin O’Connor, Greg O’Connor, Michael A. Robinson, David O. Russell
Musik: Jay Farrar
Kamera: Eric Alan Edwards
Schnitt: Brent White