Die Faust im Nacken
Veröffentlichungsjahr: 1954 | Genres: Drama, Krimi, Liebesfilm, Thriller, Literaturverfilmung
Originaltitel: On the Waterfront
Schauspieler: Marlon Brando, Karl Malden, Lee J. Cobb, Rod Steiger, Pat Henning, Leif Erickson, James Westerfield, Tony Galento, Tami Mauriello, John F. Hamilton, John Heldabrand, Rudy Bond, Don Blackman, Arthur Keegan, Abe Simon, Eva Marie Saint, Martin Balsam, Dan Bergin, Jere Delaney, Robert Downing, Lynne Forrester, Michael V. Gazzo, Fred Gwynne, Thomas Handley, Anne Hegira, Pat Hingle, Katherine MacGregor, Barry Macollum, Tiger Joe Marsh, Edward McNally, Donnell O\'Brien, Mike O\'Dowd, Nehemiah Persoff, Johnny Seven
"Die Faust im Nacken" (Originaltitel: On the Waterfront) ist ein in Schwarzweiß gedrehtes US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 1954 unter der Regie von Elia Kazan. Das Drehbuch stammt von Budd Schulberg, produziert wurde der Film von Sam Spiegel, die Musik komponierte Leonard Bernstein, Boris Kaufman führte die Kamera und Gene Milford übernahm den Schnitt. Die Hauptrollen spielen Marlon Brando als Terry Malloy, Karl Malden als Father Berry, Lee J. Cobb als Johnny Friendly, Eva Marie Saint als Edie Doyle, Rod Steiger als Charley „The Gent“ Malloy, Leif Erickson als Glover, John F. Hamilton als „Pop“ Doyle, Pat Henning als Timothy J. „Kayo“ Dugan, James Westerfield als Big Mac, Tony Galento als Truck, Tami Mauriello als Tillio, John Heldabrand als Mott, Rudy Bond als Moose, Don Blackman als Luke, Arthur Keegan als Jimmy, Abe Simon als Barney, Martin Balsam als Gillette, Fred Gwynne als Slim und Nehemiah Persoff als Taxifahrer.
Der Film spielt im Hafen von Hoboken und zeigt die harten sozialen Bedingungen der Arbeiter, die unter der Kontrolle einer korrupten Gewerkschaft leben, die von Johnny Friendly (Lee J. Cobb) geleitet wird. Terry Malloy (Marlon Brando), ein ehemaliger Boxer, steht durch seine familiären Bindungen und seine Arbeit zwischen Loyalität und moralischer Verantwortung. Dabei entwickelt sich eine Verbindung zu Edie Doyle (Eva Marie Saint), die ihm neue Perspektiven auf Gerechtigkeit und Mut eröffnet.
Die Vorlage für den Film lieferte eine 1948 veröffentlichte Reportageserie von Malcolm Johnson in der New York Sun, in der er die Arbeitsbedingungen der New Yorker Hafenarbeiter schilderte und 1949 dafür den Pulitzer-Preis erhielt. Budd Schulberg schrieb das Drehbuch auf Grundlage dieser Artikel, nachdem frühere Entwürfe, unter anderem von ihm und Robert Siodmak (A Stone in the River Hudson), zunächst wegen politischer Spannungen im Zuge der HUAC-Untersuchungen zurückgestellt wurden. Zeitgleich entwickelte Arthur Miller das Drehbuch Hook, dessen Motive später in sein Theaterstück A View from the Bridge einflossen. Kazan und Schulberg holten schließlich den unabhängigen Produzenten Sam Spiegel an Bord, der die Filmrechte von Darryl F. Zanuck erwarb, nachdem dieser die Produktion abgelehnt hatte. Marlon Brando, zunächst skeptisch wegen Kazans Kooperation mit dem HUAC, übernahm nach Überredung durch Spiegel die Hauptrolle, nachdem sie Frank Sinatra angeboten worden war.
