Film

Just Mercy

Veröffentlichungsjahr: 2019 | Genres: Drama, Krimi, Biopic, Gerichtsdrama, Politdrama
Originaltitel: Just Mercy
Schauspieler: Jamie Foxx, Charlie Pye Jr., Michael Harding, Christopher Wolfe, Michael B. Jordan, J. Alphonse Nicholson, Adam Boyer, Jacinte Blankenship, Bryan G. Stevenson, Brad Sanders, Charmin Lee, Brie Larson, Sebastian Hansen, John Lacy, Dominic Bogart, Hayes Mercure, Rob Morgan, David Garlock, Robert Caston, Talmedge Hayes, Kuntrell Jackson, O\'Shea Jackson Jr., Tatom Pender, Rafe Spall, Karan Kendrick, C.J. LeBlanc, Scarlet Olivia Dunbar, Denitra Isler, Terence Rosemore, Darryl W. Handy, Darrell Britt-Gibson, Al Mitchell, Pete Burris, Susie Spear Purcell, Ron Clinton Smith, Deadra Moore, Tim Hooper, Andrene Ward-Hammond, Ryan Dinning, Carl Palmer, Tim Blake Nelson, Greta Glenn, Alex Van, Leydi Morales, Ben Peck, Mallory Hoff, Lindsay Ayliffe, Ted Huckabee, Ryan Girard, Tim Ware, Norm Lewis, Claire Bronson, Kelly Mumme, Desmond Phillips, Drew Starkey, Rhoda Griffis

„Just Mercy“ ist ein US-amerikanischer Gerichtsfilm und ein biografisches Drama aus dem Jahr 2019 unter der Regie von Destin Daniel Cretton, der gemeinsam mit Andrew Lanham auch das Drehbuch verfasste. Der Film basiert auf dem autobiografisch geprägten Sachbuch „Just Mercy: A Story of Justice and Redemption“ des Bürgerrechtlers und Anwalts Bryan Stevenson. Im Mittelpunkt steht dessen Kampf gegen Rassismus, Fehlurteile und die Todesstrafe im amerikanischen Justizsystem. Seine Weltpremiere feierte der Film im September 2019 beim Toronto International Film Festival, bevor er Ende desselben Jahres in ausgewählte US-Kinos kam. Der deutsche Kinostart erfolgte am 27. Februar 2020. Besonders gelobt wurden die schauspielerischen Leistungen von Michael B. Jordan und Jamie Foxx sowie die ruhige, eindringliche Inszenierung des Films.


Der junge Anwalt Bryan Stevenson (Michael B. Jordan) verzichtet nach seinem Abschluss an der Harvard University bewusst auf eine lukrative Karriere und zieht nach Alabama, um sich für Menschen einzusetzen, die zu Unrecht verurteilt wurden. Gemeinsam mit der Aktivistin Eva Ansley (Brie Larson) gründet er die Equal Justice Initiative und übernimmt Fälle von Gefangenen im Todestrakt. Einer seiner ersten Mandanten ist Walter McMillian (Jamie Foxx), der trotz widersprüchlicher Beweise und fragwürdiger Zeugenaussagen wegen Mordes zum Tode verurteilt wurde. Während Stevenson versucht, die Wahrheit ans Licht zu bringen, stößt er auf tief verwurzelten institutionellen Rassismus, politische Interessen und ein Justizsystem, das von Vorurteilen geprägt ist. Parallel dazu begleitet der Film weitere Schicksale von Gefangenen wie Herbert Richardson (Rob Morgan) und zeigt die menschlichen Folgen der Todesstrafe.


„Just Mercy“ basiert auf den realen Erlebnissen des afroamerikanischen Juristen und Bürgerrechtlers Bryan Stevenson, der seit den 1980er Jahren gegen Fehlurteile und die Todesstrafe in den USA kämpft. Die literarische Vorlage „Just Mercy: A Story of Justice and Redemption“ erschien 2014 und entwickelte sich schnell zu einem Bestseller. In Deutschland wurde das Buch unter dem Titel „Ohne Gnade. Polizeigewalt und Justizwillkür in den USA“ veröffentlicht. Stevenson schildert darin eindringlich seine Erfahrungen als Anwalt sowie zahlreiche reale Fälle von Menschen, die aufgrund von Rassismus, Armut oder mangelhafter Verteidigung unschuldig verurteilt wurden. Besonders der Fall Walter McMillian gilt als einer der bekanntesten Justizirrtümer in der Geschichte Alabamas.


