Babylon – Rausch der Ekstase
Veröffentlichungsjahr: 2022 | Genres: Historienfilm
Originaltitel: Babylon
Schauspieler: Margot Robbie, Brad Pitt, Diego Calva, Tobey Maguire, Max Minghella, Jovan Adepo, Jean Smart, Samara Weaving, Olivia Wilde, Katherine Waterston, Eric Roberts, Flea, Phoebe Tonkin, Lukas Haas, Spike Jonze, Jennifer Grant, Jeff Garlin, Li Jun Li
Babylon – Rausch der Ekstase (Originaltitel: Babylon) ist ein US-amerikanisches Historiendrama von Damien Chazelle, der sowohl Regie führte als auch das Drehbuch schrieb. Der Film begleitet über mehrere Jahrzehnte die Entwicklungen in Hollywood während der Übergangszeit vom Stumm- zum Tonfilm und richtet seinen Blick auf die Filmindustrie der späten 1920er- und frühen 1930er-Jahre. Die Hauptrollen übernahmen Margot Robbie, Brad Pitt und Diego Calva. In den USA kam der Film im Dezember 2022 in die Kinos, während der Kinostart in Deutschland und Österreich am 19. Januar 2023 erfolgte.
Die Handlung spielt überwiegend in Hollywood zur Zeit des Übergangs vom Stumm- zum Tonfilm. Im Mittelpunkt steht Manny Torres (Diego Calva), der als Sohn mexikanischer Einwanderer von einer Karriere in der Filmbranche träumt und nach und nach in die glamouröse, aber exzessive Welt Hollywoods eintaucht. Dabei begegnet er dem gefeierten Filmstar Jack Conrad (Brad Pitt), der ihm den Aufstieg erleichtert, sowie der ehrgeizigen Schauspielerin Nellie LaRoy (Margot Robbie), die sich ihren Weg zum Ruhm bahnen will. Weitere wichtige Figuren sind die Entertainerin Lady Fay Zhu (Li Jun Li), der Jazz-Musiker Sidney Palmer (Jovan Adepo), die Journalistin Elinor St. John (Jean Smart), der Produzent Irving Thalberg (Max Minghella) und der Gangster James McKay (Tobey Maguire). Vor dem Hintergrund tiefgreifender Veränderungen in der Filmindustrie erzählt der Film von Aufstieg, Erfolg und den Herausforderungen einer sich wandelnden Ära.
Die Idee zu Babylon entstand bei Damien Chazelle bereits etwa 15 Jahre vor der Fertigstellung des Films, als er nach Los Angeles zog und noch am Anfang seiner Karriere stand. Sein Ziel war es, einen großen, epischen Film mit vielen Figuren zu schaffen, der die frühen Jahre von Los Angeles und Hollywood einfängt. Besonders wichtig war ihm, die Extravaganz, den Hedonismus und den rücksichtslosen Ehrgeiz dieser Zeit darzustellen. Rückblickend bezeichnete Chazelle Babylon aufgrund der komplexen Handlung, der großen Anzahl an Figuren und des enormen Produktionsaufwands als das schwierigste Projekt seiner bisherigen Laufbahn. Inspiriert wurde er unter anderem von Federico Fellinis Das süße Leben (1960), Robert Altmans Nashville (1975) und Francis Ford Coppolas Der Pate (1972), die für ihn beispielhaft zeigen, wie sich gesellschaftliche Veränderungen anhand mehrerer Figuren erzählen lassen.
Während eines Werkstattgesprächs beim Toronto International Film Festival beschrieb Chazelle den Film als Hommage an die Stummfilmzeit Hollywoods, die die Menschheit sowohl in ihrer glamourösen als auch in ihrer animalischen Form zeige. Wie bereits La La Land spielt auch Babylon in Los Angeles, allerdings in den späten 1920er-Jahren, die Chazelle als eine Art „Wilder Westen“ betrachtete. Die Figur des Manny Torres erinnerte ihn an seinen eigenen Einstieg in die Filmbranche.
Da der Film über ein großes Ensemble verfügt, gestaltete sich der Castingprozess besonders umfangreich. Die meisten Figuren sind fiktiv, wurden jedoch von realen Persönlichkeiten der Filmgeschichte inspiriert. Jack Conrad, gespielt von Brad Pitt, orientiert sich an Schauspielern wie John Gilbert, Clark Gable und Douglas Fairbanks. Nellie LaRoy, verkörpert von Margot Robbie, vereint Eigenschaften früher Stars und It-Girls wie Clara Bow, Jeanne Eagels, Joan Crawford und Alma Rubens. Diego Calva übernahm die Rolle des Manny Torres, der als Außenseiter und Einwanderersohn als Identifikationsfigur für das Publikum dienen sollte. Nach Aussage Chazelles befanden sich alle drei Hauptdarsteller zum Zeitpunkt ihrer Verpflichtung in ähnlichen Lebenssituationen wie ihre Figuren.
Zum Ensemble gehörten außerdem Tobey Maguire als Mafiaboss James McKay, Max Minghella als Produzent Irving Thalberg, Jovan Adepo als Sidney Palmer, Jean Smart als Journalistin Elinor St. John, Samara Weaving als Colleen Moore, Olivia Wilde als Ina Conrad, Eric Roberts als Nellies Vater Robert Roy, Lukas Haas als George Munn sowie Spike Jonze in der Rolle eines deutschen Regisseurs. Chazelles Ehefrau Olivia Hamilton spielte die Regisseurin Ruth Adler, deren Figur von der Filmemacherin Dorothy Arzner inspiriert wurde.
