Film

Burning

Veröffentlichungsjahr: 2019 | Genres: Drama, Thriller, Literaturverfilmung, Mystery, Psychodrama, Sozialdrama, Romanze, Independent-Film, Neo Noir, Psychologischer Horror, True Crime, Arthouse, Experimentalfilm
Originaltitel: Beoning
Schauspieler: Yoo Ah-in, Steven Yeun, Jeon Jong-seo, Kim Soo-Kyung, Choi Seung-ho, Lee Yong-seok, Moon Sung-keun, Min Bok-gi, Lee Soo-Jeong, Ban Hye-ra, Cha Mi-kyung, Lee Bong-ryun, Jang Won-hyung, Kim Shin-rock, Jeon Seok-chan, Ok Ja-yeon, Lee Joong-ok, Jo Yong-joon, Donald Trump

Burning (Originaltitel Beoning) ist ein südkoreanischer Spielfilm von Regisseur Lee Chang-dong aus dem Jahr 2018. Das Drama basiert auf Haruki Murakamis Kurzgeschichte Scheunenabbrennen aus der Sammlung Der Elefant verschwindet und feierte seine Premiere am 16. Mai 2018 im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes, wo es mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet wurde. Der Film war zudem Südkoreas offizieller Beitrag für die Oscarverleihung 2019 in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film. Vor und hinter der Kamera arbeitete ein renommiertes Team: Das Drehbuch stammt von Oh Jung-mi und Lee Chang-dong, produziert wurde der Film von Ok Gwang-hee und Lee Joon-dong, die Musik komponierte Mowg, die Kamera führte Hong Kyung-pyo und der Schnitt lag bei Kim Hyun und Kim Da-won. In den Hauptrollen sind Yoo Ah-in als Lee Jongsu, Steven Yeun als Ben und Jeon Jong-seo als Shin Haemi zu sehen.

Die Handlung folgt dem jungen Jongsu (Yoo Ah-in), der zufällig seiner früheren Klassenkameradin Haemi (Jeon Jong-seo) begegnet. Zwischen den beiden entsteht eine vorsichtige Nähe, bevor Haemi zu einer Reise nach Afrika aufbricht und Jongsu bittet, sich um ihre Katze zu kümmern – ein Tier, das er trotz regelmäßiger Besuche nie zu Gesicht bekommt. Als Haemi zurückkehrt, bringt sie den charismatischen, schwer zu fassenden Ben (Steven Yeun) mit, den sie am Flughafen kennengelernt hat. Zwischen den drei Figuren entwickelt sich eine fragile Dynamik aus Sehnsucht, Unsicherheit und unterschwelliger Spannung. Jongsu fühlt sich zunehmend von Ben irritiert, dessen rätselhafte Lebensweise und seltsame Geständnisse ihn nicht loslassen. Als Haemi plötzlich verschwindet, beginnt Jongsu, obsessiv nach Antworten zu suchen – und stößt dabei auf Hinweise, die ihn immer tiefer in ein undurchsichtiges Geflecht aus Wahrheit, Projektion und Gefahr führen. Burning entfaltet sich als vielschichtiger, atmosphärisch dichter Thriller, der die Zuschauenden mit offenen Fragen, subtilen Andeutungen und einer stetig wachsenden Beklemmung zurücklässt.

Nach acht Jahren Pause kehrte Lee Chang-dong mit diesem Film auf den Regiestuhl zurück und arbeitete dafür mit neuen kreativen Partnern wie Kameramann Hong Kyung-pyo und Komponist Mowg zusammen. Hauptdarsteller Yoo Ah-in war bereits zuvor ein gefeierter Star des südkoreanischen Kinos, während Jeon Jong-seo hier ihr Filmdebüt gab und sofort als Shootingstar wahrgenommen wurde. Steven Yeun, international bekannt durch The Walking Dead, bringt als koreanisch-amerikanischer Schauspieler eine besondere Fremdheit in die Rolle des geheimnisvollen Ben ein.

Die Entstehung des Films war eng mit Murakamis Kurzgeschichte verknüpft, deren Leerstellen und Ungewissheiten Lee Chang-dong als Spiegel einer rätselhaften, emotional aufgeladenen Gegenwart deutete. Themen wie Wut, Isolation, soziale Ungleichheit und die Frage nach Wahrheit und Wahrnehmung durchziehen den Film. Die Gewächshäuser, die im Film eine zentrale Rolle spielen, ersetzen Murakamis Scheunen und dienen als metaphorische Räume des Nichts – durchsichtig, aber verschmutzt, sichtbar und doch unklar. Auch die Katze, die Pantomime und die Figur Ben werden zu Elementen, die die Grenzen zwischen Realität und Vorstellung verschwimmen lassen.

Burning wurde weltweit gefeiert und erreichte in Südkorea über eine halbe Million Kinobesuchende, in Frankreich über 190.000. Die Kritik lobte die außergewöhnliche Komplexität, die hypnotische Atmosphäre und die herausragenden Leistungen der drei Hauptdarstellenden. Besonders hervorgehoben wurden die poetische Kameraarbeit von Hong Kyung-pyo und die eindringliche Musik von Mowg. Viele Kritiker:innen bezeichneten den Film als Meisterwerk, einige sogar als einen der besten Filme aller Zeiten. Die Szene, in der Haemi berauscht und frei vor der untergehenden Sonne tanzt, gilt als eine der schönsten des modernen Kinos. Auch das intensive Gespräch zwischen Jongsu und Ben wurde vielfach als einer der stärksten Momente des Filmjahres beschrieben.

Der Film erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Prix Vulcain de l’artiste technicien in Cannes, den Golden Camera 300, mehrere Preise der Korean Association of Film Critics, den Los Angeles Film Critics Award für den besten fremdsprachigen Film sowie den Saturn Award für den besten internationalen Film.

Pressematerial © Capelight Pictures
Trailer © Madman Films
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)


Regie: Lee Chang-dong
Drehbuch: Jungmi Oh, Lee Chang-dong, Haruki Murakami, William Faulkner
Produzent: Lee Chang-dong, Lee Joon-dong, Gwang-hee Ok, Soo Jin Hwang
Musik: Mowg
Kamera: Hong Kyung-pyo
Schnitt: Da-Won Kim, Hyun Kim

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