Film

The Neon Demon

Veröffentlichungsjahr: 2016 | Genres: Drama, Horror, Thriller, Psychothriller, Mystery, Queer Cinema, Psychodrama, Bodyhorror, Independent-Film, Kannibalenfilm, Exploitation, Splatter, Gore, Arthouse, Experimentalfilm, Gothic Horror
Originaltitel: The Neon Demon
Schauspieler: Elle Fanning, Karl Glusman, Jena Malone, Bella Heathcote, Abbey Lee, Desmond Harrington, Christina Hendricks, Keanu Reeves, Charles Baker, Jamie Clayton, Stacey Danger, Rebecca Dayan, Helen Wilson, Houda Shretah, Taylor Hill, Vanessa Martinez, Jason Schneidman, Jodie Turner‑Smith, Lily Moffett, Charlize Cotton, Allie Lewis, Cody Renee Cameron, Georgia Fowler, Dani Seitz, Steve Murillo, Alysse Reynolds, Autumn Alderson, Lucy Cronkite, Tea Jo, Jennifer Wade, Olga Glenn, Elle Drane, Frances Parsons, Aminata Mboup, Claire Eberle, Anna Gonzales, Lauren Reeder, Bridgham Davidson, Nicole Robinson, Jaydn Meier, Lunden Lisherness, Kiera Smith, Lavinia Postolache, Madeleine Woolner, Cameron Brinkman, Liv Corfixen, Collin Lee Ellis, Kara Kamari, Rebecca Kiser, Lucas Machado, Sophie Mazzaro, Samantha Grace Miller, Tessa Miller, Chris Muto, Alessandro Nivola, Rhoda Pell

The Neon Demon ist ein 2016 erschienener Horror‑Thriller des dänischen Regisseurs Nicolas Winding Refn, der gemeinsam mit Mary Laws und Polly Stenham auch das Drehbuch verfasste und den Film zusammen mit Lene Børglum, Sidonie Dumas und Vincent Maraval produzierte. Der in Frankreich, Dänemark und den USA entstandene, 117 Minuten lange Film spielt in der Modewelt von Los Angeles und feierte seine Premiere am 20. Mai 2016 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes, wo er im Wettbewerb um die Goldene Palme lief, bevor er am 23. Juni 2016 in die deutschen Kinos kam.

Im Zentrum steht Jesse (Elle Fanning), ein junges Model, das frisch nach Los Angeles zieht und dort bei einem ersten Fotoshooting die Visagistin Ruby (Jena Malone) sowie die Models Sarah (Abbey Lee) und Gigi (Bella Heathcote) kennenlernt. Die Begegnung löst sofort Spannungen aus, denn Jesses natürliche Ausstrahlung wird in der Branche schnell als Bedrohung wahrgenommen. Während Jesse von einer Modelagentur unter Vertrag genommen wird und erste Castings absolviert, begegnet sie weiteren Figuren der Szene, darunter der Agenturmanagerin Roberta (Christina Hendricks), dem Fotografen Jack (Desmond Harrington), dem Motelbesitzer Hank (Keanu Reeves), dem jungen Dean (Karl Glusman) und dem Designer Robert (Alessandro Nivola). Die Atmosphäre der Modewelt wird zunehmend von Konkurrenz, Projektionen und Obsessionen geprägt, und Jesse muss erkennen, dass Schönheit in diesem Umfeld nicht nur Bewunderung, sondern auch gefährliche Begierden weckt. Die Handlung deutet früh an, dass sich die Dynamik zwischen den Frauen zuspitzt und der Film entwickelt sich zu einer zunehmend surrealen, albtraumhaften Reflexion über Macht, Begehren und die zerstörerische Fixierung auf äußere Perfektion.

