Film

Das Haus auf dem Geisterhügel

Veröffentlichungsjahr: 1959 | Genres: Horror, Krimi, Thriller, Mystery
Originaltitel: House on Haunted Hill
Schauspieler: Vincent Price, Carol Ohmart, Richard Long, Alan Marshal, Carolyn Craig, Elisha Cook Jr., Julie Mitchum, Leona Anderson, Howard Hoffman

„Das Haus auf dem Geisterhügel“ (Originaltitel: „House on Haunted Hill“) ist ein US-amerikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 1959, produziert und inszeniert von William Castle nach einem Drehbuch von Robb White. Die Hauptrollen spielen Vincent Price, Carol Ohmart, Richard Long, Alan Marshal, Carolyn Craig, Julie Mitchum und Elisha Cook Jr. Der Film zählt heute zu den bekanntesten Horrorproduktionen der 1950er Jahre und gilt als klassischer Vertreter des sogenannten Haunted-House-Genres. Besonders berühmt wurde er durch die von Regisseur William Castle entwickelte Werbeaktion „Emergo“, bei der während bestimmter Vorstellungen ein leuchtendes Skelett über das Publikum hinwegflog. Mit seiner Mischung aus klassischem Grusel, schwarzem Humor und überraschenden Wendungen entwickelte sich der Film über die Jahrzehnte zu einem Kultklassiker des Horrorkinos und wurde 1999 neu verfilmt.


Der exzentrische Millionär Frederick Loren (Vincent Price) lädt gemeinsam mit seiner Ehefrau Annabelle Loren (Carol Ohmart) fünf Fremde zu einer Nacht in ein angeblich verfluchtes Herrenhaus ein. Jeder Gast, der bis zum nächsten Morgen im Haus bleibt, soll eine hohe Geldsumme erhalten. Zu den Eingeladenen gehören Lance Schroeder (Richard Long), Dr. David Trent (Alan Marshal), Nora Manning (Carolyn Craig), Ruth Bridges (Julie Mitchum) und der Hauseigentümer Watson Pritchard (Elisha Cook Jr.), der fest davon überzeugt ist, dass das Gebäude von Geistern heimgesucht wird.
Im Verlauf der Nacht häufen sich unheimliche Ereignisse, seltsame Erscheinungen und mysteriöse Zwischenfälle. Misstrauen macht sich unter den Gästen breit, während die Grenzen zwischen übernatürlichem Schrecken und menschlicher Täuschung zunehmend verschwimmen. Jeder scheint etwas zu verbergen, und schon bald wird klar, dass die Nacht weit gefährlicher werden könnte als zunächst angenommen.


„Das Haus auf dem Geisterhügel“ entstand in einer Zeit, in der Horrorfilme mit vergleichsweise geringen Budgets enorme Publikumserfolge erzielen konnten. Regisseur William Castle hatte sich bereits einen Namen gemacht, indem er seine Filme nicht nur inszenierte, sondern sie auch durch spektakuläre Werbeaktionen vermarktete. Für „Das Haus auf dem Geisterhügel“ entwickelte er den legendären Effekt „Emergo“. Dabei wurde während einer Schlüsselszene ein Kunststoffskelett mithilfe eines Seilzugs über die Köpfe der Zuschauer hinweg durch den Kinosaal bewegt. Ziel war es, das Publikum unmittelbar in das Filmerlebnis einzubeziehen und für zusätzliche Schockmomente zu sorgen. Diese Idee machte den Film weit über seine eigentliche Handlung hinaus bekannt und trug maßgeblich zu seinem finanziellen Erfolg bei.


Die Hauptrolle des Frederick Loren wurde von Vincent Price übernommen, der bereits in den 1950er Jahren zu einer der bekanntesten Figuren des Horrorgenres geworden war. Seine elegante Erscheinung, seine markante Stimme und sein Gespür für ironisch gefärbte Rollen machten ihn zur Idealbesetzung für die Figur des wohlhabenden und geheimnisvollen Gastgebers. Der Film trug erheblich dazu bei, Prices Status als Horrorikone weiter zu festigen. Carol Ohmart übernahm die Rolle seiner Ehefrau Annabelle Loren. Für sie bedeutete der Film die erste größere Leinwandrolle nach mehreren Jahren Abwesenheit vom Filmgeschäft.


