Film

JFK: Tatort Dallas

Veröffentlichungsjahr: 1991 | Genres: Historienfilm, Literaturverfilmung, Psychothriller, Politthriller, Gerichtsdrama
Originaltitel: JFK
Schauspieler: Sally Kirkland, Anthony Ramirez, Gary Taggart, Ray LePere, Steve Reed, Jodie Farber, Columbia Dubose, Randy Means, Kevin Costner, Jay O. Sanders, E.J. Morris, Cheryl Penland, Jim Gough, Perry R. Russo, Mike Longman, Edward Asner, Jack Lemmon, Ann Strub, Vincent D\\\'Onofrio, Gary Oldman, Sissy Spacek, Pat Pierre Perkins, Brian Doyle-Murray, Wayne Knight, Michael Rooker, Laurie Metcalf, Gary Grubbs, Beata Pozniak, Tom Howard, John William Galt, Joe Pesci, Ron Jackson, Walter Matthau, Sean Stone, Amy Long, Scott Krueger, Allison Pratt Davis, Pruitt Taylor Vince, Red Mitchell, Ronald von Klaussen, John S. Davies, Michael Ozag, Tony Plana, Tommy Lee Jones, Tomas Milian, Raul Aranas, John Candy, John C. Martin, Kevin Bacon, Henri Alciatore, Willem Oltmans, Gail Cronauer, Gary Mitchell Carter, Roxie M. Frnka, Zeke Mills, James N. Harrell, Ray Redd, Ellen McElduff, Sally Vahle, Jo Anderson, Marco Perella, Edwin Neal, Spain Logue, Darryl Cox, T.J. Kennedy, Lolita Davidovich, Carolina McCullough, Jim Garrison, J.J. Johnston, R. Bruce Elliott, Frank Whaley, Barry Chambers, Linda Flores Wade, William Larsen, Alec Gifford, Eric A. Vicini, Michael Gurievsky, Caroline Crosthwaite-Eyre, Helen Miller, Harold G. Herthum, Maria Mason, Wayne Tippit, Donald Sutherland, Dale Dye, Norman Davis, Errol McLendon, John Seitz, Bruce Gelb, Jerry Douglas, Ryan MacDonald, Duane Grey, George R. Robertson, Baxter Harris, Alex Rodine, Sam Stoneburner, Odin K. Langford, Bob Gunton, Nathan Scott, Jorge Fernández, Roy Barnitt, Doug Jackson, George Kelly, Victor Kempster, John Larroquette, John St. Paul, Murray Stokes, Alvin Spicuzza, John Finnegan, Walter Breaux, Henry Tull III, Michael Skipper, Melodee Bowman, Ron Rifkin, I.D. Brickman, Joseph Nadell, Chris Robinson, Peter Maloney, Chris Renna, David Benn, Johnny Brink, Dalton Dearborn, Hugh Feagin, Merlyn Sexton, Steve F. Price Jr., Tom Bullock, Ruary O\\\'Connell, Christopher Kosiciuk, John Reneau, Stanley White, Richard Rutowski, Bill Bolender, Larry Melton, Carol Farabee, Willie Minor, Ted Pennebaker, Bill Pickle, Mykel Chaves, Price Carson, Gil Glasgow, Bob Orwig, Loys T. Bergeron, Kristina Hare

JFK – Tatort Dallas ist ein US-amerikanisches Politdrama und Verschwörungsthriller aus dem Jahr 1991 unter der Regie von Oliver Stone. Das Drehbuch entstand auf Grundlage der Bücher On the Trail of the Assassins von Jim Garrison sowie Crossfire: The Plot That Killed Kennedy von Jim Marrs. Im Mittelpunkt steht der New-Orleans-Bezirksstaatsanwalt Jim Garrison (Kevin Costner), der Jahre nach dem Attentat auf US-Präsident John F. Kennedy die offiziellen Untersuchungsergebnisse anzweifelt und eigene Nachforschungen anstellt. Der Film verbindet historische Ereignisse, dokumentarische Elemente und fiktionalisierte Rekonstruktionen zu einem komplexen Politthriller, der bis heute zu den bekanntesten und kontroversesten Filmen über die Ermordung Kennedys zählt.


