The Chronology of Water
Veröffentlichungsjahr: 2025 | Genres: Drama, Coming of Age, Biopic, Literaturverfilmung, Melodram, Queer Cinema, Psychodrama, Sozialdrama, Romanze, Independent-Film, Arthouse, Experimentalfilm
Originaltitel: The Chronology of Water
Schauspieler: Imogen Poots, Thora Birch, Jim Belushi, Charlie Carrick, Tom Sturridge, Susannah Flood, Esmé Creed Miles, Kim Gordon, Michael Epp, Eleanor Hahn, Earl Cave, Esme Allen, Jeffrey Grinvalds, Ritvars Logins, Peter Rundle, Georgie Dettmer, Sienna Torres, Keanu Visscher, Alhena Al Ali Douglas, Jeremy Ang Jones, Jen Dunlap, Alexander Johnson, Anna Wittowsky, Angelika Mihailova, Marlena Sniega, Brandon Colton, Igor Shelegovsky, Henrijs Arajs, Pēteris Dāvis, Rudolfs Racenajs, Mära McLaughlin Taylor, Maggie McLean, Hal Weaver, George Steele, Reinis Bergs, Eliza Amman, Darta Stepanova, Dylan Meyer, Evelina Parkere, Omar Sanyang, Robert Henry Bugeja, Shane Row, Maria Julieta Eller, Julienne Restall, Clifford Farrugia, Ranjani Brow, Jaquita Ta\'le, Lynn Evans, Devika Parik, Jose Gilberto Blanco, Freddy Kattumath James, Anton Lytvynov, Alina Lytvynova, Tetiana Lytvynova, Dominik Gabriel Roseti
The Chronology of Water ist ein Filmdrama aus dem Jahr 2025 und zugleich das Regiedebüt von Kristen Stewart. Im Zentrum steht die frühere Schwimmerin und heutige Schriftstellerin Lidia Yuknavitch, die von Imogen Poots verkörpert wird. Stewart schrieb gemeinsam mit Andy Mingo und Lidia Yuknavitch selbst das Drehbuch und produzierte den Film zusammen mit Mingo, Rebecca Feuer, Charles Gillibert, Daniel John Goldberg, Maggie McLean, Dylan Meyer, Michael Pruss, Svetlana Punte, Ridley Scott und Yulia Zayceva. Die Kamera führte Corey C. Waters, den Schnitt übernahm Olivia Neergaard-Holm, und die Musik stammt von Paris Hurley. Der Film feierte im Mai 2025 seine Premiere bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes und startete im März 2026 in den deutschen Kinos.
Lidia Yuknavitch (Imogen Poots) wächst in einem von Gewalt und Schweigen geprägten Elternhaus auf und flüchtet sich früh in das Schwimmen, das ihr Halt gibt und ihr ein Stipendium an einem College in Texas ermöglicht. Dort versucht sie, ein neues Leben zu beginnen, weit weg von ihrem Vater Mike (Michael Epp) und ihrer Mutter, deren Alkoholabhängigkeit die Familie seit Jahren überschattet. Auch ihre ältere Schwester Claudia (Thora Birch) hat diesen Ort längst hinter sich gelassen. Am College begegnet Lidia Philip (Earl Cave), dessen sensibles Wesen sie zunächst anzieht, später aber mit ihren eigenen unverarbeiteten Verletzungen kollidiert. Die Beziehung zwischen beiden wird zu einem Spiegel ihrer inneren Kämpfe und ihrer Suche nach einem Selbst, das nicht von der Vergangenheit bestimmt wird.
Während Lidia versucht, ihren Weg zu finden, gerät sie in einen Strudel aus Leistungsdruck, Selbstzweifeln und destruktiven Entscheidungen. Ihr Stipendium steht auf dem Spiel und sie beginnt, sich immer stärker von den Erwartungen anderer zu lösen. Eine Freundin führt sie schließlich an die University of Oregon, wo sie dem Schriftsteller Ken Kesey (Jim Belushi) begegnet, dessen Schreibprogramm ihr eine neue Form des Ausdrucks eröffnet. Dort trifft sie auch Dorothy (Susannah Flood), Devin (Tom Sturridge) und Andy Mingo (Charlie Carrick), Menschen, die sie herausfordern, begleiten und ihr zeigen, dass Nähe und Vertrauen auch jenseits des Schwimmbeckens möglich sind.