Gedreht wurde The Neon Demon ab dem 30. März 2015 an zahlreichen Orten in und um Los Angeles, darunter am Hollywood Boulevard, am Sunset Boulevard, in den Hollywood Hills, in Malibu sowie in der Paramour Mansion in Silver Lake, deren Villa, Garten und Pool als Kulisse dienten. Weitere Aufnahmen entstanden in der Mojave-Wüste rund um die Bristol Salt Flats von Amboy sowie im Pasada Motel in Pasadena, das im Film Jesses Unterkunft darstellt. Refn setzte bewusst starke visuelle Kontraste ein – zwischen Neonlicht und Wüstenlandschaft, zwischen realen Schauplätzen und abstrakten weißen oder schwarzen Räumen, wie etwa bei einer zentralen Modedesigner‑Audition. Kamerafrau Natasha Braier filmte große Teile des Werks mit 60 Bildern pro Sekunde, während die Kostüme von Erin Benach stammten, die sich unter anderem von Emporio Armani und Yves Saint Laurent inspirieren ließ. Für Make‑up und Hairstyling war Erin Ayanian verantwortlich, die Elle Fanning unter anderem mit Goldstreifen, Klebewimpern und einem extrem hellen Teint versah, um die künstliche Transformation der Figur sichtbar zu machen.

Die Musik komponierte Cliff Martinez, mit dem Refn bereits mehrfach zusammengearbeitet hatte. Der Soundtrack umfasst 23 Stücke, erschien im Juni 2016 digital und auf CD sowie später auf Vinyl und enthält neben Martinez’ Score auch Popsongs wie Waving Goodbye von Sia und Mine von Julian Winding. Die Musik wurde vielfach gelobt und unter anderem in Cannes ausgezeichnet; sowohl Score als auch Song standen auf der Oscar‑Longlist 2017.

Vermarktung fand unter anderem über eine große Fotoserie im Modemagazin V statt, in der Elle Fanning – teils gemeinsam mit Abbey Lee und Bella Heathcote – abgebildet war. Nach Cannes wurde der Film beim Tokyo International Film Festival und beim International Film Festival of India gezeigt. Die deutsche Synchronfassung entstand bei Cinephon unter der Dialogregie von Harald Wolff, mit Stella Sommerfeld (Jesse), Janin Stenzel (Ruby), Olivia Büschken (Sarah), Leonie Dubuc (Gigi) und weiteren Sprecher:innen.

Die FSK stufte den Film ab 16 ein und betonte die stilisierte, kunstvoll überhöhte Inszenierung, die trotz drastischer Themen wie sexueller Gewalt oder Kannibalismus eine emotionale Distanz wahrt. Kritisch wurde The Neon Demon unterschiedlich aufgenommen: Während Rotten Tomatoes 59 % positive Kritiken verzeichnete und Metacritic einen Score von 51 ausweist, lobten etwa Cahiers du cinéma den Film als einen der besten des Jahres. Kritiker wie Owen Gleiberman (Variety) beschrieben ihn als barock‑surrealen Horror, während Dietmar Dath (FAZ) die Mischung aus Schönheit und Hässlichkeit hervorhob, aber auch frauenfeindliche Klischees kritisierte. Andere Stimmen wie Lukas Stern (Spiegel Online) sahen ein radikal selbstgenügsames Kunstkino, und Hanns‑Georg Rodek (Die Welt) betonte die ästhetische Faszination der Bilder. Wolfgang M. Schmitt interpretierte den Film als radikale Reflexion über Schönheitskult, Oberflächenfixierung und die morbide Verbindung von Glamour und Tod. Trotz der starken visuellen und musikalischen Handschrift blieb der kommerzielle Erfolg gering: In Nordamerika spielte der Film rund 1,3 Millionen US‑Dollar ein, international etwa ebenso viel. Dennoch erhielt The Neon Demon zahlreiche Nominierungen und Auszeichnungen, insbesondere für Musik, Kamera, Production Design und Make‑up.

Pressematerial © Koch Media 
Trailer © Die Filmfabrik
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)


Regie: Nicolas Winding Refn
Drehbuch: Nicolas Winding Refn, Mary Laws, Polly Stenham
Produzent: Nicolas Winding Refn, Lene Børglum, Sidonie Dumas, Vincent Maraval uvm.
Musik: Cliff Martinez
Kamera: Natasha Braier
Schnitt: Matthew Newman

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