Nach der Ermordung von Präsident John F. Kennedy im Jahr 1963 beginnt Bezirksstaatsanwalt Jim Garrison (Kevin Costner), die offiziellen Ermittlungsergebnisse kritisch zu hinterfragen. Jahre später nimmt er die Untersuchungen erneut auf und stößt dabei auf ein weit verzweigtes Netz aus widersprüchlichen Aussagen, geheimdienstlichen Verbindungen und politischen Interessen. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Lou Ivon (Jay O. Sanders), Bill Broussard (Michael Rooker), Bill Newman (Vincent D’Onofrio) und weiteren Ermittlern verfolgt er zahlreiche Spuren, die ihn unter anderem zu Clay Shaw (Tommy Lee Jones), David Ferrie (Joe Pesci), Guy Banister (Edward Asner) und anderen Personen führen, die möglicherweise mit den Ereignissen rund um das Attentat in Verbindung standen. Während seiner Recherchen begegnet Garrison auch dem geheimnisvollen Informanten „X“ (Donald Sutherland), dessen Aussagen seine Sicht auf die Hintergründe des Mordes grundlegend verändern. 


Die Grundlage des Films bildet die tatsächliche Arbeit des Bezirksstaatsanwalts Jim Garrison aus New Orleans, der Ende der 1960er-Jahre als einer der ersten prominenten Kritiker des Warren-Reports öffentlich die These vertrat, dass Präsident Kennedy Opfer einer Verschwörung geworden sei. Garrison veröffentlichte seine Sicht der Ereignisse später in dem Buch On the Trail of the Assassins, das als wichtigste Vorlage für den Film diente. Ergänzend flossen zahlreiche Elemente aus Jim Marrs’ Bestseller Crossfire in das Drehbuch ein.
Oliver Stone war bereits vor der Produktion für politisch engagierte Filme wie Platoon, Wall Street oder Born on the Fourth of July bekannt. Mit JFK – Tatort Dallas verfolgte er das Ziel, die öffentliche Diskussion über das Kennedy-Attentat neu zu beleben. Der Film entstand nach umfangreichen Recherchen und verarbeitet eine Vielzahl von Theorien, Zeugenaussagen, Dokumenten und historischen Ereignissen. Dabei vermischt Stone bewusst dokumentarisches Material mit nachgestellten Szenen, Originalaufnahmen und verschiedenen Filmformaten. Diese ungewöhnliche Inszenierung verleiht dem Werk einen halb dokumentarischen, halb dramatischen Charakter.


Im Zentrum der Handlung steht die Behauptung, Lee Harvey Oswald (Gary Oldman) sei nicht allein für das Attentat verantwortlich gewesen. Der Film greift zahlreiche alternative Theorien auf, die seit Jahrzehnten rund um die Ermordung Kennedys diskutiert werden. Dazu gehören mögliche Verbindungen zur CIA, zum militärisch-industriellen Komplex, zu Exilkubanern, zur Mafia, zu Geheimdiensten oder zu politischen Gegnern Kennedys. Stone präsentiert diese Ansätze jedoch nicht als gesicherte Fakten, sondern als mögliche Erklärungsmodelle für die zahlreichen Widersprüche, die Kritiker im offiziellen Untersuchungsbericht sehen.
Besondere Bedeutung kommt dabei der Figur „X“ (Donald Sutherland) zu. Obwohl die Figur fiktiv ist, basiert sie lose auf dem ehemaligen US-Air-Force-Offizier Fletcher Prouty, der Oliver Stone während der Produktion als Berater unterstützte. In einer der bekanntesten Szenen des Films erläutert „X“ eine Theorie, nach der mächtige Kreise innerhalb des Sicherheits- und Militärapparates ein Interesse an Kennedys Tod gehabt haben könnten. Diese Sequenz gilt bis heute als einer der zentralen Momente des Films.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Kritik an der Arbeit der Warren-Kommission. Der Film hinterfragt unter anderem die sogenannte „Single-Bullet-Theorie“, nach der dieselbe Kugel sowohl Kennedy als auch den texanischen Gouverneur John Connally getroffen haben soll. Ebenso werden die Diskussionen um den berühmten Zapruder-Film aufgegriffen, insbesondere die Frage, aus welcher Richtung die tödlichen Schüsse abgegeben wurden. Viele dieser Themen werden bis heute kontrovers diskutiert und sind Gegenstand historischer, kriminalistischer und ballistischer Untersuchungen.


