Das Urteil von Nürnberg
Veröffentlichungsjahr: 1961 | Genres: Drama, Historienfilm, Gerichtsdrama
Originaltitel: Judgment at Nuremberg
Schauspieler: Spencer Tracy, Burt Lancaster, Richard Widmark, Marlene Dietrich, Maximilian Schell, Judy Garland, Montgomery Clift, William Shatner, Werner Klemperer, Torben Meyer, Alan Baxter, Ray Teal, Joseph Bernard, Edward Binns, Virginia Christine, Howard Caine
„Das Urteil von Nürnberg“ (Originaltitel: „Judgment at Nuremberg“) ist ein US-amerikanischer Gerichtsfilm aus dem Jahr 1961 unter der Regie von Stanley Kramer. Der in Schwarz-Weiß gedrehte Film zählt bis heute zu den bedeutendsten Gerichtsdramen der Filmgeschichte und setzt sich intensiv mit Schuld, Verantwortung und der juristischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen auseinander. Mit einem hochkarätigen Ensemble rund um Spencer Tracy, Burt Lancaster, Maximilian Schell und Marlene Dietrich verbindet der Film persönliche Schicksale mit moralischen und politischen Grundsatzfragen der Nachkriegszeit.
Die Handlung spielt im Jahr 1948 im zerstörten Nachkriegsdeutschland. Der amerikanische Richter Dan Haywood (Spencer Tracy) reist nach Nürnberg, um einem Militärtribunal vorzustehen, bei dem mehrere ehemalige deutsche Richter und Juristen des NS-Regimes angeklagt sind. Im Zentrum des Prozesses steht Ernst Janning (Burt Lancaster), ein einst angesehener Jurist, dem vorgeworfen wird, durch seine Urteile und seine Loyalität gegenüber dem Regime aktiv zur nationalsozialistischen Unterdrückung beigetragen zu haben. Während Staatsanwalt Colonel Tad Lawson (Richard Widmark) auf eine harte Bestrafung drängt, versucht Verteidiger Hans Rolfe (Maximilian Schell) die Verantwortung der Angeklagten zu relativieren und verweist auf die damaligen Gesetze und den politischen Druck jener Zeit. Abseits des Gerichtssaals versucht Haywood zu verstehen, wie ein ganzes Land Teil eines solchen Systems werden konnte. Begegnungen mit der deutschen Bevölkerung, darunter Frau Berthold (Marlene Dietrich), konfrontieren ihn immer wieder mit Verdrängung, Schuldfragen und der schwierigen Realität des Nachkriegsdeutschlands. Der Film entwickelt sich dabei weniger zu einem klassischen Gerichtsfilm als zu einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit Moral, Verantwortung und Menschlichkeit.
„Das Urteil von Nürnberg“ basiert lose auf den Nürnberger Juristenprozessen von 1947 und verarbeitet reale historische Hintergründe, auch wenn die Figuren selbst fiktiv sind. Regisseur und Produzent Stanley Kramer war bekannt für gesellschaftskritische Filme und wollte mit diesem Werk bewusst schwierige moralische Fragen aufwerfen. Besonders bemerkenswert ist die Verwendung von echten Archivaufnahmen aus Konzentrationslagern, die dem Film zusätzliche Wucht und Authentizität verleihen. Das Drehbuch stammt von Abby Mann, der zuvor bereits eine Fernsehfassung des Stoffes geschrieben hatte. Für die deutsche Synchronisation wirkte unter anderem Schriftsteller Erich Maria Remarque an der Dialogbearbeitung mit. Der Film wurde bei den Oscars vielfach nominiert und gewann unter anderem den Academy Award für Maximilian Schell als bester Hauptdarsteller. Auch Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung gilt der Film als einer der wichtigsten Beiträge zur filmischen Aufarbeitung des Nationalsozialismus und wurde 2013 in das National Film Registry aufgenommen. Durch seine differenzierte Darstellung verschiedener Sichtweisen und seine moralischen Fragestellungen besitzt der Film bis heute enorme gesellschaftliche Relevanz.
Pressematerial © Roxlom Films Inc. | MGM Home Entertainment
Trailer © Capelightpictures
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)
Regie: Stanley Kramer
Drehbuch: Abby Mann, Montgomery Clift
Produzent: Stanley Kramer
Musik: Ernest Gold
Kamera: Ernest Laszlo
Schnitt: Frederic Knudtson