Bryan Stevenson gründete die Equal Justice Initiative (EJI), eine Organisation, die sich für Menschen im Todestrakt, für arme Angeklagte und gegen systematischen Rassismus innerhalb des amerikanischen Rechtssystems einsetzt. Die Organisation konnte über Jahrzehnte hinweg zahlreiche Hinrichtungen verhindern und Fehlurteile aufdecken. Der Film greift viele dieser realen Hintergründe auf und macht deutlich, wie eng Fragen von Hautfarbe, sozialem Status und Rechtsprechung in den USA miteinander verbunden sind.


Regisseur Destin Daniel Cretton entschied sich bewusst gegen die typische Inszenierung klassischer Gerichtsdramen. Statt auf spektakuläre Wendungen oder große emotionale Ausbrüche setzt der Film auf eine ruhige und realistische Erzählweise. Im Zentrum stehen die menschlichen Schicksale der Figuren und die strukturelle Ungerechtigkeit des Systems. Cretton arbeitete bereits zuvor mit Michael B. Jordan zusammen und entwickelte gemeinsam mit Andrew Lanham ein Drehbuch, das sowohl die persönlichen Erfahrungen Stevensons als auch die gesellschaftspolitischen Aspekte der Geschichte in den Vordergrund stellt.
Die Hauptrolle des Bryan Stevenson übernahm Michael B. Jordan, der zugleich als Produzent am Film beteiligt war. Jamie Foxx spielte Walter McMillian und erhielt für seine Darstellung große Anerkennung. Brie Larson verkörperte Eva Ansley, die Stevensons Arbeit in Alabama organisatorisch unterstützte. Weitere wichtige Rollen übernahmen Rob Morgan als Herbert Richardson, Tim Blake Nelson als Kronzeuge Ralph Myers und O’Shea Jackson Jr. als Anthony Ray Hinton. Viele Kritiker hoben insbesondere die intensive und zurückhaltende Darstellung von Jamie Foxx hervor.


Die Dreharbeiten fanden überwiegend in Georgia und Alabama statt, um eine möglichst authentische Atmosphäre zu erzeugen. Kameramann Brett Pawlak setzte dabei auf natürliche Lichtstimmungen und eine nüchterne Bildsprache, die den dokumentarischen Charakter der Geschichte unterstreicht. Für den Schnitt war Nat Sanders verantwortlich, der bereits bei preisgekrönten Filmen wie „Moonlight“ und „If Beale Street Could Talk“ mitgewirkt hatte. Die Filmmusik komponierte Joel P. West, ein langjähriger musikalischer Weggefährte von Destin Daniel Cretton. Der Soundtrack unterstützt die emotionale Wirkung des Films mit zurückhaltenden, melancholischen Kompositionen.


Seine Premiere feierte „Just Mercy“ am 6. September 2019 beim Toronto International Film Festival. Es folgten weitere Aufführungen bei internationalen Festivals, unter anderem in London und Chicago. Nach dem Kinostart wurde der Film besonders im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Debatten über Polizeigewalt und strukturellen Rassismus intensiv diskutiert. Nach dem Tod von George Floyd im Mai 2020 stellte Warner Bros. den Film in den USA zeitweise kostenlos zum Streamen zur Verfügung, um auf die historischen und gesellschaftlichen Hintergründe von Rassismus und Ungleichheit aufmerksam zu machen.
Kritiker lobten vor allem die ruhige, eindringliche Inszenierung sowie die politische Relevanz des Films. Viele Rezensionen betonten, dass „Just Mercy“ weniger als klassischer Gerichtsthriller funktioniere, sondern vielmehr als eindrucksvolle Anklage gegen institutionellen Rassismus und die Todesstrafe. Der Film erreichte bei Rotten Tomatoes hohe Zustimmungswerte und erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Nominierungen, darunter Ehrungen bei den African-American Film Critics Association Awards, den NAACP Image Awards sowie den Screen Actors Guild Awards. Jamie Foxx wurde mehrfach für seine Nebenrolle ausgezeichnet oder nominiert. Auch das Ensemble und das Drehbuch wurden vielfach gewürdigt.


Pressematerial ©Warner Bros.
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)


Regie: Destin Daniel Cretton
Drehbuch: Destin Daniel Cretton, Andrew Lanham, Bryan Stevenson
Produzent: Scott Budnick, Mike Drake, Tami Goldman, Asher Goldstein, Daniel Hammond, Gabriel Hammond, Michael B. Jordan, uva.
Musik: Joel P West
Kamera: Brett Pawlak
Schnitt: Nat Sanders

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