Der Film folgt Lidia durch Erinnerungsfragmente, innere Brüche und Momente der Klarheit, während sie versucht zu verstehen, wer sie jenseits von Trauma, Sport und familiären Erwartungen sein kann. Die junge Lidia wird von Anna Wittowsky gespielt, und Kim Gordon tritt als Fotograf auf. The Chronology of Water erzählt von Schmerz, Begehren, Selbstfindung und der Frage, wie man sich aus einer Vergangenheit löst, die einen immer wieder einholt.
Die reale Lidia Yuknavitch, geboren 1963, war selbst Schwimmerin und veröffentlichte 2011 ihre Memoiren The Chronology of Water, die Stewart als Vorlage diente. Yuknavitch zog nach der High School nach Texas, studierte mit einem Schwimmstipendium am Austin Community College und arbeitete als Empfangsdame an der University of Texas. Ihre Hoffnung auf eine Olympiaqualifikation scheiterte am Boykott der Spiele 1980 und an ihrem eigenen Drogen- und Alkoholkonsum. In ihrer Autobiografie, die in deutscher Übersetzung unter dem Titel In Wasser geschrieben erschien, beschreibt sie Themen wie Schönheit, Selbstdarstellung, Begehren und das berauschende Gefühl des Schwimmens sowie die Entwicklung eines Selbstbewusstseins als bisexuelle Frau.
Die Dreharbeiten fanden von Ende Juni bis Ende Juli 2024 in Lettland statt, weitere Aufnahmen entstanden auf Malta und in Eugene, wohin Yuknavitch nach dem Verlust ihres Stipendiums gezogen war. Produziert wurde der Film von CG Cinema International, Forma Pro Films, Scott Free, Curious Gremlin, Lorem Ipsum Entertainment, Scala Films und dem von Stewart, Dylan Meyer und Maggie McLean gegründeten Unternehmen Nevermind Pictures. Ein erster Trailer erschien im Januar 2026. Der Film wurde weltweit auf zahlreichen Festivals gezeigt, darunter Cannes, Nowe Horyzonty, Melbourne, Warschau, das AFI Fest, das Savannah Film Festival und die Filmkunstmesse Leipzig. In Nordamerika übernimmt WME Independent den Vertrieb, im Vereinigten Königreich und Irland BFI Distribution, international Les Films du Losange.
Die Kritiken fielen überwiegend positiv aus. Auf Rotten Tomatoes erreichte der Film 91 Prozent positive Bewertungen bei einem Durchschnitt von 7,1 Punkten, während Metacritic einen Score von 78 vergab. Kritiker:innen hoben besonders die kraftvolle Darstellung von Imogen Poots hervor und lobten Stewarts kompromisslosen, subjektiven Ansatz. David Katz von Cineuropa betonte, Stewart erweitere mit diesem Film das internationale Kino und Poots verkörpere Yuknavitch mit einer bemerkenswert Stewart-artigen Intensität. Christopher Diekhaus beschrieb die fragmentarische, assoziative Erzählweise und die Wirkung des grobkörnigen 16-mm-Materials, das die traumatische Vergangenheit der Protagonistin spürbar mache. Auch Jim Belushi hinterlasse als Ken Kesey eine eindrucksvolle Präsenz.
Der Film erhielt zahlreiche Nominierungen und Auszeichnungen, darunter bei den Astra Film Awards, dem Denver Film Festival, dem Festival des amerikanischen Films, den Internationalen Filmfestspielen von Cannes, dem Internationalen Filmfestival Thessaloniki, dem Internationalen Filmfestival Warschau, Nowe Horyzonty, den Online Film Critics Society Awards, den Online Film and Television Association Awards, dem Valladolid International Film Festival und den World Soundtrack Awards.
Pressematerial © eksystent distribution
Trailer © Polyfilm Verleih
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)
Regie: Kristen Stewart
Drehbuch: Kristen Stewart, Andy Mingo, Lidia Yuknavitch
Produzent: Rebecca Feuer, Charles Gillibert, Maggie McLean, Dylan Meyer, Andy Mingo, Max Pavlov, Michael Pruss, Svetlana Punte, Vindhya Sagar, Kristen Stewart uvm.
Musik: Paris Hurley
Kamera: Corey C. Waters
Schnitt: Olivia Neergaard Holm