Die Produktion selbst war außergewöhnlich aufwendig. Stone nutzte verschiedene Kameratechniken, Schwarzweiß- und Farbfilm, Super-8-Aufnahmen, Nachrichtenmaterial sowie nachgestellte Dokumentarszenen, um die unterschiedlichen Zeitebenen und Perspektiven miteinander zu verbinden. Für die Kamera zeichnete Robert Richardson verantwortlich, der später zu den renommiertesten Kameraleuten Hollywoods zählen sollte. Der Schnitt von Joe Hutshing und Pietro Scalia wurde vielfach gelobt und gilt als wesentlicher Bestandteil der Wirkung des Films. Beide erhielten später gemeinsam den Oscar für den Besten Schnitt.
Auch die Musik spielte eine besondere Rolle. Aufgrund seiner Verpflichtungen für Steven Spielbergs Hook konnte Komponist John Williams nicht wie üblich den kompletten Film vertonen. Stattdessen schrieb er zunächst mehrere zentrale Musikstücke, bevor er das fertige Werk überhaupt gesehen hatte. Oliver Stone schnitt anschließend Teile des Films gezielt auf diese Kompositionen zu. Das Ergebnis ist ein ungewöhnlich atmosphärischer und emotionaler Soundtrack, der die Mischung aus Thriller, Drama und historischer Rekonstruktion wirkungsvoll unterstützt.
Die Besetzung des Films gilt als eine der stärksten Ensembleleistungen der frühen 1990er-Jahre. Neben Kevin Costner als Jim Garrison sind unter anderem Tommy Lee Jones, Joe Pesci, Gary Oldman, Donald Sutherland, Kevin Bacon, John Candy, Jack Lemmon, Walter Matthau, Sissy Spacek, Wayne Knight, Michael Rooker, Laurie Metcalf und Ed Asner zu sehen. Eine besondere Kuriosität ist der Gastauftritt des echten Jim Garrison, der im Film ausgerechnet Earl Warren verkörpert – den Vorsitzenden jener Warren-Kommission, deren Ergebnisse er jahrzehntelang kritisiert hatte.


Bei seiner Veröffentlichung löste der Film erhebliche Kontroversen aus. Viele Historiker und Journalisten warfen Oliver Stone vor, historische Fakten mit Spekulationen zu vermischen und dadurch ein verzerrtes Bild der Ereignisse zu vermitteln. Andere lobten den Film dafür, offene Fragen erneut ins öffentliche Bewusstsein gerückt zu haben. Um auf die Kritik zu reagieren, veröffentlichte Stone später sogar eine kommentierte Version des Drehbuchs mit Quellenangaben zu den verwendeten Aussagen und Theorien.
Trotz aller Kontroversen war JFK – Tatort Dallas ein großer kritischer und kommerzieller Erfolg. Der Film erhielt acht Oscar-Nominierungen und gewann die Academy Awards für den Besten Schnitt sowie die Beste Kamera. Darüber hinaus wurde Oliver Stone mit dem Golden Globe für die Beste Regie ausgezeichnet. Heute gilt JFK – Tatort Dallas als einer der einflussreichsten politischen Filme der 1990er-Jahre und als eines der bekanntesten Werke über die bis heute umstrittene Ermordung von John F. Kennedy.


Pressematerial © Warner Bros.
Trailer © Rotten Tomatoes Classic Trailers
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)


Regie: Oliver Stone
Drehbuch: Jim Garrison, Jim Marrs, Oliver Stone
Produzent: A. Kitman Ho, Oliver Stone, Arnon Milchan, Joseph P. Reidy, Clayton Townsend
Musik: John Williams
Kamera: Robert Richardson
Schnitt: Joe Hutshing, Pietro Scalia

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