Die Dreharbeiten fanden im Spätsommer 1958 statt. Die Außenaufnahmen des unheimlichen Hauses entstanden an der berühmten Ennis House in Los Angeles, einem von Stararchitekt Frank Lloyd Wright entworfenen Gebäude aus dem Jahr 1924. Das markante Bauwerk mit seinen ungewöhnlichen Betonornamenten verlieh dem Film eine einzigartige visuelle Identität und wurde später auch für zahlreiche andere Film- und Fernsehproduktionen genutzt. Die Innenräume entstanden dagegen größtenteils in Filmstudios und kombinierten verschiedene architektonische Stilrichtungen. Besonders auffällig waren die viktorianisch inspirierten Dekorationen, Gaslampen und schweren Möbelstücke, die den Eindruck eines düsteren, aus der Zeit gefallenen Hauses erzeugten.
Interessanterweise unterschieden sich die Gestaltung des Hauses im Film, auf den Werbeplakaten und am realen Drehort deutlich voneinander. Während die Ennis House ein modernes architektonisches Meisterwerk darstellt, zeigten die Filmplakate ein fantasievolles, fast märchenhaftes Spukschloss. Diese kreative Freiheit war typisch für die Werbestrategien der damaligen Zeit. Zudem wurden mehrere Kunstwerke aus dem Privatbesitz von Vincent Price als Requisiten in den Film integriert, was den Innenräumen zusätzliche Authentizität verlieh.
Für die Kameraarbeit war Carl E. Guthrie verantwortlich, der den Film in kontrastreichem Schwarz-Weiß fotografierte. Die düstere Bildgestaltung mit langen Schatten, Nebeleffekten und ungewöhnlichen Perspektiven verstärkte die beklemmende Atmosphäre. Den Schnitt übernahm Roy V. Livingston, während die Musik von Von Dexter komponiert wurde. Die Filmmusik unterstützte den klassischen Gruselstil des Films mit dramatischen und spannungsgeladenen Klangmotiven.


Der Film wurde zunächst Ende Dezember 1958 in einigen amerikanischen Städten veröffentlicht und feierte seine offizielle Premiere im Januar 1959 in San Francisco. Bereits kurz nach seinem Kinostart entwickelte sich „Das Haus auf dem Geisterhügel“ zu einem enormen Kassenerfolg. Bei vergleichsweise geringen Produktionskosten spielte der Film mehrere Millionen Dollar ein und gehörte damit zu den erfolgreichsten Independent-Horrorfilmen seiner Zeit.
Der Erfolg blieb auch innerhalb der Filmbranche nicht unbemerkt. Besonders Alfred Hitchcock soll aufmerksam verfolgt haben, wie erfolgreich William Castle mit einem kostengünstig produzierten Horrorfilm sein Publikum begeisterte. Kurz darauf realisierte Hitchcock mit „Psycho“ einen ebenfalls vergleichsweise preiswert produzierten Thriller, der Filmgeschichte schreiben sollte. Castle wiederum ließ sich später von Hitchcocks Stil inspirieren und übernahm verschiedene erzählerische Elemente für eigene Produktionen.


Zeitgenössische Kritiken fielen überwiegend positiv aus. Gelobt wurden vor allem die klassische Inszenierung, die stimmungsvolle Atmosphäre und die Leistungen der Darsteller. Während einige Kritiker den Film als altmodische Geistergeschichte bezeichneten, wurde gerade dieser nostalgische Stil von vielen Rezensenten als besondere Stärke hervorgehoben. Vor allem Vincent Price erhielt für seine charismatische Darstellung viel Anerkennung.
Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich „Das Haus auf dem Geisterhügel“ zu einem Kultfilm. Zahlreiche Wiederaufführungen, Heimkinoveröffentlichungen und restaurierte Fassungen sorgten dafür, dass der Film auch neuen Generationen von Horrorfans bekannt blieb. Mehrfach wurde die berühmte „Emergo“-Werbeaktion bei Sondervorführungen nachgestellt. 1999 entstand ein Remake mit Geoffrey Rush in der Hauptrolle, das die Grundidee des Originals modernisierte. Dennoch gilt die Originalfassung bis heute als die einflussreichere und atmosphärisch stärkere Version.
Auch im 21. Jahrhundert wird der Film regelmäßig in Listen bedeutender Horrorfilme geführt. Seine Mischung aus klassischem Geisterhaus-Mysterium, schwarzem Humor, stilvoller Schwarz-Weiß-Ästhetik und dem unverwechselbaren Charisma von Vincent Price hat „Das Haus auf dem Geisterhügel“ einen festen Platz in der Geschichte des Horrorkinos gesichert.


Pressematerial © William Castle Productions | Allied Artists Pictures
Trailer © Rotten Tomatoes Classic Trailers
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)


Regie: William Castle
Drehbuch: Robb White
Produzent: William Castle, Robb White
Musik: Von Dexter
Kamera: Carl E. Guthrie
Schnitt: Roy V. Livingston

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