Film

Masculin – Feminin

Veröffentlichungsjahr: 1966 | Genres: Drama, Romanze, Avantgarde, Arthouse, Nouvelle Vague
Originaltitel: Masculin, féminin: 15 faits précis
Schauspieler: Chantal Goya, Marlène Jobert, Catherine‑Isabelle Duport, Jean‑Pierre Léaud, Michel Debord, Evabritt Strandberg, Birger Malmsten, Yves Afonso, Henri Attal, Mickey Baker, Brigitte Bardot, Antoine Bourseiller, Chantal Darget, Françoise Hardy, Med Hondo, Elsa Leroy, Dominique Zardi

Masculin – Feminin ist ein französisch‑schwedisches Liebesdrama von Jean‑Luc Godard, gedreht in schwarz‑weiß und 1966 veröffentlicht. Lose angelehnt an zwei Erzählungen Guy de Maupassants – Le Signe und La Femme de Paul – entfaltet der Film ein Porträt junger Menschen im Paris der 1960er Jahre. Im Zentrum steht Paul (Jean‑Pierre Léaud), der nach seinem Wehrdienst im Paris der 1960er‑Jahre politisiert durch die Stadt streift, gegen den Vietnamkrieg protestiert und gemeinsam mit seinem Freund Robert (Michel Debord) Plakate klebt, während er kurzzeitig bei einer Zeitung arbeitet. In dieser Zeit begegnet er Madeleine (Chantal Goya), die entschlossen daran arbeitet, als Sängerin berühmt zu werden und gerade ihre erste Schallplatte aufgenommen hat. Paul fühlt sich sofort zu ihr hingezogen, doch Madeleine legt großen Wert auf ihre Unabhängigkeit. Als Paul seine Wohnung verliert, findet er vorübergehend Unterschlupf bei Madeleine und ihren Freundinnen Catherine‑Isabelle (Catherine‑Isabelle Duport) und Elisabeth (Marlène Jobert).

Während Madeleines Karriere an Fahrt gewinnt, verändert sich das Gefüge zwischen den vier jungen Menschen: Paul versucht, seinen Platz in ihrem Leben zu finden, Catherine‑Isabelle entwickelt eigene Gefühle, und Robert ringt mit seiner Rolle in diesem kleinen Freundeskreis. Paul nimmt eine Stelle in einem Meinungsforschungsinstitut an, wo er Frauen zu ihrem Konsumverhalten befragt – ein deutlicher Kontrast zu seinen politischen Überzeugungen. Zwischen persönlichen Ambitionen, gesellschaftlichen Umbrüchen und den Unsicherheiten des Erwachsenwerdens entsteht ein vielschichtiges Porträt einer Generation, die zwischen Idealismus, Liebe und der Realität des modernen Lebens ihren Weg sucht.

Der Film enthält mehrere Cameo‑Auftritte, darunter Brigitte Bardot und Antoine Bourseiller als Schauspielerin und Regisseur in einem Café, sowie Françoise Hardy in einer kurzen Szene als Frau eines amerikanischen Offiziers. In Deutschland war der Film über Jahrzehnte ausschließlich in der Originalfassung mit Untertiteln zu sehen, bis das ZDF im Jahr 2001 eine synchronisierte Version produzierte.

Die zeitgenössische Kritik hob Godards politisches Interesse hervor: Das Lexikon des internationalen Films sah in Masculin – Feminin den Beginn seiner Auseinandersetzung mit dialektischem Materialismus und einer spezifischen Form politischer Filmgestaltung, die weniger politische Inhalte abbilden, sondern vielmehr politisch filmen wolle. Die fragmentarische Erzählweise und das Verweilen bei scheinbar nebensächlichen Momenten wurden als Hinweis darauf verstanden, wie schwierig es geworden sei, gesellschaftliche Gemeinsamkeit herzustellen. Der Evangelische Filmbeobachter bezeichnete das Werk hingegen als sensiblen, undramatischen Film, der ein aufgeschlossenes, filmkünstlerisch interessiertes Publikum fordere.

Auf der Berlinale 1966 wurde Jean‑Pierre Léaud für seine Darstellung des Paul mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet, während der Film selbst für den Goldenen Bären nominiert war.

Pressematerial ©Pierrot Le Fou
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)


Regie: Jean-Luc Godard
Drehbuch: Jean-Luc Godard, Guy de Maupassant
Produzent: Anatole Dauman, Jean‑Luc Godard
Musik: Jean‑Jacques Debout
Kamera: Willy Kurant
Schnitt: Agnès Guillemot, Marguerite Renoir

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