Ursprünglich sollten die Dreharbeiten im März 2020 beginnen, mussten jedoch aufgrund der Coronavirus-Pandemie verschoben werden. Schließlich starteten sie am 1. Juli 2021. Gedreht wurde unter anderem in Santa Clarita und im Simi Valley in Kalifornien, wo bereits während der Stummfilmzeit zahlreiche Produktionen entstanden waren. Das Herrenhaus des Westernstars William S. Hart diente als Wohnsitz von Jack Conrad. Für die große Eröffnungsparty wurden der Ballsaal des Ace Theatre in Los Angeles und Shea’s Castle im Antelope Valley genutzt. Die Dreharbeiten endeten am 21. Oktober 2021.
Das Szenenbild entwarf Florencia Martin, die zuvor unter anderem an Licorice Pizza gearbeitet hatte. Zahlreiche Filmsets wurden in der kalifornischen Wüstenstadt Piru errichtet. Wie schon bei La La Land und Aufbruch zum Mond arbeitete Chazelle erneut mit Kameramann Linus Sandgren, Kostümbildnerin Mary Zophres und Filmeditor Tom Cross zusammen. Die endgültige Schnittfassung entstand über mehrere Monate hinweg.
Die Filmmusik komponierte Justin Hurwitz, der bereits für La La Land und Aufbruch zum Mond mit Chazelle zusammengearbeitet hatte. Obwohl Musik im Film eine zentrale Rolle spielt, wollten Regisseur und Komponist bewusst keinen traditionellen Jazzsound der 1920er-Jahre verwenden. Stattdessen ließen sie sich von Rock-’n’-Roll, House-, EDM- und moderner Tanzmusik inspirieren. Die im Film auftretende zwölfköpfige Jazzband bestand aus Solisten aus den USA und Europa. Ein 98-köpfiges Orchester aus Los Angeles spielte den Großteil der mehr als zwei Stunden Musik ein. Insgesamt arbeitete Hurwitz drei Jahre lang an dem Soundtrack. Das Album mit 48 Stücken erschien am 9. Dezember 2022 über Interscope Records.
Erstes Bildmaterial wurde im April 2022 auf der CinemaCon vorgestellt. Im September desselben Jahres erschienen erste Szenenbilder und der erste Trailer. Im November folgten eine Dokumentation über die Entstehung des Films sowie ein weiterer Trailer. Anfang Dezember veröffentlichte Paramount Pictures ein Featurette, in dem Justin Hurwitz, Damien Chazelle, Produzentin Olivia Hamilton sowie Margot Robbie, Brad Pitt und Jovan Adepo über die Musik des Films sprachen. Der ursprünglich geplante Kinostart war wegen der COVID-19-Pandemie um ein Jahr verschoben worden.
In den USA erhielt der Film ein R-Rating der MPAA, während er in Deutschland ab 16 Jahren freigegeben wurde. Als Gründe wurden unter anderem drastische Gewaltdarstellungen, sexuelle Ausschweifungen, häufiger Drogenkonsum, eine sexualisierte Sprache und die Thematisierung von Suizid genannt.
Die Kritiken fielen gemischt aus. Bei Rotten Tomatoes erreichten 57 Prozent der Rezensionen eine positive Bewertung, bei Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 60 Punkten. Während einige Kritiker die opulente Inszenierung, die Kameraarbeit von Linus Sandgren, den Schnitt von Tom Cross sowie die Filmmusik von Justin Hurwitz lobten und insbesondere Margot Robbie, Brad Pitt und Jean Smart hervorhoben, kritisierten andere die lange Laufzeit und die aus ihrer Sicht schwache Handlung.
Finanziell blieb Babylon – Rausch der Ekstase hinter den Erwartungen zurück. Nach einem schwachen Startwochenende in den USA beliefen sich die weltweiten Einnahmen auf rund 64,9 Millionen US-Dollar. In Deutschland verzeichnete der Film 222.525 Besucher und gilt aufgrund seines hohen Budgets von etwa 110 Millionen US-Dollar als einer der größten Hollywood-Flops der letzten Jahre.
Trotz des mäßigen kommerziellen Erfolgs erhielt der Film zahlreiche Auszeichnungen und Nominierungen. Insgesamt gewann Babylon elf Preise und wurde für mehr als 60 weitere nominiert. Besonders häufig wurden das Szenenbild und die Filmmusik ausgezeichnet. Justin Hurwitz gewann unter anderem den Golden Globe für die beste Filmmusik. Bei der Oscarverleihung 2023 erhielt der Film Nominierungen für das beste Szenenbild, das beste Kostümdesign und die beste Filmmusik, ging jedoch ohne Auszeichnung aus der Verleihung hervor.
Pressematerial © Paramount Pictures
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)
Regie: Damien Chazelle
Drehbuch: Damien Chazelle
Produzent: Olivia Hamilton, Marc Platt, Matthew Plouffe
Musik: Justin Hurwitz
Kamera: Linus Sandgren
Schnitt: Tom Cross