Die Dreharbeiten fanden innerhalb von 35 Tagen an Originalschauplätzen in Hoboken, New Jersey, statt. Das Budget betrug 800.000 US-Dollar, knapp unter dem damaligen Durchschnitt. Der Film feierte seine Premiere am 28. Juli 1954 in New York und spielte während der Erstauswertung 9,5 Millionen Dollar ein. Später kam es zu einer Urheberrechtsklage von Robert Siodmak gegen Spiegel, in deren Folge Siodmak 100.000 Dollar zugesprochen bekam, sein Name erschien jedoch weiterhin nicht im Vorspann. In der BRD startete der Film am 5. November 1954 in den Kinos und war erstmals am 8. August 1970 im deutschen Fernsehen (ARD) zu sehen.
Die deutsche Synchronisation entstand 1954 in den Ateliers der Ultra Film Synchron GmbH in Berlin unter der Dialogregie von Alfred Vohrer. Dabei wurden die Rollen von Harald Juhnke (Terry Malloy), Paul Klinger (Father Berry), O. E. Hasse (Johnny Friendly), Marion Degler (Edie Doyle), Curt Ackermann (Charley „The Gent“ Malloy), Klaus Miedel (Gillette), Alexander Welbat (Luke), Paul Wagner (Moose), Hans Wiegner (Glover), Franz Nicklisch (Truck), Eduard Wandrey („Pop“ Doyle), Alfred Balthoff (Dugan), Ernst Jacobi (Jimmy), Herbert Weissbach (J. P. Morgan) und Hans Emons (Tullio) eingesprochen.
Kritisch wurde "Die Faust im Nacken" nahezu durchgehend positiv aufgenommen. Variety lobte insbesondere Brando für seine „faszinierende, facettenreiche darstellerische Leistung“ und die übrigen Hauptdarsteller, während das Finale leichte Kritik erfuhr. A. H. Weiler von der New York Times bezeichnete den Film trotz seines optimistischen Ansatzes als ein „gewalttätiges und unauslöschliches Filmdokument über menschliches Verhalten“. Kritiker:innen wie John Howard Lawson und Lindsay Anderson äußerten Vorbehalte im Kontext des McCarthyismus und der HUAC-Aktivitäten, während der Spiegel und Die Zeit Kazans realistische und sozialkritische Darstellung lobten. Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh dem Film nach anfänglicher Ablehnung das Prädikat „wertvoll“. Roger Ebert und andere moderne Kritiker:innen bestätigten, dass die darstellerischen Leistungen, besonders von Brando, bis heute ihre Wirkung behalten.
Der Film erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter acht Oscars, unter anderem für den besten Film, die beste Regie (Elia Kazan), den besten Hauptdarsteller (Marlon Brando), die beste Nebendarstellerin (Eva Marie Saint), das beste Drehbuch (Budd Schulberg), beste Kamera und Schnitt. Weitere Ehrungen umfassten Golden Globes, New York Film Critics Circle Awards und den Silbernen Löwen bei den Filmfestspielen von Venedig. Filmhistorisch gilt Die Faust im Nacken als ein Meilenstein des „neuen Realismus“ und als Paradebeispiel für Method Acting, wobei Brando als herausragendes Beispiel gilt. 1989 wurde der Film in das National Film Registry der Library of Congress aufgenommen, und er erscheint regelmäßig auf Listen der besten amerikanischen Filme aller Zeiten.
"Die Faust im Nacken" kombiniert eine realistische Milieuzeichnung, starke Sozialkritik und intensive Charakterdarstellung. Trotz seiner historischen Hintergründe bleibt der Film auch heute kraftvoll und relevant, sowohl für die Darstellung menschlicher Konflikte als auch für seine filmische Innovation und den Einfluss auf das amerikanische Kino.
Pressematerial © Sony Pictures Home Entertainment
Trailer © TrailerTrackerClassic
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)
Regie: Elia Kazan
Drehbuch: Budd Schulberg
Produzent: Sam Spiegel
Musik: Leonard Bernstein
Kamera: Boris Kaufman
Schnitt: Gene Milford