Film

Tödliches Kommando - The Hurt Locker

Veröffentlichungsjahr: 2009 | Genres: Drama, Thriller, Kriegsfilm, Psychodrama
Originaltitel: The Hurt Locker
Schauspieler: Jeremy Renner, Anthony Mackie, Brian Geraghty, Guy Pearce, Ralph Fiennes, David Morse, Christian Camargo, Evangeline Lilly, Christopher Sayegh, Malcolm Barrett, Michael Desante

„Tödliches Kommando – The Hurt Locker“ ist ein US-amerikanisches Kriegsdrama aus dem Jahr 2008 von Regisseurin Kathryn Bigelow. Der Film begleitet ein Bombenräumkommando der US-Armee während des Irakkriegs und konzentriert sich weniger auf politische Zusammenhänge als auf die psychische Belastung der Soldaten und die permanente Gefahr ihres Einsatzes. Mit seiner unmittelbaren, beinahe dokumentarischen Inszenierung entwickelte sich der Film zu einem der meistbeachteten Kriegsfilme seiner Zeit. Bei der Oscarverleihung 2010 gewann er sechs Auszeichnungen, darunter den Oscar als Bester Film und für die Beste Regie. Bigelow wurde damit als erste Frau überhaupt mit dem Regie-Oscar ausgezeichnet.


Irak im Jahr 2004: Nachdem Sergeant Matt Thompson (Guy Pearce), der Leiter eines Bombenräumkommandos, bei einem Einsatz ums Leben kommt, übernimmt Sergeant First Class William James (Jeremy Renner) dessen Position. Gemeinsam mit Sergeant JT Sanborn (Anthony Mackie) und Specialist Owen Eldridge (Brian Geraghty) soll er in den Straßen Bagdads improvisierte Sprengsätze entschärfen.


Schnell zeigt sich jedoch, dass William James (Jeremy Renner) vollkommen anders arbeitet als sein Vorgänger. Er ist erfahren und außerordentlich geschickt im Umgang mit Sprengstoffen, setzt sich dabei aber immer wieder erheblichen Risiken aus und ignoriert Sicherheitsvorkehrungen. Besonders JT Sanborn (Anthony Mackie) beginnt deshalb an seinem neuen Vorgesetzten zu zweifeln. Während die verbleibenden Tage ihres Einsatzes heruntergezählt werden, muss das Team nicht nur mit der allgegenwärtigen Gefahr durch Bomben und mögliche Angreifer umgehen, sondern auch mit den zunehmenden Spannungen innerhalb der eigenen Einheit. Für William James (Jeremy Renner) scheint die extreme Situation des Krieges dabei eine beinahe unwiderstehliche Anziehungskraft zu besitzen.


Das Drehbuch stammt von Mark Boal, der zuvor als Journalist eine amerikanische Einheit im Irak begleitet hatte. Seine Erfahrungen als sogenannter Embedded Journalist bildeten eine wesentliche Grundlage für das Projekt. Boal wollte den Irakkrieg aus der unmittelbaren Perspektive einfacher Soldaten zeigen und konzentrierte die Geschichte deshalb auf den Alltag eines Bombenräumkommandos. Die Figur William James (Jeremy Renner) und die eigentliche Handlung wurden dabei als fiktional konzipiert.


Für Kathryn Bigelow bedeutete „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“ die Rückkehr zum Spielfilm, nachdem sie seit „K-19 – Showdown in der Tiefe“ von 2002 keinen Film mehr inszeniert hatte. In frühen Planungen wurden unter anderem Willem Dafoe, Colin Farrell und Charlize Theron mit dem Projekt in Verbindung gebracht, letztlich entstand der Film jedoch mit Jeremy Renner (Jeremy Renner), Anthony Mackie (Anthony Mackie) und Brian Geraghty (Brian Geraghty) im Zentrum. Die Dreharbeiten fanden größtenteils in Jordanien statt, während die in den USA angesiedelten Szenen in Vancouver entstanden. Kameramann Barry Ackroyd unterstützte Bigelows realistischen Ansatz mit einer beweglichen, unmittelbar wirkenden Bildsprache.


Die Weltpremiere fand 2008 im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Venedig statt. Trotz eines geschätzten Budgets von rund elf Millionen US-Dollar blieb der Film kommerziell zunächst vergleichsweise klein, entwickelte sich jedoch zu einem großen Kritiker- und Preiserfolg. Seinen Höhepunkt erreichte dieser bei der Oscarverleihung 2010: Bei neun Nominierungen gewann „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“ sechs Oscars für den Besten Film, die Beste Regie, das Beste Originaldrehbuch, den Besten Schnitt, den Besten Ton und den Besten Tonschnitt. Jeremy Renner (Jeremy Renner) war zudem als Bester Hauptdarsteller nominiert.


Vor allem Kathryn Bigelows Auszeichnung schrieb Filmgeschichte, da sie als erste Frau den Oscar für die Beste Regie erhielt. Auch darüber hinaus entwickelte sich der Film zu einem bedeutenden Werk des modernen Kriegsfilms. 2016 erreichte er bei einer BBC-Umfrage zu den bedeutendsten Filmen des 21. Jahrhunderts Platz 67, zwei Jahre später wurde er bei einer weiteren BBC-Umfrage auf Platz sieben der besten Filme gewählt, bei denen eine Frau Regie führte. 2020 wurde „The Hurt Locker“ schließlich in das National Film Registry aufgenommen.


Für Diskussionen sorgte die Frage nach dem realen Vorbild von William James (Jeremy Renner). Der ehemalige US-Soldat Jeffrey Sarver sah in der Figur Parallelen zu sich selbst und behauptete, Mark Boal habe Erfahrungen aus seiner Einheit ohne Zustimmung für den Film verwendet. Die Produzenten betonten dagegen den fiktionalen Charakter der Geschichte. Sarvers spätere Klage wurde abgewiesen. Auch Produzent Nicolas Chartier sorgte im Vorfeld der Oscarverleihung für eine Kontroverse, nachdem er Academy-Mitglieder per E-Mail dazu aufgefordert hatte, für „The Hurt Locker“ und gegen einen wesentlich teureren Konkurrenten zu stimmen. Als Konsequenz wurde er von der Oscarverleihung ausgeladen.


Pressematerial © First Light Production |LEONINE
Trailer © Rotten Tomatoes
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)


Regie: Kathryn Bigelow
Drehbuch: Mark Boal
Produzent: Kathryn Bigelow, Mark Boal, Nicolas Chartier, Greg Shapiro
Musik: Marco Beltrami, Buck Sanders
Kamera: Barry Ackroyd
Schnitt: Chris Innis, Bob Murawski

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