Film

Der Fremde

Veröffentlichungsjahr: 2025 | Genres: Drama, Krimi, Literaturverfilmung
Originaltitel: L’Étranger
Schauspieler: Benjamin Voisin, Rebecca Marder, Pierre Lottin, Denis Lavant, Swann Arlaud, Christophe Malavoy, Nicolas Vaude, Jean-Charles Clichet, Mireille Perrier, Hajar Bouzaouit, Abderrahmane Dehkani, Jean-Claude Bolle-Reddat, Jérôme Pouly, Jean-Benoît Ugeux, Joël Cudennec, Christophe Vandevelde, Mar Sodupe, Denis Déon, Théo Costa-Marini, Benjamin Hicquel, Salim Benmoussa, Noureddine Soutbani, Brahim Bihi, Fernandel, Adam O-H

"Der Fremde" (Originaltitel: L’Étranger, internationaler Titel: The Stranger) ist ein französischer Spielfilm aus dem Jahr 2025, inszeniert von François Ozon, der auch Regie, Drehbuch und Produktion übernahm. Der 120 Minuten lange Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Albert Camus aus dem Jahr 1942 und erzählt ein existenzielles Drama über einen jungen Mann, der sich den gesellschaftlichen Erwartungen emotionaler Reaktionen entzieht. Die Hauptrolle des Meursault spielt Benjamin Voisin, an seiner Seite sind unter anderem Rebecca Marder als Marie Cardona, Pierre Lottin als Raymond Sintès, Denis Lavant als Salamano, Swann Arlaud als Priester, Mireille Perrier als Meursaults Mutter und Jean-Charles Clichet als Anwalt zu sehen. Die Kamera führte Manuel Dacosse, den Schnitt verantwortete Clément Selitzki, die Musik stammt von Fatima Al Qadiri. In Deutschland ist der Film ab zwölf Jahren freigegeben.

Die Handlung spielt im Algier des Jahres 1938. Meursault (Benjamin Voisin), ein Mann in den Dreißigern, reagiert auffallend gleichgültig auf den Tod und die Beerdigung seiner Mutter. Kurz darauf beginnt er eine Affäre mit seiner Arbeitskollegin Marie (Rebecca Marder) und nimmt sein gewohntes Alltagsleben wieder auf. Als er sich jedoch auf die dubiosen Angelegenheiten seines Nachbarn Raymond Sintès (Pierre Lottin) einlässt, gerät er zunehmend in eine gefährliche Situation. An einem heißen, sonnendurchfluteten Tag am Strand eskaliert die Lage schließlich und mündet in einen tragischen Vorfall, der Meursaults Leben unwiderruflich verändert.

Nach Luchino Viscontis Verfilmung von 1967 ist Ozons Werk die zweite Kinoadaption von Camus’ Roman. Der Regisseur hatte zunächst gezögert, sich an den berühmten Stoff zu wagen, da er zuvor vor allem weniger kanonische Literatur adaptiert hatte. Gerade die große Bekanntheit des Romans stellte für ihn eine besondere Herausforderung dar. Dennoch näherte sich Ozon dem Projekt, wie er selbst sagte, mit einer gewissen Unbeschwertheit. Persönliche Bezüge spielten ebenfalls eine Rolle, da es in seiner Familie mütterlicherseits Verbindungen nach Algerien gab. Sein Großvater arbeitete dort als Untersuchungsrichter in Bône, dem heutigen Annaba, und entging 1956 nur knapp einem Attentat, woraufhin die Familie nach Frankreich zurückkehrte. Zur Vorbereitung recherchierte Ozon intensiv in Archiven und sprach mit Historikern und Zeitzeugen. Dabei wurde ihm bewusst, wie stark viele französische Familien bis heute mit Algerien verbunden sind und wie sehr diese gemeinsame Geschichte noch immer von Schweigen geprägt ist.

Obwohl die Geschichte in Algier angesiedelt ist, fanden die Dreharbeiten in Tanger in Marokko statt. Ausschlaggebend dafür waren die angespannten politischen Beziehungen zwischen Algerien und Frankreich, die Dreharbeiten vor Ort erschwert hätten. Seine Weltpremiere feierte Der Fremde am 2. September 2025 im Rahmen der 82. Internationalen Filmfestspiele von Venedig, wo der Film in den Hauptwettbewerb um den Goldenen Löwen aufgenommen wurde. Der französische Kinostart ist für den 29. Oktober 2025 geplant, der deutsche Kinostart folgt am 1. Januar 2026 über den Weltkino Filmverleih.

In der Kritik wurde der Film vor allem für seine symbolische Auseinandersetzung mit der Absurdität des Lebens gewürdigt. Der Kritiker Michael Gasch von Cinema Forever hebt hervor, dass der Film zentrale Fragen stellt: wie man in einer sinnlosen Welt lebt und was geschieht, wenn man sich gesellschaftlichen Normen entzieht. Er lobt die künstlerische Gestaltung und die intellektuelle Tiefe des Werks, merkt jedoch an, dass Ozon die literarische Vorlage noch stärker hätte ausschöpfen und kreativer ins Filmische übertragen können – ein Problem, an dem bereits Visconti gescheitert sei.

Mit Der Fremde wurde François Ozon zum vierten Mal in den Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig eingeladen. Zudem schaffte es der Film in die Vorauswahl für den Europäischen Filmpreis 2026. Als literarische Grundlage diente Albert Camus’ Roman L’Étranger, der erstmals 1942 bei Éditions Gallimard erschien und 1948 in deutscher Übersetzung von Georg Goyert unter dem Titel Der Fremde veröffentlicht wurde.

Pressematerial © Weltkino Filmverleih
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Regie: François Ozon
Drehbuch: François Ozon, Philippe Piazzo, Albert Camus (Roman)
Produzent: Hicham El Ghorfi, François Ozon, Marie-Jeanne Pascal, Frantz Richard
Musik: Fatima Al Qadiri
Kamera: Manuel Dacosse
Schnitt: Clément Selitzki

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