Strange Days
Veröffentlichungsjahr: 1995 | Genres: Drama, Science-Fiction, Thriller, Dystopie, Cyberpunk, Cyberthriller
Originaltitel: Strange Days
Schauspieler: Ralph Fiennes, Angela Bassett, Tom Sizemore, Juliette Lewis, Michael Wincott, Brigitte Bako, Richard Edson, Vincent D’Onofrio, William Fichtner, Glenn Plummer, Josef Sommer, Nicky Katt, Michael Jace
„Strange Days“ ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Actionthriller aus dem Jahr 1995 von Regisseurin Kathryn Bigelow. Nach einem Drehbuch von James Cameron und Jay Cocks verbindet der Film Elemente des Cyberpunk, Film noir und Thrillers mit einer dystopischen Zukunftsvision. Im Zentrum stehen virtuelle Realitäten, die Manipulationskraft moderner Medien sowie gesellschaftliche Spannungen und Polizeigewalt. Ralph Fiennes (Ralph Fiennes) und Angela Bassett (Angela Bassett) übernehmen die Hauptrollen.
Los Angeles steht unmittelbar vor dem Jahreswechsel 1999/2000. Der ehemalige Polizist Lenny Nero (Ralph Fiennes) verdient sein Geld mit dem illegalen Handel sogenannter „Clips“. Mithilfe der SQUID-Technologie können Erlebnisse eines Menschen mitsamt sämtlicher visueller, akustischer und emotionaler Eindrücke aufgezeichnet und anschließend von anderen Personen erneut erlebt werden. Die Clips funktionieren wie eine besonders intensive Form virtueller Realität und besitzen erhebliches Suchtpotenzial. Lenny Nero (Ralph Fiennes) ist dabei nicht nur Händler, sondern selbst regelmäßiger Konsument und flüchtet sich immer wieder in Aufzeichnungen seiner vergangenen Beziehung mit der Rocksängerin Faith Justin (Juliette Lewis).
Während seine enge Freundin und Leibwächterin Lornette „Mace“ Mason (Angela Bassett) versucht, ihn von seinen Geschäften und seiner Fixierung auf Faith Justin (Juliette Lewis) loszubringen, gerät Lenny Nero (Ralph Fiennes) immer tiefer in einen gefährlichen Fall. Seine Bekannte Iris (Brigitte Bako) wird verfolgt und versucht, ihm eine brisante Aufnahme zukommen zu lassen. Als weitere Clips auftauchen, die mit schweren Verbrechen in Verbindung stehen, beginnt Lenny Nero (Ralph Fiennes) gemeinsam mit Mace (Angela Bassett) und seinem Freund Max Peltier (Tom Sizemore) Nachforschungen anzustellen. Während sich die Stadt auf die große Silvesterfeier vorbereitet, geraten sie in ein Geflecht aus Gewalt, Korruption und Vertuschung, bei dem die aufgezeichneten Erinnerungen zu gefährlichen Beweismitteln werden.
Regie führte Kathryn Bigelow nach einem Drehbuch von James Cameron und Jay Cocks. James Cameron war gemeinsam mit Steven-Charles Jaffe außerdem als Produzent beteiligt. Die Kameraarbeit übernahm Matthew F. Leonetti, für den Schnitt zeichnete Howard E. Smith verantwortlich und die Filmmusik komponierte Graeme Revell. Einen besonderen Stellenwert besitzt die Musik auch innerhalb der Handlung: Juliette Lewis (Juliette Lewis) absolvierte in „Strange Days“ ihren ersten Gesangsauftritt. Im Abspann erklingt zudem „While the Earth Sleeps“ von Deep Forest und Peter Gabriel.
Die dystopische Zukunftsvision des Films greift verschiedene Elemente des Cyberpunk auf. Besonders zentral ist die Vorstellung einer Technologie, mit der subjektive Erlebnisse und Sinneseindrücke aufgezeichnet, gehandelt und von anderen Menschen unmittelbar erfahren werden können. Damit beschäftigt sich „Strange Days“ nicht nur mit virtueller Realität, sondern auch mit der Frage, welchen Einfluss Medien auf Wahrnehmung und Wirklichkeit besitzen und wie eine solche Technologie missbraucht werden könnte. Die Grundidee weist Ähnlichkeiten zu „Projekt Brainstorm“ aus dem Jahr 1982 auf und fand später ein vergleichbares Konzept in „Cyberpunk 2077“, wo aufgezeichnete Erlebnisse als Braindances bezeichnet werden.
Neben seinen Science-Fiction-Elementen verarbeitet der Film gesellschaftliche Konflikte seiner Entstehungszeit. Die Darstellung von Polizeigewalt und den daraus entstehenden Spannungen weist deutliche Parallelen zu den realen Ereignissen um Rodney King auf, dessen Misshandlung durch Polizisten 1991 gefilmt wurde und zu einem Symbol für Polizeigewalt in Los Angeles wurde. Dadurch verbindet „Strange Days“ seine futuristische Technologie mit Problemen, die bereits zur Zeit seiner Entstehung hochaktuell waren.
Bei seiner ursprünglichen Veröffentlichung war „Strange Days“ kommerziell kein Erfolg und spielte nicht einmal die Hälfte seiner Produktionskosten wieder ein. Seine Auseinandersetzung mit virtuellen Realitäten, Medien und gesellschaftlicher Endzeitstimmung erhielt erst in den folgenden Jahren verstärkt Aufmerksamkeit. Gerade um die tatsächliche Jahrtausendwende wurden diese Themen zunehmend diskutiert und der Film entsprechend neu bewertet. Damit entwickelte sich „Strange Days“ rückblickend zu einem Film, dessen medienkritische und technologische Fragestellungen stärker in den Vordergrund rückten, als es bei seinem Kinostart der Fall gewesen war.
Auch bei den Saturn Awards 1996 erhielt der Film Anerkennung. Angela Bassett (Angela Bassett) wurde als Beste Darstellerin ausgezeichnet, während Kathryn Bigelow den Preis für die Beste Regie erhielt. Ralph Fiennes (Ralph Fiennes) war als Bester Darsteller nominiert; weitere Nominierungen gab es als Bester Science-Fiction-Film sowie für das Drehbuch.
Pressematerial © Koch Media
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)
Regie: Kathryn Bigelow
Drehbuch: James Cameron, Jay Cocks
Produzent: James Cameron, Steven-Charles Jaffe
Musik: Graeme Revell
Kamera: Matthew F. Leonetti
Schnitt: Howard E. Smith