Possession
Veröffentlichungsjahr: 1981 | Genres: Drama, Horror, Thriller, Psychothriller, Mystery, Psychodrama, Sozialdrama, Film Noir, Bodyhorror, Monsterfilm, Exploitation, Neo Noir, Arthouse, Experimentalfilm, Gothic Horror
Originaltitel: Possession
Schauspieler: Isabelle Adjani, Sam Neill, Margit Carstensen, Heinz Bennent, Johanna Hofer, Carl Duering, Shaun Lawton, Michael Hogben, Maximilian Rüthlein, Thomas Frey, Leslie Malton, Gerd Neubert, Kerstin Wohlfahrt, Karin Mumm, Herbert Chwoika, Barbara Stanek, Ilse Trautschold, Harry Riebauer, Dragomir Stanojević
Possession ist ein französisch‑deutscher Spielfilm aus dem Jahr 1981, inszeniert von Andrzej Żuławski, der gemeinsam mit Frederic Tuten auch das Drehbuch verfasste. Die Produktion übernahm Marie‑Laure Reyre, während Andrzej Korzyński die Musik komponierte und Bruno Nuytten sowie Andrzej J. Jaroszewicz für die Kamera verantwortlich waren. Der Schnitt stammt von Marie‑Sophie Dubus und Suzanne Lang‑Willar. Der Film, der in den Originalsprachen Englisch und Deutsch gedreht wurde und eine Laufzeit von 123 Minuten hat, erhielt eine FSK‑Freigabe ab 16 Jahren. In den Hauptrollen sind Isabelle Adjani und Sam Neill zu sehen, flankiert von Heinz Bennent, Johanna Hofer, Carl Duering, Margit Carstensen, Leslie Malton und weiteren Darstellende, die die düstere Atmosphäre des Werks prägen.
Żuławskis vierter Spielfilm gilt als radikales, vielfach ausgezeichnetes Werk, das vordergründig eine Ehekrise im geteilten Berlin der frühen 1980er Jahre erzählt, sich aber bewusst offen für vielfältige Interpretationen hält. Die Handlung folgt Mark (Sam Neill) und Anna (Isabelle Adjani), einem Paar, das mit dem gemeinsamen Sohn Bob (Michael Hogben) in West‑Berlin lebt und dessen Beziehung vollständig zerbrochen ist. Marks Arbeit für einen Geheimdienst und seine obsessive Kontrollhaltung haben die Ehe ebenso zermürbt wie Annas zunehmende Distanz. Als sie eine Affäre mit dem selbstgefälligen Esoteriker Heinrich (Heinz Bennent) beginnt, eskalieren die Spannungen zwischen den Figuren. Die Konflikte weiten sich aus, als Anna sich immer häufiger entzieht, ihr Umfeld vernachlässigt und sich in einem alten Kreuzberger Wohnhaus aufhält, das direkt an der Berliner Mauer liegt. Die Dynamik zwischen den Figuren, die zunehmende Gewalt und die grotesken Elemente des Body‑Horror führen zu einer immer intensiveren Zuspitzung, die den Film zu einem der kontroversesten Werke seines Jahrzehnts machte.
Possession wurde international sehr unterschiedlich rezipiert. In Deutschland war der Film lange Zeit selten zu sehen, in den USA kursierte zunächst nur eine stark gekürzte Fassung, und in Großbritannien wurde er als „Video Nasty“ eingestuft. Gleichzeitig erhielt das Werk bedeutende Auszeichnungen: Isabelle Adjani wurde 1981 in Cannes als beste Schauspielerin geehrt und gewann später einen César, während Żuławski mehrfach nominiert und ausgezeichnet wurde, unter anderem beim Fantasporto‑Festival. Das Lexikon des internationalen Films bezeichnete den Film als irritierendes, kafkaeskes Werk, das durch das extreme Spiel der Hauptdarstellenden, die unstete Kamera und die grotesken Effekte zu einem nachhaltig bewegenden Kunstfilm werde.
Auch hinter den Kulissen besitzt der Film bemerkenswerte Besonderheiten: Die Kreatur stammt von Carlo Rambaldi, der kurz darauf mit der Gestaltung von E.T. weltweite Bekanntheit erlangte. Einige Drehorte, darunter das Haus in der Sebastianstraße 87 an der ehemaligen Berliner Mauer, existieren bis heute nahezu unverändert. Der Film wurde mehrfach neu veröffentlicht, darunter 2009 als ungekürzte DVD und 2025 erstmals in einer überarbeiteten 4K‑Fassung mit deutscher Synchronisation. 2026 zeigte arte den Film im Fernsehen. Zudem erschien 2024 ein indonesisches Remake unter dem Titel Possession – Kerasukan, inszeniert von Razka Robby Ertanto.
Pressematerial © Camera Obscura | Drop-Out Cinema
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)
Regie: Andrzej Zulawski
Drehbuch: Andrzej Zulawski, Frederic Tuten
Produzent: Marie-Laure Reyre
Musik: Andrzej Korzynski
Kamera: Bruno Nuytten
Schnitt: Marie-Sophie Dubus, Suzanne Lang-Willar